Das Armenier Problem – Behauptungen und Tatsachen
Aus World Wide Travel Lexikon
Türkisch - Armenische Beziehungen
Die Armenier lebten unter den unterschiedlichsten Herrschaften wie der Perser, Mazedonier, Seleukiden, Römer, Parthern, Sassaniden, Byzantiner, der Araber und Türken. Es waren die türkischen Seldschuken, die die Armenier von den Grausamkeiten des Byzantinischen Reiches befreit und ihnen das Recht auf ein menschenwürdiges Leben gewährt haben, als die Armenier im Jahre 1071 unter türkische Herrschaft kamen. In der Zeit “Fatih des Eroberers” wurden den Armeniern Religions- und Gewissensfreiheit zugesichert und das armenische Patriarchat wurde errichtet, um die religiösen und gesellschaftlichen Aktivitäten der armenischen Gemeinde zu regeln.
Im Laufe ihrer gesamten Geschichte wurden die Armenier von Römern, Persern und Byzantinern von einem Ort Anatoliens zum anderen vertrieben. Sie wurden in Kriege verwickelt und öfters als Bürger der dritten Klasse behandelt. Aber nachdem die Türken Anatolien betraten, genossen die Armenier die gerechte, menschliche, tolerante und verbindende Moral und den Glauben der Türken. Die Zeit bis Ende des 19. Jahrhunderts, in dem sich diese Beziehungen entwickelten und ihren Höhepunkt erreichten, kann als "Das goldene Zeitalter der Armenier" bezeichnet werden. Unter den nicht-moslemischen Staatsangehörigen im Osmanischen Reich waren die Armenier diejenigen, die die Möglichkeiten am meisten nutzten, welche das Osmanische Reich jedem seiner fleißigen, würdigen, anständigen, fähigen und kreativen Bürger bot. Vom Wehrdienst waren die Armenier gänzlich befreit und brauchten zum Teil auch keine Steuern zu zahlen. Dies ermöglichte ihnen, im Handel, in den handwerklichen Berufen, in der Landwirtschaft und in den Verwaltungsdiensten aufzusteigen. Aufgrund ihrer Loyalität und ihrer Integration in die türkische Gesellschaft und ihres friedlichen Lebens mit dem türkischen Volk bezeichnete man das armenische Volk zu Recht als "Getreues Volk".
Die Gründung des armenischen Patriarchats in Istanbul ist ein einzigartiges Ereignis in der Geschichte. Dass Mehmed II. (Fatih der Eroberer), acht Jahre nach der Eroberung von Istanbul durch einen Erlass im Jahre 1461 das Episkopat in West-Anatolien in das Istanbuler Patriarchat umwandelte, ist ein klares Beispiel für die Zukunftsperspektive und für die Toleranz gegen andere Religionen, die von ihm und den anderen osmanischen Herrschern an den Tag gelegt wurde. Dass ein Herrscher ein Amt für ein geistliches Oberhaupt für die Angehörigen einer anderen Religion gründen lässt, gibt es in der Geschichte weder vor noch nach Fatih, dem Eroberer.
Mit folgenden Aussagen bestätigt auch der amtierende armenische Patriarch Mesrob II., wie wichtig die Gründung des Patriarchats war: "Die Bedeutung dieses vor 538 Jahren verwirklichten Ereignisses, die Bedeutung der interreligiösen und interkulturellen Toleranz können wir erst dann recht begreifen, wenn wir uns die erlebten Unruhen in der Welt und besonders die Kriegsatmosphäre in unserer Umgebung vor Augen halten, die wir zur Zeit erleben, einer Zeit, in der gerade ein neues Jahrtausend angetreten wird".
Unter den Armeniern, die in ihrer Umgebung Türkisch sprachen und sogar ihre Gottesdienste in der türkischen Sprache abhielten, gab es Personen, die viele wichtige Positionen im osmanischen Staatsdienst inne hatten. Manche von ihnen waren als Minister für öffentliche Arbeiten, als Marine-, Außen-, Finanzminister, sowie als Minister der Staatskasse, für Post- und Telegrammwesen, für Münzstätte oder als Staatssekretäre in diesen Ministerien tätig. Darunter befanden sich auch Autoren, die über die Probleme des Osmanischen Reiches Werke in türkischer Sprache und in Fremdsprachen verfasst haben.
Als jedoch das Osmanische Reich langsam seine Macht verlor, fielen die Armenier auf Versprechungen einiger Staaten herein und begannen in der Folge Aufstände und Massaker auszuüben, die Zehntausende von Türken und Armeniern das Leben kosteten. Sie versuchten immer wieder das Land zu teilen, auf dem sie seit tausend Jahren in Ruhe und Wohlstand lebten.
Seldschukische Periode
Anatolien blieb ab Ende des 7. Jahrhunderts unter der Herrschaft der Emewiden und danach bis zum Ende des 10. Jahrhunderts unter der Herrschaft der Abbasiden. Am Ende des 10. Jahrhunderts herrschten wieder die Byzantiner über ganz Anatolien.
Der byzantinische Herrscher Vasil II. war in den letzten Jahren seines Lebens in Kaukasien aktiv gewesen. Nach dem Tod von Gagik I. (990-1020) aus der armenischen Dynastie Bagratuni brach in diesem Gebiet ein Chaos aus. Diese Lage gab dem byzantinischen Herrscher die Gelegenheit eines erfolgreichen Angriffs. Er schloss einen Teil Georgiens und die Region Van an das byzantinische Reich an. Die armenische Dynastie Ani wurde der Herrschaft Ionnas Smbat, dem Sohn und Nachfolger von Gagik, unterstellt. Nach dem Tod von Ionnas wurde diese dem byzantinischen Reich angeschlossen.
Das byzantinische Reich hatte nicht nur die Siedlungsgebiete der Armenier erobert, sondern "die Kommandanten des armenischen Volkes aus ihren Häusern und Ländern vertrieben", wie der Historiker Mateos aus Urfa berichtete. Tatsächlich war die Lage für den Einmarsch der Seldschuken in Anatolien sehr günstig. Die Verteidigung der Christen in diesem Gebiet war sehr schwach und die byzantinische Armee hatte wegen innenpolitischer Diskussionen und militärischer Aufstände an Kraft verloren.
Zwischen 1047 und 1048 hatte der seldschukische Thronfolger Hasan mit Feldzügen in der Region Van begonnen. Ibrahim Yınal, der zum Generalgouverneur von Aserbaidschan bestellt wurde, setzte sich auf Befehl von Tuğrul Bey zusammen mit Kutalmış in Bewegung und besiegte 1048 in der Pasin Ebene die byzantinische Armee unter den Kommandanten Liparit, Aaron und Katalon. Nach dem Tod des byzantinischen Herrschers Konstantin Dukas (Mai 1067) ergriff Romanos Diogenes VI. die Macht, indem er die verwitwete Frau des byzantinischen Herrschers heiratete, und begann gegen die Seldschuken zu kämpfen. Jedoch konnte er nur mit großer Mühe eine Armee aus ausländischen Söldnern (Petscheneken, Oghusen, Normannen, Franken, Armenier, Slawen, Bulgaren, Deutsche, Kaspier und Georgier) zusammenstellen, weil seine eigenen Truppen geschwächt waren.
Die Armee, die der byzantinische Herrscher mobil machte, war nach islamischen und christlichen Quellen zufolge zwischen 200.000 und 600.000 Mann stark. Der byzantinische Herrscher schwor vor Antritt des Feldzuges nach Malazgirt, nach dem Krieg in Malazgirt, die Armenier auszurotten. Der byzantinische Herrscher griff am 26. August 1071 die Einheiten von Sultan Alparslan an, erlitt jedoch eine schwere Niederlage. Alparslan nahm den byzantinischen Herrscher gefangen und schickte Diogenes, mit dem er Frieden geschlossen hatte, zeremoniell nach Istanbul zurück, wo er den Thron besteigen sollte.
Der Historiker Mateos aus Urfa, der sich Augenzeugen angehört und die Vorfälle auf Papier übertragen hatte, schrieb über das Vorgehen der Byzantiner gegen die Armenier in der Byzanz folgendes:
"... Sie (die Römer) unterwarfen den Katholikos (Haçik) wegen seiner Konfession unglaublichen Foltern. Wie wir gehört haben, warf man ihn ins Feuer, er jedoch kam lebend und heil aus den Flammen hervor."
"Nach zwei Jahren (993-994) zog der Herzog von Rom mit einem großen Heer gegen die Armenier, überfiel die Christen, tötete viele und nahm sie gefangen. Er verbreitete wie eine Giftschlange überall den Tod und nahm damit die Stelle des Heidenvolkes ein."
Wie behandelten die Türken die Armenier, die zusammen mit den Byzantinern gegen die Türken kämpften? Hatten sie sie verachtet, wie es die Byzantiner getan hatten? Hatten sie sie tyrannisiert, oder ihre Kirchen und Klöster niedergebrannt? Mateos aus Urfa beschreibt die Toleranz gegenüber den Nichtmuslimen unter der Herrschaft der Seldschuken, insbesondere gegenüber den Armeniern, wie folgt:
"Der armenische Katholikos Barseg besuchte 539 (27. Februar 1090 - 26. Februar 1091) den Welteroberer Sultan Melikşah. Der Katholikos sah, dass in einigen Orten Druck auf die Christen ausgeübt wurde, von der Kirche Gottes und den Geistlichen Steuern verlangt wurden und auf die Bischöfe in den Klöstern Druck ausgeübt wurde, damit sie Steuern zahlten. Er beschloss, vor den hochherzigen Sultan der Perser und aller Christen zu treten und ihm diese Lage zu schildern. Der Sultan empfing Senior Barseg, kam ihm mit großer Huld entgegen und erfüllte seine Wünsche. Der Sultan befreite alle Kirchen, Klöster und Geistliche von den Steuern, gab dem armenischen Katholikos mehrerer seiner Erlasse mit und verabschiedete ihn mit großer Freundlichkeit."
Wie auch aus diesen Äußerungen zu entnehmen ist, zeigten die seldschukischen Türken den Armeniern und anderen nicht muslimischen Mitbürgern gegenüber eine Toleranz, die bei den Byzantinern nicht gefunden werden konnte, und machten es ihnen möglich, ihre Religion und ihr soziales Leben zu wahren. Diese Haltung wurde auch in der Zeit der anatolischen Seldschuken fortgesetzt. Ungeachtet der weiten Toleranz ist jedoch auch bekannt, dass die Armenier zeitweilig hinter den Byzantinern und während der Kreuzzüge an der Seite der Kreuzritter gestanden haben.
QUELLE: Yıldırım, Dr. Hüsamettin, Ermeni Iddiaları ve Gerçekler (Armenische Behauptungen und Tatsachen), Ankara, 2000.
Osmanische Periode
In den ersten Jahren der Gründung des Osmanischen Reiches lebten die Armenier mehrheitlich in der Çukurova, in Ostanatolien und in kleinen Königreichen und Fürstentümern Kaukasiens. Sie standen unter der Verwaltung des iranischen, byzantinischen, georgischen und seldschukischen Staates oder unter der Herrschaft kleinerer Staaten und Fürstentümer.
Die ersten Beziehungen der Armenier mit den Osmanen begannen im westlichen Gebiet Anatoliens, wo sie eine Minderheit darstellten. Nachdem Osman Gazi Bursa zur Hauptstadt ernannte, wurde die Mehrheit der Armenier und der Amtssitz des obersten Geistlichen der Armenier von Kütahya nach Bursa verlegt.
Nachdem Fatih Sultan Mehmet 1453 Istanbul eroberte, ließ er den geistlichen Führer der Armenier Hovakim von Bursa nach Istanbul rufen und ermöglichte mit seinem im Jahre 1461 herausgegebenen Erlass die Gründung des armenischen Patriarchats. Als Yavuz Sultan Selim zwischen 1514 und 1516 den Süden Kaukasiens sowie Ostanatolien eroberte, wurden auch die Armenier dieser Gebiete in die armenische Gemeinde aufgenommen und dem Patriarchat in Istanbul angeschlossen.
Da die Armenier sahen, dass ihnen seitens des Osmanischen Reiches Interesse gezeigt wurde, wie kein anderer fremder Staat oder Herrscher es ihnen in ihrer Geschichte bislang zukommen ließ, verbündeten sie sich aufrichtig mit dem osmanischen Staat. Aus diesem Grund wurde die armenische Gemeinde, die sich durch Zuwanderung vieler Armenier nach Istanbul in kurzer Zeit bildete, zu einer der wohlhabendsten Gemeinden der Welt.
Während der 350-jährigen Periode zwischen der Herrschaftszeit von Fatih Sultan Mehmet bis zu der Herrschaftszeit von Mahmut II. griffen die Osmanen keineswegs in die gesellschaftlichen und religiösen Angelegenheiten der Christen und der Armenier ein. Mit der Hilfe der Amira genannten armenischen Bankiers, Händler und Staatsbeamten wurden mehrere Schulen, Druckereien, Bibliotheken gegründet und zahlreiche jugendliche Armenier für ein Studium nach Europa geschickt. In dieser Periode konnten die unter russischer Herrschaft lebenden Armenier von diesen Rechten nicht Gebrauch machen.
Der armenische Patriarch Nerses schrieb 1876 in seinem Brief an den Ausschuss des Rates für Staatsbürgerschaft: "Die armenische Nation hat die Wahrung ihrer Existenz als Nation, ihrer Kirche, Religion, Geschichte und kulturellen Werte dem Schutz, der Hilfen und dem Wohlwollen der türkischen Regierung gegenüber dem armenischen Volk zu verdanken. Das Schicksal hat die Armenier an die Türken gebunden. Deswegen können sich die Armenier in Zeiten des Krieges und schwerer Prüfungen des Staates nicht gleichgültig verhalten. Im Gegenteil sind sie gezwungen, dem Staat zu helfen. Jeder Armenier, der sein Vaterland liebt, muss dem Staat helfen und den besten Dienst und die beste Unterstützung der Armenier zeigen." Somit hob der armenische Patriarch hervor, dass die Armenier durch ihre Rechte, über die sie verfügten, im osmanischen Staat ihre Identität bewahren konnten.
Der osmanische Staat hatte durch den sogenannten Gülhane Erlass des Sultans seine versprochenen Reformen bekanntgegeben, jedoch waren die Minderheiten mit den neu zuerkannten Rechten nicht zufrieden. Mit den Reformen wurde den nicht muslimen Minderheiten die Wehrpflicht auferlegt. Sie konnten aber künftig als Beamte im staatlichen Dienst arbeiten sowie zivile und militärische Schulen besuchen. Auf dieser Grundlage ließen die Armenier das aus 99 Artikeln bestehende Statut des armenischen Volkes, das 1863 in Kraft trat, von der osmanischen Regierung bestätigen.
Wie alle anderen nicht muslimischen Minderheiten, wurden auch die Armenier als Bürger erster Klasse behandelt. Sie waren nicht wehrpflichtig, hatten besonders im Handel Schlüsselpositionen besetzt, so dass sie großes Ansehen unter der Bevölkerung genossen und wohlhabend wurden.
Die Treue der Armenier gegenüber dem osmanischen Staat, die Annahme der türkischen Traditionen sowie die türkische Sprache, die sie gut beherrschten, machten es den Armeniern möglich, dass sie offizielle Ämter bekleideten. So konnte zum Beispiel im 16. Jahrhundert der armenischstämmige Mehmet Paşa bis zum Amt des Wesiren aufsteigen. Im 18. Jahrhundert waren die Juweliere des osmanischen Palastes Angehörige der Familie Düzyan aus Divrik, die später zum zuständigen Minister für die Münzstätte ernannt wurden. Angehörige der Familie Sasyan waren Palastärzte. Im 19. Jahrhundert stammten die zuständigen Minister für die Münzstätte aus der Familie Bezciyan. Im 19. Jahrhundert sowie während und nach der Herrschaftszeit von Abdülhamit fungierten Armenier als Beamte im Außenministerium sowie als Minister. Es gab ferner mehrere armenische Berater der osmanischen Staatsmänner.
Die Armenier waren, nicht wie behauptet, eine dem Völkermord ausgesetzte Bevölkerungsschicht, sondern eine Gruppe, die jegliche Ämter des Staates bekleidete und jegliche Berufe ausübte.
Die auffallendste Erklärung über die osmanisch-armenischen Beziehungen kam vom Führer der armenischen Gemeinde in der Türkei. Der armenische Patriarch Mesrob ll. sagte in seiner Rede während einer Rezeption im Istanbuler Hilton Hotel am 22. Mai 1999 folgendes:
"Wir stehen kurz vor dem 3. Jahrtausend. Wir werden den Beginn einer dritten Periode in der Menschheitsgeschichte feiern. Ich finde, dass dies eine Gelegenheit für uns alle ist. Die Gelegenheit dafür, unsere Zukunft im Rahmen der Einheit der Kontinente, Kulturen und Völker zu gestalten...
Alle sehnen sich nach einer Welt, in der Menschenleben, individuelle Rechte und Freiheiten respektiert werden, die gerecht und fern von jeglicher Gewalt ist.
Der bevorstehende Wendepunkt ist nicht nur eine einmalige Gelegenheit, sondern auch eine schwere Prüfung für uns. Das 2. Jahrtausend, das wir bald hinter uns haben werden, war geprägt von tragischen Ereignissen.
Trotzdem gibt es auch unzählige Ereignisse aus dieser Periode, an die wir uns noch in den kommenden Jahrtausenden mit Respekt erinnern und sie feiern werden.
Genau wie die Feier von heute...
Die Gründung des armenischen Patriarchats in Istanbul ist ein historisch beispielloses Ereigniss. Die Umwandlung des armenischen Bistums in Westanatolien, im Jahre 1461, also acht Jahre nach der Eroberung Istanbuls, durch einen Erlass von Fatih Sultan Mehmet, in das Istanbuler Patriarchat, ist ein offenes Beispiel der Vision Fatihs und der osmanischen Sultane sowie ihrer Toleranz gegenüber anderen Religionen.
Im Laufe der Geschichte hat es weder vor noch nach Fatih einen Herrscher gegeben, der einem bestimmten Glauben angehörte und für die Gläubigen einer anderen Religion ein Amt für den höchsten Geistlichen einrichtete. Falls wir zu Beginn des Millenniums die weltweiten Spannungen und besonders die Kriegsatmosphäre in unserer Umgebung in Acht nehmen, können wir den Wert dieses Ereignisses vor 538 Jahren, die Bedeutung der Toleranz zwischen Religionen und Kulturen, besser verstehen.
Mit Dank gedenken wir an Fatih Sultan Mehmet, der das Leben der armenischen Bevölkerung innerhalb der osmanischen Grenzen nach den Traditionen und Bräuchen dieser Bevölkerung gestaltete, an alle Staatsmänner, die die gleiche Linie wie Fatih verfolgt haben, sowie an unsere 83 Patriarchen, die - beginnend mit dem Patriarchen Hovagim aus Bursa im Jahre 1461 - an der Spitze des armenischen Patriarchats in Istanbul gestanden haben.
Wir, die in der Türkei lebenden Armenier, glauben als größte christliche Gemeinde in unserem Land, an die glänzende Zukunft der Türkischen Republik, deren 75. Bestehungsjahr wir feiern und blicken mit Hoffnung in die Zukunft."
EINIGE DER ARMENISCHEN MITARBEITER IM OSMANISCHEN STAAT
- Agop Gırcikyan Berater des ersten Botschafters (Reşid Paşa) des Osmanischen Reiches in Paris. Geschäftsträger der osmanischen Botschaft in Paris (1834-)
- Krikor Agaton Generaldirektor des osmanischen Postamtes (1864)
- Beamter im Außenministerium (1848-1850)
- Sahak Abro Generalsekretär im Außenministerium (1850-)
- Sebuh Laz Sekretär in der türkischen Botschaft in Minas-Paris (1863)
- Krikor Odyan Direktor der Rechtsabteilung im Außenministerium (1870)
- Serkis Efendi Generalsekretär im Außenministerium (1870-1871)
- Ovakim K. Reisyan Richter des Gerichts der Ortschaft Vize bei Istanbul / Richter des Vorführungsgerichtes der Insel Chios ( 1885 )/ Richter des Vorführungsgerichtes der Insel Rhodos (1887)
- Artin Dadyan Paşa Staatssekretär im Außenministerium
- Diran Aleksan Bey Türkischer Botschafter in Belgien (1862), Inspektor der Post
- Yetvart Zohrab Efendi Botschafter in London
- Hırant Düz Bey Botschafter in Mesine (Italien 1900-1907)
- Hovsep Misakyan Efendi Botschafter in Den Haag (1900-1907)
- Sarkis Balyan Türkischer Konsul in Bergkarabakh und Italien
- Azaryan Manuk Efendi Staatssekretär im Außenministerium
- Kapriyel Noradunkyan Außenminister im Kabinett von Gazi Ahmet Muhtar Paşa (1912)
- Agop Kazazyan Paşa Finanzminister / Minister für die Privatkasse des Palastes
- Mikael Portukal Paşa Staatssekretär im Finanzministerium (1886) / Generaldirektor der Ziraat Bank / Minister für die Privatkasse des Palastes
- Sakız Ohannes Paşa Generalsekretär im Außenministerium (1871), Minister für die Privatkasse des Palastes (1897)
- Garabet Artin Davut Paşa Botschafter in Wien (1856 - 1857), Gouverneur der Provinz Libanon (1861), Postminister und Minister für öffentliche Arbeiten
- Krikor Sinapyan Minister für öffentliche Arbeiten
- Krikor Ağaton Generaldirektor der Post
- Jorj Serpos Efendi Generalsekretär der türkischen Telegrammanstalt (1868)
- Osgan Mardikyan Lehrer der Hochschule für Verwaltungsbeamte
- Tomas Terziyan Lehrer der Hochschule für Verwaltungsbeamte
- Nişan Guğasyan Lehrer der Hochschule für Verwaltungsbeamte
- Tavit Çıracıyan Lehrer der Hochschule für Verwaltungsbeamte
- Krikor Zohrab Abgeordneter aus Istanbul
- Bedros Hallacıyan Abgeordneter aus Istanbul
QUELLEN: 1) Türk Devleti Hizmetindeki Ermeniler (1453-1953), Priester Komidos Çarkçıyan, Istanbul, 1953 2) British Documents on Ottoman Armenians (Band 4), 1983, 1989, 1990, Anstalt für Türkische Geschichte 3) Osmanlı Idaresinde Ermeniler, Nejat Göyünç, 1983 4) Symposium zum Titel "Die Beziehungen der Türken zu der armenischen Gesellschaft in der Geschichte", an den Universität Atatürk, 1985 5) Beiträge und Reden bei der Tagung unter dem Motto "Armenier in der türkischen Geschichte, Universität 9 Eylül, 1985 6) Osmanlı Ermenileri (Osmanische Armenier), Bilal Şimşir, 1986 7) Osmanlı Arşivleri ve Ermeni Sorunu (Osmanische Archive und die Armenier Frage), Türkkaya Ataöv, 1989
Periode des ersten Weltkrieges
Die armenischen Komitees betrachteten die Verwicklung der Osmanen in den Krieg gegen England, Frankreich und Rußland am 1. November 1914 als eine gute Gelegenheit. Armenier, die Regimente aus Freiwilligen gründeten und sich der russischen Seite anschlossen, marschierten gemeinsam mit den russischen Besatzungskräften in Ostanatolien ein. In verschiedenen Teilen Anatoliens wurden Aufstände angestiftet, den osmanischen Einheiten wurde in den Rücken gefallen, und das zivile türkische Volk massakriert. Das Massaker richtete sich nicht allein auf die Türken, es wurden auch die um Trabzon lebenden Griechen sowie Juden um Hakkari von den Armeniern massakriert.
Kurz, bevor der osmanische Staat in den Krieg verwickelt wurde, trat das armenische Komitee Taschnaksutyun im Juni 1914 in Erzurum zusammen und fasste die folgenden Beschlüsse:
"In Beachtung der widersprüchlichen Politik der Regierung unter der Partei für Einheit und Fortschritt gegenüber den Armeniern in den Bereichen Soziales, Wirtschaft und Verwaltung, in Betracht auf ihre unverlässliche Haltung bei der Durchführung von Druck und Reformen, beschließt der Taschnaksutyun Kongress, weiterhin gegen die Partei für Einheit und Fortschritt in der Opposition zu bleiben, das politische Programm zu kritisieren und einen harten Kampf gegen die Partei und gegen alle ihre Mitglieder einzuleiten."
Kurz nachdem die Osmanen die Mobilmachung ausgerufen hatten, veröffentlichten die in Marseille lebenden türkischen Armenier am 5. August 1914 eine Erklärung, die in verschiedenen Zeitungen erschien. Hier einige Zitate daraus:
"Die russischen Armenier werden an der Seite der Moskauer Armeen ihre Aufgaben erfüllen, um sich für die Verunglimpfung der Leichen unserer Gebrüder zu rächen. Und nun zu uns, den unter der türkischen Tyrannei lebenden Armeniern... Die Waffe keines Armeniers darf sich gegen unsere zweite Heimat Frankreich und gegen die Verbündeten und Freunde dieses Staates richten."
(...)
”Die Türkei ruft euch unter die Waffe, ohne zu sagen, gegen wen diese Waffen gerichtet werden sollen. Geht und schließt euch freiwillig den Armeen Frankreichs oder dessen Verbündeten an, um die Armeen von Wilhelm ll. niederzuschlagen, dessen Eisenbahngleise über die Leichen von 300.000 unserer Gebrüder und Geschwister führt..."
Fast in allen Quellen ist die Kollaboration der Armenier mit den Russen erwähnt.
Philips Price sagte zu diesem Thema folgendes:
"... Als der Krieg ausbrach, nahmen die Armenier in diesem Gebiet (Ostanatolien) heimlich Kontakt zu russischen Zuständigen in Kaukasien auf. Mit Hilfe einer illegalen Struktur wurden aus türkischen Provinzen Freiwillige für die russische Armee geschickt..."
Rafael de Nogales schreibt folgendes:
"Als die Feindseligkeit auch praktisch begann, wechselte der Abgeordnete aus Erzurum, Garo Pasdermichan (Pastırmaciyan) gemeinsam mit fast allen armenischen Offizieren und Soldaten des dritten Armeekorps auf die russische Seite über. Kurze Zeit später kehrte er mit den Soldaten zurück, begann Dörfer niederzubrennen und alle unschuldigen Muslimen grausam zu ermorden. Gegenüber diesen blutigen Gräueltaten lösten osmanische Funktionäre armenische Soldaten und Gendarmen, die wohl noch nicht von der Armee fliehen konnten, von der Waffe ab und verlegten sie in Bataillons, die im Straßenbau und Gütertransport arbeiteten. "
Clair Price schreibt folgendes:
"Gemäß der Verfassung von 1908 hatte die Regierung unter Enver Paşa das Recht, ebenso wie die Türken auch die Armenier unter die Waffe zu rufen. Doch begann sofort ein bewaffneter Widerstand, insbesondere in Zeytun. Entlang der östlichen Grenzen begannen die Armenier auf die russische Seite überzuwechseln. Die Regierung unter Enver zweifelte an der Treue des Rests der armenischen Offiziere und Soldaten und verlegte sie in Arbeitsbataillons."
Die osmanische Regierung rief am 3. August die Mobilmachung aus. Die in Zeytun lebenden Armenier lehnten die osmanische Verwaltung ab und gründeten ein Zeytun Regiment aus Freiwilligen, welches das Gebiet selbst verteidigen sollte. Da aber diese Forderung abgelehnt wurde, brach am 30. August der Aufstand aus. Rund 60 Aufständische wurden samt ihrer Waffen gefasst und eine Zeit lang herrschte Ruhe. Doch im Dezember begannen in Zeytun erneut Angriffe gegen Verwaltungsbeamte und Gendarmen.
So sah es im Mai 1915 im Inland aus, wobei die Russen in Ostanatolien vorrückten, englische und französische Flotten an die Dardanellen drängten und im Süden die sogenannte Kanal-Offensive anhielt. In Zeytun, Van und Muş war es zu Aufständen gekommen. In Folge des Aufstandes in Van war die Stadt unter russische Besatzung geraten. In Zeytun und Muş hielt der Aufstand noch an. Überall im Land gab es Fahnenflüchtige, Banden verübten Anschläge. Da fast alle türkischen Männer im Krieg waren, hatten die Armenier großen Spielraum. Der Staat musste auf einer Seite Krieg führen und auf der anderen Seite Aufständen niederschlagen. In einer solchen Lage war der osmanische Staat gezwungen, die Umsiedlung zu beschließen. (1)
Es gibt einen weiteren, während des Krieges gefassten Beschluss über die Armenier, wobei es um das Patriarchat geht. Mit dem Regierungsbeschluss, der am 10. August 1916 im amtlichen Blatt Takvim-i Vekayi veröffentlicht wurde, wurde die Verbindung der armenischen Kirchen in der Türkei mit Eçmiyazin abgebrochen. Die Bistümer in Sis und Akdamar wurden vereinigt und der Hauptsitz wurde nach Jerusalem verlegt. Das Istanbuler Patriarchat wurde diesem Zentrum angeschlossen. Der Patriarch in Istanbul durfte nur Kontakt zum Ministerium für Konfessionen aufnehmen. Der Beschluss regelte ferner die Wahl des Patriarchen und der Räte neu. (2)
QUELLEN: 1) Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK Verlag, Ankara, 1983, S. 193-209 2) Gürün, ogW., S. 229
Stellung der Armenier bei den Abkommen von Sevres und Lausanne
Der Friedensvertrag von Sèvres, der nach der Niederlage des osmanischen Staates im Ersten Weltkrieg unterzeichnet wurde, hatte den Armeniern neue Hoffnungen gegeben. In diesem Vertrag wurde vorgesehen, dass Armenien als ein freier und unabhängiger Staat anerkannt wurde. Die Landesgrenzen sollte der amerikanische Präsident Wilson bestimmen. Doch der Friedensvertrag von Lausanne, der den Vertrag von Sèvres für nichtig erklärte, und am 24. Juli 1923 die Türkische Republik gründete, beinhaltet keinen Artikel über die Armenier.
Ende 1920, nachdem die Türken an der südostanatolischen Front Erfolge erzielt hatten, rief der Völkerbund-Vertreter Englands, Lord Robert Cecil, die Generalversammlung zusammen, um Maßnahmen zu treffen, damit die Lage der Armenier verbessert und sie vor den angeblichen Gefahren denen sie konfrontiert waren, geschützt werden konnten. Bei dieser Versammlung wurde die Gründung eines Ausschusses beschlossen, der die Armenier-Frage sofort lösen und den Konflikt zwischen Armeniern und Türken beilegen sollte.
Am 27. Februar 1921 trat in London eine Konferenz zusammen. Bei dieser Konferenz wurden auch die armenischen Delegierten Bogos, Nubar und Ahrungen angehört. Diese Delegierten beharrten darauf, dass der Friedensvertrag von Sèvres nicht annulliert wurde und listeten eine Reihe von Gründe dafür auf. Die armenischen Delegierten forderten eine Autonomie für Zilizien. Der französische Delegierte unterstrich, dass die Änderung der Lage in Zilizien sehr schwer sei, sagte aber zu, dass die französische Regierung den Minderheiten in diesem Gebiet Bedeutung beimessen werde. Eine der wichtigsten Ergebnisse der Konferenz war, dass anstelle der Gründung des "unabhängigen Armeniens", die Gründung einer Heimat für Armenier in Ostanatolien beschlossen wurde.
Bei der Konferenz in London kam ein neuer, unbekannter Begriff, und zwar das Wort “Heimat” auf die Tagesordnung. Dieser Begriff wurde von den amerikanischen Missionaren erfunden, um den Armeniern, die unter der Herrschaft der Türkei lebten, Autonomie zu gewähren. Der Völkerbund beschloss am 21. September 1921, dass dieser "Heimat" genannter Teil, von der Türkei getrennt und unabhängig werden sollte.
Die armenischen Delegierten widersprachen diesem Beschluss, weil sie ein unabhängiges, vereinigtes und einheitliches Armenien gründen wollten. 1922 versammelten sich die Außenminister von England, Frankreich und Italien in Paris und erörterten die armenische Heimat, deren Gründung bei der Londoner Konferenz im März 1912 beschlossen worden war. Die betreffende Resolution des Völkerbundes sollte befolgt werden. Doch zuvor, waren am 16. März 1921 das Abkommen von Moskau, am 13. Oktober 1921 das Abkommen von Kars zwischen Türken und den kaukasischen Republiken, am 20. Oktober 1921 das Abkommen von Ankara mit den Franzosen unterzeichnet worden. Man verstand, dass Zilizien den Türken überlassen werden sollte.
Lord Curzon sagte im April 1921 vor dem englischen Oberhaus, "die Mehrheit in Zilizien bestehe aus Muslimen und Türken. Zilizien könne den Türken abgetreten werden." Dagegen wurde jedoch im Namen der Minderheiten von Zilizien auf der Pariser Friedenskonferenz protestiert.
Am 26. März 1922 trafen die Außenminister von Italien, Frankreich und England in Paris zusammen. Die Rechte, die durch den Vertrag von Sèvres den Armeniern zuerkannt worden waren, wurden für nichtig erklärt und zum ersten Mal kam bei der Londoner Konferenz ein Projekt über die Gründung einer nationalen armenischen Heimat, anstelle eines unabhängigen Armeniens auf die Tagesordnung. England schlug vor, diese nationale Heimat in Zilizien zu gründen, wobei sich die Franzosen für Ostanatolien aussprachen. Kurzgefasst wurden bei dieser Konferenz die folgenden Beschlüsse getroffen:
"Die Lage der Armenier, die entsetzlichen Katastrophen, denen sie ausgesetzt sind sowie ihre Unterstützung der alliierten Staaten während des Krieges, müsse beachtet werden. Für den Schutz und die Lösung der Probleme der Armenier muss eine nationale Heimat gegründet werden. Für die Gründung dieser Heimat muss der Völkerbund um Hilfe gebeten werden."
Die Außenminister der alliierten Staaten, die in Paris zusammentrafen, verzichteten somit auf ihre Forderungen im Friedensvertrag von Sèvres sowie bei der Londoner Konferenz und übertrugen das Thema dem Völkerbund.
Nach dem Sieg der türkischen Armee, der am 26. August 1922 an der Westfront begann und am 30. August 1922 mit der Feldschlacht des Oberkommandierenden zu Ende ging, wurde am 11. Oktober 1922 das Abkommen von Mudanya unterzeichnet. Die Delegierten der Türkischen Republik wurden zu der am 28. Oktober 1922 im schweizerischen Lausanne stattzufindenden Friedenskonferenz eingeladen.
Die Armenier-Frage wurde in Lausanne unter der Schlagzeile "Minderheiten-Probleme" in die Hand genommen. In den Artikeln wurden über die Minderheiten die folgenden Behauptungen aufgestellt:
a. Die in der Türkei lebenden Minderheiten werden in Themen wie Religion oder Sprache einige Rechte erhalten, welche vom Völkerbund kontrolliert werden sollen. b. Christen werden nicht den Wehrdienst ableisten, dagegen aber eine bestimmte Summe von Geld bezahlen. c. Die Prioritäten in der Religion und Konfession werden gewahrt. d. Für die Minderheiten muss eine Generalamnestie ausgerufen werden. e. Minderheiten müssen eine Freizügigkeit genießen. f. Die umgesiedelten Armenier müssen in ihre ursprünglichen Orte zurückkehren dürfen. g. Die Armenier müssen in Ostanatolien oder in Zilizien eine Heimat bekommen.
Am 13. Dezember 1922 sagte Lord Curzon in seiner Rede während der Debatten über den Schutz der Minderheiten folgendes:
"Jetzt werde ich ihnen über die Armenier erzählen. Dieses Volk verdient es, nicht allein wegen der Grausamkeiten, denen sie seit einigen Generationen ausgesetzt sind, sondern auch wegen des Versprechens über Selbstbestimmungsrecht für ihre Zukunft, beachtet zu werden.
In der Sozialistischen Sowjetrepublik Eriwan, sitzt heute eine armenische Regierung. Wie ich gehört habe, gibt es dort 1.250.000 Armenier. Wegen der aus allen Teilen strömenden Einwanderer, gibt es dort keinen Platz mehr für andere. Auf der anderen Seite haben die Armenier in Kars, Ardahan, Van, Bitlis und Erzurum Schäden erleiden müssen.
Als die Franzosen sich aus Zilizien zurückzogen, folgte das armenische Volk aus Angst der französischen Armee. Heute befinden sich diese Menschen in Iskenderun, Aleppo, Beirut sowie entlang der türkisch-syrischen Grenze. Ich glaube, von den rund drei Millionen Armeniern in Anatolien sind heute nur noch 130.000 zurückgeblieben. Die Mehrheit von ihnen, ist nach Kaukasien, Rußland, in den Iran und in andere Nachbarstaaten gegangen. (...) Ich glaube, wir müssen zusätzliche Artikel in den Vertrag aufnehmen, um die Armenier, deren Zahl künftig sowohl in Anatolien als auch im europäischen Teil der zukünftigen Türkei wachsen wird, zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten.
Nun möchte ich ihnen über die Forderungen der Armenier und der Armenier Freunde zur Gründung einer armenischen Heimat erzählen. Es ist natürlich, dass die Armenier auf eigenem Boden leben wollen. Die Territorien der armenischen Republik reichen jedoch nicht aus. Aus diesem Grund wird für die Armenier in der Türkei, im Nordosten oder im Südosten Ziliziens Boden verlangt. Die jüngste Lage hat die Erfüllung dieser Forderungen schwieriger gemacht. Doch würden uns die Einstellungen der türkischen Delegierten zu diesem Thema sehr interessieren."
Lord Curzon forderte die Gründung eines Unterausschusses zur detaillierten Untersuchung dieser Frage und zur Unterbreitung von konkreten Vorschlägen. Auch M. Barer und Marki Garoni brachten ihre betreffenden Meinungen zur Sprache.
Der Vorsitzender der türkischen Delegation, Ismet Inönü, gab mehrere Informationen, wobei er sich auf Dokumente stützte und sagte folgendes:
"Das türkische Volk und die türkische Regierung haben erst am Ende ihrer Geduld Maßnahmen zur Unterdrückung der Aufstände ergriffen und eingegriffen. Die Verantwortung für jegliche schlechten Ereignisse, denen die Armenier in der Türkei ausgesetzt waren, tragen die Armenier selbst. Die Vorfälle von Adana im Jahre 1909 sowie die Aufstände in mehreren anatolischen Provinzen während des Krieges, sind eine grausame Fortsetzung dieser Tragödie. Wie auch aus den eben erwähnten Ereignissen zu entnehmen ist, haben die Türken niemals die Rechte der Nichtmuslimen im Osmanischen Reich geleugnet, solange sie den guten Willen der Führer des Staates, in dem sie seit Jahrhunderten in Frieden und Wohlfahrt gelebt haben, nicht missbraucht haben. Die jüdische Gemeinde, die bislang nicht eine einzige Beschwerde über ein unmenschliches Vorgehen der türkischen Regierung und des Volkes gefunden hat, ist ein weiterer Beweis dafür, dass die Ursache der traurigen Vorfälle im Zusammenhang mit den Griechen und den Armeniern, den Griechen und Armeniern selbst zuzurechnen ist. Die Geschichte rät uns, zwei wichtige Faktoren im Minderheiten Problem nicht außer Acht zu lassen.
Erstens: Der Willen einiger Staaten, unter dem Vorwand des Schutzes der Minderheiten, sich in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen, die Minderheiten zu Unruhe und Chaos aufzuhetzen. Zweitens: Die innenpolitischen Entwicklungen, zu denen es kommt, nachdem die Minderheiten ermutigt werden und versuchen, einen unabhängigen Staat zu gründen.
Nun zu den Armeniern: Die durch zusätzliche Abkommen verstärkten Beziehungen zwischen der Türkei und der armenischen Republik, schließen die Möglichkeit einer Umzingelung aus. Auf der anderen Seite müssen die Armenier, die sich für einen Verbleib in der Türkei entschieden haben, einsehen, dass sie als gute Bürger leben müssen. Die Delegierten der Großen Türkischen Nationalversammlung vertreten die folgende Meinung:
a. Die Verbesserung der Lage der in der Türkei lebenden Minderheiten hängt vor allem von der Einstellung jeglicher ausländischer Aufhetzung ab. b. Um dies zu erreichen, ist ein Austausch zwischen dem türkischen und griechischen Volk unvermeidbar. c. Die beste Garantie für die Sicherheit und den Fortschritt der Minderheiten, die vom Austausch ausgeschlossen sind sowie für alle religiösen Gemeinden, die nach Gesetz oder Staatsbürgerschaft unabhängig sind, wird die Garantie der Türkei sein.
Die armenischen Delegierten waren enttäuscht, da im Lausanner Friedensvertrag die Probleme der Armenier nicht erwähnt wurden. Da die Bemühungen der Ententestaaten um die Armenier in Lausanne zu keinem Ergebnis führten, verteilten die armenischen Delegierten den Teilnehmern der Konferenz in Lausanne ein Kommuniqué. Darin hieß es zusammengefasst wie folgt:
"Die armenischen Delegierten verstehen aus den Erklärungen der Ausschüsse der Lausanner Konferenz sowie aus den Prognosen der Presse über den Friedensvertrag, dass die Ententestaaten die Armenier im Stich gelassen haben. Wir möchten unterstreichen, dass sie die Lage der Armenier verschlechtert hat, dass die Armenier Frage nicht gelöst werden konnte.
In den Friedensabkommen von Versailles und Sèvres, bei der Londoner Konferenz 1921, bei den Treffen in Paris 1922, waren Beschlüsse zur Rettung einiger Minderheiten im Osmanischen Reich sowie für die Schaffung einer Heimat für die Armenier gefasst worden. Es konnte jedoch nichts vereinbart werden, was zur Einhaltung der Versprechen in Lausanne führen konnte, obwohl die Armenier während des Krieges als kriegerische Kraft und nach dem Krieg als Verbündete anerkannt worden waren. Unter diesen Bedingungen bitten wir als armenische Delegierte und im Namen aller Armenier die Staaten noch ein Mal, eine gerechte Lösung für die Leiden der Armenier zu finden. Ein solcher Frieden kann im Osten nicht dauerhaft sein."
Der Delegationsvorsitzende der armenischen Republik, A. Aharonyan, wandte sich am 9. August 1923 an den Völkerbund und forderte die Gemeinschaft auf, die Armenier Frage auf ihre Tagesordnung zu nehmen, da die Existenz der Armenier im Lausanner Friedensvertrag nicht anerkannt worden sei. Am 9. August 1923 entsandten Armenier an die Vertretungen der alliierten Staaten eine Protestnote, und betonten darin, im Lausanner Friedensvertrag seien die Armenier außer Acht gelassen worden. Der Vertrag sei unterzeichnet worden, als ob es die Armenier gar nicht gebe. Dieser Vertrag werde nicht zum Frieden und zur Gerechtigkeit beitragen und die Armenier würden sich dagegen wehren. (*)
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, S. 422-438
Zeitspanne seit dem Abkommen von Lausanne bis zur Gegenwart
Die Armenier, die im Lausanner Friedensvertrag, welcher die Armenier Frage gänzlich aufhob, von den alliierten Staaten im Stich gelassen wurden und verstanden, dass sie ihre Ansprüche in der Türkei nicht verwirklichen konnten, wandten sich erneut an die Russen. Die Armenier betrachteten die Russen als historische Feinde der Türken und rechneten mit der russischen Politik, an die südlichen Meere zu gelangen, wobei Russland sie unter allen Bedingungen schützen sollte. Auf der Basis dieser Gedanken arbeiteten die Armenier ein Programm aus und legten die folgenden Prinzipien als Arbeitspunkte fest:
a. Die Festigung der Wirtschaft und Kultur der armenischen sowjetischen Republik separat vom zentralen Regime. b. Die Wahrung und Belegung nationaler Gefühle, der Religion, Sprache, Kultur und Ziele der weltweit verstreut lebenden Armenier. c. Die Fortsetzung der armenischen Forderungen und Behauptungen in den europäischen Staaten und im Völkerbund, wobei jede Gelegenheit ausgenutzt werden soll. d. Spenden für das armenische Volk und für armenische Einwanderer über Wohltätigkeitsorganisationen sammeln; Waisenkinder aufziehen, Hilfen für Alte und Bedürftige zur Verfügung stellen.
Zur Umsetzung dieses Programms sowie für Beiträge der in Europa lebenden Armenier wurde die Gründung einer Organisation geplant. Doch erhoben einige Kreise Einwände dagegen, dass erneut Komitees ins Spiel kommen sollten. Trotzdem setzte das Taschnak-Komitee ihre Forderungen nach einem "einheitlichen und unabhängigen Armenien" fort.
Nach der Proklamation der Republik schlossen die Sowjetunion und die Türkische Republik am 17. Dezember 1915 einen Nichtangriffspakt. Der Pakt war rund 20 Jahre gültig. Erst nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, erklärte der sowjetische Außenminister in einer Note an den türkischen Botschafter in Moskau, den Pakt für nichtig. Zeitgleich richteten führende Mitglieder der armenischen Diaspora in den USA an den Präsidenten Hary S. Truman ein Schreiben. In dem von Mitgliedern der Taschnak Bewegung verfasstem Schreiben wurde der Präsident aufgefordert, zur Anerkennung Armeniens, dessen Grenzen 1920 vom damaligen US-Präsidenten Voodrov Wilson gezeichnet war, auf die Tagesordnung der Vereinten Nationen zu bringen.
Die Sowjets verfolgten nach dem Zweiten Weltkrieg eine neue Politik gegen die Armenier. So sollten alle Armenier der Welt zu einem Aufstand für die Versammlung in der armenisch sowjetischen Republik aufgehetzt und Türkenfeindlichkeit erneut angestiftet werden, damit Ostanatolien Russland angeschlossen werden könnte. Im Rahmen der Propaganda wurden jeglichen Hilfen der Sowjets aufgelistet und das Glück der Armenier im sowjetischen Armenien übertrieben verlautbart. Es wurden Agenten in die Länder geschickt, in denen sich die armenische Diaspora befand. Es wurden armenische Vereine gegründet. Die Sache der Armenier wurde als ein Menschheits- und Rechtsproblem dargestellt, wobei große Staaten um eine Vermittlerrolle gebeten wurden.
Folgende Arbeiten wurden in dem betreffenden Prozess geleistet:
- Im Dezember 1945 wurde in der US-Hauptstadt Washington von Armeniern ein amerikanisches Komitee unter dem Namen "Gerechtigkeit" gegründet. Dieses, von Personen der kommunistischen Szene gegründetes Komitee veröffentlichte eine Deklaration und forderte darin die Rückgabe der östlichen Teile Anatoliens an die armenische Republik sowie die Anerkennung der von Wilson gezeichneten türkisch-armenischen Grenzen.
- Der Eçmiyazin Bischof Kevork Çörekçiyan Vl. überreichte dem sowjetischen Präsidenten Stalin, dem amerikanischen Präsidenten Truman sowie dem englischen Premier Atlee je eine Note. Darin wiederholte er die alten Behauptungen und forderte den Anschluss der ostanatolischen Provinzen an das sowjetische Armenien.
- Die Arbeiten der Sowjets in Syrien und Libanon waren wie folgend: Die Sowjets nutzten die schwache Führung im Libanon und in Syrien aus und intensivierten ihre Arbeiten über Armenier in diesen Ländern. Unter dem Vorwand der Hilfe wurden die Armenier aufgehetzt. Für diese Tätigkeiten, die von sowjetischen Diplomaten ausgeübt wurden, hat man in Aleppo, Damaskus, Beirut und in vielen anderen Städten Zentren eröffnet. Es wurden Schulen eröffnet, an denen sowjetisch-armenische Lehrer unterrichteten. In diese Schulen wurden ferner als Agenten Offiziere eingeschleust. Nach all diesen Arbeiten wurde eine armenische Organisation mit 100.000 Mitgliedern gegründet, davon 30.000 im Libanon. Der sowjetische Botschafter Solod gründete gemeinsam mit einer kommunistischen Partei unter dem pro-sowjetischen Armenier Hrant Devyan, den "armenischen Freundschaftsverein" in Damaskus. Diese Organisationen in Syrien und im Libanon hatten das Ziel, "mit dem Versprechen eines unabhängigen Armenien, den Osten Anatoliens an die Sowjetunion anzuschließen."
- Ein sowjetischer Diplomat traf im Januar 1946 in Beirut mit den Vertretern der Armenier aus Libanon und Hatay separat zusammen und übermittelte die sowjetischen Direktiven.
- Das Libanesische Komitee der Armenier entsandte am 16. Mai 1946 an den Weltsicherheitsrat ein Telegramm und forderte darin, "als Gegenleistung der nach der Tötung von 1,5 Millionen Armenier von den Türken besetzten Territorien und der beschlagnahmten Güter, diese Territorien an das sowjetische Armenien anzuschließen."
- Die Sowjets versuchten die Armenier im Ausland zu betrügen und zugleich die Armenier im Lande zu beeinflussen. So wurde am 20. Februar 1946 an der polittechnischen Schule in Moskau eine Konferenz für die armenischen Delegationsmitglieder organisiert, die Civenof, Mitglied der Akademie für armenische Wissenschaften geben sollte. In seinem Beitrag behauptete Civanof, Van, Bitlis, Elazığ, Erzurum, Sivas und Trabzon würden sich innerhalb der armenischen Grenzen befinden. Er erzählte von einem Massaker an den Armeniern und beschuldigte die westlichen Staaten, den Vorfällen tatenlos zugesehen zu haben. Civenof lobte das Interesse der Russen für die Armenier und behauptete, die im Rahmen des Friedensvertrags von Sèvres an Armenien zugestandenen ostanatolischen Provinzen seien später von Türken angegriffen worden und mit dem von Anhängern der Organisation Taschnaksutyun unterzeichnetem Abkommen von Gümrü seien diese Provinzen unter die Kontrolle der Türken geraten.
- Der nationale armenische Rat gab am 17. Juni 1946 für 800 Gäste des amerikanischen Vereins "Verein zur Verteidigung der armenischen Rechte" ein Bankett. Dabei wurde beschlossen, dass sich die weltweit 1,5 Millionen Armenier an die Vereinten Nationen wenden sollten, um den Anschluss der angeblich gewalttätig von den Türken eroberten ostanatolischen Provinzen an das sowjetische Armenien zu erreichen.
- Der englisch-sowjetische Verein veranstaltete am 29. Juli 1946 eine Pressekonferenz in Eriwan. Der Delegierte Bochon sagte vor sowjetischen Journalisten: "Jeder Engländer, der die armenische Geschichte kennt, kennt auch die Leiden der Armenier und empfindet Sympathie für sie. Wenn wir in unser Land zurückkehren, werden wir versuchen, diese Annäherung zur öffentlichen englischen Meinung zu machen."
- Der Rat der Armenier in den USA veröffentlichte im September 1946 eine Broschüre unter dem Titel "Was wollen die Armenier?". Darin wurde behauptet, dass sich die armenische Bevölkerung vermehrt, dagegen die von Türken eroberten Gebiete leer seien. Ferner hieß es: "Die Armenier wollen nur eine gerechte Behandlung, um ihre Territorien zurück zuerhalten."
- Das Komitee zur Verteidigung der türkisch-armenischen Frage entsandte am 15. August 1946 an die Delegierten der 21 in der UNO vertretenen Länder ein Schreiben und versuchte, die armenischen Behauptungen auf die Tagesordnung der UN zu bringen.
- Am 24. April 1965 fand in der armenischen Kirche in Frankreich unter Leitung von Monsignore Manukyan ein Gottesdienst statt. Am selben Abend veranstaltete der Verein der ehemaligen Frontkämpfer einen Marsch und legte einen Kranz am Gefallenendenkmal nieder. Gleich am nächsten Tag wurde in der Notia Dome Kirche ein weiterer Gottesdienst abgehalten.
- Eine Gruppe von armenischen Jugendlichen in England veranstaltete am 24. April 1969, am angeblichen "Gedenktag an die armenischen Toten", eine Protestdemonstration vor der türkischen Botschaft.
- Die Türkenfeindlichkeit wurde auch an amerikanischen Universitäten verbreitet. Der reiche Armenier Agop Kevorkyan spendete der New Yorker Universität 30 Millionen türkische Lira, ließ das "Orient Institut" an der Universität schließen, aber dafür das "Institut für armenische Sprache und Geschichte" eröffnen.
- Die Armenier in Lateinamerika veranstalteten am 24. April 1965 anlässlich des 50. Jahrestages des Umsiedlungsgesetzes in der brasilianischen Stadt Sao Paulo eine Demonstration. Am selben Tag wurde das von Armeniern in Brasilien geschriebene Theaterstück "Abenteuer der Armenier 1915" auf die Bühne gebracht.
- Am 2. April 1967, dem Tag, an dem der türkische Staatspräsident Cevdet Sunay die USA besuchte, erschien in der Zeitung The New-Times eine Anzeige über die armenischen Behauptungen. In der Anzeige des nationalen armenischen Komitees der USA, wurde die Forderung nach Aufnahme der Armenier Frage auf die Tagesordnung der UN gestellt.
- Beim Besuch von Staatspräsident Sunay in Paris propagandierten diesmal die in Frankreich lebenden Armenier über die Presse. In einem Artikel von Hrant Samuel hieß es: "Die Pariser Armenier haben General Sunay bewirtet und ihren Respekt seinem Land gegenüber zur Sprache gebracht. Sie haben den türkischen Staatspräsidenten gelobt. Wir möchten aber erwähnen, dass dies nicht bedeutet, dass die Armenier keine Forderungen an die Türkei stellen. Wir werden für unsere gerechte Sache weiter in Ruhe und auf politischen Wegen nach einer Lösung suchen."
- Der Patriarch Horen l. traf während seiner Europareise auf Zypern mit Makarios zusammen. Gleich nach diesem Treffen erschienen in der zyprischen Presse aufhetzende Berichte. Zeitgleich veröffentlichte die armenische Ramgavar Partei mit Hauptsitz in Libanon anlässlich ihres 45. Bestehungsjahres ein Kommunique und nannte als Ziel, "die Festlegung der von Türken eroberten armenischen Territorien sowie die Verwirklichung der armenischen Bemühungen zur Erreichung der Unabhängigkeit und Freiheit in einer freien und demokratischen Auffassung".
- Während Mitglieder der armenischen Komitees zum Schutz ihrer Existenz und Interessen in den jeweiligen Ländern, in denen sie lebten, Protestmärsche, Demonstrationen und Konferenzen veranstalteten, reagierte der Erzbischof des armenischen Patriarchats in Istanbul, Şinork Kalusyan, mit zwei Erklärungen an die Weltöffentlichkeit, die er am 6. Februar 1967 sowie am 4. April 1967 abgab. Darin unterstrich Kalusyan, dass es seit dem Lausanner Friedensvertrag die "Armenier Frage" nicht mehr gibt und die Entwicklungen mit Bedauern aufgenommen werden.
- Die libanesischen Muslimen und christlichen Araber gedachten 1969 gemeinsam des 54. Jahrestages des angeblichen Völkermordes an den Armeniern. Die libanesische Regierung gab armenischen Beamten den 24. April frei, damit sie trauern konnten. Am 24. April 1964 wurden antitürkische und antiisraelische Demonstrationen veranstaltet.
- Anlässlich des 60. Jahrestages des angeblichen Völkermordes an den Armeniern wurden in Frankreich, in den USA, Deutschland und Griechenland große Demonstrationen veranstaltet. Angesichts der Demonstrationen mussten die Regierungen für den Schutz der Türken Maßnahmen treffen. (1)
- Die angeblichen Armenier Frage, die durch die nach 1965 von den Armeniern gegen die Türken gestarteten Besudelungskampagnen sowohl in der türkischen Öffentlichkeit als auch in der internationalen Öffentlichkeit spürbar wurde, verwandelte sich ab den 70er Jahren in Terroranschläge auf türkische Vertretungen im Ausland. Der "individuelle armenische Terror", der mit dem Massaker des alten Armeniers Gurgen (Karekin) Yanikan am 27. Januar 1973 an dem türkischen Generalkonsul in Los Angeles, Mehmet Baydar, und am Konsul Bahadır Demir begann, artete ab 1975 zum "organisierten armenischen Terror" aus. Die Anschläge auf türkische Vertretungen im Ausland intensivierten sich besonders ab 1980. Armenische Terroristen verübten in 38 Städten von insgesamt 21 Ländern 39 bewaffnete und 70 Bombenanschläge. Zusammen mit einer Besetzung kam es zu 110 terroristischen Anschlägen. Diesen Anschlägen fielen 42 türkische Diplomaten zum Opfer. Ferner wurden vier Ausländer getötet. 15 Türken und 66 Ausländer wurden verletzt. Nach 1984 zog sich der armenische Terrorismus zurück und überließ das Feld der Terrororganisation PKK, mit der sie einige Zeit in Beziehung stand.
- Der 1. Kongress der weltweiten armenischen Organisationen traf zwischen dem 3. und 6. September 1979 in Paris zusammen. Der Kongress, bei dem sich die Terrororganisation ASALA stark präsentierte und eine wichtige Rolle spielte, beeinflusste die revolutionären armenischen Kräften in Frankreich. Das Ziel des Kongress war "die Einheit der weltweiten Armenier unter einer Flagge sowie die Erstellung von Bodenansprüchen."
- Die PKK und Armenier, die die Woche zwischen dem 21. und 28. April 1980 zur roten Woche erklärten, gedachten am 24. April gemeinsam des angeblichen Völkermordes an den Armeniern. Am 8. April 1980 veranstalteten die Terrororganisationen PKK und ASALA in der libanesischen Stadt Sidon eine gemeinsame Pressekonferenz und veröffentlichten im Anschluss daran eine gemeinsame Deklaration. Nach scharfen Reaktionen auf dieses Treffen wurde beschlossen, die Beziehungen auf illegaler Basis geheim fortzusetzen. Nach diesem Kompromiss bekannten sich die Terrororganisationen PKK und ASALA gemeinsam zu den Anschlägen auf das türkische Generalkonsulat in Straßburg am 9. November 1980 sowie auf das Büro der türkischen Fluggesellschaft in Rom am 19. November 1980.
- Der Lausanner Kongress trat 1983 nach wichtigen Entwicklungen zusammen. Der Terror erreichte große Dimensionen, die Weltöffentlichkeit begann, die Armenier und die Terroristen zu verurteilen. Besonders Anschläge, die sich zu Massakern verwandelten, beunruhigten sogar die engsten Verbündeten der Armenier. Der Lausanner Kongress trat zusammen, "um eine einheitliche politische Meinung der Armenier zu gestalten und ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen." Nach diesem Kongress, an dem die ASALA nicht teilnahm und Gewaltbefürworter die Minderheit bildeten, kam es in der Taschnak und ASALA zum Zerfall.
- Der "3. Kongress der weltweiten armenischen Organisationen", der zwischen dem 7. und 13. Juli 1985 in Sevres stattfand, hatte die Annahme der "armenischen Verfassung" zum Ziel. Die Teilnehmer versuchten eine "Union" zu gründen, welche die Armenier weltweit vertreten sollte. Die ASALA nahm an dem Kongress nicht teil und wurde heftig kritisiert. Die Fähigkeit der Taschnak Organisation, die Armenier zu vertreten, wurde lange diskutiert.
- Am 4. Juni 1993 kamen im Zentrum der Terrororganisation PKK im Westen Beiruts Mitglieder der armenischen Hintschak Partei, der Terrororganisation ASALA und der Terrororganisation PKK zu einem Treffen zusammen.
- Bei zwei Treffen am 6. und 9. Januar 1993 in zwei verschiedenen Kirchen in Beirut wurden wichtige Beschlüsse über die Türkei gefasst. Bei den Treffen des armenisch-orthodoxen Erzbischofs in Libanon mit den Zuständigen aus dem armenischen Patriarch und rund 150 Jugendlichen wurden die folgenden Beschlüsse gefasst:
- Zunächst muss man sich der Türkei gegenüber ruhig verhalten.
- Die armenische Gesellschaft wächst ständig und wird wirtschaftlich immer stärker.
- Dank der entwickelten Propagandatätigkeiten, ist der (angebliche) Völkermord an den Armeniern weltweit besser bekannt.
- Der armenische Staat ist gegründet, dessen Grenzen sich tagtäglich erweitern. Er wird die Rache seiner Vorfahren stillen.
- Westliche Länder und vor allem die USA geben den Armeniern im anhaltenden Krieg in Karabakh Recht. Diese Gelegenheit muss gut ausgenutzt werden... Den in Karabakh kämpfenden armenischen Jugendlichen werden sich Neue anschließen.
- Der Bürgerkrieg in der Türkei (dabei ist der Kampf gegen die Terrororganisation PKK gemeint) wird weitergeführt, die Wirtschaft wird zusammenbrechen und die Bevölkerung einen Aufstand einleiten.
- Die Türkei wird geteilt und es wird ein kurdischer Staat gegründet.
- Die Armenier müssen gute Beziehungen zu den Kurden unterhalten und den Kampf der Kurden unterstützen.
- Die heute unter der Kontrolle der Türken stehenden Territorien werden morgen den Armeniern gehören.
- Es ist bekannt, dass eine Großteil der von armenischen Parteien und Institutionen im Libanon und in anderen Ländern gesammelten Gelder, die Waffen aus Griechenland oder mit dessen Hilfe erhaltene Waffen und die Nahrungsmittel, die mit dem Rest der Gelder besorgt wurden, im Januar 1993 auf dem Luftweg nach Armenien geschickt worden sind, welche an die in Karabakh kämpfenden Armenier weitergegeben werden sollten.
- Die armenischen Komitees, die die terroristischen Tätigkeiten in der Türkei seit 1984 der PKK überließen, setzten ihre Behauptungen über den Völkermord an den Armeniern über die armenische Diaspora fort. In vielen US-Bundesstaaten sowie in manchen europäischen Staaten erreichten sie, dass Gesetze "zur Anerkennung des angeblichen Völkermordes an den Armeniern" verabschiedet wurden. Dieser Prozess hält heute noch an.
QUELLE: 1) Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Verlag Generalstab, Ankara, 1984, 2. Auflage, S. 439-474
Entstehung des Konflikts
Als der Niedergang des Osmanischen Reiches einsetzte und das Reich fast in jeder Angelegenheit von den Europäern angegriffen wurde, wurden auch die türkisch-armenischen Beziehungen angegriffen. Um das Osmanische Reich zu spalten und damit zu ihren Interessen in dieser Region zu gelangen, hatten es sich die europäischen Länder zum Ziel gesetzt, eine Entfremdung zwischen den Türken und den Armeniern herbeizuführen. Besonders einige Großmächte Europas mischten sich einerseits unter dem Schein der "Reformen" in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Staates ein und andererseits ließen sie die Armenier gegen die Osmanische Regierung organisieren. Als Folge der Provokationen der im In- und Ausland organisierten und bewaffneten armenischen Komitees und der armenischen Kirchen begann sich das armenische Volk allmählich von der türkischen Gesellschaft zu isolieren.
Trotz der türkischen Toleranz verbündeten sich die Armenier mit anderen Ländern und kämpften gegen die Türken. Um die Unterstützung der westlichen Länder zu erlangen, versuchten sie, sich als " unterdrücktes Volk" darzustellen und stellten die Behauptung auf, dass "die Türken die armenischen Herrschaftsrechte auf Anatolien den Armeniern geraubt haben". Als der Reform-Ferman (Erlass des Sultans) den Armeniern die Privilegien entzog und sie den Muslimen und anderen nicht-muslimischen Untertanen gleichsetzte, verlangten die Armenier nach dem Osmanisch-Russischen Krieg (1877-1878) von den Russen, "sie sollten die Besatzungsgebiete in Anatolien nicht evakuieren, diesem Gebiet sollte man Autonomie zugestehen oder es sollten zugunsten der Armenier Reformen durchgeführt werden". Erst nach diesen Forderungen entstand die armenische Frage und nahm einen internationalen Charakter an.
Nach dem Osmanisch-Russischen Krieg (1877-1878) wurde das San Stefano-Abkommen unterzeichnet. Der Artikel 16 dieses Abkommens, zu dessen Annahme die Osmanische Regierung gezwungen war, lautet wie folgt:
"Da der Rückzug der Russen aus den russischen Besatzungsgebieten in Armenien und die Übergabe dieser Gebiete an die Osmanische Regierung den freundschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Staaten schaden und in diesen Gebieten zu Unruhen führen kann, garantiert der Osmanische Staat, in den von Armeniern bewohnten Provinzen die für lokale Interessen erforderlichen Reformen und Regelungen sofort einzuleiten und die Sicherheit der Armenier gegenüber den Kurden und Tscherkessen zu gewährleisten".
Wenn auch diese Bestimmung des Abkommens die Armenier, die eigentlich auf eine Vollständige Unabhängigkeit drängten, nicht ganz befriedigte, war sie trotzdem von großer Bedeutung, da sie "die armenische Frage" zum ersten Mal in der Geschichte in einem internationalen Dokument anführte und die Existenz einer Region Namens "Armenien" zur Sprache brachte.
Ebenfalls enthält der Artikel 61 des Berliner Abkommens, das 1878 am Abschluss der Versammlung des Berliner Kongresses unterzeichnet wurde, anstelle des Artikels 16 des Abkommens von San Stefano folgende Bestimmung:
"Die Osmanische Regierung verpflichtet sich, in den Provinzen mit armenischer Bevölkerung die für den lokalen Bedarf notwendigen Reformen vorzunehmen, den Armeniern die Ruhe und Sicherheit gegenüber den Tscherkessen und Kurden zu gewährleisten und die dafür getroffenen Maßnahmen den das Abkommen schließenden Staaten mitzuteilen, damit diese Staaten die Durchführung dieser Maßnahmen überwachen können".
Mit dieser Bestimmung des Berliner Abkommens wurde den fremden Mächten das Recht darauf zugestanden, sich in die türkisch-armenischen Beziehungen einzumischen.
Dadurch wurden die Armenier von Engländern und Russen ausgenutzt und erfüllten für die Engländer die Funktion eines Vorpostens gegen den russischen Expansionismus. Die armenische Frage, die von Engländern und Russen auf die Bühne der Geschichte gebracht wurde, ist eigentlich ein Teil der Politik der imperialistischen Mächte, die das Osmanische Reich niederwerfen und dann unter sich teilen wollten. Die Behauptungen und die unrichtigen Aussagen eines Pseudogenozids sind ebenfalls Propagandamittel dieser Politik.
Abkommen von San Stefano und Berlin
Nachdem das Osmanische Reich in die Periode der Rückentwicklung geriet, hatten die Völker, die das Reich darstellten, mit der Unterstützung von Russland, England, Frankreich und dem österreichisch-ungarischen Reich nacheinander mit dem Kampf um ihre Unabhängigkeit begonnen und waren dabei erfolgreich.
Diese Entwicklungen waren ein Beispiel für die Armenier. Sie leiteten mit der finanziellen und moralischen Unterstützung derjenigen, die das Osmanische Reich teilen wollten, regionale Aufstände ein. Somit sprach man ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einer "Armenier Frage".
Das zaristische Russland, das sich in dieser Periode zunehmend als ein bedeutender Staat hervorhob, sah das Herrschaftsgebiet des Osmanischen Reiches als ein natürliches Expansionsgebiet an und folgte dem Ziel, über die Osmanen in den Süden zu gelangen. Dessen wesentliche Methode war, neben dem Krieg, die Rolle des Beschützers der christlichen Völker unter der Herrschaft der Osmanen zu spielen. Andererseits beabsichtigten England und Frankreich, die anderen beiden bedeutenden Mächte der Periode, die Armenier für das Evangelium und den Katholizismus zu gewinnen und hatten in diesem Zusammenhang 1830 die armenisch-katholische und 1847 die armenisch-evangelischen Kirchen in Istanbul gründen lassen. Hinter diesem Interesse Russlands, Englands und Frankreichs für die osmanischen Armenier lag hauptsächlich unter dem Deckmantel des Beschützers der Minderheiten die Absicht, sich in die inneren Angelegenheiten des osmanischen Staates einmischen zu können und das Reich zu teilen.
Den Armeniern wurde die Gründung eines armenischen Staates im Süden Anatoliens versprochen. Der Anteil der armenischen Einwohner unter der Gesamtbevölkerung lag bei etwa 15 Prozent. In Bitlis zum Beispiel, wo sie am dichtesten angesiedelt waren, machten sie weniger als ein Drittel der Bevölkerung aus.
Falls nach einem Ausgangspunkt für die "Armenier Frage" gesucht werden sollte, dann finden man diesen im Abkommen von San Stefano sowie in der Berliner Konferenz nach dem Osmanisch-Russischen Krieg zwischen 1875-77.
Armenische Komitees
Hindschak
Die Organisation des Komitees Hindschak (Glockenschlag) wurde von Avedis Nazarbelg, einem russischen Staatsangehörigen armenischer Herkunft aus dem Kauskasus und seiner Frau Maro sowie von anderen Studenten aus dem Gebiet Kaukasus im Jahre 1886 in der Schweiz gegründet. Um die Ideen des Komitees zu verbreiten, wurde wieder unter dem Namen “Hindschak” eine Zeitung herausgegeben. Die Führer sowie die Mitglieder dieses Komitees waren Armenier, die die russische Staatsangehörigkeit hatten. Dieses Komitee suchte sich als Arbeitsgebiet Ostanatolien aus. Nach einer Weile zog die Zentrale des Komitees von der Schweiz nach London um.
Das Programm der Partei Hindschak ist sozialistisch, marxistisch und zentralistisch. Grundsätzlich sind die Ideen von Karl Marx übernommen worden. Obwohl sich die Mitglieder dieses Komitees sozialdemokratisch nannten, war das politische Programm des Komitees vielmehr ein kommunistisches Manifest. Das Komitee nahm im Jahre 1890 eine Hauptfiliale in Istanbul sowie weitere Filialen in andern türkischen Provinzen in Betrieb. Auf dieser Weise gelang es den Mitgliedern, sich zu organisieren und ihre Aktivitäten durchzuführen. Grundsätzliches politisches Ziel dieses Komitees war die Befreiung der in der Türkei lebenden Armenier von den Türken, der im Iran lebenden Armeniern von den Iranern und der in Rußland lebenden Armenier von den Russen. Anschließend sollten alle in diesen Ländern lebenden Kapitalisten vernichtet werden.
DAS PROGRAMM
"Die Arbeiter und produzierende Klasse bilden die Mehrheit der Menschheit. Die Befreiung dieser Klasse von der Ausbeutung der herrschenden und reichen Klasse, die das Kapital besitzen, kann nur dann realisiert werden, wenn die arbeitende bzw. produzierende Klasse die Produktionsinstrumente und -mittel, den Boden, Fabriken, Bergbau und Förderungsmittel in ihren eigenen Händen halten. Die Unabhängigkeit der produzierenden Klasse bedeutet die Befreiung der gesamten Menschheit und den wirtschaftliche Wohlstand.
Um dieses Vorhaben zu realisieren und praktisch durchführen zu können, muss sich die produzierende Klasse in allen zivilisierten Ländern organisieren, ihre zur Verfügung stehenden politischen Möglichkeiten in Bewegung setzen und zusammen mit den sich in anderen Ländern befindenden produzierenden Klassen die kommunistische Revolution durchführen. Dadurch werden andere Klassen beseitigt bzw. aufgelöst und die produzierende Klasse kann die sozialistische Ordnung gewährleisten. Unter dieser Ordnung kann das Volk seine eigenen Gesetze in Kraft treten lassen und seine Macht zeigen.
(...)
Heutzutage werden die Armenier von Klassen beherrscht und verwaltet, die dem Absolutismus unterliegen. Die Systeme dieser Klassen in Bereichen wie Finanz-, Verwaltungs- und Steuerwesen sind vernichtend für sie. Um sie herum herrscht einerseits die kapitalistische Produktionsart und andererseits wird die alte Wirtschaftsform und Verwaltungsart aufgelöst."
Unter der Einwirkung all dieser Bedingungen ist die Gewährleistung eines sozialistischen Systems, welches die armenischen Sozialdemokraten und andere Armenier umfassen soll, ein sehr weit entfernt liegendes Ziel. Aus diesem Grund sollten alle Tendenzen und Bemühungen einem nahgelegenen Ziel dienen. Dieses nähere Ziel führte zur Gründung der sozialdemokratischen und revolutionären Hindschak Partei der Armenier. Diese näheren Ziele sind die folgenden:
- a. Einleitung einer Revolution
- b. Vernichtung der herrschenden Klassen der absoluten Regierung
- c. Befreiung der Armenier vom Sklaventum
- d. Ermächtigung der Armenier, damit sie sich in politische Angelegenheiten einmischen können.
