Adam und Eva
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Adam und Eva waren nach dem im Buch Genesis in den Kapiteln 2 bis 5 niedergelegten biblischen Schöpfungsbericht das erste Menschenpaar und Stammeltern aller Menschen.
Adam (hebr. Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) = Haus; lechem (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) = Brot; bēt lechem (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) = Einwanderung; nó`ar (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) = Jugend; aliyát hanó`ar (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 schə und der Präposition Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = Vorlage:Dieser Artikel
Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 ben
- mein Sohn = Vorlage:Dieser Artikel
Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 bəni bzw. Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
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af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语]]) oder ...t ([[Taw|Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语]]). Beispiel: Sarah (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语), `Ivrith (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
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Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
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Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
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Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| Vorlage:Dieser Artikel
Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 (aní, atá, hu) kotév || (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt | ||||||||||||||||
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Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 (aní, at, hi) kotévet || (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt | ||||||||||||||||
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Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
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Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 (anáchnu, atém, hem) kotvím || (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben | ||||||||||||||||
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Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Anmerkungen<references/>Vorlage:Link FA af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“ GeschichteMan unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch. FrühgeschichteDer Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen. Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr. Spätere GeschichteDie Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein. Hebräische SchriftSiehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw. GrammatikHauptartikel: Hebräische Grammatik In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis. Beispiele für Smichut: bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein. In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt: alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen. Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben. Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen. Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang. Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen. Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen. Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt. Sprachen mit starken hebräischen EinflüssenIn den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden. Verbundenheit der heutigen Sprache mit der BibelBis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“ Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrtDurch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal. Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere. Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden. Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus. Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet. Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“. Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird. Siehe auch
LiteraturGrammatiken:
Wörterbücher:
Lehrbücher:
Zur Sprachgeschichte:
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Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
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af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语 oder Vorlage:Dieser Artikel Vorlage:Infobox Sprache Hebräisch (hebräisch) gehört zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und damit zur afro-asiatischen Sprachfamilie. Die heilige Schrift der Juden, die Tora, wurde vor Tausenden von Jahren in dieser Sprache kodifiziert und den folgenden Generationen weitergegeben. Nach der Zerstörung des Ersten Tempels zu Jerusalem durch Nebukadnezar II. im Jahre 586 v. Chr. und dem darauf folgenden babylonischen Exil kam die dortige Amtssprache Aramäisch unter den Juden in Umlauf; späte Teile der Bibel enthalten deshalb aramäische Bestandteile. Auch die Muttersprache Jesu von Nazareth war Aramäisch. Nach der Zerstörung des Zweiten Tempels zu Jerusalem im Jahre 70 verlagerte sich das Zentrum jüdischen Lebens von Judäa nach Galiläa. Damit verbunden ging auch die Verwendung der hebräischen Sprache zurück. Etwa ab dem Jahre 200 hörte Hebräisch auf, als Alltagssprache zu fungieren. Es blieb indessen eine Sakralsprache, wurde jedoch nie ausschließlich zu liturgischen Zwecken benutzt, sondern auch zur Abfassung von philosophischen, medizinischen, juristischen und poetischen Texten, so dass sich das Vokabular im Laufe der Jahrhunderte erweitern konnte. Es ist ebenfalls bezeugt, dass sich die verstreuten jüdischen Gemeinden zur Verständigung untereinander des Hebräischen bedienten. Die Erneuerung des Hebräischen als Muttersprache begann im späten 19. Jahrhundert unter Elieser Ben-Jehuda. 1889 gründete er in Jerusalem den „Rat der hebräischen Sprache“ mit dem Ziel, die seit etwa 1700 Jahren kaum mehr gesprochene Sprache der Bibel wiederzubeleben. Wenn auf diesem Wege eine neuhebräische Muttersprache (Iwrit) entstand, deren Unterschiede zum biblischen Hebräisch recht gering sind – etwa im Vergleich mit den Unterschieden zwischen Altgriechisch und Neugriechisch –, so dass in Israel gar nicht zwischen Alt- und Neuhebräisch unterschieden wird, so ist doch zu beachten, dass sich dieser Umstand der Tatsache verdankt, dass das moderne Hebräisch eine Wiederbelebung des Enwicklungsstandes der Sprache ist, den die Masoreten von Tiberias mit ihrer Vokalisation fixiert hatten. Einige althebräische Formen werden zwar in Israel verstanden, aber in der Alltagssprache nicht verwendet (z.B. Pausalformen) oder haben heute eine andere Bedeutung (Zeitformen des Verbs). Jedenfalls ist Iwrit weltweit das einzige Beispiel für die erfolgreiche Umwandlung einer Sakralsprache zu einer Nationalsprache. Dies wurde von David Ben Gurion, dem ersten Ministerpräsidenten des neuzeitlichen Staates Israel, mit folgendem Ausspruch erläutert: „Wenn Moses heute zurückkäme und um ein Stück Brot bitten würde, würde man ihn verstehen.“
Geschichte
Man unterscheidet drei Entwicklungsstufen: Alt-, Mittel- und Neuhebräisch.
Frühgeschichte
Der Gezer-Kalender stammt aus dem 10. Jh. v. Chr., das heißt aus der Amtszeit des Königs Salomo, und gilt oft als die bisher älteste bekannte hebräische Inschrift. Aus sprachlicher und schrifthistorischer Sicht zeigt er aber noch keine typisch hebräischen Merkmale (Schrift und Grammatik sind noch phönizisch), die hebräische Zuschreibung erfolgt aus rein geographischen Erwägungen.
Das berühmteste Werk in hebräischer Sprache ist die jüdische Bibel, der Tanach (im christlichen Sprachgebrauch Altes Testament genannt). Die genauen Daten ihrer Abfassung sind umstritten. Die ältesten Exemplare von biblischen Texten wurden 1947 in Qumran gefunden und stammen aus der Zeit zwischen dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem späten 1. Jahrhundert n. Chr.
Spätere Geschichte
Die Juden im Perserreich benutzten Aramäisch, das für die folgenden 700 Jahre zur Umgangssprache wurde und vor allem in der Bibelübersetzung Targum und in Teilen des Talmuds literarisch verwendet wurde. Aramäisch gehört ebenfalls zum nordwestlichen Zweig der semitischen Sprachen und ist somit dem Hebräischen sehr nahe verwandt. In der mittelhebräischen Phase wurden zahlreiche aramäische Ausdrücke und Redewendungen ins Hebräische übernommen, vor allem aber die aramäische Schrift, die als Quadratschrift bis heute in Gebrauch ist. Während etwa zwei Jahrtausenden war Hebräisch keine gesprochene Sprache. In der traditionellen jüdischen Ausbildung, beginnend im Cheder und fortgesetzt in den Talmud-Hochschulen, wurde jedoch viel Zeit darauf verwendet, um Tora, Mischna, Gemara und rabbinische Kommentare im Original lesen zu können. Der wichtigste Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Hebräisch stammt von den Masoreten, die vom 7. bis zum 10. nachchristlichen Jahrhundert zum ursprünglich rein konsonantischen Text Vokale, Akzente und so genannte Teamim hinzufügten, das heißt Angaben zum liturgischen Gesang im Gottesdienst. Da die entsprechenden Zeichen hauptsächlich aus Punkten bestehen, spricht man von „Punktation“. Die bedeutendsten Masoreten wirkten im 9./10. Jahrhundert n. Chr. in Tiberias am See Genezareth. Vor allem zwei Familien von Masoreten sind hier bedeutsam: die Ben Ascher und die Ben Naftali. Nachdem bereits vorher in Babylonien wie in Palästina Texte punktiert worden waren, schufen die Tiberienser das ausführlichste und gründlichste Punktationssystem, das sich schließlich durchsetzte. Der allgemein anerkannte jüdische hebräische Bibeltext, der seit dem 16. Jahrhundert auch von christlichen Theologen der exegetischen Arbeit am Alten Testament zu Grunde gelegt wird, geht auf die Familie Ben Ascher zurück. In der Biblia Hebraica Stuttgartensia ist der masoretische Text nach der ältesten vollständigen Handschrift dieser Textform, dem Codex Leningradensis abgedruckt. Die Arbeiten von Paul Kahle zu verschiedenen masoretischen Systemen und der Vergleich mit griechischen Umschriften des Hebräischen in der Septuaginta und der Hexapla des Origenes hat gezeigt, dass die Masoreten von Tiberias in ihrer Punktation nicht das wiedergaben, was gängige Volkssprache war, sondern dass sie zum Teil ein ideales philologisches Konstrukt schufen, das den Anspruch erhob, altes, reines Hebräisch zu sein.
Hebräische Schrift
Siehe Hebräisches Alphabet sowie die Einträge unter den einzelnen Buchstaben, von Aleph bis Taw.
Grammatik
Hauptartikel: Hebräische Grammatik
In der hebräischen Grammatik werden zur Unterscheidung von Subjekt und Objekt keine Fälle verwendet, sondern Präpositionen. Flexion spielt jedoch eine wichtige Rolle bei der Bildung und Ableitung von Verben, Substantiven, der Genitivkonstruktion Status constructus, die auf Hebräisch Smichut (hebräisch - „Stützung“) genannt wird, und dem Besitzverhältnis.
Beispiele für Smichut:
bájit (hebräisch) = Haus; lechem (hebräisch) = Brot; bēt lechem (hebräisch) = Haus des Brotes (Bethlehem). Hierbei tritt, je nach Genus und Numerus, meist eine Veränderung der Vokalisation ein.
In der Smichut steht der Artikel, im Gegensatz zu den Indogermanischen Sprachen, vor dem Objekt:
alijá (hebräisch) = Einwanderung; nó`ar (hebräisch) = Jugend; aliyát hanó`ar (hebräisch) = die Einwanderung von Jugendlichen.