- e. Beseitigung der Hindernisse, die die Entwicklungen in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen stören.
- f. Gewährleistung einer Atmosphäre, in der die Arbeiterklasse ihre Wünsche und
Neigungen offen zur Sprache bringen kann.
- g. Verbesserung der schweren Arbeitsbedingungen.
h. Gewährleistung von politischen Informationen, damit sich die Arbeiterklasse politisch organisieren kann. i. Erleichterung der Arbeiten des Volkes. Unterstützung des Volkes zur Erreichung der weit entfernt liegenden Ziele.
Entsprechend dieser Ideen sind die nahen Ziele des Hındschak Komitees der Sturz der absoluten Regierungsform und Klassen, die Umwandlung dieser Regimes zu demokratischen und konstitutionellen Regierungen. Die Hauptforderungen für diese Ziele sind die folgenden:
- a. Um das Volk vertreten zu können, werden Wahlen, an denen sich alle Schichten beteiligen, veranstaltet und ein legislatives Parlament gegründet. Dieses Parlament muss über Urteilsrecht in politischen, wirtschaftlichen und allen anderen staatlichen Angelegenheiten verfügen.
- b. Den Provinzen ist eine breite Autonomie zu gewährleisten.
- c. Dem Volk ist eine bedingungslose Freiheit zu gewährleisten.
- d. Das Volk muss das Recht haben, jeden Regierungsbeamten, jedes Dienstleistungspersonal im öffentlichen Bereich, Sicherheitsbeamte sowie Beamte im Bereich des Schulungs- und Justizwesen frei wählen zu können.
- e. Ohne Unterschiede in der nationalen und klassischen Herkunft zu machen, muss jedem volljährigen Staatsbürger das Recht gegeben werden, einen Vertreter für die Provinz- und Autonomieregierungen wählen zu können.
- f. Alle Staatsbürger müssen vor dem Gesetz ohne Unterschied ihrer Nation oder Religion gleich sein.
- g. Es müssen die Rechte auf Pressefreiheit, Meinungsäußerung, Versammlung, Gründung von Vereinen sowie für den Wahlkampf gewährleistet werden.
- h. Alle Staatsbürger und ihre Häuser müssen vor Angriffen in Schutz genommen werden.
- i. Kirchen müssen von der Regierung getrennt werden. Sämtliche religiöse Institutionen und Organisationen müssen ihre Existenz durch Spenden und Unterstützungen der an sie gebundenen Personen weiterführen.
- j. Das ganze Volk muss seinen Wehrdienst zu Zeiten des Friedens als Milizsoldat leisten.
- k. Es muss eine laizistische Schulpflicht eingeführt werden. Die Regierung muss die Armen unterstützen.
Da sie die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Volkes in sich enthalten, sind die oben genannte politischen Rechte zu erwerben. Ferner sind die unten aufgeführten Bedingungen zu erfüllen.
- a. Das gegenwärtige Steuersystem ist abzuschaffen. Anstelle dessen ist ein fortschrittliches Steuersystem einzuführen, dass sich den Zahlungsmöglichkeiten anpasst.
- b. Indirekte Steuern müssen aufgehoben werden.
- c. Die Dorfbewohner müssen von sämtlichen Schulden befreit werden.
- d. Durch die Unterstützung der Regierung und des Volkes sind Landwirtschaftsmaschinen einzuführen. Der Gebrauch dieser Maschinen ist zu lehren. Die Maschinen müssen dem Volk übergeben werden.
- e. Unter dem Volk sind landwirtschaftliche Kooperationen zu bilden. Das Ziel dieser Kooperationen muss die Verwaltung, der Verkaufs der landwirtschaftlichen Produkte sowie der Kauf von Samen, Getreide etc. sein.
- f. Für Förderung und Kontaktaufnahmen sind Mittel zu beschaffen.
- g. Die Regierung muss den Arbeitern Hilfe leisten, damit sie nicht ausgebeutet werden. Die Regierung muss zum Schutz der Arbeiter Gesetze verabschieden.
Die Mehrheit der Armenier sind türkische Armenier. Sie leben zum Großteil auf türkischen Territorien. Das Anliegen der armenischen Mehrheit wurde mit dem Artikel 61 des Berliner Abkommens sowie kraft anderer internationaler Bedingungen zu einem Recht und wurde von den großen europäischen Staaten anerkannt.
Die Unordnung der osmanischen Politik, Finanz und Wirtschaft, die Auflösung des Imperiums, der Untergang, der Bankrott, die Unruhen im Inland, die Erschütterung des Staates sowie die Einwirkungen europäischer Länder unterstützten diese Faktoren. Die osmanischen Territorien in Europa wurden systematisch geteilt und von den Regierungen der europäischen Staaten übernommen. Aus diesen Gründen wurde beschlossen, die unten aufgeführten Maßnahmen zu treffen.
- a. Die Mitglieder der armenischen Komitees werden sich darum bemühen, die gegenwärtigen Anliegen der Armenier zu verteidigen und zu beenden.
- b. Aus diesem Grund wird das Arbeitsgebiet der Revolution die Türkei sein, wo Armenier leben.
- c. Da die Zukunft der Armenier von der Zukunft der Osmanen getrennt werden muss, ist die erste Bedingung für das nahestehendste Ziel der Armenier die armenische Unabhängigkeit.
Der beste Weg für die Annäherung der Armenier an ihr nächstes Ziel ist eine Revolution, welche die Ordnung der türkischen Gebiete auf denen Armenier leben, durcheinanderbringt. Mit einem allgemeinen Aufstand kann man der türkischen Regierung den Krieg erklären. Die Mittel dieser Bestrebungen sind:
- a. Propagandaführung unter den Arbeitern und dem Volk unter Verwendung von Publikationen, Büchern und Reden. Verbreitung der revolutionären Ideen der Partei Hindschak. Gründung revolutionärer Organisationen unter dem Volk und die Einleitung von Aufständen.
- b. Bestrafung der türkischen Agenten, Kommissare, Spione und Verräter. Anwendung terroristischen Methoden und Mittel zur Verteidigung der revolutionären Organisation und zur Verhinderung der Bemühungen der Volksfeinde.
- c. Um das Volk gegen die Angriffe der Regierungssoldaten und Volksstämme zu verteidigen, wird eine bewaffnete Truppe bereitgestellt und ein Angriffsregiment gebildet. Dieses Angriffsregiment wird als führende Gruppe bei einem eventuellen Aufstand beauftragt.
- d. Es wird eine allgemeine revolutionäre Organisation gegründet, die aus vielen miteinander verbundenen Gruppen bestehen und in einer Einheit ihre Taten führen und die gleichen Taktiken durchführen soll. Diese Organisation ist von einer Zentrale aus zu steuern. Alle Mächte und Pflichten der sich in der Türkei befindenden Organisationen unterliegen der Satzung des Hindschak-Komitees, dessen Organisation, Handlungen und Tätigkeiten in einer Verordnung aufgezählt sind.
- e. Es werden Zwischenfälle eingeleitet, um einen Aufstand zu provozieren.
- f. Die Kriegserklärung bzw. -führung eines Staates gegenüber der Türkei ist die günstigste Bedingung für den Erfolg eines Aufstandes.
- g. Es müssen Bestrebungen geleistet werden, um die auf türkischen Territorien lebenden anderen Minderheiten, die das gleiche Schicksal der Armenier teilen, auf unsere Seite zu ziehen. Zusammen mit diesen Minderheiten sind Kriege gegen den gemeinsamen Feind, und zwar gegen die türkische Regierung zu führen. Das größte Ziel der Organisation Hindschak ist die Gründung einer Föderation -wie in der Schweiz- mit der Unterstützung der anderen Minderheiten, zur Befreiung der osmanischen Unterdrückung.
Das Hindschak-Komitee führte marxistische Propagandaaktivitäten, die der Arbeiterklasse entsprach, durch. Um Unruhungen anzustiften und eine Revolution einzuleiten, haben sich die Jugendlichen, religiösen Führer, Abenteurer und Arbeitslosen sehr viel Mühe gegeben. Sie wollten sich unbedingt dem Komitee anschließen und sich dort beschäftigen. Die Verwalter des Komitees führten ihre Arbeiten im Sinne der Ideen der Arbeiterklasse durch. Sie beabsichtigten ein armenisches Proletariat zu schaffen. Diese Handlungen und Arbeiten des Komitees sind aufgrund der Lebensbedingungen der Türkei zu nie mehr als zu einer sozialistischen Propaganda geworden. Die vom Hındschak-Komitee unternommenen Aufstände wurden von vielen Ländern, vor allem von Rußland unterstützt und ausländische Kämpfer haben sich an solchen Bewegungen beteiligt.
Die unternommenen Taten und Aufstände der Armenier verursachten im Land große blutige Ereignisse, die nicht wieder gut gemacht werden können. Um die Organisationen des Hindschak-Komitees zu gründen, kamen in Genf Schimavon aus Tiflis, S.Danieljan aus Iran, der russische Staatsangehörige Rupen Hanazat aus Trabzon und H.Megavorjan aus Batumi zusammen. Nach langen Diskussionen wurde das Zentrum des Hindschak-Komitees in Istanbul gegründet. Dieser Organisation schlossen sich auch andere in Istanbul vor dem Jahr 1890 gegründete revolutionäre Organisationen an.
Wie aus diesen Feststellungen zu entnehmen ist, wurde das Schicksal der in der Türkei lebenden Armenier in die Hände der russischen Armenier gelegt. Indessen wurden diejenigen, die sich nicht dem Komitee anschlossen und keine finanziellen Unterstützungen leisteten, unterdrückt bzw. ermordet. Die Organisationen haben sich sehr schnell in den anatolischen Provinzen verbreitet.
IHRE TÄTIGKEITEN
Die Verordnung und das Programm der Organisation Hindschak wurde im Jahre 1909 in Istanbul gedruckt. Diese Verordnung wurde laut dem Vereinsgesetz dem Innenministerium vorgelegt. Die notwendigen Vorgänge wurden durchgeführt. Am 8. Februar 1909 wurde der Zulassungsbescheid mit der Nummer 90 vom Regierungsbezirk Istanbul ausgehändigt. Diese Verordnung besteht aus fünf Teilen.
Die beschlagnahmten Beschlussbücher des armenischen Hindschak Komitees der Jahre 1910, 1911, 1912 und 1913 enthielten folgende gefasste Beschlüsse:
- a. Bemühungen zur Beschaffung von Waffen, Munition und Sprengstoff werden geleistet.
- b. Schulungen zum Erlernen des Waffengebrauchs werden vorgenommen (Von Marufjan, Javrujan, Candan).
- c. Die Propagandatätigkeiten werden beschleunigt.
- d. Es werden Kontakte zu den Taschnak-Komitees aufgenommen.
- e. Es werden Beziehungen mit den Anhängern der Partei für Einheit und Fortschritt aufgebaut.
- f. Es werden Banden im Gebiet Van gegründet und gesteuert (diese sind: Orsfan, Cang, Godschnak, Juradschak, Penchak, Badami, Tejohenk, Maro und Paros)
Das Hindschak Komitee veranstaltete am 24. Juli 1914 seinen dritten Kongress in der Türkei. Bei diesem Kongress, an dem 28 Vertreter von 51 Filialen unter dem Vorsitz von Changüljan und dem Sekretariat von Tanchutjan teilnahmen, wurden folgende Beschlüsse gefasst:
"Unter Berücksichtigung der großen Verantwortung und der dadurch entstehenden Gefahren sowie des Beweises, das wir zivilisierte Menschen sind, liegt der Erfolg unserer Ziele in gut durchdachten Handlungen."
Daraufhin fingen die Mitglieder des Hindschak-Komitees im Jahre 1896 an, die Türkei zu verlassen. Unter den Mitgliedern dieser Komitees kamen Konflikte auf und somit wurden Komitees geteilt. Ein Teil nahm den Namen "tatsächliche Hindschaks" (Nazarbeg-Anhänger) der andere Teil hingegen den Namen "reformistische Hindschaks" (Veragasmijal Hindschak) an. Die zweite Gruppe wurden von einer Person namens Erpijar Arpiarjan gesteuert.
Beide Komitees richteten sich nicht nach einem Prinzip bzw. Programm, sondern nach den Ideen und Haltungen ihrer Verwalter. Sie waren auf ihren eigenen Vorteil bedacht und haben dies auch verteidigt. Die Konflikte unter diesen Gruppen führte zu Straßenkämpfen, wobei es Verletzte und Tote gab.
Das armenische Volk, das begriff, dass die Hindschaks marxistisch gesinnt waren, haben die Ideen der Komiteemitglieder abgelehnt. Die Kämpfe haben im Jahre 1902 an Intensität gewonnen. Zahlreiche Komiteemitglieder, die Anhänger der beiden Gruppen waren, wurden in Großbritannien, Rußland, Ägypten, Bulgarien, Kaukasus und Iran erschossen. Obwohl nach dem Aufstand in Van einige kleine Banden den Namen Hindschak getragen haben, hatten sie keine genügende Kraft mehr. Bei der Auflösung des Hindschak-Komitees spielten auch einige Hindschakführer eine große Rolle, die das geheime Ziel Rußlands erkannten.
QUELLE: Sakarya, Em.Tümg. (Pensionierter Majorgeneral) Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Genelkurmay Askeri Tarih ve Stratejik Etüt Başkanlığı Askeri Tarih Yayınları (Generalstab, Abteilung für millitärische Geschichte und strategische Untersuchungen), Genelkurmay Basımevi, Ankara, 1984, 2.Baskı, S.76-87
Taschnak
Das Taschnak-Komitee, das auch "armenisch revolutionäre Föderation" genannt wird, hat wichtige Rollen beim Aufkommen der Armenier-Frage gespielt. Die Aktivitäten des Komitees wurden, nachdem die Kommunisten "die armenische Republik" eroberten, in den USA, im Libanon, Iran, Frankreich und Griechenland als Partei im Exil fortgesetzt. Das Taschnak-Komitee, das verschiedenen Aktivitäten auch in der Gegenwart fortsetzt, besteht aus unterschiedlichen Terroreinheiten und Gruppen.
1. Organisationsstruktur
- a. Büro - Das Büro ist das höchste Organ der Organisation. Die Verwaltung der Organisation wird gemäß der Beschlüsse bzw. Anweisungen des "Büros" geleitet. Dieses wird von einer kollektiven Führergruppe verwaltet. Das Büro besteht aus jeweils einem Mitglied aus Kalifornien, Frankreich und dem Iran und jeweils 5 Mitgliedern aus dem Libanon. Die Mitglieder bestimmen untereinander einen Vorgesetzten. Bis zum Bürgerkrieg in Libanon befand sich das Büro im Libanon. Nachdem Bürgerkrieg wechselte das Büro der Reihe nach in die USA, nach Griechenland und Frankreich um. Man vermutet, dass das heutige Büro seine Handlungen von den USA aus verwaltet. Die Mitglieder, Beschlüsse sowie die Verwaltungsgrundlagen des "Büros" sind geheim. Es ist bekannt, dass der im Iran geborene und in Griechenland lebende Hrair Marukijan den Vorsitz des Büros bis 1985 geführt hat.
- b. Zentralkomitee - Es ist das oberste Verwaltungsorgan der Organisation und stellt die Verbindung zwischen dem Büro und den lokalen Gruppen sowie den Organisationen dar. Das Zentralkomitee wird in Gebieten gegründet, in denen die armenische Bevölkerung zahlreich vorhanden ist. Obwohl es im Libanon und Frankreich je ein "Zentralkomitee" gibt, gibt es in den Vereinigten Staaten zwei "Zentralkomitees" und zwar das "Zentralkomitee der östlichen Gebiete" und das "Zentralkomitee der westlichen Gebiete". An der untersten Stelle dieser Struktur, die einer Pyramide gleicht, befinden sich die lokalen Organisationen und Organe. Diese Organisationen und Organe werden nach verschiedenen "armenischen Themen" bezeichnet. Die wichtigsten unter diesen sind "der armenischen Jugendbund", "die Jugendorganisation", "die Pfadfinderorganisation der Schüler und Schülerinnen" und "die Sport- und Kulturorganisationen".
- c. Das Zentralkomitee bzw. die Zentralkomitees verfügen auch über Propaganda- und Presseeinheiten, Komitees für juristische Angelegenheiten, für das Finanzwesen und für das Militär sowie ein "Überwachungskomitee für die armenische Immigration". Diese sind viel mehr Dienstleistungen im Bereich der Auskunft und Technik. Der Titel "armenische revolutionäre Föderation" wurde zur Verbreitung der Propaganda sowie zur Verhinderung von Reaktionen unter der westlichen Öffentlichkeit geändert und nahm den Namen "armenisches Nationalkomitee" an, das die politischen Handlungen für die Taschnak führt. In verschiedenen Propagandaaktivitäten werden beide Namen so eingesetzt, als ob sie zwei verschiedene Organisationen seien.
2. Ihre Vorhaben und Ziele
Die Organisation Taschnak hat das Ziel, ein nicht-kommunistisches Armenien zu gründen und Entschädigungen für die Behauptungen über türkische Verbrechen an den Armeniern zu erhalten. In den Presseorganen der Taschnak werden diese Ziele wie folgt dargelegt: "Wir werden weiterhin auf den Friedensvertrag von Sevres beharren. Dieses Abkommen ist ein Meilenstein unseres Kampfes..."
Das endgültige Ziel der Taschnak kann man mit dem "Vier-T-Plan" zusammenfassen: Bekanntmachung der Behauptungen über einen Völkermord anhand von terroristischen Methoden, die Anerkennung dieser Behauptungen durch die Türkei, Entschädigungszahlungen seitens der Türkei und letztendlich die Rückgabe der den Behauptungen nach von der Türkei besetzten armenischen Gebiete.
3. Ihre Strategien, Vorgehen und Handlungen Zwar stellt die Organisation Taschnak ihre Strategie in der Form von "Verwirklichung der Ziele auf friedlichen Wege" dar, doch ihre Aktivitäten der vergangenen Jahre zeigen, dass die Taschnak wie eine Terrororganisation gehandelt hat.
Die Terrororganisation "Gerechtigskeitkommandos des armenischen Genozids" wurde von der Taschnak gegründet. Der Name dieser Organisation wurde später in "armenische Revolutionsarmee" geändert. Alle Verbrechen und Bombenanschläge dieser Organisation wurden von der Taschnak geplant. Doch die Terrororganisation der Taschnak unterscheidet sich von der ASALA in einem Punkt. Die ASALA macht bei ihren Anschlägen keine Unterschiede zwischen Türken und anderen Staatsangehörigen. Die Terrorgruppen, die nach den Anweisungen der Taschnak handeln, verfolgen nur ein Ziel, nämlich Türken bzw. türkische Botschafter.
Nach dem Mord des türkischen Generalkonsuls in Los Angeles im Jahre 1982 erklärte die Terrororganisation "Gerechtigkeitkommandos", ihr einziges Ziel seien die türkischen Diplomaten und türkischen Institutionen. Dies ist der beste Beweis dafür, dass diese Terrorgruppe eine Untergruppe der Organisation Taschnak ist. Die gleiche Erklärung wurde auch Infolge des Angriffs der "armenischen Revolutionsarmee" auf den türkischen Botschafter in Lissabon wiederholt.
Taschnaks haben sich im XIX. und XX. Jahrhundert mehr nach dem Westen gerichtet und versucht, die Öffentlichkeit im Westen zu beeinflussen. Die Organisation Hindschak richtete sich dagegen mehr nach Rußland.
Die Strategie der armenischen Terrororganisation wurde infolge der Angriffe auf die türkischen Botschafter folgenderweise dargestellt:
"Es gibt zwei Phasen um das endgültige Ziel dieser Befreiungsbewegung zu erlangen. Die erste Phase ist die Gewährleistung der Unterstützungspunkte. Dies wird "inländische Propaganda" genannt. Die zweite ist die Bekanntmachung im Ausland, d.h. die Sympathie der Welt auf sich zu lenken. Zumindest muss man sich darum bemühen, dass Interesse der Weltöffentlichkeit auf sich zu ziehen. Dies hingegen bedeutet mit anderen Worten "es ist Zeit für die Demonstrationen..."
Die Eigenschaften der Taschnak werden von Varanchijan, dem Historiker der Partei Taschnak, mit folgenden Erklärungen dargestellt:
"Vielleicht hat keine andere revolutionäre Partei -nicht einmal die russische Nazodovoletz und italienische Carbonaries, die sehr viele Erfahrungen in terroristischen Aktionen hatten und die vor nichts zurückschreckten- solch respektlose Terroristen wie die Taschnak ausgebildet. Hunderte von bewaffneten Kämpfern waren mit Bomben und Handscharen ausgerüstet und wurden für die Rache ausgebildet..."
4. Die Kongresse in Wien und München Während des 22. Kongresses der Partei Taschnak, der am 27. Dezember 1981 in Wien veranstaltet wurde, wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Das Ziel der Partei ist die Gründung eines vereinigten und freien Armeniens.
- Andere armenische Organisationen sind durch die Vermittlung von politischen Komitees und der Ausübung von Druck auf die Seite der Taschnak zu lenken.
- Mit den westlichen Ländern sind engere Beziehungen zu knüpfen.
- Mit sowjetischen Armeniern sind Kontakte aufzubauen. Die armenische Umsiedlung muss gestoppt werden.
An dem Kongress in München im Jahre 1984 nahmen aus 15 Ländern Parteivertreter teil und fassten folgende Beschlüsse:
- Um den armenischen Kampf bekannt zu machen, müssen neue Kampagnen gestartet werden.
- Es müssen verschieden friedliche und legale Wege eingeleitet werden, um eine politische Lösung für den armenischen Kampf zu finden. Zum Beispiel müssen im US-Kongress und der UN-Menschenrechtskommission Kontakte zu diesem Thema aufgenommen werden, damit der (angebliche) Völkermord an den Armeniern anerkannt wird.
Im Anschluss an den Kongress hieß es in der veröffentlichten Deklaration wie folgt:
"Die Rechte der armenischen Völker müssen mit der Anerkennung des armenischen Völkermordes von Seiten der Türkei gewährleistet werden. Wir werden uns weiterhin für eine Entschädigung der menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verluste und für die erneute Gründung des tausendjährigen armenischen Vaterlandes einsetzen..."
Die Beschlüsse beider Kongresse sind hinsichtlich der Festlegung der Themen, die als Propagandamittel der Taschnak genutzt werden, von Bedeutung.
5. Ihre Unterstützungen und Beziehungen Die Taschnak wird viel mehr von den USA und europäischen Staaten unterstützt. Ihre Beziehungen basieren möglichst auf keiner Kontaktaufnahme zu den anderen Terrororganisationen. Sie hat zu den verschiedenen Organisationen der genannten Staaten Beziehungen. Ihre hauptsächlichen Unterstützungsquellen sind die Kirchen und der Kirchenbund sowie die "armenischen Lobbies" und "die Forschungszentralen".
6. Die politischen Entwicklungen Bis zu den 70er Jahren wurden die Politik der armenischen Taschnak-Terrororganisation von der Gründung und Unabhängigkeitserlangung der sowjetischen Armenier bestimmt. Aus diesem Grund wurden die Feindseligkeiten gegenüber der Sowjetunion vorrangiger. Gegen diejenigen, die sich für die sowjetischen Armenier einsetzten und diese verteidigten, wurde ein grausamer Kampf eingleitet. Der Grund für den Mord an dem Erzbischof der armenischen Cross-Kirche in New York während einer Weihnachtspredigt von Seiten eines Taschnak-Rebellen, war seine Zustimmung der Lage im sowjetischen Armenien.
Mit der Auflösung der führenden Ämter und Stellen in der armenischen Republik nach 1970 aufgrund von Todesfällen und anderen Ursachen, kam es zu bedeutenden Veränderungen in der Politik der Taschnak. Sie richtete sich nur noch gegen die Türkei und Türken. Im Jahre 1972 wurde die von der Taschnak gegründete und organisierte Terrorgruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" eingesetzt. Die Zeitung Aztag Schapatorjag, das Propagandaorgan der Taschnak, gab mit der Aussage "der letzte Weg und Ausgangspunkt der zeitgenössischen Befreiungskämpfe ist der Terrorismus" die Methode der neuen Periode bekannt.
Doch der Anschlag auf den türkischen Botschafter in Lissabon brachte der Taschnak kein Ansehen. Obwohl nach diesem Anschlag der Name der Gruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" in "Armenische Revolutionsarmee" geändert wurde, wurde diese Namensänderung kein Retter für die Taschnak. Der Taschnak-Attentäter Susanjan wurde im Jahre 1984 festgenommen und verurteilt. Vor allem dieses Ereignis beeinträchtigte die Politik der Organisation Taschnak. Während dieser Periode verlor die Taschnak die Unterstützung der amerikanisch-stämmigen Armenier. Die Zeitung "Armenien Reporter" berichtete in ihrem Artikel, dass die Taschnak-Partei von Armenier aus dem Libanon und dem Ausland geführt werde und hilflos gegenüber der Mehrheit sei, die den Terrorismus nicht unterstütze.
Der terroristische Flügel wurde geschwächt und es kam zu Konflikten unter den Taschnak Mitgliedern, vor allem unter den Verwaltern und Vorsitzenden der "Büros" und "Zentralkomitees". Die Leitung der Organisation hat sich in zwei Gruppen geteilt. Die mächtigen Männer des "Büros", die Vertreter des Zentralkomitees im Libanon sowie die Vorgesetzten wurden im Libanon ermordet oder galten als vermisst. Ende 1985 war nicht mehr die Rede von einer Einheit in der Taschnak.
Zwei Faktoren spielten eine wesentliche Rolle für diese Situation der Taschnak. Der erste Faktor war die Veröffentlichung der Beziehungen zwischen den Taschnak-Verwaltern und den Geheimdiensten einiger Staaten. Dadurch stellte sich heraus, dass diese Geheimdienste die armenischen Kirchen von einer Hand aus führen wollten. Der zweite Faktor war der Kampf zwischen der ASALA und der Taschnak. Die ASALA-Verwalter verwendeten für die Taschnak die Aussage: "Parasiten, die das Blut der Armenier aussaugen und ihr Leben auslöschen".
7. Ihre Presseorgane Die Organisation Taschnak wurde durch die armenischen Komitees und Terrororganisationen, die im Bereich der Propaganda sehr viele Erfahrungen hatten, unterstützt. Durch Kommunikationsmittel wie die periodisch bzw. unperiodisch erscheinenden Zeitschriften, gekaufte Radiosendungen, private Radios und Fernseh- und Videofilme etc. erhielten sie die Möglichkeit, ihr Ziele, Bewegung und Politik der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Sehr viele Staaten haben diesbezüglich die Organisation Taschnak unterstützt und ihr ihr Interesse entgegenbracht.
Die wichtigsten Presseorgane der Taschnak in den USA waren "Hayrenik" und "Asbarez" sowie die in englisch veröffentlichte "Armenian Weeky".
Obwohl die Anzahl der Mitglieder dieser Organisation begrenzt ist, ist es von Bedeutung, dass sie in Städten wie z.B. Paris, Bukarest, Eriwan und München 22 Weltkonferenzen veranstaltet haben, welche als Propaganda zur Verbreitung der Organisation dienten.
QUELLE: Uras Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Belee Yayınları, Istanbul, 1987, S.432-4
Armenische Aufstände
Der Vorfall von Musa Bey
Der Musa Bey Vorfall zählt zu den für die Propaganda in Europa am häufigsten benutzten Vorfälle, bevor es zu den Demonstrationen der Hindschak Organisation in Istanbul-Kumkapı kam. Aufgrund dieses Ereignisses wurde die Sicherheit des Lebens und des Besitzes der in der Türkei lebenden Armenier, besonders hinsichtlich der Sicherheit des Christentums, in Frage gestellt.
Gegen den aus Mutki stammenden Musa Bey wurden die folgenden Vorwürfe gemacht:
Musa Bey hatte geplündert, gefoltert und es wurde vergebens mehrere Beschwerden gegen ihn eingebracht. Er entführte die Cousine eines Priesters aus Muş, die Armenierin Gülizar, brachte sie in sein Haus, vergewaltigte sie, verheiratete sie danach mit seinem Bruder, stellte aber die Bedingung, dass sie zum Islam übertritt. Doch Gülizar beharrte auf ihren Glauben. Aufgrund der Folterungen von Musa Bey wurde sie an einem Auge blind. Sie flüchtete aus dem Haus und schloss sich den Bewohnern von Muş an, die sich auf den Weg nach Istanbul gemacht hatten, um eine Beschwerde einzureichen. 58 Armenier aus Muş, darunter auch Gülizar und der Priester, legten im Ministerpräsidium und beim Gericht Beschwerde ein. Doch vergebens. Das Patriarchat brachte sie in Karawansereien unter. Das Komitee ermutigte sie, auf dem Hof des Gerichtes "Erbarmung" zu schreien, worauf hin sie verhört wurden.
Nach diesem Vorfall wurde Musa Bey nach Istanbul berufen, um sich vor Gericht zu verantworten. An den Gerichtsverhandlungen nahm eine große Gruppe ausländischer politischer Vertretern und Journalisten teil. Rund 60 Personen wurden als Zeugen angehört. Das Gericht sprach Musa Bey frei. So konnten die Komiteemitglieder wieder nicht das gewünschte Ziel erreichen.
Der Vorfall Musa Beys diente als starkes Argument in der Propagandaarbeit. Fotos von Gülizar, ihrer Mutter und ihrem Onkel, wurden ins Ausland geschickt, um die Christen aufzuhetzen.
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, S. 460 - 461.
Der Vorfall von Erzurum
Der Aufstand in Erzurum begann am 20. Juni 1890. Der damalige Gouverneur Samih Paşa und einige andere Zuständige stellten fest, dass die Armenier aus Rußland Waffen und Munitionen beschafften und sie in der Schule Sanasaryan und in verschiedenen Kirchen versteckt hatten. Die Sicherheitskräfte versuchten im Juli die Kirche zu durchsuchen. Doch waren die Armenier darauf schon vorbereitet, da sie von der geplanten Durchsuchung gehört hatten. Mit dem ersten Befehl erschossen die Armenier einen Offizier und zwei Soldaten. Bei der Operation kam auch ein Polizist ums Leben. Erst danach konnte die Kirche durchsucht werden.
Ein armenischer Augenzeuge betonte in seinem, anläßlich des Jahrestages des Vorfalls von Erzurum, in den USA von Armeniern herausgegeben Zeitung Hayrenik im Jahr 1927 erschienen Artikel, folgendes:
"Der Gründer der Sanasaryan Schule ist 1890 gestorben. Es wurden für ihn Gottesdienste veranstaltet und getrauert. Die Regierung wurde darüber informiert, dass sich in der Schule eine Waffenwerkstatt befand. Man glaubte, dass die armenischen katholischen Priester die Regierung darüber unterrichtet hatten. Vor der Durchsuchung meldete ein Mitglied der Organisation “Verteidigende Bürger” namens Köpek Bogos, dass die Schule in zwei Stunden durchsucht werden würde. Sofort wurden Bücher über die nationale Geschichte, Hefte und alles, was beim ersten Anblick auffallen könnte, versteckt. Die Durchsuchung ergab nichts. Die Armenier schrien, dass der Eintritt der Türken in die Kirche, die Kirche beschmutze. Danach begannen die Männer von Gergesyan, der von der Vertretung des Daschnaksutyun Komitees in Erzurum getötet wurde und zu den gründenden Mitgliedern des sogenannten Vereins der Verteidigenden Bürger gehörte, das Volk aufzuhetzen. Läden wurden geschlossen, Gottesdienste verboten, die Glocken läuteten nicht mehr. Die Armenier waren Herr der Lage. Die Aufständischen machten aus dieser Gelegenheit Gebrauch und schrien 'die Armenier sind seit drei Tagen frei, wir werden diese Freiheit mit den Waffen schützen'. Sie forderten Steuererleichterungen von der Regierung, die Aufhebung des Betrags gegen den Wehrdienst, die Niederbrennung der nicht mehr heiligen Kirche und deren Neuerrichtung sowie die Umsetzung des Artikels 61.
Die Armenier verbrachten drei bis vier Tage auf dem Friedhof, in der Kirche und auf dem Schulhof. Armenische Intellektuelle, welche die Gruppe aufzulösen versuchte, wurden geprügelt. Die Warnung der Regierung wurde nicht beachtet. Die Aufständischen ermutigten das Volk. Als der Bruder von Gergesyan zwei Soldaten erschoss, kam es zu einem zweistündigen Schusswechsel. Am nächsten Tag reisten Konsule durch die Stadt. Auf beiden Seiten gab es mehr als 100 Tote und 200 bis 300 Verletzte. Doktor Aslanyan, der im Namen der Armenier den Konsulen berichtete wurde von der Regierung verfolgt und flüchtete aus der Stadt.
Der russische Konsul Tevet besuchte den Gouverneur und sagte zu ihm, "eine solche aufständische Rasse, hätte man auch in Rußland getötet." Gegenüber der armenischen Gemeinde betonte jedoch der russische Konsul, "das armenische Volk hat es nicht verdient, unter der Herrschaft einer so grausamen Regierung wie jener der Türkei zu leben."
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, Seite 458 - 459
Die Demonstration in Kumkapı
Einer der wichtigsten Vorfälle, die die Armenier als Propagandamittel verwendet haben, war zweifellos die Kumkapı Demonstration. Die Hintschaks meinten, dass sie diese Demonstration ohne Waffen nur für die Gerechtigkeit durchgeführt haben, wobei H. Canyülgan, Führer dieser Bewegung, diesen Vorgang folgendermaßen schilderte:
"Hätte man in Istanbul nicht gegen den Musa Bey und Erzurum Vorfall reagiert, dann hätten die Armenier sich vergessen gefühlt. Aus diesem Grunde war eine Gegenbewegung erforderlich. Die in Anatolien durchgeführten Morde würden Europa nicht interessieren. Deswegen war es erforderlich, vor den Augen der Botschafter eine Demonstration zu veranstalten, die die Aufmerksamkeit Europas wecken sollte.
Hätte sich für die armenische Aufregung nur Armenien interessiert, so würde dies Rußland auffallen. Rußland würde dann eines Tages Armenien erobern. Und falls die Demonstration in den anderen Provinzen und vor allem in den Stadtzentren durchgeführt werden würde, dann würde dies auch die Aufmerksamkeit der anderen Länder wecken.
Ein Volk, das zusammen mit anderen Völkern im Vaterland verstreut lebt, würde nur die im Vaterland durchzuführenden Demonstrationen zum Mißerfolg führen. Aus diesem Grunde mußten die Armenier-Bewegungen außerhalb der Grenzen Armeniens durchgeführt werden. Istanbul war ein geeignetes Zentrum dafür. In Istanbul lebten 200.000 Armenier.
Die Quelle des Problems befand sich in Istanbul. So mußten die Demonstrationen vor der Nase des Palastes stattfinden.
Als unter dem Volk, das seit 500 - 600 Jahren unter Gefangenschaft lebt, der Wunsch nach einem Aufstand erwachte, mussten die Aufständischen diese Situation nutzen und diese Gesinnung stabilisieren und verbreiten. Die Verbreitung des Gedanken über einen Aufstand unter der Bevölkerung zählte zu den Zielen der aufständischen Armenier."
Die Komiteevorsitzenden versammelten sich vor den Kumkapı Vorfällen in der Wohnung des Russen Megavoryan, die in den Nebenstraßen von Beyoğlu lag. In geheimer Abstimmung wurden zwei Personen gewählt, die die für den 15. Juli geplante Demonstration leiten sollten. Cangülyan sollte den Patriarchen zum Palast bringen und Murad übernahm die Verantwortung, die Deklaration vorzulesen.
Am Tag des Vorfalles wurden die Telegrammleitungen der europäischen Seite Istanbul's unterbrochen und die Hindschaks versammelten sich in der Kirche. Die Deklaration wurde per Handschrift kopiert und an das Volk verteilt. Zeitgleich las Cangülyan die Deklaration vor. Der Patriarch Aşıkyan, der den Gottesdienst führte, flüchtete in das Patriarchat und wollte nicht zusammen mit den Aufständischen zum Palast zu gehen. Die Hindschaks besetzten das Patriarchat, es wurde geschossen, und sie zerstörten die Fenster und Decken des Gebäudes.
Schließlich wurde der Patriarch Aşıkyan mit Gewalt in einen Wagen gedrängt und in den Palast gefahren. Das versammelte Volk und die Aufständischen riefen "Es lebe das Hintschak Komitee, es lebe das armenische Volk, es lebe die Freiheit!" Doch Dacad und Mampra Vertabetler hatten die Regierung über die Vorfälle unterrichtet und das Fahrzeug, in dem sich auch der Patriarch Aşıkyan befand, wurde seitens der Militärkräfte angehalten. Daraufhin schossen die Aufständischen auf die Soldaten. Cangülyan berichtet über diesen Vorfall wie folgend:
"Unsere Seite schoss wie wild auf die Soldaten, und die Soldaten versuchten, die auf sie schießenden Männer zu verhaften. 6-7 Soldaten fielen schwer verletzt zu Boden. 10 Soldaten waren nur leicht verletzt. Zwei von uns kamen ums Leben."
Der von den Hindschaks "unbewaffnete Demonstration" genannte Kumkapı Vorfall endete auf diese Weise.
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi , Istanbul, 1987, Seite 461-463
Der erste Sasun Aufstand
Das mit seinen Aufständen berühmte Sasun war nach der damaligen Zivilorganisation ein Landkreis mit mehr als 100 Dörfern, war hinsichtlich Administration und Rechtsordnung an Siirt gebunden und lag 14 Stunden von Muş entfernt. In der Nähe lagen die Landkreise Mutki und Garzan. Aufgrund der gebirgigen steilen Lage war dieser Ort abgelegen vom Einfluss der Regierung. Das Volk sprach eine gemischte Sprache zwischen Zaza und kurdisch, obwohl sich unter den Einwohnern auch Armenier befanden. Es wurde hier keine Volkszählung durchgeführt, man vermutet aber, dass die damalige Bevölkerung zu 1/5 aus Armeniern und der Rest aus Kurden bestand.
Um 1890 hielt sich hier ein Armenier mit dem Namen Mihran Damadyan ungefähr drei Jahre auf und versuchte im Namen der Hindschaks Propaganda zu verbreiten und die Armenier somit zum Aufstand zu provozieren. Auf die Anzeige der Sasun Armenier wurde Damadyan 1893 festgenommen und zur Verurteilung nach Istanbul geführt, jedoch anschließend wieder freigelassen.
Der Sasun Aufstand wurde seitens des Hindschak Komitees nur aus dem Grund organisiert, um den Eingriff fremder Länder zu gewährleisten. Der Aufstand wurde mit einem Plan Murads (Kamparsun Boyacıyan) verwirklicht.
Murad gelangte über den Kaukasus nach Sasun und erhielt von der Taschnak Organisation Unterstützung und Hilfe. Nach seinem Eintreffen in Sasun hatte er einige Armenier um sich gesammelt und Plane für den Aufstand aufgestellt. Der Aufstand, der eigentlich nur durchgeführt wurde, um den Rückzug der fremden Eingriffe zu verhindern, wurde mittels der armenischen Kommitees und des Patriarchats überall veröffentlicht. In verschiedenen Hauptstädten Europas kam es zugunsten der Armenier zu Veröffentlichungen. Überall wurde von der Verantwortung, die England mit der Zypern-Abmachung übernommen hatte, berichtet.
Holward, der englische Konsul von Van wollte zu Untersuchungszwecken nach Sasun reisen; doch da die Regierung Holward als den Provozierenden des Aufstandes ansah, wurde diese Reise nicht genehmigt. Nach langen Besprechungen wurde beschlossen, dass die Konsule derjenigen Länder, die in Erzurum ein Konsulat hatten, also Frankreich, England und Russland, in die osmanische Untersuchungskommission aufgenommen werden sollten. Die Kommission führte vom 4. Januar 1895 bis zum 21. Juli eine 6 monatige Untersuchung durch, es wurden 108 Versammlungen veranstaltet und mehr als 190 Zeugen verhört. Ömer Bey, wurde zum stellvertretenden Gouverneur von Bitlis ernannt und musste aus diesem Grund aus der Kommission austreten. Am 23. August wurde Murad, der Führer des Aufstandes, verhaftet.
Die Armenier hatten sich vom Aufstand in Sasun große Hoffnungen erwartet. Demzufolge würde Europa bei einem Aufstand in Sasun direkt eingreifen, die Forderungen der Armenier erfüllen und aus diesem Aufstand könnte großer Nutzen gezogen werden.
Die Hindschaks haben zum Zweck der Weiterführung des Aufstandes in Istanbul und in den anderen Provinzen mit dem Stempel des Komitees versehene Hilfskarten verkauft und somit eine große Menge Geld eingesammelt.
Die amerikanische Zeitung New York Herald hat den Vorfall in seinem veröffentlichten Artikel folgendermaßen dargelegt:
"Die europäische Untersuchung hat gezeigt, dass die Armenier zusammen mit den fremden Povozierenden einen Aufstand durchgeführt haben. Die Rebellen haben mit modernen Waffen aus England Unterstützung geleistet, nach Brandanschlägen, Morden, Ausbeutereien und Widerstand gegen die Soldaten haben sie sich in die Berge zurückgezogen. Das Untersuchungskomitee hat festgestellt, dass die Osmanische Regierung mit der Widerstandsleistung gegen die Rebellen, von seinem, gesetzlich zustehenden Recht Gebrauch gemacht hat. Die Soldaten waren in der Lage, nach blutigen Auseinandersetzungen die Rebellen zu besiegen. Die ca. 3000 bewaffneten Rebellen flüchteten sofort in die unüberwindbaren Berge. Mit glaubhaften Worten und Zeitungsartikeln kann ihnen kein Recht zugeteilt werden.
3000 Armenier versammelten sich auf dem Anduk Berg. Sie beabsichtigten, die Ortschaft Muş zu erobern. Zu diesem Zweck griffen sie den Volksstamm Delican im Süden von Muş an. Ein Teil dieses Stammes wurde ermordet und geplündert. Der Glauben der in Gefangenschaft genommenen Muslimen wurde erniedrigt, sie wurden auf unglaubliche Art und Weise ermordet. Diese Rebellen griffen die Soldaten in der Nähe von Muş an, konnten jedoch aufgrund der starken Militärmacht die Ortschaft Muş nicht erobern.
Die Rebellen vereinigten sich mit denjenigen Gruppen, die sich in den Anduk Bergen aufhielten. Diese führten furchtbare Morde und Plündereien durch. Sie verbrannten den Neffen des Ömer Ağa und vergewaltigten muslimische Frauen.
Zahlreichen Muslimen wurden die Augen ausgebohrt, ihre Ohren abgeschnitten, sie wurden erniedrigt und zur Anerkennung des Christentums gezwungen.
Ende August griffen die Armenier die Kurden in der Umgebung von Muş an und brannten zusammen mit Güllü-Güzat 2 - 3 Dörfer nieder. 300 Armenier sorgten in Talori für Unruhen, und lehnten es ab, ihre Waffen niederzulegen. Sie mordeten und plünderten weiter. Aus diesem Grunde wurden die Militärkräfte dieser Regionen verstärkt.
Der Rebell Hamparsum flüchtete zusammen mit 11 seiner Männer auf einen hohen Berg. Er wurde lebend gefasst, tötete dabei jedoch zwei Soldaten und verletzte sechs von ihnen. Ende August hatten sich alle Gruppen aufgelöst.
Die Türken behandelten die Frauen, Kinder, Ältere und Behinderte nach islamischen und menschlichen Regeln. Die ums Leben gekommene Rebellen waren diejenigen, die sich nicht ergaben und weiterhin gegen die gesetzliche Herrschaft des Landes antraten.
Quelle : Uras, Esat, Die Armenier in der Geschichte und das Armenier-Problem, Istanbul, 1987, Seite 471 - 477
Der Zeytun Aufstand
Der wichtigste Aufstand, den die Hindschaks in Zeytun einleiteten, fand im Juli 1895 statt. Im Arekun Dorf, in der Nähe von Zeytun, wurde bekannt, dass einige fremde Armenier ihre Aktivitäten ausüben. Diese Personen wurden seitens der Regierung verfolgt, und es wurde festgestellt, dass sie seitens des Hindschak Komitees, dessen Hauptsitz sich in London befand, zum Zweck der Planung eines Aufstandes beauftragt wurden und es sich dabei um die Propagandisten Agasi, Hracya, Abah, Nisan, Melek und Garbet handelte. Sie forderten von den Bewohnern Zeytuns, sich zu bewaffnen und Türken, Soldaten sowie wichtige Ortschaften anzugreifen. Sie teilten ferner mit, dass die Waffen und das Geld von den Komitees zur Verfügung gestellt werde und dass die englische Flotte unmittelbar nach Beginn des Aufstandes in Mersin und Iskenderun eintreffen würde.
Die Aufständischen, darunter auch Partagomios Vartabet und Dorfvertreter, trafen am 16. September 1895 in Karanlık Dere zusammen und planten den Ausbruch des Aufstandes.
Nach diesem Treffen wurden in zahlreichen Orten zeitgleich Aufstände eingeleitet, Telegrammleitungen unterbrochen und 4.000 Bewohner aus Zeytun, davon 2.000 bewaffnet, begannen mit Angriffen. Die Aufständischen umzingelten die Kaserne und das Stadtratgebäude, nahmen den Ortsvorsteher, 50 Offiziere und 600 Soldaten sowie Kommandanten Gefangen. Die Gefangenen wurden später von den Frauen in Zeytun getötet. Kommandant Remzi Paşa forderte Nachschub. Aber auch der zu Hilfe eilende Ethem Paşa musste Nachschub fordern.
Die Aufständischen verfügten über moderne Waffen. Die Soldaten in Göksün leiteten eine Offensive ein und zwangen die Aufständischen zum Rückzug nach Zeytun. Die Stadt wurde umzingelt und kurz vor dem Einmarsch der türkischen Soldaten schlugen die ausländischen Botschafter in Istanbul der Regierung eine Vermittlungsmission für die Armenier in Zeytun vor. Der Palast nahm den Vorschlag an und die Offensive wurde eingestellt. Die Botschafter ernannten ihre Konsule in Aleppo als Vermittler, die am 1. Januar 1896 in Zeytun eintrafen. Am 28. Januar wurde mit den Aufständischen in Zeytun Frieden geschlossen.
Die Bedingungen für einen Frieden waren die Abgabe der Waffen, eine Generalamnestie, die Verweisung von fünf anführenden Aufständischen ins Ausland und Streichung der früheren Steuerschulden. Die Aufständischen ergaben sich und der Aufstand ging somit zu Ende.
Unter der Schirmherrschaft des englischen Konsulats verließen die Mitglieder des Hindschak Komitees am 13. Februar Zeytun und fuhren am 12. März mit einem Schiff nach Marseille.
Der Zeytun Aufstand sowie die aktiven Tätigkeiten der Hindschak Partei in der Türkei waren damit praktisch beendet. Die Partei wollte mit den Aufständen das Interesse Europas erwecken, hetzte dafür mehrere Armenier auf, konnte jedoch nichts erreichen.
QUELLEN: 1) Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, Seite 419 - 496 2) Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK Verlag, Ankara, 1983, Seite 160 - 161
Der Van Aufstand
Der Van Aufstand fand in der Nacht zum 15. Juni 1895 statt. Die diesbezüglichen Vorbereitungen wurden lange davor getroffen. General Mayewski berichtete darüber wie folgt:
"1895 starteten die Aufständischen von Van eine Bewegung, um damit die Aufmerksamkeit Europas auf die Armenier Frage zu ziehen. Im Frühjahr begannen die Vorbereitungen für den Aufstand, man berichtete von Menschen, die außerhalb der Stadt ermordet wurden."
Der englische Konsul Williams schrieb darüber wie folgt:
"Die Taschnaks besitzen ca. 400 Mitglieder in Van. Zusammen mit den 50 Hindschaks provozieren sie Muslime und verhindern die Umsetzung der Reformen. Ich bin mir sicher, dass das größte Hindernis aufgehoben wird, wenn diese zum Schweigen gebracht werden."
Der Kommandant Saadettin Paşa war ebenfalls der gleichen Ansicht. Aufgrund der seit 1895 anhaltenden Vorfälle in Van mussten Maßnahmen getroffen werden. Es wurden bis zum Aufstand 23 Vorfälle registriert.
Der Aufstand in Van fand zwischen dem 15-24 Juni statt. Bei diesem Aufstand verloren 418 Muslime und 1715 Armenier ihr Leben.
Danach hielten kleinere Vorfälle weiterhin an, es kam jedoch zu keinem Aufstand.
QUELLE : Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyasi, TTK Verlag, Ankara, 1983, Seite 161 - 163
Der erste Van Aufstand
Der Van Aufstand fand in der Nacht zum 15. Juni 1895 statt. Die diesbezüglichen Vorbereitungen wurden lange davor getroffen. General Mayewski berichtete darüber wie folgt:
"1895 starteten die Aufständischen von Van eine Bewegung, um damit die Aufmerksamkeit Europas auf die Armenier Frage zu ziehen. Im Frühjahr begannen die Vorbereitungen für den Aufstand, man berichtete von Menschen, die außerhalb der Stadt ermordet wurden."
Der englische Konsul Williams schrieb darüber wie folgt:
"Die Taschnaks besitzen ca. 400 Mitglieder in Van. Zusammen mit den 50 Hindschaks provozieren sie Muslime und verhindern die Umsetzung der Reformen. Ich bin mir sicher, dass das größte Hindernis aufgehoben wird, wenn diese zum Schweigen gebracht werden."
Der Kommandant Saadettin Paşa war ebenfalls der gleichen Ansicht. Aufgrund der seit 1895 anhaltenden Vorfälle in Van mussten Maßnahmen getroffen werden. Es wurden bis zum Aufstand 23 Vorfälle registriert.
Der Aufstand in Van fand zwischen dem 15-24 Juni statt. Bei diesem Aufstand verloren 418 Muslime und 1715 Armenier ihr Leben.
Danach hielten kleinere Vorfälle weiterhin an, es kam jedoch zu keinem Aufstand.
QUELLE : Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyasi, TTK Verlag, Ankara, 1983, Seite 161 - 163
Der zweite Sasun Aufstand
Als der erste Schlag vom 8. August 1895 in Sasun zu keinem Ergebnis führte, beschlossen die Taschnaks den zweiten Aufstand im Juli 1897 einzuleiten. Die Taschnak Banden kamen hauptsächlich über den Iran in die Türkei. Doch der Volksstamm Mazrik störte sie dabei. Um diesen Volksstamm zu vernichten, wurden sie im Juli 1897 von einer 250 Mann starken Gruppe angegriffen. Doch als ihnen dies nicht gelang, zogen sie sich zurück.
Danach führten die Taschnaks ihre Bewegungen im Sasun und Muş weiter. In dieser Zeit übernahm Antranik die Führung der Banden. Antranik, der im Jahre 1866 in Şarki Karahisar geboren wurde und in jungen Jahren dem Komitee beitrat wurde aufgrund eines Mordes an einem Türken ins Gefängnis geworfen. Er wurde vom Komitee befreit und nach Batum gebracht. Im Krieg bei Cihan kam er durch seine Bandenkämpfe zu Ruhm und stieg zum Alay Kommandanten auf. Im Jahre 1890 kam Antranik wieder erneut zum Vorschein.
Das Osmanische Reich beschloss 1901, Quartiere an den Hügeln Taluri und Şenik einzurichten, um in Sasun Ordnung zu gewährleisten. Die armenischen Banden begannen danach mit dem Kampf. Doch der eigentliche Aufstand verbreitete sich Ende 1903 im ganzen Gebiet. Am 13. April 1904 wurde eine Offensive gegen die Aufständischen gestartet, der sie nicht lange widerstehen konnten. Der Bandenkrieg dauerte bis August an und der Führer der armenischen Aufständischen, Antranik, musste nach Kaukasien fliehen.
Nach einem 1929 in Beirut in armenischer Sprache veröffentlichtem Buch von K. Küdülyan mit dem Titel "Antranik Krieger" wurden bei den Kämpfen am 14., 16., 22. April, am 2. Mai und am 17. Juli insgesamt 932 - 1132 Türken getötet, nur 19 Armenier kamen ums Leben. Diese Zahlen wurden von den Armeniern aufgestellt. Der zweite Aufstand von Sason führte dazu, dass die internationale Weltöffentlichkeit ein weiteres Mal mit der Vernichtungsliteratur konfrontiert wurde. Allerdings wurde dem kein großes Interesse gezeigt, denn es begann eine Periode, in der die Staaten auf andere Themen konzentriert waren.
QUELLE: Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK Verlag, Ankara, 1883, Seite 166 - 167
Das Attentat von Yıldız
Der letzte Vorstoß der Taschnaks in der Türkei war das auf Abdülhamit verübte Attentat. Papazian sagte, "Der Attentatsversuch auf Sultan Abdülhamit war der letzte Revolutionsversuch der Taschnaks, den sie im Namen der türkischen Armenier durchführten. Der Attentatsversuch war einer der prachtvollen aber unnützliche Vorstöße des Taschnak Organisation. Der Erfolg hätte der Armenier Frage nichts gebracht. Aber der Mißerfolg rettete unser Volk vor einer großen Katastrophe". 1
Ausgewählte Armenier kamen aus verschiedenen Städten Europas nach Istanbul und begannen den Plan für das Attentat an Abdülhamit zu schmieden. Darunter befanden sich Krisdapor Mikaelyan, der Albanier Vram Şabuh Kendiryan, der Belgier Joris und seine Frau, der Halbgrieche Silvio Rişçi, der in Deutschland geborene Lipa-Rips, Torkom, Safo (Konstantin Kabulyan), Mari Zayn, Garo (Hamparsum Ağacanyan), Kris Fenerciyan, Aşod (Karlo Yovanoiç) sowie weitere Abenteurer aus Kaukasien und Europa. Dabei machten sie in der Nähe des Polonez Dorfes Bombenversuche.
Aufgrund seines russisch-jüdischen Handelspasses konnte Krisdapor mit der Erlaubnis der russischen Botschaft bei den Selamlık-Zeremonien teilnehmen und Untersuchungen durchführen. Er sah, dass es ein Leichtes sein würde, auf den vorübergehenden Padişah eine Bombe zu werfen. Allerdings wurde bei diesen Zeremonien Sand gestreut, was eine Explosion der Bombe verhindern könnte.
Danach wurde ein Plan erwogen, bei dem im Fastenmonat der Padişah bei der Zeremonie am 15. des Monats mit Waffen angegriffen werden sollte. Der Zustand erneut bewertet und es wurde Joris vorgeschlagen, in der Nähe des Dolmabahçe Palastes ein Haus zu mieten. Die Männer warteten bei der Zeremonie mit ihren Waffen. Als allerdings der Padişah einen anderen Weg einschlug, konnte der Plan nicht umgesetzt werden.
Krisdapor, der mit seinen Untersuchungen fortführte indem er jeden Woche nach Yıldız ging, erkannte, dass der Padişah regelmäßig in die Moschee ging. Genaue Abmessungen wurden durchgeführt und beschlossen, eine Zeitbombe an einen der fremden Wagen, die sich nahe vom Padişah aufhielten, anzubringen. Somit könnte der Padişah mit seinen Nahestehenden ermordet werden.
Unter den Sitz des Fahrers wurden 120 kg Sprengstoff befestigt, der nach dem Zünden in 42 Sekunden explodieren sollte. Der Wagen sollte von dem 45jährigen Armenier Zare Haçikyan gelenkt werden. Der Sprengstoff wurde am 18. Juli in das Fahrzeug installiert. Die Bombe wurde am 21. Juli 1905 gezündet und explodierte vor der Moschee. Doch da sich der Padişah um einige Minuten verspätet hatte, scheiterte das Attentat.
Nach den diesbezüglich eingeleiteten Untersuchungen wurde der Österreicher Edouard Joris gefasst und zum Tode verurteilt. Nach einer kurzen Haftstrafe wurde er in den Palast gebracht, und danach gegen einen Lohn in Höhe von 500 Lira als Agent gegen die Armenier nach Europa geschickt. (2)
Quelle: 1) Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK Verlag, Ankara, 1983, S. 167 Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, S. 524-531
Der Vorfall von Adana
Nach tagelangen Provokationen der Armenier ermordeten die Armenier zwei muslimische Jugendliche und weigerten sich, die Mörder auszuliefern. Daraufhin intensivierten sich die Vorfälle und die Muslimen kämpften drei Tage lang auf den Straßen.
Die Regierung entsandte umgehend Soldaten von Dedeağaç nach Adana. Nach dem Eintreffen dieser, wurden erneut Aufstände eingeleitet, welche diesmal jedoch in kurzer Zeit unterdrückt wurden. Cemal Paşa schrieb in seinen Memoiren, dass bei den Vorfällen in Adana 17.000 Armenier und 1.850 Muslimen ums Leben kamen. Wären die Armenier an der Überzahl in der Stadt gewesen, so hätten die Vorfälle zu Gunsten der Armenier geendet.
Das Patriarchat hat durch eigene Untersuchungen eine Totenzahl von 21.300 angegeben. Babikyan Efendi, der Abgeordnete von Edirne hatte einen diesbezüglichen Bericht ausgearbeitet, der dem Parlament vorgelegt werden sollte. Da er nach einer sehr kurzen Zeit danach verstorben ist, konnte dieser Bericht, in dem die Anzahl der Toten mit 21.001 angegeben wurde, nicht debattiert werden. Die von Cemal Paşa angegebene Zahl stammt aus der Zeit, nach Abschluss der Gerichtsverfahren. Mit der Vermutung, dass einige Personen während des Vorfalles weggelaufen und anschließend wieder zurückgekehrt sind, wurde die Zahl von 21.000, auf 17.000 gesenkt.
Nach den Vorfällen in Adana wurde der Ausnahmezustand verhängt. Die muslimischen und armenischen Verbrecher wurden dem Kriegsgericht überwiesen.
QUELLE: Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK Verlag, Ankara, 1883, Seite 175 – 76
Der Vorfall von Bursa
Bei den Durchsuchungen in Adapazarı und Izmit, die nach den sich verbreitenden Aufständen und Unruhen der Armenier vorgenommen wurden, stellte man zahlreiche Waffen sicher. Als die armenischen Banden, die sich in Çengiler, Soloz, Orhangazi, Gemlik und Bilecik seit einiger Zeit organisiert hatten, davon erfuhren, griffen sie das türkische Volk an. Sie zwangen die Regierung, die Gendarmerie und die Militäreinheiten, sie zu verfolgen und versuchten durch Demoralisierung der an der Front gegen den Feind kämpfenden Soldaten diese zu schwächen.
Die armenischen Aufständischen verfügten über die modernsten Waffen und über Sanitätsmaterial und schlossen sich mit den aus Izmit und Adapazarı geflüchteten Aufständischen zusammen. Die 60- bis 70-köpfigen Gruppen verübten überall Angriffe. Die Aufständischen wurden vom Priester Barkef, seinem Sekretär Sokpa, dem Direktor der Armenierschule in Bursa, von dem Bediensteten der Kirche und weiteren Geistlichen angeführt.
QUELLE: Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Gnkur. Basımevi, Ankara, 1984, Seite 239
Der Vorfall von Fındıkçık
Während der Umsiedlung der Armenier aus dem Zeytun-Gebiet, die gegen die osmanische Regierung Aufstände einleiteten, verteilten sich einige armenische Banden ins Gebiet nördlich des Nur Gebirges und griffen von dort aus die türkischen Dörfer, die Militäreinheiten und die Gendarmerie an, brannten dort alles nieder, und ermordeten zahlreiche unschuldige Menschen.
Später versammelten sich im Frühjahr 1915 ca. 600 armenische Aufständische, die aus Zeytun, Saimbeyli, und Maraş kamen, im Fındıkçık Dorf, das 30 km vom Kreis Ayvalik entfernt und zwischen den Ortschaften Maraş und Bahçe lag, und leiteten dort einen Aufstand ein. Sie brannten außerdem weitere vier Dörfer, die in der Umgebung lagen, nieder. Die Armenier aus dem Maraş Gebiet versammelten sich auch in Fındıkçık und das Dorf bereiteten sich auf eine starke Verteidigung vor.
Dabei konnte mit einer in diesem Gebiet eingesetzten Gendarmerieeinheit kein positives Ergebnis erzielt werden. Daraufhin wurde der Aufstand mit dem 132. Infanterieregiment aus Islahiye, einem Infanteriebataillon aus Belen und einer Artillerieeinheit niedergeschlagen. Bei diesem Vorfall wurden mehr als 10 türkische Dörfer niedergebrannt und ca. 2000 Türken grausam ermordet.
Quellennachweis : Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Gnkur. Basımevi, Ankara, 1984, S. 243-244
Der Vorfall vom Musadağı
Der Musa Berg befindet sich am Rande des Nur Gebirges. Der Berg ist ca. 1.000 m hoch, mit großen Felsen und dichten Sträuchern bedeckt und hat die Form eines einzigen spitzen Blockes. Das Buch eines Juden namens Werfel mit dem Titel "40 Tage auf dem Musa Berg" wurde von den amerikanischen Armeniern verfilmt, um zu zeigen, welchen Misshandlungen sie angeblich ausgesetzt waren. Dieser, während des 1. Weltkrieges ereigneter Vorfall wird von General Fahrettin Türkkan, dem damaligen Gouverneur von Aleppo folgendermaßen geschildert:
"Als während des ersten Weltkrieges verbreitet wurde, dass die Verbündeten Staaten im Iskenderun Gebiet eine Truppenlandung durchführen werde, verweigerte das Volk sieben armenischer Dörfer der Gemeinde Samandağı seine Steuerschulden an die Regierung auszuzahlen. Sie verweigerten die Hilfestellung für die Türkische Wehrmacht und stiegen für ihren Aufstand auf den Berg Musa.
Daraufhin hat die Regierung Beamte beauftragt, in dieses Gebiet einzugreifen. Doch die Armenier widersetzten sich und leisteten Waffenwiderstand. Oberst Galip, der Kommandant des Gebietes sah keinen anderen Ausweg und nahm mit dem Gendarmerieregiment die Wege, die vom Musa Berg ins Tal führten, unter Kontrolle. Er stieg anschließend persönlich auf den Berg Musa, um ein letztes Mal mit den Rebellen zu reden und bemerkte, dass sich niemand auf dem Berg befand. Nach den durchgeführten Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Armenier den Berg auf einem Abstieg Richtung Mittelmeer verlassen hatten. Oberst Galip verfolgte die Spuren bis zum Ufer und traf hier auf 20 - 30 tote Tiere.
Nach Untersuchungen wurde festgestellt, dass ein französisches Kriegsschiff, dass die Ufer unter Kontrolle hielt, die Armenier auf ein Zeichen hin vom Musa Berg mit Booten abgeholt und auf das Schiff gebracht hatte. Dies kann von der französischen Regierung bestätigt werden. Bei den Untersuchungen traf man auf dem Berg Musa weder auf Leichen, noch auf Verwundete oder Kranke. Daraus kann gefolgert werden, dass das Thema dieses vom Juden Werfel geschriebenen Buches, das in fast alle Sprachen übersetzt und anschließend verfilmt wurde, der Phantasie entnommen und zur Täuschung der Öffentlichkeit verwendet sowie als Propaganda gegen die Türken eingesetzt wurde."
Dies ist der Vorfall am Berg Musa, der beabsichtigte, die Türken zu beschuldigen. Die Franzosen hatten während des 1. Weltkrieges dem Samandağ Gebiet, das sie als wichtigste Ein- und Ausfahrtsstelle des Iskenderun Gebietes und der Provinzen Aleppo sowie Hatay zum Mittelmeer betrachteten, besondere Bedeutung beigemessen. Sie erwogen auch einen Angriff aus dieser Gegend. Aus diesem Grund haben die Franzosen die Stadt Iskenderun 6 Mal bombardiert und die in diesem Gebiet lebenden Christen zum Aufstand angestiftet. Der Zweck war es zwar, die Osmanische Regierung in einen schwierigen Zustand zu versetzen, doch bis zum Ende des Krieges fanden sie keinen Mut und keine Gelegenheit, einen derartigen Eingriff durchzuführen.
Quellennachweis : Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Das Armenier Problem mit Nachweisen. Generalstabsdruckerei, Ankara, 1984, Seite 245 - 246
Der Vorfall von Şebinkarahisar
In Anatolien kamen zahlreiche Aufstände zustande. Einer davon ist der Şebinkarahisar Vorfall vom 5. Juni 1915.
Ein armenischer Rebellenführer mit dem Namen Sivaslı Murat (Hamparsum Boyaciyan) griff mit seinen 500 Männern Şebinkarahisar an. Da der Hauptversorgungsweg der Ostfront der türkischen Armee durch diesen Ort verlief, hatte das Gebiet eine strategische Bedeutung. Falls die Armenier dieses Gebiet erobern würden, würden sich die Versorgungsdienste verzögern, und dies wäre zum Vorteil der russischen Armee. Die Rebellen brannten den moslemischen Stadtteil von Şebinkarahisar nieder. Sie töteten durch Folter zahlreiche Türken und griffen auch die Soldaten und Gendarmeriekräfte an.
Der Aufstand der Armenier wurde mit zusätzlichen Kräften, die aus anderen Regionen herbeigezogen wurden, unterdrückt.
In der unter der Kommandantur des 10. Generalkommandos in Sivas am 15. Juni 1915 zugestellten Nachricht wurden im Bezug auf diesen Vorfall folgende Ausdrücke verwendet:
"Es wurde bekannt, dass ca. 500 armenische Rebellen in der alten Burg von Şebinkarahisar einen Aufstand zustandegebracht haben. Das Regierungspräsidium von Sivas hat uns mitgeteilt, dass zwischen den Rebellen und den Sicherheitskräften Auseinandersetzungen stattgefunden haben".
In der Nachricht des Regierungspräsidiums von Sivas an die Kommandantur des 3. Generalkommandos vom 18 - 19. Juni 1915 heiß es:
"Es wurde mitgeteilt, dass der Aufstand in Şebinkarahisar unterdrückt wurde, dass sich ca. 800 armenische Frauen, Männer und Kinder in der Burg versteckt haben und dass ca. 200 der Rebellen bewaffnet sind".
Quelle : Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Das Armenier Problem mit Nachweisen. Generalstabsdruckerei, Ankara, 1984, Seite 227 – 228
Die Vorfälle von Urfa
Nach der Ausrufung der konstitutionellen Periode haben die armenischen Komitees in Urfa eine aus Freiwilligen bestehende Organisation gegründet und die aus Ostanatolien übergesiedelten Armenier betrogen. Zu dieser Zeit wurde eine, 1895 beim Aufstand in Urfa für schuldig erklärte, nach Tripolis versetzte, und nach der Ausrufung der konstitutionellen Periode mit einer Amnestie in die Türkei zurückgekehrte, sich als Priester ausgebende Person, seitens des armenischen Patriarchats in Istanbul nach Urfa geschickt. Diese Person hat den Aufstand der Armenier vorbereitet, sie zur Feindlichkeit gegen die Türken angeregt und über die Bedeutung von Waffen und Munition unterrichtet.
Der Vorbereitung der Armenier in Urfa hatten auch die Russen eine große Bedeutung beigemessen. Denn das Urfa-Gebiet befand sich auf der Hauptstraße von Ostanatolien nach Iskenderun. Den Banden in Urfa wurden Nahrungsmittel für acht bis zehn Jahre zur Verfügung gestellt. Die Eroberung von Van seitens der Russen hat die Provokationen und Propaganda der armenischen Aufständischen beschleunigt. Sie behaupteten, dass die Russen innerhalb von einigen Monaten über Diyarbakır Siverek nach Urfa einmarschieren werden und riefen die Armenier zum Aufstand auf.
Das Interessante bei den Vorbereitungen für den Aufstand war, dass eine für die Gebiete Zeytun, Sason, Bitlis, Antep bestimmte und aus Revolutionären, lokalen Banden und Fahnenflüchtigen bestehende bewaffnete Einheit für Tätigkeiten wie Wasser tragen, Weizen mahlen, Brot backen, Kranke und Verletzte pflegen, Waffen reinigen, Befehle übermitteln, Munition herstellen und Besprechungen abhalten, gegründet wurde.
Während man auf eine günstige Zeit für den Beginn des Aufstandes wartete, dabei Waffen sammelte, die 1894 Geborenen zum Militär einberief und die aus den Gebieten Zeytun, Sason und Diyarbakır entflohenen armenische Soldaten zu den Revolutionären beitraten, brachen im Dorf Germiş und am 19. August 1915 im Zentrum von Urfa die ersten Aufstände aus.
Am folgenden Tag des Aufstandes versuchten die Armenier, wie vorher beschlossen, türkische Offiziere und Arbeiter, die am Weg Tellelebyaz-Urfa-Siverek als Dienstleistungsbattaillon eingesetzt waren zu ermorden, jedoch ohne Erfolg. Später konnten sich die armenischen Aufständischen Waffen der Gendarmarie, die im Gebiet Tellelebyaz-Urfa eingesetzt waren, aneignen und damit Hilfsoffizier İbrahim Hilmi töten. Vier weitere Gendarmen sowie ein Dorfvorsteher wurden verletzt.
Nach diesem Ereignis des 28. Augustes 1915 herrschte bis zum 29. September 1915 Ruhe. Nur am 29. September 1915 fielen ca. 40 Schüsse. Am nächsten Tag wurde die Gendarmarie und Polizei, die in dem armenischen Teil die Verantwortlichen dieses Vorfalles untersuchten, angegriffen, wobei ein Gendarm fiel, zwei weitere verletzt wurden. Die Rebellen stürmten türkische Häuser und besetzten jene, die sie für die Verteidigung und Angriff als geeignet empfanden. Bei dieser Aktion kam es bei den muslimischen Familien zu 10 weiblichen Opfern.
Der Aufstand in Urfa wurde seitens des armenischen Komitees sehr sorgfältig geplant und durchgeführt. Es wurde auch festgestellt, dass fremde Länder diesbezügliche Hilfen geleistet haben. Nach dem Aufstand flohen die Führer der armenischen Aufständischen in andere Gebiete. Offiziell wurde bestätigt, dass die Auseinandersetzung am 16. Oktober 1915 ein Ende gefunden habe.
QUELLE: Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Gnkur. Basımevi, Ankara, 1984, Seite 240 - 243
Die Vorfälle von İzmit und Adapazarı
Als die russische Flotte Ereğli im Schwarzmeergebiet unter Beschuss kam, begannen die dort lebenden Armenier auf Rechnung der Russen zu spionieren. Besonders die Armenier in Adapazarı begannen Gerüchte zu verbreiten und Propaganda mit dem Inhalt “Die Russen werden innerhalb weniger Tage am Schwarzmeergebiet landen, sie werden hier eindringen und dann wird in unserem Gebiet kein Türke mehr übrig bleiben” durchzuführen. Daraufhin wurden in Adapazarı und Izmit zahlreiche Sprengstoffe, Gewehre, Pistolen, Soldaten- und Gendarmerieuniformen, Munition und Dynamitzündschnüre bei einer Durchsuchung seitens der Regierung sichergestellt.
Nach den Aussagen der in Adapazarı und Izmit gefassten Aufständischen, sollten diese Waffen von der Russen gegen die türkischen Soldaten eingesetzt werden. Somit sollte ein allgemeiner Vernichtungsplan durchgeführt werden. Ein Teil der Armenier wollte diesen Kampf sogar in Uniformen der türkischen Soldaten antreten, um die türkische Armee von innen zu zerstören. Nachdem der Plan der Armenier durchschaut wurde, flüchteten die Führer der Aufständischen nach Bursa und Yalova und beraubten und ermordeten dort einige Türken.
Daraufhin begannen die Armenier das Gerücht zu verbreiten, dass sie überall ermordet und gefoltert werden. Schließlich musste die Regierung harte Maßnahmen treffen, ein Teil der armenischen Aufständischen wurde festgenommen, während ein weiterer Teil flüchten konnte.
QUELLE: Sakarya, pensionierter Generalmajor Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Gnkur. Basımevi, Ankara, 1984, Seite 238
Verzeichnis der Aufstände
Die Periode, die mit dem Vorfall in Erzurum im Jahre 1890 begann und 1896 mit dem Aufstand in Van endete, wird im Westen als die Zeit des großen Völkermordes dargestellt.
Nalbadian nach wurden "in dieser Zeit 50.000 - 300.000 Armenier ermordet"
David Marshall Lang berichtet über 200.000 ermordete Armenier in der Periode 1894-96.
Pastirmaciyan nach wurden 100.000 - 110.000 Armenier ermordet.
Misasskian dagegen schreibt: "es wurden mindestens 300.000 Armenier ermordet".