Das Besitzverhältnis kann (insbesondere im Neuhebräischen) durch eine Kurzform und eine längere Form wiedergegeben werden. Die Kurzform besteht in der Anhängung einer persönlichen Nachsilbe (wie sie im Althebräischen ausgedrückt wird), die längere Form durch Ableitungen der Präposition hebräisch schel („von“). Die Präposition schel wiederum ist selbst zusammengesetzt aus zwei Bestandteilen: Dem Reflexium hebräisch schə und der Präposition hebräisch lə, was soviel bedeutet wie bei. Beispiel:
- Sohn = hebräisch ben
- mein Sohn = hebräisch bəni bzw. hebräisch habén schelí (wörtlich „der Sohn, der bei mir (ist)“). Das Reflexivum hebräisch ist hier eine Kurzform des vor allem im Althebräischen vorkommenden „hebräisch“ (aschēr), das meist mit der Hilfsübersetzung „der, von dem gilt...“ übersetzt wird.
Dass die Hebräische Schrift eine Konsonantenschrift ist, kommt nicht von ungefähr: in der hebräischen Sprache besteht ein Wortstamm nur aus Konsonanten. Die verschiedenen abgeleiteten Formen entstehen durch Hinzufügung unterschiedlicher Vokale sowie mit Hilfe von Vor- und Nachsilben.
Die hebräische Sprache kennt zwei grammatikalische Geschlechter bzw. Genera: männlich und weiblich. Weibliche Substantive und Namen enden meistens mit ...a ([[He (Hebräisch)|hebräisch]]) oder ...t ([[Taw|hebräisch]]). Beispiel: Sarah (hebräisch), `Ivrith (hebräisch). Es gibt jedoch auch einige Ausnahmen, beispielsweise endet das Wort „lájla“ (hebräisch - Nacht) mit dem Buchstaben „He“ und ist trotzdem grammatisch männlich. <ref>Die heutige Form „lájla“ ist vermutlich durch Monophtongierung einer ursprünglichen Form *„lájlaj“ entstanden.</ref> Es können auch weibliche Nomen männliche Endungen tragen.
Betont wird meistens die letzte Silbe, in einigen Fällen auch die vorletzte Silbe, bei Fremdwörtern auch andere Silben (hebräisch univérsita „Universität“). Die Betonung ist (im Neuhebräischen) schwach phonemisch, es gibt also gelegentlich Wortpaare, die sich nur durch die Betonung unterscheiden (hebräisch birá „Hauptstadt“, hebräisch bíra „Bier“). Manche Personennamen können auf zweierlei Weise betont werden und erhalten dadurch einen jeweils unterschiedlichen emotionalen Beiklang.
Hebräische Substantive und Adjektive können mit dem bestimmten Artikel hebräisch „ha“ definiert werden. Unbestimmte Substantive bzw. Adjektive tragen gar keinen Artikel. Der bestimmte Artikel wird zusammen mit dem zugehörigen Wort geschrieben. Beispiel: hebräisch no`ar = Jugend, hebräisch hano`ar = die Jugend. Wird der Artikel angehängt, erhält der folgende Konsonant meist einen Punkt („Dagesch forte“), der anzeigt, dass weiche Konsonanten hart ausgesprochen werden sollen.
Hebräische Verben verfügen im Neuhebräischen über drei Zeitformen, Vergangenheit, Zukunft und Gegenwart. Für die Gegenwart wird das Partizip verwendet, hier hat jedes Verb vier Formen, wobei zwischen männlicher Einzahl, weiblicher Einzahl, männlicher Mehrzahl und weiblicher Mehrzahl unterschieden wird. Beispiel:
| hebräisch hebräisch (aní, atá, hu) kotév | (ich, du, er) [m.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (aní, at, hi) kotévet | (ich, du, sie) [f.] schreibe, schreibst, schreibt |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atém, hem) kotvím | (wir, ihr, sie) [m.] schreiben, schreibt, schreiben |
| hebräisch hebräisch (anáchnu, atén, hen) kotvót | (wir, ihr, sie) [f.] schreiben, schreibt, schreiben |
Die Grundform zur Ableitung sämtlicher Konjugationsformen ist im Hebräischen die 3. Person Singular maskulin Perfekt (der Vergangenheitsform), Beispiel hebräisch katáv: er schrieb. Des weiteren verfügen die meisten Verben, mit Ausnahme von einigen Passivformen und Modalverben, über Infinitiv- sowie Imperativformen.
Hebräische Verben kennen weder eine Vorvergangenheit noch ein Futur II. Dieser Mangel an zeitlichen Ausdrucksformen wird jedoch dadurch ausgeglichen, dass die jahrtausendealten Wortstämme (siehe oben) durch die Ableitung von kausativen und reflexiven Formen neu belebt werden können. Beispiele:
- lichtów: schreiben, davon abgeleitet:
- michtáw: Brief
- lëhachtíw: „zu schreiben geben“, d. h. diktieren, vorschreiben, davon abgeleitet:
- hachtawá: Diktat
- lëhitkatéw: „einander schreiben“, d. h. korrespondieren, davon abgeleitet:
- hitkatwút: Korrespondenz
Im Althebräischen ist eine klare Trennung zwischen „Gegenwart“, „Vergangenheit“ und „Zukunft“ nicht möglich. Es gibt hier, neben den Partizip- und Infinitivformen vier Zeitstufen, die jeweils entweder eine abgeschlossene oder eine unabgeschlossene Handlung darstellen:
- Das Perfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Perfekt Consecutivum, unabgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt, abgeschlossene Handlung
- Das Imperfekt Consecutivum, abgeschlossene Handlung
Die jeweilige Consekutivum-Form unterscheidet sich von der Normalform nur dadurch, dass die Copula „und“ (hebräisch oder hebräisch) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语) vorangestellt wird. Ein Satz, der in der "Vergangenheit" steht, kann also durch einfachen zufügen des Wortes „und“ in die "Zukunft" gesetzt werden - und umgekehrt.
Sprachen mit starken hebräischen Einflüssen
In den Jahrhunderten der Diaspora verwendeten die Juden zahlreiche Sprachen wie Jiddisch, Jenisch, Ladino bzw. Judezmo, Karaimisch, Judäo-Arabisch und andere, die zwar nicht direkt vom Hebräischen abstammen, jedoch zahlreiche hebräische Lehnwörter aufweisen und fast stets mit dem hebräischen Alphabet notiert wurden.
Verbundenheit der heutigen Sprache mit der Bibel
Bis zum heutigen Tag werden biblische Zitate und Anspielungen in der Alltagssprache verwendet. Die Verse des Hoheliedes sind in unzähligen Varianten vertont worden; beim Eintritt des Frühlings wird beispielsweise Kapitel 2, Vers 11 zitiert: „Denn siehe, der Winter ist vergangen, der Regen ist vorbei, die Blumen zeigen sich im Lande.“
Einflüsse des Hebräischen auf das Deutsche und umgekehrt
Durch die Bibelübersetzung von Martin Luther sind zahlreiche Ausdrücke und Redewendungen mit biblischem Hintergrund in die deutsche Sprache aufgenommen worden. Beispiele: sicher wie in Abrahams Schoß, Jubeljahr, Kainsmal.
Vornamen hebräischen Ursprungs sind weit verbreitet: Benjamin, Daniel, David, Jakob, Joseph, Joachim, Joel, Johanna, Jonas, Jonathan, Judith, Maria, Miriam, Michael, Johann, Rebekka, Samuel, Achim und viele andere.
Einige hebräische Worte sind über das Jiddische in die deutsche Sprache gelangt, z. B. Tachles aus hebr. tachlit = Zweck, Sinnvolles, meschugge aus meshugá = verrückt/übergeschnappt, malochen aus melacha = Arbeit, koscher aus kascher = rein, tauglich, dufte aus tov = gut, betucht aus batuach = sicher, Stuss aus schtut = Unsinn (aus: [alt]). Auch zahlreiche Redewendungen haben möglicherweise einen hebräischen Ursprung. Zum Beispiel gilt der Gruß zum Jahreswechsel Einen guten Rutsch als eine Verballhornung des hebräischen Rosch ha-Schana = Anfang des Jahres. Damit bedeutet der Gruß einfach Einen guten Jahresanfang. Auch der Begriff Es zieht wie Hechtsuppe kann auf einen hebräischen Ursprung (hech suppa = starker Wind) zurückgeführt werden.
Aus historischen Gründen befinden sich viele Begriffe des Geschäftslebens darunter. Da den Juden im christlichen Europa jahrhundertelang kaum andere Erwerbsquellen erlaubt wurden als Handel oder Geldwesen, entwickelte sich die Sprache entsprechend. Hierher gehören die Ausdrücke Kies im Sinne von (Taschen)geld aus kis = Tasche; Pleite aus peleta = Flucht, Entkommen; Reibach aus rewach = Gewinn, oder Ausdrücke der Kriminalität z. B. Ganove (von hebräisch ganav = Dieb). Siehe dazu auch Hebraismus.
Bei der Schaffung von Ivrith zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden aus den meisten europäischen Sprachen verschiedene Ausdrücke übernommen. Die modernen Monatsnamen in Israel entsprechen den deutschen Bezeichnungen: Januar, Februar, März usw. Die einzige Abwandlung ergibt sich beim Monat August, der Ogust ausgesprochen wird, da die Vokalverbindung au im Hebräischen ungewöhnlich ist. Die neuhebräische Bezeichnung iton (Zeitung) von et = Zeit, ist nach dem Vorbild des deutschen Wortes gebildet.
Das umgangssprachliche Hebräisch hat etliche deutsche bzw. jiddische Ausdrücke aufgenommen, z. B. „spritz“, „Schluck“, „Spitz“.