Die Zahl von Hepsius liegt bei 88.243. Es ist jedoch nicht bekannt, woher diese Zahl kommt. Er schreibt z.B., dass 1896 in Van 20.000 Armenier ermordet wurden. Dabei kamen die meisten Aufständischen in Van aus dem Iran und es besteht kein Grund, an den Zahlen von Saadettin Paşa zu zweifeln. In Zeytun seien 6.000 Menschen umgekommen. Aghasi schreibt, dass 125 Menschen getötet worden sind. In englischen Unterlagen wird berichtet, dass nach dem Aufstand 3.000 Armenier an verschiedenen Erkrankungen ums Leben gekommen sind. Diese stehen in keinem Zusammenhang mit dem Aufstand.
Die Zahl von Bliss liegt für das Jahr 1895 bei 35.032.
Auch für die Armenier, die ihr Leben durch die Kugeln der aufständischen Armenier verloren haben, wird behauptet, dass die Türken sie umgebracht haben. Selbst wenn diese Armenier in die Zahlen aufgenommen werden, so ist es schwierig, die Zahl der bei den 1890er Jahren Aufständen ums Leben gekommenen Armenier mit mehr als 20.000 anzugeben.
Gleichzeitig muss auch die Zahl der in dieser Zeit ums Leben gekommenen Muslimen berücksichtigt werden. Wenn wir Aghasi's Behauptung, "wir haben in Zeytun 20.000 Türken getötet" ernst nehmen würden, so würde die Zahl der muslimischen Verluste bei 25.000 liegen, und die der armenischen Verluste das Doppelte. Doch Tatsache ist, dass die Muslimen innerhalb dieser zwei Jahre mindestens 5.000 Menschen verloren haben. Ein großer Teil dieser Muslimen wurde grundlos erschossen und mit Bomben attackiert, nur damit die Zurückgebliebenen die Armenier angriffen. Dies ist der eigentliche Völkermord.
QUELLE: Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK Verlag, Ankara, 1983, Seite 167 - 68
Die Rolle der Kirche
Am 29. März 1863 trat unter dem Namen "Bestimmungen für das Armenische Volk" eine Bestimmung in Kraft, die die Möglichkeiten der armenischen Gesellschaft im Osmanischen Reich noch mehr verstärkte, ihnen zusätzliche Rechte gab und ihre Selbstverwaltung für unabhängig erklärte. Diese Bestimmung, die den Armeniern zusätzlich zu ihren vorhandenen Rechten, zahlreiche neue Rechte hinzufügte, ist gemäß den Bestimmungen der Reformverordnung eine Belohnung an die seit hunderten von Jahren als treueste Staatsangehörige anerkannten Armenier. In dieser, mit dem Einverständnis des Osmanischen Reiches direkt seitens der Armenischen Patriarchenräte aufgestellten Bestimmung wurden den Armeniern unangemessene Privilegien wie z.B. "Staat im Staat" und "Verwaltung in der Verwaltung" zugeteilt. Die Armenier wollten mit dieser "Völkerbestimmung" in einer Hinsicht die Gewaltherrschaft der edlen Armenier beheben. In dieser Zeit lebten die gregorianischen Armenier unter der Verwaltung ihres Patriarchen in Istanbul in 26 bischöflichen Residenzen und die katholischen Armenier, von denen die meisten in der Stadt lebten, standen unter der Verwaltung eines Patriarchen und lebten in 13 bischöflichen Residenzen (1). Der armenische Schriftsteller Kagik Ozanyan erklärte, dass diese Bestimmung bei den Armeniern den Revolutionsgedanken hervorgebracht hat und damit die “Armenier-Frage” auf die Tagesordnung gebracht wurde (2).
DIE UNABHÄNGIGKEITSARBEITEN DER ARMENISCHEN KIRCHE
Nachdem im Jahre 1863 die "Bestimmungen für das Armenische Volk" veröffentlicht wurden, begannen die Patriarchen verstärkt auf der nationalen und politischen Seite zu arbeiten. Diese Bestimmungen stellten für die Armenier einen Schritt zur Unabhängigkeit dar und sie hofften, dass falls der, aufgrund der Vorfälle im Libanon aufgetretene Eingriff Europas erweitert werden sollte, sie einen Nutzen daraus ziehen können. Die im Osmanischen Reich für das unabhängigen Armenien aufgetretenen Aufstände (zwischen den Jahren 1780 -1862) führten zu keinem Ergebnis (3).
Der Führer des Gedanken, ein unabhängiges Armenien im Osmanischen Reich zu gründen, ist der Patriarch Mıgırdiç Hırimyan (1869 - 1873). Der 1820 in Van geborene Mıgırdiç Hırimyan wurde im Jahre 1854 im Alter von 34 Jahren zum Priester (4) der Akdamar Kirche und somit auch zum Mitglied der Kirche. Mit der 1858 im Varak Kloster in Van gegründeten Druckerei begann er für die Unabhängigkeit der Armenier die Zeitung "Van Adler" herauszubringen, und 1863 veröffentlichte er im St. Garabed Kloster in Muş die Zeitung mit dem Titel "Muş Adler". Hırimyan weckte mit seinen Predigten Interesse und wurde 1869 in Istanbul zum Armenischen Patriarchen gewählt. (5)
Nachdem er zum Patriarchen gewählt wurde, erwachten die nationalen Interessen der Armenier und begannen sich auszubreiten. Der Patriarch Hırimyan begann sofort nach seinem Dienstantritt an zwei Grundsätzen zu arbeiten:
- a. Eine erneute Untersuchung der "Bestimmungen für das Armenische Volk" und die Überarbeitung dieser nach den Wünschen und Bedürfnissen der Provinzen.
- b. Das Interesse Istanbuls, des Parlaments und der Regierung auf Armenien zu ziehen. (6)
Einige Bankangestellte, Juweliere und Staatsbeamten, die der Politik Hirimyan's, die Armenier in Abenteuer zu stürzen, nicht zustimmten und ihre Zukunft darin sahen, an die Türkei gebunden weiterzuleben, leisteten Widerstand. Als Hırimyan schließlich seinen Zweck als Patriarch nicht erreichen konnte, musste er im August 1873 sein Amt niederlegen.
Der Patriarch Nerses Varjabedyan (1874 - 1884 ) kam an seine Stelle und trat in die Fußstapfen Hırimyan's. Im Jahre 1876 bestieg Abdülhamit II. den Thron und verkündete den I. Konstitutionalismus. Nerses Varjabedyan übergab dem Englischen Generalbotschafter Henry Elliot bei der Istanbul Konferenz, die sich zur Lösung des Bulgarien-Problems versammelte (12. Dezember 1876 - 20. Januar 1877) einen, seitens des ehemaligen Patriarchen Hirimyan aufgestellten Bericht, der über den angeblich auf die Osmanischen Armeniern ausgeübten Druck berichtete, erlangte jedoch aufgrund des Themas der Konferenz kein Resultat. (7)
Die Beschwerdeberichte und -anträge, die beginnend mit der Zeit Hirimyan’s eingereicht wurden, nahmen nach dem Problem der Christen im europäischen Teil der Türkei einen ernsthaften Zustand an. Nach der Untersuchung der seitens des Patriarchats bei der Osmanischen Regierung und den europäischen Staaten eingereichten Unterdrückungsberichte wurde festgestellt, dass die meisten dieser nichts weiter als einfache, in den Provinzen vorgekommene Vorfälle waren. Während das Patriarchat einerseits jeden Vorfall systematisch übertreibend an die Regierung weiterleitete, wurden diese andererseits in Form von wichtigen Vorfällen an die Vertreter der europäischen Staaten übermittelt.
Vor dem Osmanisch-Russischen Krieg in den Jahren 1877 - 1878 kamen für die Armenier zwei Wege in Frage:
- a. Dem Osmanischen Reich und den Türken treu bleiben.
- b. Die Bewegungen der anderen christlichen Gesellschaften, die sich im Osmanischen Reich aufhielten, verfolgend voranzugehen und den Eingriff der europäischen Staaten zu ermöglichen.
Patriarch Nerses berichtete in seinem Brief vom 13. April 1878 an den Englischen Außenminister Lord Salisbury folgendermaßen:
"Von nun an ist es unmöglich, dass die Armenier zusammen mit den Türken leben. Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und Glaubensfreiheit kann nur von einer christlichen Verwaltung gewährleistet werden. Die christliche Verwaltung sollte an die Stelle der islamischen treten. Armenien (Ostanatolien) und Zilizien (8) sind diejenigen Orte, an denen die christliche Verwaltung gegründet werden muss... Dies ist der Wunsch der türkischen Armenier... Das bedeutet also, dass auch im Türkei-Armenien, genauso wie im Libanon, eine unter Sicherheit gestellte christliche Verwaltung verlangt wird". (9)
Patriarch Nerses besuchte am 17. März 1878 den englischen Generalbotschafter Layard in Istanbul, wobei folgendes Gespräch stattfand: "Vor einem Jahr konnten wir uns nicht über die osmanische Verwaltung beschweren, doch der russische Sieg hat den Zustand verändert. Wir fordern im Osten ein unabhängiges Armenien. Falls Sie uns dabei nicht weiterhelfen können, werden wir uns diesbezüglich an Russland wenden." Als der Botschafter ihn fragte, was er mit Armenien meine, antwortete er "Van, Sivas, Diyarbakır und Zilizien." Als der Botschafter meinte "Ja, aber in keinem dieser Orte seid ihr in der Mehrheit", erläuterte er das Ziel der Armenier mit folgenden Worten "Das wissen wir, aber jetzt erweitert Russland sein Land nach Osten, das Machtgleichgewicht zwischen Russland und dem Osmanischen Reich hat sich verändert. Wir müssen auch an unsere Zukunft denken." (10)
Der Osmanisch – Russische Krieg (1877 - 1878) wurde am 31. Januar 1878 nach dem Friedensantrag der Osmanen mit dem Waffenstillstand in Edirne beendet (11), die Friedensvoraussetzungen wurden in Ayastefanos (San Stefano; Yeşilköy) festgesetzt. Während der Besprechungen zu den Friedensvoraussetzungen in San Stefano führten Nerses Varjabedyan persönlich und einige armenische Angesehene ein Gespräch mit Grandük Nikola, dem Vorsitzenden der russischen Delegiertenkommission und Bruder des Zaren, und schafften es, der Vereinbarung einen Artikel in Bezug auf die Armenier hinzuzufügen. Die am 3. März 1878 zwischen dem Osmanischen Reich und Russland unterzeichnete und relativ schwere Bestimmungen beinhaltende San Stefano-Vereinbarung hatte in seinem 16. Artikel mit der Benennung "Armenien" die Existenz eines solchen Landes vorgelegt. Doch diese Vereinbarung trat nicht in Kraft.
Als der Patriarch Varjabedyan davon erfuhr, dass die San Stefano-Vereinbarung in Berlin geändert werden sollte, trat er in Aktion und legte vor allen an dem Kongress teilnehmenden Staaten eine intensive Aktivität zu Tage. Zu diesem Zweck fuhr Horen Nar Bey, der Erzbischof von Beşiktaş nach Russland (St. Petersbug) und wurde seitens Zar Alexander II. empfangen. Horen Nar Bey bat den Zaren, die osmanischen Armenier weiterhin zu beschützen und ihren Kampf beim Kongress in Berlin zu verteidigen. Eine andere Gruppe fuhr unter der Führung des ehemaligen Patriarchen Hırimyan in die Hauptstädte Europas (Rom, Wien, Paris, London) und versuchte die Politiker durch Propaganda für den Armenischen Kampf (Hai Tahd) zu gewinnen. Diese Gruppe hatte zur Gründung Armeniens in der Türkei ein aus 7 Artikeln bestehendes Projekt aufgestellt, dass die Wünsche der Armenier darstellte (12).
Der Patriarch Nerses Varjabedyan hatte einerseits in dem Brief (13) an Karekin Papazyan, dem armenischen Komiteevorsitzenden in Manchester, Russland dankend und von England Hoffnung erhaltend, erklärt, dass ihre Politik in der Erreichung materiellen und geistigen Wohlstandes liege. Er erklärte andererseits bei seinem am 30. Juni dem Generalbotschafter von England abgestatteten Besuch, dass sie ihr Projekt beim Kongress eingereicht haben und verlangte, dass England dieses Projekt unterstütze. (14)
Der Patriarch Nerses hat den großen Staaten außerdem Kirchenstatistiken über die im Osmanischen Reich lebenden Armenier zugeschickt, die jedoch in Bezug auf die Einwohnerzahl relativ übertrieben waren.
Schließlich wurde diese künstliche Angelegenheit durch einige kleine Umänderungen des 16. Artikels der San Stefano-Vereinbarung als 61. Artikel des am 13. Juli 1878 unterzeichneten Berliner Abkommens anerkannt. Somit wurde die "Armenier Frage" als eine unter Aufsicht der großen Staaten im Osmanischen Reich durchzuführende "Reformangelegenheit" festgesetzt.
Nuryaz Ceraz, die zusammen mit Patriarch Hırimyan als Übersetzerin/Sekretärin am Berliner Kongress teilnahm, hat in ihrer 1879 veröffentlichten Broschüre betont, dass die Armenier mit den Resultaten des Berliner Kongresses nicht ihre Hoffnung verlieren sollen und sprach sie folgendermaßen an (15):
"Der Berliner Kongress... hat das Fundament für den zukünftig zu gründenden nationalen Bau (Armenische Staat) gelegt ... Europa hat uns hierfür die Waffen zur Verfügung gestellt. Wir müssen diese Waffen nutzen, bevor sie verrosten ... Mit dem Berliner Kongress haben wir eine Goldmine erhalten, es ist nun unsere Aufgabe, diese Mine abzubauen und das Gold auszugraben".
Wie in dieser Broschüre ersichtlich ist, wird den Armeniern empfohlen, eine bewaffnete Aktion durchzuführen, die seitens der europäischen Staaten unterstützt wird.
Der Patriarch Nerses Varjabedyan glaubte daran, dass diese Angelegenheit mit einer Revolution und einem Aufstand bewältigt werden müsse und um dieses Fundament aufzustellen hat er im Patriarchat eine "Reformkommission" gegründet. In den Mitte 1879 an die bischöflichen Residenzen zugestellten Rundschreiben, wurden die Armenier mit einem Satz zum Aufstand aufgerufen. In diesem Rundschreiben standen die Anforderungen an die armenischen Gläubigen, die sich in den Provinzen befanden.(16)
Inzwischen beschäftigte sich Erzbischof Mateos Izmirliyan, der stellvertretende armenische Patriarch in Istanbul damit, an die bischöflichen Residenzen Briefe zu schreiben. Nach Untersuchung dieser Briefe wurde festgestellt, dass sich das Patriarchat in einem verräterischen Zustand befand, und dass das geführte Verhalten danach ausgerichtet war, die Regierung zum Umsturz zu bringen, einen fremden Eingriff zu gewährleisten und schließlich eine Unabhängigkeit zu erhalten. (17)
Zu den verschlüsselten Schreiben, die in den Jahren 1881 und 1882 an das Innenministerium eingereicht wurden und über die staatsfeindlichen Aktionen des Patriarchats berichteten, nahm Hakkı Paşa, Gouverneur von Sivas, folgendermaßen Stellung (18):
- 1. Das Patriarchat hat begonnen, an die Bischöfe Rundschreiben zuzuschicken, die auf die Vorbereitungen auf eine Revolution und einen Aufstand hinweisen.
- 2. Das Patriarchat hat die vernünftigen, älteren Bischöfe und Priester, die eingesehen haben, daß eine Revolution und ein Aufstand kein Ausweg für die Armenier ist, daß dem armenischen Volk dadurch ein Schaden zugefügt wird, und ihre Befehle demnach nicht befolgten, von ihren Diensten verwiesen (einige von ihnen wurden ermordet) und anstelle dieser, junge und revolutionäre Bischöfe und Priester angestellt.
- 3. Das Patriarchat hat mit seinen geheimen Rundschreiben in die Volkszählung eingegriffen, was eigentlich eine Sache des Staates ist, und Studien aufgestellt, nach denen die Armenier angeblich in 6 Provinzen in der Mehrheit sind.
- 4. Das Patriarchat hat von den Armeniern unter verschiedenen Namen (Hilfe für notdürftige Armenier, Auszahlung der Schulden von Jerusalem u.ä.) Steuern einbezogen und in der europäischen Presse zugunsten der Armenier und gegen die Türken umfangreiche Propaganda durchgeführt. Hierzu haben sie versucht, die Türken für die Mordvorfälle verantwortlich zu halten, und nicht die Tatsachen entsprechende Todesnachrichten verbreitet. Zusammengefasst haben sie die Vorfälle umgedreht und eine Kampagne mit falschen und verleumdenden Aussagen gestartet.
- 5. Hunderte von Lira (Goldstücke) wurden seitens des Patriarchats von den Armeniern unter dem Namen "Hilfeleistungen" eingesammelt. Mit einem Teil dieser Gelder haben sie aus Russland nach Ostanatolien bewaffnete Terrorgruppen und Rebellen eingeführt und somit eine Terrorbewegung gestartet.
- 6. Die Priester haben in zwei bis drei Jahren die Gedanken aller Armenier, bis zu den Kleinkindern in den Armenierschulen verändert und den Respekt vor den Befehlen der Regierung, sowie die Befolgung dieser von Grund auf zerrüttet.
- 7. Das Patriarchat hat die Gründung der Komitees unterstützt und an diese große Geldspenden weitergeleitet. Es ist vom Nutzen darauf hinzuweisen, dass die Komitees unter der Leitung des Patriarchats standen.
Nach dem Tod Nerses Varjabedyans, im Jahre 1884 wurde Harutyun Vehabedyan (1885 - 1888), Bischof von Erzurum, im Jahre 1885 zum Patriarchn gewählt. Vehabedyan billigte die Politik von Mıgırdıç Hırimyan und Nerses Varjabedyans und glaubte daran, dass für die Besserung des Zustandes der Türkei-Armenier von Europa keine Hoffnung zu erwarten sei.
Zur Zeit Harutyun Vehabedyans, der drei Jahre lang Patriarch blieb, entwickelten die armenischen Aufstandskomitees ihre Organisationen und eröffneten in Europa und in den USA weitere Zweigstellen. Nun stand der armenische Nationalismus, mit anderen Worten die Unabhängigkeit fordernde revolutionäre Bewegung, neben der Kirche und wurde auf die armenischen Revolutionsparteien übertragen. Die erste armenische politische Partei, die einen bestimmten Einfluss gewann, sich nach dem Modell der europäischen Vorgänger organisierte und sein eigenes Presseorgan besaß, war die "Armenagan", die im Jahre 1885 in Van gegründet wurde.(19) 1887 gründeten die Armenier in Genf ihre erste marxistische Partei. Diese nahmen später, im Jahre 1890, den Namen "Revolutionäre Hindschak Partei" an. (20)
Zur Zeit Horen Aşıkyans (1888 - 1894), Hauptpriester des Klosters von Izmit und Nachfolger Harutyun Vahabedyans, wurden die in den Provinzen auftretenden einfachen Vorfälle seitens der dortigen Bischöfe übertrieben und nach der entsprechenden Interpretation als "Türkische Unterdrückung und Folter" (!) an Europa weitergeleitet, woraufhin auch ein diesbezüglicher Eingriff gefordert wurde.
Doch die armenischen Revolutionäre haben auf Patriarch Horen Aşıkyan mit der Begründung, er könne die von ihm verlangte Aktivität nicht durchführen, ein Attentat verübt. Der Patriarch wurde dabei nur verletzt und hat seinen Dienst nach diesem Vorfall gekündigt.(21)
Anstelle Horen Aşıkyans wurde Mateos Izmirliyan (1894 - 1896), der ehemalige Patriarch von Ägypten, zum armenischen Patriarchen von Istanbul gewählt, was die Hindschaks sehr erfreute. Er hat auch diejenigen Beamten angestellt, die Komiteemitglieder waren. Izmirliyan hat nicht nur den Revolutions- und Aufstandsgedanken verbreitet, sondern auch alle Arbeiten der Regierung schwer kritisiert und an das englische Generalkonsulat und an die Londoner Zeitungen Berichte geschickt (22).
Die Aufstände, die zur Zeit Mateos Izmirliyans für die Unabhängigkeit der Armenier durchgeführt wurden, verbreiteten sich rasch in fast allen Provinzen.(23) Diese Aufstände wurden mittels des Geschicks Abdülhamits II. in kurzer Zeit unter Kontrolle genommen. Als Izmirliyan daraufhin von seinem Amt austrat und nach Jerusalem zog, wurde er nach seiner Rückkehr nach Istanbul zum zweiten Mal (1908 - 1909) zum Patriarchen ernannt.(24)
DIE VERKÜNDUNG DES KONSTITUTIONALISMUS UND DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN KIRCHE - TASCHNAK - HINDSCHAK
Als am 23. - 24. Juli 1908 der II. Konstitutionalismus verkündet wurde, wurde das Patriarchat mit seiner ganzen Existenz zu einer Revolutionseinrichtung.
Die armenische Kirche nahm auch nach dem Konstitutionalismus seinen Platz im Terror ein.
Der Bericht Nr. 602 (25), der am 3. Dezember 1910 von der Russischen Botschaft in Bitlis an den russischen Botschafter in Istanbul geschickt wurde, bringt die Beziehung zwischen der Kirche und den Taschnak-Angehörigen in ihrer ganzen Klarheit ans Tageslicht.
Direkt nach dem "Vorfall vom 31. März" in Istanbul war der Staat vorläufig ohne Regierung, was den Armeniern die erwartete Gelegenheit bot. Der mit der
Förderung des armenischen Bischofs Museg in Adana am 14. April 1909 zustande gekommene Armenieraufstand wurde mit dem Zweck organisiert, das Interesse der europäischen Länder zu wecken, sie zum Eingriff zu bringen und in Adana, Maraş, Mersin und Iskenderun mit Hilfe der Hindschaks einen armenischen Staat zu gründen.(26) Bei den 13-tägigen Vorfällen in Adana kamen rund 20.000 Türken und Armenier ums Leben, Bischof Muşeg flüchtete schon am zweiten Tag der Revolution nach Alexandria.
Zur gleichen Zeit, am 29. Mai 1909, fuhr Mateos Izmirliyan, der armenische Patriarch von Istanbul los, um anstelle des im Oktober 1907 verstorbenen Ecmiyazin Kathogisen Mıgırdiç Hırimyan das Kathogismus Amt anzutreten. An seine Stelle wurde der Patriarch Yegiçe Turyan (1909 - 1911) ernannt (27). Nach ihm wurde Hovannes Arşaruni (1912 - 1913) zum Patriarchen gewählt. (28)
DIE BESTIMMUNGEN DES ARMENISCHE KATHOGISMUS UND DES PATRIARCHATS
Die seitens des armenischen Patriarchats zum Zweck der Teilung des Landes durchgeführten Aktivitäten führten dazu, dass die im Jahre 1863 seitens des Staates mit den "Bestimmungen für das armenische Volk" eingeführten Rechte abgeändert werden mussten. Mit dem am 10. August 1916 in Kraft getretenen neuen "Bestimmungen für den armenischen Kathogismus und das Patriarchat" ( 29 ) wurde nur der geistliche und überlegene Kathogismus, anstelle des halb geistlichen, halb politischen und administrativen Patriarchats mit den Befugnissen beider Ämter zusammengeführt und das Amt Kathogismus-Patriarchat aufgestellt. Zwei Kathogismen, die im Osmanischen Reich vorhanden waren ( Sis und Akdamar ) und zwei Patriarchate ( Istanbul und Jerusalem ) wurden aufgehoben und anstelle dieser das Amt Kathogismus-Patriarchat eingeführt. Der Sitz dieses Amtes wurde nicht im politischen Staatszentrum Istanbul, sondern im christlichen Religionszentrum Jerusalem eingerichtet. Auch die Patriarchate wurden umgeändert und der aus 140 Personen bestehende hohe Rat wurde aufgehoben. Anstelle dessen wurde ein aus 12 Mitgliedern bestehender Religionsrat und ein gemischter Rat gegründet. Der Zweck des Osmanischen Reiches war es, mit diesen Bestimmungen den Kontakt zwischen dem Eçmiyazin Kathogismus, Russland und den Osmanische Armeniern abzubrechen. Somit wurde versucht, die Osmanischen Armenier vom geistigen Schutz der Russen zu befreien.
Das Osmanische Reich verlor den ersten Weltkrieg und wurde nach den am 30. Oktober 1918 mit den verbündeten Staaten unterzeichneten Bestimmungen des Waffenstillstandes von Mudros besetzt. Jetzt begann die Befreiung des Landes und die Gründung eines neuen Staates, der Türkischen Republik.
DIE ARBEITEN DES PATRIARCHEN ZAVEN EFENDI
Der Waffenstillstand von Mudros war ein wichtiger Schritt für die Gründung Armeniens. Gemäß den Bestimmungen von 1918 gründete der am 6. Dezember 1918 aus Istanbul eingetroffene armenische Patriarch Zaven Efendi (30) eine Organisation zur Gründung eines unabhängigen Armeniens, sammelte Waffen, Munition und Geld, um die finanziellen Mängel zu beheben und wurde vom Patriarchat im europäischen Teil in großem Umfang unterstützt.(32)
Unter dem Titel "Vertreter der türkischen Armenier" wandte sich Bogos Nubar Paşa am 30. November 1918 an die verbündeten Staaten und forderte die Gründung eines unabhängigen Armeniens und den Schutz dieser Unabhängigkeit seitens der verbündeten Staaten und des Völkerbundes (33). Auf der anderen Seite fuhr Patriarch Zaven Efendi am 12. Februar 1919 von Istanbul nach Paris und von dort nach London, um seine Studien bezüglich der Realisierung der gleichen Sache fortzuführen. Zaven Efendi klärte Bogos Nubar Paşa bei einer Besprechung über einige Sachen auf und führte andererseits mit Lord Cecil, Lord Curzon und seinem Gehilfen Lord Harding, sowie mit dem Franzosen Chambon und dem griechischen Ministerpräsidenten Venizelos weitere Gespräche (34). Um den Dank der Armenier auszudrücken, besuchte er den englischen König George V. (35). Nachdem Zaven Efendi von London nach Paris zurückkehrte, führte er mit dem französischen Staats- und Ministerpräsidenten eine Besprechung und kehrte voller Hoffnungen zurück.(36)
Nach der Gründung der Türkischen Republik und nach dem Friedensvertrag von Lausanne gab es keine Armenier Frage mehr. Abgesehen von der Problematik der armenischen Kirche stellte sich die Republik gegen alle Angelegenheiten, die von der armenischen Diaspora negativ auf den Staat wirkten. Nach wie vor wehrt sich der Staat gegen die Behauptungen des armenischen Patriarchats bezüglich des angeblichen Völkermordes.
Schließlich hat Dikran Kevorkan, Vorsitzende der armenischen Kirche in Kandilli, im TV-Programm namens "Ceviz Kabuğu", das am 07. Oktober 2000 ausgestrahlt wurde, auf die in den letzten 6 Monaten erneut vorgeworfene Propaganda über den Völkermord und die Umsiedlung folgende Erläuterung gemacht:
"Völkermord und Umsiedlung (einen Teil der Bevölkerung anderswo ansiedeln) haben andere Bedeutungen. Die Spiele der Imperialisten, die apolitischen Gedankenführer (Medien, Kirchen, Geistliche) der armenischen Verwalter haben zu all diesen Vorfällen geführt. Der Patriarch ist ein geistlicher Führer. Es ist ein Fehler, den Patriarchen in politischen Themen nach seiner Meinung zu fragen. Was hätten die ASALA und die PKK tun können, wenn die imperialistischen Mächte nicht hinter ihnen gestanden hätten?”
Über die Assimilationsbehauptungen sagte Kevorkan folgendes:
"Weltweit können heute die Armenier ihre eigene Identität am stärksten in der Türkei wahren. Der Armenier im Ausland, in der Diaspora, tritt in den Kampf, in dem er seinen Namen ändert. Denn dort versucht man, mit einer anderen Kultur, die Kultur dieser Menschen zu unterdrücken. Die Armenier in der Diaspora, die heute gegen die Türkei sprechen, wissen all zu gut, dass in bestimmten Kirchen Amerikas die Predigten nur in englischer Sprache abgehalten werden können.
Die Armenier verlernen ihre Muttersprache. Wenn man das offen ausspricht, dann heißt es, man sei ein böser Mensch. Aus diesem Grund bringen wir als armenische Bürger in der Türkei unser Bedauern zur Sprache. Und warum? Weil dem, von Atatürk uns anvertrautem Geist der Kuvay-i Milliye (nationale Streitkräfte im nationalen Befreiungskampf der Türkei) Unrecht getan wird. Alles ist das Spiel der im
Ausland Lebenden. Die PKK, die ASALA, diese Resolution, all dies sind ein Spiel von ihnen. Wir, die in der Türkei lebenden Bürger, glauben, dass ungerecht gehandelt wird. Falls die Armenier klug sind, sollten sie sich nicht als Strohmann verwenden lassen."
QUELLEN: 1) Ilber Ortaylı, Lokale Verwaltungstradition vom Tanzimat bis zur Republik,İstanbul 1985, S. 73. 2) Esat Uras, og W., S. 412. 3) Siehe Erdal Ilter, Die Perspektive der Armenier-Angelegenheit und die Zeytun Aufstände ( 1780 - 1880 ), Ankara 1988, S. 97 - 115. 4) Die geistlichen Titel der armenischen Kirche sind folgende: Kathogismus, Patriarchat, Bischof, Vartabed, Priester. 5) Esat Uras, ogW., S. 417; Louse Nalbandian, a.g.e., S. 53; Kamuran Gürün, ogW., S. 62, 74 - 6) Mit dem Ausdruck Armenien ist hier Ostanatolien gemeint . Doch es wurde wissenschaftlich anerkannt, dass der Begriff Armenien kein ethnischer, sondern ein geographischer Ausdruck ist. Der Name Armenien bedeutet soviel wie "Hohes / Oberes / Gebirgsgebiet" und wird seit dem XIII. Jdh. in diesem Gebiet (Ostanatolien) bis zur zweiten Hälfte des XIX. Jhd. als "Türkmenenland" bezeichnet. Für weitere Informationen bitte siehe H.Kemal Türközü, Der Name Türkmenenland (Ostanatolien) und der Einfluß des Imperialismus, Ankara, 1985,S. 1 - 12; Kamuran Gürün, ogW., S. 1 - 9; Mehlika Akok Kaşgarlı, a.g.e., S. 329; Tuncer Baykara Einführung in die historische Geographie Anatoliens, Die administrative Einteilung Anatoliens, 1, Ankara 1988, S. 24 - 25 , 7) Esat Uras, ogW., S. 417; Salahi Ramsdan Sonyel, The Ottoman Armenians, S. 41. 8) Zilizien (Zilizien), ist ein Gebiet, das zwischen dem Taurusgebirge, dem Amanos Gebirge und dem Mittelmeer liegt. Im administrativen Sinn ist Zilizien die Bezeichnung für die Provinz Adana im Osmanischen Reich. Die Grenzen Zilizien haben sich von Zeit zu Zeit geändert. 9) F. O. 424 / 70, Nu. 134 / I Zikr. , Bilal N. Şimşir, British Dokuments On Ottoman Armenians ( 1856 - 1880 ), Vol I, Ankara 19 R2, S. 173, Dokumentennummer 69. 10) Kamuran Gürün, a.g.e., S. 99 11) Nihat Erim, Zwischenstaatliche Rechts-, Politik-, und Geschichtstexte: Abkommen im Osmanischen Reich, C. 1 , Ankara 1953, S. 381 - 385. 12) Für das gesamte Projekt siehe Esat Uras,ogW., S. 459 - 485; Enver Ziya Karal, a.g.e., Band Vııı, S. 132; L' Angleterre et les Armeniens ( 18391904 ), S. 19 - 22. 13) Für den Brieftext siehe, Esat Uras, ogW., S. 485 -486. 14) Kamuran Gürün, a.g.e., S. 104 15) Turkey Nu. 4 ( 1880 ), Nu. 118 / I, zikr., Bilal N. Şimşir, ogW., S. 602 - 606, Dokumentennummer Nu. 309. 16) Mehmed Hocacioglu, Armenierunterdrückung in der Geschichte und die Armenier , Istanbul, 1976, S. 181 - 182. 17) Zum Inhalt des Briefes siehe Aspirations et Agissement Revolutionnaires des Comites Armeniens ..., S. 308 - 310 18) Mehmet Hocaoglu, ogW, S. 182 - 185 19) Louise Nalbandian, ogW, S. 90 20) Louise Nalbandian, ogW, S. 104, 1 17. 21) Sesat Uras, a.g.e., S. 724 - 725, Für den Drohbrief, der Horen Asikyan, seitens der Hincak Organisation zugeschickt wurde, siehe: Aspirations et Agissement Revolutionnaires des Comites Armeniens ..., S. 310 - 311 22) Hüseyin Nazim Paşa, Geschichte der Armeniervorfälle, I, Ankara 1994, S. 66. 23) Für die chronologische Reihenfolge der Aufstände siehe, Kamuran Gürün, ogW, S. 139 - 159. 24) Esat Uras, a.g.e., S. 833; Salahi Ramsdan Sonyel, a.g.e., S. 281. 25) Aspirations et Agissement Revolutionnaires des Comites Armeniens ..., S. 95 - 103. 26) Für genaue Informationen über die Vorfälle in Adana im Jahre 1909 siehe Cemal Pascha, Hatırat ( 1913 -1922 ), Istanbul 1922, S. 249 - 256; Esat Uras a.g.e. S. 810 - 829; Mehmet Asaf, Die Armeniervorfälle und Erinnerungen im Jahre 1909 in Adana, vorbereitet von Ismet Parmaksizoglu, Ankara 1982; Salahi R. Sonyel, " The Turco - Armenian Adana Incidents in the light of Secret British Dokuments ( Juni , 1908 - Dezember , 1909), " Belleten, zahl : 20 i ( Dezember 1987 ), S. 1291 - 1338. 27) Jacques de Morgan, a.g.e., S. 369 : Raymond H. Kevorkian-Paul B. Pboudjian, Les Armeniens dans L' Empire Ottoman, paris 1992, S. 29. 28) Jacques de Morgan, a.g.e., S. 369 29) BOA, DUIT, NU. 67 / 1 - 1; Für die Bestimmungen in französischer Sprache siehe Hrant Vartabed, L' Empire Ottoman et LS' Independance de L' Eglise Armenienne, Publications du Dadjar, Nu. 2, Contsntinople 1917, S. 80 - 94. 30) Der armenische Bischof Zaven Efendi hat 1898 - 1906 in Erzurum, 1910 in Van, 1919 - 1913 in Diyarbakır gearbeitet , im September 1913 wurde er zum armenischen Patriarchen in Istanbul gewählt, wurde jedoch aufgrund seiner schädlichen Aktivitäten nach Bagdat versetzt. Nach dem Waffenstillstand von Mudros im Jahre 1918 kam er zurück nach Istanbul. Für weitere Informationen siehe Christopher J. Walker, a.g.e., S. 426 - 427; Außerdem siehe auch Zeki Sarıhan, Tagebuch des Befreiungskrieges, I, Ankara 1993, S. 136 - 137. 31) M. Kemal Atatürk, Nutuk I, 1919 - 1920, Istanbul, 1967, S. 2; Selahattin Tansel, von Mundros bis nach Mudanya, I, Ankara 1973, S. 106 32) Ergünöz Akçora, " Nutzvolle und gefährliche Gesellschaften, die während des nationalen Kampfes gegründet wurden" TDTD, Ausgabe : 4 ( April 1987 ) , S. 20. 33) Für das Bewerbungsschreiben des Bogos Nubar Paşa siehe Esat Uras a.g.e., S. 923 - 924. 34) Esat Uras, ogW., S. 943 - 944. 35) Esat Uras, ogW., S. 943 - 944. 36) Esat Uras, ogW., S. 943 - 947.
Propaganda
Man kann offen sagen, dass eines der schwächsten Bereiche der Türken die Propaganda ist. Dies war auch im Osmanischen Reich der Fall, und ist auch in der Türkischen Republik. Die Beziehung der Türken zur Propaganda bestand nur daraus, dass sie versuchten, Schreiben und unwahre Behauptungen zu beantworten, war also nur eine passive, auf Selbstschutz gerichtete Bemühung. Dieses Verhalten gab den Gegenparteien große Bewegungsfreiheit, mit der sie die Türken immer als schuldig zeigten.
Die gegen die Türkei und die Türken gerichtete Propaganda kam zweifellos vor allem im Jahre 1923 aus Amerika. Powell berichtet über die Gründe dafür wie folgt:
"Die gegen die Türken tief verwurzelte Feindseligkeit kann auf folgende Gründe zurückgeführt werden. Am Anfang steht die, in der Vergangenheit gegen die christliche Minderheit und vor allem gegen die Armenier geführte Unterdrückungspolitik. Als nächstes kommen die religiösen Vorurteile und die politische Propaganda, wobei es sehr schwierig ist zu sagen, wo das Eine endet und das Andere anfängt. Drittens ist es das Bedauern und die Enttäuschung, die wir für die Neuentstehung eines als niedergeschlagen und aufgeteilt angesehenen Landes empfinden und schließlich ist es die Ablehnung der Türken, sich zu verteidigen."
Powell befasst sich auf der 32. Seite seines Buches mit diesem letzten Grund und zitiert die im Sommer 1922 in der Yıldız Villa von Padischah Vahdettin gesagten Worte:
"Ihre Zeitungen und Zeitschriften würden einen von einem Türken verfassten Artikel nicht veröffentlichen, würden wir einen schicken. Würden sie diesen Artikel veröffentlichen, würde ihr Volk ihn nicht lesen. Hätten sie ihn gelesen, dann würden sie nicht daran glauben. Würden wir eine qualifizierte Person nach Amerika schicken, die die türkische Anschauung in ihrer Sprache wiedergeben soll, würde er eine unparteiische Zuhörermenge finden können?"
Vielleicht entsprechen die Worte des Padischahs den Tatsachen, schließlich lautet auf der 10. Seite des gleichen Buches die Aussage eines Geistlichen aus New England, dessen Name nicht genannt wird, folgendermaßen: "Ich möchte nicht die Wahrheit über die Türken hören, ich habe seit langem meine Meinung über sie geändert." Doch der Grund, dass dies an einem solchen Punkt angelangt ist, ist das permanente Schweigen der Türken, die falsche Propaganda ihrer Gegner, der Zusatz der religiösen Faktoren und der politischen Meinungen und die Vorurteile in den Köpfen. Im Zusammenhang damit führte die Auffassungsform "wird ja sowieso nicht gedruckt, falls es gedruckt wird, wird es nicht gelesen, wird es gelesen, glaubt ja niemand daran" dazu, dass sich die Sache in die entgegengesetzte Richtung entwickelte und die Gegenpropaganda einfachere und schnellere Resultate erzielen konnte. In fast allen Ländern wird angenommen, dass ein in der Zeitung veröffentlichter Artikel oder eine Nachricht den Tatsachen entspricht.
Es ist offen zu sehen, wie sich der Religionsfaktor und die politischen Bewertungen gegen die Türkei entwickeln. Und wenn der bewusste Propagandabestandteil hinzukommt, ändert sich natürlich dieser Zustand und der Realitätsanteil in den Nachrichten verringert sich, bzw. wird ganz aufgehoben. Diese Tatsache wird mit den Aussagen des gleichen Buches klar dargestellt:
"Die Vorfälle bezüglich der Gewalttaten wurden im großen Maße übertrieben. Ein Teil der in der letzten Zeit gemeldeten Gewalttaten kam überhaupt nicht zustande. Einer der örtlichen (Istanbul) Pressevertreter der amerikanischen Hilfsorganisation gestand seinen Freunden offen, dass er nach Amerika nur Nachrichten gegen die Türkei zuschicken kann, und dass nur derartige Nachrichten Geld einbringen".
Dieser Ausdruck kann vielleicht zu abstrakt wirken. Aus diesem Grund ist es nützlich, diesbezüglich einige Beispiele anzugeben:
"Kurz nachdem in Europa die Nachrichten über den Überfall auf die Osmanische Bank und die Angriffe auf die Armenier veröffentlicht wurden, wurden einige Künstler der Staatsanzeiger nach Istanbul geschickt, um dort die Gewalttaten aufzuzeichnen. Unter ihnen befand sich auch der berühmte verstorbene Kriegskorrespondent Mr. Melton Prior. Er war ein Mensch mit einer energischen und entschlossenen Natur, der sich nicht an die Tatsachen hielt, sondern über ihnen stand. Er teilte mir mit, dass er aufgrund dieser besonderen Aufgabe erfreut war. Die Menschen im Lande hatten von den unglaublichen Gewalttaten gehört und erwarteten diesbezügliche Zeichnungen. Die verstorbenen Armenier wurden begraben, Frauen und Kindern war nichts zugestoßen, und da auch keine einzige armenische Kirche angegriffen wurde, waren sie mit dem Problem konfrontiert, wie sie nun diese Darstellungen machen sollten. Als ein aufrichtiger und die Türken respektierender Mensch lehnte er es ab, Vorfälle zu erfinden, an denen er nicht Zeuge war. Doch die Anderen waren nicht so ehrlich. Schließlich habe ich in einer mit reichlichen Bildern veröffentlichten Zeitung ein Bild gesehen, dass den Mord von Frauen und Kindern in einer Kirche darstellte".
"Einer unter der obersten Reihe jener hohen türkischen Beauftragten, die gegen die Armenier gewalttätige Strafmaßnahmen durchführten, war der mit der Reform in Anatolien beauftragte Müşir (Marschall) Şakir Paşa. Die Gerüchte, dass der Marschall, der sich im Oktober 1895 in Erzurum aufhielt und während des Armenier-Aufstandes wie ein blutgieriger Mensch mit seiner Uhr in der Hand dastand und zu seinen Befehlsbefolgern "noch anderthalb Stunden bis wir die Armenier umbringen" sagte - nach anderen Versionen meinte er, noch zwei Stunden....- gingen fast um die ganze Welt... In Anbetracht unseres Reisezwecks haben wir nach der Reihe den englischen Botschafter Mr. Graves, den Gouverneur Mehmet Şerif Rauf Paşa, den französischen Konsul M. Roqueferrier und den russischen Generalkonsul M. V. A. Maxiomov besucht. Wir haben alle diese Personen befragt, ob sie an die über Şakir Paşa verbreiteten Gerüchte glauben. M. Roqueferier fand dies lächerlich und meinte, dass dies erfundene Geschichten seien und fügte noch einige lobende Worte über Şakir Paşa hinzu."
"Der russische Konsul M. Maximov: Es ist nicht meine Aufgabe, die Richtigkeit derartiger Geschichten zu beurteilen. Ich möchte ihnen nur sagen, dass Şakir Paşa ein tapferer und sehr gutmütiger Mensch ist. Ich kenne ihn nun seit langen Jahren, er ist unser Freund. Der englische Konsul Mr. Graves meinte: Ich befand mich derzeit nicht hier, diesbezüglich habe ich auch nicht mit Herrn Şakir Paşa gesprochen, doch der Gouverneur hat mir gesagt, dass das nicht stimmt. Das ist für mich ausreichend, denn ich glaube den Worten Rauf Paşas zweifellos".
"Ich fragte Mr. Graves: Hätten die armenischen Revolutionäre das armenische Volk nicht zum Aufstand angestiftet, hätte es dann ebenfalls einen Massenmord gegeben? Er antwortete: Zweifellos, nein. Nicht ein einziger Armenier wäre umgebracht worden".
Doch diese Angaben wurden nie in der westlichen Presse veröffentlicht. Genauso, wie in den folgenden Zeilen erläutert wird: "Ende Oktober (1922) haben die verstorbenen amerikanischen Organisationsvertreter (Near East Relief's) Miss Annie T. Allen und Miss Florence Billings einen Bericht über den Zustand der türkischen Dörfer, die die Griechen bei ihrem Rückzug niedergebrannt haben an die Zentrale der Organisation in Istanbul geschickt. Ebenso wie der Bristol-Bericht M. Lloyd Georges bezüglich des tragischen Zustandes, den die Griechen in Izmir verursacht haben, wurde auch dieser niemals veröffentlicht."
Lloyd George hat seinen Bristol-Bericht tatsächlich niemals veröffentlicht.
"Es ist nicht unverständlich, dass sie diesen Bericht nicht veröffentlichen wollten. Des weiteren hatte M. Venizelos sein ganzes persönliches Schwergewicht vorgelegt. Bevor der griechische Vertreter bereitstand, hatte er ohne die Namen der Zeugen zu nennen gegen die Veröffentlichung der festgestellten Vorfälle Widerspruch erhoben. Der Grund für das derartige Verhalten lag nicht in der westlichen Kommission, sondern in Rechtsangelegenheiten der örtliche griechischen Autorität. Diejenigen, die gegen Griechenland sprechende Informationen vorlegten, lebten in Gebieten, die unter der Besetzung Griechenlands standen und konnten nicht den griechischen Gegenmaßnahmen ausgesetzt werden. Die gleichen rechtlichen Bedenken galten auch für den sogenannten Bryce-Bericht, der die Deutsche Grausamkeit in Belgien und das Verhalten gegenüber den Armeniern im Osmanischen Reich zur Sprache brachte. Die verbündeten Staaten sahen trotz der gleichen Gründe keine Bedenken darin, die genannten Berichte zu veröffentlichen."
Der Bryce-Bericht von dem Tonybee berichtet, ist das Blaue Buch der Engländer, dessen Herausgeber er selber ist.
Doch genau das Gegenteil war, wenn auch nur selten, auch der Fall. Die Engländer mussten am 18. September 1918 Baku verlassen. Als die Zeitungen diesen Vorfall veröffentlichten, berichteten sie auch über die Treulosigkeit der Armenier. Die englischen Propagandadienste gerieten daraufhin in Aufregung und mussten den Einfluss, den diese Nachricht verursachen würde, aufheben. Die untenstehenden Zeilen, die aus einem für diesen Zweck durchgeführten Memorandum entnommen wurden, sind dabei wichtig:
“Den Kredit der Armenier zu senken bedeutet gleichzeitig den Kampf gegen die Türken zu schwächen. Es wurde schwer, gegen die Überzeugung, der Türke sei ein Mensch adliger Abstammung, der sich aus dem Unglück nicht retten kann, anzugehen. Diese Situation wird diese Überzeugung wieder beleben und wie das Prestige der Armenier so wird auch das Prestige der Zionisten mit den Arabern Schaden nehmen. (...) Die Öffentlichkeit von dem Vorgehen der Türken gegen die Armenier sowie von der Radikalität dieser Angelegenheit zu überzeugen, liegt in der Hand der majestätischen Regierung.”
Um die Bedeutung der Propaganda zu verstehen, ist es nützlich zu untersuchen, welche Organisation die Engländer zu diesem Zweck gegründet haben: "Zum ersten Mal hörte ich von einem Propagandaamt im August 1914, an einem Sonntag, nach dem Mittagessen im Walton Heath Golfclub. Dort meinte Mr. T.P. O'Connor zu Lloyd George, dass die Deutschen auf den Straßen Amerikas Broschüren verteilen und den mit Schiffen ankommenden Passagieren jeweils eine Broschüre in die Hand drücken. Dazu müsse eine Gegenpropaganda gestartet werden. Mr. Llyoyd George meinte daraufhin: Kümmere dich darum, schau mal was Charlie dafür tun kann, denk darüber nach. Mesterman stimmte daraufhin zu."
Mr. Mastermann ist ein ehemaliges Kabinettsmitglied und gleichzeitig auch Mitglied des englischen Unterhauses. Es ist bekannt, dass Mr. Mesterman nach diesem Tag ein Propagandabüro gegründet und geleitet hat. Der Existenzgrund des Büros wurde geheimgehalten und Mr. Mastermann trat aus seinem Dienst bei der Nationalen Krankenversicherungskommission aus. Das "Wellington House" wurde somit auch zur Zentrale seines Büros. Das Büro wurde mit der Benennung "Wellington House" eingetragen.
Der Arbeitsbereich des "Wellington House" wird folgendermaßen erklärt:
"Verbreitung der Vorfälle und Ereignisse wie: der Kampfe der Verbündeten, die Bemühungen der Engländer, die Durchführungen der Marine, der Armee und der Handelsflotte, die wirtschaftlichen und militärischen Möglichkeiten, die Ziele und den Grund des Krieges, die Straftaten und Grausamkeiten Deutschlands und dessen Verbündeter, den Kampf Belgiens, die Unmenschlichkeit des U-Boot-Krieges. Die verwendeten Medien waren Bücher, Broschüren, Zeitschriften, Diagramme, Landkarten, Poster, Postkarten, Bilder, Fotos und Ausstellungen."
Es wurde angegeben, dass das Büro allein in England 17 Millionen Auflagen veröffentlichte. Die alle 15 Tage veröffentlichten offiziellen Zeitschriften wurden dabei nicht eingerechnet.
In dem 118-seitigen 3. Bericht über die Aktivitäten der Mastermann Büros ist eine Liste der gedruckten Bücher und Broschüren beigefügt. Die Zahl der in der ersten Hälfte des Jahres 1916 gedruckten Bücher und Broschüren liegen bei etwa 182. Unter den Autoren trifft man auf Namen wie z.B. Max Aitken, William Archer, Balfour, James Bryce, E.T. Cook, Conan Doyle, Alexander Gary, Archibald Hurd, Rudyard Kipling, A. Lowenstein, C.F.G. Mastermann, A.J. Toynbee, H.G. Wells. Eines der drei Bücher die Toynbee geschrieben hat, trägt den Titel "Die Unterdrückung der Armenier".
Alle die seitens des Büros von Mastermann im Blauen Buch veröffentlichten, und im Jahre 1975 seitens des armenischen Verlags in Amerika erneut veröffentlichten Referenzen, die Nachrichten der in Tibilisi veröffentlichten "Hoziron", die in Marseille veröffentlichten "Armenia", die in London veröffentlichten "Ararat" und die in New York veröffentlichten "Gotchnag" Zeitungen der Armenier, sowie die seitens der Missionare weitergeleiteten Informationen wurden von dem armenischen Gräueltatskommitee übertragen. Es kann vermutet werden, dass ein Buch, mit den aus diesen Quellen bezogenen Informationen veröffentlicht wurde. Dabei möchten wir noch auf einen weiteren wichtigen Punkt hinweisen: Die Armenier in Istanbul und Izmir wurden nicht zur Umsiedlung gezwungen. Die in diesem Buch veröffentlichten Landkarten deuten auf eine Umsiedlung, die aber nicht den Tatsachen entspricht.
Nach diesen Erläuterungen, die darüber aufklären, wie das Blaue Buch verfasst wurde, ist es erforderlich anhand der Zitate von zwei Autoren, die diesbezügliche Untersuchungen vorgenommen haben, zu zeigen, wie das Propagandamaterial im allgemeinen zusammengestellt wurde. Der erste der Autoren heißt Arthur Ponsoby und sein Buch trägt den Titel "Lügen zu Kriegszeiten". Ponsoby, der von 1910 - 1918 im englischen Unterhaus Mitglied der Liberalen Partei war, trat später zur Arbeiterpartei über und war ein Gegner des Krieges. Sein Buch veröffentlichte er im Jahre 1928. Welche Wege bezüglich der Propaganda eingeschlagen wurden, soll anhand folgender interessanter Abschnitte dargestellt werden:
"Das Kriegsministerium stellte ein Zirkular aus und forderte die Offiziere auf, über die Kriegszustände mit dem Feind Bericht zu erstatten. Weiterhin wurde hinzugefügt, dass die Vorfälle nicht unbedingt wahrheitsgetreu geschildert werden müssten, und dass die Mitteilung eines normalen Zustandes ausreichen würde". (Seite 20)
"Im wesentlichen sind Lügen im Bezug auf die Grausamkeit erwünscht: Besonders in diesem Land (England) und in Amerika kann ohne Lügen kein Krieg durchgeführt werden. Es ist eine nationale Pflicht, den Feind zu diffamieren." (Seite 22)
“Sogar bei gewöhnlichen Vorfällen, die kein Resultat hervorbringen, bringt die Bezeugung der Menschen kein absolutes Vertrauen. Und falls sich Vorurteile, Aufregungen, Begierden und Patriotismus unter die Gefühle mischen, wird die Aussage eines Menschen vollständig wertlos. Es ist unmöglich, den vollen Umkreis der Greuelgeschichten zu decken. Dies wurde mit Broschüren, Postern, Briefen und Anreden tagelang wiederholt. Sogar diejenigen berühmten Persönlichkeiten, die davor zurückschreckten, ihren Erzfeind aufgrund unzureichender Beweise zu verurteilen, hielten sich nicht davor zurück, ein ganzes Volk mit jeder Art von vorstellbaren Grausamkeiten und unnatürlichen Morden zu beschuldigen." (Seite 129)
"Für außergewöhnliche Personen ist ein mit einem Fotoapparat erstelltes Bild im großen Maße vertrauensvoll. Man kann sich nichts interessanteres, als ein authentisches Bild vorstellen. Niemand würde bei einem Foto Zweifel aufkommen lassen, und falls festgestellt werden sollte, dass diese gefälscht sind, dann wäre es schon zu spät dazu. Während des Krieges wurde die Fotomontage zu einer regelrechten Industrie. Das haben alle Länder gemacht, doch die diesbezüglichen Experten waren die Franzosen." (Seite 135)
"Während des Massenmordes im Jahre 1905 wurden in Rußland zahlreiche Fotos aufgenommen. Eines dieser Fotos, auf dem eine Reihe von Leichen, die von einer Menschenmenge umgeben waren, wurde am 14. Juni 1915 in der Zeitung "Le Miroir" veröffentlicht und war mit dem Titel “die Morde der SS-Behörden in Polen” versehen. Artikel ähnlicher Art wurden auch in anderen Zeitungen veröffentlicht. (Seite 136).
Der zweite Autor ist Allen Lane mit seinem Buch "Lasst das Feuer im Hause weiter brennen". Auf der ersten Seite des Buches wird der US-Präsident Coolidge mit seiner Rede an den Journalistenbund der Zeitung rezitiert: “Propaganda versucht unmögliche Ereignisse durch die Widerspiegelung einiger Teilgeschehnisse, durch unabhängige Darstellung der verbindenden Geschehnisse und durch unversehrte Untersuchungen ganzer Ereignisreihen darzustellen.”
Einige Passagen aus dem Buch: “Absicht der Propaganda ist es, zu vereinfachen. Mit Propaganda können die eingesetzten Organisationen und Nachrichtenorgane mit dementsprechenden Methoden, die langfristig eingesetzt werden und immer wieder wiederholt werden, widersprüchliche und entgegengesetzte Gedanken und Visionen kreieren. Der Propagandist schafft glaubenswürdige Visionen und einfache Schilderungen, da er sich den grundlegenden Ansichten des Volkes auf subtile Weise anpasst. Wie Göbels im Zweiten Weltkrieg hervorgehoben hat, wäre es dumm, wenn man nicht die Gedanken und einfachen Hoffnungen des naiven Bürgers aufgreifen und bekräftigen würde.” (Seite 3)
“In Zeiten des Krieges bedeutet dies vor allem anderen, den Vorurteilen über die Verhaltensweisen zufolge, über den Feind zu erwartende Ansichten und Verhaltensweisen zu erfinden. Dazu müssen Nachrichten, die dem Feind Sympathie zutragen würden, verheimlicht werden. Der Feind muss immer so dargestellt werden, dass er Ekel hervorruft.” (Seite 3)
“Brutale Geschichten entstehen in jedem Krieg. Ziel ist, eine Vision entstehen zu lassen, die Angst und Hass hervorrufen.” (Seite 3)
“Krieg zeigt, dass niemand Konformität zeigen wird und eines jeden universellen und einfachen Ideale seine Richtigkeit haben. Dazu gehören die symbolischen nationalen Ideale wie Freiheit, Recht, Demokratie und Christentum.” (Seite 4)
“Charakteristische wilde Geschichten werden von weit entfernten Korrespondenten aus dem Kriegsgebiet geschickt. Diese sind häufig Erzählungen von Flüchtlingen, deren Identität meist nicht bekannt sind. Und häufig handelt es sich hierbei um Erzählungen, die aus zweiter Hand stammen.” (Seite 84)
Was zum Thema Propaganda zu sagen ist, teilt C.F. Dixon Johnson in einem Satz mit:
"Wir glauben, dass Geschichten zum Thema Massenmord am Ende zu Ungunsten der Türkei sind und im Interesse der englischen politischen Lage stehen. Darum braucht sich diese Nation nicht zu entschuldigen, mit der wir über Jahre Verbündete waren.”
QUELLE: Gürün, Kamuran, Ermeni Dosyası, TTK, Verlag, Ankara 1983, Seite 40 -
Von den Armeniern verwirklichte Massaker
In der Zeit nach dem Berliner-Abkommen entwickelte sich die armenische Frage in zweier Art und Weise: Erstens, die westlichen Staaten begannen, das Osmanische Reich zu unterdrücken und sich in seine inneren Angelegenheiten einzumischen. Zweitens, begannen die in Anatolien, Syrien und Thrazien lebenden Armenier, sich in verschiedenen Gebieten Anatoliens, besonders in Ost-Anatolien und in Zilizien im Untergrund zu organisieren und zu bewaffnen. Die ersten Provokationen kamen aus Russland. Dieses Verhalten von den Russen erweckte bei Engländern und Franzosen weiterhin mehr Interesse bei den Armeniern. Daraufhin nahm die Zahl der englischen Konsulate in Ost-Anatolien rasch zu. Außerdem wurden viele protestantischen Missionare in diese Region versandt. Als Folge dieser Provokationen wurden ab 1880 in Ost-Anatolien verschiedene armenische Komitees gegründet. Diese Komitees blieben auf lokaler Ebene und hatten keinen Erfolg, da sie kein Interesse des armenischen Volkes auf sich ziehen konnten, welches mit der osmanischen Regierung zufrieden war und in Frieden und Wohlstand lebte.
Als es nicht mehr möglich war, die Armenier im Osmanischen Reich durch die im inneren des Landes gegründeten Komitees gegen den Osmanischen Staat aufzuhetzen, versuchte man nun, durch die Armenier in Russland außerhalb des Osmanischen Reiches armenische Komitees gründen zu lassen. Daraufhin wurde 1887 in Genf ein sozialistisch orientiertes, gemäßigtes, militantes Komitee der Hindschaks, und 1890 in Tibilisi ein extremistisches, terroristisches, kämpferisches und unabhängigkeitsfreundliches Komitee der Taschnaks gegründet. Diese Komitees hatten "die Befreiung der anatolischen Böden und der Armenier vom Osmanischen Reich" als Ziel zu verfolgen. Die Hindschaks, die sich in Istanbul organisierten und die Aufmerksamkeit der europäischen Länder auf die armenische Frage zu lenken und die Armenier im Osmanischen Reich zu provozieren suchten, fingen mit den Aufstandsversuchen an. Diesen Versuchen folgten die Aufstände der Taschnaks, welche sich im politischen Kampf mit den Hindschaks befanden. Die Gemeinsamkeit dieser Aufstandsversuche bestand darin, dass alle Versuche von den Anhängern der Komitees geplant und geleitet wurden, die von außen in das Osmanische Reich eingedrungen sind und dass für die Organisierung dieser Komitees die Missionare einen großen Beitrag leisteten, die sich in ganz Anatolien verstreut hatten.
Der erste Aufstand trat 1890 in Erzurum auf. Diesem folgte in dem selben Jahr die Demonstration in Kumkapi und weitere Unruhen in den Jahren 1892-93 in Kayseri, Yozgat, Çorum und Merzifon. 1894 der Sasun-Aufstand, 1894 Demonstrationen in Babıâli und der Zeytun-Aufstand, 1896 der Van-Aufstand und die Besetzung der Osmanischen Bank. 1903 der zweite Sasun-Aufstand, 1905 versuchtes Attentat auf Sultan Abdülhamid und als letztes 1909 der Adana-Aufstand. Aufgrund armenischer Grausamkeiten bei dem Zeytun-Aufstand im Jahre 1914 kamen 100, bei Unruhen in Van im Jahre 1915 kamen 3000, und bei Unruhen in Muş in den Jahren 1914-1915 kamen 20.000 Türken ums Leben.
Die Aufstände wurden von den osmanischen Sicherheitskräften niedergeschlagen, aber dies wurde der Weltöffentlichkeit in der Form "die Moslems richten den Armeniern ein Massaker an" zur Kenntnis gebracht. Allmählich nahm die armenische Frage eine verbreitete und internationale Dimension an. So wird in den Berichten der englischen und russischen diplomatischen Vertreter aus dieser Zeit mitgeteilt: "Das Ziel der armenischen Aufständischen sei, Unruhen anzustiften und die Türken zum Gegenangriff zu zwingen und damit die Einmischung anderer Länder zu gewährleisten". Andererseits waren die diplomatischen Vertretungen und Botschaften der mächtigen Staaten in allen Regionen Anatoliens verstreut und sie spielten eine große Rolle dabei, dass die armenische Propaganda der westlichen Öffentlichkeit mitgeteilt und von dieser anerkannt wurde.
Dem türkischen Volk richteten die Armenier den größten Schaden mit ihrem Massaker im Ersten Weltkrieg an. In dieser Zeit spionierten die Armenier für die Russen. Sie hörten nicht auf den Mobilmachungsbefehl und begangen Fahnenflucht. Diejenigen, die eingerückt sind, gingen samt ihren Waffen zur russischen Seite über und begangen somit alle gemeinsam "Landesverrat". Schon zu Beginn der Mobilmachung griffen armenische Partisanengruppen türkische Dörfer an und richteten der Zivilbevölkerung großen Schaden zu. z.B. alle Bewohner des Dorfes Zeve bei Van wurden von den Armeniern getötet, ohne einen Unterschied zwischen Frauen, Kindern und älteren Leuten gemacht zu haben.
Überblick über die armenischen Massaker
Den Armeniern hat man der Reihe nach in Anatolien die Organisationen "schwarzes Kreuz", "Armenakan" und "Heimatbeschützer", in Genf "Hindschak" und in Tibilisi "Taschnak" gründen lassen. Diese Organisationen hatten als Ziel die ostanatolischen Territorien und strebten eine Einheit der osmanischen Armenier an.
Für diese Zwecke aufgehetzte armenische Organisationen stifteten zum ersten Mal 1890 den Aufstand von Erzurum und dann die Demonstration in Kumkapı, die Bewegungen in Kayseri, Yozgat, Çorum und Merzifon, den Aufstand von Sason, die Demonstration in Bab-ı Ali, die Aufstände in Zeytun und Van, die Besetzung der Osmanlı Bank, den Attentatsversuch auf Sultan Abdülhamit und 1909 den Aufstand von Adana an. Bei diesen Aufständen wurden 1914 in Zeytun 100, 1915 in Van 3000 und zwischen 1914 und 1915 in Muş 20.000 Türken durch Gräueltaten der Armenier getötet. Die Zahl der während der armenischen Aufstände und Massaker getötete Türken beläuft sich aufgrund von Dokumenten bei 517.955. Rechnet man jene Toten hinzu, die nicht in die Zählung aufgenommen wurden, jedoch aufgrund der Ereignisse zeitlich und örtlich zugeordnet werden können, so erreicht die Zahl annähernd 2 Millionen Opfer.
Die Armenier fügten dem türkischen Volk den größten Schaden mit ihren Massenmorden während des Ersten Weltkrieges zu. In dieser Zeit hatten die Armenier im Namen der Russen spioniert, die Aushebung für die Mobilisierung nicht berücksichtigt und den Wehrdienst verweigert. Diejenigen, die sich zum Wehrdienst stellten, wechselten auf die russische Seite um und begangen gemeinsamen "Landesverrat". Schon zu Beginn der Mobilisierung griffen die armenischen Banden die türkischen Einheiten an und fügten durch Überfälle auf türkische Dörfer dem zivilen Volk großen Schaden zu. Zum Beispiel wurden alle Einwohner des Dorfes Zeve bei Van, ohne Rücksicht darauf, ob Frau, Kind oder alte Personen, von Armeniern ermordet.
Ausgrabung eines Massengrabs in Van Erciş Çavuşoğlu
Der in diesem Gebiet Untersuchungen durchführende Prof. Dr. Metin Özbek berichtet über das Ereignis folgendermaßen:
"Während der Ausschachtung des Fundaments eines Hauses in der Çavuşoğlu Scheune wurden durch einen großen Zufall Menschenskeletts gefunden, die ich für eine anthropologische Untersuchung in unser Labor an der Hacettepe Universität brachte. Bekanntlich kann die Anthropologie durch ihre Methoden und Techniken profunde Aussagen über Todesalter, Todesursache, Krankheiten und andere Informationen über Skelette machen. Ferner kann durch Untersuchung des Schädels die Rasse festgestellt werden. Bei den untersuchten Skeletten war es nicht möglich, die Schädel und die Körperknochen zusammenzusetzen. Deshalb wurde die Anzahl der Personen nach der Zahl der Schädel bestimmt und die Schädel wurden einzeln nummeriert. Jeder Schädel bekam so eine anthropologische Identität. Unter den Funden wurden 5 Frauen und 4 Männer identifiziert. Das wesentliche Kriterium zur Bestimmung des Todesalters der Personen ist der Symphysis pubis, ein Teil des Hüftknochens. Bei 7 Personen war dieser Teil erhalten. Die Altersbestimmung der Skelette aus der Çavuşoğlu Scheune ist wie folgend:
- Weiblich (P6) 17-18 Jahre alt
- Männlich (P7) 17-18 Jahre alt
- Weiblich (P4) 18-19 Jahre alt
- Weiblich (P3) 27-30 Jahre alt
- Männlich (P2) 35-40 Jahre alt
- Weiblich (P1) 39-44 Jahre alt
- Männlich (P5) ca. 50 Jahre alt
- Kind (D.1) ca. 15 Jahre alt
Die hier mit Alter und Geschlecht aufgeführter Skelette hatten eine interessante Gemeinsamkeit. Alle wiesen im Schädel durch scharfe Gegenstände verursachte Schnittspuren auf. Es war offensichtlich, dass sie durch Folter ermordet wurden.
I. Schnittspuren am Schädel:
- Nr. 1) Weiblich: Auf dem Schädel sind zwei Spalten vorhanden, die durch einen scharfen Gegenstand verursacht worden sind. Die erste befindet sich am rechten Scheitelbein und ist 4 mm lang. Die zweite befindet sich wieder am rechten Scheitelbein, am Hinterkopf und ist 36 mm lang. Es ist festzustellen, dass sie infolge der Hiebe, die auf das Gehirn trafen, am Tatort gestorben ist.
- Nr. 2) Weiblich: Es wurden vier Schnittspuren auf dem Schädel festgestellt. Die erste befindet sich am linken Scheitelbein und ist 95 mm lang. Der scharfe Gegenstand drang durch den Schädel bis ins Gehirn. Die zweite Spalte befindet sich am Scheitelbein. Der scharfe Gegenstand (evt. eine Axt) traf von oben auf den Schädel und zerschmetterte ihn und auch mit großer Wahrscheinlichkeit das Gehirn. Ein solcher Hieb genügt, das Opfer auf der Stelle zu töten. Der dritte Hieb traf wieder auf das linke Scheitelbein, etwa 12 mm hinter der ersten Hiebstelle. Die Spalte ist 48 mm lang und 19 mm breit. Der Ausschnitt hat die Form eines Weberschiffchens. Der vierte Schlag auf dem Schädel läuft in der selben Richtung wie der dritte und liegt sofort hinter ihm. Die Hälfte der Spalte befindet sich am Hinterhauptbein.
- Nr. 3) Männlich (Abb. 2a): Dieser Schädel weist die meisten Schnittspuren auf. Der erste Hieb traf auf das linke Ohr, der scharfe Gegenstand riss den mastoiden Vorsprung vollständig ab und strich leicht am Hinterhauptbein vorbei. Der zweite Schlag traf das linke Auge und hinterließ am Stirnbein eine tiefe Spur. Die 75 mm lange dritte Wunde wurde am linken Scheitelbein festgestellt. Der scharfe Gegenstand drang ins Gehirn und verursachte eine Spalte vom linken Scheitelbein bis zur Sutura lambdoidalis. (Abb. 2b) Durch die Wucht des Hiebes entstanden Risse am Schädel. Der vierte Hieb auf den Schädel schnitt in die sagitale Naht. Der Schnitt ist 48 mm lang. Der fünfte Schlag traf horizontal und brach das rechte Scheitelbein in der Nähe der sagitalen Naht ab. Der scharfe Gegenstand traf auch auf das linke Jochbein und schnitt in diesem Gebiet das Jochbein und einen Teil des Oberkiefers. Die Person wurde nachfolgend verbrannt.
- Nr. 4) Männlich (Abb. 3): Auf das Gehirn wurden mit einem scharfen Gegenstand drei Schläge ausgeübt. Der erste traf senkrecht auf das rechte Scheitelbein und verursachte eine Schnittwunde von 37 mm Länge. Der zweite stellt eine Spalte auf dem linken Scheitelbein dar und hat eine Schnittlänge von 92 mm. Der dritte traf wieder das linke Scheitelbein und verursachte eine 49 mm lange und 21 mm breite Spalte. Der scharfe Gegenstand hat die tabula externa abgeschabt. Diese direkten Schläge auf den Kopf töteten die Person auf der Stelle. Auch diese Person wurde wie die letzte verbrannt.
- Nr. 5) Weiblich (Abb. 4): Es wurden vier Schnittspuren am Schädel festgestellt. Die erste befindet sich am Stirnbein und ist eine nicht sehr tiefe Wunde mit 28 mm Länge. Die zweite befindet sich auf dem Schädel am Scheitelbein und ist eine 77 mm lange und ziemlich tiefe Wunde. Allein sie genügt, die Frau auf der Stelle zu töten. Der dritte Hieb ist auch tödlich und traf auf das rechte Ohr. Er schnitt den mastoiden Vorsprung ganz und das Kondyl der Unterkiefer teilweise ab. Die vierte Schnittspur befindet sich auf dem Oberkiefer rechts, im alveolaren Teil. Der scharfe Gegenstand schnitt nicht nur in den Knochen ein, sondern zerstörte auch die Krone des zweiten kleinen Eckzahns.
- Nr. 6) Männlich (Abb 5): Ein Erwachsener mit vier Spalten auf dem Schädel. Die erste ist 57 mm lang und 14 mm breit, ziemlich tief und befindet sich am linken Scheitelbein. Hier drang der scharfe Gegenstand in das Gehirn ein. Vor der Spalte, auf der Seite der sagitalen Naht befindet sich eine Schnittspur mit 23 mm Länge. Die zweite Schlagspur befindet sich am rechten Scheitelbein und in der Mitte der Sagitalnaht. Diese 29 mm lange und 28 mm breite Spur wird waagrecht von diagonal zwei separaten Spalten gekreuzt. Die erste davon ist 43 mm, und die zweite 42 mm lang. Der dritte Schlag traf auf das rechte Scheitelbein und befindet sich ein paar mm vor der Scheitelbeinöffnung und reicht diagonal weiter. Der vierte Schlag kam nicht von einem scharfen, sondern von einem spitzen Gegenstand und traf in die Nähe der Sagitalnaht des männlichen Schädels; wahrscheinlich wurde er auf dieser Weise gefoltert.
- Nr. 7) Männlich (Abb 6): Es wurden auf diesem Schädel 5 separate Hiebe mit einem scharfen Gegenstand ausgeübt. Der erste traf auf die Zone des linken Ohrs. Die Angriffswaffe schnitt den mastoiden Vorsprung ganz ab, sie schnitt sogar in die Wurzel des Jochbeins. Auf die Wurzel des linken Ohres trafen hintereinander zwei Hiebe. Die Person starb aufgrund dieser Hiebe sofort. Die zweite Schnittspur liegt in der Nähe der Lambdanaht am rechten Scheitelbein. Die teilweise waagerechte Spalte ist 41 mm lang. Die dritte Schnittspur befindet sich zwischen den beiden Lambdanähten am Hinterhauptbein und ist 44 mm lang. Die fünfte Schnittspur auf dem Hinterkopf misst 53 mm.
- Nr. 8) Weiblich: Dieses Mädchen starb in ihrem etwa 15. Lebensjahr und hat drei Schnittspuren auf dem Schädel. Die erste befindet sich am rechten Scheitelbein, ist 50 mm lang und ragt tief in das Gehirn hinein. Die zweite Schnittspur steht rechteckig zur ersten und ist 20 mm lang. Die dritte Spalte befindet sich auf dem Hinterkopf. Dieses Mädchen wurde später auch verbrannt.
- Nr. 9) Weiblich: Dieses Mädchen starb mit 17-19 Jahren. Auf den erhaltenen Teilen des Schädels befinden sich keine Schlagspuren. Ein wesentlicher Teil des Hinterhauptbeins ist abgebrochen und verlorengegangen. Über die Todesursache kann keine Aussage gemacht werden.