Auch im handwerklichen Sektor finden sich einige deutsche Ausdrücke, wie bspw. „Stecker“ oder „Dübel“, welcher allerdings – aufgrund des im Hebräischen fehlenden Ü-Lautes – „Diebel“ ausgesprochen wird.
Siehe auch
- Protosemitisches Alphabet
- Phönizisches Alphabet
- Hebräische Buchstaben: Aleph, Beth, Gimel usw.
- Hebraicum
- Hebräische Zahlen
- Nikud
- Kategorie:Hebräisch
Literatur
Grammatiken:
- Stähli, Hans Peter: Hebräische Kurzgrammatik, Göttingen 1985.
- Feldhendler, Marie-Paule: Grammaire de l'hébreu israélien Ellipses. France 2004.
- Gesenius/Kautsch/Bergsträsser: Hebräische Grammatik, Olms 1995.
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Meyer, Rudolf: Hebräische Grammatik, Berlin 1992.
- Körner, Jutta: Hebräische Studiengrammatik, Langenscheidt 1996. (ausführlich)
- Krause, Martin: Biblisch-hebräische Unterrichtsgrammatik, hrsg. von Michael Pietzsch und Martin Rösel, Walter de Gruyter, Berlin und New York 2007 [erscheint im Juli] ISBN 978-3-11-019028-1
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, Hg. Heinrich von Siebenthal, 1999. (aus dem Amerikanischen)
- Lambdin, Thomas O.: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Hg. Heinrich von Siebenthal, Gießen: Brunnen, 2006.
Wörterbücher:
- Gesenius, Wilhelm: Hebräisches Handwörterbuch, Berlin 1962.
- Köhler, Ludwig/Baumgartner, Walter: Hebräisches und aramäisches Lexikon zum Alten Testament 3. Auflage Leiden 1996.
- Georg Fohrer: Hebräisches und aramäisches Wörterbuch zum Alten Testament, Berlin/New York 1997, ISBN 3-11-001804-7
- PONS Kompaktwörterbuch Althebräisch, Stuttgart 2006.
Lehrbücher:
- Ernst Jenni: Lehrbuch der hebräischen Sprache des alten Testamentes, Basel 1981, ISBN 3-7190-0706-5 (Schulbuch für Gymnasien konzipiert)
- Frank Matheus: Einführung in das Biblische Hebräisch (I Studiengrammatik, II Studienbuch für das Gruppen- und Selbststudium), Münster 1997
- Heinrich von Siebenthal: Bibel-Hebräisch: Lösungs- und Begleitband zum Lehrbuch von Thomas O. Lambdin, 3., verb. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
- Heinz-Dieter Neef: Arbeitsbuch Hebräisch. Materialien, Beispiele und Übungen zum Biblisch-Hebräisch, Tübingen 2003. (Lehrbuch zur Vorbereitung auf das Hebraicum)
- Thomas O. Lambdin: Lehrbuch Bibel-Hebräisch, 5., verb. und erg. Aufl., Gießen: Brunnen, 2006.
Zur Sprachgeschichte:
- haUniversita haPetucha: Peraqim beToledot haLashon ha'Ivrit 1-11. Tel Aviv.
- Dominique Aubier: Der Jüdische Fall Die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit. (frz.: Le Cas Juif) Mont Blanc, Genf 1970
- Gesenius, Wilhelm: Geschichte der hebräischen Sprache und Schrift, Olms 1973.
- Rabin, Chaim, Die Entwicklung der hebräischen Sprache, Wiesbaden 1988.
- Kutscher, Eduard Yechezkel: A History of the Hebrew Language, Jerusalem 1982.
- Sáenz-Badillos, Angel: A History of the Hebrew Language, Cambridge 1996.
- Hoffman, Joel M., In the Beginning: A Short History of the Hebrew Language, New York/London 2004.