II. Rassenbestimmung der Skelette: Die Rasse kann durch den Schädel, durch Maß, Indiz und morphologische Beobachtung bestimmt werden. Jedoch ist nicht zu vergessen, dass jede Rasse Variationen aufweist. Nach der Methode der Anthropometrietechnik wurden die Skeletts aus der Çavusoglu Scheune untersucht. Demnach wurden bei 8 Schädeln die Schädelindizien, die Merkmale für die Rasse sind, berechnet. Die berechneten Werte liegen zwischen 76 und 89. Somit waren vier Individuen in die mesozephale, die anderen in der brachizephale Gruppe einzustufen. Auf keinem Schädel wurde die dolickozephale Struktur gefunden. In Anatolien ist der Typ der Alpin Rasse sehr verbreitet und, wie bekannt, beinhaltet sie den brachizephalen sowie den mesozephalen Typus. Außer einem einzigen gehören alle Skelette der Alpin Rasse an. Man kann behaupten, dass die anatolischen Türken überwiegend der Alpin Rasse angehören. Die 17-19jährige junge Frau gehört nicht in diese Rasse. Sie gehört der armenoiden Variation der dinarischen Rasse an.
Bei der Betrachtung der Längen wurden die Regressionsgleichungen von Trotter und Gleser verwendet. Bei drei Frauen wurden die Werte 152,9 cm, 159,2 cm und 168,2 cm berechnet. Bei den drei Männern wurden 170,1 cm, 172,4 cm und 173,5 cm berechnet.
Bei den Skeletten in der Çavusoglu Scheune wurde ein Hemdenknopf, ein scharfes Eisenstück und ein Teil eines Oberkiefers gefunden. Nach den Angaben von Prof. Dr. Ilter Uzel von der Medizinischen Akademie Gülhane gehört das Fragment der oberen Totalprothese dem rechten hinteren Abschnitt an. Die Prothese ist aus Gummi, die Zähne aus Porzellan. Prothesen wurden zu Beginn 1900 von reichen Personen verwendet. Die Nikotinflecken auf der Prothese lassen vermuten, dass sie einem Mann gehört. Diese Art von Porzellan war zwischen 1915-1925 benutzt worden. Es gehört zu den Produkten der Firma SSN (USA). Damit wurde festgestellt, wann die Skelette gelebt haben könnten.
III. Die Wunden auf den langen Knochen: Obwohl auf den Schädel sehr viele Schnittspuren gefunden worden sind, befinden sich an den Armen, Beinen oder an anderen Stellen des Körpers fast keine Spuren. Natürlich zielt man direkt auf den Schädel bzw. auf das Gehirn, wenn man jemanden töten möchte.
Am Oberarmbein eines Erwachsenen befinden sich 3 Schnittspuren. Am Knochen sind Brandspuren zu erkennen.
Am Schienbein einer Frau befindet sich auf der vorderen Seite eine tiefe Schnittwunde.
Am rechten Schienbein eines Mannes wurde in der Nähe des unteren Teils wieder eine ziemlich tiefe Schnittwunde festgestellt.
IV. Schlussfolgerung und Bewertung: Die durch einen Zufall in der Çavuşoğlu Scheune (Bezirk Erciş) gefundenen und einer ausführlichen anthropologischen Untersuchung unterzogenen Skelette sind überwiegend jungen Personen, die gewissenhaft ermordet und teilweise auch verbrannt wurden zuzuordnen. Der grausame Angriff und die Folter, der diese Personen, mit großer Wahrscheinlichkeit Türken, da es vom Rassentypus vorwiegend Alpine sind, ausgesetzt waren, unterstützen die Aussagen von Augenzeugen. Es hat sich herausgestellt, dass nicht die Armenier, sondern die Türken in Massen ermordet wurden.
Prof. Dr. Metin ÖZBEK, Anthropologe
Ausgrabung eines Massengrabs in Kars Subatan
Der Archäologe Prof. Dr. Cevat Başaran, der Untersuchungen im Gebiet vorgenommen hat, schreibt folgendes:
"Eine der Massengrabausgrabungen zur Aufklärung der grausamen Ereignisse zwischen 1915-1918 in Ostanatolien wurde in Subatan bei Kars vorgenommen (Zeichnung 1). Im Dorf Subatan, etwa 28 km südlich von Kars, an der türkisch-russischen Grenze, in der Nähe der Ani-Ruinen, wurde das Massengrab am 20.06.1991 nach dem Symposium "Kars und Ostanatolien in unserer neueren Geschichte" entdeckt.
Das Dorf Subatan, das 1918 während des Rückzugs der Armenier aus dem Gebiet wie viele andere Ortschaften durch armenische Banden überfallen wurde, lag auf der Straße nach Ani, südlich der großen und kleinen Yahni-Anhöhen. Die Ausgrabungen im Dorf Subatan, in dem heute 20-30 muslimische Familien leben, wurden aufgrund der Aussagen der Augenzeugen (Fariz Öztürk, 120, und Durağa Öztürk, 95) an vier verschiedenen Stellen in der Scheune im Dorfteil Köseoğulları durchgeführt (Zeichnung 2). Die Fläche wurde in vier Rechtecke von 4 x 5 m eingeteilt und die Ausgrabung begann an der Grube A-I. Die Grabung wurde zuerst auf der breiten Oberfläche geführt und konzentrierte sich danach auf die inneren Schnittpunkte der Gruben A-I und B-I. Nach der Aushebung der 40 cm dicken Erdschicht wurde das erste Skelett entdeckt. Es wurde festgestellt, dass die mit in-situ Material gefundenen Skelette überwiegend Kleinkindern zwischen 0-1 Jahren gehörten. Die Skelette der Grube A-I in 80 cm Tiefe wiesen eine interessante Struktur auf. Die in Richtung Nord-Süd liegenden Skelette gehörten wahrscheinlich einer Mutter und ihrer Tochter. Die Frau war auf die rechte Seite gefallen und umarmte mit ihrem linken Arm ihr Kind. Die zwei Schlagspuren auf dem Schädel weisen darauf hin, dass sie mit einem Beil oder ähnlichem Gegenstand getötet wurden, der am Kopf aufprallte. Das Beil, das bei dem ersten Hieb nicht wirksam genug traf, spaltete bei dem zweiten Hieb den Schädel tief in zwei Hälften. Die Frau und ihr Kınd wurden mit ihren Kleidern begraben. Von der Skelettgruppe in der Südecke der Grube A-I konnte ein kleiner Teil aufgedeckt werden. Sie wurden offensichtlich aufs Geratewohl begraben. Hier wurden anfangs Skelette von 12 Kindern und 3 Erwachsenen entdeckt. Unter den anderen Funden befanden sich Unterwäsche und Teile eines seidenen Kleides, die Metallschnalle eines Gürtels, ein Paar Ohrringe, viele farbige Perlen einer Halskette, eine Metallkette, Kleiderknöpfe, eine sehr oxidierte Kupfermünze und verrottete Holzbalken. Diese Fundstücke sind in die Austellung im Massenmord-Museum Kars aufgenommen worden.
Nach den Aussagen der Augenzeugen Fariz Öztürk und Durağa Öztürk, die auch durch Archivdokumente unterlegt werden, lief das Massaker der Armenier am 25. April 1918 folgendermaßen ab:
Die armenischen Taschnakbanden, die sich auf dem Rückzug aus Kars und Sarıkamış befanden, griffen das Dorf Subatan an, in dem damals Türken, Armenier und Griechen gemeinsam lebten. Sie schossen wahllos auf die Einwohner und töteten die, die sie fassen konnten, auf grausame Weise.
Nach den Fotos aus den Archivunterlagen und den Funden wurden die Frauen, Kinder und alten Männer, denen mit Beilen die Köpfe gespalten und mit Bajonetten in die Bäuche gestochen wurde, auf der Straße getötet und dort liegengelassen.
Nach den Angaben aus den Archivdokumenten sind im Dorf Subatan 570 Personen grausam ermordet worden. Nach dem Rückzug der armenischen Banden wurde das Gebiet wieder von türkischen Militäreinheiten unter Kontrolle genommen. Die Leichen der Ermordeten, die auf den Straßen verwest und zum Teil von Hunden gefressen waren, wurden von Überlebenden und Soldaten gesammelt und in die Scheunen gebracht. Wegen den mangelnden Möglichkeiten und der Vielzahl der Toten wurden Scheunen als Grabstätten gewählt und durch Einsturz der Decke in Massengräber umgewandelt. Bezüglich der drei Grabstätten in Subatan steht aufgrund der Archivdokumente und Zeugenaussagen fest, dass unter dem eingestürzten Scheunendach im Dorfteil Köseoğulları über 180, in der Tıptıp-Straße über 257 Kınder und in der Scheune südlich der Dorfmoschee über 350 Gefallene begraben sind.
Ausgrabung eines Massengrabes in Van Zeve
Der Archäologe Prof. Dr. Cevat Başaran, der Untersuchungen im Gebiet vorgenommen hat, schreibt folgendes:
Eine weitere Ausgrabung eines Massengrabes, das die Ereignisse zwischen 1915 und 1918 in Ostanatolien in ihrer ganzen Unmenschlichkeit offenbarte, erfolgte in Van-Zeve. Die Ausgrabungen am Massengrab bei dem Ehrenfriedhof in Zeve, das am Ufer des Baches Ablangis (Mermit) in der Nähe des Dorfes Çitören (Harabe) 18 km nordwestlich von Van liegt, begannen wie geplant am 4. April 1990 und wurden mit der Unterstützung der Yüzüncü-Yıl-Universität und des Museums von Van durchgeführt.
Die Ausgrabung an dem Ehrenfriedhof in Zeve, wo ca. 3000 Türken liegen, die durch armenische Banden mit russischer Unterstützung ermordet wurden, begann am 4. April 1990.
Die Ausgrabung wurde durch Adnan Darendeliler, Gouverneur der Stadt Van, Prof. Dr. Nihat Bayşu, Rektor der Yüzüncü-Yıl-Universität, Prof. Dr. Azmi Süslü von der Universität Ankara, Prof. Dr. Enver Konukçu und Dr. Cevat Başaran von der Atatürk-Universität, Prof. Dr. Metin Ozbek und Prof. Dr. Ercüment Kuran von der Hacettepe Universität, Prof. Dr. Fahrettin Kırzıoğlu von der Gazi Universität, Prof. Dr. Cevdet Küçük von der Universität Marmara und Ersin Kavaklı, Direktor des Museums von Van in Anwesenheit von zahlreichen einheimischen und ausländischen Pressevertretern durchgeführt.
Die Arbeiten wurden vor den Augen der Presse durchgeführt.
Die Ausgrabungen im Dorf Zeve (Zive - Zaviye), das aus 25-30 Häusern besteht und während der armenischen Angriffe im Jahre 1915 dem Boden gleich gemacht wurde, wurden Aufgrund der Aussagen von Ibrahim Sargın, einem der Augenzeugen, der die Ereignisse miterlebt hat, und anhand von verschiedenen Dokumenten mit einer Öffnung von 4 x 4 m bei einem zerstörten Gebäude an der Anhöhe südwestlich des Dorfes begonnen. Bei den zwei Sondierung in der Nähe der Straße direkt bei der ausgehobenen Grube wurden ein Backofen, der zu einem der alten Häuser gehörte, und viele Tonscherben von Küchengeräten gefunden.
Die Ausgrabungen konzentrierten sich zunächst auf die erste Öffnung, wo sich nach den Kindheitserinnerungen von Ibrahim Sargın ein Haus und eine Scheune befand. Dabei wurden nach einer Ausschachtung von 30 - 40 cm Erde die Knochen von mehreren gleichzeitig ermordeten Menschen entdeckt. An einigen Skeletten, die mit in-situ-Material ausgegraben wurden, waren die Schädeldecken eingeschlagen oder zerdrückt, rissig und auch verbrannt. Bei der ersten Ausgrabung wurden 12 Skelette aufgedeckt.
Die Skelette gehörten wahrscheinlich Frauen, kleinen Mädchen und Alten. Die bei der Ausgrabung gefundenen dünnen Haarzöpfe und Talismane bezeugen, dass sich unter den Ermordeten auch kleine Kinder befanden. Zu den anderen Funden der Ausgrabung gehören verrostete Dolche und Klingen, verrostete und an der Spitze abgebrochene Schaufeln, viele leere Patronenhülsen russischen Typs, volle Patronen und deren Projektile, Unterwäsche, seidene Stoffstücke, ein Halskette aus Achat, verziert mit Perlen, einem Halbmond- und Sternmotiv und dem Namenszug des Sultans Reşad, ein in Wachs eingehüllter Talisman, verrostete Armringe aus Draht und Fingerringe, eine sogenannte "5 Para" Silbermünze mit dem Namenszug des Sultans Reşad, zwei Kupfermünzen, zahlreiche Perlen aus Achat und farbigem Glas, Kindertalismane, farbige Kleiderknöpfe in verschiedenen Größen und ein Hornkamm. Die Funde der Ausgrabung wurden dem Museum von Van übergeben und die Skelette wieder begraben.
Der Massenmord in Zeve, der durch die Aussage des Augenzeugen Ibrahim Sargın, relevante historischen Dokumente und durch die Ausgrabung bestätigt wird, verlief folgendermaßen: 1915 waren die armenischen Banden mit Unterstützung der Russen in das Gebiet eingedrungen, hatten die dortigen Dörfer überfallen und begannen, das muslimische Volk erbarmungslos zu ermorden, ohne Rücksicht darauf, ob es sich um Frauen oder Männer, Kinder oder Alte handelte. 2000 - 3000 Einwohner aus den benachbarten sieben Dörfern flüchteten nach Zeve. Nach kurzem Widerstand begannen die Armenier auch diese qualvoll zu ermorden. Sie setzten das wehrlose Volk, das überwiegend aus Frauen und Kindern bestand, einem Kugelhagel aus, nachdem sie sie mit spitzen und scharfen Gegenständen gequält hatten. Danach brannten sie, wie es vorher bei den Massenmorden in Oba, Alaca und Yeşilyayla geschehen war, alle Häuser nieder. Nach Angaben des Augenzeugen hatten sie die im Freien qualvoll ermordeten in den Bach Ablangis geworfen. Spätere Ausgrabungen und Forschungen würden diese mit allen Einzelheiten belegen.
Die, während der Ausgrabung gefundenen Dolche, Messer, an der Spitze abgeschnittene Schaufeln und Eisenstäbe zeigen, dass diese Menschen vor ihrem Tod einer unmenschlichen Folter ausgesetzt waren. Ein Schädel mit einer abgebrochenen Schaufel ist ein weiterer Beweis dafür.
Die aufgedeckten Patronenhülsen und Geschosse zeigen offensichtlich, dass die Menschen, die in den Häusern versammelt wurden, nach der Folter erschossen worden sind. Das beweist eine Kugel im Hüftbein eines kleinen Kindes, das während der Ausgrabung gefunden wurde. Die Brandspuren auf einigen Schädeln zeigen, dass der Massenmord mit einem Brand verheimlicht wurde. Die Deckenträger stürzten nach dem Brand auf die Ermordeten und begruben sie unter sich.
Ausgrabung eines Massengrabs in Erzurum Dumlu
Archäologe Doz. Dr. Cevat Başaran, der in der Region Untersuchungen durchführte, berichtet folgenderweise:
“Die Ausgrabung am Massengrab im Dorf Yeşilyayla bei Erzurum begann unter Teilnahme der ausländischen Presse am 7. Oktober 1988. Bei dem Massaker vom März 1918 in Yeşilyayla, wurden alte Männer, Frauen und Kinder in einer Scheune versammelt und erschossen.
An der Ausgrabungsstätte wurden Tabakbüchsen mit Mond- und Stern-Abbildungen, abgerissene Seiten aus dem Koran, Patronenhülsen, halb verbrannte Teile von Holzpfeilern, lange Haarzöpfe, Überreste von seidenen Kleidern und kleine Kleiderknöpfe gefunden. Aus dem Massengrab wurden über 100 Skelette ausgegraben. Die Fundstücke werden im Erzurum Museum ausgestellt".
Das Dorf Iğdır Oba
Der Archäologe Prof. Dr. Cevat Başaran, der in der Region Untersuchungen durchgeführt hat, übermittelt das Folgende:
"Prof. Dr. Enver Konukçu hat als erster festgestellt, dass es im Dorf Oba des Kreises Iğdır ein Massengrab der von den Armeniern ermordeten Türken gibt, was auch mit Dokumenten aus dem Archiv bestätigt wurde.
Die am 1. März 1986 vorgenommenen Ausgrabungen am Massengrab bestätigten die Aussagen der historischen Dokumente. Mit Hilfe der Aussagen der Augenzeugin Sakine Aksu, wurde das sogenannte "Tandır Damı" Massaker bis ins Detail aufgedeckt. Bei der ersten Ausschachtung im inneren Teil der an der nördlichen Seite des 6 x 8 m großen Gebäudes stehenden Tür, entdeckte man ein "verschlossenes Eisenschloss". Bei der zweiten Ausschachtung im mittleren Teil des Zimmers stieß man 1 m unter dem Boden auf rund 90 Skeletts. Es wurde festgestellt, dass es an einigen der Schädel Löcher und Brüche gab. Südlich des Ofens, der in der Mitte des Raums stand, befanden sich die restlichen abgebrannten Teile eines Holzbalkens, welcher zu seiner Zeit das Dach des Gebäudes trug.
Sowohl die Befunde als auch die Aussagen der Augenzeugin weisen daraufhin, dass die Armenier beim "Massaker am Tandır Damı" die unbewaffneten Zivilisten des Dorfes Oba mit Gewalt zusammenführten, eine Vielzahl dieser folterten, alle mit Gesicht zum Boden in den Raum zwangen und auf sie schossen. Danach setzten sie das Gebäude in Brand und nach dem Abbrennen des Holzbalkens fiel das Dach des Gebäudes zusammen.
Bei der Ausgrabung wurden geschmolzene Eisenteile, abgebrannte Holzstücke, Scherben, leere Patronenhülsen, Stoffteile und ca. Skelette gefunden. Die Brandspuren am Dach und an den Wänden des Gebäudes als auch die Asche weisen daraufhin, dass weitere Dokumente bei dem Brand verloren gingen
Museum und Denkmal des Massakers von Iğdır
An dem internationalen Symposium "Historische Tatsachen und die Armenier", das zwischen dem 24. und 26. April 1995 in Iğdır veranstaltet wurde, nahmen viele Wissenschaftler und Politiker aus verschiedenen Ländern teil. Das Projekt des Architekten Prof. Dr. Cafer Gayisi aus Aserbaidschan, zur Errichtung eines Monumentes in Erinnerung an die Opfern des armenischen Massakers an den Türken, fand Befürworter und es wurde in der Schlussmitteilung des Symposiums wie folgt bekundet: "Es wurde die Errichtung eines Denkmales in Iğdır, in Erinnerung an die mehr als eine Million Opfer der Vergangenheit und eines Grabmales in dem Dorf Oba beschlossen, als Antwort für diejenigen, die sich bemühen, auf der internationalen Bühne ihren sogenannten Massaker-Tag vom 24. April anerkennen zu lassen. Das Denkmal in Iğdır soll uns an die dunklen Tage der Vergangenheit und an die Imperialisten erinnern, die uns zu Feinden machten. Es soll auch einen Beitrag zur guten Nachbarschaft und Zusammenarbeit leisten.”
Als Baustelle des Denkmals wurde die östliche Einfahrt der Stadt Iğdır, also die Kreuzung der Straßen aus Aserbaidschan, Iran und Armenien ausgewählt. Die Fläche des dreieckigen Platzes beträgt 1.3 Hektar. Außerdem sollte das Denkmal eine Perspektive zum Ağrı Berg haben. Am 1. August 1997 wurde mit dem Bau des Denkmals begonnen.
Das Denkmal befindet sich in der Mitte des dreieckigen Platzes und ist 7.20 Meter hoch. Auf der weiten Geographie der Türken sind Hügeldenkmäler sehr üblich. Sie wurden für die Oberhäupter der Staaten und der Armeen auf den Steppen Asiens errichtet. Im inneren dieser Hügeldenkmäler befand sich ein Grabzimmer. Diese Tradition wurde auch am Denkmal in Iğdır fortgeführt. In dem kreisförmigen Saal in der Mitte des künstlichen Hügels befinden sich die symbolischen Gräber der Opfer. Dieser Saal steht im Zentrum des Massaker-Museums. In diesem Saal wird die Grausamkeit der Armenier, unterlegt mit Gegenständen und Fotos aus den Massengräbern, ausgestellt. An der linken Seite befindet sich eine Bibliothek für Forschungen.
Das Eingangstor zum Museum wurde gemäß der Architektur der Seldschuken, kronenartig gebaut. Das Tor trägt auch Spuren von Moscheenischen, ähnlich der Kadavalı Osmanlı Moschee. Hiermit wird betont, dass sich dieses Tor in einen heiligen Raum öffnet. Das Eingangstor zum Museum ist aus bordeauxfarbigem und schwarzem Granit, und die schmalen und wenigen Fenster deuten auf die Grausamkeit des Massakers hin.
In der Mitte des Hügels, in einer Höhe von 36 m, befindet sich die Schwertgruppe, in Gedenken an die türkische Armee, die das moslemische Volk vor dem Massaker der Armenier geschützt hat, an die Märtyrer und Blutzeugen. Diese sind nach einem fünfeckigen Plan aufgestellt, und zwar in Form des fünfeckigen Sterns, des Symbols des türkischen Staates, das auch auf der türkischen Fahne zu sehen ist.
Die türkischen Soldaten, so die Legende, schärften ihre Schwerter im Wind, im Regen und unter Blitz. Und diese Schwerter neben dem Ağrı Berg, werden von der Sonne, vom Regen und Wind geschärft. Die Armenier, deren nationales Ziel es war "an einem Tag die Umgebung des Ağrı Berges" zu erobern, sehen nun vor diesem heiligen türkischen Berg, die Schwerter der Türken.
Die Spitzen dieser fünf Schwerter bilden eine Kuppel am Gipfel. Somit ähneln sie den seldschukischen Türben. In der türkisch-oghusischen Monumental-Architektur wurden Kuppel-Gräber für Sultane, Helden, Kommandanten und wichtige Personen errichtet. Traditionelle Grabdenkmäler der Seldschuken bestanden aus einem unterirdischen Grab mit einer oberirdischen Kuppel. Das Massaker-Denkmal in Iğdır besteht auch aus zwei Stockwerken. Das untere Stockwerk befindet sich unter dem künstlichen Hügel, ein symbolisches Grab, das als Museum dient. Das obere Stockwerk besteht aus einer Kuppel, die von fünf Schwertern gebildet wird.
Somit trägt das Massaker-Denkmal von Iğdır, von der Architektur her, Spuren der drei größten türkischen Architektur-Tradition der Geschichte (Kuppel, seldschukisches Grabmal und Grabsteine). Diese wurden mit moderner Architektur in einer neuen Komposition vereint.
Das Schwert in der Hand eines Menschen ist furchtbar. Doch Schwerter, die an der Spitze gestützt und gekreuzt liegen, sind ein Symbol der Gesundheit, des Wohlhabens und des Friedens. Sie symbolisieren auch die Verteidigungskraft der Nation. Dass die scharfen Seiten nach außen gerichtet sind, weist daraufhin, dass man jederzeit auf Angriffe der Feinde vorbereitet ist.
Der kreisförmige Museumssaal (das symbolische Grab) wird von oben von fünf Öffnungen der gekreuzten Schwerter beleuchtet. Die Bedeckung der Öffnungen ist eine Pyramide aus Glas, die ein Zelt symbolisiert. Dieses Zelt, mit goldfarbenem Rahmen und buntem Glas, symbolisiert das Goldene Zelt, das Meisterstück der türkischen Steppenarchitektur. In den alten Zeiten befand sich die Fahne des Staates auf dem Goldenen Zelt, als Symbol der Staatsmacht. Das Goldene Zelt, das in der Mitte des Hauptquartiers der Truppen auf dem Marsch errichtet wurde, schützte man besonders. Dieses Denkmal, an dessen Spitze sich die Fahne des Türkischen Staates befindet, wird von fünf Schwertern geschützt.
Die Heiligkeit des Schwertes kommt auch in der Ästhetik zum Ausdruck. Der Griff des türkischen Schwertes wurde mit wertvollen Metallen verziert. Auch bei dem Iğdır-Denkmal wurden die Griffe der Schwerter mit Granitrahmen und Bronzereliefs verziert. Auf jedem der Griffe befinden sich Figuren des Grauen Wolfes, eines Pferdes und des zweiköpfigen Adlers.
Der Graue Wolf war das Haupttotem der Türken und wurde als Wegweiser bewertet. Von der Herrschaftszeit des hunnischen Reiches bis zu den Osmanen war es ein nationales Symbol. Vor dem Islam befand sich der Kopf des Grauen Wolfes auf den Fahnen der Türken. Im Laufe der Zeit wurde diese Abbildung mit dem Stern und dem Halbmond ersetzt.
Von den Altai bis hin nach Anatolien wurde der starke, kluge und auf seine Freiheit nicht verzichtende Graue Wolf geliebt und respektiert. In der Zeit von Gazi Mustafa Kemal Atatürk, des Begründers der Türkischen Republik, wurde der Graue Wolf auf Banknoten, Münzen und öffentlichen Gebäuden abgebildet. Das Relief eines Grauen Wolfes am Schwertgriff, als Symbol der Befreiung, ist ein Zeichen des Respekts gegenüber nationalen Werten und der Treue zu den Prinzipien Atatürks.
Die "Schwertzeit" war in der Geschichte zugleich auch die "Pferdezeit".
Nach Angaben von türkischen Historikern hatten "Pferdezucht und Schmieden" und insbesondere Schmieden, bei der großen Eroberung der Türken eine wichtige Rolle gespielt. Schmieden war wichtig für die Herstellung der Schwerter und Pferdezucht für die Feldzüge in entfernte Gebiete. Die türkischen Soldaten zogen in entfernt gelegene Gebiete, mit ihren Pferden, Schwertern und Zelten.
Das Pferd war das wichtigste Totem der Türken und ein unentbehrlicher Freund und Gehilfe der Soldaten. Es ist unmöglich, sich in der Kriegsgeschichte ein Schwert ohne Pferd und einen Türken ohne Schwert und Pferd vorzustellen. Aus diesem Grunde wurde an den Griffen der Schwerter, als Symbol des Glücks, ein Pferdesymbol angebracht. Grauwolf- und Pferdereliefs befinden sich an beiden Seiten der Griffe.
An den Innenseiten der Griffe befindet sich ein Relief eines zweiköpfigen Adlers. Der zweiköpfige Adler wurde in Anatolien zuerst zum Symbol der Hethiter und danach der Byzantiner. Danach wurde er zum Symbol der Seldschuken, der Niederlassung der Türken auf anatolischen Territorien und zum Symbol des Unterganges der Byzanz.
An den Außenseiten der Griffe befinden sich Figuren von Soldaten. Grauwolf, Pferd und Adler, die Symbole der Türken, werden wiederholt. Die Soldatenfiguren sind anders. Auf jedem dieser Griffe befindet sich ein Soldat aus einer Epoche. Dies sind Soldaten, aus der Zeit des Hunnenreiches, des Göktürkreiches, der Seldschuken, der Osmanen und der modernen Türkei.
Die türkischen Soldaten, die in der Zeitgeschichte eine Reihe von Staaten gegründet haben, verdienen die größten Denkmäler. Die Soldatenfiguren aus Bronze, symbolisieren alle türkischen Soldaten der Geschichte, die zu Wohlhabenheit und zum Frieden des Landes beigetragen haben.
Am 1. August 1997 wurde mit der Anweisung des Gouverneurs von Iğdır, Şemsettin Uzun, mit dem Bau des Denkmales begonnen. Die Umgebungsmauern des Denkmales wurden aus dem sogenannten Holzbirnenstein gebaut. Das Tor, die Fenster und Schränke des Denkmales sind aus Kastanienbaum. Die Schwerter wurden aus den sogenannten "Bianco Maris" Granitstein aus Italien hergestellt. Für Einzelheiten der Architektur wurden "Afrikan Red" Granitsteine benutzt. Am Denkmalstein wurden verschiedene Marmorsteine aus verschiedenen Gebieten der Türkei benutzt: "Toros Schwarz" aus Kayseri, "Teos Grün" und "Ege Füme" aus Izmir, "Hazar Pink" aus Diyarbakır, "Ege Bordo" aus Muğla, "Traversin" aus Denizli und Kütahya, "Bodrum Kayran" aus Muğla, "Bergama Granit" aus Izmir und "Imyra" aus Antalya. Dieses Material wurde an verschiedenen Stellen des Denkmales benutzt.
Der Bau des Denkmales und des Museums wurde von der Entwicklungsstiftung für die Provinz Iğdır und der Kreisstädte finanziert. Dieses Denkmal und das Museum sind in erster Linie die heilige Türbe der Märtyrer, die in Massen getötet wurden und keine Gräber haben. Jeder, der diese heilige Türbe besucht, wird sich an die Märtyrer erinnern, die zeitweilig vergessen werden, und versuchen, die Gründe dieser Katastrophe herauszufinden, die die Dimension eines Massakers erreicht hat.
QUELLE: Giyasi, Prof. Dr. Cafer A. Iğdır Soykırım anıt ve Müzesi, Atatürk Araştırma Merzeki Yayını, Ankara, 2000,
Tabellen
VERZEICHNIS DES VÖLKERMORDES DER ARMENIER AN DEN TÜRKEN
ZWISCHEN 1906 UND 1922 IM KAUKASUS UND IN ANATOLIEN
| Band & Urkunde | Datum Nr. | Ort | Einzelheiten | Tote |
|---|---|---|---|---|
| 1/2 | 1914-2-21 | Kars, Ardahan | Zahl der durch die Ardahan Armenier ermordeten Menschen | 30000 |
| 1/3 | 1916-5-8 | Pasinler | Zahl der Toten bei dem Umzug | 2000 |
| 1/3 | 1916-5-8 | Tercan | Zahl der Toten bei den armenischen Überfällen auf die Dörfer | 563 |
| 1/3 | 1916-5-8 | Van, Tatvan | Tote bei dem Überfall Tatvan am Kai in Tatvan | 1600 |
| 1/3 | 1915-5-9 | Bitlis | Tote bei den Angriffen gegen Grenzdörfer | 40000 |
| 1/3 | 1916-5-8 | Bitlis | Tote bei den Fluchtversuchen | 10000 |
| 1/3 | 1915-5-9 | Bitlis | Tote aus verschiedenen Dörfern durch Ermordung der Einwohner | 123 |
| 1/4 | 1915 | Van | Tote durch Ermordung der Einwohner in verschiedenen Orten | 44 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Van | Van Erwürgte Kinder im Kreis Dir | 1000 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Köprüköy | Van Tote im vollständig vernichteten Dorf Köprüköy | 200 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Köprüköy | Van Tote bei dem Massaker der Russen und Armenier | 15000 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Van | Ermordete Männer im Stadtteil Samran | 8 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Van | Durch das Essen vergiftete Moslems | 8000 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Van | Ermordete Bevölkerung in Hosab | 80000 |
| 1/4 | 1916-5-22 | Van | Tote durch Vernichtung des Volkes in Ergel und Atyan | 15000 |
| 1/5 | 1916-5-23 | Of | Bei einem Überfall ermordete Frauen | 5 |
| 1/6 | 1916-5-23 | Trabzon | Tote bei Massaker in einigen Dörfern | 2086 |
| 1/6 | 1916-5-23 | Van | Ermordete Juden im Dorf Seyl | 300 |
| 1/6 | 1916-5-11 | Van | Tote bei dem Massaker in den Dörfern von Van | 44233 |
| 1/6 | 1916-5-11 | Malazgirt | Tote bei Überfällen in Malazgirt und einigen Dörfern | 20000 |
| 1/7 | 1916-6-11 | Bitlis | Tote bei dem Massaker während der Besetzung | 12 |
| 1/8 | 1916-4-1 | Van, Reşadiye | Tote bei dem Massaker Reşadiye im Dorf Aşnak | 15 |
| 1/9 | 1916-6 | Van, Abbasaga | Folterung der Einwohner Abbasağa des Dorfes Abbasağa | 14 |
| 1/9 | 1916-6 | Edremid, Vastan | Tote bei dem Massaker Vastan in Edremid | 15000 |
| 1/10 | 1915-4 | Bitlis | Tote bei dem Massaker im dorf Savur | 29 |
| 1/10 | 1915-4 | Muradiye | Tote bei dem Massaker der Einwohner des Dorfes Abaağa | 10000 |
| 1/11 | 1915-5 | Van | Tote aus dem Stamm Hasanan | 20000 |
| 1/11 | 1915-2 | Haskay | Tote bei den Kämpfen gegen armenische Banden | 200 |
| 1/11 | 1915-2 | Dutak | Tote bei dem Überfall auf dem Dorf | 3 |
| 1/12 | 1915-4 | Van | Tode bei dem Überfall auf dem Dorf | 120 |
| 1/12 | 1915 | Van | Tote aus einigen Dörfern | 150 |
| 1/11 | 1915 | Bitlis | Tote bei den Überfällen der Russen, Armenier und Kasachen | 16000 |
| 1/11 | 1916-5 | Muş | Tote bei Angriffe gegen die Dörfer | 500 |
| 1/12 | 1916-5-25 | Bayezid | Zahl der Vernichteten in Bayezid | 14000 |
| 1/13 | 1915 | Muş | Durch die armenischen Banden ermordete Einwanderer | 800 |
| 1/13 | 1915-8 | Müküs | Ermordete Einwohner bei der Evakuierung | 126 |
| 1/13 | 1916-6-7 | Müküs Sehan | Zahl der ermordeten Bevölkerung | 121 |
| 1/13 | 1915-7 | Muş Akçan | Zahl der im Brunnen gefundenen Tote | 19 |
| 1/13 | 329 | Muş | Zahl der Gefallenen vor dem Kloster Anak | 10 |
| 1/14 | 1915 | Bitlis Hizan | Tote bei dem Massaker in den Dörfern im Kreis Uçum | 113 |
| 1/15 | 1915 | Van | Tote bei dem Massaker in den Dörfern | 5200 |
| 1/16 | 1916-8-14 | Bitlis | Tote bei dem Massaker in den Dörfern | 311 |
| 1/19 | 1916-6-6 | Şatak Serir | Tote bei dem Angriff auf das Dorf | 45 |
| 1/19 | 1916-6-6 | Şatak | Tote bei dem Angriff der Armenier | 1150 |
| 1/23 | 1916-1-15 | Terme | Tote bei dem angriff der armenischen Banden | 9 |
| 2/2 | 1919-1-25 | Kars | Zahl der ermordeten Abgeordneten | 9 |
| 2/3 | 1919-1-21 | Kilis | Während der Patrouille ermordete osmanische Soldaten | 2 |
| 2/4 | 1919-2-26 | Adana, Pozantı | Zahl der ermordeten Einwohner | 4 |
| 2/5 | 1919-5-18 | Osmaniye | Ermordung des Telegrafendirektors in Zor | 1 |
| 2/7 | 1919-6-13 | Pasinler | Zahl der Ermordeten um das Dorf Isısar | 3 |
| 2/10 | 1919-6-3 | Iğdır | Tote bei den Angriffen auf die Dörfer des Stammes Abbaskulu | 8 |
| 2/11 | 1919-7-7 | Kars, Göle | Durch Armenier ermordete | 9 |
| 2/12 | 1919-7-9 | Kağızman | Tote bei den Auseinandersetzungen mit den Armeniern | 6 |
| 2/13 | 1919-7-9 | Kurudere | Tote bei dem Überfall auf Kurudere | 8 |
| 2/16 | 1919-7-8 | Mescidli | Tote bei dem Überfall der Armenier | 4 |
| 2/16 | 1919-7-8 | Gülyantepe | Tote bei dem Überfall der Armenier | 10 |
| 2/22 | 1919-7-11 | Mescidli | Tote bei dem Angriff auf die Dörfer | 20 |
| 2/26 | 1919-7-19 | Bulaklı | Tote bei dem Angriff auf die Dörfer | 2 |
| 2/31 | 1919-7-24 | Kars, Kağızman | Tote bei dem Überfall Kağızman auf den Rat und seiner Familie | 9 |
| 2/36 | 1919-7 | Sankamış | Tote bei dem Überfall der Bande Antranik | 803 |
| 2/37 | 1919-7 | Sarıkamış | Bei dem Rückzug durch die Armenier Ermordete | 695 |
| 2/38 | 1919-8 | Verschiedene | Tote bei den Angriffen Dörfer der Armenier auf die Dörfer | 2502 |
| 3/1 | 1919-7-5 | Kağızman | Tote durch Folterung | 4 |
| 3/1 | 1919 | Tiknis, Ağadeve | Tote durch Folterung und Vergewaltigung | 5 |
| 3/1 | 1919-7-19 | Pasinler | Tote bei Dorfüberfälle | 2 |
| 3/1 | 1919 | Nahçıvan | Tote bei mehreren Dorfüberfällen | 4000 |
| 3/6 | 1919-7 | Kurudere | Tote bei dem Massaker | 8 |
| 3/6 | 1919-7-4 | Akçakale | Tote bei dem Dorfüberfall | 180 |
| 3/6 | 1919 | Sarıkarnış | Tote durch Vernichtung und Hinrichtung | 9 |
| 3/7 | 1919-8-15 | Erzurum | Tote bei verschiedenen Folterungen | 153 |
| 3/7 | 1919-8-15 | Erzurum | Tote durch Verbrennung und Erwürgung | 426 |
| 3/14 | 1919-9 | Allahüekber | Tote bei dem Angriff und den Hinrichtungen | 3 |
| 3/16 | 1919-9-14 | Sarıkamış | Tote bei der Auseinandersetzung | 2 |
| 3/18 | 1919-11-11 | Maraş | Tote bei den Straßenkämpfen | 2 |
| 3/19 | 1919-11 | Adana | Aus dem Zug hinausgeworfene Opfer | 4 |
| 3/19 | 1919-11-6 | Ulukışla | Tote durch Aushöhlung der Augen | 7 |
| 3/22 | 1919-12-7 | Adana | Tote bei der Auseinandersetzung | 4 |
| 3/26 | 1920-1-22 | Antep | Tote bei dem Angriff | 1 |
| 3/27 | 1919-9 | Ünye | Tote durch Folterung | 12 |
| 3/28 | 1920-2-28 | Pozantı | Tote bei dem Angriff auf gefangene türkische Soldaten | 40 |
| 3/29 | 1920-2-10 | Çıldır | Mit Maschinengewehr ermordete | 100 |
| 3/32 | 1920-3-9 | Zaruşat | Standrechtlich erschossene | 400 |
| 3/33 | 1920-2-2 | Şuregel | Tote aufgrund Schneesturm und durch Massaker bei der Flucht | 1350 |
| 3/35 | 1338-3 | Maraş | Tote durch Bombenanschlag | 4 |
| 3/36 | 1920-3-22 | Şuregel, Zaruşat | Auf verschiedene weise ermordete | 2000 |
| 3/37 | 1920-3-9 | Zaruşat | Mit Axt und Bajonett ermordete | 120 |
| 3/37 | 1920-3-16 | Kağızman | Auf verschiedene Weise durch Massaker ermordete | 720 |
| 3/39 | 1920-4-6 | Gümrü | Aus dem Zug Geworfene und Erschossene | 500 |
| 3/40 | 1920-4-28 | Kars | Mit Waffen ermordete | 2 |
| 3/41 | 1920-5-5 | Kars | Tote durch Folterung, bewaffneten Angriff und Bombenanschlag | 1774 |
| 3/46 | 1920-5-22 | Kars | Tote bei dem Überfall | 10 |
| 3/47 | 1920-7-2 | Kars, Erzurum | Tote bei dem Überfall auf Umsiedler | 408 |
| 3/47 | 1920-7-2 | Zengibasar | Auf dem Fluchtweg im Wasser ermordete | 1500 |
| 3/49 | 1920-7-27 | Erzurum | Tote bei dem Angriff | 69 |
| 3/50 | 1920-2-1 | Zaruşat | Tote bei Massaker und Erwürgen im Wasser | 2150 |
| 3/50 | 1920-5 | Kars, Erzurum | Tote bei verschiedener Erzurum Massaker | 27 |
| 3/50 | 1920-8 | Oltu | Tote bei dem Massaker während der Umsiedlung | 650 |
| 3/50 | 1920-8 | Kars, Erzurum | An Bäumen gefesselte Erzurum und erwürgte | 18 |
| 3/51 | 1920-10-15 | Bayburt | Tote bei dem Massaker in 99 Dörfern | 1387 |
| 3/52 | 1920-10-20 | Göle | Tote bei dem Massaker im Dorf | 100 |
| 3/53 | 1920-10-17 | Pasinler | Tote bei dem Massaker in 30 Dörfern | 9287 |
| 3/54 | 1920-10-18 | Tortum | Tote bei dem Massaker in 64 Dörfern | 3700 |
| 3/55 | 1920-10-19 | Erzurum | Tote bei Massaker an verschiedenen Orten | 8439 |
| 4/2 | 1920-10-26 | Kars Umgebung | Tote durch verschiedene Folterungen | 10693 |
| 4/3 | 1920-10-8 | Aşkale | Tote bei den Massaker in dem Dörfern | 889 |
| 4/4 | 1919-1-6 | Zaruşat | Tote durch Kanonensalven und Folterung | 86 |
| 4/5 | 1920-12-1 | Kosor | Tote bei den Massaker in dem Dörfern | 69 |
| 4/6 | 1920-12-3 | Göle | Mit Bajonett und Granaten ermordete | 508 |
| 4/7 | 1920-12-4 | Kosor | Tote bei den Massaker in dem Dörfern | 122 |
| 4/9 | 1920-12-4 | Kars, Zeytun | Durch Verbrennen und Zeytun auf andere Weise ermordete | 28 |
| 4/10 | 1920-12-4 | Sarıkamış | Tote bei dem Massaker in 13 Dörfern | 1975 |
| 4/12 | 1920-12-6 | Göle | Tote bei den Massaker in dem Dörfern | 194 |
| 4/14 | 1920-12-7 | Kars, Digor | Tote bei dem Massaker Digor in verschiedenen Dörfern | 14620 |
| 4/16 | 1920-12-14 | Sarıkamış | Tote bei den Massaker in 18 Dörfern | 5337 |
| 4/17 | 1920 | Göle | Tote bei dem Angriff Frauen und Kinder | 600 |
| 4/17 | 1920 | Kars | Tote bei dem Massaker in den Dörfern | 3945 |
| 4/18 | 1920 | Haramivartan | Tote bei dem Massaker in den Dörfern | 138 |
| 4/19 | 1920 | Nahçıvan | Tote durch Verhungern, Kälte, Kälte und Ermordung | 64408 |
| 4/20 | 1920-11-29 | Zarcışat | Tote bei dem Massaker in 55 Dörfern | 1026 |
| 4/21 | 1921-2 | Zenibasar | Erschossene | 18 |
| 4/23 | 1920 | Nahçıvan | Tote bei dem Massaker in verschiedenen Dörfern | 5307 |
| 4/24 | 1920-2 | Kars Umgebung | Tote bei dem Massaker in einigen Dörfern | 561 |
| 4/26 | 1920-12 | Erivan | Tote durch Folterung | 192 |
| 4/27 | 1921 | Karakilise | Tote durch Katastrophe und Umsiedlung in 24 Dörfern | 6000 |
| 4/29 | 1921-11-21 | Pasinler | Tote bei dem Überfall auf die Einwohner | 53 |
| 4/29 | 1921-11-21 | Erzurum | Tote bei den Überfällen auf 39 Dörfer | 1215 |
| 4/30 | 1918 | Hınıs | Tote bei den Überfällen | 870 |
| 4/31 | 1918 | Tercan | Tote bei dem Massaker in den Dörfern | 580 |
| 4/32 | 1921 | Nahçıvan | Entführte und durch Folterung ermordete | 12 |
| 4/33 | 1921 | Bayburt | Tote durch Folterung | 580 |
| 4/34 | 1921 | Arpaçay | Tote bei dem Überfall auf Umsiedler | 148 |
| GESAMT | 517.955 |
Quelle: Staatsarchiv
Quellen für Interessierte
- 1) Osmanlı Belgelerinde Ermeniler (1915-1920), Başbakanlık Devlet Arşivleri Genel Müdürlüğü Yayınları, 1995.
- 2) Hüseyin Nazım Paşa, Ermeni Olayları Tarihi, Başbakanlık Devlet Arşivleri Genel Müdürlüğü Yayınları, 1994.
- 3) Arşiv Belgelerine Göre Kafkaslar'da ve Anadolu'da Ermeni Mezalimi (Türkçe ve Ingilizce),4 cilt, Başbakanlık Devlet Arşivleri Genel Müdürlüğü Yayınları, 1995,1995,1997.1998.
- 4) Armenians in Ottoman Documents (1915-1920), The Turkish Republic Prime Ministry General Directorate of the State Archives Publication,1995.
- 5) Kars Ili ve Çevresinde Ermeni Mezalimi. Dr.Fahrettin Kırzioğlu.1970. Kars Turizm Derneği.
- 6) Arşiv Vesikalarıyla Tarihte Ermeni Mezalimi ve Ermeniler, Mehmet Hocaoğlu ,1976 Osmanlı ve Sovyet Belgelerinde Ermeni Mezalimi, Halil Kemal Türközü,1983/ Ermeni ve Rus Mezalimi, Erdal Ilter, 1999.
Armenische Massenmorde an Aserbeidschanern
Die Massaker der Armenier gegenüber den Türken fanden nicht nur in Anatolien, sondern auch in Kaukasien und im Aserbeidschan statt. Zu diesen Vorfällen zitieren wir aus Dokumenten von Prof. Dr. Fahrettin M. Kırzıoğlu:
"Im August 1919 überfielen die armenischen Einheiten insgesamt 45 Dörfer in der Umgebung von Nachitschewan und Şerür und haben aus gepanzerten Eisenbahnwagen, auf Dörfer in der Nähe der Eisenbahnstrecke geschossen.
Gegen Ende Mai 1920 vertrieben die Armenier die Einwohner des muslimischen Dorfes Karadağlı, nahe Uluhanlı bei Eriwan, aus ihren Häusern und plünderten sie.
In der Nacht auf den 24. Mai 1920 überfielen mehr als 300 armenische Kavalleristen das Dorf Cebeçalı, 5 km nördlich von Uluhanlı, und erstachen alle muslimischen Erwachsenen mit Bajonetten.
In der Nacht auf den 27. Juni 1920 überfielen die Armenier die Dörfer Hacıbayram und Haberbegli in Eriwan, plünderten die Eigentümer der Einwohner aus, ermordeten eine Vielzahl der Einwohner und die wenigen die fliehen konnten, ertranken in dem Fluss Aras, als sie versuchten, den Fluss in südliche Richtung zu überqueren.
500 Muslimen, die versuchten mit den Reisepässen, ausgestellt von dem aserbeidschanischen Botschafter in Eriwan, nach Aserbeidschan und in andere Orten zu reisen, wurden bei ihrer Reise nach Gence, in der Nähe von Gümrü aus den Zügen herunter geholt und ermordet.
Am 6. April 1920 überfielen die armenischen Einheiten die muslimischen Dörfer der Regionen Zengezor, Ordubad und Vedi und übten widerliche Taten aus.
Sie überfielen in der Nacht zum 16. April 1920 das Dorf Hachaparak, 15 Minuten entfernt von Eriwan, und verübten ein Massaker an den Muslimen. 6 Männer, die versuchten diesem Massenmord zu entkommen, wurden mit Dolchen erstochen. Frauen und Mädchen wurden vergewaltigt und danach verbrannt. Alle Häuser wurden ausgeplündert."
Die Gräueltaten der Armenier gegenüber den Aserbaidschanern fanden nicht nur während des Ersten Weltkrieges statt, sondern wurden auch danach, zur Zeit der Sowjetunion und auch nach der Auflösung der Sowjetunion während der Zeit der Armenischen Republik fortgesetzt. Dozent Dr. Yasin Aslan weist auf wichtige Dokumente in seinem Buch "Armenien, an der historischen Kreuzung" hin.
Die Armenier veranstalteten am 13. Februar 1988 im Verwaltungszentrum von Berg Karabakh, der Stadt Hankendinde (Stepanakert), eine Demonstration. Sie verlangten, dass Berg Karabakh von Aserbeidschan getrennt und an Armenien übergeben werden sollte. Danach folgten weitere Forderungen. Am 18. Februar 1988 trafen die ersten aserbeidschanischen Flüchtlinge in Baku ein. Sie wurden jedoch mit Bussen zur Rückreise gezwungen. Die Flüchtlinge fanden in Sumgayit Zuflucht. Es kam hier zu einigen Vorfällen. Rund 180.000 bis 200.000 Aserbeidschaner wurden aus Armenien mit Gewalt vertrieben. Eine gleiche Anzahl von Armeniern wurde vermutlich auch aus Aserbeidschan vertrieben. Kurz gesagt, führten die Vorfälle seit 1988 dazu, dass mehr als 1 Million Aserbaidschaner zu Flüchtlingen wurden.
Die 1988 begonnene Vorfälle bilden eigentlich den letzten Ring der Verbannungskette. Die Aserbeidschaner in Armenien wurden in der sowjetischen Zeit einige Male vertrieben. Arutunyan, Vorsitzender der Armenischen Kommunistischen Partei, schrieb 1945 einen Brief an Stalin und forderte die Übergabe Berg Karabakhs an Armenien. Stalin hingegen, sandte diesen Brief weiter an den Vorsitzenden der Aserbeidschanischen Kommunistischen Partei, Mir Cefer Bağirov. Bağirov bekundete in seinem Brief an Stalin, dass die gesamte Bevölkerung von Schuscha (Şuşa) aus Aserbeidschanern bestehe, und dass diese Region weiter Teil Aserbeidschans bleiben muss. Er unterstrich ferner, dass auch die Aserbaidschaner Bodenansprüche gegenüber den Armeniern hätten. Diese Annäherung führte damals dazu, dass dieses künstlich entworfene Problem zunächst bei Seite gelegt wurde.
Aber der Ministerrat der ehemaligen Sowjetunion verbannte mit dem Beschluss Nr. 4083 vom 23. Dezember 1947 die in Armenien lebenden Türken unter Bezeichnung als "Aserbeidschaner" auf die Kura-Aras Ebene in Aserbeidschan. Der selbe Ministerrat ermöglichte mit dem Beschluss Nr. 754 vom 10. März 1948 die Umsetzung des vorherigen Beschlusses. Nach diesem Beschluss wurden die Aserbeidschaner aus Armenien vertrieben. Die Vertreibung wurde bis zum Tod von Stalin weitergeführt. In dieser Periode wurden insgesamt 150.000 Aserbeidschaner aus ihrem Vaterland vertrieben.
Am Anfang des Jahrhunderts wurden die in Armenien lebenden Aserbeidschaner auf verschiedenen Wegen zur Umsiedlung gezwungen. 1927 bestanden 70 % der Bevölkerung von Eriwan aus Aserbeidschanern. In diesen Jahren wurden 130.000 Aserbaidschaner verbannt und rund 100.000 Armenier aus den Nahostländern in Eriwan angesiedelt. Diese Politik wurde auch in den folgenden Jahren weitergeführt. Den armenischen Historikern nach waren am Anfang des vorigen Jahrhunderts 2000 von insgesamt 2300 Dörfern in Armenien von Aserbeidschanern besiedelt. Nach 1936 wurden die aserbeidschanischen Ortsnamen geändert. 1991 wurden mit dem Befehl des armenischen Staatspräsidenten Levon Ter-Petrosyan die Namen von 90 aserbeidschanischen Dörfern geändert. Die Umbenennung hatte zwischen 1960 und 1970 unter Leitung der stellvertretenden Präsidenten der sowjetisch sozialistischen Republik Armeniens, Hovanes Bağdarasyan, begonnen.
Nach Verbannungen und Vertreibungen, die zwei Jahrhunderte anhielten, mussten 1,5 Millionen Aserbeidschaner ihre Heimat verlassen und wurden aus Armenien zur Auswanderung gezwungen. Die Verbannung wurde 1988 vollendet. Heute kann man in Armenien nicht einen einzigen Aserbeidschaner finden. 1988 machten die Armenier 88,6 Prozent der Bevölkerung in Armenien aus. Anfang des Jahrhunderts war die Fläche von Armenien 9.000.000 Quadratkilometer groß. Dank aserbeidschanischer Territorien expandierten die armenischen Territorien inzwischen auf 29.800.000 Quadratkilometer. Davon sind die in den letzten Jahren besetzten Gebiete ausgeschlossen.
Es ist Tatsache, dass sich der Druck Russlands und Armeniens auf Aserbeidschan verstärkt hat. Aserbaidschan steht kurz davor, sich in ein Libanon zu verwandeln. Die Gefahr der Teilung besteht weiterhin. Die Armenier halten zur Zeit immer noch den Laçin Korridor, der Berg Karabakh und Armenien verbindet, unter Kontrolle. 20 Prozent der aserbeidschanischen Territorien stehen unter armenischer Besetzung. Auf der anderen Seite rief Armenien im Mai 1922 die "Republik Kurdistan" im Laçin und Kelbeçer Gebiet aus.
Nach Angaben des ehemaligen Leiters des armenischen Dienstes im Rundfunksender Azadlig (Freiheit), Eduard Oganisyan, der zugleich Vorsitzender der Anstalt für russisch-armenische Beziehungen und einer der Führer der Partei Taschnaksutyun ist, unterzeichnete die armenische Regierung ein heimliches Abkommen über den Anschluss Armeniens an Russland.
Armenien versucht eine, ihm eigene Rolle im Gebiet zu spielen. Um den Inhalt dieser Rolle zu verstehen, braucht man nur Nachrichten in der russischen und armenischen Presse zu lesen.
Der Artikel des 1963 geborenen Artur Gevarkyan, Lehrkraft an dem armenischen Institut für Philosophie und Politologie, der in der Ausgabe 1993/4 der Zeitschrift "Naş Sovremennik" unter dem Titel "Turan anstelle der Sowjetunion?" erschien, ist aus mehrerer Hinsicht interessant. Gevorkyan, der die Belebung vom "Dritten Rom" feuriger als ein Russe verteidigt, meint folgendes:
"Armenien unterstützt Russland in der Kaukasus Region und ist ein natürlicher und historischer Verbündeter. Die Armenier sperren den Pantürkisten den Weg, die zu der dreier Gruppe gehören, welche unter anderem aus Angelsachsen und Zionisten besteht. Der einzige Ausweg für christliche Länder wie Russland, Armenien, Georgien und Serbien ist die Belebung des "Dritten Römischen Reiches".
Einige russische Funktionäre behaupten, dass die Kaukasus Region in einem Feuerkreis gehalten werden muss, um die Region von äußeren Einflüssen zu schützen. So werden Länder wie die Türkei und der Iran sich nicht in dieses Gebiet wagen. Ein Artikel von Vadim Simburski, der im April 1994 in der Zeitung Segodnaya erschien, ist ein gutes Beispiel dafür. Simburski fasst seine Gedanken wie folgt zusammen:
"Die Kaukasus Region ist die einzige Region, die eine direkte Gefahr für die Interessen Russlands bildet. Es steht im Interesse Russlands, dass es im Gebiet kleine Reichtümer wie "Aserbeidschan" und "Georgien" gibt, die weiterhin ein nationaler Staat bleiben wollen. Im Gebiet gibt es revolutionäre Mächte, die die Interessen Russlands schützen werden. Aus diesem Grund muss die "stabile Instabilität" gewahrt werden. Diese seit Jahren gewahrte instabile Lage verhindert die Eingriffe der Türkei und des Iran. Andauernde kleine Konflikte stehen im Interesse Russlands. Denn diese Lage wird zu einem Feuerkreis beitragen, der die Türkei daran hindert, in das Gebiet zu gelangen.
Ungeachtet dieser Lage im Westen des kaspischen Meeres, muss Russland im Osten des kaspischen Meeres die Stabilität gewährleisten. Denn Kasachstan ist ein halb russisches Gebiet. Kasachstan muss in eine Sicherheitszone verwandelt werden, die die südlichen Grenzen Russlands schützt.
Odenburg wird zur Verbreitung von Mittelasien offen sein. Aus diesem Grund muss Russland alles in seiner Macht stehende tun, um Kasachstan und die mittelasiatischen Länder zu einer sicheren Zone im Inland zu verwandeln."
Vazgen Manukyan, der zwischen 1992-1993 Verteidigungsminister von Armenien war und zur Zeit inoffizieller Führer der Opposition ist, hat bei einem Interview im April 1994, in der Zeitung Nezavisimya bekundet, dass es an der Zeit sei, zwischen der Berg Karabakh und Aserbaidschan einen Föderationsstaat zu gründen.
Das Angebot von Andronik Migranyan, politischer Berater des russischen Staatspräsidenten Jelzin und Mitglied des Präsidentschaftsrates, ist von vielen Hinsichten aus sehr interessant. Migranyan hat in einem Interview für die Zeitung Nezavisimaya im Januar 1994 vorgeschlagen, dass ein föderativer Staat zwischen Aserbeidschan und Georgien gegründet werden sollte. Er behauptete weiter, dass ein föderatives Aserbeidschan und Georgien ohne Russland nicht leben können. Er erklärte weiter, dass Armenien an der Südgrenze von Russland zu einem Stabilitätsfaktor umgewandelt werden müsse.
Auch Levon Schirinyan stellte die gleiche Behauptung in der Zeitung Azatamart. Schirinyan behauptete, dass Nachitschevan an Armenien zurückgegeben werden solle. Diese Beispiele können vervielfacht werden. Sie weisen darauf hin, aus welchen Zentren diese Vorfälle gelenkt werden.
Diejenigen die versuchen eine Annäherung zwischen der Türkei und Armenien zu verhindern und dagegen offen Propaganda machen, sind die Anhänger der Daschnaksutyun Partei und Zweigorganisationen, die Anhänger von Moskau, Berater wie Ambatsumov (Ambartsumyan), Migranyan, Kurginyan die zuvor Gorbatschow und danach Jelzin nahe standen, die Armenier, die an der russischen Regierung teilnehmen und insbesondere die armenische Diaspora.
Eine Nachricht, die von der Taschnaksutyun Partei am 7. Dezember 1993 in der Bevölkerung verbreitet wurde, um Panik auszubreiten, ist ein gutes Beispiel hierfür. Die Nachrichtenzentrale der Taschnaksutyun Partei verbreitete die Auskunft, dass die türkische Armee einen Raketenangriff, insbesondere gegen das Atomkraftwerk Medzamor und auf weitere Ziele in Armenien starten werde. So hieß es in der Nachricht, die Türkei wolle ihre Angriffe damit rechtfertigten, dass die PKK Terroristen in Armenien aktiv seien. Dem Vorsitzenden der Nachrichtenzentrale, Bagrat Andronik, nach, würde die Türkei die Angriffe aus Nachitschevan leiten.
Antitürkische Nachrichten machen einen wichtigen Teil der Meldungen in der armenischen und russischen Presse aus. In diesen Artikeln wird versucht, die Bevölkerung mit dem sogenannten "Türkischen Faktor" einzuschüchtern. Ausdrücke wie "Der erwachende Riese", "Der erwachende Löwe", "Todesengel der Sowjetunion ", "Der Osmanische Geist erwacht" und "Einer der zwei Säulen des künftigen Reiches" werden häufig benutzt. Der armenische Politikwissenschaftler Andronik erläutert diese Artikel wie folgt:
"Armenien, Russland und Iran könnten eine Vereinigung der Türkei mit Aserbeidschan und Mittelasien verhindern. Armenien und der Iran müssen zu einem Faktor zur Hinderung dieser Einheit werden."
Armenien spielt seit einigen Jahrhunderten eine wichtige Rolle in der russischen Außenpolitik. Armenien ist ein Fernposten von Russland gegen die türkische und islamische Welt. Aber die russischen Nationalisten nähern sich seit einigen Jahren der Türkei an und kritisieren die Eingriffe Armeniens auf aserbaidschanische Territorien. Ein Teil der russischen Nationalisten betrachtet nun Armenien als Last auf der Schulter Russlands.
Moskauer Zeitungsberichten nach, trägt Russland 57 Prozent des Haushaltsbetrages von Armenien. Es scheint nicht möglich, dass Armenien einen solchen umfangreichen Krieg ohne Unterstützung aus dem Ausland weiter führen kann. Der Vorsitzende des aserbeidschanischen Parlaments, Resul Guliyev, erklärte gegenüber eines russischen TV Senders, dass Armenien nicht in der Lage sei, den Krieg noch fünf Jahre weiterzuführen, wenn es keine ausländische Unterstützung erhalten sollte. Nach Guliyev, ist Armenien nicht in der Lage einen einzigen weiteren Panzer zu kaufen. Die Unterstützer von Armenien sind die im Ausland lebenden Armenier, einige westliche Staaten und einige Mitgliedsstaaten der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).
In der Ausgabe 1992/13 der Moskovski Novosti Zeitung wurde behauptet, dass nach dem Rückzug Russlands aus der Kaukasus Region das Gleichgewicht gestört und die Region unter Einfluss der Türkei geraten würde.
Der Bericht des Gorbatschow Fonds zum Thema Berg Karabakh weist daraufhin, dass ein solch großer Staat wie Russland aus vielen Gründen Armenien nicht mehr benötigt. Armenien sei nur ein freiwilliger Verbündeter Russlands. Die folgende Zeile aus dem Bericht ist sehr wichtig: "Die historische Vergangenheit der russischen-armenischen Beziehungen zwingt Russland, Armenien zu unterstützen."
Die Armenier sind sich diesem bewusst und versuchen die Situation möglichst bestens auszunutzen. In einem Artikel in der Zeitung Azatamart betonte Levon Schirinyan folgendes:
"Kein Zweifel, Russland wird in der nahen Zukunft das mächtigste Land im Kaukasus sein. Länder, wie auch die Vereinigte Staaten von Amerika, haben bis heute versucht, Russlands Interessen im Gebiet herauszufordern. Die Tatsache, dass Russland Ost-Europa verloren hat, zwingt es zu einer strategischen Annäherung im Süden zu den Armeniern. Armeniens Aufgabe ist, Russlands politische Manöver im Gebiet sehr gut zu beobachten und diese möglichst gut auszunutzen. Eine Zusammenarbeit im Rahmen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten und gute gegenseitige Beziehungen müssen erstellt werden. Sonst wird ein anderes Land oder ein anderer Partner die Stelle des schwachen Armeniens einnehmen".
Seit mehr als 70 Jahren stützte sich die Türkei-Politik Armeniens auf die Behauptung, dass die Türken 1,5 Millionen Armenier ermordet haben, und die Propaganda um die Wiedergewinnung der Flächen im Nordosten der Türkei, die mit dem Vertrag von 1921 der Türkei überlassen wurden. In allen Parteiprogrammen der armenischen Parteien steht fest, dass diese Flächen wiedergewonnen werden müssen, und dass die Türkei zu einer Entschuldigung für die Ermordung der Armenier während des Osmanischen Reiches gezwungen werden muss. Wie bekannt, hat "Die geheime Armee zur Befreiung Armeniens", kurz ASALA, zwischen den Jahren 1974-1985 45 türkische Diplomaten und deren Familienangehörige getötet.
Nachdem die Armenische Volksbewegungspartei von Ter-Petrosyan 1990 zur Macht kam, entstanden wichtige Änderungen in der Türkei-Politik Armeniens. Im Rahmen der Vorstöße zur Trennung von der Sowjetunion versuchte Armenien mit der Türkei und dem Iran Handelsbeziehungen aufzunehmen. Die neue Perspektive kam auch in der im August 1990 veröffentlichten Unabhängigkeitserklärung zu Wort. In der Erklärung wurde der angebliche Völkermord wieder erwähnt, jedoch von einem Anspruch auf Boden wurde nicht gesprochen.
Der Zerfall der Sowjetunion gefährdete die Annäherung in den sensiblen türkisch-armenischen Beziehungen. Dass die Türkei als erstes Land die Unabhängigkeit Aserbaidschans anerkannte, beeinträchtigte ebenfalls diese Beziehungen.
Im November 1992 besuchte eine Delegation der armenischen Regierung die Türkei. Die Türkei hatte vier Bedingungen für die Erweiterung der Beziehungen gestellt:
1- Armenien muss die vorhandene Grenze zwischen der Türkei und Armenien anerkennen,
2- Armenien muss seine internationale Propaganda über den angeblichen Völkermord von 1915 aufgeben,
3- Armenien darf sich nicht in die inneren Angelegenheiten der Türkei einmischen (Dabei wurde insbesonders die Unterstützung Armeniens für die PKK in Betracht genommen)
4- Armenien muss in Berg Karabakh mit den Bedingungen Aserbeidschans einen Waffenstillstand annehmen.
Die Parteien hatten sich über die ersten drei Artikel geeinigt und die Energieminister beider Länder hatten sogar ein Protokoll für den Stromverkauf aus der Türkei nach Armenien unterzeichnet. Doch konnte der damalige türkische Außenminister weder die Führer Aserbaidschans noch die Opposition in der Türkei von der Bedeutung des Inhalts dieses Protokolls überzeugen. Aus diesem Grund konnte die Türkei das Protokoll nicht umsetzen. Dies war ein großer Schlag für die armenische Regierung, die unter Energiemangel litt. Wie bekannt, importiert Armenien 96 Prozent seines Energiebedarfs. Armenien importierte 80 Prozent seines Erdgasbedarfes aus Aserbaidschan. Im Herbst 1991 stoppte Aserbaidschan jedoch die Erdgaslieferung nach Armenien. Aus diesem Grunde musste Armenien aus Turkmenistan Erdgas kaufen. Die Erdgasleitung führt in Georgien durch ein früher Borçali, jetzt Marneuli genanntes Gebiet, auf dem Aserbaidschaner leben. 1995 wurde die Rohrleitung mindesten 10 Mal sabotiert.
Die Öffnung des türkischen Flugraums für Flüge nach Armenien wurde als ein Versuch zur Erstellung eines Gleichgewichtes, im Gegensatz zu ihren Hilfen für Aserbeidschan bewertet.
Während die Weltöffentlichkeit mit dem russischen Angriff in Tschetschenien beschäftigt war, übte der Staatspräsident Levon Ter-Petrosyan eine politische Säuberungsaktivität aus, nachdem er sich vom Berg Karabakh-Ausschuss trennte und die Führung der Armenischen Nationalen Volksbewegung übernahm. Wie bekannt, befahl Gorbatschow die Verhaftung der 11 Mitglieder des Berg Karabakh-Ausschusses, unter welchem sich auch Levon Ter-Petrosyan befand.
Am 28. Dezember 1994 verbot Levon Ter-Petrosyan mit einem einzigen Befehl die Aktivitäten der "Taschnaksutyun Partei", die als die Armenische Revolutionäre Föderation bekannt war. Außerdem ließ er viele Organisationen und Zeitungen der Taschnaksutyun Partei schließen.
Nach seiner politischen Säuberungsaktivität sagte Ter-Petrosyan im Fernsehen, dass die Taschnaksutyun Partei in Drogenschmuggel verwickelt gewesen war, dass diese Partei politisch motivierte Morde verwirklichte und 50 Mitglieder der terroristischen Organisation DRO aufgenommen hatte. Er teilte ferner mit, dass die DRO eine Gefahr für die Staatssicherheit sei, und dass die DRO Spionageaktivitäten gegen geheime Informationen der Streitkräfte führte.
Diese Initiativen von Ter-Petrosyan waren keine Überraschung. Er führte seit langer Zeit einen Kampf gegen die Taschnaksutyun Partei. Zum Beispiel verbannte er im Juni 1992 erneut den Führer dieser Partei, Hrair Marukyan, nach Griechenland.
Der Parlamentssprecher Babken Ararksiyan, bekundete bei seiner Bewertung der politischen Säuberungsaktivitäten von Ter-Petrosyan, dass die Demonstrationen in der Führung der Taschnaksutyun Partei eine Gefahr für das Land seien.
Das Verfassungsgericht verbot die Aktivitäten der Taschnaksutyun Partei vorläufig mit der Begründung, dass eine politische Partei keine Zweigstellen im Ausland öffnen und auch keine ausländischen Mitglieder in der Führung haben kann. Obwohl die Führer der Partei Armenier sind, haben die meisten von ihnen eine andere Staatsbürgerschaft. Eine doppelte Staatsangehörigkeit ist bis heute in Armenien nicht erlaubt. Die Taschnaksutyun Partei hat viele armenische Mitglieder, die in verschiedenen Ländern leben und auch Zweigstellen in Ländern, in denen Armenier leben. Die Parteizentrale liegt in Athen.
Die Taschnaksutyun ist nicht die einzige Partei, die nach dem Zerfall der Sowjetunion nach Armenien zurückgekehrt ist. "Ramgavar Azatakan" (Liberale Demokraten) kehrten auch zurück. Diese Partei verfolgt eine mehr mittelmäßige Linie. Die Taschnaksutyun Partei ist mehr nationalistisch eingestellt und stellt sich gegen viele Meinungen der Regierung.
Die Taschnaksutyun Partei, deren Aktivitäten verboten wurden, hatte zuvor die Absicht, als ein Teil der linken Parteien an den Wahlen teilzunehmen. Dieser Block stellte sich aus Gruppen zusammen, unter denen sich auch die Berg Karabakh Armenier Gruppe, die Union der Intellektuellen, die Union der Verfassungsrechtler und die Erbensbewegung befanden. Aber, der zentrale Wahlausschuss hat dem linken Block die Teilnahme an den Wahlen nicht erlaubt. Auch die Monarchie Partei und die Partei der Armenischen Frauen durften an den Wahlen nicht teilnehmen.
Ter-Petrosyan nahm an den Wahlen des "Republikanischen Blocks" zusammen mit 5 Parteien teil. Die Teilnahme der Bevölkerung an den Wahlen lag bei rund 55 Prozent. Der republikanische Block gewann 114 Sitze und damit auch die Mehrzahl im Parlament. Die Schamiran Frauenbewegung erreichte den zweiten Platz. Die Armenische Kommunistische Partei hat den erwarteten Erfolg nicht erzielt. Der Stellvertretende Staatspräsident Gagik Harutunyan teilte bei seiner Erklärung über die Erfolglosigkeit der radikalen nationalen Front mit, dass diese Parteien kein gutes Programm hatten und auch egoistisch gehandelt haben. Aber die Umfragen vor den Wahlen zeigten auf einem mindestens 20-prozentigen Anteil für die Kommunisten an der Regierung.
Armenien befindet sich zur Zeit in einer der schlechtesten Perioden seiner Geschichte. Das Volk lebt in Armut. Der Mindestlohn der Rentner liegt unter einem Dollar. Nach den Zahlen des Staatlichen Institutes für Statistik beträgt das durchschnittliche Einkommen ca. 2,5 Dollar. Auf der anderen Seite deuten die Zahlen des Zentralen Wahlausschusses für die Jahre 1991-1994 daraufhin, dass die Zahl der Bevölkerung in den letzten 3 Jahren um 30 Prozent gesunken ist. Das heißt, seit 1993 haben ca. 1 Million Armenier das Land verlassen. Die Armenier in Berg Karabakh fliehen. Die Zahl der nach Russland und in den Westen ausreisenden Armenier nimmt zu. Nach den Worten von Georg Pogosyan, Vorsitzender des Armenischen Institutes für Soziologische Forschungen, sind 70 Prozent der Bevölkerung Armeniens potentielle Aussiedler. Diese Tatsache hat seine eigenen sozialen und politischen Gründe. Armenische Zeitungen haben die Resultate einer soziologischen Forschung, durchgeführt unter den Aussiedlern zwischen 1993-1994, veröffentlicht. 45 Prozent der Teilnehmer beschwerten sich über die Handlungsweise der Polizei und ähnlicher Ämter, 24 Prozent wiesen auf sozial-ökonomische Gründe hin und 12 Prozent meinten, dass sie das Land verlassen haben, weil eine Gelegenheit für freien Handel nicht vorhanden war.
Der von Armenien in Berg Karabakh und teilweise auch in Aserbeidschan geführte Krieg und das Embargo der Türkei und Aserbeidschans aufgrund des Krieges, hat eine negative Wirkung auf das Leben im Land.
Armenien versucht seine Beziehungen mit seinen Nachbarn, insbesondere mit Georgien, sowie auch mit Russland und dem Iran zu verbessern. Die Zusammenarbeit zwischen Russland und Armenien zeigt sich fast auf allen Gebieten.
Obwohl der Kalte Krieg vorbei ist, wird der geopolitische Krieg noch fortgeführt. Aufgrund der Schwächung Russlands, der Arbeiten der westlichen Ölkonzerne im kaspischen Becken und der Zunahme nationalistischer Bewegungen bildet sich im kaspischen Becken ein besonderes internationales System.
Es ist kein Zufall, dass der russische Verteidigungsminister Grachov, anstatt der Front, Armenien und Georgien besuchte, während die russische Armee einen Angriff auf die strategischen Punkte in Tschetschenien, nämlich Argun, Schali und Gudarmes verübte. Grachov besuchte sowohl die russischen Truppen in den Ländern, er führte auch militärische Zusammenarbeitsgespräche mit den Führern dieser Länder. Es ist an dieser Stelle in Erinnerung zu bringen, dass Russland während seines Angriffes auf Tschetschenien von seinen Militärstützpunkten in Armenien und Georgien Gebrauch machte. Der Vertrag zu den russischen Militärstützpunkten in Armenien wurde im März 1995 erneut unterschrieben.
Obwohl in Russland ein gewisser Hass gegen die Völker der Kaukasus Region herrscht, sehen einige radikale nationalistische russische Organisationen Armenien als einen wichtigen Verbündeten. Radikale nationalistische Russen betrachten Armenien als ein anti-türkisches und anti-islamisches Schutzschild. Armenien ist ein Mittel für Russland um die Türkei aus dem Kaukasus und aus Aserbeidschan zurückzuhalten.
Armenien muss den ersten Schritt machen, um seine Probleme mit seinen Nachbarn zu lösen, insbesondere die mit der Türkei und Aserbeidschan. Bewaffnete armenische Banden müssen die besetzten Territorien Aserbeidschans verlassen und das Berg Karabakh Problem muss im Rahmen der territorialen Integrität Aserbeidschans gelöst werden. Die heutige Situation ist weit entfernt von einem sogenannten "Recht auf Selbstdetermination". Die Armenier bezeichnen Karabakh nicht nur als ihr eigenes Land, sondern bezeichnen es auch als "Drittes Armenien". Der Artikel von Levon Schrinyan, der in der Zeitung Azatamar erschien, ist ein gutes Beispiel hierfür. Schrinyan behauptet, dass in der Umgebung Armeniens 20 Millionen Kurden mir der Idee zur Gründung eines Nationalen Staates leben, und dass es in der Zukunft zu weiteren und schlimmeren Vorfällen kommen wird. Es ist nicht möglich mit solchen Behauptungen zu einem Ergebnis zu kommen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen, dass auf Hass beruhende Politik nichts bringt und auch in der Zukunft nichts bringen wird. Aus diesem Grund muss Armenien mit gesundem Menschenverstand handeln und Beitrag zur Stabilität leisten.
Die Türkei liegt im Fokus der Welt und ist ein Stabilitätsfaktor im Gebiet. Die Prawda Zeitung, deutete darauf hin, dass die Länder, die Interesse am Kaukasus und in Zentralasien haben, sowohl den Iran als auch die Türkei berücksichtigen müssen. Nach der Prawda, ist die Türkei mit ihren Möglichkeiten für Investitionen, ihrer modernen Technologie, ihrem säkularen System ein Vorbild für die Staaten des Kaukasus und Zentralasiens. Insbesondere nach dem Zerfall der Sowjetunion seien viele westliche Staaten sich nun der neuer geopolitischen Lage und der wichtigen Rolle der Türkei bewusst.
Nach der Financial Times Zeitung, bewerten die westlichen Staaten die Türkei als ein politisches und Handelszentrum im Osten des Mittelmeers, als einen Stabilitätsfaktor in Kaukasien und Zentralasien. Alle europäischen Staaten und die USA bewerteten die Türkei als eine "Regionale Macht" und ein "Säkulares Demokratisches Modell". Der Financial Times nach ist die Türkei ein Stabilitätselement von der Balkan Region bis zum Kaukasus, vom Nahen Osten bis Zentralasien.
QUELLE:
- 1. Kırzıoğlu, Prof. Dr. M. Fahrettin, Kars Ili ve Çevresinde Ermeni Mezalimi (1918 - 1920) / Armenian Oppressions in the Kars Province and its Environs (1918 - 1920), KÖKSAV Yayınları / KÖKSAV Publications, Ankara, 1999.
- 2. Aslan, Doç. Dr. / Assoc. Prof. Yasin, Ermenistan Tarihi Yol Ayırımında / Armenian History at the Cross Road., Ankara, 1997.
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Die Unterdrückung der Armenier durch Armenier
Die aufständischen Armenier haben nicht nur die Türken massakriert, sondern gleichzeitig auch Armenier, deren Zustand ihnen verdächtig vorkam und von denen man vermutete, dass sie auf der Seite der Türken standen auf verschiedene Weise unterdrückt.
Nach der Kumkapı Demonstration im Jahre 1890 begann das Hindschak Komitee auf verdächtige Armenier, die vermutlich auf der Seite der Regierung standen, verschiedene Attentate zu verüben.
Der Rechtsanwalt Haçik wurde von einem 15jährigen Armenier, namens Armenak ermordet.
Dacad Vartabet, der Prediger der Gedikpaşa Kirche, wurde zerstückelt.
Auf Mampre Vartabet, einem Mitglied der Synode, wurde unter dem Verdacht der Agententätigkeit für die Regierung, ein Attentatsversuch verübt, dem er verletzt entkam.
Man verdächtigte den Patriarchen Aşıkyan damit, er habe die Pläne des Komitees der Regierung gezeigt. Durch eine Verlosung wurde der junge Armenier Agop aus Diyarbakır zum Attentäter ernannt. Er sollte am 28. März 1894 in der Patriarchat-Kirche ein Attentat auf Aşıkyan verüben. Da aber die Pistole des Typs Karadağ des Attentäters zum Zeitpunkt des Attentates nicht funktionierte, wurde der junge Armenier verhaftet.
Am 10. Mai 1894 verübte das Hindschak Komitee auch auf Simon Maksut, einem Freund von Asikyan, in Galata, vor der Havyar Karawanserei ein Attentat.
Über diese Attentate berichtete der französische Botschafter Monsieur Cambon am 27. März 1894 an das französische Außenministerium wie folgend:
"Von Cambon an Casimir Perier
Beyoğlu, 27. März 1894
Als der Patriarch Aşıkyan letzten Sonntag nach dem Gottesdienst die Kumkapı Kirche verließ, um zum Patriarchat zurückzukehren, hat der 18 Jahre alte Jugendliche auf ihn gezielt und einige Male geschossen. Da die Pistole nicht funktionstüchtig war, wurde der Patriarch nicht verletzt. Der Patriarch fiel in Ohnmacht und wurde zu Hause behandelt. Der junge Armenier wurde zur Polizeiwache gebracht und als man ihn nach dem Motiv für seinen Mordversuch fragte, sagte er, dass Aşıkyan ein Feind der Armenier sei, dass der Patriarch der Regierung desöfteren Berichte erstatte und dass die Armenier geschworen haben, das Volk von diesem Mann zu befreien. Gleichzeitig erklärte er, dass er und seine Konfessionsangehörigen dem Padischah treu seien.
Cambon"
Monsieur Cambon schrieb in seiner Botschaft vom 3. Juni 1894 folgendes :
"Von Cambon an den Außenminister Hanotaux
Beyoglu, 3. Juni 1894
In den vergangenen Tagen wurde in Istanbul auf einen Angehörigen der armenischen Gesellschaft ein Attentat verübt. Diese, heute nicht mehr in Gefahr stehende Person ist der Türsteher des Patriarchats, oder der Hauptübersetzer, ein wohlhabender Bankier, einer der Bauunternehmer des Kriegsministeriums, Simon Maksud. Herr Maksud, Mitglied des Volksparlaments des Patriarchats, ist schon seit langer Zeit unter seinen Konfessionsangehörigen als ein an die Türken verkaufter Verräter bekannt. Als im letzten Jahr der Padischah die Verfassungs-Feiern der von Sultan Mecit an die Armenier zuerkannten Rechte verbot, hat Herr Maksud es abgelehnt, sich für die Aufhebung dieses Verbotes einzusetzen. Seitdem wird er von provozierenden Armeniern gehasst.
Die armenischen Lastträger in Van, die versucht hatten ihn zu ermorden, hatten viel unter den Kurden und den türkischen Beamten in Van gelitten.
Zweifellos stehen wir hier einem politischen Mord gegenüber. Die Mörder trugen Dokumente und Briefe bei sich, die von den armenischen Aufständischen ausgestellt wurden. Sie wurden von einer Person Namens Levon engagiert, der ihnen versprach, sie für diese Tätigkeit zu bezahlen. Die Aufständischen haben diesen Personen Waffen gegeben und wollten damit nach dem Attentat auf den Patriarchen, die Türkenfreunde, mit Verrat gegen den nationalen Kampf beschuldigten Angehörigen der oberen Armenierschicht warnen. Mit dieser Bewegung wollten die Aufständischen nicht nur in den Provinzen, sondern auch bei der zentralen Regierung einflussreich sein, ihre Aktivitäten auf einem größeren Bereich ausüben und einen starken Einfluss auf den Padischah ausüben.
Der Padischah war wegen des Attentats sehr aufgeregt. Die zahlreichen Verhaftungen seitens der Polizisten in Istanbul sind auch ein Beweis hierfür.
P. Cambon"
Nach der Demonstration in Kumkapi wurde Murad ( Hamparsum Boyacıyan ) zum Vorsitzenden der Vertretung der Hindschak Organisation in Istanbul. Zum Hindschak Vertreter wurde Vart Badrikyan aus dem Kaukasus berufen. Badrikyan wurde nach ein paar Monaten verhaftet, doch da er russischer Staatsbürger war, wurde er durch Vorstöße der russischen Botschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Daraufhin wurde wieder aus dem Kaukasus, der Beauftragte Ardavazt Ohancanyan berufen. Die Attentate wurden zur Zeit dieser Vertreter verübt. ( 1 )
Die Gräueltaten der Armenier an Armeniern bestehen nicht nur aus diesen Attentaten. Die armenischen Aufständischen versuchten, Geld für die Aufstände zusammenzubringen und raubten zu diesem Zweck mehrere Armenier aus. Der berühmte Pantikyan, dessen eigentlicher Name Rezi Yalkın ist, und eine wichtige Rolle beim Waffenstillstand gespielt hatte, übermittelte an M.Sıfır die folgende Botschaft:
"In dieser Hinsicht möchte ich nachdrücklich betonen, dass die sachlichen Schäden, die die Armenier in verschiedenen Teilen Anatoliens bei Überfällen der Kurden und Türken erlitten, nicht mal ein Prozent der Gelder ausmachen, die die Hindschaks in Istanbul rauben. Die Komiteeangehörigen haben die Armenier in Istanbul in solchen Massen ausgeraubt, dass nun zahlreiche reiche Menschen auf einige Groschen angewiesen sind.
Diesen Raub mit Zahlen anzugeben, die ausgeraubten Armenier mit ihren Namen und Verlusten anzugeben wäre hier von Nutzen, da es eine Lektion für die neue armenische Generation sein kann: Die Hindschak Organisation hat in der Gegend von Bakirköy, Yedikule und Samatya, unter der Leitung des berühmten Unruhestifters, des Priesters aus Van , Murat Iraklıyan, von den armen armenischen Händlern 22.000 Goldstücke einkassiert und vom Teppichhändler Karnik Sümbülyan 6.000, vom Textilhändler Nişan Şahpazyan 5.000 und von den umherziehenden Lebensmittelhändlern 3.000 Goldstücke erbeutet.
Die Räuberei in den Stadtvierteln Yenikapı und Kumkapı war nicht anders. Alle Besitztümer der Kleinhändler wurden geraubt, die Kassen der wenigen Reichen wurden regelrecht ausgeleert. Wenn ich mich nicht irre, wurden aus diesen Stadtvierteln insgesamt 30.000 Goldstücke geraubt.
Diejenigen, die aus Galata und Beyoğlu Schutzgelder erpressten, brachen den Rekord des Raubes. Allein von Istepan, einem der damaligen wenigen reichen armenische Juweliere, hatten sie 30.000 Goldstücke erbeutet und aus diesem Stadtviertel insgesamt 100.000 Goldstücke einkassiert. Izmirliyan hatte auch das Patriarchat unter Kontrolle gebracht und zusammen mit fünf Geheimagenten des Komitees, Mığır, dem Priester Murat Iraklıyan, Musdiç Keşişyan aus Aleppo und seinen Freunden wurden sie zu den erhabensten Persönlichkeiten dieser Zeit.
Die Komiteeangehörigen meinten, dass sie einen großen Teil dieser Gelder den Leuten im Palast gegeben haben. Doch dies entspricht nicht den Tatsachen. Denn als Murat Iraklıyan zehn Jahre nach diesem Raub in Sofia auftauchte, hat er mir diesen Vorfall in allen Einzelheiten erzählt und dabei auch erwähnt, dass sein Anteil von 30.000 Goldstücken von Izmirliyan mit Gewalt weggenommen wurde. ( 2 )
Dozent Dr. Hasan Oktay, Lehrkraft der Fachrichtung Geschichte der Universität Yüzüncü Yıl, hat im Zusammenhang mit den Gräueltaten der Armenier an Armeniern eine interessante Feststellung gemacht:
"Im Anschluss an die politische Atmosphäre, die nach dem Ausruf der zweiten konstitutionellen Periode entstanden ist, wurde die Kommunalverwaltung in Van, Mitte 1909 an den Armenier Bedros Kapamacıyan, einem Mitglied des Verwaltungsrates in Van, übergeben. Obwohl die Einwohner dieser Stadt hauptsächlich Muslimen waren, wurde Kapamacıyan ohne irgendwelche Unterschiede aufzeigend und mit Zuneigung aller Mitbürger gewählt und bekamen somit auch die Stimmen der Muslimen. Durch die Wahlen wurden zwei Armenier zum Mitglied des aus zehn Personen bestehenden Verwaltungsrates gewählt. Kapamacıyan hat das Volk während seiner Amtszeit zufriedengestellt, war aber immer gegen die Taschnak und Hindschak Komitees, stand auf der Seite des Osmanischen Reiches und hat für das Wohlbefinden und den Wohlstand der in Van lebenden türkischen und armenischen Gesellschaft gesorgt. Während der Bürgermeister Kapamacıyan mit seiner ganzen Kraft für das Wohlbefinden und die Zukunft der Stadt arbeitete, führte das armenische Patriarchat eine Zusammenarbeit mit dem Taschnak Komitee und organisierte in der Umgebung von Van einige Provokationen, um die Armenier-Frage in Europa aktuell zu halten.
Im Rahmen dieser Entwicklungen kam es im April 1912 in Van zu einigen Bränden, wobei auch einige armenische Häuser abbrannten. Der Patriarch forderte den Bürgermeister auf, die europäischen Botschaften über die Brände zu unterrichten. Mit anderen Worten verlangte er, dass der Bürgermeister mitteilte, dass die Muslimen jederzeit dazu fähig seien, die Eigentümer und das Leben der Armenier zu vernichten, und dass die Muslimen diese Vorfälle hervorgebracht hätten. Der Bürgermeister Herr Kapamacıyan schrieb dagegen einen Bericht, in dem er erklärte, dass die Vorfälle seitens der Armenier verursacht wurden, und dass die Brandanschläge seitens des armenischen Taschnak Komitees verübt wurden.
Die von aufständischen Armeniern jahrelang im Zentrum von Van mit großen Bemühungen durchgeführten Arbeiten wurden von Kapamacıyan erschwert, wonach beschlossen wurde, dieses Hindernis aus dem Weg zu räumen. Die Aufständischen stützten ihre Theorie auf einer armenisch-türkische Auseinandersetzung. Auf führende Armenier, die den osmanischen Staat unterstützten und somit den Einfluss der Aufständischen schwächten, wurden Attentate verübt. So wollten die Aufständischen Angst auslösen und eine mögliche Opposition gegen sie verhindern.
Der Bürgermeister von Van bekam des öfteren Drohungen und als er am Abend des 10. Dezembers 1912 zusammen mit seiner Familie zu einer Feier seines Verwandten Marcidciyan gehend sein Haus verließ und in den Schlitten vor der Tür stieg, begann eine taschnakische Gruppe, die sich um das Haus versteckt hatte, auf ihn zu schießen. Der Bürgermeister wurde von zwei Kugeln in den Kopf getroffen und starb.
Da sich das Haus des Bürgermeisters in der Bağlar Gegend befand, lag die nächstgelegene Polizeiwache zehn Minuten entfernt. Deshalb konnten die Mörder in der Dunkelheit entkommen, bevor die Gendarmerie am Tatort angekommen war. Die Bağlar Gegend war ein mit Weinreben und Gartenanlagen bebautes und hauptsächlich von den Armeniern besiedeltes Stadtviertel, wo sich auch zahlreiche Taschnaken aufhielten. Aus diesem Grunde war es auch für die Mörder relativ einfach zu entkommen und sich zu verstecken.
Die Tatzeugen wurden verhört. Die Angaben und äußeren Merkmale der Täter standen langsam fest. Vor allem nach der Aussage des Sohnes des Bürgermeisters führten die Spuren darauf, dass Karakin und seine Freunde diesen Mord begangen haben könnten.
Dass die Tatverdächtigen bekannt waren, verhinderte einen Konflikt zwischen dem muslimischen und armenischen Volk. Durch rasche Operationen wurde Karakin verhaftet, doch seinem Komplizen gelang es zu entkommen. Der Fahrer Potur, der ebenfalls als Fahrer in das Attentat verwickelt war und wegen Waffenschmuggel in Van gesucht wurde, Saraç Osep, der Juwelier Karakin, sowie die Komplizen, die nach dem Mord ins Karagündüz Dorf flohen, wurden ebenfalls gefasst. Der seit der Tat vermisste Komplize des Mörders Karakin wurde später gefasst und verhaftet.
Es wurde beschlossen, Viramyan Efendi, den Kolumnisten der Zeitung Azadamart, die Anhänger des Taschnak Komitees in Van herausgaben, Aram Manukyan, den Inspektor der Armenierschulen und Van Verantwortlichen des Taschnak Komitees und einige Führer des Taschnak Komitees, wegen Mordes an dem Bürgermeister Kapamacıyan zu verhaften.
Die schnelle Festnahme des Mörders von Kapamacıyan, der unter den Armeniern sehr beliebt war, wurde vom Volk mit Freude aufgenommen, auch wenn dieser nicht seine verdiente Strafe bekam. Da die Mörder Armenier waren, hat dieser Vorfall unter den Armeniern Bedauern ausgelöst. Es wurden entsprechende Maßnahmen für die Bestattung Kapamacıyans getroffen und man hat darauf geachtet, dass es dabei zu keinen Zwischenfällen kam. An der Bestattung nahmen von den ausländischen Missionsführern die englischen, russischen und französischen Konsule teil. Darüber hinaus nahmen weder Militärs noch Mitglieder des Taschnak Komitees an der Beerdigungsfeier teil. Somit hat das Taschnak Komitee offen gezeigt, dass sie den Bürgermeister umgebracht hat, dies sollte eine Warnung an Freunde und Feinde sein.
Die aufständischen Taschnak-Armenier waren in der Lage, einer ihrer Mitmenschen gnadenlos zu ermorden, um somit an ihr Ziel zu gelangen. Die Aufständischen, die bereit waren, jede Art von Demonstrationen durchzuführen, um somit die günstige Basis für die Revolution zu schaffen, hatten ihre systematisch durchgeführten Studien mit Hilfe der Russen zu einem Ergebnis geführt und die Stadt Van vorläufig besetzt. Nachdem sich die Russen im Oktober 1917 mit der Bolschewistischen Revolution zurückzogen, kam Van erneut unter die Herrschaft der Türken." (3)
Oktay zitiert zu den Gräueltaten der Armenier an Armeniern die folgenden Sätze von Altan Deliorman:
"Während die Armenier auf der eine Seite ihre Aktivitäten in Anatolien weiterführten, ermordeten sie auf der anderen Seite die Armenier in Istanbul, die zwar dem gleichen Glauben angehörten, aber nicht auf ihrer Seite standen. Der Anwalt Haçik, Dacad Vartabet, der Priester der Gedikpaşa Kirche, der Kaufmann Karagözyan, der Öllampenverkäufer Onnik, Apik Uncuyan, der Polizist Markar, das Mitglied des Geistlichenrates Mampre Vartabet, Hacı Dikran Mıgırdıç Tütüncüyan sind nur wenige von hunderten Armeniern, die von armenischen Aufständischen ermordet wurden." (4)
QUELLE:
- 1) Uras , Esat, Armenier in der Geschichte und das Armenier Problem, Belge Verlag, Istanbul, 1987, Seite 469 -471
- 2) Banoğlu, Niyazi, Ahmet, Gündüz Druckerei, Ankara, 1976, Seite 24 -25
- 3) Oktay, Doz. Dr. Hasan, www.ermenisorunu.gen.tr/makaleler
- 4) Altan Deliorman, Die Armenischen Revolutionäre gegen die Türken, Istanbul, 1975, Seite 31.
Überlebende und Kriegsveteranen erzählen
Muhammed Reşit Güleşer
- Name des Vaters: Abdullah
- Name der Mutter: Babibe
- Geburtsort: Van
- Geburtsdatum: 1900
Während der armenischen Grausamkeiten war ich ein 15-16 Jahre alter Schüler auf der Lehrerschule. Aus diesem Grund kann ich mich an diese Ereignisse gut erinnern. Vor dem ersten Weltkrieg hatten wir mit den 17.000 Armeniern friedlich zusammengelebt, wir waren Nachbarn. Wir hatten sie immer gut behandelt. Mit der Proklamation der konstitutionellen Periode haben sie Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeitsprinzipien zu ihren Gunsten bewertet und fingen an dreist zu werden. Ihr Führer in Van war eine Person namens Aram Paşa, der auch Mitglied in der Delegation war, die für die Entthronung Sultan Hamids verantwortlich war. Dieser Paşa hatte in Van eine Untergrundorganisation gegründet. Sie hatten, in einem Keller neben der Großen Moschee beginnend Tunnel gegraben, die bis zur Altstadt unter der Burg reichten. Die Tunnel waren derart ausgebaut, dass sich sogar Reiter darin bewegen konnten. Eines Tages, als ein Tunnel einstürzte, wurde er von einer Wache zufällig entdeckt. Obwohl Aram Paşa, auf Anzeige eines Armeniers in einem Keller in der Nähe der Großen Moschee gefasst wurde, konnte ihm nichts getan werden und er wurde aufgrund der damaligen Politik freigelassen.
Kurz, die Armenier waren sehr gut organisiert. Die Armenier, die das Handelsleben in ihren Händen hatten, waren auch finanziell gut gestellt. Die armenischen Bandenmitglieder hatten sich mit ihren eigenen Waffen an die Division in Van angeschlossen, nachdem den Armeniern und den Juden erlaubt worden war, sich bewaffnet dem Heer anzuschließen. Unsere Soldaten hatten primitive Gewehre deutschen Ursprungs aus Roheisen. Diese waren so schlecht, dass nach vier Schüssen der fünfte vor die eigenen Füße fiel. Wie wir von Hacı Arif Bey und anderen gehört haben, die sich später nach Van begaben, sollen die Armenier in der Division in Van unsere Soldaten von hinten erschossen haben. Sogar verwundete Soldaten aus der Ostfront, die in Krankenhäuser in Van lagen, sollen von den armenischen Schwestern und Ärzten vergiftet worden sein.
Die Lage in Van sah so aus: Die Russen hatten sich von drei Fronten aus, und zwar Muradiye, Özalp und Başkale, in Bewegung gesetzt. In der Stadt hatten die Armenier rebelliert und führten seit 29 Tagen gegen die muslimische Bevölkerung Krieg.
Wir besaßen drei Kasernen (Hacı Bekir, Aziziye, Toprakkale).In diesen Kasernen hielten jeweils zehn Soldaten Wache. Sie haben diese Kasernen überfallen und unsere Soldaten wie Schafe abgeschlachtet. Auch der Onkel unseres Nachbarn, Ali Çavuş, fiel dort.
Während unsere sowieso schwach gestellten Milizen versuchten, Krieg zu führen, in dem sie Schießscharten gruben, bohrten die Armenier mit Gewehren Löcher in die Wände und beschossen alles, was sich bewegte. Sie schütteten Petroleum aus und steckten alles in Brand, sie selbst stiegen in die unterirdischen Keller. Diese unbarmherzigen Angriffe dauerten 29 Tage. Damit die muslimische Bevölkerung nicht weiter getötet wurde, wurde endlich ein Befehl zur Umsiedlung erteilt.
Diejenigen, die ein Fahrzeug besaßen fuhren mit ihren Fahrzeugen, jene die kein Fahrzeug hatten, mussten laufen. Unter schwierigen Umständen begaben wir uns auf den Weg. Die Menschen haben unterwegs ihre Kinder verloren, Hunger und Epidemien haben die Menschen ausgemetzelt.
Hier muss in Erinnerung gerufen werden, dass die Armenier nicht nur in Van, sondern auch in den umliegenden Dörfern großes Leiden verursacht haben. Sie hatten in den Dörfern von Tımar, Başkale, Özalp in die Häuser der Muslime Stroh gefüllt und in Brand gesteckt. Diejenigen, die zu flüchten versuchten, haben sie erschossen oder mit Bajonetten erstochen.
In Zeve haben sich die Bewohner einiger Dörfer gegen die Armenier zusammen geschlossen, allerdings erlitten diese besiegten Bewohner von sieben Dörfern, bis auf ein paar Leute, eine Massenvernichtung.
In diesem Dorf, wo mittlerweile auch an Denkmal hierfür errichtet worden ist, werden immer noch Gebeine der damals in Massen ermordeten Menschen ausgegraben.
Später wurden den hier ausgewanderten Menschen zwölf Schiffe zugeteilt.
In vier dieser Schiffe befanden sich auch in Van eingesetzte Beamtenfamilien.
Natürlich bestand auch die gesamte Schiffsbesatzung aus Armeniern.
Armenische Aufständische, die mit Hilfe dieser Schiffsbesatzung die Menschen auf diesen vier Schiffen auf die Insel (Adır) gebracht hatten, haben allesamt ermordet.
Auch die Menschen aus den anderen acht Schiffen wollten die Armenier, die sich auf einer Insel in der Nähe von Tatvan verschanzt hatten, ermorden. Da diese Menschen allerdings bewaffnet waren, haben sie sich zur Wehr gesetzt und konnten sich mit wenigen Verlusten retten.
Als wir aus Van auswanderten, sind wir zu erst nach Bitlis und von dort nach Diyarbakır gegangen. Auf der ganzen Strecke haben wir die Spuren der armenischen Grausamkeiten sehen könne. Sie haben die Menschen auf alle möglichen Arten gefoltert.
Sie haben die Häuser überfallen, Frauen und Mädchen zusammen gesammelt, in das Haus von Ziya Bey gesteckt und sie wiederholt vergewaltigt. Die getöteten Menschen haben sie in Brunnen geschmissen, sogar den Brunnen vor der Moschee haben sie mit Leichen gefüllt.
Als Cevdet Paşa das erste Mal in Van eintraf, hat er 130 dieser Frauen, die nicht flüchten konnten, weil ihre Männer sich im Krieg befanden und sie keine Reittiere zur Flucht besaßen und gefangen genommen wurden, in die Obhut der Gendarmen übergeben und sie nach Diyarbakır geschickt. Ca. 30 dieser Frauen wohnten sogar in unserem Haus. Sie verdienten ihren Lebensunterhalt mit der Spinnerei. Sie erhielten auch eine Ration. Nach deren Erzählungen konnte man sich die Grausamkeiten der Armenier gar nicht vorstellen. Den Männern wurde die Haut abgezogen, die Glieder abgeschnitten. Die Frauen wurden vergewaltigt und auf Pfähle gesetzt.
Wir sind nach vier Jahren nach Van zurück gekehrt. Zuerst sind wir zwei Jahre geblieben und dann haben wir uns nach Van begeben. Als die Russen aber die Stadt besetzten, mussten wir wieder flüchten.
Dieses Mal sind wir bis nach Siirt ausgewandert. Als wir zurückkehrten, hatten sich ca. 200-250 armenische Familien auf der Insel Çarpanak verschanzt. Sie hofften, dass die Türken sowieso wieder gehen und sie Van wieder besiedeln könnten. Viele dieser waren Handwerker. Allerdings wurden sie mit einem später erlassenen Gesetz in Schutz genommen und seitens der Regierung nach Eriwan geschickt.
Allerdings war Van, in der sieben Mal der Feind einzog, bis auf die armenischen Stadtviertel, total ruiniert. Wir haben Van neu aufgebaut.
Şeyh Cemal Talay
- Name des Vaters: Cimşid
- Name der Mutter: Fatma
- Geburtsort: Van
- Geburtsdatum: 1901
Die Armenier erhielten von den Russen Waffenhilfe. Die Übergriffe der Armenier nahmen Anfang des Jahres 1915 zu, die unter der Förderung von England, Frankreich und Amerika, die in Van Konsulate hatten, von den Russen mit Waffen versorgt wurden. Ich war zu dieser Zeit 13 Jahre alt.
Die Russen leisteten Waffenhilfe auf geheimen Wegen. Sie wurden mit modernen Waffen versorgt, die unter der Zucker- und Petroleumfracht der Schiffe, die aus Russland kommend im Hafen von Trabzon gelöscht und mit Kamel-Karawanen nach Van transportiert wurden, versteckt. Auf dem Stadtplatz wurden die Waren aus der Karawane verteilt und die in den Petroleumbehältern versteckte Waffen wurden geheim den armenischen Milizen übergeben. Der Führer der armenischen Aufständischen in Van war Aram Paşa, aber an den Namen des Führers des Taschnak Komitees kann ich mich nicht erinnern.
Alle erhoben Ansprüche auf Land mit Van als Zentrale. Die XI. Division war in Van positioniert. Als aufgrund der Mobilmachung unsere Militärkräfte nach Erzurum abgezogen wurden, haben die armenischen Banden, hiervon ermutigt, ihre Aktivitäten verstärkt und fingen an, die muslimische Bevölkerung zu tyrannisieren.
Die Rebellen überfielen muslimische Dörfer und Stadtviertel. Wir hatten gegen sie nur eine Bürgerwehr aus alten Männern und das Einberufungsalter noch nicht erreichte Jungen in der Führung von Imam Osman Hoca aus Diyabakır entgegen zu stellen.
Jetzt will ich einen der Vorfälle, an den ich mich erinnern kann, erzählen.
Wir besuchten mit den Armeniern die selben Schulen.
Einige Schüler, die der armenischen Untergrundbewegung angehörten, haben einen Freund von uns, Rüşdü, unter dem Vorwand, Hausaufgaben zu erledigen, von Zuhause abgeholt. Die Schule befand sich neben dem Regierungsgebäude. Sie brachten den jungen Burschen auf die Isıtma Brücke beim Industrieviertel. Nachdem sie sich an ihm vergingen und auf üblichste Weise beleidigten, brachten sie ihn um. Seine Familie hat am nächsten Tag seine Leiche gefunden.
Es wurde für diesen Jungen auch ein Volkslied (Türkü) gedichtet.
Wir hatten Milizen, die sich in der Mahmut Aga Kaserne, gegenüber dem jetzigen Städtischen Krankenhaus Van, befanden. Eines Tages, bevor der Krieg mit den Armeniern ausbrach, hielten unsere Milizen Wache. Aber die Armenier hatten sich in der Nacht vorbereitet. Sie hatten Löcher in die Wände der Regierungsgebäude gebohrt und hatten sich verschanzt. Unsere Milizen wurden, als sie sich für das Morgengebet am Bach (Kara Mehmet Bach) wuschen, im Kugelhagel erschossen.
Viele unserer Milizen fielen dort. Die Kämpfe zwischen der muslimischen und der armenischen Bevölkerung hatten nun angefangen. Alle waren auf der Straße. Es herrschte ein Durcheinander. Wir begaben uns in die Schule. Wir hatten zwei Lehrer, einer aus Saloniki, der andere aus Edirne (Adrianopolis). Sie sagten zu uns "Kinder die Schule fällt aus, lasst uns Abschied nehmen, vielleicht sehen wir uns nicht wieder".
Sie rieten uns, auf dem Heimweg die Nebenstraßen zu benutzen, damit wir nicht armenischen Kugeln zum Opfer fielen. Wir verließen die Schule, aber wir folgten mit einigen Freunden unseren immer benutzten Weg. Wir sahen, dass in Tebrizkapi das Waffen- und Munitionsarsenal geöffnet war und der muslimischen Bevölkerung Waffen verteilt wurden, um gegen die armenischen Banden zu kämpfen.
Da sahen wir, dass einige Armenier von hinten auf die Burg stiegen. Das haben wir dem Mann, der die Waffen verteilte, mitgeteilt. Er ließ die Munitionskiste aus der Hand fallen und schoss von Analikız aus auf die Armenier. Die Armenier flüchteten.
Am 2. -3. April 1331 (1915) begann der Krieg. Die Russen hatten im Jahre 1330 (1914-1915) die Front noch nicht durchbrechen können. Aber sie gingen durch Çaldıran - Bahçesaray und umzingelten unsere Soldaten von hinten. Sie richteten im Dorf Molla Hasan ihr Quartier ein. Wenn auch versucht wurde, von hier aus unseren Soldaten Munition zukommen zu lassen, kamen die Jugendlichen und alten Männer, die hiermit beauftragt waren, wegen der Kälte nicht voran. Viele von ihnen sind wegen der schlechten Witterungsverhältnisse ums Leben gekommen.
Auch wir konnten uns nirgends hinbewegen. Aber im Frühjahr drehten die Armenier völlig durch. Am 10. Mai 1331 (1915) hatten sich auch die Russen in Richtung Van in Bewegung gesetzt. Daraufhin haben wir auf Befehl des Gouverneurs Cevdet Bey die Flucht ergriffen. Wir haben nur das mitgenommen, was im Krieg mitzunehmen ist und haben uns auf den Weg gemacht. Die armenischen Grausamkeiten hatten solche Maße angenommen, dass nicht einmal Alte, Kranke, Gefangene, Frauen, Kinder sich retten konnten. Die Grausamkeiten waren derart, dass sogar deren Hauptverbündete, die Russen versuchten, die Armenier davon abzubringen.
Meine Großmutter Mihri war nicht mit uns ausgewandert, weil einer meiner Onkel gelähmt war. Meine Großmutter, die bei diesen Vorfällen verstummte, hat uns später mit Zeichen mitgeteilt, dass man meinem Onkel den Schnurrbart mit dem Lippenfleisch abgeschnitten hat. Sie haben sie in das Haus von Ziya Bey gebracht, das zu einem Gefangenenlager umgewandelt worden war. Die Gefangenen dort erlitten verschiedenste Folter, bis die Russen kamen.
Unsere Familie flüchtete mit 23 Personen. Viele unserer Familienmitglieder haben wir auf dem Weg nach Bitlis, Urfa verloren. Nur zwei Personen konnten zurück nach Van. Die erste Station bei unserer Auswanderung war Bitlis, das wir in elf Tagen erreichten.
Dann begaben wir uns nach Siirt und blieben einige Monate, dort hatten wir Verwandte. Auf die Nachricht, dass die Russen sich näherten, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Wir gingen nach Diyarbakır. Auf dem Weg haben wir an Durst und Hunger gelitten. Wir waren eine Gruppe von 250 Personen. Wir sind nach Kurtalan, dann nach Diyarbakır gegangen. Und dann haben wir uns in das Dorf Kebir begeben. Aber wegen der großen Hitze konnten wir uns nicht lange aufhalten. Wir begaben uns wieder auf den Weg, um nach Van zurückzukehren. Als wir in Zoh (Kurtalan) ankamen, haben wir erfahren, dass die Russen erneut in Van eingezogen sind, worauf wir uns wieder nach Siirt begaben. Im Frühjahr 1332 sind wir nach Bagdad gegangen. Als die Engländer dort vorankamen, sind wir nach Mardin weitergereist. 1333 sind wir in Urfa angekommen. Die Franzosen, die in Urfa einzogen, haben die Armenier aus Aleppo in die Stadt gebracht und mit Grausamkeiten an Muslimen begonnen. 22 Tage haben wir sie bekämpft. Das Ergebnis ist bekannt. Sie haben verloren.
Im Oktober 1337 konnten nur wir zwei Brüder von unserer aus 23 Personen bestehenden Familie Van erreichen, das wir am 20. Mai 1331 verlassen hatten. Van war vollständig zerstört. Nur die Häuser der Armenier waren noch vorhanden.
Als die türkische Armee in Van einzog, waren ca. 2.000 armenische Handwerker, die Angst hatten, das die Grausamkeiten, die sie der türkischen Bevölkerung angetan hatten, gerächt würden, auf die Insel (Adır) geflüchtet. Die türkische Regierung hat dafür gesorgt, dass sie sich in Sicherheit nach Eriwan begeben konnten.
Salih Taşçı
- Name des Vaters: Mirza
- Name der Mutter: Hane
- Geburtsort: Van
- Geburtsdatum: 1883
Die Armenier, die mit Hilfe der Russen rebellierten, begannen einen Krieg gegen die Muslimen, mit denen sie jahrelang zusammengelebt hatten. Sie beabsichtigten, uns Land wegzunehmen und einen Staat zu gründen. Die Armenier, die unterirdische Gänge errichtet hatten, konnten sich ungestört hier aufhalten, nachdem sie ihre Morde begangen hatten. Sie hatten in Van, in der Burg und auf den Dörfern große Grausamkeiten begangen.
Ihr Führer war ein Mann namens Aram Paşa. Wir verloren gegen die mit reichlich Waffen und Munition ausgestatteten Armenier, worauf, um nicht noch mehr Verluste zu erleiden, beschlossen wurde, auszuwandern. Ein Teil des Volkes ging auf dem Landweg nach Bitlis, ein Teil nahm den Seeweg, diejenigen, die nicht auswandern konnten wurden in Massen ermordet.
Die Auswanderer aus Van verteilten sich auf die gesamte Türkei. Sie gingen nach Bitlis, Diyarbakır, Elazığ, Nazilli, Burdur. In den Dörfern von Van fanden größere Grausamkeiten statt. In den Dörfern haben Russen und Armenier die Straßen besetzt. Sie haben die Männer ermordet, die Frauen vergewaltigt. Die armenischen Banditen aus den Dörfern haben sich danach in Van gesammelt und hier ihr Unwesen weiter betrieben. Kurz, es war eine Katastrophe. Am Van See gab es früher Segelschiffe. Sie hatten soviel Grausamkeiten begangen, dass sie vom Ermorden müde waren. Die Menschen, die sie auf die Schiffe befrachteten, schmissen sie lebendig ins Wasser. Die Armenier haben unsere Alten ihren Stirnen und Händen an Wände genagelt.
Wir haben uns zur Wehr gesetzt und gekämpft, wie unsere Kraft es erlaubte. Natürlich, haben wir es getan, wenn der Krieg es erforderte. Aber außerhalb des Krieges wurde keinem Armenier etwas zuleide getan, Frauen und Kindern schon gar nicht.
Aber die Armenier haben sich so verhalten, wie es von Armeniern zu erwarten ist. Als ich nach 6-7 Jahren aus dem Militär (iranische Front) kam (1921), habe ich Van als Ruine vorgefunden. Die türkischen Stadtviertel waren von den Russen und Armeniern in Brand gesteckt, die Besitztümer der muslimischen Bevölkerung geplündert worden. In den armenischen Stadtvierteln dagegen gab es nicht ein einziges abgerissenes Haus. Van war total leer. Einzelne Muslime trafen ein. Jeder hat sein Haus wieder aufgebaut, wir haben die Stadt wieder errichtet.
Bekir Yörük
- Name des Vaters: Yusuf
- Name der Mutter: Van
- Geburtsdatum: 1900
Wir wohnten mit den Armeniern im selben Stadtviertel. Wir wohnten im Stadtviertel Norschin mit ihnen zusammen und vertrugen uns gut miteinander. Bis die Russen eingriffen. In diesen Tagen haben armenische Jugendliche (die Tigas) durch Ermutigung der Russen, Untergrundbewegungen gestartet und fingen mit ihren Angriffen an.
Sie haben den Kommissar Nuri Efendi getötet und im Geschäftsviertel in den Kanal geschmissen. In Haşbağı haben sie einen Postbeamten ermordet und ihm das Telefon auf die Brust gelegt. Ein Gebäude, auf dem heute ein Bad errichtet ist, wurde bombardiert und unter den Ruinen sind 20 Menschen ums Leben gekommen. Die konstitutionelle Periode wurde ausgerufen und der Mufti sowie der Mönch hatten sich die Hände gereicht und erklärt, dass Muslime und Christen Brüder seien. Tahsin Bey war damals Gouverneur in Van, der Mufti musste in Tränen die Hand annehmen.
Allerdings haben sich die Ereignisse gegen uns entwickelt. Die Aufständischen haben ihre Angriffe immer mehr verschärft, die Rebellion nahm ihren Anfang. Wir haben in Haşbağı 29 Tage gegen die Armenier gekämpft. Wir hatten keine Waffen. Als die Division nach Erzurum ging, waren wir total schutzlos geblieben.
Die nach der Erklärung der konstitutionellen Periode in die Armee aufgenommenen Armenier haben uns mit unseren eigenen Waffen geschlagen. Diejenigen, die in der Armee geblieben waren, haben unsere Soldaten von hinten angefallen.
Wir, die Alten und heranwachsende Jugendliche, die in den muslimischen Stadtvierteln geblieben waren, gingen bis zum frühen Morgen auf Patrouille. In dieser Zeit haben sie die Kaserne bombardiert. Die Russen haben als Hilfeleistung Kübel voll Gold geschickt.
Dieser Kampf hatte 29 Tage, bis zum Eintreffen der Russen angedauert. Die alten Armenier wollten diesen Kampf nicht. Denn die Reichen und Wohlständigen in Van waren die Armenier. Sie hatten im alten Van zahlreiche Läden, worin Stoffe aus Europa verkauft wurden, sie hatten ca. 1000 Geschäftsläden. Sie waren Händler und hatten Reichtümer.
Als diese Ereignisse passierten, kamen die Leute aus den umliegenden Dörfern und Städten nach Van. Diese Geschäfte waren innerhalb von einigen Tagen verschwunden.
Wir sind dann mit 50 Schiffen aus Van ausgewandert. In drei der Schiffe befanden sich verwundete Soldaten. Cevdet Paşa hat das Volk auf die Schiffe gebracht. Wir sind dann auf die Insel (Adır) gegangen. Hier wurden die armenischen Jugendlichen (Tigas) in unterirdischen Räumlichkeiten ausgebildet. Auf dieser Insel haben wir uns 9 Tage aufgehalten. Ein Teil der hölzernen Segelschiffe wurde von den Wellen zerstört. Auf der Insel waren Brunnen und zwei Öfen. Niemand nahm von hier (Van) etwas mit. Wir haben an Hunger gelitten und waren verwahrlost. Auch mein großer Bruder war Offizier. Er kam verwundet aus Erzurum, gemeinsam mit einem Leutnant als Kommandant. Mein Bruder, der der Meinung war, dass die Armenier uns niedermetzeln werden, hat ihn überzeugen können. Wir haben mit 10 Schiffen diesen Ort verlassen. Sehr weit kamen wir nicht. Wir strandeten vor Ahlat. Unter schwierigen Bedingungen konnten wir erst am nächsten Tag in Tatvan ankommen.
An dem Tag, als wir aufbrachen, haben die Armenier alles in Brand gesteckt. In Van befanden sich verwundete Soldaten, die aus allen Ecken der Türkei kamen. Die Armenier haben die aus Mietwohnungen umgebauten Krankenhäuser, in denen diese Soldaten lagen, in Brand gesteckt. Daher liegen hier Märtyrer aus 67 Provinzen, die Gegend hier ist heiliger Boden.
Mein Onkel war sehr alt, er hieß Teren Aga. Als wir Van verließen, konnten wir ihn nicht mitnehmen - ihn selbst sowie seine Frau, seine Tochter und zwei Enkel (der Mann seiner Tochter war im Bach ertrunken und die Schwiegereltern hatten die Schwiegertochter nicht allein gelassen). Die armenischen Tigas haben meinen Onkel und diese Kinder mit Äxten erschlagen. Die Tochter hatte sich in eine amerikanische Schule gerettet (hier gab es Konsulate der Ausländer. Als sich die Vorfälle zuspitzten, haben sie Van verlassen). Aber die Armenier haben auch sie getötet, indem sie die Frau aus dem zweiten Stock warfen.
Wir sind von Tatvan nach Bitlis übergewechselt. Etwa zwei Monate blieben wir dort. Als die Russen kamen, haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Wir gingen zuerst nach Hizan, von dort nach Diyarbakır.
Als wir weg gegangen waren, erhielt mein Onkel Ömer Bey, der Kommandant der Gendarmerie und stellvertretender Gouverneur war, Berichte. Ein Mann namens Mansur Çavuş überreichte weinend einen Bericht. Als mein Onkel nach dem Grund fragte, antwortete dieser:
Drei Tage nachdem Van geräumt war, gingen wir die Gefallenen einsammeln. Sie hatten hunderte von alten Frauen auf Pfähle gesetzt. Mit ihren Tüchern auf dem Kopf sahen sie aus, als ob sie saßen. Als wir näher an sie heran gingen, sahen wir, dass sie gepfählt waren.
Muslimische Zeugen dieser tausenden von unbegreiflichen und barbarischen Vorkommnisse haben unter Tränen Ömer Bey Bericht erstattet. Und dieser berichtete Mustafa Kemal. Am Ende kamen die Russen. Nicht einmal sie haben diese Grausamkeit hinnehmen können, die vier Fünftel der Bevölkerung von Van erleiden musste.
Außer von den Armeniern Ermordeten, sind auch viele bei der Auswanderung ums Leben gekommen. Viele sind verhungert und den Krankheiten auf dem Weg erlegen. Niemand hatte ja etwas mitgenommen, als Van verlassen wurde. Als wir nach drei Jahren Flucht zurück kamen, haben wir die muslimischen Stadtviertel in Van in einem ruinierten Zustand vorgefunden. Aber armenische Besitztümer waren noch heil. In Van lebten bei unserer Rückkehr ca. 2000 Armenier. Als die Türken zurückkehrten, flüchteten sie auf die Insel. Später (nach 2 Jahren) hat die Regierung sie nach Eriwan geschickt.
Ibrahim Sargın
- Name des Vaters: Halil
- Geburtsort: Van-Zeve
- Geburtsdatum: 1903
- Ich stamme eigentlich aus dem berühmten Dorf Zeve, in dem die Armenier das große Massaker angerichtet haben.
- Wie alt waren Sie, als die Armenier rebellierten? - Ich hatte damals mein 11. Lebensjahr beendet. - Waren Ihre Mutter und Ihr Vater noch am Leben? - Ja, sie waren noch am Leben. - Waren auch sie Opfer der armenischen Grausamkeiten? - Das werde ich gleich erzählen. Aber zuerst möchte ich versuchen, Ihnen die Lage der Armenier zu erklären.
Welche Schurken die Armenier und die Russen sind, ist bekannt, und dass sie Banden gegründet haben, um dem Osmanischen Reich in den Rücken zu fallen, ist auch bekannt. Zu dieser Zeit hatten die Griechen die Armenier zu Tributzahlungen verpflichtet. Die Armenier zahlten dem Osmanischen Reich ein Goldstück Steuern. Von jenen, die kein Geld hatten, also von den Armen, wurden fünf Mecidiye's erhoben. Zur Zeit Sultan Hamids und Reşats wurden dabei einige Veränderungen unternommen. Es hieß: "Armenier und Muslime werden die gleichen Rechte haben. Sie werden Brüder". Mit diesem Gesetz wurde gesagt: "Wir heben die euch auferlegten Steuern auf. Ihr seid uns nun gleichgestellt. Ihr seid nun Brüder".
Dies wurde gefeiert, armenische und unsere Geistlichen umarmten und küssten sich.
Allerdings wurde zu dieser Zeit auch beschlossen, dass die Armenier, wie wir, ebenfalls zum Militärdienst einberufen werden sollten. Es wurde von ihnen verlangt, dass sie unsere Schulen besuchen.
Der Sultan wusste an und für sich sehr gut, welche Schurken und Verräter sie waren.
Man durfte ihnen keine Gelegenheit geben. Sobald sie die Gelegenheit hatten, organisierten sie Untergrundbewegungen. Nachdem sie sich organisiert hatten, sagten sie, “lasst uns aus Frankreich und England Geld, aus Russland Waffenhilfe beantragen. Lasst uns mit den Russen zusammenarbeiten. Die Russen sollen uns Waffen und Munition zukommen lassen, damit wir uns bewaffnen und die Osmanen vom Inland her zerstören. Die Russen können von Außen angreifen.” Was haben die Russen gemacht? Sie haben aus Ofenrohren oder 4 - 5 mm starken Ofenblechen Behälter hergestellt. Diese waren einen Meter hoch und einen halben Meter breit. Einige unserer Bedürfnisse und Petroleum bezogen wir aus Russland und die Russen haben in diese Behälter Waffen und Munition gefüllt, darauf Petroleum geleert und mit Kamelen den Armeniern Waffen zukommen lassen.
Nachdem auf diese Art die Waffen aus Russland kamen, holten sie sich auch einen Komitadschi namens Aram. Er war auf einem Auge blind. Sie nannten ihn Aram Paşa. Er war ein russischer Armenier. In die Gegend um Muş brachten sie jemanden mit dem Namen Antranik, den sie als Antranik Paşa bezeichneten.
Auch im Dorf Karagündüz bei Erçek gab es einen armenischen Untergrundführer, der den Aliasnamen Şahin führte. Diese haben in diesen Regionen Untergrundbewegungen organisiert, die türkische Grenze passiert, türkische Dörfer überfallen, Türken getötet und sich wieder zurückgezogen. Sie kamen mit Pferden und führten Waffen in das Land ein.
- Können Sie den Namen der Stadt wiederholen?
- Sie heißt Erçek.
- Können Sie sich an die Namen der Organisationen und deren Führer von damals erinnern?
- Die Namen von einigen habe ich vorhin genannt. An weitere erinnere ich mich nicht. Sie haben sich auf diese Weise bewaffnet. Sie kamen auf Pferden. Sie haben das Dorf Şisanus zum Lager gemacht, danach das Dorf Iskele, es war vollständig armenisch. Hierher sind sie gezogen. Ferner gibt es auf diesem See große Schiffe, sie können 500 - 600 Personen tragen. Die Waffen wurden auf diesen Schiffen nach Adilcevaz, Ahlat, Ercis und Gevas transportiert. Ein Teil wurde nach Tatvan und von dort nach Muş und Bitlis transportiert. Mit diesen Waffen haben sich die Armenier voll aufgerüstet. Sie fingen an, Banden zu gründen. Besser gesagt, sie haben Rebellen ausgebildet und sie auf den Inseln Akdamar, Çarpanak und Kadir versteckt.
Diese Rebellen haben sich später in der Umgebung verteilt und begannen, die Bevölkerung zu beschimpfen und aufzuhetzen. Sie sagten, dass sie sich mit den Russen gut stellen müssten.
Nachdem die Russen dem Osmanischen Reich den Krieg erklärten, haben sich unsere Soldaten von hier gänzlich zurückgezogen. Ein Teil ging an die Front in Kaukasien, ein Teil an die iranische Front. Allerdings zogen die armenischen Soldaten mit unseren Soldaten gemeinsam an die Front. Der Krieg begann und war im vollen Gange. Unsere Soldaten merkten, dass sie von hinten beschossen wurden. Die Ärzte sagten, dass die Soldaten von vorn angeschossen werden müssten. Warum haben sie Wunden auf dem Rücken? Da merkten sie, dass die armenischen Soldaten unsere Soldaten erschossen, sobald sie Gelegenheit hierzu hatten.
So haben sie vielleicht Tausende unserer Soldaten erschossen. Als man es bemerkte, war es schon zu spät. Ein Teil dieser Verräter konnte gefasst werden. Aber ein Teil ist zur russischen Armee übergegangen. Dieser Krieg dauerte 2,5 Jahre. Die Lage unserer Soldaten war ziemlich schlecht. Sie waren gezwungen, sich zurückzuziehen. Somit konnten die russischen Soldaten voranschreiten.
Als die Russen in der Çaldıran Ebene ankamen, verständigten sie sich mit dem in der Herrschaftszeit von Sultan Hamid gegründetem Regiment Hamidiye und forderten "Wir wollen, dass ihr Soldaten stellt, Waffen stellen wir, Soldaten ihr. Ihr verteidigt dieses Gebiet". So begann das Hamidiye Regiment von der Organisation Nutzen zu ziehen.
Ein Soldat, der hörte, dass die Russen in Çaldıran sind, lief sofort in sein Dorf (Derebey) und rief dem Dorfvorsteher zu: "Warum bestellt ihr eure Äcker. Die Russen sind in Çaldıran. Sie werden Heute oder Morgen hier sein. Lauft weg oder ihr werdet alle getötet werden". Daraufhin sammelten sich die Dorfbewohner, nahmen etwas zum Essen und Schlafen mit und machten sich in Richtung Van auf den Weg. Sie kamen erst in dem tscherkessischen Dorf Zorava an. Die Dorfbewohner fragten nach, was los sei und bekamen als Antwort: "Die Russen sind in Çaldıran eingezogen und bewegen sich nach Muradiye. Wir gehen nach Van. Die Dorfbewohner sagten "Dann kommen wir auch mit". Diesem Konvoi schlossen sich später die Dörfer Hakis, Zorava, Derebey, Şıh Ömer, Şıh Kara, Şıhayne, Hıdır, Göllü, also insgesamt 8 Dörfer an. Allerdings wussten sie nicht, dass Van geräumt war und die Bewohner ausgewandert waren.
Als sie in der Everek Ebene ankamen, traten ihnen Armenier in den Weg. Auf armenisch sagten sie, "He, ihr Dummen, wo geht ihr hin?" Worauf die anderen antworteten, "Wir gehen nach Van, wohin Van auch hinsiedelt, da gehen auch wir hin." Daraufhin beschimpften und beleidigten die Armenier sie auf die übelste Art. Sie sagten, "Die Türken haben seit 6 - 7 Tagen Van geräumt, sie sind ausgewandert. Die Ära von Cevdet Paşa ist seit langem vorbei. Jetzt ist die Regierung von Aram Paşa gegründet worden. In Van sind alle Verwundeten in Krankenhäusern sowie Frauen und Kinder ermordet worden. Moscheen wurden angesteckt. Kasernen abgerissen. Wir haben alle in Van zurückgebliebenen Muslime ermordet. Nur 20 - 30 Frauen blieben über und diese haben wir Aram Paşa übergeben."
Der tscherkessische Ibo sagte darauf, "Wir sind gefangen, lasst uns in das Dorf Zeve (das ist mein Dorf) gehen. Zeve liegt nahe am See. Dort können wir ein Schiff bekommen und unsere Kinder retten.”
Dieser Konvoi ist so in unser Dorf gekommen. Wir sahen, dass sie mehr als 2000 an der Zahl waren. Als wir fragten, "Was ist los?" antworteten sie, "Wir wollten nach Van, aber die Armenier haben sich uns in den Weg gestellt und behauptet, dass Van völlig geräumt wurde. So sind wir hierhin gekommen, in der Hoffnung, das wir vielleicht unsere Kinder retten können."
Es war Frühling, daher war es nicht leicht diese Menschen unterzubringen. Dennoch haben wir es geschafft. Wir haben sie in Häuser, Heuböden und in Zelte untergebracht. Sie waren mehr als 2000, wir waren 500 Personen. So haben wir uns im Dorf eingerichtet. Als dann die Armee zerfiel, kamen auch unsere Soldaten mit ihren Waffen in ihre Dörfer zurück. Aber in welchem Zustand? Total verwahrlost. Auch sie wurden hier untergebracht. Unter ihnen waren mein Bruder Necip, mein Cousin Mustafa, mein Schwager Mehmet, mein Cousin Ilyas, Recep Çavuş, der Sohn von Şaban Aga, Seyyat, der Sohn von Acemoğlu Mustafa, Şükrü Çavuş, der Sohn von Acemoğlu Emrah. Sie waren bis auf die Knochen abgemagert. Sie haben sich ausgezogen und die Flöhe mit den Fingernägeln entfernt. Mein Onkel Yusuf war Friseur. Sie haben erst ihre Köpfe mit warmem Wasser gewaschen, dann hat mein Onkel ihnen die Kopfhaare rasiert. Glaubt mir, das Blut der sich festgefressenen Flöhe lief ihnen das Gesicht herunter. Das alles dauerte zwei Tage. Am dritten Tag hatte der Hodscha des Dorfes zum Morgengebet gerufen. Einige gingen zum Gebet, anderen ihrer Arbeit nach. Mitten im Dorf fließt ein Bach. Er kommt aus der iranischen Grenze. Im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze beginnt, entwickelt sich der Bach zu einem See. Dennoch wussten wir nicht ganz genau, woher dieses Wasser kam. Auf der anderen Seite des Baches haben wir eine Frauenstimme wahrgenommen. Die Frau rief "ist niemand da, der mir rüber hilft?" Daraufhin bestieg mein Onkel sein Pferd und ritt auf die andere Seite. Dort angekommen sah er, dass es sich um Esma, der Tochter Acemoğlu Ahmets handelte. "Mensch Esma, wie siehst du aus?" Sie hatte geheiratet und war in das Dorf Molla Kasims als Braut gegangen. Esma sagte daraufhin "Efendi, bringe mich auf die andere Seite, ich werde es euch erzählen." Er ließ sie aufsitzen und führte sie ins Dorf. In der Zwischenzeit hatten sich die Moscheegänger angesammelt. Esma sagte zu ihnen "Hamid haben sie ermordet. Auch Molla Kasım und Ayanos. Heute oder Morgen werden sie hier sein. Seht zu, dass ihr euch rettet". Daraufhin sagte Server Hoca "Freunde, wir sind Muslime, wir wollen nicht tatenlos sterben. Schaut, wir haben 60 Waffen und auch 2 Kisten Munition. Auch die 8 - 9 Soldaten, die gekommen sind besitzen Waffen und Munition. Lasst uns Widerstand leisten".
Diese 60 Waffen und 20 Kisten Munition waren uns vom Cousin meines Vaters, Milizführer Hoca Osman, geschickt worden, der mit Cevdet Paşa gemeinsam kämpfte.
Diejenigen, die das hörten, verschanzten sich auf den Hügeln, die über dem Dorf liegen. Die Hügel haben ein flaches Plateau, die Hänge sind Wiesen. Sie warteten auf die Armenier. Nun war die Zeit gekommen. Die Armenier haben das Dorf von drei Seiten umzingelt und griffen an. Unsere Leute haben bis Mittag mit den Armeniern gekämpft. Sie riefen Allah an und stürmten, die Armenier lösten sich auf. Ein Teil flüchtete in das Dorf Mermit, ein Teil in das Dorf Vadar. Sie zu verfolgen, brachte nichts. Es gab das Alay-Dorf und noch andere armenische Dörfer. Dies war ein armenisches Dorf mit 400 Familien. Sie haben die Armenier aus diesem Dorf gesammelt und den Krieg wieder aufgenommen. Bis zum Nachmittagsgebet dauerte der Kampf. Danach, auf der Erzurum Straße, die aus Van kommt, sahen sie, dass sich ca. 200 Reiter näherten. Unsere Leute sagten "Es müssen osmanische Soldaten sein, die die Schießerei gehört haben und uns zu Hilfe eilen." Allerdings stellten sie dann fest, dass es sich um russische Armenier handelte. Sie hörten die Waffen und eilten herbei. Bis zum Abend hielten sie inne, dann nahmen sie den Krieg wieder auf. Unseren Leuten ging allmählich die Munition zur Neige. Die Armenier, die die Situation ausnutzten, zogen in das Dorf ein. Eine Menschenmenge von ca. 2000 - 3000 an der Zahl, versuchte zu flüchten. Das Dorf brannte. Sie warfen kleine Kinder in die Luft und fingen sie mit ihren Bajonetten auf. Die Bajonetten durchbohrten die Körper der Kinder.
Ein Teil der Frauen warf sich in das Gewässer. Sie haben Heu in Brand gesteckt und einen Teil unserer Frauen und Kinder in das Feuer getrieben und sie verbrannt. Den anderen wiederum haben sie wie Schafe die Hälse durchgetrennt. Nicht ein Kind war am Leben. Wie ich mich retten konnte, werde ich euch natürlich noch erzählen. Sie haben alles vernichtet bis es keinen Überlebenden mehr gab. Den Soldaten Seyyat haben sie hingelegt, ausgezogen und von der Schulter beginnend, wurde er bei lebendigen Leibe enthäutet. Dann verschmähten sie in mit den Worten, "Sultan Reşat hat dich befördert und dir Medaillen auf die Schulter gesteckt". Sie haben ihm die Arme abgeschnitten und die Seiten aufgeschlitzt.
Nachdem sie das gesamte Dorf massakriert hatten, haben sie auch die hübschesten 6 Frauen des Dorfes, Seher, die Tochter meines Onkels, Esma, die Frau des Dorfvorstehers, Hayriye, die Schwiegertochter vom Schwager meines Vaters, Ayşe, die Frau meines Onkels Ismail, und Güllü getötet.
Asvador, Sohn von Kırbele, kam während des Massakers zu uns und rettete meine Mutter, meine Schwester und mich, indem er zu den Armeniern sagte "fasst diese hier nicht an". Mein Vater war eine bekannte Persönlichkeit. Er hatte diesem Asvador, Sohn von Kırbele, viele Gefallen geleistet. Er hatte das Leben von Kırbele gerettet. Mein Vater hatte zwei Frauen. Die jüngere seiner Frauen war meine Mutter. Mein Vater befand sich als Soldat im Iran.
Nachdem die Armenier das gesamte Dorf massakrierten, zogen sie ab. Asvador holte uns später aus unserem Versteck heraus. Die Verletzten schrien um Hilfe, um Wasser. Der Armenier brachte uns in das Dorf Bardakçı. Einige Zeit blieben wir in diesem Dorf.
Seher, die Tochter meines Onkels erzählte uns: "Wenn es Abend wurde, kamen die Armenier zu uns. Von den 150 Frauen wählten sie 10 - 11 und führten sie weg. Sie vergingen sich bis zum frühen Morgen an ihnen. Diese Frauen wurden derart vergewaltigt, dass sie blutüberströmt zurück kamen. Sie konnten die Beine nicht zusammen geben und auch nicht sitzen".
Sie erzählte weiter, "Eine Frau war beim Brot backen. Der Armenier, der vorüber kam, fragte, was sie mache, worauf die Frau antwortet, dass sie Brot backe. Der Armenier sagte "Brauchst du kein Kebap" und stach seine Bajonette in das Kind der Frau und warf es in den Ofen. Das Kind verbrannte vor den Augen der Frau. Währenddessen wurde in Van die russische Regierung gegründet und Aram Paşa wurde zum Oberhaupt ernannt. Später wurde eine Bekanntmachung veröffentlicht, "Jeder kann kommen und in Van kostenlos Verpflegung in Empfang nehmen".
Mein Vater kam zu dieser Zeit mit der Division unter der Führung Halil Paşaa in das Dorf Hacik, wo sich mein Onkel befand. Von dort gingen sie in die Stadt Hoşap. Als mein Onkel von dieser Bekanntmachung hörte, kam er nach Van. Da sah er, dass Van total zerstört und abgebrannt war. Die Gebäude, Kasernen, Moscheen, Bäder und öffentlichen Gebäude waren niedergebrannt. Mein Vater begab sich in das Stadtviertel Haçbahan. Dort gab es armenische Geschäfte und Läden. Zufällig sah Asvador meinen Vater und sagte zu ihm "Guten Morgen, Halil Aga". Mein Vater antwortete, "Gleichfalls, Asvador, welche Neuigkeiten gibt es aus dem Dorf?" Asvador antwortete darauf, "Was soll es schon geben, in Zeve wurden alle ermordet. Nur deine jüngere Frau, dein Sohn und deineTochter Mürüfe sind bei uns. Wann du auch willst, kann ich sie dir übergeben.” Mein Vater sagte daraufhin "Du hast mir eine Güte erwiesen. Wenn ich komme, so ermorden die Armenier auch mich. Bringe sie mir, damit ich sie fortbringen kann". Als Asvador am Abend zu uns kam, sagte er, "Macht euch fertig, heute habe ich Halil Aga gesehen, ich werde euch zu ihm bringen". Am nächsten Morgen ließ er uns auf einen Ochsenkarren aufsteigen und brachte uns nach Van zu meinem Vater. Diesen Tag kann ich nicht vergessen. Mein Vater hat uns in Empfang genommen und nach Hoşab gebracht. Lange hielten wir uns hier nicht auf, denn die Armenier überfielen jeden Tag ein anderes Dorf. Viele Menschen sind entweder in den Iran oder nach Mardin und Diyarbakır ausgewandert. Sie versuchten, ihr Leben zu retten.
- Herr Ibrahim, können Sie uns etwas über die Vorfälle in Van erzählen? In Van traten die ersten Aufstände aus, die Burg brach unter Kanonenschüssen zusammen, die Stadt wurde total in Brand gesteckt und in der Zwischenzeit wurde in Van eine armenische Regierung gegründet. Da Sie sich allerdings in Zeve aufgehalten haben, kann es sein, dass sie die Vorfälle in Van nicht gesehen haben. Wissen Sie, was sich in Van abspielte?
- Sie haben die Burg mit Kanonen beschossen und in Brand gesteckt. Wir hielten uns zu dieser Zeit im Dorf Bardakçı auf. Von dort haben wir den Brand in Van gesehen. Die Moscheen, Gebäude und Kasernen waren in Brand gesteckt worden. Einen Teil der in der Burg befindlichen Kanonen haben sie hinunter geworfen. Auch die Moschee in der Burg wurde in Brand gesteckt. Es gab die Kaserne Hamitağa. Diese Kaserne haben sie bombardiert und in Brand gesteckt. Alle Muslimen wurden grausam ermordet, nicht einer wurde am Leben gelassen. Bis auf einige Frauen. Nachdem die russische Regierung gegründet worden war, haben sich diese Frauen bei den Russen über die Armenier beschwert. Sie verlangten, dass ihr Leben unter Garantie gestellt würde. Daraufhin teilten ihnen die Russen Wachpersonal zu. Denn auf die russischen Soldaten konnte man sich eher verlassen. Die Russen haben sich nicht an unseren Frauen vergangen. Aber die Armenier haben unsere Frauen und Töchter vergewaltigt und Junge wie Alte ermordet.
- Herr Ibrahim, es wird gesagt, dass sich die russischen Soldaten nicht an unseren Frauen vergingen, da sich im russischen Heer auch Türken befanden. Kann es so sein?
- Ja das stimmt. Es gab Soldaten und Offiziere, die Türken aus Krim und Kaukasien waren. Da auch sie Muslime waren, haben sie unsere Frauen geschützt. Sie haben die Frauen sogar in ihre Dörfer, z. B. in das Dorf Molla Kasım gehen lassen. Während dieses Massakers haben sie von den 150 Frauen nur 30 gehen lassen. Die anderen erlitten eine Katastrophe. Die freigelassenen Frauen blieben im Dorf Molla Kasım, bis die osmanischen Soldaten kamen. Als sich die Russen zurückzogen, wollten sie, dass die Armenier mit ihnen kamen. Diese aber sagten, "Nein. Lasst uns eure Waffen, Kanonen und Munition hier und geht. Wir werden Krieg gegen die Osmanen führen". Daraufhin haben die Russen alles den Armeniern überlassen und sind abgezogen. Dann wurden die Armenier noch erbarmungsloser. Sie machten mit dem Massaker weiter. Als allerdings unsere Armee aus Richtung Bitlis bis nach Gevaş kam und die Armenier bekämpfte, begannen die Armenier, aus Van zu flüchten. Sie zogen sich von Muradiye nach Kars zurück. Sie zogen nach Russland und in den Iran. Allerdings blieben einige Armenier zurück. Sie versteckten sich auf einigen Inseln des Van Sees.
- Gab es in Ihrem Dorf Zeve armenische Familien?
- Nein.
- Nun, die Armenier haben mit den Russen zusammen eine armenische Regierung gegründet und gefeiert, wo befanden Sie sich zu dieser Zeit?
- Wir waren zu dieser Zeit in Zeve..
- Wie viele Personen konnten sich mit Ihnen gemeinsam aus Zeve retten?
- Außer mir noch sechs Frauen. Sonst war niemand übrig. Dass wir geretten wurden, war auf die früheren guten Taten meines Vaters zurückzuführen.
- Es wird behauptet, dass eine Moschee unterhalb der Burg von Van in Brand gesteckt worden ist. Befindet sich diese Moschee in Van oder in Zeve?
- Eigentlich in Van, aber auch in Zeve wurden Moscheen verbrannt. In Van wurden die Moscheen Kayaçelebi, Ulu, Hüsrev Paşa und viele Klöster in Brand gesteckt. Die Spuren sind heute noch ersichtlich.
- Befanden sich Menschen in den in Brand gesteckten Moscheen in Van?
- Mit Sicherheit.
- Und in den Moscheen in Zeve?
- Viele wurden sowieso in das Gebäude hinein getrieben oder sie waren Schutz suchend selbst dorthin gegangen. Unter ihnen befanden sich Hamza, Devriş und jemand aus Derebeyli. An die Namen der anderen kann ich mich nicht erinnern. In Zeve gab es eine große Persönlichkeit: Sultan Hacı Hamza. Vielleicht haben Sie von ihm gehört.
- Ist es richtig, dass die Türken glaubten, dass die Armenier sie nicht töten würden, wenn sie sich im Derwischkloster versteckten?
- Sie begaben sich in die Türbe, nicht in das Derwischkloster.
- Allerdings wird gesagt, dass auch die Türbe in Brand gesteckt wurde, ist das richtig?
- Das ist richtig, auch die Türbe wurde in Brand gesteckt. Nur drei Personen konnten sich retten. Sie dachten, dass alle verbrannt seien und gingen fort. Leider haben sie ohne Rücksicht auf Moscheen, Türbe und Menschen alles in Brand gesteckt. Wir hoffen, dass wir so etwas nicht noch einmal erleben müssen.
Ayşe Sevimli
- Name des Vaters: Derviş
- Name der Mutter: Hayriye
- Geburtsort: Van-Zeve
- Geburtsdatum: 1897
Als die Dorfbewohner hörten, dass die Armenier kamen, trafen sie Maßnahmen. Sie hoben an den Hügeln Gräben aus. Die Regierung gab Waffen aus. Die Bewohner von sieben Dörfern sammelten sich in unserem Dorf. Das Dorf war vor lauter Menschen und Karren überfüllt. Eines Morgens sagte man, dass die Armenier kommen. Die Männer liefen in Stellung und begannen zu kämpfen. Unsere Leute erhielten weder Munition noch Waffennachschub. Am Ende marschierten die Armenier in das Dorf ein. In den Stellungen sind viele gefallen. Die anderen wurden in Häuser gesteckt und die Häuser wurden in Brand gesteckt. Weit unten gab es eine Scheune. Wir hatten uns dort versteckt. Ich kroch unter einen Korb. Die Armenier töteten alle, die sie sahen. Auch auf die Scheune haben sie geschossen. Retten konnten sich nicht viele. Zwei weitere Frauen konnten sich ebenfalls retten.
Bevor sie zu uns kamen, waren sie im Dorf Bardakçı. Um Mitternacht gingen wir raus. Gott verschone Jedermann davor. Überall war Blut, Geschrei. Ich habe gesehen, wie sie jemandem in die Seiten Taschen schnitten. Das war Seyyat. Als wir uns Bardakçı näherten, sahen wir, dass sie auf der anderen Seite des Baches, wo Mehmet sein Haus hatte, auf dem Grünen fünf Männer an den Armen zusammengebunden hatten und auf sie schossen. Als sie hinfielen, haben sie mehrmals mit Bajonetten auf sie eingestochen. Meine Mutter hat ihnen alle Wertsachen und Geld ausgehändigt, damit sie uns nichts taten. Sie haben die Gefangenen unvorstellbarer Folter unterworfen. Wir hielten uns vier Monate in einer Kaserne auf. Dann sind wir geflüchtet. Wir befanden bis April 1918 auf der Flucht.
Hacı Zekeriya Koç
- Name des Vaters: Ziver
- Name der Mutter: Şöhret
- Geburtsort: Van-Gülsünler
- Geburtsdatum: 1901
Ich stamme aus dem Dorf Gülsünler, dem früheren Seyhkara. Da die Armenier die Dörfer überfielen und die Muslime unterdrückten, mussten wir das Dorf verlassen. Wir gingen Richtung Van. Aber bevor wir Van erreichen konnten, stellten sich uns die Armenier in den Weg.