Weblinks
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Anmerkungen
<references/>Vorlage:Link FA
af:Hebreeus am:ዕብራይስጥ an:Idioma ebreu ang:Hebrēisc sprǣc ar:لغة عبرية arc:ܠܫܢܐ ܥܒܪܝܐ az:İvrit dili be-x-old:Іўрыт bg:Иврит br:Hebraeg bs:Hebrejski jezik ca:Hebreu ceb:Inebreo cs:Hebrejština cy:Hebraeg da:Hebraisk (sprog) el:Εβραϊκή γλώσσα en:Hebrew language eo:Hebrea lingvo es:Idioma hebreo et:Heebrea keel eu:Hebreera fa:زبان عبری fi:Heprea fr:Hébreu frp:Hèbrèo fur:Lenghe ebraiche ga:Eabhrais gd:Eabhra gl:Lingua hebrea he:עברית hi:इब्रानी भाषा hr:Hebrejski jezik hsb:Hebrejšćina hu:Héber nyelv hy:Եբրայերեն ia:Lingua hebree id:Bahasa Ibrani io:Hebrea linguo is:Hebreska it:Lingua ebraica ja:ヘブライ語 jv:Basa Ibrani ka:ებრაული ენა kab:Taɛebrit ko:히브리어 kw:Ebrow la:Lingua Hebraica lad:Idioma ebreo li:Hebreeuws lij:Lengua ebraica ln:Liébeleo lt:Hebrajų kalba ms:Bahasa Ibrani nds:Hebrääsche Spraak nl:Hebreeuws nn:Hebraisk språk no:Hebraisk oc:Ebrieu pih:Hiibruu pl:Język hebrajski pt:Língua hebraica qu:Iwriyu simi ro:Limba ebraică ru:Иврит scn:Lingua abbràica sh:Hebrejski jezik simple:Hebrew language sk:Hebrejčina sl:Hebrejščina sq:Gjuha hebraike sr:Хебрејски језик sv:Hebreiska sw:Kiebrania ta:எபிரேய மொழி tg:Забони ибрӣ th:ภาษาฮีบรู tl:Wikang Ebreo tr:İbranice uk:Гебрейська мова uz:Ivrit yi:העברעיש zh:希伯来语, adam, „Mensch“, „der von der Erde Genommene“) wurde demnach von Gott aus dem Lehm des Ackerbodens erschaffen, danach wurde ihm der Lebensatem (die ruach) eingehaucht. Adam gab den Tieren Namen, fand aber kein partnerschaftliches Gegenüber. Darauf ließ Gott Adam in einen tiefen Schlaf fallen, entnahm ihm eine Rippe bzw. Seite und schuf aus dieser sein Gegenüber Eva (hebr. Vorlage:Hebräisch, chawah, „die Belebte“). Wurde in der Erzählung bis dahin immer von „dem Menschen“ („Adam“) gesprochen, erkennt Adam („Mensch“) in der Begegnung mit dem neuen Wesen in sich den Mann („isch“) und in seinem Gegenüber die Frau („ischa“ – eig.: „Männin“).
Adam und Eva lebten zunächst im Garten Eden. Dort überredete sie die Schlange entgegen dem Verbot Gottes vom Baum der Erkenntnis zu essen. (Diese Schlange wird in der christlichen Tradition oft auf den Teufel bezogen. Diese Gleichsetzung findet sich schon in der Bibel selbst in Offb 12,9<ref>Offb 12,9: "der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan, der die ganze Welt verführt", siehe z.B. Alfed Pohl in der Wuppertaler Studienbibel zu Off 12,9 (Seite 326): "An unserer Stelle finden wir eine ausdrückliche Gleichsetzung mit der Paradiesschlange von 1 Mo 3: die uralte Schlange". </ref>). Da sich Adam und Eva nach Genuss der Früchte mit Feigenblättern bekleideten, könnte mit der verbotenen Frucht eine Feige gemeint sein, die in der Bibel als Symbol für Heilung steht. Das gängige Bild vom Apfel als verbotener Paradiesfrucht beruht nicht auf der Bibel, sondern auf einer falschen Übersetzung des lateinischen Wortes malus, das sowohl „böse“ als auch „Apfelbaum“ bedeuten kann.
Die in dem Essen der verbotenen Frucht zum Ausdruck kommende Abkehr von Gottes Geboten gilt sowohl in der jüdischen als auch in der christlichen Religion als Rebellion gegen Gott, wie auch die Rebellion des Teufels gegen Gott <ref>Freud, the Serpent and the Sexual Enlightenment of Children (engl.)</ref>. Hier als Übertrag vom Teufel auf dem Menschen, welche den Menschen in seiner seelischen Beschaffenheit veränderte. Das Christentum spricht vom Sündenfall.
Als Folge der Rebellion beschreibt die Bibel, dass Adam und Eva ihre Nacktheit erkennen, woraufhin sie sich Kleidung aus Feigenblättern anfertigen. Vor Gott versuchen sie sich zu verstecken. Zum ersten Mal ist etwas im Paradies vorhanden, was vorher nicht bekannt war: das Schamgefühl. Gott stellt sie zur Rede, woraufhin Adam die Schuld Eva zuschreibt und Eva der Schlange. Beide werden aus dem Garten Eden vertrieben. Eva muss fortan die Leiden der Kindsgeburt auf sich nehmen, Adam wird der harte und mühselige Ackerbau auferlegt. In den klassischen Worten aus Genesis 3,19:
- Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden.
kommt zudem zum Ausdruck, dass nun der Tod in die Welt getreten ist. Zwischen Eva und der Schlange und ihren jeweiligen Nachkommen wird Feindschaft herrschen.
In der biblischen Erzählung zeugt Adam nach der Vertreibung aus dem Paradies mit Eva drei Söhne: Kain, Abel und Set. Das biblische Buch Genesis 5,4 erwähnt außerdem nicht namentlich genannte Töchter und weitere Söhne. Adams gesamtes Lebensalter wird mit 960 Jahren angegeben.
Vorstellungen zu einem Stammelternpaar gibt es auch in anderen Schöpfungsberichten. So findet sich in der germanischen Mythologie die Geschichte von Ask und Embla.