Wir mussten umkehren. Ein Teil (300 Personen) der Dorfbewohner hat sich in Zeve gesammelt. Nochmal soviele sind in das Dorf zurückgekehrt. Wir sind als Konvoi in Richtung Hosab geflüchtet. In Hosab gab es türkische Soldaten. Sie sagten uns, dass wir so schnell wie nur möglich flüchten und uns aus der Feuerlinie retten sollten. Unter Schwierigkeiten haben wir uns nach Siirt begeben. Natürlich haben die Flüchtlinge aufgrund von Hunger und Krankheiten viele Verluste erlitten. Wir haben dann von dort aus Diyarbakır, Mardin und endlich Adana erreicht. Nachdem die Franzosen Adana besetzten, gingen wir nach Konya. Die Regierung hat uns später nach Mersin geschickt. Als dann die türkischen Soldaten Van befreiten, sind wir wieder zurückgekehrt. Aber die Dörfer in Van waren ruiniert, sie waren abgerissen und niedergebrannt worden. In unserem Dorf haben sie 300 Menschen getötet. Sie haben die Menschen in Häuser gehortet und verbrannt. Ganz Van ist ausgewandert, die Zurückgebliebenen wurden von den Armeniern grausamst ermordet. Bei unserer Rückkehr war alles eine Ruine. Nicht alle Armenier waren verschwunden. In einigen Dörfern, in Alaköy z. B. waren sie noch anwesend. Aber die Muslime haben sich an ihnen nicht gerächt. Später wurden sie von der Regierung nach Russland transportiert. Viele meiner Familienangehörige sind in diesem Dorf gefallen. Meine Mutter, mein Vater, mein Großvater (Mustafa) und viele andere Angehörige. Insgesamt gingen damals 30 - 40 Familien auf die Flucht. Aber nur 10 kamen zurück. Diejenigen, die hier geblieben sind und jene, die nach Zeve gingen, wurden vollständig massakriert. Die Skelette von 200 Muslimen, die von den Armeniern getötet wurden, habe ich gefunden und bestattet. Unter ihnen befanden sich viele Angehörige von mir, mein Vater, meine Mutter. Sie wurden von den Armeniern ermordet, in Brand gesteckt.
Hikmet Saylık
- Name des Vaters: Ziver
- Name der Mutter: Şöhret
- Geburtsort: Van-Gülsünler
- Geburtsdatum: 1901
Ich stamme aus dem Dorf Gülsünler, dem früheren Seyhkara. Da die Armenier die Dörfer überfielen und die Muslime unterdrückten, mussten wir das Dorf verlassen. Wir gingen Richtung Van. Aber bevor wir Van erreichen konnten, stellten sich uns die Armenier in den Weg.
Wir mussten umkehren. Ein Teil (300 Personen) der Dorfbewohner hat sich in Zeve gesammelt. Nochmal soviele sind in das Dorf zurückgekehrt. Wir sind als Konvoi in Richtung Hosab geflüchtet. In Hosab gab es türkische Soldaten. Sie sagten uns, dass wir so schnell wie nur möglich flüchten und uns aus der Feuerlinie retten sollten. Unter Schwierigkeiten haben wir uns nach Siirt begeben. Natürlich haben die Flüchtlinge aufgrund von Hunger und Krankheiten viele Verluste erlitten. Wir haben dann von dort aus Diyarbakır, Mardin und endlich Adana erreicht. Nachdem die Franzosen Adana besetzten, gingen wir nach Konya. Die Regierung hat uns später nach Mersin geschickt. Als dann die türkischen Soldaten Van befreiten, sind wir wieder zurückgekehrt. Aber die Dörfer in Van waren ruiniert, sie waren abgerissen und niedergebrannt worden. In unserem Dorf haben sie 300 Menschen getötet. Sie haben die Menschen in Häuser gehortet und verbrannt. Ganz Van ist ausgewandert, die Zurückgebliebenen wurden von den Armeniern grausamst ermordet. Bei unserer Rückkehr war alles eine Ruine. Nicht alle Armenier waren verschwunden. In einigen Dörfern, in Alaköy z. B. waren sie noch anwesend. Aber die Muslime haben sich an ihnen nicht gerächt. Später wurden sie von der Regierung nach Russland transportiert. Viele meiner Familienangehörige sind in diesem Dorf gefallen. Meine Mutter, mein Vater, mein Großvater (Mustafa) und viele andere Angehörige. Insgesamt gingen damals 30 - 40 Familien auf die Flucht. Aber nur 10 kamen zurück. Diejenigen, die hier geblieben sind und jene, die nach Zeve gingen, wurden vollständig massakriert. Die Skelette von 200 Muslimen, die von den Armeniern getötet wurden, habe ich gefunden und bestattet. Unter ihnen befanden sich viele Angehörige von mir, mein Vater, meine Mutter. Sie wurden von den Armeniern ermordet, in Brand gesteckt.
Mehmet Şaar
- Name des Vaters: Tevfik
- Name der Mutter: Rukiye
- Geburtsort: Van-Göllü
- Geburtsdatum: 1901
Ich stamme aus dem Dorf Göllü. Die Armenier setzten sich in Bewegung, nachdem die in Van stationierte Armee nach Erzurum abgezogen wurde. Unsere Mütter, Väter sind alle von den Armeniern ermordet worden. Auch mein Vater fiel dort. Er war Gefreiter der Gendarmerie. Die Dörfer Mollakasım, Amik, Şeyhayne, Göllü, Hıdır, Kurtsatan und Köprüköy wurden massakriert. Ein Teil aus unserem Dorf hat Zuflucht im Dorf Zeve gesucht und ist dort gefallen. Wir konnten flüchten. Die Armenier haben die gefangen genommenen Menschen aller möglichen Foltermethoden unterworfen. Sie haben schwangeren Frauen die Bäuche aufgeschlitzt und mit ihren Bajonetten die Kinder heraus genommen. Sie haben alle muslimische Dörfer überfallen und in Brand gesteckt. Sie haben Frauen, Männer ohne Rücksicht darauf ob sie alt oder jung waren, ermordet. Die Muslime, die sich aus den benannten Dörfern retten konnten, versuchten eine Brücke des Ablengez-Flusses zu überqueren, die von Zeve in den Van See fließt. Nachdem ich, meine Mutter und Schwester auf der anderen Seite waren, sahen wir, dass die Armenier die Brücke zerstörten.
Die Gefangenen wurden getötet und in den Fluss geworfen. Die Leichen wurden, als im Frühjahr das Wasser stieg, vom Fluss in den See geschwemmt.
Ich, meine Mutter und meine beiden Schwestern kamen voran, indem wir uns tagsüber hinter den Gebüschen versteckten. Die Nächte verbrachten wir in den Bergen. Denn, wir wussten, wenn die Armenier uns sehen, würden sie uns töten. Wir sind bis nach Diyarbakır geflohen.
Während dieser Flucht ist meine Mutter gestorben. Später habe ich auch meine beiden Schwestern verloren. Ich war ganz allein. Drei Jahre blieben wir dort und im vierten Jahr sind wir wieder zurückgekehrt. Da Van und die muslimischen Dörfer niedergebrannt waren und die Armenier hier in Ruhe weiterlebten, bis die türkische Armee in Van einzog, zogen wir in armenische Dörfer ein. Keines der armenischen Dörfer war zerstört. Später sind wir wieder in unsere eigenen Dörfer zurückgekehrt und haben sie wieder aufgebaut.
Die Grausamkeiten der Armenier sind nicht in Worten fassbar. Sie haben uns um unsere Häuser, Heimat, Familie und Hab und Gut gebracht. Ich persönlich habe meinen Vater, meine Mutter, zwei Geschwister, Cousins und andere Verwandte verloren, die mit Schiffen versuchten, nach Tatvan zu flüchten. Schiffe voller Menschen wurden von den Armeniern im Dorf Parka, nahe bei Adilcevaz, erbarmungslos hingerichtet.
Kadriye Duran
- Name des Vaters: Hamid
- Name der Mutter: Nigar
- Geburtsort: Van-Kavunlu (Çoravanis)
- Geburtsdatum: 1904
Als wir auswanderten, war ich 10 Jahre alt. Wir waren noch keine Flüchtlinge.
Im armenischen Dorf Değirmen lebten 80 armenische Familien und 3 muslimisch-türkische. Eines Morgens ermordeten die Armenier diese 3 Familien und warfen die Leichen in einen Brunnen. Die ca. 30 Jugendlichen ermordeten sie, indem sie ihnen in die Seiten Taschen schnitten und sie an ihrer Stirn an die Wände nagelten.
Eine Frau, deren Schwiegervater aus dem Dorf Değirmen war, kam in unser Dorf und berichtete dem Hodscha unseres Dorfes, was dort geschehen war. Daraufhin fingen Streitigkeiten zwischen uns und den Armeniern an. Einige Armenier wurden dabei getötet. Auf Grund der Vorfälle im Dorf Değirmen wurde vorsorglich jeder Familie im Dorf eine Waffe übergeben. Mein Vater war der Dorfvorsteher. Da viele der umliegenden Dörfer armenisch waren und wir uns sorgten, dass unser Dorf überfallen werden könnte, wurde die muslimische Bevölkerung in der Moschee versammelt. Wir haben Säcke mit Sand gefüllt und sie als Schutzschild aufgestellt.
In dieser Zeit wurden zwei Armenier aus dem Dorf in ein Haus gesteckt und die Tür abgeschlossen. Unsere Leute hatten es nicht fertig gebracht, sie so ohne weiteres zu töten. Aber die Armenier hatten einen Tunnel gegraben und das Dorf Değirmen benachrichtigt. Daraufhin haben sich die Dörfer Değirmen, Farıh und ein weiteres armenisches Dorf zusammengeschlossen und unser Dorf überfallen. Mehr als eine Stunde dauerte der Kampf.
Die Armenier hatten die Brücke über dem Bach besetzt. Und auch das Dorf Ziyaret wurde überfallen. Der Bach war wegen Schneeschmelze aus den Ufern getreten. Als meine Mutter in das Wasser ging, reichte es ihr bis an die Brust. Bei diesem Durcheinander fielen viele Verletzte und Kinder ins Wasser, das sie sofort wegriss. Die Nicht-Muslimen warfen die Leichen der getöteten auf einen Kornberg. Die Leichen hatten sich aufgetürmt. Mein Vater bestieg sein Pferd und begab sich über Akköprü nach Van.
Da das Dorf Sihke armenisch war, durfte er dort nicht passieren. Mein Vater hat dem Gouverneur von Van, Cevdet Paşa die Ereignisse aus dem Dorf berichtet und um Hilfe gebeten. 100 Soldaten kamen uns zu Hilfe. Die Armenier ergriffen die Flucht. Wir suchten Schutz im Dorf Dırandaz. Dies war ein muslimisches Dorf. Die Nacht haben wir dort verbracht. Am nächsten Tag hat mein Vater die Zuständigen in Van gefragt, ob wir in unser Dorf zurückkehren sollen oder nicht. Sie hatten uns davon abgeraten. Da mussten wir auswandern. Ich und meine Schwestern zogen Männerkleidung an und machten uns auf den Weg.
Wir gingen in Richtung Edremit. Der Feind überfiel Van. Die Stadt wurde in Brand gesteckt. Die Häuser brannten und die Flammen reichten in den Himmel. Wir kamen in Edremit an, aber auch dieser Ort wurde überfallen. Von dort sind wir nach Bitlis, von dort nach Siirt, nach Diyarbakir, und schließlich nach Siverek geflohen. 3 Jahre blieben wir dort. Wir sind mit 8 Mann aus unserer Familie geflüchtet. Unterwegs ist mein Bruder Ali Çavus gefangen genommen worden. Die anderen sind verstorben. Nach Van konnten nur ich und meine Mutter zurückkehren. Nicht nur wir waren betroffen. Die Bewohner der muslimischen Dörfer aus Van und Edremit hatten sich alle auf den Weg gemacht. Diejenigen, die nicht flüchten konnten, wurden vom Feind getötet, diejenigen die fliehen konnten, kamen großteils auf der Flucht ums Leben.
Nach ein paar Jahren sind meine Mutter und ich nach Van zurückgekehrt. Als wir ankamen, war alles zerstört, die wenigen Menschen alle ausgehungert und verwahrlost. Die Stadtviertel, Häuser, alles leer. Kein Brot, kein Weizen. Gezwungenermaßen sind wir in das Dorf (Çoravanis) zurückgekehrt. Es war noch keine Erntezeit, der Weizen war noch nicht reif. Wir kochten und tranken bitteren Weizen. Der Feind hatte alles an Gegenständen und Tieren mitgenommen und unsere Häuser in Brand gesteckt. Ein berittener Mann, der uns gesehen hatte, informierte uns, dass es in Iskele ein Getreidedepot gäbe. Gemeinsam mit meiner Mutter gingen wir dort hin und besorgten uns 60 Kilo Mehl, was uns hier wieder gestohlen wurde.
Die Armenier hatten sich noch nicht vollständig zurückgezogen. Überall waren noch Rebellen. Einmal waren wir auf dem Berg Erek, um Zündstein zu sammeln. Den Zündstein wollten wir den Soldaten geben und dafür Brot eintauschen. Wir trafen 6 armenische Reiter. Sie wollten uns töten, aber als plötzlich Regen, dann Hagel einsetzte, liefen wir davon und versteckten uns in einer Höhle. So konnten wir unser Leben retten.
Nach drei Jahren kehrte mein Bruder aus der Gefangenschaft zurück. Wie er erzählte, wollten die Armenier ihn töten, aber die Russen hatten es nicht erlaubt. Sie mussten mit Spaten und Hacken in der Heimat der Armenier Zwangsarbeit leisten. Wir haben unsere Häuser neu errichtet und unsere Äcker wieder bestellt.
Abdülbari Barlas
- Name des Vaters: Mehmed Emin
- Name der Mutter: Ayşe
- Geburtsort: Van Sağlamtaş
- Geburtsdatum: 1919
Wie ich von meinem Vater hörte, hatten die Russen das Land besetzt, da es aber weder Telefon noch Telegraph oder Radio gab, wussten die Bauern aus unserem Dorf nicht, wie weit der Feind vorgedrungen war. Der Onkel mütterlicherseits meines Vaters hatte einen Sohn namens Abdülkadir, zu dem sagte mein Vater,”mein Sohn, ich bin krank, mein Bruder (also mein Onkel) ist im Iran und kämpft gegen die Russen. Geh und bringe Nachrichten.” Abdülkadir folgte dieser Bitte. Hinter den Hügeln hier bei uns befindet sich eine Wiese. Er sah dort, dass sich die Sippen aus Erciş versammelt hatten und flüchteten. Abdülkadir sagte zu meinem Vater, dass alle Zelte von Talat Aga abgebrochen sind, und dass sie gehen würden.
Daraufhin entschloss sich mein Vater, das Dorf zu verlassen. Sie trafen Vorbereitungen. Im Frühjahr machten sie sich mit Ochsenkarren auf den Weg. Da allerdings auch die Tiere noch zu jung waren, um vor den Karren gespannt zu werden, wurden sie müde und als sie im Süden des Dorfes die Hügel erreichten, hielten sie an. Viele der Dorfbewohner nahmen Abstand davon, auszuwandern. Der Imam (Geistlicher) des Dorfes sagte zu meinem Vater, "wo sind die Russen, die Armenier? Wovor läuft ihr weg?" Mein Vater erwiderte, dass dies kein Sippenkrieg, sondern der Krieg des gelben Moskofs (türkische Slang-Bezeichnung für Russen), der Armenierkrieg sei. "Wir haben keine Kanonen, keine Gewehre, also müssen wir flüchten." Am nächsten Morgen spannten mein Vater und der Scheich mit ihren Familien die Ochsen wieder ein und machten sich auf den Weg. 38 Familien aus dem Dorf blieben zurück. Am folgenden Tag sahen sie, dass die Russen in Führung der Armenier, aus diesem Pfad kommend, das Dorf umzingelt hatten und jeder bangte um sein Leben. Jeder, der sein Kind an der Hand packte, lief in Richtung Fluss. Aber die Reiter hatten sie umzingelt. Je nachdem, wie es ihnen passte, hatten sie einige von ihnen sofort an Ort und Stelle getötet, die anderen wiederum, Kinder, Frauen wie Männer, jung und alt zusammen gehortet und sie vor sich treibend in ein Haus am Hügel gesteckt. Zwei mit Bajonetten bewaffnete Armenier standen vor der Tür, begaben sich dann in das Haus und durchlöcherten alle im Haus befindlichen Personen mit den Bajonetten.
Nur eine Frau und ihre Tochter konnten sich verletzt retten, indem sie sich tot stellten. Die Frau war laut meines Vater Azime, ihre Tochter, Ruşen. Nach der Mitteilung von Frau Azime, hat sie in der Nacht, als der Mond aufgegangen war, gerufen und nur die Tochter habe sich gemeldet. Sie sollen eine schwierige Reise bis nach Siirt durchlebt haben. Eine lange Geschichte. Der Ort, wo diese Märtyrer liegen, ist bekannt. Aber unter welchen Hausruinen sie liegen, weiß ich nicht. Aber Märtyrer liegen nicht nur dort. Wie gesagt, sie liefen bis auf den Hügel, währenddessen sie ermordet wurden. Im letzten Jahr haben wir sogar ein viereckiges russisches Bajonett gefunden.
Die Familie meines Vaters und des Scheichs haben sich nach Farikin in Diyabakır begeben. Die Saat war schon gewachsen, die Armenier hatten sie liegen gelassen und waren geflüchtet. Sie haben die Acker bearbeitet und mehr Ernte eingebracht als in Sağlamtaş. Dann brach eine Krankheit aus und die Regierung sandte sie nach Konya. Nach drei Jahre Aufenthalt kam er wieder in unser Dorf zurück.
Abdülhamit Barlas, ein Cousin von Abdülbari Barlas, zeigt am Abhang den Ort, wo die Dorfbewohner von den armenischen Banden ermordet worden sind. Die nach der Flucht in das Dorf zurückgekehrten Menschen haben in dieser Ebene zahllose Menschenknochen gefunden. Da die Lage von damals es nicht erlaubte, konnten diese Knochen nicht aufbewahrt werden, so sind sie verloren gegangen.
17 - 38 Familien, etwa 150 - 200 Personen sind in diesem Dorf einem Massenmord zum Opfer gefallen.
Sait Kaya
- Name des Vaters: Ahmed
- Name der Mutter: Emine
- Geburtsort: Van Erciş
- Geburtsdatum: 1898
Ich bin in Ercis geboren und dort aufgewachsen. An einem Freitag rebellierten die Armenier und planten, die Muslime allesamt zu töten. Nachdem dieses Vorhaben allerdings einen Tag vorher bekannt wurde, haben unsere Leute schneller gehandelt und die männlichen Führer der Armenier gesammelt und mit dem Schwert getötet. Ich sage, nur die männlichen Führer, denn unser Glaube verbietet, dass Kinder, Frauen sowie unbewaffnete und unschuldige Menschen getötet werden.
Später, als der armenische Pfarrer bei einem der Oberhäupter in Ercis, dem Landrat von Nisan war, ließ dieser ihre Absichten offenbaren und sagte, "Oh Pfarrer, du hast uns nicht gelassen, wir wollten sie am Freitag eine Woche vorher ermorden." Im Frühjahr sind wir ausgesiedelt. Wir sind zwar geflüchtet, aber viele sind geblieben. Die Armenier sollen sie gefangen genommen, in Scheunen gesteckt und verbrannt haben. Da wir frühzeitig geflüchtet sind, ist niemand aus unserer Familie von den Armeniern getötet worden. Aber viele Muslime sind ermordet und verbrannt worden. Es gab zweistöckige Gebäude, in die die Menschen gesteckt und anschließend verbrannt wurden. Wir haben uns zuerst nach Diyarbakır, dann nach Urfa begeben. Dort sind wir drei Jahre geblieben. Dann sind wir nach Antalya weitergezogen. Aufgrund der schlechten Beziehung zu den Italienern nahm uns der Gouverneur nicht in die Stadt auf. Wir zogen weiter nach Denizli und verbrachten dort acht Jahre. Letztendlich kehrten wir wieder nach Ercis zurück. Sie hatten viele der Häuser abgebrannt und abgerissen. Wir haben jahrelang gearbeitet und sie neu aufgebaut.
Yamin Tosun
- Name des Vaters: Osman
- Name der Mutter: Hanım
- Geburtsort: Van Erciş
- Geburtsdatum: Haydarbey
Ich komme aus dem Dorf Haydarbey bei Van. Weil die Russen kamen und die Armenier rebellierten, sind wir von hier ausgewandert. Wir haben uns nach Urfa begeben. In diesem Jahr herrschte große Not. Meine Mutter, mein Vater und meine Schwester sind dort gestorben. Als Russland verlor, nahmen die Armenier ihren Platz ein. Zum Schluss hat sie die türkische Armee bis nach Eriwan verjagt. Und wir sind in unsere Heimat zurückgekehrt. Aber als wir zurückkehrten, sahen wir, dass Ercis, alle muslimischen Dörfer und auch unser Dorf zerstört und niedergebrannt worden waren. Da wir ausgewandert sind, habe ich das, was die Armenier der muslimischen Bevölkerung angetan haben, nicht mit eigenen Augen gesehen. Sie sollen aber sehr viele Menschen ermordet haben. Das war auch daraus ersichtlich, dass wir alles in Ruinen vorfanden.
24. April 1915
Die osmanische Regierung begnügte sich, auf die ausbrechenden Aufstände und Massaker der Armenier, die durch die Russen und Briten aufgehetzt wurden, damit zu reagieren, den armenischem Erzbischof, die armenischen Abgeordneten und die führenden Persönlichkeiten der armenischen Gesellschaft zu warnen: "Wenn die Armenier damit fortfahren, den Muslimen in den Rücken zu fallen und sie weiterhin ermorden, werden die nötigen Maßnahmen ergriffen." Allerdings entstand aufgrund der Tatsache, dass die Ereignisse, anstatt an Intensität zu verlieren, immer intensiver wurden und die Armee an mehreren Fronten zugleich kämpfen musste, der Bedarf, den Bereich hinter der Front zu sichern.
Mit dieser Absicht wurden am 24. April 1915 die armenischen Komitees geschlossen und 2345 Führungskräfte unter dem Verdacht, in Machenschaften gegen den Staat verwickelt zu sein, verhaftet. Nach diesem Vorgehen der osmanischen Republik sandte der Eçmiyazin Katholikos Kevork dem US-Präsidenten folgendes Telegramm:
"Sehr geehrter Herr Präsident, den letzten Nachrichten zufolge, die wir aus dem türkischen Armenien erhalten haben, hat dort ein Massaker begonnen und ein organisiertes Schreckensregiment bedroht die Existenz des armenischen Volkes. In dieser kritischen Stunde appelliere ich an die edlen Gefühle Eurer Exzellenz und des großen amerikanischen Volkes und bitte Sie im Namen von Menschlichkeit und Christentum darum, mittels diplomatischer Repräsentanten Ihrer großen Republik, sofort einzugreifen und meinem Volk in der Türkei, das der Gewalt des türkischen Fanatismus ausgesetzt ist, zu helfen."
Dem Telegramm des Erzbischofs Kevork folgten die Kontakte des russischen Botschafters in Washington. Obwohl sich das was geschah, nur auf die Schließung der armenischen Komitees und die Verhaftung ihrer Anführer beschränkte, bemühten sich jene Armenier, die die Geschehnisse als Massaker darzustellen versuchten, allen voran die USA und Russland sowie verschiedene Kolonialstaaten auf ihre Seite zu ziehen.
Der 24. April, an dem die Diaspora-Armenier dem sogenannten "Jahrestag des armenischen Völkermordes" gedenken, ist nichts anderes als das Datum, an dem die 2345 Mitglieder der Komitees verhaftet wurden.
Quellen:
- Gürün, Kamuran, Ermeni dosyasi, TTK Basımevi, Ankara, 1983, s. 210-211
Definition des Begriffes der Umsiedelung
Das Wort tehcir, also Umsiedelung, kommt aus der arabischen Sprache und bedeutet "von einem Ort zu einem anderen umziehen, anderswo ansiedeln, ansässig machen (Emigration, Immigration)". Es bedeutet nicht "Verbannung" oder "Deportation". Der eigentliche Name des sogenannten "Umsiedelungsgesetzes" lautet “Vorübergehendes Gesetz für Maßnahmen der Armee gegen Kreise, die während des Krieges gegen die Verordnungen der Regierung handeln." Das Wort “entfernen, überführen” (tenkil, nakletme), das bei der Beschreibung dieser gesetzlich vorgenommenen Umsiedelung verwendet wird, entspricht nicht den Begriffen “Deportation”, “Exil” oder “Verbannung” der westlichen Sprachen.
Die von Talat Paşa begonnene, mit der Zustimmung der Regierung und des Parlaments durchgeführte Umsiedelung, die als Maßnahme gegen die in verschiedenen Gebieten ausbrechenden armenischen Aufstände und Massaker eingesetzt wurde, umfasste direkt die Gebiete, welche die Sicherheit der Kriegsfronten bedrohten. Das erste Gebiet bildete Erzurum, Van, Bitlis und Umgebung, welche den hinteren Teil der kaukasischen und iranischen Front bildeten. Das zweite Gebiet umfasste Mersin, Iskenderun und Umgebung, die den hinteren Teil der Front zum Sinai ausmachten. In beiden Gebieten hatten die Armenier mit den Feinden kollaboriert und ihre Aktionen unterstützt.
Die Umsiedelung wurde später so erweitert und umfasste auch die Aufständischen, Kollaborateure, Mitglieder und Anhänger der armenischen Komitees sowie die Armenier in anderen Provinzen. Zunächst wurden die katholischen und protestantischen Armenier von der Umsiedelung ausgeschlossen, doch wurden sie später aufgrund ihrer schädigenden Aktionen ebenfalls umgesiedelt.
Seit der Umsiedelung von 1915 wurde darüber viel geschrieben und gesprochen. Die Armenier konnten mit gefälschten Dokumente die Weltöffentlichkeit über Jahre täuschen. Die Geschichten über Massaker an Armeniern, deren Zahl mit 300.000 begann und im Laufe der Zeit bis auf 3 Millionen gesteigert wurde, entbehren jeder Grundlage. So konnten Engländer und Franzosen, die während der Besetzung Istanbuls die osmanischen Archive ausführlich untersuchten, nicht ein einziges Dokument finden, das auf einen Völkermord hindeuten könnte.
Hätte der osmanische Staat einen "Völkermord" an den Armeniern begehen wollen, hätte er dann dies nicht auch an ihren Aufenthaltsorten durchführen können? Wäre dafür eine Aktion wie die "Umsiedelung" notwendig gewesen? Wären dafür die hohen Kosten, die man für die Sicherheit, Gesundheit und Ernährung der Kolonnen ausgab, notwendig gewesen? Wäre es Notwendigkeit gewesen, dass der osmanische Staat während der rund 1,5 Jahre andauernden Umsiedelung zwischen Mai 1915 und Oktober 1916, mit Befehlen und Anordnungen, trotz der schweren Kriegsumstände, das Leben und das Besitztum der Armenier unter Garantie nahm? Warum hat der osmanische Staat die militärische, finanzielle und Verwaltungslast auf sich genommen, als hätte er eine neue Front eröffnet?
Die Antworten auf diese Fragen legen das eigentliche Ziel des osmanischen Staates dar. Es gibt auch keine glaubwürdige Erklärung dafür, warum der osmanische Staat plötzlich seine Meinung über die Armenier gänzlich ändern sollte, die er wegen ihrer über Jahrhunderte anhaltenden Treue zum Staat als "treue Nation" bezeichnete. Geändert hatten sich nicht die Osmanen, sondern die Armenier, die auf die Unabhängigkeitsversprechungen der Russen und Entente-Staaten hereinfielen.
Die Umsiedelung der Armenier hatte nicht ihre Ausrottung, sondern die Gewährleistung der Sicherheit des Staates und der Armenier zum Ziel und war weltweit die erfolgreichste Umsiedelungsaktion.
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
UMSIEDELUNG
Dass gegenüber den armenischen Aufständen und Massakern, denen Tausende von Türken zum Opfer fielen, die osmanische Regierung eine ruhige und vernünftige Haltung einnahm, ist aufgrund der Dokumente erwiesen. Allerdings sah sich die Regierung aufgrund der nicht aufzuhaltenden terroristischen Bewegungen gezwungen, die in verschiedenen Regionen lebenden Armenier aus dem Kriegsgebiet zu entfernen und in weit entfernten Gebieten anzusiedeln. Die Umsiedelung der Armenier aus den Gebieten, die die Sicherheitslinie der Front zum Kaukasus, dem İran und Sinai darstellten, verfolgte nicht das Ziel, die Armenier zu vernichten, sondern die Staatssicherheit zu sichern und die Armenier zu schützen. Diese Aktion stellte die erfolgreichste Umsiedelung der Welt dar.
Vor allem muss betont werden, dass der Entschluss der Umsiedelung nicht auf alle Armenier angewandt wurde. Neben den Armeniern, die der katholischen und protestantischen Konfession angehörten wurden auch jene Armenier, die in der osmanischen Armee in den Offiziersrängen und im Sanitätsdienst tätig waren, sowie Armenier, die in den Filialen der Osmanischen Bank oder manchen Konsulaten tätig waren von der Umsiedelung ausgenommen, sofern sie sich dem Staat gegenüber loyal verhielten. Auf der anderen Seite wurden Kranke, geistig und körperlich Behinderte, Alte, Waisen und verwitwete Frauen ebenfalls ausgenommen. Die Waisenanstalten und Dörfer wurden unter Schutz genommen und deren Bedürfnisse seitens des Staates aus den Mitteln des Auswandererfonds gedeckt. Diese Tatsache zeigt deutlich die gute Absicht der Osmanen hinsichtlich der Umsiedelung auf.
Im Rahmen des Umsiedelungsgesetzes vom 27. Mai 1915 und den diesbezüglichen Verfügungen wurden die Armenier aus Erzurum, Van und Bitlis in die Sandschaks (unterstehender osm. Regierungsbezirk) Zor, Urfa und südliches Mosul, die Armenier aus Adana, Halep und der Umgebung von Maraş in den östlichen Teil Syriens und in den Osten und Südosten Aleppos überwiesen.
An diesem Punkt muss auch darauf hingewiesen werden, dass bei dieser Umsiedelung nicht – so wie die Armenier häufig zur Sprache bringen – 1,5 Mio. Armenier ums Leben gekommen sind. Sei es nach osmanischen und armenischen Statistiken oder auch nach ausländischen Statistiken, so betrug die armenische Bevölkerungszahl, die sich zur Zeit des Ersten Weltkrieges auf osmanischem Boden befand, höchstens rund 1.250.000 Personen. Auch ist es anhand von Dokumenten nachzuweisen, wieviele Armenier aufgrund dieser Umsiedelungsaktion aus ihren Aufenthaltsgebieten entfernt wurden und wieviele Armenier wohlbehalten und gesund am neuen Siedlungsgebiet eintrafen. Die letzte Bevölkerungsstatistik des Osmanischen Staates wurde im Jahre 1914 erstellt. Dieser Statistik zufolge wurden 1.221.850 Armenier gezählt. Die von der Umsiedelungsaktion ausgenommenen Armenier betrugen in İstanbul 82.880, in Bursa 60.119, im Sandschak Kütahya 4.548 und im Regierunsbezirk Aydın 20.237, also insgesamt 167.778 Personen.
Die Umsiedelungsaktion der Armenier wurde mit großer Disziplin durchgeführt. Vom 9. Juni 1915 bis zum 8. Februar 1916 wurden aus Adana, Ankara, Dörtyol, Eskişehir, Aleppo, İzmit, Karahisarı Sahib, Kayseri, Mamuretülaziz, Sivas, Trabzon, Yozgat, Kütahya und Birecik insgesamt 391.040 Personen an die neuen Siedlungsgebiete überwiesen. Von diesen trafen 356.084 Personen in diesen Siedlungsgebieten ein. Also kann der Verlust während dieser Umsiedelungsaktion der Armenier mit rund 35.000 Personen angegeben werden. Die armenische Bevölkerung von Aleppo (26.064 Personen), die ebenfalls von der Umsiedelungsaktion betroffen war, wurde zahlenmäßig nicht in diese Zahlen aufgenommen. Berücksicht man diese und zieht diese von den 35.000 ab, so bleiben 9 – 10.000 Personen übrig. Also kann der Gesamtverlust während dieser Umsiedelungsaktion mit 9 – 10.000 Personen festgelegt werden. Auch diese wurden nicht von den Türken getötet. 500 von ihnen wurden zwischen Erzurum und Erzincan von räuberischen Banden, um die 2000 wurden auf dem Weg von Urfa nach Aleppo bei Meskene von arabischen Banditen und 2000 in Mardin ebenfalls von Banden ermordet. Im Gebiet Dersim (Hozat) wurden die Umsiedelungskarawanen vom örtlichen Volk angegriffen, wobei ungefähr 5 – 6.000 Personen ums Leben kamen. Allerdings liegen die diesbezüglichen Zahlenangaben nicht in den osmanischen Archiven auf. Dass insgesamt 9 – 10.000 Personen ums Leben kamen, wird auch in anderen Statistiken angeführt. So betrachtet wurde kein einziger Armenier bei der Umsiedelungsaktion von der osmansichen Armee mit dem Ziel der Massenvernichtung ermordet.
Außerdem zeugt die Tatsache, dass die Zahl der Armenier aus den Gebieten Anatoliens und Thraziens, die der Umsiedelungsaktion unterworfen wurden, gleich ist mit der Zahl jener Armenier, die die neuen Siedlungsgebiete erreichten, dass es während dieser Aktion zu keinem Massaker gekommen ist.
Des weiteren zeigte das Osmanische Reich während dieser Umsiedelungsaktion der Armenier, trotz der schwierigen Kriegsbedingungen, außergewöhnliche Bemühungen, die auch von ausländischen Diplomaten festgestellt wurde. Die Regierung legte große Aufwendungen hinsichtlich Verpflegung und Sicherheit der Übersiedler an den Tag. Die Dokumente bezüglich der Durchführung der Umsiedelung weisen detaillierte Aufzeichnungen auf, bis hin in welchen Gebieten und Landkreisen Krankenhäuser errichtet wurden und welche Gebäudeteile für die armenischen Waisenkinder zur Verfügung gestellt wurden. Des weiteren geht aus den Dokumenten hervor, dass für die der Umsiedelung unterworfenen Armenier hinsichtlich Überweisung, Niederlassung und Aufkommen des Lebensunterhaltes im Jahre 1915 insgesamt 25 Millionen und im Jahre 1916 230 Millionen Kuruş (Kurusch) ausgegeben wurden.
Die Umsiedelung der Armenier verfolgte nicht das Ziel, diese zu vernichten, sondern diente zur Sicherung des Staates und Schutze der Armenier. Diese Aktion kann als die erfolgreiste Umsiedelungsaktion der Welt betrachtet werden. Hätte sich der Osmanische Staat von seinen armenischen Staatsangehörigen befreien wollen, so hätte er dies auf dem Wege der Assimilation oder aufgrund einer Kriegserklärung sehr einfach erreichen können. Mit der Durchführung der Umsiedelung hat der osmanische Staat hunderttausenden von Armeniern, die im Kriegszustand jeden Augenblick mit dem Tod konfrontiert waren, das Leben gerettet. Wie sich zeigte, konnten die in den neuen Gebieten angesiedelten Armenier ihr Leben gesund und wohlbehalten fortführen, während die unter der russischen Armee gegen die Türken kämpfenden Armenier im Krieg fielen.
Wie man sehen kann, so war die Umsiedelungsaktion eine Bewegung der Versetzung und Ansiedelung, die sehr erfolgreich war. Sogar unter den gegenwärtigen Bedingungen gibt es auf der Welt diesbezüglich keine vergleichbare Aktion. Definition des Begriffes der Umsiedelung
Die Gründe für die Umsiedlung
Das Wort tehcir, also Umsiedelung, kommt aus der arabischen Sprache und bedeutet "von einem Ort zu einem anderen umziehen, anderswo ansiedeln, ansässig machen (Emigration, Immigration)". Es bedeutet nicht "Verbannung" oder "Deportation". Der eigentliche Name des sogenannten "Umsiedelungsgesetzes" lautet “Vorübergehendes Gesetz für Maßnahmen der Armee gegen Kreise, die während des Krieges gegen die Verordnungen der Regierung handeln." Das Wort “entfernen, überführen” (tenkil, nakletme), das bei der Beschreibung dieser gesetzlich vorgenommenen Umsiedelung verwendet wird, entspricht nicht den Begriffen “Deportation”, “Exil” oder “Verbannung” der westlichen Sprachen.
Die von Talat Paşa begonnene, mit der Zustimmung der Regierung und des Parlaments durchgeführte Umsiedelung, die als Maßnahme gegen die in verschiedenen Gebieten ausbrechenden armenischen Aufstände und Massaker eingesetzt wurde, umfasste direkt die Gebiete, welche die Sicherheit der Kriegsfronten bedrohten. Das erste Gebiet bildete Erzurum, Van, Bitlis und Umgebung, welche den hinteren Teil der kaukasischen und iranischen Front bildeten. Das zweite Gebiet umfasste Mersin, Iskenderun und Umgebung, die den hinteren Teil der Front zum Sinai ausmachten. In beiden Gebieten hatten die Armenier mit den Feinden kollaboriert und ihre Aktionen unterstützt.
Die Umsiedelung wurde später so erweitert und umfasste auch die Aufständischen, Kollaborateure, Mitglieder und Anhänger der armenischen Komitees sowie die Armenier in anderen Provinzen. Zunächst wurden die katholischen und protestantischen Armenier von der Umsiedelung ausgeschlossen, doch wurden sie später aufgrund ihrer schädigenden Aktionen ebenfalls umgesiedelt.
Seit der Umsiedelung von 1915 wurde darüber viel geschrieben und gesprochen. Die Armenier konnten mit gefälschten Dokumente die Weltöffentlichkeit über Jahre täuschen. Die Geschichten über Massaker an Armeniern, deren Zahl mit 300.000 begann und im Laufe der Zeit bis auf 3 Millionen gesteigert wurde, entbehren jeder Grundlage. So konnten Engländer und Franzosen, die während der Besetzung Istanbuls die osmanischen Archive ausführlich untersuchten, nicht ein einziges Dokument finden, das auf einen Völkermord hindeuten könnte.
Hätte der osmanische Staat einen "Völkermord" an den Armeniern begehen wollen, hätte er dann dies nicht auch an ihren Aufenthaltsorten durchführen können? Wäre dafür eine Aktion wie die "Umsiedelung" notwendig gewesen? Wären dafür die hohen Kosten, die man für die Sicherheit, Gesundheit und Ernährung der Kolonnen ausgab, notwendig gewesen? Wäre es Notwendigkeit gewesen, dass der osmanische Staat während der rund 1,5 Jahre andauernden Umsiedelung zwischen Mai 1915 und Oktober 1916, mit Befehlen und Anordnungen, trotz der schweren Kriegsumstände, das Leben und das Besitztum der Armenier unter Garantie nahm? Warum hat der osmanische Staat die militärische, finanzielle und Verwaltungslast auf sich genommen, als hätte er eine neue Front eröffnet?
Die Antworten auf diese Fragen legen das eigentliche Ziel des osmanischen Staates dar. Es gibt auch keine glaubwürdige Erklärung dafür, warum der osmanische Staat plötzlich seine Meinung über die Armenier gänzlich ändern sollte, die er wegen ihrer über Jahrhunderte anhaltenden Treue zum Staat als "treue Nation" bezeichnete. Geändert hatten sich nicht die Osmanen, sondern die Armenier, die auf die Unabhängigkeitsversprechungen der Russen und Entente-Staaten hereinfielen.
Die Umsiedelung der Armenier hatte nicht ihre Ausrottung, sondern die Gewährleistung der Sicherheit des Staates und der Armenier zum Ziel und war weltweit die erfolgreichste Umsiedelungsaktion.
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
Das Telegramm, das Talat Paşa zugeschrieben wurde
Eine der wichtigsten Behauptungen der Armenier im Zusammenhang mit der Umsiedelung, ist das Talat Paşa zugeschriebene Telegramm, in dem er die Massakrierung der Armenier befohlen haben soll. Talat Paşa brachte dagegen bei jeder Gelegenheit zur Sprache, dass die gegen die Armenier getroffenen Maßnahmen keinesfalls die Ausrottung der Armenier zum Ziel hatten. Einen offenen Beweis dafür bildet das chiffrierte Telegramm von Talat Paşa, das er am 29. August 1915 an die Gouverneure und Vorsteher von Hüdavendigar, Ankara, Konza, Izmit, Adana, Maraş, Urfa, Aleppo, Zor, Sivas, Kütahya, Karesi, Niğde, Mamuretülaziz, Diyerbekir, Karahisar-ı Sahib, Erzurum und Kayseri schickte. Darin hieß es: 1
"Mit der Umsiedelung der Armenier von ihren bisherigen Lebensorten in neue Gebiete verfolgt die Regierung das Ziel, die Armenier an ihren, gegen die Regierung gerichteten Aktivitäten sowie an ihrem nationalen Vorhaben der Gründung einer armenischen Regierung zu hindern. Die Vernichtung dieser Menschen kommt nicht in Frage. Außerdem müssen bei der Umsiedelung die Sicherheit der Siedler gewährleistet sowie jegliche Verpflegungskosten aus den staatlichen Ausgaben gedeckt werden. Die Armenier, die nicht umgesiedelt werden, dürfen ihre jeweiligen Orte künftig nicht verlassen. Wie auch zuvor mitgeteilt, beschloss die Regierung, Familien der Soldaten, eine bestimmte Anzahl von Künstlern, protestantische und katholische Armenier, nicht umzusiedeln. Gegen Personen, die armenische Kolonnen angreifen, oder gegen Gendarmen und Beamte, die bei möglichen Angriffen eine anführende Rolle spielen sollten, müssen sehr harte gesetzliche Maßnahmen getroffen werden. Solche Personen müssen sofort aus dem offiziellen Dienst entlassen und vor das Kriegsgericht gestellt werden. Bei einer Wiederholung solcher Vorfälle werden die Provinzen und Sandschaks zur Verantwortung gezogen."
In einer chiffrierten Botschaft, die am 27. Mai 1915 nach Ankara geschickt wurde, heißt es: "Die von der Regierung gegen die Armenier gefassten Maßnahmen stützen sich ausschließlich auf der Gewährleistung der Ruhe und Ordnung des Landes und sind zum Schutz des Staates getroffen worden. Ein Zeichen dafür, dass die Regierung keine Vernichtungspolitik gegen die Armenier betreibt ist, dass die katholischen und protestantischen Armenier, die bislang unparteiisch geblieben sind, von der Maßnahme ausgeschlossen sind." 2
Auf der anderen Seite wurden die Äußerungen über die Verbannung von anführenden Komiteemitgliedern und Reaktionären in der Verordnung der Regierung an manchen Orten missverstanden. So wurden armenische Banden in Orte verlegt, an denen sie ihre Aktivitäten leichter fortsetzen konnten. Daraufhin entsandte Talat Paşa am 1. Juni 1915 an alle Präfekturen eine Verordnung und befahl darin, solche Armenier in Orte zu verlegen, an denen sie ihre Tätigkeiten nicht mehr fortsetzen können. Talat Paşa unterstrich ausdrücklich, dass die Verbannung nur für aufständische und reaktionäre Armenier gelte. 3
In einer chiffrierten Botschaft vom 13. Juni 1915 an die Provinz Mamuretülaziz wurde betont, dass neben den dem Kriegsgericht ausgelieferten Armeniern die umzusiedelnden Armenier an geeigneten Stellen der Provinz untergebracht werden solle und ihre Verlegung nach Mossul zunächst nicht notwendig sei. 4
In einer chiffrierten Botschaft, die am 14. Juni 1915 an die Provinzen Erzurum, Diyarbakir, Mamuretülaziz und Bitlis entsandt wurde, wurden die Behörden aufgefordert, das Leben der Armenier während der Umsiedelung zu schützen. Die Behörden dürften gegen Flüchtige und Angreifer vorgehen. Doch das Volk dürfe keinesfalls in solche Vorfälle verwickelt werden. Es dürfe keineswegs zu einer Auseinandersetzung zwischen Armeniern und Muslimen kommen.
Zum Telegramm, das angeblich ein Massaker befohlen haben soll: 5
Der Armenier Aram Andonian veröffentliche im Jahre 1920 in London ein Buch unter dem Titel "Memoiren von Naim Bey / Offizielle türkische Dokumente zur Zwangsumsiedlung und Massakern an Armeniern", worin er dieses Thema anschnitt. Dieses Buch erschien später in Paris unter dem Titel "Offizielle Dokumente über das Massaker an den Armeniern" sowie in Boston unter dem Titel "Großes Verbrechen, das jüngste Massaker an den Armeniern und Talat Paşa; offizielle originale Telegramme mit Unterschriften."
Das in diesem Buch als Beweis gezeigte, angebliche Telegramm von Talat Paşa ist ein gefälschtes Papier. Untersuchungen zufolge bewiesen Şinasi Orel und Süreyya Yuca, dass es sich bei diesem Telegramm um ein gefälschtes Dokument handelt. So stellte sich heraus, "dass eine Person namens Naim Bey, von dem die Dokumente erhalten worden seien, niemals im Wohnungsamt von Aleppo existierte. Dass die Dokumente nicht authentisch und das Papier nicht aus der gleichen Papierart war, welche der osmanische Staat bei offiziellen Schreiben benutzte. Dass es die Originale dieser Dokumente unter den Dokumenten des Innenministeriums im Archiv des Ministerpräsidiums gar nicht gibt. Dass unter den angegebenen Registernummern der gefälschten Dokumente ganz andere Dokumente vorliegen. Dass bei Zeitrechnungen nach der Hedschra und dem christlichen Kalender Fehler gemacht worden sind. Dass die Unterschriften gefälscht sind. Und dass es in den Dokumenten Rechtschreibfehler gibt, die im Osmanischen niemals vorkommen können".
Ungeachtet der Behauptungen, wonach sich "die angegebenen Originaldokumente im armenischen Büro in Manchester befinden", hat man bislang diese Dokumente nicht der Weltöffentlichkeit gezeigt. Außerdem stützen sich die Behauptungen auf "einen Bericht des armenischen Verbandes in Aleppo aus der osmanischen Zeit."
All diese Punkte sind wichtig, um aufzuzeigen, in welchem Ausmaß die Behauptungen über den Völkermord an den Armeniern realitätsfern sind.
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE
- 1) DH. EUM. 2. Abteilung, 68/80.
- 2) DH. EUM. 2. Abteilung, 68/71. 2.Sube, 68/84 ( siehe Dokument 192, 200)
- 3) DH. EUM. 2. Abteilung, 68/101. ( siehe Dokument 217)
- 4) 26.064 Armenier in Aleppo, deren Umsiedelung vorgesehen war, wurden nicht umgesiedelt. Denn die Armenier in den neuen Siedlungsgebieten stammten aus Anatolien. Auf der anderen Seite wurde die Zahl der nach Aleppo umgesiedelten Armenier mit ca. 100.000 angegeben (siehe DH.EUM. 2. Abteilung, 68/80), dagegen war die Bevölkerung mit genau 100.000 registriert.
- 5) OREL, Şinasi, Yuca SÜREYYA, Ermenilerce Talat Paşa'ya Atfedilen Telgrafın Gerçek Yüzü, TTK Veröffentlichung, Ankara, 1983
Das Umsiedelungsgesetz
Das als "Umsiedlungsgesetz" bekannte, während des Krieges der türkischen Armee zur Verhinderung der Aufstände hinter der Front abzielende “Vorübergehendes Gesetz für Maßnahmen der Armee gegen Kreise, die während des Krieges gegen die Verordnungen der Regierung handeln." wurde am 27. Mai 1915 verabschiedet.1 Es trat am 1. Juni 1915 mit der Erscheinung im offiziellen Amtsblatt - damals Takvim-i Vekayi genannt - in Kraft.2
Der erste Artikel des Gesetzes befugte die Kommandanten der Armee, Armeekorps und der Divisionen zur Ergreifung von militärischen Sofortmaßnahmen und gegebenenfalls zur Vernichtung der Reaktionäre, die sich gegen die Ausführung der Befehle der Regierung, gegen die Verteidigung des Landes und gegen die Wahrung der Ruhe einsetzten, bewaffnete Angriffe verübten oder Widerstand leisteten. Der zweite Artikel des Gesetzes befugte die gleichen Kommandanten, die Dorfbevölkerung, die Spionagetätigkeiten und Verrat ausübe, einzeln oder auch gesammelt in andere Gebiete zu verlegen.
Mit einem am 10. Juni 1915 veröffentlichten Befehl3 wurde das Besitztum der umgesiedelten Armenier unter Schutz genommen. Es wurde die "Kommission für zurückgelassene Güter" gegründet, die aus einem Vorsitzenden sowie jeweils einem Finanz- und Verwaltungsbeamten bestand. Die Kommissionen registrierten detailliert das Besitztum der Armenier in den geräumten Dörfern und Ortschaften. Eine Kopie des Registers wurde in der regionalen Kirche und eine weitere Kopie an die Verwaltungsbehörde übergeben. Verderbliche Waren sowie Tiere wurden versteigert. Das Geld wurde aufbewahrt. In Orten, an denen keine Kommissionen eintrafen, übernahmen Verwaltungsbeamte diese Aufgabe. Für den Schutz der Immobilien bis zur Rückkehr der Armenier waren sowohl die Kommission als auch die Verwaltung verantwortlich.
Wie aus dem Gesetz vom 27. Mai 1915 sowie aus den Befehlen vom 10. Juni 1915 zu entnehmen ist, umfasste die von Talat Paşa eingeleitete und durch die Zustimmung des Parlaments fortgesetzte Umsiedelung ausschließlich Gebiete, "die die Sicherheit der Fronten direkt bedrohten". Das erste Gebiet umfasste Erzurum, Van, Bitlis und Umgebung, welche den hinteren Teil der kaukasischen und iranischen Front bildeten. Das zweite Gebiet umfasste Mersin, Iskenderun und Umgebung, die den hinteren Teil der Front zu Sinai ausmachten. In beiden Gebieten hatten die Armenier mit den Feinden kollaboriert und diese unterstützt.
Zudem ist das Gesetz, das "die von militärischen Einheiten gegen Reaktionäre während des Krieges zu fassenden Maßnahmen" beinhaltet, ein Gesetz über Vollmachten zum Schutz des Staates und der Gesetze. Die wichtigste Eigenschaft des Gesetzes ist, dass darin "eine ethnische Gruppe weder erwähnt noch angedeutet" worden ist. Im Rahmen des Gesetzes wurden muslimische, griechische und armenischstämmige osmanische Staatsbürger aus ihren Aufenthaltsorten in andere Orte umgesiedelt. Aus diesem Grund beruht die Behauptung, wonach dieses als Umsiedelungsgesetz bekannte Gesetz nur gegen ein bestimmtes Volk gerichtet sei, entweder auf Fehlinformation oder ist absichtlich auf die Tagesordnung gebracht worden...4
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE
- 1) Bayur, gleiches Werk, III/3, S. 40; Gürün, gleiches Werk, 214
- 2) Takvim-i Vekayi, 18 Recep 1333 / 19. Mai 1331, 7. Jahr, Nr. 2189; Y. H. Bayur, gleiches Werk, III/3, S. 40
- 3) ATBD, Dezember 1982, Nr. 81, Dokument 1832.
- 4) Yıldırım, Dr. Hüsamettin, Ermeni Iddiaları ve Gerçekler, Ankara, 2000, S. 21
Der Beginn der Umsiedelung
Entsprechend der Verordnungen, die die Umsetzung des Umsiedelungsgesetzes vom 27. Mai 1915 formulierten, wurden armenische Kolonnen, die in andere Gebiete umgesiedelt werden sollten, in Zentren wie Konya, Diyarbakir, Cizre, Birecik und Aleppo versammelt.
Für die Sicherheit der Menschen wurden möglichst leicht zu bewältigende und sichere Routen gewählt. So wurden Armenier aus Kayseri und Samsun über Malatya, aus Sivas, Mamuretülaziz (Elazığ), Erzurum und Umgebung über die Straße Diyarbakir- Cizre nach Mossul geschickt.1 Im Falle einer möglichen Störung der Ordnung in den Sandschaks aufgrund der großen Menschenmenge, wich man zeitweilig auch von den vorgesehenen Routen ab.2 Die von Urfa über Re'sülayn und Nusaybin zu reisenden Kolonnen wurden wegen möglicher Angriffe der arabischen Stämme über Siverek verlegt.3
Die Kolonnen aus Westanatolien dagegen wurden über Kütahya, Karahisar, Konya, Karaman, Tarsus, Kars-ı Maraş-Pazarcık nach Zor verlegt.4 Bei der Auswahl dieser Routen achtete man darauf, dass Eisenbahnverbindungen sowie Flussboote vorhanden waren. Denn die sicherste Überführung sollte per Eisenbahn und per Boote stattfinden. So wurden fast alle Kolonnen aus Westanatolien mit der Bahn verlegt.5 Die Siedler, die über Cizre verlegt wurden, benutzten die Bahn sowie die "şahtur" genannten Flussboote.6 An Orten, zu denen keine Eisenbahn- und Flußverbindung bestand, wurden die Kolonnen auf Reittieren und in Fahrzeugen in bestimmten Zentren versammelt und fuhren von hier aus mit der Bahn weiter.
Ungeachtet des anhaltenden Kriegszustandes gab sich der osmanische Staat große Mühe, die Umsiedler sicher, bequem und gesund zu verlegen. Der Staat war gezwungen, an die Fronten ständig Soldaten und Nahrungsmittel zu schicken. Es mangelte an Fahrzeugen, die den Umsiedlern zur Verfügung gestellt werden konnten. Aus diesem Grund versammelten sich an manchen Stationen große Menschenmengen. Mangelnde Fahrzeuge führten zu zeitweiligen Problemen bei der Überlieferung7. Aufgrund der Erntezeit war es sehr schwer, Fahrzeuge und Reittiere zu finden.8 Trotz dieser schweren Umstände und den begrenzten Möglichkeiten, konnte die osmanische Regierung die Armenier ordnungsmäßig in ihre neuen Siedlungsgebiete verlegen.
Der amerikanische Konsul in Mersin, Edward Natan, betonte in seinem am 30. August 1915 an den Botschafter Morgenthau geschickten Bericht, dass die Route zwischen Tarsus und Adana voll von Armeniern sei. Ungeachtet der Schwierigkeiten wegen der großen Menschenmenge leite die Regierung diese Aktion sehr ordnungsgemäß. Gewalt und Unordnung hätten hier keinen Platz. Die Umsiedler erhielten genügend Fahrkarten und Bedürftigen würde geholfen.9
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE:
- 1) Şifre Kalemi., Nr. 54-A/157; Nr. 56/280; Nr. 56/387.
- 2) Şifre Kalemi., Nr. 56/278; Nr. 56/280; Nr. 56/388.
- 3) Şifre Kalemi., Nr. 57/277.
- 4) Şifre Kalemi., Nr. 65/95.
- 5) DH. EUM. 2. Abteilung, 68/99; 2. Abteilung, 68/94; 2. Abteilung, 68/81; 2. Abteilung, 68/67; 2. Abteilung, 68/96.
- 6) DH. EUM. 2. Abteilung, 68/101.
- 7) z.B. Şifre Kalemi., Nr. 54-A/393.
- 8) Şifre Kalemi., Nr. 54-A/59; Nr. 54-A/96.
- 9) EUM, Dossier 2D/13 (siehe Dokument 664)
Gebiete der Armenier, aus denen sie umsiedeln mussten und neue Ansiedlungsgebiete
Die Gebiete, aus denen die Armenier ausgesiedelt und jene, in die sie angesiedelt werden sollten, waren in der chiffrierten Botschaft von Talat Paşa, die er am 23. Mai 1915 dem Kommandanten des 4. Armeekorps schickte, bestimmt. Nachdem er die in andere Provinzen umzusiedelnden Armenier informierte, befahl Talat Paşa im Schreiben, die Armenier in Erzurum, Van und Bitlis im südlichen Teil Mossuls, im Sandschak Urfa, ausgeschlossen des Sandschaks Zor und des Kreiszentrums; die Armenier in Adana, Aleppo und Maraş im Osten der syrischen Provinz, sowie im Osten und Südosten der Provinz Aleppo anzusiedeln.
Wegen anhaltender armenischer Aufstände und Massaker wurde am 5. Juli 1915 an die Präfekturen von Adana, Erzurum, Bitlis, Aleppo, Diyarbakır, Syrien, Sivas, Trabzon, Mamuretülaziz (Elazığ), Mossul, an den Vorstand der "Kommission für zurückgelassene Güter in Adana" sowie an die Sandschaksverwaltungen von Zor, Maraş, Canik, Kayseri und Izmit mitgeteilt, dass das zur Ansiedlung der Armenier bestimmte Gebiet zu erweitern sei.
Die Armenier sollten in den folgenden Gebieten angesiedelt werden, wobei ihr Anteil an der muslimischen Bevölkerung 10 Prozent nicht überschreiten durfte:
1. Der Osten und Süden der Provinz Mossul, einschließlich der Dörfer und Ortschaften im Sandschak Kirkuk, obwohl diese in 80 km Entfernung zur iranischen Grenze stehen.
2. Der Osten und Süden des Sandschaks Zor, einschließlich der Niederlassungen im Tal der Flüsse Habur und Euphrat, 25 km von der Grenze Diyarbakırs entfernt.
3. Alle Dörfer und Ortschaften im Osten, Süden und Südwesten der Provinz Aleppo, ausgeschlossen der nördlichen Teile, Dörfer und Ortschaften in den Sandschaks Havran und Kerek, in der Provinz Syrien, die in mindestens 25 km Entfernung zur Eisenbahnstrecke liegen. (*)
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001
FUSSNOTE:
- ) G.K., Nr. 54/315.
Die Bevölkerungszahl der umgesiedelten Armenier
Während der Umsiedelung wurde die Zahl der Armenier, am Reisebeginn sowie am Endziel ständig registriert. Nach Dokumenten aus dem osmanischen Archiv belaufen sich die Zahlen der zwischen dem 9. Juni 1915 und dem 8. Februar 1916 aus verschiedenen Teilen Anatoliens in neue Gebiete umgesiedelte sowie der an ihren Lebensorten gebliebenen Armenier wie folgt :
Umgesiedelt Geblieben
Adana2 14.000 15-16.000 Ankara (Zentrum)3 21.236 733 Aydın4 250 - Birecik5 1.200 - Diyarbakır6 20.000 - Dörtyol7 9.000 - Erzurum8 5.500 - Eskişehir9 7.000 - Giresun10 328 - Görele 250 - Halep11 26.064 - Haymana12 60 - Izmir13 256 - Izmit14 58.000 - Kal'acık15 257 - Karahisarı sahib16 5.769 2.222 Kayseri17 45.036 4.911 Keskin 1.169 - Kırşehir18 747 - Konya19 1.900 - Kütahya20 1.400 - Mamuretülaziz21 51.000 4.000 Maraş22 - 8.845 Nallıhan 479 - Ordu 36 - Perşembe 390 - Sivas23 136.084 6.055 Sungurlu 576 - Sürmene 290 - Tirebolu 45 - Trabzon24 3.400 - Ulubey 30 - Yozgat25 10.916 - INSGESAMT 422.758 32.766
Auf der anderen Seite schätzte der Direktor für die Ansiedlung der Auswanderer und Stämme, Şükrü Bey, in seinem Telegramm vom 18. Oktober 1915 aus Aleppo, die nach Aleppo verlegten Armenier auf rund 100.000 ein.26
Dokumente belegen ferner, dass sich am 18. September 1915 120.000 Personen in Diyarbakır befanden, die nach Mossul und Zor verlegt werden sollten. 136.084 Armenier waren am 28. September 1915 in Cizre bereits eingetroffen.27 In seinem chiffrierten Telegramm vom 3. November 1915 aus Nizip, berichtete Şükrü Bey, dass die Überführung ordnungsmäßig anhielt.28
Nach der oben aufgelisteten zurückgebliebenen Bevölkerung, die zwar in die Übersiedlungszahlen aufgenommen wurden, jedoch noch nicht übersiedelt worden sind, sind die Bewohner von Adana später in die neuen Siedlungsgebiete überführt worden.29 Demnach betrugt die Zahl der umgesiedelten Bevölkerung 438.758. Die Zahl der Bevölkerung, die die neuen Siedlungsgebiete erreichte, betrug 382.148, einschließlich der Armenier in Aleppo30.
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) Die Armenier in Kastamonu, Balıkesir, Antalya, Istanbul und Urfa, protestantische und katholische Armenier sowie Kranke, Lehrer, Waisenkinder und Witwen wurden nicht umgesiedelt. 2) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/77 (Ek-XXII). 3) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/77 (Ek-XXII). 4) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 69/250. 5) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/101. 6) In Dokumenten ist die Zahl der aus Diyarbakır umgesiedelten Armenier nicht angegeben. Doch ist registriert, dass gemeinsam mit den aus anderen Provinzen gekommenen Armenier, insgesamt 120.000 Armenier aus Diyarbakır überführt worden sind. Man geht davon aus, dass aus dieser Provinz 20.000 Armenier umgesiedelt worden sind. 7) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/89. 8) ŞFR. Nr. 54/162. In beiden Dokumenten wird berichtet, dass eine 500-köpfige armenische Umsiedlerkolonne zwischen Erzurum und Erzincan von Kurden massakriert worden ist. Im anderen Dokument heißt es, dass die aus Dersim gestarteten Kolonnen von Banditen aus Dersim ermordet worden sind. Da die Zahl der Armenier in diesen Kolonnen unbekannt ist, hat man ihre Zahl auf 5.000 geschätzt. 9) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/72. 10) Giresun, Perşembe, Ulubey, Sürmene, Tirebolu, Ordu und Görele sind auf dem selben Dokument angegeben. (Siehe DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/41). 11) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/76. 12) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/66. 13) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 69/260. 14) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/67 (Ek-XXIV). 15) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/79. 16) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/73. 17) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/75 (Ek-XXV). 18) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/66. 19) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 69/34. 20) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/93. 21) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/70 (Ek-XXVII). 22) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/41. 23) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/84 (Ek-XXVII). 24) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/41. 25) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/66. 26) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/80 (Ek-XXVIII). 27) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/71 (Ek-XXIX); 2. Şube, Nr. 68/84. 28) DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/101 29) Obwohl die Zahl der in Aleppo eingetroffenen Armenier als rund 100.000 bezeichnet wurde (siehe dafür DH. EUM. 2. Şube, Nr. 68/80), wurde die Zahl der hier eingetroffenen Armenier als 100.000 angenommen. 30) Obwohl über die Zahl der umgesiedelten und die Zahl der in den neuen Gebieten angekommenen Armenier genaue Zahlen in den Dokumenten angegeben worden sind, gibt es auch Orte, wo keine genauen Zahlen erhoben wurden. Aus diesem Grund gilt für die Zahl ein +/- von 10 Prozent.
Verluste der Armenier
Die Zahl der umgesiedelten Bevölkerung beträgt 438.758. Die Zahl der Bevölkerung, die die neuen Siedlungsgebiete erreichte, liegt dagegen bei 382.148, einschließlich der Armenier in Aleppo.1 Zwischen beiden Zahlen besteht ein Unterschied in Höhe von 56.610.
Dieser Unterschied von 56.610 Personen, kam nach Dokumenten zufolge aus nachstehenden Gründen zustande. 500 Menschen wurden zwischen Erzurum und Erzincan, 2.000 in Meskene, zwischen Urfa und Aleppo, 2.000 Personen nahe Mardin bei Angriffen von Banditen und arabischen Stämmen getötet. Rund 5.000, oder etwas mehr Menschen wurden bei Angriffen im Dersim Gebiet getötet.2 Im Rahmen dieser Informationen wurden während der Umsiedelung 9 bis 10.000 Menschen getötet. Aus Dokumenten ist ferner zu entnehmen, dass manche verhungert sind.3 Außerdem kamen 25 bis 30.000 Menschen aufgrund von Epidemien wie Typhus oder Dysenterie sowie klimatischer Bedingungen ums Leben.4 Insgesamt starben also rund 40.000 Menschen auf dem Weg.
Der Rest von 10 bis 16.000 Personen konnte das Endziel nicht erreichen, da sie nach der Einstellung der Umsiedelung in den Provinzen aufgehalten wurden, in denen sie sich zu diesem Zeitpunkt befanden. Zum Beispiel wurde am 26. April 1916 an die Präfektur von Konya ein Schreiben entsandt, worin die Ansiedlung der Armenier in diesem Gebiet angeordnet wurde, welche sich noch auf dem Weg befanden.5 Außerdem wurde vermutlich ein Teil der Armenier während der Umsiedelung nach Russland, in westliche Staaten und nach Amerika entführt.
Einträge belegen, dass 50.000 Armenier aus der osmanischen Armee während der Umsiedelung zur russischen Armee übergegangen sind. 50.000 Armenier seien drei bis vier Jahre in der amerikanischen Armee für den Kampf gegen die Türken ausgebildet worden. Ein Schreiben eines tatsächlich in Amerika lebenden Armeniers an den Anwalt Murad Muradyan in Elaziğ umfasst diese Informationen6 . Im Schreiben heißt es, ein Teil der Armenier sei nach Russland und Amerika entführt worden. Die in Amerika ausgebildeten 50.000 Soldaten würden in Richtung Kaukasien starten. Wie aus all diesen Dokumenten und Informationen zu entnehmen ist, reisten mehrere armenische Staatsbürger des Osmanischen Reiches vor dem Krieg oder während des Krieges nach Amerika, Russland und in andere Länder. Der armenische Geschäftsmann Artin Hotomyan teilte in seinem Schreiben aus Amerika vom 19. Januar 1915 an das osmanische Polizeipräsidium mit, dass mehrere Tausend Armenier nach Amerika verschleppt worden seien, die in Armut und Hunger lebten7.
Diese Informationen zeigen, dass die Zahl der in verschiedenen Teilen des osmanischen Reiches lebenden Armenier, mit der Zahl der Armenier in den neuen Siedlungsgebieten übereinstimmt und dass es während der Führung und Ansiedlung zu keinem Massaker gekommen ist.
QUELLE:
- Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE
- 1) Obwohl über die umgesiedelten und die in den neuen Gebieten angekommenen Armenier genaue Zahlen in den Dokumenten angegeben worden sind, gibt es auch Orte, wo keine genauen Zahlen erhoben worden sind. Aus diesem Grund gilt für die Zahl ein +/- von 10 Prozent.
- 2) Zum Beispiel wurden die Verwaltungen in Trabzon, Erzurum, Sivas, Diyarbakır, Mamuretülaziz (Elazığ), Bitlis, Maraş und Canik am 26. Juli 1915 in einem chiffrierten Telegramm aufgefordert, die Zahl der seit Ausbruch des Krieges wegen Krankheiten und Aufständen ums Leben gekommenen Armenier anzugeben. (Şifre kalemi. , nr. 54- A 7 112 ). Außerdem waren unter den armenischen Siedlern in Ereğli und Mossul Seuchen wie Typhus, Dysenterie und Malaria weit verbreitet. (Telegramm an die Provinz Konya vom 8. Juli 1915, Şifre kalemi. , nr. 57/337 ; an die Verwaltung in Zor vom 3. Februar 1916, ŞFR., nr. 60/219).
- 3) ŞFR., nr. 57/110.
- 4) Siehe DH. EUM. 2. Şube, nr. 68/81; siehe auch ŞFR., nr. 57/51.
- 5) ŞFR., nr. 63/119.
- 6) DH. EUM. 2. Şube, nr. 2F/14.
- 7) siehe DH. EUM. 2. Şube, nr. 2F/94.
Die Angriffe auf armenische Umsiedelungs-Kolonnen und die Maßnahmen des Staates
Während der Umsiedelung der Armenier wurden auf einige Kolonnen, besonders im Gebiet zwischen Aleppo und Zor, von der einheimischen Bevölkerung Angriffe verübt. Einem Telegramm vom 8. Januar 1916 zufolge, wurden auf der Strecke zwischen Meskene und vor Aleppo mehrere Armenier bei Raubüberfällen der arabischen Banditen getötet.1 Rund 2.000 Armenier, die aus Diyarbakır nach Zor und aus Suruç über Menbiç nach Aleppo geführt wurden, wurden von arabischen Räubern überfallen und ausgeraubt.2
Im Gebiet Diyarbakır wurden rund 2.000 Menschen von Banden und Räubern ohne Unterscheidung zwischen Armeniern und Nichtmuslimen getötet. Daraufhin befahl der osmanische Staat den Verwaltungen, Sicherheit zu gewährleisten und ähnliche Vorfälle zu verhindern und bekräftigte, dass andernfalls die betreffende Provinzverwaltung für die Angriffe der Banden und Räuber verantwortlich gemacht werden. 3
Zwischen Erzurum und Erzincan kam eine 500-köpfige Kolonne bei Angriffen der Kurden ums Leben. In einem chiffrierten Telegramm vom 14. Juni 1915 wurden die Verwaltungen in Diyarbakir, Elazig (Mamuretülaziz) und Bitlis aufgefordert, jegliche Maßnahmen gegen mögliche Angriffe der Stämme und Bauern zu unternehmen, und alle, die ein Massaker oder einen Raub wagen sollten, hart zu bestrafen.4
Die osmanische Regierung maß, ungeachtet des anhaltenden Krieges an den Fronten gegen die Feinde, der Gewährleistung der Sicherheit der armenischen Kolonnen sowie ihrer Verpflegung große Bedeutung bei. Durch Anordnungen an die Verwaltungen, versuchte der Staat die Sicherheit der Umsiedler zu gewährleisten und Angreifer zu bestrafen. Die Regierung fragte in einem Telegramm, das sie am 5. September 1915 an die Verwaltungen in Erzurum, Adana, Ankara, Aleppo, (Bursa) Hüdavendigar, Diyarbakır, Sivas, Trabzon, Konya, Elazığ, Urfa, Izmit, Zor, Karesi, Kayseri, Kütahya, Maraş und Karahisar schickte, wie viele Angreifer bislang bestraft worden seien.5
Auf der anderen Seite wurden Aufsichtsdelegationen gegründet und in betreffende Gebiete entsandt, die eine mögliche Fahrlässigkeit und Korruption der Beamten streng kontrollierten. Eine Kommission unter Leitung des obersten Vernehmungsrichters Asım Bey und bestehend aus dem Verwaltungsinspektor der Provinz Ankara, Muhtar Bey sowie dem Gendarmerieinspektors in Izmir, Ortsvorsteher Muhiddin Bey, wurde in das Adana, Aleppo, Syrien, Urfa, Zor und Maraş umfassende Gebiet 6, eine weitere Kommission unter Leitung des Präsidenten des Kassationsgerichtes, Hulusi Bey, sowie anderen Mitgliedern, darunter auch das Mitglied des Oberverwaltungsgerichts, Ismail Hakkı Bey, wurde nach Bursa, Ankara, Izmit, Balıkesir (Karasi), Kütahya, Eskişehir, Kayseri, Karahisar-ı Sahip und Niğde geschickt. 7
Eine dritte Kommission unter Leitung des ehemaligen Gouverneurs von Bitlis, Mazhar Bey, an der auch der Istanbuler Oberstaatsanwalt Nihad sowie der Major Ali Naki Bey beteiligt waren, waren in Sivas, Trabzon, Erzurum, Elazığ, Diyarbakır, Bitlis und Canik beauftragt. Der Leiter dieser Kommission, Mazhar Bey, erhielt am 3. Oktober 1915 ein chiffriertes Telegramm, worin er aufgefordert wurde, regelmäßig über die Arbeiten der Kommission zu berichten. 8
Den Kommissionen war befohlen worden, Gendarmen, Polizisten, Beamte und deren Vorsteher nach deren Ermittlung dem Kriegsgericht auszuliefern. Eine Liste über die dem Kriegsgericht ausgelieferten Personen sollte dem Innenministerium vorgelegt werden. Über die Ergebnisse der Ermittlungen gegen Gouverneure und Verwalter der Sandschaks musste erst das Innenministerium unterrichtet werden. Weitere Verfahren dürften erst dann eingeleitet werden. Eine mögliche Fahrlässigkeit der Richter von Kriegsgerichten oder Militärbeamten, mussten die Kommissionen an das betreffende Armeekorps weiterleiten.
Im Rahmen der von den Kommissionen ausgearbeiteten Berichte wurden mehrere Beamte wegen Amtsmissbrauch (Raub an Kolonnen, durch Fahrlässigkeit Nicht-Verhinderung von Angriffen, Missachtung der Befehle) entlassen. Einige davon wurden vor das Kriegsgericht gestellt und schwer bestraft. 9
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler ( 1915 ), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) Sifre kalemi. , nr. 59/244. 2) Sifre kalemi. , nr. 56/140; 55-A/144. 3) Sifre kalemi. , nr. 54/406; 55-A/73; nr. 54-A/248 4) Sifre kalemi. , nr. 54/9; nr. 54/162. 5) Sifre kalemi. , nr. 55-A/84. 6) Sifre kalemi. , nr. 56/186. 7) Sifre kalemi. , nr. 56/355; nr. 58/38. 8) Sifre kalemi. , nr. 56/267. 9) Sifre kalemi. , nr. 58/278; nr. 58/141; nr. 55-A/156; nr. 55-A/157; nr. 61/165; nr. 57/116; nr. 57/413; nr. 57/416; nr. 57/105; nr. 59/235; nr. 54-A/326; nr. 59/196;
Armenier, die von der Umsiedelungsverordnung ausgenommen waren
Die Umsiedelung umfasste nicht alle Armenier. Am Anfang war ein Teil der in manchen Gebieten ( Urfa, Germiş, Birecik, Erzurum, Aydın, Trabzon, Edirne, Canik, Çanakkale, Adapazarı, Aleppo, Bolu, Kastamonu, Tekirdağ, Konya, Kara hisar-ı Sahip ) lebenden Armenier von der Durchführung ausgeschlossen.1 Aber nachdem auch sie sich in Gewalttaten einmischten, wurde ein Großteil von ihnen umgesiedelt.2 Kranke und blinde Menschen, Katholiken, Protestanten, Soldaten und deren Familien, Beamte, Händler, manche Arbeiter und Meister wurden nicht umgesiedelt. In Telegrammen an die Provinzen wurde unterstrichen, dass Kranke, Blinde, Behinderte und alte Menschen nicht umgesiedelt, jedoch ins Stadtzentrum verlegt werden müssen.3
In den Telegrammen vom 2. August 1915 und 15. August 1915 an die Provinzen wurde bekräftigt, dass katholische und protestantische Armenier von der Umsiedelung ausgeschlossen sind. Ferner wurden die Verwaltungen aufgefordert, die Zahl der Armenier in den jeweiligen Städten mitzuteilen.4 Diese Armenier wurden in Städten innerhalb der Provinzen angesiedelt. 5 Die versehentlich Umgesiedelten, wurden in der Provinz angesiedelt, in der sie sich gerade befanden.6 Doch alle der von der Umsiedelung ausgeschlossenen Armenier, egal ob katholisch oder protestantisch, wurden überführt, falls sie in schädliche Aktionen verwickelt waren.7
Gemäß dem Befehl vom 15. August 1915 wurden Offiziere und Sanitäter der osmanischen Armee sowie deren Familien nicht umgesiedelt.8 Ferner waren die armenischen Mitarbeiter der Osmanischen Bank, der Regieverwaltung und einiger Konsulate von der Maßnahme ausgeschlossen, solange sie der Regierung treu waren.9
Waisenkinder und Witwen wurden nicht umgesiedelt sondern in Waisenhäusern sowie in Dörfern unter Schutz genommen, die vom Staat finanziell unterstützt wurden.10 Kinder, die während der Umsiedelung ihre Eltern verloren hatten, wurden in die Waisenheime in Sivas aufgenommen.11 Am 30. April 1916 wurde für die schutzbedürftigen armenischen Familien ein allgemeiner Befehl veröffentlicht. Darin wurde die Ansiedlung der Familien, deren Männer überführt wurden oder beim Militär waren, in Dörfer und Ortschaften, wo ausschließlich nur Armenier als Ausländer lebten, angeordnet. Die Verpflegungskosten dieser Menschen sollten aus dem Auswandererfond gedeckt werden. Kinder im Alter von bis zu zwölf Jahren sollten bei reichen muslimischen Familien untergebracht und von ihnen in die Schule geschickt werden, falls es keinen Platz in den Waisenhäusern in der jeweiligen Provinz gab. Für nicht reiche muslimische Familien wurden 30 Kuruş aus dem Auswandererfond als Unterstützung gezahlt. Ferner durften junge oder verwitwete armenische Frauen, nach eigenem Willen, muslimische Männer heiraten.12
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler ( 1915 ), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) Sifre kalemi. , nr. 54-A/155; 56/114; nr.56/225; nr.56/226; nr. 57/89; nr. 57/177; nr. 59/218 2) Sifre kalemi. , nr. 54-A/271; 55-A/272 (22 Juli 13331/ 4 August 1914 ) 3) Sifre kalemi. , nr. 56/27; nr. 67/186. 4) Sifre kalemi. , nr. 54-A/251; nr. 55/20 5) Sifre kalemi. , nr.56/112 (6. September1331 / 19. September 1915, nach Stadt Konya) 6) Darüber wurden am 13. September 1331/26. September 1915 nach Sivas (Şifre kalemi. nr 56/176) Mamuretülaziz und Diyarbakır (Şifre kalemi., nr. 56/172); am 1. Teşrinisani 1331/14. November 1915 nach Konya (Şifre kalemi., nr.58/2 und Ankara (Şifre kalemi., nr. 58/159)Telegramme geschickt. 7) Im August 1331/ am 2. September 1915 wurde ein betreffendes Telegramm nach Adana geschickt. (Şifre kalemi., nr. 55-A/23 ) 8) Sifre kalemi., nr. 55/18. 9) Şifre kalemi., nr. 56/36 ( 3. September 1331/16. September 1915 ) nr.56/243 ( 17. September 1331 / 30. September 1915) nr. 56/360 ( 28. September 1331 / 11. Oktober 1915 ) 10) Şifre kalemi., nr. Nr. 54/411; nr. 54/450; nr. 54-A/325 11) Sifre kalemi., nr. 61/18-20. 12) Dieser Befehl wurde nach Adana, Erzurum, Edirne, Aleppo, Hüdavendigar, Sivas, Diyarbakır, Mamuretülazız, Konya, Kastamonu, Trabzon, Izmit, Canik, Eskişehir, Karahisar-ı sahip, Maraş, Urfa, Kayseri, Niğde (Şifre kalemi., nr. 63/147 und am 17. Mai 1332/ 30. Mai 1916 nach Ankara (Şifre kalemi., nr. 64/162 ) geschickt.
Die Ausgaben für die Versorgung der Armenier
Bevor die Regierung mit der Umsiedelung der Armenier begann, wurde an sämtliche Provinzen ein Schreiben geschickt und gefordert, dass jegliche Maßnahmen für den Bedarf der Kolonnen, die durch ihre Gebiete reisen werden, getroffen und Nahrungsmittel gelagert werden sollten.1
Bezüglich der Nahrungsmittelbeförderung erhielt die Direktion für Ansiedlung der Auswanderer und Stämme verschiedene Befehle.2 Für die Feststellung der Bedürfnisse und Besorgung wurde der Direktor, Şükrü Bey, persönlich verantwortlich gemacht.3 Für die Verpflegung der armenischen Kolonnen erhielt Konya 400.000, Izmit 150.000, Eskişehir 200.000, Adana 300.000, Aleppo 300.000, Syrien 100.000, Ankara 300.000,4 und Mossul 500.000 Kuruş.5 Insgesamt wurden 2.250.000 Kuruş zur Verfügung gestellt.6
Für die Überführung, Ansiedlung und Lebenskosten der Armenier wurden im Jahre 1915 25 Millionen und bis Ende 1916 insgesamt 230 Millionen Kuruş ausgegeben.7
Die Verwaltungen leisteten im Rahmen ihrer eigenen Budgets Hilfe und erhielten auch zusätzliche finanzielle Unterstützung von der Regierung.8 Ein Betrag, der aus Amerika für armenische Umsiedler geschickt wurde, verteilten amerikanische Konsule und Missionare in Kenntnis der osmanischen Regierung.9 Außerdem stellte sich später heraus, dass ein Teil der in Amerika lebenden Armenier Geld gesammelt und heimlich an die armenischen Siedler geschickt habe.10
Die osmanische Regierung gab für die Umsiedelung der Armenier sehr hohe Beträge aus. Zugleich wurden die Schulden der umgesiedelten Armenier an den Staat oder an Personen entweder aufgehoben oder gänzlich gestrichen. Talat Paşa befahl in einem, am 1. Juni 1915 an die Verwaltung in Maraş geschickten Telegramm, die Streichung der Schulden der Armenier.11 Mit einem an alle Provinzen entsandten Schreiben vom 4. August 1915 wurde die Frist für die Steuerschulden aller umgesiedelten Armenier verlängert.12
Auf der anderen Seite wurden die armenischen Kolonnen von Sanitätern begleitet.13 Auch die Ermittlungen gegen verdächtige Umsiedler, wurden aufgeschoben.14
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Verlag, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) Şifre Kalemi., nr. 55/291; nr. 57/341; nr. 57/345; nr. 57/351. 2) Şifre Kalemi., nr. 55/152; nr. 55/291; nr. 55/341; nr. 55-A/17; nr. 55-A/135; nr. 57/110 3) Şifre Kalemi., nr. 55-A/16 (Telegramm vom 18. August 1331/31. August 1915). 4) Şifre Kalemi., nr. 55-A/17. 5) Şifre Kalemi., nr. 537305. 6) Das Budget des Direktorats für Ansiedlung der Auswanderer und Stämme betrug im Jahre 1331 78.000.000. Das Budget des Jahres 1332 200.000.000. Dieses Geld wurde für die umgesiedelten Armenier, Griechen und Araber sowie für Muslimen, die aus besetzten Gebieten kamen, ausgegeben. (BA, BEO, nr. 334063). 7) Yıldırım, Dr. Hüsamettin, Ermeni Iddiaları ve Gerçekler, Ankara, 2000, S. 35. 8) Şifre Kalemi., nr. 53/305; nr. 55-A/118. 9) Şifre Kalemi., nr. 60/281. 10) Şifre Kalemi., nr. 60/178 11) Şifre Kalemi., nr. 53/200. 12) Şifre Kalemi., nr. 54-A/268. 13) Şifre Kalemi., nr. 54-A/226. 14) In einem Schreiben vom Dezember 1331 / dem 14. Dezember 1915 vom Rechts - und Kultusministerium an den Palast wurde mitgeteilt, dass die Gerichtsverfahren der Umgesiedelten in den jeweiligen neuen Gebieten, und Verfahren gegen Zurückgebliebene, an dem jeweiligen Ort stattfinden werden. ( BA, BEO, nr. 329176 ).
Das Hab und Gut der umgesiedelten Armenier
Mit einem Befehl vom 10. Juni 1915 wurde das Besitztum der umgesiedelten Armenier unter Schutz genommen. Gemäß Befehl wurde beschlossen, dass Güter, Tiere und Betriebe der Armenier durch Kommissionen versteigert und der Ertrag an die Besitzer zurückgegeben werden soll.
Bei der Ausführung dieses Befehls der osmanischen Regierung wurde große Sorgfalt gezeigt. Die Güter wurden von den Kommissionen für zurückgelassene Mobilien und Immobilien durch Versteigerung verkauft und das Geld wurde an die Besitzer gezahlt.1 Als einige Gerüchte auftraten, verbot die Regierung mit einem Schreiben vom 3. August 1915, das an alle Provinzen, Verwaltungen und an die betreffende Kommission geschickt wurde, den Ankauf versteigerter Waren von Regierungsbeamten. 2 Später wurde dieses Verbot in einigen Provinzen aufgehoben, mit der Bedingung, dass die Beamten Bargeld und den eigentlichen Wert der Ware zahlten.3
Die Regierung fasste jegliche Maßnahmen gegen Korruption. In einem Telegramm wurde die Kommission für zurückgelassene Güter in Sivas aufgefordert, Maßnahmen zu ergreifen, um Missbrauch zu verhindern.4 Am selben Tag wurde an alle Verwaltungen ein Befehl geschickt, der die betreffenden Maßnahmen und Regelungen umfasste.5
Dem Befehl nach, "dürfen keine verdächtigen Personen in die geräumten Orte zugelassen werden. Falls einige Personen Waren zu billig gekauft haben sollten, wird die Versteigerung für nichtig erklärt und der eigentliche Wert der Ware gefordert. Die umzusiedelnden Armenier dürfen beliebige Güter mitnehmen. Verderbliche Waren, die die Armenier nicht mitnehmen können, werden zwangsmäßig verkauft. Aber haltbare Güter werden aufbewahrt. Bei der Vermietung oder beim Verkauf der Immobilien wird die Beziehung zu den Besitzern erhalten. Falls seit Beginn der Umsiedelung Durchführungen im Gegensatz davon unternommen worden sind, werden diese für ungültig erklärt. Ein Streit über diese Güter wird nicht zugelassen. Die Armenier dürfen ihre Güter an eine beliebige Person verkaufen, ausgeschlossen an Ausländer."6
Diese Regelungen wurden streng eingehalten. Zudem wurden die Kunst- und Handelsunternehmen der Armenier durch Gründung von neuen Unternehmen gegen den reellen Wert, an sie übergeben.7 Der Ertrag aus den verkauften Gütern wurden über die Kommission für zurückgelassene Güter, an ihre Besitzer übergeben.8
QUELLE: Halaçoğlu, Prof.Dr.Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) Şifre Kalemi., Nr. 53/303. 2) Şifre Kalemi., Nr. 54-A/259. 3) Şifre Kalemi., Nr. 55/107. 4) Şifre Kalemi., Nr. 54-A/385. 5) Siehe für die Texte der Gesetze über das Besitztum der umgesiedelten Armenier Âhar mahallere nakledilen eşhâsın emvâl ve düyûn ve matlûbât-ı metrûkesi hakkında kânûn-u muvakkat", Takvîm-i Vekãyi", 14. September 1331 und 18. Zilkade 1333, nr. 2303, sene 7; siehe außerdem Y.H. Bayur, Türk Inkılabı Tarihi, Ankara 1957, III/3, S.45-46. 6) Şifre Kalemi., Nr. 54-A/388. 7) Şifre Kalemi., Nr. 61/31; Nr. 60/275; Nr. 60/277. 8) Şifre Kalemi., Nr. 57/348; Nr. 57/349; Nr. 57/350.
Die Rückkehr der umgesiedelten Armenier
Die Umsiedelung kam aufgrund klimatischer Bedingungen oder starker Menschenansammlungen zeitweilig zum Stillstand. Mit Befehlen, die ab dem 25. November 1915 an die Verwaltungen geschickt wurden, wurde die Umsiedelung wegen des Wintereinbruches vorübergehend eingestellt.1 Am 21. Februar 1916 wurde ein Befehl an alle Verwaltungen geschickt, und die Einstellung der Umsiedelung bekanntgegeben. Doch wurde unterstrichen, dass die Einstellung nicht gefährliche Personen umfasste, und jene, die eine Verbindung zu den Komitees hatten, sollten sofort in den Sandschak Zor geschickt werden.2
Mit einem allgemeinen Befehl kündigte die Osmanische Regierung am 15. März 1916 die Beendigung der Umsiedelung der Armenier aus verwaltungsmäßigen und militärischen Gründe an.3
Nach dem Abschluss der Umsiedelung wurde das armenische Patriarchat in Istanbul am 10. August 1916 geschlossen und nach Jerusalem verlegt, da die Mehrheit der Armenier in die Provinz Syrien verlegt worden war.4 An die Spitze des neuen Patriarchats kam der Bischof von Sis, Sahak Efendi.5
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges fasste die osmanische Regierung einen Beschluss, demzufolge die umgesiedelten Armenier in ihre früheren Orte zurückkehren konnten. In einem Schreiben vom 4. Januar 1919 an das Ministerpräsidium erklärte Innenminister Mustafa Paşa, die erforderlichen Maßnahmen für die Rückkehr der Armenier seien getroffen worden.6 Der Regierungsbeschluss, datiert mit dem 31. Dezember 1918 über die Rückkehr der umgesiedelten Armenier umfasste die folgenden Punkte:
1- Nur jene, die aus freiem Willen zurückkehren wollen, werden zurückbefördert. Der Rest darf in den neuen Siedlungsgebieten bleiben.
2- Es werden Maßnahmen getroffen, damit die Rückkehrwilligen auf der Reise keine Probleme haben und in ihren früheren Orten wieder untergebracht werden können. Die Rückkehr kann erst beginnen, nachdem mit den Behörden an den jeweiligen Orten gesprochen und dort die erforderlichen Maßnahmen getroffen worden sind.
3- Diejenigen, die unter diesen Bedingungen zurückkehren wollen, werden ihre Häuser und ihre Felder zurückerstattet bekommen.
4- Falls ihre Häuser bewohnt sein sollten, werden diese Wohnungen geräumt.
5- Damit niemand auf der Straße bleibt, werden einige Familien für kurze Zeit zusammen wohnen.
6- Gebäude wie Kirchen oder Schulen sowie Einkommensquellen werden der jeweiligen Gemeinde, der sie gehören, zurückgegeben.
7- Waisenkinder können nach sorgfältiger Überprüfung an Verwandte oder an ihre Gemeinde übergeben werden.
8- Alle, die ihren Glauben gewechselt haben, können wieder zu ihrer früheren Religion übertreten, wenn sie dies wollen.
9- Armenische Frauen, die ihre Religion gewechselt und einen muslimischen Mann geheiratet haben, können frei ihre Entscheidung bezüglich ihres künftigen Glaubens treffen. Falls sie erneut ihren früheren Glauben annehmen sollten, wird die Ehe automatisch aufgelöst. Streitigkeiten sich sich ergeben, weil sich die Frau nicht trennen will oder ihre frühere Konfession nicht annehmen will, sind durch Gerichte zu lösen.
10- Armenischen Güter, die noch nicht von anderen benutzt worden sind, werden sofort ihren Besitzern zurückgegeben. Für die Rückgabe der Güter, die an die Staatskasse übergeben worden sind, ist die Genehmigung der Güterbeamten erforderlich. Zu diesem Thema werden detaillierte Erklärungen folgen.
11- Die an Einwanderer verkauften Häuser, werden an ihre Besitzer zurückgegeben. Hierbei gelten die Bedingungen des Artikels 4.
12- Falls die Einwanderer Reparaturen an Häusern und Läden vorgenommen, zusätzliche Teile gebaut, auf den Feldern geerntet haben, werden auch die Rechte der Einwanderer beachtet.
13- Die Kosten von bedürftigen zurückkehrenden Armeniern werden aus dem Kriegsfond gedeckt.
14- Die Zahl der bislang transportierten Personen wird bekanntgegeben. Außerdem muss Mitte und Ende jedes Monats die Zahl der transportierten Personen angegeben werden.
15- Für Armenier, die die osmanischen Grenzen verlassen haben, aber zurückkehren möchten, gilt bis zu einem weiteren Befehl Einreiseverbot.
Die oben genannten Punkte des Regierungsbeschlusses galten auch für die griechischen Umsiedler.
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) Şifre kalemi. , nr. 57/273; 58/124; nr.58/161; nr.56/226; nr. 59/123; nr. 60/190 2) Şifre kalemi. , nr. 61/72 3) Şifre kalemi. , nr. 62/21. 4) Siehe für die neue Verordnung von 1916 über das armenische Patriarchat, Y.H. Bazur, Türk Inkilap Tarihi, III/3, s. 57-59 5) Şifre kalemi. , nr. 66/202; nr. 66/220; nr. 63/136. 6) BA, BEO, nr. 341055. Dieses Schreiben des Innenministeriums wurde am 26. Kanun-u evvel 1334 ( 8. Januar 1919) auch an das Justiz und Kultusministerium geschickt
Meldungen über die Umsiedelung im Ausland
Ungeachtet der Gutachten ausländischer Beobachter in den Umsiedelungsgebieten, wonach die osmanische Regierung trotz des anhaltenden Ersten Weltkrieges an mehreren Fronten die Umsiedelung äußerst sorgfältig und erfolgreich durchgeführt hat, erschienen in der westlichen Presse über die Umsiedelung falsche und parteiische Berichte. Der amerikanische Konsul in Mersin, Edward Natan, stellte in seinem Bericht fest, dass die Überführung ordnungsmäßig anhielt.1 Trotz dieses Berichtes vermittelte dagegen der amerikanische Botschafter in Istanbul, Morgentau, gegensätzliche Informationen an sein Land, welche von der amerikanischen Presse gegen die Türken eingesetzt wurden. Nach Behauptungen der Zeitungen, bestach Morgentau die osmanische Regierung, schickte manche Armenier gegen Geld in die USA und rettete englische, russische und französische Staatsbürger in Istanbul. Ein türkischer Staatsbürger in den USA, unterrichtete die osmanische Regierung am 14. September 1915 über all diese falschen Nachrichten und Informationen.2
Neben Morgentau 3 spielten bei der Verbreitung der Behauptung, wonach Armenier massakriert worden seien, auch Lord James Bryce 4, der die meisten Angaben von Morgentau erhielt, sowie der deutsche protestantische Geistliche Johannes Lepsius 5 eine wichtige Rolle. Auch Arnold Toynbee 6, Mitglied vom Wellington House, machte aus den Informationen Morgentaus stark Gebrauch. Der Schotte James Bryce, der zwischen 1907 und 1913 als englischer Botschafter in den USA fungierte, verfasste ein Buch, das mit dem Einfluss der Abteilung für Kriegspropaganda im englischen Außenministerium für den Einsatz in der anti-türkischen Propaganda seitens Arnold Toynbee veröffentlicht wurde.7
Die Werke dieser Personen bildeten eine Quelle für später herausgegebene Bücher über den angeblichen Völkermord an den Armeniern. Es ist bekannt, dass besonders die Berichte von Morgentau von seinem armenischstämmigen türkischen Sekretär Agop S. Andonian und seinem ebenfalls armenischstämmigen Rechtsberater und Übersetzer Arshag K. Schmavonian verfasst worden sind. 8 Die Verfasser seines Buches waren wieder Arshag K. Schmavonian, der Journalist Burton J. Hendrick und der amerikanische Außenminister Robert Lansing. Der Grund zur Verfassung dieses Buches, das nicht den Berichten Morgentaus entsprach, wird in dem Buch Heath W. Lowry’s unter dem Titel "Der Hintergrund der Geschichte von Botschafter Morgentau" offen dargelegt. Demnach hat man mit dem Buch "die amerikanische Bevölkerung von der Notwendigkeit überzeugen wollen, dass der Krieg mit einem Sieg zu Ende ging." 9
Nach Debatten des englischen Parlaments über die aufgestellten Behauptungen in den Berichten der englischen Konsule im Iran, wonach 1.000.000 Armenier getötet worden seien, wurde beschlossen, gegen die türkische Regierung zu protestieren. In dem "Blauen Buch", das in England erschien, wurde ferner behauptet, Ein Drittel der im Osmanischen Reich lebenden angeblichen 1.800.000 Armenier, seien massakriert worden. 10
Gegen diese eine böse Absicht verfolgenden Veröffentlichungen stellten sich – wenn auch nur wenige – manche westliche Medien, die schrieben, dass diese Behauptungen absichtlich aufgestellt wurden. In einer in Stockholm herausgegebenen Zeitung wurde in einem Artikel unter dem Titel " Ermeniler'in sakin oldukları Vilâyat-ı Osmaniyye'de kıtal " (Massaker im Osmanischen Reich, dem Wohnort der Armenier) darüber berichtet, wie komisch eigentlich diese Behauptungen sind. Im Artikel wurden ferner die Gründe für die Verbreitung solch unwahrer Behauptungen genannt. 11
Die osmanische Regierung wies mit dem Schreiben des auswärtigen Staatssekretärs am 4. Januar 1917 die englischen Behauptungen zurück.12 Im Schreiben wurde unterstrichen, dass die Zahl der armenischen Bevölkerung auf osmanischen Territorien niemals 1 Million erreicht habe. Da diese Zahl durch die Auswanderungen vor dem Krieg weiter gesunken sei, entbehrten die Behauptungen jeder Grundlage. Außerdem wurde an eine Nachricht der Zeitung Times erinnert, worin auch die Deutschen für die Massaker an den Armeniern verantwortlich gemacht worden waren.
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Verlag, Ankara, 2001.
FUSSNOTE 1) siehe. Dokument nr. 664. 2) siehe. Dokument nr. 665. 3) siehe Heath W. Lowry, Hintergrund der Geschichte des Botschafters Morgentau, Istanbul, 1991 4) Great Britain, The Treatment of Armenians in the Ottoman Empire: Documents Presented to Viscount Grey of Fallodon, Secretary of State for Foreign Affairs, London 1916 5) Le rapport Secret du Dr. Johannes Lepsius sur les Massacres d'Armenie, Paris 1918. 6) Armenian Atrocities: Murder of Nation, London 1915 und The Murderous Tyranny of the Turk, London 1917. 7) Justin McCarthy, "Englische Propaganda während des Ersten Weltkrieges und Bericht von Bryce", Osmanlı, Yeni Türkiye, Ankara 1999, II, 140 8) siehe Lowry, gleiches Werk, S. 8-17 9) gleiches Werk, S. 6 10) DH. EUM. 2. Şube, Dosya 1, belge 23 (s. Dokument nr 668) 11) DH. EUM. 2. Şube, Dosya1, belge 76 (s. Dokument nr 669) 12) DH. EUM. 2. Şube, Dosya 1, belge 23 (s. Dokument nr 668)
Von Ausländern durchgeführte Untersuchungen und Ergebnisse
Gleich nach dem Ersten Weltkrieg besetzten alliierte Armeen Istanbul und andere Gebiete im Osmanischen Reich. Die Engländer, die zu den Besatzungsländern gehörten, nahmen mehrere hundert Personen, unter denen sich auch politische und militärische Führer der Osmanischen Regierung so wie auch bekannte Intellektuellen befanden, mit der Behauptung fest, dass sie bei armenischen Unruhen Kriegsverbrechen begangen haben, brachten sie auf Gefängnisse der Insel Malta. Um Beweise gegen diese verhafteten Personen oder gegen die Regierung in Istanbul zu finden, wurden in den osmanischen Archiven umfassende Untersuchungen durchgeführt, jedoch konnte man keine Beweise vorlegen. Hilflos untersuchte die englische Regierung auch die Berichte in englischen und amerikanischen Regierungsarchiven und kam trotzdem zu keinem Ergebnis.
In einem Bericht, der im amerikanischen Archiv zu finden ist, schrieb der englische Botschafter R.C. Craigie in Washington am 13. Juli 1921 an Lord Curzon folgendes:
"Ich bedaure es, Ihnen mitteilen zu müssen, dass es keine Beweise gegen die auf Malta verhafteten Türken gibt... Es gibt keinen einzigen konkreten Vorfall, der einen genügenden Beweis darstellt. Die erwähnten Berichte enthalten auf keinen Fall weitere Beweismittel, welche die Informationen über die Türken ergänzen könnten, über die die Regierung Ihrer Majestät gerade verfügt."1
Die Rechtsberater des Königshauses in London beschlossen am 23. Juli 1921, dass die Beschuldigungen gegenüber den Personen auf der Liste des englischen Außenministeriums zum Teil politischen Charakter haben und man deshalb gegen sie anders vorzugehen habe als gegen die Türken, die als Kriegsverbrecher verhaftet wurden.
Außerdem wurden auch folgende Aussagen von Rechtsberatern der englischen Regierung in London getätigt: "Bis jetzt sagte kein einziger Zeuge aus, dass die Beschuldigungen gegen die verhafteten Türken richtig sind. Eigentlich ist es auch nicht klar, ob man gegen sie einen solchen Zeugen finden kann. Denn es braucht hier nicht erwähnt zu werden, wie schwer es ist, in einem Land wie Armenien, das so weit abgelegen und schwer zu erreichen ist, einen Zeugen zu finden, besonders auch deswegen, weil viel Zeit über die Vorfälle vergangen ist".2
Letzten Endes wurden die Türken, die auf Malta verhaftet waren, im Jahre 1922 ohne jegliche Beschuldigung freigelassen und es fand auch keine Gerichtsverhandlung statt.
Im Laufe dieses Prozesses erschienen in der englischen Presse Berichte, die die osmanische Regierung mit einem Völkermord an den Armeniern beschuldigte sowie Dokumente, die angeblich diese Behauptung beweisen sollten. Diese Dokumente seien in osmanischen Regierungsanstalten in Syrien von englischen Besatzungskräften unter der Kommandantur von General Allenby entdeckt worden. Doch die später vom englischen Außenministerium eingeleiteten Untersuchungen zeigten, dass es sich bei diesen Dokumenten nicht um Dokumente handelte, die von der englischen Armee sichergestellt worden waren. Es waren die gefälschten Dokumente, die von der nationalistischen armenischen Delegation in Paris an die verbündete Delegation geschickt worden waren.
QUELLE: 1) Yıldırım, Dr. Hüsamettin, Ermeni Iddaları ve Gerçekler, Ankara 2000, S. 38 (PRO. FO. 13. Juli 1921, 371 / 6504 / E. 8519) 2) gleiches Werk, S. 38, Foreign Office, 29. Juli 1921. 371 / 6504 / E. 8745
Ansichten von Wissenschaftlern
Es gelang Wissenschaftlern, die die Geschichte im Rahmen der Prinzipien und Kriterien der Geschichtswissenschaften bewerten und wahrnehmen, an die seit 1925 bis heute aufbewahrten Originaldokumente und Informationen heranzukommen. Sie hörten sich die Aussagen der noch lebenden Zeugen über die Ereignisse an und führten persönlich vor Ort Untersuchungen durch. Diese Wissenschaftler wussten, dass die osmanischen Archive für ausländische Wissenschaftler zur Verfügung stehen und sie untersuchten die Dokumente persönlich. So können nur diejenigen, die das Thema genau so gut kennen wie diese Wissenschaftler, zu ihrer Meinung Stellung nehmen. So kommt der gemeinsamen Deklaration von 69 amerikanischen Wissenschaftlern große Bedeutung bei, die dem US-Repräsentantenhaus vorgelegt wurde. Die Deklaration umfasst die folgenden Aussagen:1
"An die Mitglieder des amerikanischen Repräsentantenhauses,
Die durch ihre unten ausgewiesene Unterschrift angeführten Wissenschaftler, Spezialisten auf dem Gebiet türkisch / osmanische Untersuchungen und dem Raum Naher Osten, vertreten die Meinung, dass die Formulierung der Resolution Nummer 192 des amerikanischen Repräsentantenhauses in mehrerer Hinsicht irreführend und / oder falsch ist.
Wir unterstützen zwar den Begriff 'Nationaler Gedenktag der unmenschlichen Vorgehen', finden aber den folgenden Teil unannehmbar:
... 1,5 Millionen armenischstämmige Menschen, die Opfer des zwischen 1915 und 1923 in der Türkei begangenen Völkermordes sind...
Unsere Vorbehalte konzentrieren sich hauptsächlich auf die Benutzung der Wörter ‚Türkei' und ‚Völkermord' und können wie folgt zusammengefasst werden:
Die heutige Türkei, oder besser gesagt, das als die Türkische Republik genannte Gebiet, war vom 14. Jahrhundert an bis zum Jahre 1922 Teil des Osmanischen Reiches, das ein multi-religiöser und multi-nationaler Staat war. Die Gleichstellung des Osmanischen Reiches mit der heutigen Türkischen Republik ist genauso falsch, wie die Gleichstellung des Habsburger Reiches mit der heutigen Republik Österreich. Das Osmanische Reich, das durch die, mit der Türkischen Revolution gegründeten heutigen Türkischen Republik im Jahre 1922 von der geschichtlichen Landschaft gelöscht worden ist, war ein Staat, zu dem die Territorien und Völker von mehr als 25 heutigen Ländern in Südosteuropa, Nordafrika und im Nahen Osten gehörten. Die Türkische Republik ist nur eines dieser 25 Länder. Die Türkische Republik kann für keinen Vorfall aus der osmanischen Zeit verantwortlich gemacht werden. Doch versucht man in der Resolution, die Türkei für den 'Völkermord" zwischen 1915 und 1923 verantwortlich zu machen.
Zur Beschuldigung des ‚Völkermordes': keiner der Signatare dieser Erklärung will die Leiden der Armenier unterschätzen. Wir sind der Meinung, dass auch die Leiden der muslimischen Bevölkerung im selben Gebiet genauso bewertet werden müssen. Die bislang erhaltenen Dokumente zeigen, dass der Bürgerkrieg zwischen den Völkern (der Krieg zwischen muslimischen und christlichen Gruppen) mit den Seuchen während des ersten Weltkrieges, der Nahrungsmittelknappheit, der Massaker in und um Anatolien sowie den Leiden, noch komplizierter wurde. Während der genannten Jahre herrschte im Gebiet ständiger Kriegszustand, der sich von der Tragödie im Libanon in den letzten zehn Jahren nicht unterscheidet. Sowohl die Muslimen als auch die Christen haben große Verluste erlitten. Um aber zwischen Angreifer und Unschuldigen zu unterscheiden und um die Gründe der Vorfälle festzustellen, bei denen das ostanatolische Volk ums Leben kam, darunter Muslimen und Christen, müssen Historiker noch an mehrere Dokumente und Informationen gelangen.
Die Geschichte wird von Staatsmännern und Politikern gemacht, und Wissenschaftler schreiben sie. Damit dieser Prozess fortgesetzt werden kann, müssen Wissenschaftler an die schriftlichen Dokumente der früheren Staatsmänner und Politiker herankommen. Bislang war ein Großteil der Archive der betreffenden Länder wie die Sowjetunion, Syrien, Bulgarien und die Türkei, für Historiker nicht zugänglich. Solange wir keinen Zugang zu diesen Archiven haben, können wir die Geschichte des Osmanischen Reiches zwischen 1915 und 1923, die die Resolution Nummer 192 umfasst, nicht genau feststellen.
Wir glauben daran, dass das US-Repräsentantenhaus zu diesem und ähnlichen historischen Themen die gänzliche Öffnung der Archive fördern, und keine Beschuldigungen hinsichtlich historischer Themen aufstellen sollte, bevor die Vorfälle nicht gänzlich erleuchtet worden sind. Beschuldigungen, wie in der Resolution Nummer 192 des Repräsentantenhauses, werden unvermeidbare Folgen haben, wie ein ungerechtes Urteil gegen das türkische Volk sowie die Beeinträchtigung der Fortschritte, die die Historiker in jüngster Zeit beim Verstehen dieser tragischen Ereignisse zu verzeichnen begonnen haben.
Wie aus den oben genannten Kommentaren zu verstehen ist, ist die Geschichte der osmanischen Armenier unter Historikern ein häufig diskutiertes Thema und die Mehrheit der Historiker schließt sich den Äußerungen in der Resolution Nummer 192 nicht an. Eine Zustimmung des amerikanischen Kongresses zum Beschluss wird ein Versuch sein, gesetzlich über die richtige Seite eines historischen Problems zu entscheiden. Ein solcher, auf verdächtigen historischen Vermutungen beruhender Beschluss, wird der aufrichtigen historischen Forschung sowie der Glaubwürdigkeit der amerikanischen Legislative schaden. 19. Mai 1985"
Prof. Dr. Rıfaat Abou-El-Haj Abteilung Geschichte, Universität California State Doz. Sarah Moment Atıs Türkische Sprache und Literatur, Universität W'isconsin Doz. Darl Barbır Geschichte, Hochschule Siena (New York) Ilhan BAŞGÖZ Ural-Altai Studienabteilung, Programmleiter der türkischen Untersuchungen, Universität Indiana Prof. Daniel G. Hates Anthropologie, Universität New York City Prof. Ülkü Bates Kunstgeschichte, Universität New York City Prof. Gustav Bayerle Ural-Altai Studien, Universität Indiana Prof. Andreas G. E. Bodroglifetti Türkische und persische Sprachen, Universität California Doz. Kathleen Burrıl Türkische Studien, Universität Columbia Prof. Alan Fısher Geschichte, Universität Michigan Prof. Timothy Childs Lehrkraft, Universität Johns Hopkins Prof. Shafiga Daulet Politikwissenschaften, Universität Connecticut Prof. Roderic Davison Geschichte, Universität George Washington Ord. Prof. Walter Denny Kunstgeschichte und Studien des Nahen Ostens, Universität Massachussets Dr. Alan Duben Anthropologe, Forscher, New York Doz. Ellen Ervın Türkische Studien, Universität New York Prof. Caesar Farah Islamische und Nahost Geschichte, Universität Minnesota Prof. Carter Findley Geschichte, Ohio State-Universität Prof. Micfıael Fınefrock Geschichte, Charleston Hochschule Doz. William Hıckman Türkisch, California Berkeley Universität E. Doz. Frederick Latimer Geschichte, Universität Utah Prof. John Hymes Geschichte, Glenville State-Hochschule Dr. Heath W. Lowry Türkisches Forschungsinstitut, Inc. Washington D.C. Prof. Halil Inalcık Osmanische Geschichte, Mitglied der amerikanischen Kunst- und Wissenschaftsakademie, Universität Chicago Doz. Ralph Jaeckel Türkisch, California Universität Doz. Ronald Jennings Studien Geschichte & Asien, Universität Illinois Doz. Cornell Fleischer Geschichte, Universität Washington, Prof. Peter Golden Geschichte, Universität Rutgers Prof. Tom Goodrich Geschichte, Universität Indiana Dr. Andrew Could Osmanische Geschichte, Arizona, Flagstaff Prof. William Griswold Geschichte, Colorado State Universität Prof. Tibor Halası-Kuv Türkische Studien, Colombia Uni-Professor Ord. Prof. J. C. Hurewitz Ehe.Direktor des Nahostinstitutes, Universität Colombia Prof. Avgdorlevy Geschichte, Universität Brandens Prof. Bernard Lew'is Geschichte des Nahen Ostens, Universität Princeton Doz. Justin McCarthy Geschichte, Universität Louisville Prof. Jon Mandaville Geschichte Nahost, Portlant State Universität Prof. Michael Meeker Anthropologie, Universität California Doz. James Kelly Türkisch, Universität Utah Prof.Asistent Kerim Bey Universität Southeastem Prof. Metin Kunt Osmanische Geschichte, New York Doz. William Ochsenwald Geschichte, Virginia Polytechnic Institut Doz. Robert Olson Geschichte, Universität Kentucky Doz. William Peachy Jüdische und Nahost Sprachen & Literatur, Ohio State Universität Doz. Donald Quataert Geschichte, Universität Houston Prof. Howard Reed Geschichte, Universität Connecticut Prof. Dank Wart Rustow Politikwissenschaften, New York Stadt-Universität Doz. Ezel Kural Shaw Geschichte, Universität California Prof. John Masson Simth, JR Geschichte, California Berkely-Universität Dr. Svat Soucek Türkologe, New York Dr. Philip Soddard Direktor Nahost Institut, Washington, D.C. Prof. Frank Tachau Politikwissenschaft, Chicago, Universität Illinois Robert Staab Vizedirektor der Nahost Zentrale, Universität Utah Prof. Rhoads Murphey Nahost Sprachen, Kulturen und Geschichte, Universität Columbia Doz. June Starr Anthropologie, Suny Stony Brook Prof. James Stewart-Robinson Türkische Studien, Universität Michigan Prof. Thomas Naff Geschichte, Direktor des Nahost Studieninstituts, Universität Pennsylvania Doz. John Woods Nahost Geschichte, Universität Chicago Prof. Pierre Oberling Geschichte, New York Stadt-Universität Doz. Madeline Zılfı Geschichte, Universität Maryland Prof. Metin Tamkoç Internationales Recht, Texas Tech. Universität Prof. Stanford Shaw Geschichte, Universität California Dr. Elaine Simth Türkische Geschichte, Pensionierter Botschafter Doz. David Thomas Geschichte, Rhode Island Hochschule Doz. Grace M. Simth Geschichte, California Berkely Universität Doz. Margaret L. Venzke Geschichte, Hochschule Dickinson (Pennsylvania) E. Prof. Donald Webster Türkische Geschichte Prof. Walter Weiker Politikwissenschaften, Universität Rutgers Prof. Warren S. Walker
Die Türkei rief zu verschiedenen Zeitpunkten zu Konferenzen, um die von europäischen Staaten und Russland unterstützten armenischen Behauptungen sowie die von Armeniern unterbreiteten angeblichen Dokumente nach ihrer Richtigkeit zu überprüfen. Diese Einladungen wurden sowohl direkt an armenische Wissenschaftler als auch an die Personen, die die Propaganda für die Armenier übernommen hatten, gerichtet. Es ist aber bekannt, dass ein Großteil von ihnen ohne Entschuldigung an betreffenden Konferenzen nicht teilgenommen haben. Das jüngste Beispiel bildete der XI. Kongress für türkische Geschichte.
Beim XI. Kongress für türkische Sprache wurde zum ersten Mal eine "armenische Sektion" geplant. Zu den Diskussionen unter diesem Motto wurden unter anderem ausländische Historiker eingeladen, die sich für "die Sache der Armenier" einsetzen. Doch keiner von ihnen nahm daran teil.
An dem XI. Kongress für türkische Sprache, der zwischen dem 5. und 9. September 1990 in Ankara stattfand, wurden im Zusammenhang mit der Armenier Frage die folgenden ausländischen Wissenschaftler eingeladen.
Prof. Dr. Heath LOWRY (hat teilgenommen) Garin ZEDLIAN (keine Antwort) Prof. Dr. Bernard LEWIS (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Justin McCARTHY (hat teilgenommen) Prof. Dr. Stanford SHAW (hat teilgenommen) Prof. Dr. Anthony BRYER (keine Antwort) Dr. Andrew MANGO (hat teilgenommen) Prof. Dr. Salahi R. SONYEL (hat teilgenommen) Prof. Dr. M.MARMURA (keine Antwort) Prof. Dr. Allan CUNNIGHAM (keine Antwort) Prof. Dr. Robert ANCIAUX (hat teilgenommen) Prof. Dr. Aryeh SHMUELEVITZ (hat teilgenommen) Prof. Dr. Jak YAKAR (hat teilgenommen) Prof. Dr. Hans G. MAJER (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Wolf Dietrich HUTTEROTH (keine Antwort) Prof. Dr. Klaus KREISER (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. Jean-Paul ROUX (keine Antwort) Prof. Dr. Paul DUMONT (hat teilgenommen) Prof. Dr. Robert MANTRAN (konnte sich nicht beteiligen) Prof. Dr. RichardHOVANNISIAN (keine Antwort) Dr. Gerard LIBARDIAN (keine Antwort) Dr. Levon MARASHLIAN (hat teilgenommen) Prof. Dr. Vahakn DADRIAN (keine Antwort) Christopher WALKER (konnte sich nicht beteiligen) Anahid Ter MIMASSIAN (konnte sich nicht beteiligen) Tessa HOFFMAN (keine Antwort)
QUELLE: 1) Yıldırım, Dr. Hüsamettin, Ermeni Iddiaları ve Gerçekler Ankara, 2000
Bewertungen nach dem UN-Abkommen bezüglich Völkermord
Der Begriff "Völkermord" wird in der Konvention der Vereinten Nationen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes, die 1948 verabschiedet wurde, beschrieben. Im Artikel 2 der Konvention heißt es:
"In dieser Konvention bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören: Tötung von Mitgliedern der Gruppe; Verursachung von schweren körperlichen oder seelischen Schäden an Mitgliedern der Gruppe; Vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die dazu führen, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen; Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind; Gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe. Bei einem Völkermord handelt es sich um geplante Aktionen, die zur Staatspolitik geworden sind."
Bevor das Thema aus der Sicht der UN-Konvention betrachtet wird, sollte an einige Vorfälle in der Geschichte erinnert werden. Um ein so großes Menschheitsverbrechen wie einen Völkermord zu begehen, muss in der Geschichte des betreffenden Volkes eine bestimmte Neigung dazu bestehen. Genau wie manche Personen geneigt sind, Verbrechen zu begehen, muss auch bei einer Gesellschaft eine bestimmte Neigung für einen Völkermord vorhanden sein. Doch in der türkischen Geschichte trifft man weder auf einen Völkermord noch auf eine Assimilation.
Die Osmanen kontrollierten über Jahre einen Teil Europas bis vor Wien, einschließlich des Balkans, ganz Nordafrika an der Mittelmeerküste, fast den ganzen Nahen Osten sowie die arabische Halbinsel. Und zwar rund 200 bis 400 Jahre. Welches der Völker in diesen Gebieten wurde ausgerottet? Als noch in Anatolien die Scheriat Regeln gültig waren, existierten zugleich die älteste christliche Konfession, der altsyrische Glauben, oder der Glauben der Jesidis, die Pfau- und Feueranbeter. Gegen 1800 wurden in Anatolien Kirchen eröffnet, obwohl dies gegen die Scheriat Regeln war. Der Bruder des osmanischen Wesirs, Sokullu Mehmet Paşa, wurde zum Patriarchen der Makarije serbischen Kirche ernannt, der das serbische Volk wiederbelebte. Betrachtet man zur gleichen Zeit andere Regionen der Welt, so kann kann man in Europa während des Glaubenskampfes zwischen den Religionen Völkermorde beobachten, ferner sieht man Völker im Fernen Osten, die ihre Sprache ändern mussten, Afrika, das seine Religion und Sprachen ändern musste, Süd-Amerika.
Während des Zweiten Weltkrieges haben die Nazis mehrere Millionen Menschen massakriert. Zwischen 1939 und 1945 wurden 5 bis 6 Millionen Juden, mehr als 3 Millionen sowjetische Kriegsgefangene, mehr als 1 Million polnische und mehr als 1 Million jugoslawische Zivilisten, rund 200.000 Zigeuner sowie 70.000 behinderte Menschen getötet. Das ist ein Völkermord.
Ungeachtet der Konvention der Vereinten Nationen über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes, kam es auch im modernen Zeitalter zu unzähligen Massenmorden. Den in der Zeitung Le Monde erschienenen Geständnissen zweier französischer Generäle zufolge, die höchstpersönlich zu den Beteiligten gehörten, haben die Franzosen in den Jahren 1954 bis 1962 in Algerien mindestens 1 Million Algerier massakriert. Die indonesische Armee ermordete zwischen 1965 und 1966 1 Million Kommunisten und ihre Familien. Zwischen 1975 und 1979 massakrierten die Roten Khmer in Kambodscha 1,7 Millionen Kambodschaner, 1994 wurden in Ruanda 500.000 Tutsis von den Hutus getötet und letztendlich nach 1991 waren Tausende Muslime im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina der Grausamkeit der Serben ausgesetzt.
Das Verbrechen Völkermord, wurde in seinem eigentlichen Sinne bei diesen Ereignissen begangen. Ganz im Gegensatz zu den Behauptungen der Armenier, waren die im Jahre 1915 in Ostanatolien getroffenen Maßnahmen gegen die Armenier, die Umsiedelung zur Gewährleistung der Sicherheit und hatten nicht das Geringste mit Völkermord zu tun. Die türkische Führung war gewohnt, in den von ihr kontrollierten Gebieten gemeinsam mit anderen Kulturen und Rassen zu leben. "Gerechtigkeit" und "Wahrung der Kulturen" zählen zur Staatstradition der Türken. Doch "Massaker" oder "Völkermord" finden keinen Platz. Dies unterstreicht auch Justin McCarthy in seinem Buch mit dem Titel "Tod und Exil". Das Buch erzählt, wie die Völker aus Kaukasien und dem Balkan im osmanischen Reich Zuflucht gefunden haben, um sich vor dem Tod zu retten.
Alle, die die osmanische Führung mit einem Völkermord beschuldigen, muss man fragen: Wohin sind 1469 die Juden und Muslimen aus Spanien und Portugal, 1680 Tökeli und seine Anhänger aus Ungarn, 1711 Rakoczi Freneç und seine Männer, 1849 Layoş Kosuth und seine 2000-köpfige ungarische Gruppe, der schwedische König Karl und seine 1500 bis 2000 Männer, 1841 und 1856 der polnische Prinz Chartorski, im September 1917 der russische Kommandant Vrangel mit seiner 135.000 Mann starken Armee und Trotzky geflüchtet, um sich vor Völkermord und Tod zu retten?
Die Antwort auf diese Fragen ist der Geschichte zu entnehmen: "in das Osmanische Reich". Wissen nicht diejenigen, die die Umsiedelung im Jahre 1915 als einen "Völkermord an den Armeniern" bezeichnen, dass ab den 30'er Jahren polnische und deutsche Juden in der Türkei Zuflucht gefunden haben? Warum haben diese Menschen, 20 bis 25 Jahre nach dem angeblichen Völkermord, dieses Volk als Retter betrachtet und die Türkei bevorzugt? Die Antworten auf diese Fragen liegen in der türkischen Staatstradition, die einen gerechten, menschlichen, toleranten, vereinigenden sowie die Bräuche und den Glauben respektierenden Charakter tragen.
550 Jahre nach dem osmanischen Padischah Fatih, der es mit seinem, die heutigen Normen der Menschenrechte umfassenden Ferman im Jahre 1478 allen unter seiner Herrschaft lebenden Menschen möglich machte, die eigenen Werte zu wahren und sie an die nachfolgenden Generationen zu übertragen, sollten die Völkermorde und Assimilationen auf dem Balkan nicht vergessen werden. Die Balkanvölker, deren Sprache, Religion, Kirchen, Schulen usw. mit diesem Ferman unter Garantie genommen worden waren, wurden zu Beginn des XXI. Jahrhunderts, mit der Absicht homogene Völker zu errichten, Bosnier, albanischstämmige Muslimen, Makedonier und die Türken in Bulgarien aus ihrer Heimat vertrieben. Diejenigen, die heute der Türkei einen Völkermord vorwerfen, haben die Monate anhaltenden Massaker übersehen wollen; haben nicht auf den Schrei der vergewaltigten Mädchen und Frauen gehört. Es waren nicht allein die Balkanvölker, die in jüngster Zeit in der Türkei Zuflucht gefunden haben. Auch das irakische Volk flüchtete vor dem Völkermord des irakischen Präsidenten Saddam Hussein, der von westlichen Chemiewaffenherstellern "Senfgas" erhalten hatte, in die Türkei. Die Türken wussten zu jeder Zeit trotz der begrenzten Möglichkeiten, ihr Brot mit anderen zu teilen und öffneten für leidende Völker stets ihre Tore. Die Türken, das Osmanische Reich und die Türkische Republik haben eine saubere Vergangenheit, die für andere Völker und Staaten ein Vorbild sein könnte.
Schlussfolgerung
Seit der Verwirklichung der Umsiedelung wurde viel über dieses Thema geschrieben. Es gelang den Armeniern, die Weltöffentlichkeit lange Zeit zu täuschen, indem sie sich hinter gefälschte Dokumente versteckten. Die Armenier sprachen anfangs von 300.000 Personen, die beim angeblichen Völkermord getötet worden seien, dann aber wurde diese Zahl auf 3.000.000 erhöht. Diese Behauptungen entbehren jeder Grundlage. Denn während der Besetzung Istanbuls durchsuchten sowohl die Engländer als auch die Franzosen die osmanischen Archive vergeblich nach einem Dokument, welches Hinweise auf einen Völkermord geben könnte. So konnten sie bislang kein einziges konkretes Dokument vorlegen, das auf einen Völkermord hinweist.
Außerdem müsste es in ihren eigenen Archiven Fotoaufnahmen geben, welche Journalisten gemacht haben, die damals die Durchführung der Umsiedelung beobachteten und fotografierten. Hätte es einen vom Staat befohlenen Völkermord gegeben, dann wären auch die Bilder darüber längst der Weltöffentlichkeit bekannt. Würden diejenigen, die die Behauptungen aufstellen, über konkrete Dokumente verfügen, dann wäre vermutlich der Appell des osmanischen Staates im Jahre 1919, eine unparteiische "juristische Kommission" zu bilden, nicht unbeantwortet gelassen worden. Warum hat man auf diesen offiziellen Vorschlag der osmanischen Regierung nicht reagiert? Hatten vielleicht einige westliche Staaten Angst davor, dass damit auch ihre Rolle bei der Organisation und der Aufhetzung der armenischen Banden aufgedeckt würde? Oder hatte man Angst davor, dass bekannt wird, woher die Armenier ihre Waffen erhalten haben, mit denen sie mehrere Tausend unschuldige Zivilisten massakriert haben?
Völkermord erinnert an den Massenmord der Nazis während des Zweiten Weltkrieges an den Juden und anderen ethnischen Gruppen, wobei mehrere Millionen Menschen getötet wurden. Völkermord erinnert an das französische Massaker zwischen den Jahren 1954 und 1962 in Algerien, wobei mindestens 1 Million Algerier ermordet wurden. Völkermord erinnert an die indonesische Armee, die zwischen 1965 und 1966 1 Million Kommunisten und ihre Familien massakrierte. Völkermord erinnert an das Massaker der Roten Khmer zwischen 1975 und 1979 in Kambodscha an rund 2 Millionen Kambodschanern. Völkermord erinnert an das Massaker der Hutus im Jahr 1994 in Ruanda an 500.000 Tutsis. Völkermord erinnert letztendlich an die grausamen Massaker der Serben an mehreren Tausend Muslimen im Kosovo und in Bosnien-Herzegowina ab 1991. Das alles war Völkermord.
Hätte der osmanische Staat wirklich einen "Völkermord" an den Armeniern vorgehabt, dann hätte er dies auch an den Orten begehen können, wo die Armenier lebten. Dann hätte er keine großen Kosten für die Umsiedelung tragen, und nicht all diese verwaltungsmäßigen und militärischen Maßnahmen treffen müssen.
Die osmanische Umsiedelung, die zur Gewährleistung der Sicherheit des Staates zwangsmäßig vorgenommen wurde, hatte niemals die Ausrottung der Armenier zum Ziel und war weltweit die erfolgreichste Umsiedelungsaktion.
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (1915), TTK Yayını, Ankara, 2001.
Armenischer Terror
Neben den zahlreichen Aufständen und Massakern, die durch Aufhetzerei der Hindschak und Taschnak Komitees, die von den Engländern und Russen, die kolonialistische Absichten mit der Türkei hatten, gegründet wurden, zustande kamen, gaben die Armenier mit dem Yıldız Attentat auch das erste Beispiel der Methodologie des bewaffneten Terrors. Die Armenier, die Talat Paşa und Cemal Paşa mit derselben Methode in den Ehrentod schickten, kehrten nach langer Pause im Jahr 1965 wieder zur Terrormethode zurück. In den 70er Jahren dagegen trat die ASALA auf die Bühne und brachte bis 1984 42 türkische Diplomaten ums Leben.
Es waren die Taschnak und Hindschak Organisationen, die in dieser neuen Periode des Terrors, den Terror angeregten, entwickelten, vorbereiteten und ihm ermöglichten, sich auf weitere Ebenen auszubreiten und seine Ziele zu verasten. Terror Teams und Gruppen wurden gebildet und neue Organisationsversuche psychologisch unterstützt. Neben all diesen war es die "Geheime Armenische Armee für die Befreiung Armeniens", deren Name sich am meisten verlauten ließ. Diese Organisation ist kurz unter dem Namen ASALA bekannt.
Unter ihrem unabhängigen Aussehen, hat sich die ASALA mit den grausamsten und unmenschlichsten Vorgehensweisen ausgezeichnet. Die ASALA, die ihre seelische und psychologische Unterstützung, ihre Kontakte und Beziehungen durch die Hindschak erhielt, startete inhumane Terror-Aktionen. Der armenische Terror ist durch bewaffnete Angriffe auf türkische Beauftragte, Repräsentanten und Institutionen in kurzer Zeit aufgestiegen und hat an Intensität zugenommen. In dieser Periode haben die Armenier, die in Europa, den Ostländern, Syrien und im Libanon Stützpunkte errichteten, in Zusammenarbeit mit den Rumänen aus Zypern und Griechenland ihre Aktivitäten ausgeführt.
Die armenischen Terrororganisationen haben auf die Reaktion der äußeren Welt hin in den 80er Jahren ihre Taktik geändert und schlossen sich mit der Terrororganisation PKK zusammen. 1984 wurde die PKK in den Vordergrund geschoben und der armenische ASALA Terror zog sich in den Hintergrund zurück. Tatsächlich hat die Terrororganisation PKK die Woche vom 21. bis zum 28. April 1980 als "Rote Woche" bestimmt, den 24. April als Gedenktag für den Pseudo-Genozid an den Armeniern ausgerufen und damit begonnen, diesbezügliche Versammlungen abzuhalten. Am 8. April 1980 haben die Terrororganisationen PKK und ASALA in der Stadt Sidon im Libanon eine gemeinsame Pressekonferenz gehalten und als Resultat dieser Versammlung eine Deklaration veröffentlicht. Als dieses Ereignis Aufruhr erregte, wurde beschlossen, die Kontakte zukünftig auf illegaler Plattform und geheim weiterzuführen.
Auf diese Versammlung folgten die Angriffe auf die Türkische Botschaft in Straßburg am 9. November 1980 und auf das THY Büro in Rom am 19. November 1980, die gemeinsam von der PKK und der ASALA übernommen wurden. Der anarchistische Terroristenführer Abdullah Öcalan, wurde von dem Armenischen Schriftstellerbund aufgrund seines "Beitrages zu der Idee eines großen Armeniens " zum Ehrenmitglied gewählt. Im Wesen der armenischen Volksbewegung wurde, wie es in vielen europäischen Ländern der Fall war, ein Kurdistan-Komitee gegründet.
Am 4. Juni 1993 fand auf der Station der PKK Terror Organisation in West Beirut eine Versammlung unter der Anwesenheit der Armenischen Hindschak Partei, der ASALA und PKK Terrororganisation statt. Bei der Versammlung vom 6. - 9. Januar 1993 in zwei verschiedenen Kirchen Beiruts, an welcher der libanesisch-armenisch-orthodoxe Erzbischof, die Zuständigen der Armenischen Partei und 150 Jugendliche teilgenommen haben, wurde zur Sprache gebracht, dass der Bürgerkrieg in der Türkei - damit ist der Kampf mit der PKK Terrororganisation gemeint - fortgeführt wird, die türkische Wirtschaft auf den Nullpunkt gesenkt wird und sich die Staatsangehörigen dadurch gegen den Staat auflehnen werden. In Zusammenhang damit wurde auch zur Sprache gebracht, dass die Türkei geteilt und ein kurdischer Staat gegründet wird, dass die Armenier ihre Beziehungen zu den Kurden pflegen und den Kampf der Kurden unterstützen sollen.
Zusammenfassend ist das gemeinsame Ziel armenischer Terrororganisationen, jede Gelegenheit nützend die Türkei in die Dunkelheit zu stürzen und - das angeblich besetzte Land der Armenier rettend - ein "Unabhängiges Großes Armenien" zu gründen. Die Armenier, die heute die Eigenschaft eines Staates erreicht haben, führen diese Ansprüche unter verschiedenen Titeln fort.
Armenien und Terror
Die Vorgehen der Armenier, die 9-10 Jahrhunderte lang zusammen mit den Türken in Ordnung und Wohlstand lebten und im osmanischen Staat eine reiche Schicht bildeten, haben sich nach der Niederlage der Osmanen in den osmanisch-russischen Kriegen von 1877 bis 1878 sowie infolge des Abkommens von San Stefanos am 3. März 1878 und des Abkommens von Berlin am 13. Juli 1878 verändert. Nachdem Russland und andere europäische Staaten die Armenier aufhetzten, organisierten sich die Armenier unverzüglich und verfolgten die Gründung eines unabhängigen armenischen Staates.
Russland wollte wegen seiner in Kaukasien seit Generationen anhaltenden nationalen Politik den Abbruch der Beziehungen zwischen der Türkei und Aserbeidschan. Es wollte einen armenischen Staat zwischen diesen beiden Ländern unterbringen, der die Kommunikation zwischen der Türkei und Aserbeidschan unterbrechen würde. Im Hinblick auf dieses Vorhaben ernannte Lenin, der bolschewistische Führer Russlands, am 18. Dezember 1917 Stephan Schalemjan (der Herkunft nach Armenier) zum Kommissar des Gebietes Kaukasus. Er beauftragte ihn mit einem Erlass vom 27. April 1920 zur Gründung eines armenischen Staates im Osten und Süden Kaukasiens unter der Regierung der Sowjetunion.
Unter dem Einfluss der bolschewistischen Herrschaft im Kaukasus wurden am 27. April 1920 im Süd-Kaukasus und in Aserbeidschan die Sowjet Sozialistischen Republiken Georgien, Armenien und Aserbeidschan sowie der autonome Bundesstaat Nachdschevan und das Autonomiegebiet Karabakh gegründet. Armenien erhielt somit einen Staat und ein Land, dessen Grenzen auf den Papieren gezeichnet wurden. Die Armenier, deren Nationalgefühle und Ausbreitungsvorhaben ziemlich geschürrt wurden, erklärten am 23. August 1990 nach der Auflösung der Sowjetunion ihre Unabhängigkeit. Mit der Phantasievorstellung der Gründung eines Großen Armeniens begannen Sie ihrer Nachbarländer anzugreifen.
Die Armenier, die im Jahre 1915 während des ersten Weltkrieges den Türken treulos in den Rücken fielen, wurden infolge der Inkraftsetzung des Umsiedelungsgesetzes zwangsmässig umgesiedelt. Die Armenier behaupten, dass während der praktischen Durchführung des Umsiedelungsgesetzes 1,5 Millionen Armenier ermordet wurden. Infolge dieser Behauptungen veranstalten sie seither jedes Jahr Aktivitäten und Aktionen gegen die Türkei. Die Armenier, die die Phantasievorstellung der Gründung eines Großen Armeniens haben, fordern aufgrund des angeblichen Völkermordes von der Türkei Entschädigung, Land sowie die Anerkennung des Völkermordes. In diesem Rahmen unternahmen die Armenier von 1937 bis 1986 organisierte terroristische Aktivitäten sowie Angriffe auf unsere Botschaften und Botschafter im Ausland sowie auf inländische Institutionen und forderten die Akzeptierung ihrer Ansprüche.
Die Armenier, die mit ihren terroristischen Aktivitäten nichts erreichen konnten, versuchten nach 1986 die Türkei auf politischer Basis zu bedrängen und unterstützten die Terrororganisation PKK, die den Traum eines Kurdistan verwirklichen wollte, auf jedem Gebiet, um der Teilung der Türkei behilflich zu sein und somit an ihre territorialen Ansprüche zu gelangen.
Es ist bekannt, dass Armenien der sich in der Nähe der armenischen Grenzen befindenden Terrororganisation PKK logistische und militante Unterstützung geleistet, der Gründung von Lagern innerhalb seiner Grenzen zugestimmt hat und dass sich in der Terrororganisation PKK armenische Offiziere auf den obersten Ebenen befunden haben.
ARMENISCHER TERRORISMUS
Der "Individuelle armenische Terror" begann mit dem Attentat eines alten Armeniers Gurgen (Karekin) Janikan am 27. Januar 1973, als er in der US-Stadt Santa Barbara den türkischen Generalkonsul von Los Angeles, Mehmet Baydar, und den Konsul Bahadir Demir ermordete. Diesem individuellen Terror folgte ab 1975 der "Organisierte armenischer Terror", indem auf die türkischen Botschafter und Beauftragen sowie Institutionen im Ausland Attentate unternommen wurden. In kurzer Zeit intensivierten sich diese Terrorakte.
In 38 verschiedenen Städten von 21 Ländern wurden auf unterschiedliche Weisen Anschläge verübt. Von diesen 110 Anschlägen wurden 39 mit Waffen, 70 mit Bomben und einer mit Hausbesetzung verübt. Bei diesen Anschlägen kamen 42 türkische Diplomaten und 4 Ausländer ums Leben, 15 türkische und 66 ausländische Staatangehörige wurden verletzt.
Wenn man die Anschläge Jahre danach untersucht, so ist festzustellen, dass die armenischen Terrorakte im Laufe der Jahre stark zugenommen haben.
Die Terrororganisationen haben im Jahre 1986 ihre Terrorakte beendet und trugen die Armenier-Frage auf eine internationale Plattform. Außerdem unterstützen sie weiterhin die Terrororganisation PKK bei ihren Anschlägen im Südosten der Türkei und leisten logistische und militante Unterstützung.
Beziehungen zwischen Armenien und der PKK
Aufgrund der ausländischen Reaktionen änderten die armenischen Terrororganisationen im Jahre 1980 ihre Taktik und gingen mit der Terrororganisation PKK Kooperationen ein. Nach dem PKK-Angriff auf die Kleinstädte Eruh und Şemdinli traten sie auf die Bühne. Somit trat der ASALA-ARMENIER Terror in den Hintergrund. Es gibt einige konkrete Beispiele, die die Beziehungen zwischen PKK und Armenier darstellen:
• Die Terrororganisation PKK hat die Woche vom 21.-28. April 1980 zur "Roten Woche" und den 24. April zum Gedenktag an den angeblichen Völkermord an den Armeniern erklärt und Tagungen veranstaltet.
• Am 08. April 1980 haben die Terrororganisationen PKK und ASALA gemeinsam eine Pressekonferenz veranstaltet und im Anschluss daran eine Deklaration veröffentlicht. Doch nachdem dieses Ereignis Reaktionen auf sich zog, wurde beschlossen, die Beziehung geheim und auf illegaler Basis weiterzuführen. Infolge der Pressekonferenz wurde am 09. November 1980 auf den türkischen Generalkonsul in Straßburg ein Attentat und am 19. November 1980 auf das Büro der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines in Rom ein Anschlag verübt. Zu diesen Angriffen bekannten sich gemeinsam die Terrororganisationen PKK und ASALA.
• Der separatistische Terroristenführer Abdullah Öcalan, der versuchte, die Türkei zu teilen, wurde vom armenischen Schriftstellerverband aufgrund "seiner Bemühungen zur Idee eines Großen Armeniens" zum Ehrenmitglied ernannt. Innerhalb der armenischen Volksbewegung wurde - wie in zahlreichen europäischen Ländern auch - ein Kurdistan-Komitee gegründet. Am 04. Juni 1993 wurde unter Teilnahme der armenischen Hindschak-Partei und der Terrororganisationen ASALA und PKK eine Tagung in der PKK-Zentrale in West-Beirut veranstaltet.
Ein weiteres sehr interessantes Bespiel für die Beziehung zwischen Armenien und der PKK sind die unten angeführten Aussagen, die bei Tagungen in zwei verschiedenen Kirchen Beiruts zwischen dem 06. und 09. Januar 1993 veranstaltet wurden. An diesen Tagungen nahmen der Erzbischof der armenisch Orthodoxen-Kirche im Libanon, armenische Parteifunktionäre sowie 150 Jugendliche teil.
- Es soll gegenwärtig gegenüber der Türkei eine ruhige Haltung gezeigt werden.
- Die armenische Gesellschaft wird immer größer, seine wirtschaftliche Entwicklung immer stärker.
- Dank der entwickelten Propagandaaktivitäten werden Informationen über den (sogenannten) Völkermord auf der ganzen Welt besser bekanntgemacht.
- Der armenische Staat ist gegründet. Jeden Tag werden die Territorien vergrößert. Die Ahnen werden gerächt werden.
- Westliche Staaten, ihnen voran die USA, sind der Meinung, dass Armenien bezüglich des Krieges in Karabakh im Recht sei. Diese Gelegenheit muss genutzt werden. Den armenischen Jugendlichen, die im Karabakh-Gebiet den Krieg führen, werden sich neue anschließen.
- Der Bürgerkrieg in der Türkei - damit ist der Kampf gegen die Terrororganisation PKK gemeint - wird weitergeführt. Die türkische Wirtschaft wird den "Nullpunkt" erreichen, worauf die Bürger einen Aufstand einleiten werden.
- Die Türkei wird geteilt und ein kurdischer Staat gegründet.
- Die Armenier sollten ihre Beziehungen zu den Kurden fortsetzen und ihren Kampf unterstützen.
- Die heute den Türken gehörenden Territorien werden morgen den Armeniern gehören.
PRESSEORGANE DER TERRORORGANISATION PKK IN ARMENIEN
Es ist bekannt, dass die in Armenien unter den Namen Reya Taze und Bota Redaksiyon veröffentlichten Zeitungen unter der Kontrolle der Terrororganisation PKK stehen und in kyrillischer Schrift gedruckt bzw. herausgegeben werden. Diese Zeitungen werden von Mitgliedern der Terrororganisation PKK, die aus der Türkei bzw. aus Europa kommen, veröffentlicht.
BEZIEHUNGEN ZWISCHEN PKK UND ASALA
Der internationale armenische Terrorismus trat zum ersten Mal im Jahre 1973 auf. Im Anschluss an die zypriotische Friedensbewegung im Jahre 1974 zeigte sich der armenische Terrorismus durch Attentate, Sabotage sowie Angriffe auf türkische Staatsangehörige und türkische Botschafter.
Die armenischen Terrororganisationen, ihnen voran die ASALA, verübten bis zum Jahre 1984 ihre terroristischen Anschläge. Da sich die kurdische Nationalbewegung in den 70er Jahren in verschiedenen politischen legalen Organisationen zeigte und die PKK durch die terroristischen Anschläge einen Aufschwung erlebte, hat die ASALA ihren Platz der Terrororganisation PKK überlassen, die unter der Leitung von Abdullah ÖCALAN, der bei den Morden keine Unterschiede zwischen Türken und Kurden machte, gesteuert wurde und für ihre Attentate bekannt war.
Doch ist bekannt, dass die Terrororganisationen PKK und ASALA bereits zuvor kooperierten, gemeinsame Anschläge verübten und Deklarationen veröffentlichten, Mitglieder der ASALA und anderer armenischer Terrororganisationen in den Übungslagern der PKK ausgebildet wurden, hochrangige ASALA-Funktionäre als Ausbilder tätig waren und die Terrororganisation PKK mit der armenischen Partei Taschnaksutjun in Verbindung stand.
Gemeinsames Ziel der Terrororganisationen PKK und ASALA ist die Gründung eines neuen Staates in Ost- und Südostanatolien im Sinne der marxistisch-leninistischen Ideologie. Hält man sich die Gebiete, auf die beide Organisationen abzielen, vor Augen, so sieht man, dass sich die Ziele decken. In diesem Zusammenhang verstärkt sich auch die Ansicht, wonach eine dieser Organisationen der anderen als Vermittler dient.
Aufgedeckten Dokumenten zufolge, werden Militanten der armenischen Terrororganisation ASALA und der PKK gemeinsam in den Bekaa und Zeli Lagern ausgebildet.
DAS 1987 ZWISCHEN DER PKK UND DEN ARMENIERN UNTERZEICHNETE ABKOMMEN
Im Jahre 1987 wurde zwischen der Terrororganisation PKK und den Armeniern ein Abkommen unterzeichnet. Die Bestimmungen dieses Abkommens sind die folgenden:
1. Die Armenier werden innerhalb der Terrororganisation PKK Schulungen durchführen.
2. Pro Mann wird der Terrororganisation PKK jährlich 5.000 USD bezahlt.
3. Die Armenier werden sich an kleineren Anschlägen beteiligen.
Im Anschluss an dieses Abkommen stiegen die Armenier innerhalb der Organisation auf. Zusammen mit Hermez Samuroujan, der für die Beziehungen zwischen der PKK-ASALA verantwortlich war, wurde am 18. April 1990 während einer Tagung ein Beschluss gefasst.
1. Die Terrororganisationen PKK und ASALA werden gemeinsam verwaltet.
2. Der Nachrichtendienst im Zusammenhang mit Anschlägen auf türkische Sicherheitskräfte wird von Armeniern durchgeführt.
3. Nach der wahrscheinlichen Revolution werden die eroberten Territorien zu gleichen Bedingungen untereinander aufgeteilt.
4. 75 % der Ausbildungslagerkosten werden die Armenier tragen.
5. In den Metropolen der Türkei werden Anschläge verübt.
Nach grenzüberschreitenden Operationen gegen die Terrororganisation PKK, die sich ab Oktober 1992 im Nord-Irak niederließ, wurde der Terrororganisation ein großer Schlag versetzt und ihre Unterschlupfmöglichkeiten vernichtet. Daraufhin flohen einige PKK-Mitglieder in den Iran und nach Armenien. Somit fingen die Aktivitäten der Terrororganisation PKK in Armenien an.
Eine Gruppe der europäischen Vertreter der Terrororganisation PKK ging nach Armenien. Es ist bekannt, dass zwischen den Vertretern dieser Organisation und Armenien ein Abkommen unterzeichnet wurde, damit die Mitglieder dieser Organisation von Kars aus problemlos nach Armenien ein- und ausreisen konnten. Infolge der Auflösung der Sowjetunion und der Erlangung der Unabhängigkeit Armeniens wurde es der Terrororganisation PKK ermöglicht, in den kurdischen Siedlungsgebieten Armeniens unterzuschlupfen und die Organisation finanziell und moralisch zu unterstützten. Es ist auch bekannt, dass eine Gruppe der Terrororganisation PKK am 19. und 20. Mai 1992 gemeinsam mit Armeniern mit drei Kraftfahrzeugen von Urumiye aus nach Armenien reiste, um gegen aserbeidschanische Türken zu kämpfen.