Deutung
Jüdische Sicht
In der Sicht des antiken jüdischen Philosophen Philo von Alexandria hat die Rebellion die folgende Bedeutung: Es existieren zwei Schöpfungen, die des himmlischen und die des irdischen, aus Lehm geschaffenen und der Vergänglichkeit unterworfenen Menschen. Adam steht für die Vernunft, Eva für die Sinnlichkeit, die Schlange für die Lust. Der Aufstand gegen Gott entsteht durch eine Störung der betrachtenden Vernunft, wobei die Schlange als Vehikel der Versuchung dient.
Klassische christliche Sichtweise
Das Christentum entwickelt aus dem jüdischen Verständnis den Begriff der Erbsünde, sie begreift Adam als Typ und intime Identifikationsfigur des Menschen. Dieser ist, wie der Apostel Paulus im Römerbrief 5,12–21 beschreibt, wie alle Menschen und Lebewesen der Erde dem Tod und der Vergänglichkeit unterworfen. Diesem „alten (Menschentypus) Adam“ wird Jesus Christus als der eine „neue Adam“ gegenübergestellt, dessen Kreuzestod und Auferstehung ein Leben über die Mächte des Todes hinaus ermöglichen. Siehe auch Sündenfall. Dieser Interpretation wird aber nicht von der Ostkirche akzeptiert, wo die Erbsünde unbekannt ist; es heißt nur, dass der Tod durch Adam und Eva in die Welt gebracht wurde.
Darstellung im Koran
Auch der Koran kennt die Geschichte vom Sündenfall. Hier spielt Iblis (der Teufel) eine wichtige Rolle. Aus Überheblichkeit widersetzt er sich als einziger dem Befehl Gottes, sich vor Adam niederzuwerfen. Daraufhin wird er von Gott aus dem Paradies verwiesen, erbittet sich aber Aufschub bis zum Tag des jüngsten Gerichts, um nun zu versuchen, die Menschen ebenfalls abirren zu lassen – was ihm auch gelingen soll. Dies gilt im Islam als irdische Prüfung (Koran: Sure 15, Vers 34–40). Gott warnt die Menschen vor diesem Versucher, sie lassen sich aber betören und verführen (Sure 7, Vers 22).
Nach dem Koran ist Adams Sünde ein Fehltritt (Sure 2, Vers 36), nicht aber Abfall von Gott und Zerstörung der Beziehung zu Ihm. Deshalb ist die Folge auch nicht so schwerwiegend wie im biblischen Bericht: Statt der Ankündigung: „… sonst werdet ihr sterben“ (1. Mose 2,17) warnt Gott den Menschen vor Satan: „Dass er euch nur nicht aus dem Paradies vertreibt und dich unglücklich macht!“ (Sure 20, Vers 117) Durch die Sünde schadet der Mensch nur sich selber: „Unser Herr, wir haben uns selbst Unrecht getan.“ (Sure 7, Vers 23)
„Hierauf erwählte ihn sein Herr und er wandte sich ihm wieder zu und leitete ihn recht“ (Sure 20, Vers 122). Adam und Eva werden zwar aus dem Paradies vertrieben, aber ihnen wird gesagt: „Wenn dann von mir eine Rechtleitung zu euch kommt, dann haben diejenigen, die meiner Rechtleitung folgen, nichts zu befürchten und sie werden nicht traurig sein.“ (Sure 2, Vers 38f)
Psychologisch-sexualisierende Deutung contra „historisches“ Verständnis
Wenn mancherorts die Aufklärung widerrufen wird und im Kreationismus die biblische Schöpfungsgeschichte zur historischen Realität erhoben wird (ungeachtet der Vielfalt anderer Schöpfungsgeschichten mit anthropologisch ebenbürtiger Legitimation), wird das Gleichnis, das in der metaphorischen Sprache liegt, außer Acht gelassen: Adam und Eva sündigen nicht nur durch den Konsum der verbotenen Frucht, sie erlangen auch Erkenntnis: Durch den Genuss der Frucht fällt das Paradies. Dadurch werden sie sich nicht nur ihrer Sterblichkeit bewusst, sondern sie erfahren auch den Kampf ums Überleben. Man kann daher die Symbole „Schlange“ und „Frucht“ als sexuelle Symbole betrachten, die erlebte Scham ist völlig verständlich. Nachdem Adam und Eva ihre Nacktheit entdeckt haben, empfinden sie diese als Sünde gegen Gott und verhüllen sich vor ihm. Durch diesen Prozess der Erkenntnis wird überhaupt erst Schuldfähigkeit erlangt: Vor dem Genuss der Frucht waren sie uninitiiert, quasi Minderjährige; danach müssen sie sich verantworten vor Gott. Die Frage, wie lange sie vor dem Sündenfall im Paradies lebten, ist daher müßig: Solange der Baum vorhanden war, war klar, dass sie ihn im Laufe der Ewigkeit eines Tages ausprobieren würden: der Sündenfall wäre nach dieser psychologischen Sicht völlig unumgänglich.
Diese Interpretation der Schöpfungsgeschichte legitimiert sich aus der historischen Stellung der Geschichte in der Bibel: Sie ist die älteste Erzählung, möglicherweise viel älter als der Rest des alten Testaments. Unter Annahme, dass sie zwar nicht historisch ist, gleichwohl die Frage des „woher kommen wir eigentlich?“ einer nomadischen Frühkultur beantworten soll, ist verständlich, dass sie eine der wenigen Stellen der Bibel ist, die keinen Autor hat. Zu der Zeit, als diese Geschichte in die Kultur der Vor-Abrahamischen Juden einfloss, war das alttestamentliche Gottesbild noch bei weitem nicht so entwickelt, wie wir es heute begreifen können. Daher nahm diese Schöpfungsgeschichte einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Abrahamischen Religion zum Judentum und so fort. Dadurch schnitt sie allerdings ihre eigenen Wurzeln zu ihrem Verständnis ab: Dogmen entstanden, Glaubensinhalte wurden geschaffen, welche zusammen wiederum die Sicht auf die ursprüngliche Vieldeutigkeit dieser Geschichte verstellen. Um so kritischer muss man eine Forderung nach wortwörtlicher Wahrheitsbedeutung betrachten: Sie ist nicht nur höchst fragwürdig, sondern verhindert auch ein Auseinandersetzung mit dieser literarischen Leseweise. Isaac Newton behauptete 1686, dass ihm die Erkenntnis der wahren Natur der Physik durch einen Apfel gekommen sei: Der Apfel habe sich vom Stamm gelöst und habe ihn aus dem Schlaf gerissen. Man kann sich fragen, wieso es gerade ein Apfel war, der zu seiner Erkenntnis führte. Seine Gravitationstheorie wurde zu einer der Säulen der Aufklärung.
Weitere Deutung
Die Verengung des Sündenfalles auf einen nur sexuellen Vorgang stellt eine verhängnisvolle Fehldeutung dar, die zu der Verengung des Verständnisses der Sünde als des nur moralischen Fehltrittes geführt hat. In Wahrheit dürfte die Nacktheit als Bild für das vollständige Ausgeliefertsein des Menschen an Gott stehen, vor dem er nichts in Händen hat und vor dem er sich und seine Schuld bei aller Kunstfertigkeit nicht verbergen kann. Diese Erkenntnis seiner eigenen Unzulänglichkeit ist die Vertreibung des Menschen aus der Illusion des Paradieses. Siehe auch Nacktheit.
Sonstiges
Ask und Embla sind in der nordischen Mythologie das erste Menschenpaar.
Siehe auch
Literatur
- Betz, Otto, Peter Schäfer, Anders Hultgård und Friedrich Mildenberger: Art. Adam I. Altes Testament/Neues Testament/Gnosis II. Im Judentum (Peter Schäfer) III. Religionsgeschichte IV. Systematisch-theologisch. In: Theologische Realenzyklopädie 1 (1977), S. 414–437
- Flasch, Kurt: Eva und Adam Wandlungen eines Mythos, Beck, München 2004. ISBN 3406527639 (Kurze Kulturgeschichtliche Beschreibung der Geschichte der ersten Menschen)
- Hengge, Paul: Die Bibel-Korrektur: Auch Adam hatte eine Mutter. Orac & Pietsch, Wien 1979 ISBN 3853688497, ern. 1992; u.d.T. Auch Adam hatte eine Mutter. Bibelkorrektur I - Altes Testament. ab 2001 auch als book on demand ISBN 3831111480 (Zweiter Teil: Joseph aber dachte Maria zu verlassen. Bibelkorrektur II - Neues Testament. ISBN 3831111499)
Theater
- Peter Hacks schrieb 1972 sein Stück „Adam und Eva“, in dem er, in Anschluss an die Hegelsche Interpretation des Sündenfalls, diesen Stoff zu einem allgemeinen Weltbild ausarbeitet.
- „Eva & Adam“ von Patrizia Barbuiani, ein komisches Theaterstück ohne Worte, das die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, ihr Leben in einer modernen Welt, ihren Tod und schließlich ihre Rückkehr ins Paradies erzählt- Markus Zohner Theater Compagnie / Lugano, 2007
cs:Adam a Eva en:Adam and Eve es:Adán y Eva gl:Adán e Eva he:אדם וחוה hu:Ádám és Éva ja:アダムとイヴ ko:아담과 하와 lt:Adomas ir Ieva mk:Адам и Ева na:Adam me Eva nl:Adam en Eva no:Adam og Eva pl:Adam i Ewa pt:Adão e Eva ro:Adam şi Eva ru:Адам и Ева sk:Adam a Eva sl:Adam in Eva sq:Adami dhe Eva sr:Адам и Ева sv:Adam och Eva (Bibeln) ur:آدم علیہ السلام vi:Adam và Eve wa:Adan ey Eve yo:Ádámù àti Éfà