Komitees und Terrororganisationen
Taschnaks, die in den 1890'ern den Terror und dessen Verbreitung durch Methoden wie "Bandengründung, Zerstörung der moralischen Werte der osmanischen Gesellschaften, Tötung und Vernichtung der Türken unter Anwendung aller vorhandenen Mittel, Entziehung ihrer Unabhängigkeitsrechte, Bewaffnung und Vorbereitung der armenischen Minderheit zur Revolution und Terroranwendung, Gründung von Revolutionskomitees, Anschlagsgruppen und -Einheiten, Zerstörung und Plünderung der Institutionen, die unter der Verwaltung der Regierung stehen” unterstützten, haben nach den bolschewistischen Aufständen in den Jahren 1918-1920, um das heutige Gebiet "der armenischen Sowjet-Republik" zu erobern, die "armenische Republik" gegründet und politische Vorstöße eingeleitet. Doch dieser politische Prozess verhinderte die Terrorakte der Taschnaks nicht. Die im Jahre 1972 gegründeten "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Völkermordes", leiteten auf die türkischen Botschaften im Ausland Terroranschläge ein.
Die marxistische Organisation Hindschak lieferte die geistige Grundlage der gegründeten Terrororganisation ASALA, die zwischen 1973 bis 1985 Terroranschläge verübte. Diese Terrororganisation wurde von der Hindschak zudem gefördert und unterstützt.
Wie auch immer die Armenier-Frage, das armenische Thema oder der armenische Prozess aufgenommen und auf welcher Grundlage auch immer erläutert wird, standen diese Begriffe bei den armenischen Organisationen immer im Zusammenhang mit dem Terror. Die Erwartungen und Ziele wurden immer auf Feindseligkeiten gegenüber den Türken und der Türkei, auf Blut und Rache aufgebaut.
Die Gründung der armenischen Terrororganisationen wurde immer mit einer begrenzten Anzahl von Mitgliedern realisiert. Die von der Zentralverwaltung vorgesehenen Aktionen werden immer von bestimmten Einheiten durchgeführt. Diese Einheiten werden der Öffentlichkeit unter verschiedenen Namen als Organisationen bekannt gegeben, so dass es den Anschein erweckt, als ob es sehr viele armenische Terrororganisationen gäbe.
Bei diesen Organisationen müssen sich die Zentralverwaltungen und ihre Organe nicht unbedingt in einem Gebiet oder an einem Ort befinden. Sie können durchaus in verschiedenen Ländern und in verschiedenen Gebieten eines Landes sitzen. Das gibt den armenischen Organisationen den Anschein einer demokratischen und verbreiteten "Zentralisierung". Tatsächlich unterliegen allerdings alle armenische Terrororganisationen dem strengen diszipliniertem Vorgehen der Zentralverwaltung.
Die veröffentlichte Struktur der Organisationen sowie die Konflikte und Konkurrenzkämpfe unter den führenden Belegschaften führten zu einer Trennung. Diese Situation kann auch besonders ausgenutzt werden. Spaltet sich eine Organisation in zwei oder mehrere Teile unter Führung von mehreren Personen, so hat es den Anschein, als ob es sich um verschiedene Terrororganisationen handle.
In den Organisationen ist die Geheimhaltung - wie bei allen anderen Terrororganisationen - der Belegschaft und ihrer Taten zu gewährleisten, was eine weitere gemeinsame Eigenschaft darstellt. Aber um die Zentralverwaltung streng geheimzuhalten, zu schützen oder die Aktionen wirkungsvoller als Propagandamittel auszunutzen, geht man vorerst mit den Aktionen der Untergruppen und Einheiten an die Öffentlichkeit und bekennt sich dann zu den Anschlägen. Diesbezügliche Handlungen sind begrenzt und entsprechen dem Zweck der Propaganda und ihren Zielsetzungen.
Bei allen armenischen Terrororganisationen sind die terroristischen Methoden ein Teil, ja sogar eine Stufe der psychologischen Bewegungen. Die terroristischen Methoden können zum Zweck der Propaganda eingesetzt werden. Diese können aber auch nur zur Gewährleistung der Terrorregime und zur Furchteinflößung eingesetzt werden. Letztere werden vielmehr gegen diejenigen eingesetzt, die sich gegen die Armenier und die Organisationen aussprechen oder sich nicht nach den Anweisungen der Organisationen richten.
Diese Organisationen verfügen über sehr breite Erfahrungen und Informationen bezüglich Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation. Außerdem hat sich die Person, die diese Tätigkeit durchführt, mit den Institutionen und Gesellschaften sehr intensiv in Kontakt zu setzen und gute Beziehungen mit ihnen aufzubauen. Diese Aktivitäten gewähren den Organisationen genügend Lebensdauer und Zeit zur Ausbreitung.
Die armenischen Terrororganisationen werden ständig von einem oder mehreren Staaten direkt und/oder indirekt unterstützt. Diese Staaten nutzen die Organisationen aus -entweder zum Schutz ihrer eigenen Geheimorganisationen oder für die Geheimhaltung ihrer psychologischen Bewegungsinstitutionen.
Die Feindseligkeit der armenischen Terrororganisationen gegenüber den Türken und Türkei ist ein moralischer Bestandteil ihrer Gründung sowie weiteren Existenz. Außerdem bauen sich auf diese Feindseligkeit Rechte und Interessen auf. Ihre Feindseligkeit gegenüber Ländern, die mit der Türkei Beziehungen haben, sind nur vorrübergehend. Die Verbreitung der Terroranschläge in diesen Ländern, Anschläge, die auch auf Staatsbürger dieser Länder abzielen ist nur eine "Bedrohung" und kein fester Bestandteil der Feindseligkeit.
Historisch gesehen weist der armenische Terror drei Phasen auf:
Die erste Phase ist, die Armenier und die armenischen Gesellschaften unter Anwendung von terroristischen Aktivitäten für sich zu gewinnen und somit “Armeniertum” zu gewährleisten.
Die zweite Phase ist das Bestreben, über die Anerkennung ihrer "Macht" und "Machtdimension" seitens der nichtarmenischen Öffentlichkeit, das Interesse auf sich zu lenken.
Die dritte Phase ist die Vorbereitung von Quellen, die bei politischen Entwicklungen und internationalen Vorteilskämpfen gegen die Türkei und das Türkentum ausgenutzt werden können.
Das Ende des XIX. Jahrhunderts benutzte Thema über "die Minderheit, die keine Freiheit hatte, nicht gleichberechtigt war und in Armut lebte" und das Ende des XX. Jahrhunderts aufgebrachte Thema über "das Volk bzw. Nation, das unter dem Völkermord bzw. Massaker leidet" wurde für die Suche nach Quellen in internationalen Beziehungen eingesetzt. Und bei der ersten Möglichkeit werden diese Quellen ohne Zweifel von den Gegnerstaaten sowie von den internationalen Organisationen gegen die Türkei eingesetzt. Die nicht veröffentlichten Ziele und Vorhaben aller Terrororganisationen liegen in der Ausnutzung der Möglichkeiten, die bei internationalen Konflikten zustande kommen. Dies ist, ihrem historischen Prozess entsprechend, ein Ziel und Wunsch, auf dessen Verwirklichung sie, ohne ein Zutun, warten.
NEUE TERRORPERIODE (1973 - 1985)
In der neuen armenischen Terrorperiode waren es die Terrororganisationen Taschnak und Hindschak, die die Förderung, Vorbereitung, den Aufbau, die Verbreitung des Terrorismus auf noch größere Gebiete, die Vervielfältigung der Ziele, die psychologische sowie moralische Unterstützung bei neuen Organisationsbemühungen, die Gründung neuer Terroreinheiten und -Gruppen sowie die Vorbereitung für die Beziehungen und Kontaktaufnahmen vorantrieben. Neben diesen beiden Terrororganisationen gibt es noch die Terrororganisation ASALA, über die am meisten gesprochen wird. ASALA ist die Abkürzung für "Armenische Geheim-Armee zur Befreiung Armeniens".
Die traditionellen Terrororganisationen sind mit ihren Terroreinheiten und -gruppen und der ASALA, als unabhängige Terrororganisation, mit ihren unmenschlichen Methoden die Schöpfer der neuen Terrorperiode. Die Terrororganisation ASALA bezieht ihre moralische und psychologische Unterstützung sowie ihre Kontakte und Beziehungen von der Hindschak. Mit dieser Annäherung kann gesagt werden, dass der traditionelle Terrorismus vollkommen weitergeführt wurde. In den 60er Jahren nutzten sie die vorbereitete Atmosphäre und Möglichkeiten aus und terrorisierten weiterhin die Türken aber auch die Menschheit an sich.
Einer der Hauptgründe des neuen armenischen Terrorismus beschreibt Michael M. GUNTER in seiner Untersuchung unter dem Titel "Armenien National Liberation" wie folgt: "Einer der Hauptgründe des armenischen Terrorismus liegt darin, dass einige Staaten und Personen diesen Kampf offen unterstützen und die Anerkennung der Hintergründe dieser terroristischen Aktionen fordern..."
Der Leiter des "Zeitgenössischen Armenischen Untersuchungsinstitutes Zodjan" in Cambrigge, im US-Bundesstaat Massachusetts und Redaktionsleiter der Zeitung "Armenian Review", Gerard J.Bibaridjan, fasst diese Periode folgenderweise zusammen: "Auch nach den sechzigjährigen Friedensbemühungen des türkischen Staates sowie der großen Staaten dieser Welt, führte die Nicht-Anerkennung der Gefühle der Armenier zu einer neuen Periode des Terrorismus."
Sogar der Führer der Terrororganisation ASALA, Agop Agopian, behauptete, dass die armenische Gewalt aufgrund der Erfolglosigkeit der von den traditionellen armenischen Parteien verfolgten Politik entstand. All die Bemühungen, diese Terrorakte als berechtigt darzustellen, reichen selbstverständlich nicht aus, den armenischen Terror in der Geschichte zu rechtfertigen.
Hindschak
Die Organisation des Komitees Hindschak (Glockenschlag) wurde von Avedis Nazarbelg, einem russischen Staatsangehörigen armenischer Herkunft aus dem Kauskasus und seiner Frau Maro sowie von anderen Studenten aus dem Gebiet Kaukasus im Jahre 1886 in der Schweiz gegründet. Um die Ideen des Komitees zu verbreiten, wurde wieder unter dem Namen “Hindschak” eine Zeitung herausgegeben. Die Führer sowie die Mitglieder dieses Komitees waren Armenier, die die russische Staatsangehörigkeit hatten. Dieses Komitee suchte sich als Arbeitsgebiet Ostanatolien aus. Nach einer Weile zog die Zentrale des Komitees von der Schweiz nach London um.
Das Programm der Partei Hindschak ist sozialistisch, marxistisch und zentralistisch. Grundsätzlich sind die Ideen von Karl Marx übernommen worden. Obwohl sich die Mitglieder dieses Komitees sozialdemokratisch nannten, war das politische Programm des Komitees vielmehr ein kommunistisches Manifest. Das Komitee nahm im Jahre 1890 eine Hauptfiliale in Istanbul sowie weitere Filialen in andern türkischen Provinzen in Betrieb. Auf dieser Weise gelang es den Mitgliedern, sich zu organisieren und ihre Aktivitäten durchzuführen. Grundsätzliches politisches Ziel dieses Komitees war die Befreiung der in der Türkei lebenden Armenier von den Türken, der im Iran lebenden Armeniern von den Iranern und der in Russland lebenden Armenier von den Russen. Anschließend sollten alle in diesen Ländern lebenden Kapitalisten vernichtet werden.
DAS PROGRAMM
"Die Arbeiter und produzierende Klasse bilden die Mehrheit der Menschheit. Die Befreiung dieser Klasse von der Ausbeutung der herrschenden und reichen Klasse, die das Kapital besitzen, kann nur dann realisiert werden, wenn die arbeitende bzw. produzierende Klasse die Produktionsinstrumente und -mittel, den Boden, Fabriken, Bergbau und Förderungsmittel in ihren eigenen Händen halten. Die Unabhängigkeit der produzierenden Klasse bedeutet die Befreiung der gesamten Menschheit und den wirtschaftliche Wohlstand.
Um dieses Vorhaben zu realisieren und praktisch durchführen zu können, muss sich die produzierende Klasse in allen zivilisierten Ländern organisieren, ihre zur Verfügung stehenden politischen Möglichkeiten in Bewegung setzen und zusammen mit den sich in anderen Ländern befindenden produzierenden Klassen die kommunistische Revolution durchführen. Dadurch werden andere Klassen beseitigt bzw. aufgelöst und die produzierende Klasse kann die sozialistische Ordnung gewährleisten. Unter dieser Ordnung kann das Volk seine eigenen Gesetze in Kraft treten lassen und seine Macht zeigen.
(...)
Heutzutage werden die Armenier von Klassen beherrscht und verwaltet, die dem Absolutismus unterliegen. Die Systeme dieser Klassen in Bereichen wie Finanz-, Verwaltungs- und Steuerwesen sind vernichtend für sie. Um sie herum herrscht einerseits die kapitalistische Produktionsart und andererseits wird die alte Wirtschaftsform und Verwaltungsart aufgelöst."
Unter der Einwirkung all dieser Bedingungen ist die Gewährleistung eines sozialistischen Systems, welches die armenischen Sozialdemokraten und andere Armenier umfassen soll, ein sehr weit entfernt liegendes Ziel. Aus diesem Grund sollten alle Tendenzen und Bemühungen einem nahgelegenen Ziel dienen. Dieses nähere Ziel führte zur Gründung der sozialdemokratischen und revolutionären Hindschak Partei der Armenier. Diese näheren Ziele sind die folgenden:
a. Einleitung einer Revolution
b. Vernichtung der herrschenden Klassen der absoluten Regierung
c. Befreiung der Armenier vom Sklaventum
d. Ermächtigung der Armenier, damit sie sich in politische Angelegenheiten einmischen können.
e. Beseitigung der Hindernisse, die die Entwicklungen in kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen stören.
f. Gewährleistung einer Atmosphäre, in der die Arbeiterklasse ihre Wünsche und Neigungen offen zur Sprache bringen kann.
g. Verbesserung der schweren Arbeitsbedingungen.
h. Gewährleistung von politischen Informationen, damit sich die Arbeiterklasse politisch organisieren kann.
i. Erleichterung der Arbeiten des Volkes. Unterstützung des Volkes zur Erreichung der weit entfernt liegenden Ziele.
Entsprechend dieser Ideen sind die nahen Ziele des Hindschak Komitees der Sturz der absoluten Regierungsform und Klassen, die Umwandlung dieser Regimes in demokratische und konstitutionelle Regierungen. Die Hauptforderungen für diese Ziele sind die folgenden:
a. Um das Volk vertreten zu können, werden Wahlen, an denen sich alle Schichten beteiligen, veranstaltet und ein legislatives Parlament gegründet. Dieses Parlament muss über Urteilsrecht in politischen, wirtschaftlichen und allen anderen staatlichen Angelegenheiten verfügen.
b. Den Provinzen ist eine breite Autonomie zu gewährleisten.
c. Dem Volk ist eine bedingungslose Freiheit zu gewährleisten.
d. Das Volk muss das Recht haben, jeden Regierungsbeamten, jedes Dienstleistungspersonal im öffentlichen Bereich, Sicherheitsbeamte sowie Beamte im Bereich des Schulungs- und Justizwesen frei wählen zu können.
e. Ohne Unterschiede in der nationalen und klassischen Herkunft zu machen, muss jedem volljährigen Staatsbürger das Recht gegeben werden, einen Vertreter für die Provinz- und Autonomieregierungen wählen zu können.
f. Alle Staatsbürger müssen vor dem Gesetz ohne Unterschied ihrer Nation oder Religion gleich sein.
g. Es müssen die Rechte auf Pressefreiheit, Meinungsäußerung, Versammlung, Gründung von Vereinen sowie für den Wahlkampf gewährleistet werden.
h. Alle Staatsbürger und ihre Häuser müssen vor Angriffen in Schutz genommen werden.
i. Kirchen müssen von der Regierung getrennt werden. Sämtliche religiöse Institutionen und Organisationen müssen ihre Existenz durch Spenden und Unterstützungen der an sie gebundenen Personen weiterführen.
j. Das ganze Volk muss seinen Wehrdienst zu Zeiten des Friedens als Milizsoldat leisten.
k. Es muss eine laizistische Schulpflicht eingeführt werden. Die Regierung muss die Armen unterstützen.
Da sie die Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Volkes in sich enthalten, sind die oben genannte politischen Rechte zu erwerben. Ferner sind die unten aufgeführten Bedingungen zu erfüllen.
a. Das gegenwärtige Steuersystem ist abzuschaffen. Anstelle dessen ist ein fortschrittliches Steuersystem einzuführen, dass sich den Zahlungsmöglichkeiten anpasst.
b. Indirekte Steuern müssen aufgehoben werden.
c. Die Dorfbewohner müssen von sämtlichen Schulden befreit werden.
d. Durch die Unterstützung der Regierung und des Volkes sind Landwirtschaftsmaschinen einzuführen. Der Gebrauch dieser Maschinen ist zu lehren. Die Maschinen müssen dem Volk übergeben werden.
e. Unter dem Volk sind landwirtschaftliche Kooperationen zu bilden. Das Ziel dieser Kooperationen muss die Verwaltung, der Verkaufs der landwirtschaftlichen Produkte sowie der Kauf von Samen, Getreide etc. sein.
f. Für Förderung und Kontaktaufnahmen sind Mittel zu beschaffen.
g. Die Regierung muss den Arbeitern Hilfe leisten, damit sie nicht ausgebeutet werden. Die Regierung muss zum Schutz der Arbeiter Gesetze verabschieden.
Die Mehrheit der Armenier sind türkische Armenier. Sie leben zum Großteil auf türkischen Territorien. Das Anliegen der armenischen Mehrheit wurde mit dem Artikel 61 des Berliner Abkommens sowie kraft anderer internationaler Bedingungen zu einem Recht und wurde von den großen europäischen Staaten anerkannt.
Die Unordnung der osmanischen Politik, Finanz und Wirtschaft, die Auflösung des Imperiums, der Untergang, der Bankrott, die Unruhen im Inland, die Erschütterung des Staates sowie die Einwirkungen europäischer Länder unterstützten diese Faktoren. Die osmanischen Territorien in Europa wurden systematisch geteilt und von den Regierungen der europäischen Staaten übernommen. Aus diesen Gründen wurde beschlossen, die unten aufgeführten Maßnahmen zu treffen.
a. Die Mitglieder der armenischen Komitees werden sich darum bemühen, die gegenwärtigen Anliegen der Armenier zu verteidigen und zu einem Ende zu führen.
b. Aus diesem Grund wird das Arbeitsgebiet der Revolution die Türkei sein, wo Armenier leben.
c. Da die Zukunft der Armenier von der Zukunft der Osmanen getrennt werden muss, ist die erste Bedingung für das nahestehendste Ziel der Armenier die armenische Unabhängigkeit.
Der beste Weg für die Annäherung der Armenier an ihr nächstes Ziel ist eine Revolution, welche die Ordnung der türkischen Gebiete auf denen Armenier leben, durcheinanderbringt. Mit einem allgemeinen Aufstand kann man der türkischen Regierung den Krieg erklären. Die Mittel dieser Bestrebungen sind:
a. Propagandaführung unter den Arbeitern und dem Volk unter Verwendung von Publikationen, Büchern und Reden. Verbreitung der revolutionären Ideen der Partei Hindschak. Gründung revolutionärer Organisationen unter dem Volk und die Einleitung von Aufständen.
b. Bestrafung der türkischen Agenten, Kommissare, Spione und Verräter. Anwendung terroristischen Methoden und Mittel zur Verteidigung der revolutionären Organisation und zur Verhinderung der Bemühungen der Volksfeinde.
c. Um das Volk gegen die Angriffe der Regierungssoldaten und Volksstämme zu verteidigen, wird eine bewaffnete Truppe bereitgestellt und ein Angriffsregiment gebildet. Dieses Angriffsregiment wird als führende Gruppe bei einem eventuellen Aufstand beauftragt.
d. Es wird eine allgemeine revolutionäre Organisation gegründet, die aus vielen miteinander verbundenen Gruppen bestehen und in einer Einheit ihre Taten ausführen und die gleichen Taktiken anwenden soll. Diese Organisation ist von einer Zentrale aus zu steuern. Alle Mächte und Pflichten der sich in der Türkei befindenden Organisationen unterliegen der Satzung des Hindschak-Komitees, dessen Organisation, Handlungen und Tätigkeiten in einer Verordnung aufgezählt sind.
e. Es werden Zwischenfälle eingeleitet, um einen Aufstand zu provozieren.
f. Die Kriegserklärung bzw. -führung eines Staates gegenüber der Türkei ist die günstigste Bedingung für den Erfolg eines Aufstandes.
g. Es müssen Bestrebungen geleistet werden, um die auf türkischen Territorien lebenden anderen Minderheiten, die das gleiche Schicksal der Armenier teilen, auf unsere Seite zu ziehen. Zusammen mit diesen Minderheiten sind Kriege gegen den gemeinsamen Feind, und zwar gegen die türkische Regierung zu führen. Das größte Ziel der Organisation Hindschak ist die Gründung einer Föderation -wie in der Schweiz- mit der Unterstützung der anderen Minderheiten, zur Befreiung der osmanischen Unterdrückung.
Das Hindschak-Komitee führte marxistische Propagandaaktivitäten, die der Arbeiterklasse entsprach, durch. Um Unruhungen anzustiften und eine Revolution einzuleiten, haben sich die Jugendlichen, religiösen Führer, Abenteurer und Arbeitslosen sehr viel Mühe gegeben. Sie wollten sich unbedingt dem Komitee anschließen und sich dort beschäftigen. Die Verwalter des Komitees führten ihre Arbeiten im Sinne der Ideen der Arbeiterklasse durch. Sie beabsichtigten ein armenisches Proletariat zu schaffen. Diese Handlungen und Arbeiten des Komitees sind aufgrund der Lebensbedingungen der Türkei zu nie mehr als zu einer sozialistischen Propaganda geworden. Die vom Hindschak-Komitee unternommenen Aufstände wurden von vielen Ländern, vor allem von Russland unterstützt und ausländische Kämpfer haben sich an solchen Bewegungen beteiligt.
Die unternommenen Taten und Aufstände der Armenier verursachten im Land große blutige Ereignisse, die nicht wieder gut gemacht werden können. Um die Organisationen des Hindschak-Komitees zu gründen, kamen in Genf Schimavon aus Tiflis, S.Danieljan aus Iran, der russische Staatsangehörige Rupen Hanazat aus Trabzon und H.Megavorjan aus Batumi zusammen. Nach langen Diskussionen wurde das Zentrum des Hindschak-Komitees in Istanbul gegründet. Dieser Organisation schlossen sich auch andere in Istanbul vor dem Jahr 1890 gegründete revolutionäre Organisationen an.
Wie aus diesen Feststellungen zu entnehmen ist, wurde das Schicksal der in der Türkei lebenden Armenier in die Hände der russischen Armenier gelegt. Indessen wurden diejenigen, die sich nicht dem Komitee anschlossen und keine finanziellen Unterstützungen leisteten, unterdrückt bzw. ermordet. Die Organisationen haben sich sehr schnell in den anatolischen Provinzen verbreitet.
IHRE TÄTIGKEITEN
Die Verordnung und das Programm der Organisation Hindschak wurde im Jahre 1909 in Istanbul gedruckt. Diese Verordnung wurde laut dem Vereinsgesetz dem Innenministerium vorgelegt. Die notwendigen Prozeduren wurden durchgeführt. Am 8. Februar 1909 wurde der Zulassungsbescheid mit der Nummer 90 vom Regierungsbezirk Istanbul ausgehändigt. Diese Verordnung besteht aus fünf Teilen.
Die beschlagnahmten Beschlussbücher des armenischen Hindschak Komitees der Jahre 1910, 1911, 1912 und 1913 enthielten folgende gefasste Beschlüsse:
a. Bemühungen zur Beschaffung von Waffen, Munition und Sprengstoff werden geleistet.
b. Schulungen zum Erlernen des Waffengebrauchs werden vorgenommen (Von Marufjan, Javrujan, Candan).
c. Die Propagandatätigkeiten werden beschleunigt.
d. Es werden Kontakte zu den Taschnak-Komitees aufgenommen.
e. Es werden Beziehungen mit den Anhängern der Partei für Einheit und Fortschritt aufgebaut.
f. Es werden Banden im Gebiet Van gegründet und gesteuert (diese sind: Orsfan, Cang, Godschnak, Juradschak, Penchak, Badami, Tejohenk, Maro und Paros)
Das Hindschak Komitee veranstaltete am 24. Juli 1914 seinen dritten Kongress in der Türkei. Bei diesem Kongress, an dem 28 Vertreter von 51 Filialen unter dem Vorsitz von Changüljan und dem Sekretariat von Tanchutjan teilnahmen, wurden folgende Beschlüsse gefasst:
"Unter Berücksichtigung der großen Verantwortung und der dadurch entstehenden Gefahren sowie des Beweises, dass wir zivilisierte Menschen sind, liegt der Erfolg unserer Ziele in gut durchdachten Handlungen."
Daraufhin fingen die Mitglieder des Hindschak-Komitees im Jahre 1896 an, die Türkei zu verlassen. Unter den Mitgliedern dieser Komitees kamen Konflikte auf und somit wurden Komitees gespalten. Ein Teil nahm den Namen "tatsächliche Hindschaks" (Nazarbeg-Anhänger) der andere Teil hingegen den Namen "reformistische Hindschaks" (Veragasmijal Hindschak) an. Die zweite Gruppe wurden von einer Person namens Erpijar Arpiarjan gesteuert.
Beide Komitees richteten sich nicht nach einem Prinzip bzw. Programm, sondern nach den Ideen und Haltungen ihrer Verwalter. Sie waren auf ihren eigenen Vorteil bedacht und haben dies auch verteidigt. Die Konflikte unter diesen Gruppen führte zu Straßenkämpfen, wobei es Verletzte und Tote gab.
Das armenische Volk, das begriff, dass die Hindschaks marxistisch gesinnt waren, haben die Ideen der Komiteemitglieder abgelehnt. Die Kämpfe haben im Jahre 1902 an Intensität gewonnen. Zahlreiche Komiteemitglieder, die Anhänger der beiden Gruppen waren, wurden in Großbritannien, Russland, Ägypten, Bulgarien, Kaukasus und Iran erschossen. Obwohl nach dem Aufstand in Van einige kleine Banden den Namen Hindschak getragen haben, hatten sie keine genügende Kraft mehr. Bei der Auflösung des Hindschak-Komitees spielten auch einige Hindschakführer eine große Rolle, die das geheime Ziel Russlands erkannten.
QUELLE: Sakarya, Em.Tümg. (Pensionierter Majorgeneral) Ihsan, Belgelerle Ermeni Sorunu, Genelkurmay Askeri Tarih ve Stratejik Etüt Başkanlığı Askeri Tarih Yayınları (Generalstab, Abteilung für millitärische Geschichte und strategische Untersuchungen), Genelkurmay Basımevi, Ankara, 1984, 2.Baskı, S.76-87
Taschnak
Das Taschnak-Komitee, das auch "armenisch revolutionäre Föderation" genannt wird, hat wichtige Rollen beim Aufkommen der Armenier-Frage gespielt. Die Aktivitäten des Komitees wurden, nachdem die Kommunisten "die armenische Republik" eroberten, in den USA, im Libanon, Iran, Frankreich und Griechenland als Partei im Exil fortgesetzt. Das Taschnak-Komitee, das verschiedenen Aktivitäten auch in der Gegenwart fortsetzt, besteht aus unterschiedlichen Terroreinheiten und Gruppen.
1. Organisationsstruktur
a. Büro - Das Büro ist das höchste Organ der Organisation. Die Verwaltung der Organisation wird gemäß der Beschlüsse bzw. Anweisungen des "Büros" geleitet. Dieses wird von einer kollektiven Führergruppe verwaltet. Das Büro besteht aus jeweils einem Mitglied aus Kalifornien, Frankreich und dem Iran und jeweils 5 Mitgliedern aus dem Libanon. Die Mitglieder bestimmen untereinander einen Vorgesetzten. Bis zum Bürgerkrieg in Libanon befand sich das Büro im Libanon. Nachdem Bürgerkrieg wechselte das Büro der Reihe nach in die USA, nach Griechenland und Frankreich um. Man vermutet, dass das heutige Büro seine Handlungen von den USA aus verwaltet. Die Mitglieder, Beschlüsse sowie die Verwaltungsgrundlagen des "Büros" sind geheim. Es ist bekannt, dass der im Iran geborene und in Griechenland lebende Hrair Marukijan den Vorsitz des Büros bis 1985 geführt hat.
b. Zentralkomitee - Es ist das oberste Verwaltungsorgan der Organisation und stellt die Verbindung zwischen dem Büro und den lokalen Gruppen sowie den Organisationen dar. Das Zentralkomitee wird in Gebieten gegründet, in denen die armenische Bevölkerung zahlreich vorhanden ist. Obwohl es im Libanon und Frankreich je ein "Zentralkomitee" gibt, gibt es in den Vereinigten Staaten zwei "Zentralkomitees" und zwar das "Zentralkomitee der östlichen Gebiete" und das "Zentralkomitee der westlichen Gebiete". An der untersten Stelle dieser Struktur, die einer Pyramide gleicht, befinden sich die lokalen Organisationen und Organe. Diese Organisationen und Organe werden nach verschiedenen "armenischen Themen" bezeichnet. Die wichtigsten unter diesen sind "der armenischen Jugendbund", "die Jugendorganisation", "die Pfadfinderorganisation der Schüler und Schülerinnen" und "die Sport- und Kulturorganisationen".
c. Das Zentralkomitee bzw. die Zentralkomitees verfügen auch über Propaganda- und Presseeinheiten, Komitees für juristische Angelegenheiten, für das Finanzwesen und für das Militär sowie ein "Überwachungskomitee für die armenische Immigration". Diese sind viel mehr Dienstleistungen im Bereich der Auskunft und Technik. Der Titel "armenische revolutionäre Föderation" wurde zur Verbreitung der Propaganda sowie zur Verhinderung von Reaktionen unter der westlichen Öffentlichkeit geändert und nahm den Namen "armenisches Nationalkomitee" an, das die politischen Handlungen für die Taschnak führt. In verschiedenen Propagandaaktivitäten werden beide Namen so eingesetzt, als ob sie zwei verschiedene Organisationen seien.
2. Ihre Vorhaben und Ziele
Die Organisation Taschnak hat das Ziel, ein nicht-kommunistisches Armenien zu gründen und Entschädigungen für die Behauptungen über türkische Verbrechen an den Armeniern zu erhalten. In den Presseorganen der Taschnak werden diese Ziele wie folgt dargelegt: "Wir werden weiterhin auf den Friedensvertrag von Sevres beharren. Dieses Abkommen ist ein Meilenstein unseres Kampfes..."
Das endgültige Ziel der Taschnak kann man mit dem "Vier-T-Plan" zusammenfassen: Bekanntmachung der Behauptungen über einen Völkermord anhand von terroristischen Methoden, die Anerkennung dieser Behauptungen durch die Türkei, Entschädigungszahlungen seitens der Türkei und letztendlich die Rückgabe der den Behauptungen nach von der Türkei besetzten armenischen Gebiete.
3. Ihre Strategien, Vorgehen und Handlungen
Zwar stellt die Organisation Taschnak ihre Strategie in der Form von "Verwirklichung der Ziele auf friedlichem Wege" dar, doch ihre Aktivitäten der vergangenen Jahre zeigen, dass die Taschnak wie eine Terrororganisation gehandelt hat.
Die Terrororganisation "Gerechtigskeitkommandos des armenischen Genozids" wurde von der Taschnak gegründet. Der Name dieser Organisation wurde später in "armenische Revolutionsarmee" geändert. Alle Verbrechen und Bombenanschläge dieser Organisation wurden von der Taschnak geplant. Doch die Terrororganisation der Taschnak unterscheidet sich von der ASALA in einem Punkt. Die ASALA macht bei ihren Anschlägen keine Unterschiede zwischen Türken und anderen Staatsangehörigen. Die Terrorgruppen, die nach den Anweisungen der Taschnak handeln, verfolgen nur ein Ziel, nämlich Türken bzw. türkische Botschafter.
Nach dem Mord des türkischen Generalkonsuls in Los Angeles im Jahre 1982 erklärte die Terrororganisation "Gerechtigkeitkommandos", ihr einziges Ziel seien die türkischen Diplomaten und türkischen Institutionen. Dies ist der beste Beweis dafür, dass diese Terrorgruppe eine Untergruppe der Organisation Taschnak ist. Die gleiche Erklärung wurde auch Infolge des Angriffs der "armenischen Revolutionsarmee" auf den türkischen Botschafter in Lissabon wiederholt.
Taschnaks haben sich im XIX. und XX. Jahrhundert mehr nach dem Westen gerichtet und versucht, die Öffentlichkeit im Westen zu beeinflussen. Die Organisation Hindschak richtete sich dagegen mehr nach Russland.
Die Strategie der armenischen Terrororganisation wurde nach den Botschaftsangriffen der Jahre 1982 und 1983 folgenderweise dargestellt:
"Es gibt zwei Phasen um das endgültige Ziel dieser Befreiungsbewegung zu erlangen. Die erste Phase ist die Gewährleistung der Unterstützungspunkte. Dies wird "inländische Propaganda" genannt. Die zweite ist die Bekanntmachung im Ausland, d.h. die Sympathie der Welt auf sich zu lenken. Zumindest muss man sich darum bemühen, dass Interesse der Weltöffentlichkeit auf sich zu ziehen. Dies hingegen bedeutet mit anderen Worten "es ist Zeit für die Demonstrationen..."
Die Eigenschaften der Taschnak werden von Varanchijan, dem Historiker der Partei Taschnak, mit folgenden Erklärungen dargestellt:
"Vielleicht hat keine andere revolutionäre Partei -nicht einmal die russische Nazodovoletz und italienische Carbonaries, die sehr viele Erfahrungen in terroristischen Aktionen hatten und die vor nichts zurückschreckten- solch respektlose Terroristen wie die Taschnak ausgebildet. Hunderte von bewaffneten Kämpfern waren mit Bomben und Handscharen ausgerüstet und wurden für die Rache ausgebildet..."
4. Die Kongresse in Wien und München
Während des 22. Kongresses der Taschnak, der am 27. Dezember 1981 in Wien veranstaltet wurde, wurden folgende Beschlüsse gefasst:
- Das Ziel der Partei ist die Gründung eines vereinigten und freien Armeniens.
- Andere armenische Organisationen sind durch die Vermittlung von politischen Komitees und der Ausübung von Druck auf die Seite der Taschnak zu lenken.
- Mit den westlichen Ländern sind engere Beziehungen zu knüpfen.
- Mit sowjetischen Armeniern sind Kontakte aufzubauen. Die armenische Umsiedlung muss gestoppt werden.
An dem Kongress in München im Jahre 1984 nahmen aus 15 Ländern Parteivertreter teil und fassten folgende Beschlüsse:
- Um den armenischen Kampf bekannt zu machen, müssen neue Kampagnen gestartet werden.
- Es müssen verschieden friedliche und legale Wege eingeleitet werden, um eine politische Lösung für den armenischen Kampf zu finden. Zum Beispiel müssen im US-Kongress und der UN-Menschenrechtskommission Kontakte zu diesem Thema aufgenommen werden, damit der (angebliche) Völkermord an den Armeniern anerkannt wird.
Im Anschluss an den Kongress hieß es in der veröffentlichten Deklaration wie folgt:
"Die Rechte der armenischen Völker müssen mit der Anerkennung des armenischen Völkermordes seitens der Türkei gewährleistet werden. Wir werden uns weiterhin für eine Entschädigung der menschlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verluste und für die erneute Gründung des tausendjährigen armenischen Vaterlandes einsetzen..."
Die Beschlüsse beider Kongresse sind hinsichtlich der Festlegung der Themen, die als Propagandamittel der Taschnak genutzt werden, von Bedeutung.
5. Ihre Unterstützungen und Beziehungen
Die Taschnak wird viel mehr von den USA und europäischen Staaten unterstützt. Ihre Beziehungen basieren möglichst auf keiner Kontaktaufnahme zu den anderen Terrororganisationen. Sie hat zu den verschiedenen Organisationen der genannten Staaten Beziehungen. Ihre hauptsächlichen Unterstützungsquellen sind die Kirchen und der Kirchenbund sowie die "armenischen Lobbies" und "die Forschungszentralen".
6. Die politischen Entwicklungen
Bis zu den 70er Jahren wurden die Politik der armenischen Taschnak-Terrororganisation von der Gründung und Unabhängigkeitserlangung der sowjetischen Armenier bestimmt. Aus diesem Grund wurden die Feindseligkeiten gegenüber der Sowjetunion vorrangiger. Gegen diejenigen, die sich für die sowjetischen Armenier einsetzten und diese verteidigten, wurde ein grausamer Kampf eingleitet. Der Grund für den Mord an dem Erzbischof der armenischen Cross-Kirche in New York während einer Weihnachtspredigt von Seiten eines Taschnak-Rebellen, war seine Zustimmung der Lage im sowjetischen Armenien.
Mit der Auflösung der führenden Ämter und Stellen in der armenischen Republik nach 1970 aufgrund von Todesfällen und anderen Ursachen, kam es zu bedeutenden Veränderungen in der Politik der Taschnak. Sie richtete sich nur noch gegen die Türkei und Türken. Im Jahre 1972 wurde die von der Taschnak gegründete und organisierte Terrorgruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" eingesetzt. Die Zeitung Aztag Schapatorjag, das Propagandaorgan der Taschnak, gab mit der Aussage "der letzte Weg und Ausgangspunkt der zeitgenössischen Befreiungskämpfe ist der Terrorismus" die Methode der neuen Periode bekannt.
Doch der Anschlag auf den türkischen Botschafter in Lissabon brachte der Taschnak kein Ansehen. Obwohl nach diesem Anschlag der Name der Gruppe "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids" in "Armenische Revolutionsarmee" geändert wurde, wurde diese Namensänderung kein Retter für die Taschnak. Der Taschnak-Attentäter Susanjan wurde im Jahre 1984 festgenommen und verurteilt. Vor allem dieses Ereignis beeinträchtigte die Politik der Organisation Taschnak. Während dieser Periode verlor die Taschnak die Unterstützung der amerikanisch-stämmigen Armenier. Die Zeitung "Armenien Reporter" berichtete in ihrem Artikel, dass die Taschnak-Partei von Armenier aus dem Libanon und dem Ausland geführt werde und hilflos gegenüber der Mehrheit sei, die den Terrorismus nicht unterstütze.
Der terroristische Flügel wurde geschwächt und es kam zu Konflikten unter den Taschnak Mitgliedern, vor allem unter den Verwaltern und Vorsitzenden der "Büros" und "Zentralkomitees". Die Leitung der Organisation hat sich in zwei Gruppen geteilt. Die mächtigen Männer des "Büros", die Vertreter des Zentralkomitees im Libanon sowie die Vorgesetzten wurden im Libanon ermordet oder galten als vermisst. Ende 1985 war nicht mehr die Rede von einer Einheit in der Taschnak.
Zwei Faktoren spielten eine wesentliche Rolle für diese Situation der Taschnak. Der erste Faktor war die Veröffentlichung der Beziehungen zwischen den Taschnak-Verwaltern und den Geheimdiensten einiger Staaten. Dadurch stellte sich heraus, dass diese Geheimdienste die armenischen Kirchen von einer Hand aus führen wollten. Der zweite Faktor war der Kampf zwischen der ASALA und der Taschnak. Die ASALA-Verwalter verwendeten für die Taschnak die Aussage: "Parasiten, die das Blut der Armenier aussaugen und ihr Leben auslöschen".
7. Ihre Presseorgane
Die Organisation Taschnak wurde durch die armenischen Komitees und Terrororganisationen, die im Bereich der Propaganda sehr viele Erfahrungen hatten, unterstützt. Durch Kommunikationsmittel wie die periodisch bzw. unperiodisch erscheinenden Zeitschriften, gekaufte Radiosendungen, private Radios und Fernseh- und Videofilme etc. erhielten sie die Möglichkeit, ihr Ziele, Bewegung und Politik der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Sehr viele Staaten haben diesbezüglich die Organisation Taschnak unterstützt und ihr ihr Interesse entgegenbracht.
Die wichtigsten Presseorgane der Taschnak in den USA waren "Hayrenik" und "Asbarez" sowie die in englisch veröffentlichte "Armenian Weeky".
Obwohl die Anzahl der Mitglieder dieser Organisation begrenzt ist, ist es von Bedeutung, dass sie in Städten wie z.B. Paris, Bukarest, Eriwan und München 22 Weltkonferenzen veranstaltet haben, welche als Propaganda zur Verbreitung der Organisation dienten.
QUELLE: Uras Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Belee Yayınları, Istanbul, 1987, S.432-442.
Asala
In der Zeit von 1973 bis 1985 war es armenische Terrororganisation ASALA, über die am meisten geredet wurde. Über ihre Gründung, Organisationsstruktur sowie Tätigkeiten und Handlungen gibt es keine genauen Informationen. Diverse armenische Quellen und Publikationen geben Informationen über einige Personen der Terrororganisation ASALA. Dies sind Informationen über Angelegenheiten, die die Terrorgruppe verbreiten will oder für die sie keine Probleme in ihrer Veröffentlichung sieht.
Einigen Ansichten zufolge ist die Gründung der ASALA im Zusammenhang mit den Ereignissen im Libanon zu sehen. Dabei würden sich ihre Aktionen an den Handlungen der palästinensischen Befreiungsorganisationen orientieren und sei nach Anregung dieser Organisationen gegründet worden. Es gibt aber auch Publikationen darüber, dass es sich bei dieser Organisation um eine Vereinigung einige Armenier handelt, die diese Terrororganisation aus dem Boden stampfte und sie innerhalb kürzester Zeit die effektivsten Terrorakte ausübte. Doch sind all diese Informationen sehr weit entfernt von einer wirklichen Erklärung der Gründung der Terrororganisation ASALA. Bevor man die Bedingungen der Gründung und die Lücke, die dieser Terrororganisation füllte, nicht aufklärt, können die gegenwärtigen Bedenken nicht beseitigt werden.
Zunächst muss gesehen werden, dass die ersten Bewegungen des armenischen Terrors in der neuen Periode, der Politik und den Zielen der armenischen Terrororganisation Taschnak entsprachen. In sehr vielen Quellen wird dargestellt bzw. nachgewiesen, dass die Terrororganisation Taschnak im Laufe der Geschichte sowie in der genannten Periode pro-westlich gesinnt war und sich türkische Ziele angeeignet hatte. Sie verfolgte hinsichtlich des Terrors eine begrenzte Politik, die auch von westlichen Staaten unterstützt wurde. Es liegen auch Beweise über ihre Zusammenarbeit vor. Dass diese Terrororganisation ein anderes Verhalten zu Tage legen sollte, ist auch hinsichtlich ihrer historischen und strukturellen Entwicklung unmöglich.
In dieser Konstellation gab es also einen Freiraum. Eine verlockenden Zukunft für die “neuen armenischen Widerstandsorganisationen”, wie sie in Frankreich bezeichnet werden, die vor allem das Interesse der jungen, marxistisch-revolutionär orientierten Generation fand. Dabei wurde dieses Gebiet schon längst von der Hindschak ausgefüllt. Und seit den 60er Jahren bereiteten auch die Hindschaks mit verschiedenen Ideen eine neue Terrorperiode vor. Allerdings war von der Hindschak nichts zu sehen und eine Terrororganisation, die sich in jeder Hinsicht als neu darstellen wollte, trat in den Vordergrund – die ASALA.
Wenn man die Ziele, Politik und Vorhaben der Hindschaks unter die Lupe nimmt, könnte man meinen, dass es sich bei der ASALA um eine Gruppe der Hindschak handelt. Doch die Bedingungen Libanons und die neuen Zwischenfälle brachten diese Gruppe als eine neue armenische Terrorgruppe an die Tagesordnung der Welt. Diese Gruppe wurde durch die Fälle, zu denen sie sich bekannte, berühmt. In Wirklichkeit hingegen, hatte sich nichts Wesentliches geändert. Im historischen Prozess standen wieder zwei armenische Terrororganisationen auf der Bühne. Doch steht eine dieser Terrororganisationen im Vordergrund und ist mit ihren Terrorgruppen und Einheiten handlungsfähiger. Die andere ist eher unauffällig und neben der Gewährleistung einer geistigen und psychologischen Unterstützung, stellt sie als armenische Terrorgruppe Arbeitskräfte und Erfahrungen zur Verfügung. Diese Gruppe verübt gemeinsam mit untergeordneten Gruppen und Teams Terrorakte.
1. GRÜNDUNG UND ORGANISATIONSSTRUKTUR
ASALA wurde im Jahre 1975 gegründet. Unter den 6-7 Gründungsmitgliedern ist Agop Agopjan der aktivste und bekannteste Führer der Organisation. Der zweite ist Agop Tarakdschijan, der die schwersten Verbrechen persönlich begann und Terrorakte verübte. In der Abwesenheit Agop Agopjans führte er die Organisation an, damit sie weitergeführt wurde. Er starb im Jahre 1981. Agopjan war, abgesehen der Zeit seiner Verletzungen und Behandlungen, der ständige Führer der Organisation. Er wurde als ein Mitglied der palästinensischen Befreiungsorganisation bekannt und trug den Titel "Mücahit" (Glaubenskämpfer).
Die Struktur der Organisation entspricht dem traditionellen Aufbau der armenischen Terrororganisationen. Das Zentralkomitee im Libanon übernahm die Führungsfunktion. Vor allem hat sich dieses Komitee im Jahre 1980 wesentlich umstrukturiert und die Eigenschaft eines "Büros" erworben. Nach den Anweisungen des Zentralkomitees richten sich die Unterkomitees und Organe wie z.B. das politische Komitee, das Finanzkomitee, das Propaganda- und Veröffentlichungskomitee, das Auskunftskomitee und das militärische Komitee. Das militärische Komitee ist ein Organ, dem die Aktionsmannschaften unterstellt sind.
2. VORHABEN UND ZIELE
Die Terrororganisation ASALA hat durch das Ende 1981 veröffentlichte "politische Programm" ihre Ziele der Weltöffentlichkeit bekanntgegeben. Gemäß diesem Programm ist das Ziel der ASALA "Die Gründung eines vereinigten Armeniens unter der Führung einer demokratischen, sozialistischen und revolutionären Regierung". Es ist aber nicht klar, was mit dieser beschriebenen Regierung gemeint ist. Die Sowjetunion und andere sozialistische Staaten werden um Hilfe gebeten und das sowjetisch armenische Volk wird als Stützpunkt eines langjährigen Kampfes angenommen.
Im politischen Programm werden die Feinde in zweigeteilt. Die erste Gruppe sind die "lokalen Reaktionäre", und zwar die Armenier, die gegen die ASALA sind bzw. die nicht auf der Seite der ASALA stehen. Unter diesen Gruppen befindet sich auch die Terrororganisation Taschnak. Die zweite feindliche Gruppe ist "der türkische Imperialismus, der durch den internationalen Imperialismus unterstützt wird".
Die ASALA nimmt an und veröffentlicht, dass zur Befreiung des "armenischen Gebietes" eine revolutionäre Gewaltanwendung die hauptsächlichste Methode ist. Laut dem Programm wird die ASALA diejenigen, die gegen die Hegemonie der herrschenden Klasse widerstehen, unterstützen und sich bemühen, in der internationalen und revolutionären Bewegung eine Koalition zu gründen und diese zu unterstützen. Um das zu erreichen, ist die Gewaltanwendung und der Terror eine unverzichtbare Methode.
Für die Umsetzung ihrer Ziele, trägt die Auswahl der Personen bei Terrorakten wie z. B. die Türken oder Türkenfreunde keine große Bedeutung. Auch ist die Wahl von Privatpersonen oder Juridischen Personen unwichtig. "Das terroristische Verbrechen ist eine Tat, wichtig ist der Umfang dieser Tat". Die Ziele können an zweiter Stelle des Plans stehen. Aus diesem Grund müssen Massaker, Morde, Bombenanschläge in den Vordergrund treten. Der Mord an Kindern, Frauen, türkischen oder anderen Staatsangehörigen ist eher unwichtig. Doch wurden Terroranschlägen auf Türken oder die Türkei Priorität eingeräumt. Die Gründe für die Anschläge auf die Flughäfen von Ankara und Paris, auf den großen Bazar in Istanbul sowie der Anschlag von Orly sind die Dimensionen der Aktionen sowie ihre Wirkungen auf die Welt.
3. IHRE STRATEGIEN, VORGEHEN UND HANDLUNGEN
Die hauptsächliche Strategie der ASALA ist die Vereinigung aller fortschrittlichen armenischen Bewegungen der Welt unter einem Dach (Libanon) und die Verwaltung dieser Bewegungen aus einem Zentrum. Zusammengefasst kann man sagen, dass sich die fortschrittlichen Armenier unter dem Dach der ASALA vereinigten und "die Volksbewegung von ASALA" einleiten. Somit können die fortschrittlichen armenischen Einheiten offiziell kollaborieren und ihr Kräfte vereinen.
Die ASALA rief im Sommer 1981 alle fortschrittlichen Armenier der Welt auf, sich im Libanon zu treffen. Hier wird der Begriff "fortschrittlich" im Sinne der "sozialistisch - marxistischen" Theorie verwendet.
Der zweite Schritt der Strategie war mit Hilfe der sozialistischen Staaten die Kräfteunion zu verbreiten und eine Kriegsära einzuleiten. Der armenische Terror ist ein Teil der Befreiungskämpfe im Nahen Osten. Es könnte sich eine Bewegung hinsichtlich der territorialen Integrität der Türkei bilden. Das letzte Resultat dieser Strategie ist die Zusammenarbeit der ASALA mit der PKK.
4. POLITISCHE ENTWICKLUNGEN
Die politische Entwicklung der ASALA, von der man vermutet, dass sie im Jahre 1975 gegründet wurde, ist in zwei Perioden zu bewerten. Die ASALA wurde während der armenischen Konferenz in Paris im Jahre 1979 anhand neuer Mächte gestärkt. Dieser Prozess erreichte 1981 seinen Höhepunkt, doch wurde die Organisation im Jahre 1983 geteilt.
Den ersten Anschlag der ASALA verwirklichte das Gründungsmitglied der Terrororganisation Agop Tarakdschijan am 16.02.1976. Er ermordete den Hauptsekretär der türkischen Botschaft in Beirut, Oktay Cerit. Bis 1979 war die ASALA an den Kämpfen unter den Palästinensern beteiligt, wobei ihr Anführer Agopjan verletzt wurde. Während der armenischen Konferenzen in Paris nahm man zu den in Frankreich befindlichen armenischen Terroristen Kontakt auf und auf diese Weise wurden neue Mitglieder in die Organisation aufgenommen. Die berühmtesten unter diesen neuen Mitgliedern sind Alex Jenikomschijan und Monte Melkijan.
Die Terrororganisation ASALA, die bis 1981 sehr viele Anschläge verübt hatte, begann einerseits die Schweiz andererseits Frankreich zu bedrohen. Gruppen wie die "Neue Armenische Widerstandsorganisation" in Frankreich, "Azad Hay" in Kanada und "Gaitzer" in England gaben ihren Anschluss an die ASALA bekannt. In diesen Jahren des Terrors kam es zwischen den Vorgesetzten der Organisationszentrale zu Konflikten. Die Terrorakte der ASALA, die auch unschuldige Menschen zum Ziel hatten, führten dazu, dass der Stand der Organisation in der Weltöffentlichkeit erschüttert wurde.
Infolge der israelischen Besetzung von Libanon mussten die Verwalter der ASALA zusammen mit den Palästinensern den Libanon verlassen. Die Organisation hat sich im Juli 1983 in zwei Teile gespalten. Die Gruppe von Agop Agopjan hat sich in Griechenland und im Nahen Osten niedergelassen und hier ihre terroristischen Anschläge, ohne Rücksicht auf Frauen und Kinder, weitergeführt. Die schlimmste Aktion der Terrororganisation in dieser Zeit war das Blutbad auf dem Flughafen von Orly.
Die Gruppe in West-Europa nahm den Namen "Revolutionäre Bewegung ASALA" an. Diese Gruppe verfolgte einen gemäßigteren Weg und richtete sich nur auf türkische Ziele. Monte Melkojan und Ara Toranjan waren führende Persönlichkeiten dieser Gruppe. Toranjan steuerte die Gruppe "Armenische Nationalbewegung", welche ihren Sitz in Paris hatte. Diese Gruppe nannte das Blutbad auf dem Flughafen von Orly einen "faschistischen Angriff".
Melkonjan hingegen erklärte, er versuche die politische Grundlage des armenischen Kampfes zu erstellen. Demnach hat die Bewegung zwei Richtungen aufgewiesen und zwar 1) die Armenier in Bewegung zu setzen und 2) mit anderen Mächten, die gegen die Türkei in Aktion getreten sind, zu kollaborieren. Der im Iran geborener Melkonjan erklärte, der zweite Schritt der Strategie sei die Gründung der "Bündnisse bzw. Vereinigungen".
Unterdessen führte auch Agopjan seine Tätigkeiten fort.
5. UNTERSTÜTZUNGEN UND BEZIEHUNGEN
Die ASALA wurde bezüglich ihrer Ziele und verfolgten Politik aus drei Richtungen unterstützt. Diese können wie folgt aufzählt werden:
1) Sowjetunion, Ostblock- und sozialistische Staaten
2) Länder wie Griechenland und Syrien, die die Türkei durch in- und ausländische Bedrohungen und Terrorismus, die die Grundlagen ihrer Politik für ihre geopolitischen Erwartungen sind, schwächen wollen
3) kommunistische Parteien, wie die armenische Terrororganisation Hindschak und ihre Sympathisanten sowie armenische Kirchen, obwohl diese auch über gegensätzliche Meinungen verfügen.
Parallel zu den durchgeführten Strategien entwickelten sich auch die Beziehungen der ASALA zu jenen Schichten, die eine Bedrohung für die Türkei darstellten. Diese sind in der Periode 1975 bis 1980 die palästinensische Befreiungsorganisation, Aktionsgruppen der kommunistischen Parteien sowie Geheimorganisationen einiger Staaten. Nach dem Aktions-Abkommen mit der Terrororganisation PKK, das in Sidon/Libanon im Jahre 1980 abgeschlossen wurde, haben sich die Beziehungen der ASALA erweitert. Somit wurde zwischen der ASALA und der PKK hinsichtlich Ansichten und Aktionen Einmündigkeit erzielt.
In der Periode nach 1983 entwickelten sich die Beziehungen der ASALA laut der Strategie Monte Melkojans. Terroranschlägen in der Türkei wurde Vorrang eingeräumt. Zu allen anderen Terrororganisationen, die diese Strategie direkt oder auch indirekt in die Tat umsetzen können, wurden Beziehungen aufgenommen. An erster Stelle unter diesen Organisationen standen die Terrororganisationen PKK, die TKP (Türkische Kommunistische Partei) und andere kommunistische Terrororganisationen.
6. PUBLIKATIONEN UND KOMMUNIKATIONSMITTEL
Das wichtigste Presseorgan der ASALA ist "HAYASTAN". Weitere wichtige Zeitschriften sind "Hay-Baydar", "Armenia" sowie die in London herausgegebene Zeitschrift "Kaytzer".
Die erste Radiosendung der ASALA wurde im Jahre 1981 in Beirut realisiert. Es wurde unter dem Namen "Stimme der Armenier im Libanon" eine einstündige Radiosendung ausgestrahlt. Ferner unterstützen Länder, die Beziehungen zur ASALA haben, diese Terrororganisation mit ihren Kommunikationsmitteln.
INTENSIVE TÄTIGKEITSBEREICHE
Die armenische Terrororganisation ASALA hat ihre bewaffneten Anschläge auf die türkischen Botschafter vor allem in Frankreich verübt. Nach dem Libanon wurde dieses Land als der größte Stützpunkt genutzt. Die in diesem Land Bewegungsfreiheit genießenden armenischen Militanten, können durch die Unterstützung der französischen Regierung und verschiedener armenischer Institutionen Anschläge verüben. Ferner setzen sie auch ihre Terroranschläge in den USA, Griechenland, Südzypern, Syrien, Iran und Kanada fort.
AKTUELLE SITUATION DER ORGANISATION UND IHRE ABSPALTUNGEN
Der ASALA-Führer Agop AGOPYAN sagte in einem Radio-Interview im westlichen Teil der Stadt Beirut, die armenische Terrororganisation ASALA habe wegen der israelischen Besetzung drei Ausbildungslager in Israel verloren. Einige palästinensische Verwalter, die eine Vermittlerrolle in den Beziehungen zu italienischen Behörden spielten, versuchten der ASALA in den Rücken zu fallen und die fortschrittsfeindlichen Armenier seien gegen die ASALA eingesetzt worden.
Das Schweizer Außenministerium gab bekannt, sie hätten Informationen erhalten, wonach die Stützpunkte der Terrororgansation ASALA in drei Brennpunkte, nämlich Lefkoscha in Süd-Zypern, Athen und Damaskus geteilt wurden. Ferner sei die ASALA in Teheran innerhalb der armenischen Gemeinde organisiert.
Der Vorsitzende der politischen Abteilung der palästinensischen Saika Organisation erklärte, er habe Informationen erhalten, wonach einige ASALA-Militanten nach Algerien, Tunesien, Sudan und Nord-Jemen gereist seien. Unterdessen wurde im Jahre 1980 in Großbritannien eine Nebenorganisation der ASALA gegründet, und zwar "das Unterstützungskomitee für politisch Inhaftierte". Diese Nebenorganisation erhält von verschiedenen Ländern Spenden und arbeitet nach den folgenden vier Prinzipien:
Finanzielle und moralische Unterstützung der Inhaftierten, Propaganda in- und außerhalb der Gemeinde sowie die Unterstützung der nationalen Befreiungsbewegung.
Monte Melkonian, der vom Führer der Terrororganisation ASALA Agop Agopjan mit Anschlägen in der Türkei beauftragt wurde, verübte im Jahre 1983 den Anschlag auf den großen geschlossenen Bazar in Istanbul und konnte zusammen mit seiner Freundin Suzy Mashararjian fliehen.
Am 15. Juli 1983 explodierte auf dem Flughafen von Orly in der Abteilung für Gepäckkontrolle des Büros der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines eine Bombe, die in einer Tasche versteckt wurde. Dabei kamen der türkische Staatsangehörige Halit Yılmaz sowie weitere 8 ausländische Passagiere ums Leben. 56 Personen wurden verletzt, 20 davon schwer verletzt. Monte Melkonian bezeichnete diesen Anschlag als blinden Terrorismus und gab im August 1983 seinen Rücktritt von der ASALA sowie die Gründung der Organisation “ASALA-revolutionäre Bewegung” bekannt. Auch Ara Toranjan, der Führer der Armenischen Nationalbewegung, erklärte, er ziehe nach dem Anschlag auf den Flughafen von Orly seine Unterstützung von der Terrororganisation ASALA zurück.
Nachdem der Führer der ASALA, Agop (Hagop) Agopjan, am 28. Dezember 1998 in Athen getötet wurde, wurde die Organisation in drei Gruppen geteilt, und zwar in die ASALA-MR (REVOLUTIONÄRE BEWEGUNG), ASALA PMLA (VOLKSBEWEGUNG), und SASSOON. Zum dem Anschlag vom 19. Dezember 1991 auf den türkischen Botschafter in Budapest bekannte sich die SASSOON.
Es ist bekannt, dass die ASALA-PMLA auf der griechischen Insel Egina einen geheimen militärischen Stützpunkt errichtet hat. Auf diesem Stützpunkt würden auch PKK-Mitglieder vom griechischen General Matafias persönlich ausgebildet.
Es ist bekannt, dass die Armenier in der libanesischen Kreisstadt ANJAR ein militärisches Quartier haben und dieses Quartier als "armenischer Pfadfinderverein" bekannt ist. Auch ist bekannt, dass die ASALA und JRA Militanten im Gebiet von BAR ELLIAS (Bekaa-Gebiet) mit Waffen geschult werden, sich in Südzypern etwa 60 Mitglieder der ASALA befinden, diese unter der Kontrolle der griechischen Armee sind, sich im EYANAPA-Gebiet ein Übungslager befindet sowie, dass der Leiter dieses Übungslagers Harout Agbachjan zur PKK und DEV-SOL gute Beziehungen unterhält.
Asala-MR
Monte Melkonjan (Meykonjan) scheidete aus der Terrororganisation ASALA aus und zog im September 1983 nach Frankreich um. Er erklärte, dass er die Organisation ASALA-Revolutionäre Bewegung (ASALA-MR), den sogenannten Militärischen Apparat der ASALA-Volksbewegung, gegründet hat. Wichtigstes Ziel dieser Terrororganisation war die Verbesserung der Beziehung zur französischen Regierung. Obwohl man vermutete, dass die Terrororganisation ASALA-MR ihre Anschläge in der Türkei begehen wird, übernahm sie die Kontrolle des nord-amerikanischen und west-europäischen Flügels. Es gelang ihr, die Kämpfer in diesen Gebieten auf die eigene Seite zu ziehen. Melkonijan starb während des Kampfes gegen die Aserbeidschaner im Jahre 1993 in Berg-Karabach.
JCAG
Diese Organisation wurde im Jahre 1975 in Beirut von der Organisation Taschnak und ihrem Ausläufer in den USA, der armenischen Revolutionären Föderation als Konkurrenz der ASALA und Hindschak gegründet. Sie führt ihre Anschläge als militärischer Apparat der Organisation Taschnak durch. Ihr Name wurde zum ersten Mal nach dem Attentat vom 22. Oktober 1975 auf den türkischen Botschafter in Wien, Daniş Tunalıgil, weltweit bekannt. Als Ziel der Organisation wurde "die Gründung des unabhängigen großen armenischen Staates" erklärt.
ARA
Die Organisation wurde in Frankreich gegründet. Ihre Name wurde zum ersten Mal nach dem Attentat vom 14. Juli auf den in Brüssel akkreditierten Verwaltungsattache Dursun Aksoy weltweit bekannt. Zu diesem Attentat bekannten sich auch die Terrororganisationen ASALA und JCAG. Es ist bekannt, dass die Organisation ARA den Rassismus verteidigt, den Methoden und Ansichten der ASALA von Grund auf widerspricht und außer der Terrororganisation "Gerechtigkeitskommandos des armenischen Genozids (JCAG)" der Organisation Taschnak und ASALA von allen anderen armenischen Terrororganisationen und Institutionen unterstützt wird. Es ist bekannt, dass diese Organisation sowohl theoretisch als auch praktisch ihre Handlungen parallel zur JCAG ausübt.
Der Traum des Großen Armeniens
Die erste Idee eines "Großen Armenien" wurde von dem armenischen Staatspräsidenten Levon Ter-Petrosjan aufgeworfen. Die Ideen und die Geschichte des in Aleppo/Syrien geborenen Ter-Petrosjan beruhen auf den Theorien der armenischen Kommunistischen Partei1, die die einzige Partei während der Periode der Sowjetunion in Armenien war.
Ter-Petrosjan ist der leitende Organisator, der die Berg-Karabach-Frage und der ab 1987 in Armenien zunehmenden Demonstrationen an die Tagesordnung brachte. Mit dem Ziel, Berg-Karabach vom Aserbeidschan zu trennen und an Armenien anzuschließen, gründete er im Februar 1988 das "Karabach-Komitee". Im November 1989 hat diese Organisation ihren Namen in "Armenische Nationalbewegung" geändert.
Während der Zeit der Parteibildung erhielt Ter-Petrosjan bei den Wahlen im Mai 1990 die meisten Stimmen und wurde am 4. August 1990 armenischer Obersowjetpräsident. Nachdem er die meisten Stimmen bei der Staatspräsidentenwahl erhielt, erklärte er im Sommer 1991 die Unabhängigkeit Armeniens. Am 21. Dezember 1991 unterzeichnete er die Almata-Deklaration. Somit wurde Armenien Mitglied der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Anfang 1992 wurde Armenien Mitglied der Organisation für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Vereinten Nationen.
Zur gleichen Zeit verletzte die armenische Republik die Vorschriften der internationalen Abkommen, ihre eigenen Pflichten, die Prinzipien von Helsinki und der OSZE und besetzte das unter der Regierung von Aserbeidschan stehende autonome Gebiet Berg-Karabach. Abgesehen von der Besetzung dieses Gebietes, verübte Armenien einen Völkermord an den aserbeidschanischen Türken in diesem Gebiet2.
In seiner ersten Erklärung nach den Wahlen im Jahre 1990, forderte Ter-Petrosjan von den internationalen Organisationen die Anerkennung des Völkermordes im Jahre 1915.3
Ter-Petrosjan besuchte am 08. August 1994 US-Präsident Bill Clinton im Weißen Haus. Unter den Teilnehmern dieses Treffens befanden sich auch der Führer der Taschnak, Pater Rafael Andonyan von der armenischen Kirche, Erzbischof Mesrob Aschdschijan, Erzbischof Hajag Barsamjan und Erzbischof Vahe Howsepjan. Schwerpunkt dieses Treffens waren Themen über die Probleme Armeniens, die von der Türkei und Aserbeidschan verursacht werden, sowie die Anerkennung des Völkermords.4
Der Clinton-Besuch von Ter-Petrosjans erregte große Aufmerksamkeit. Denn in den vergangenen zehn Jahren wurde zum ersten Mal von einem US-Präsidenten eine solche Versammlung veranstaltet. Außerdem wurde die Diskussion über den sogenannten Völkermord zwischen einem US-Präsidenten und dem armenischen Präsidenten als eine neue Situation bewertet.
FUSSNOTEN: 1) Die Armenische Kommunistische Partei hat ihren Namen im Jahre 1993 in "Armenische Demokratische Partei" geändert. Unter den Ideologien der Partei befinden sich die Bestrebungen der Annerkennung der Unabhängigkeit des Gebietes Berg-Karabach seitens der Weltöffentlichkeit sowie Behauptungen nach Territorien innerhalb der türkischen Grenzen. 2) Massaker (Album), Istanbul 1993; The Tragedy of Nagorno Karabakh, Ankara 1993, S.13, 15-16; Yankı., 3.7.1995, S.36. 3) Yankı, 3.7.1995. 4) The Armenien Reporter, 13.8.1994
Die armenischen Kongresse
Pariser Kongress(1979)
Der erste Weltkongress der armenischen Organisationen wurde vom 3. bis 6. September 1979 veranstaltet. An diesem Kongress nahm die Organisation ASALA mit ausschlaggebender Macht teil und spielte eine bedeutende Rolle. Der Kongress wirkte sich auch auf die armenischen revolutionären Kräfte in Frankreich aus. Dadurch wurde vor allem eine Teilnahme an den Terrororganisationen gewährleistet. Man kann das Ziel des Kongresses mit diesen Wörtern kurz zusammenfassen: "Die Vereinigung und Organisation der Weltarmenier unter einer Idee und einer Fahne, sowie nach Bewertung der politischen Lage die Einleitung der territorialen Forderungen".
Hier einige der beim Kongress gestellten Anträge:
a. Beendigung der Konflikte zwischen den Parteien und Konfessionen, Gründung eines "Zentralkomitees".
b. Maßnahmen, welche die Assimilation der Diaspora-Armenier beenden sollen.
c. Zur Verfügung stellen der militärischen Theoretiker und Strategiefachmänner, die bei den Anschlägen und Aktionen erforderlich sind.
Die bei diesem Kongress gefassten Beschlüsse lauten wie folgt:
a. Die Bewegung Pan-Armenismus wird beschleunigt, der Begriff "Armenier" wird im Umfeld der Diaspora politisiert und es wird eine "armenische Kraft" auf der Welt geschaffen.
b. Die Möglichkeiten der Unterstützung der in den Sowjet Sozialistischen Republiken befindlichen Armenier in der Armenier-Frage werden untersucht. Die erforderlichen Unterstützungen werden gewährleistet.
c. Territoriale Forderungen und Ansprüche werden direkt an die Türkei gestellt.
d. Der armenischen Kirche wird ein nationaler Charakter verliehen.
e. Arbeiten zur Gründung einer armenischen Bank werden aufgenommen.
f. Zentralbüros müssen gegründet werden. Die Sende- und Kommunikationsmöglichkeiten müssen entwickelt werden.
Nach dem Kongress in Paris intensivierten sich die Terror- und Gewaltakte der Armenier. Dadurch erhielt die Terrororganisation ASALA neue Perspektiven und wurde noch mächtiger. In den Vereinigungsbemühungen begann eine wirksame Periode. Die Waffenschulungen und Übungen wurden in verschiedenen Zentralen und an verschiedenen Orten erhöht.
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, S.CCVI.
Lausanne Kongress(1983)
Der Kongress in Lausanne wurde in einer Zeit veranstaltet, als die armenischen Terrorakte große Dimensionen einnahmen und die Weltöffentlichkeit allmählich die Armenier und Terroristen zu kritisieren begann. Der Kongress trug die Bedeutung "der Vereinigung der armenischen Politik und die Gewährleistung einer einheitlichen Bewegung". An diesem Kongress, an dem die Organisation ASALA nicht teilnahm, waren die Organisationen, die sich für die Gewaltanwendung aussprachen, in der Minderheit. Infolge des Kongresses kam es bei der Taschnak und ASALA zu Trennungen. Kleinere Unter-Terrororganisationen und -einheiten verhielten sich willkürlich und verübten ihre Atkionen, als ob sie neue Organisationen wären. Ein Großteil von diesen Organisationen wurde aufgelöst. Die Kämpfer wurden verhaftet und verurteilt.
Wichtige Themen der Tagesordnung des Kongresses und Anträge waren die folgenden:
a. Es muss eine Gründungsdelegation gebildet werden, die grundlegende Politik ist festzulegen, die grundlegenden Meinungen über territoriale Ansprüche sind festzulegen, diese Forderung muss auf einer gemeinsamen Grundlage basieren.
b. "Es muss eine nationale Befreiungsbewegung gegründet werden, die nationale und demokratische Ideen vertritt.”
c. Dieser Kongress muss demokratische und parlamentarische Eigenschaften, wie die Weltkongresse der Juden, erwerben.
Folgende Beschlüsse wurden in Lausanne gefasst:
a. Damit dieser Kongress eine parlamentarische und demokratische Eigenschaft erwerben kann, werden die notwendigen Vorbereitungen eingeleitet und ein "Grundgesetz" vorbereitet.
b. Die Gründungsdelegation wird sowohl die Vorbereitungen für ein Grundgesetz durchführen, als auch verschiedene politische Ideen zu einer Synthese zusammenstellen und dem Text hinzufügen.
c. Die Arbeiten dieses Kongresses werden mittels einer Deklaration der Weltöffentlichkeit bekannt gegeben.
Der Kongress in Lausanne wurde mit verschiedenen Diskussionen zu Ende geführt. Zudem herrschte eine große Unordnung. Obwohl die Gemäßigten den Kongress beherrschten, konnten sie keine wichtigen Entwicklungen verzeichnen. Nach diesem Kongress wurden die Auseinandersetzungen fortgesetzt und Trennungen begannen.
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, s.CCVII.
Sevres Kongress(1985)
Vom 7. bis 13. Juli 1985 wurde in Sevres der als "III. Weltkonrgess der armenischen Organisationen" bekannte Kongress abgehalten. Hauptziel des Kongresses war die Annahme des ausgearbeiteten "armenischen Grundgesetzes". Damit wurde versucht, eine "Einheit" zu gründen, damit die Armenier auf der ganzen Welt vertreten werden können.
Bei dem Kongress, an dem sich die ASALA nicht beteiligte und die Terrororganisationen offiziell nicht vertreten wurden, führte die Vertretungseigenschaft der Taschnak zu langen Diskussionen.
Die beim Kongress unterbreiteten Vorschläge und gefassten Beschlüsse waren die folgenden:
a. "Einziges Armeniertum, einziges Ziel, einziger Kampf, einzige Stimme" wurden als Slogan vorgeschlagen und angenommen.
b. Es wurde behauptet, dass die Bestimmungen von Sevres immer noch gültig sind und die von Lausanne hingegen nicht mehr.
c. Der Antrag, die ASALA nicht mehr zu unterstützen, wurde angenommen..
d. Der Antrag über einen ständigen Kampf gegen die Türkei wurde anerkannt.
e. Der Antrag zur Unterstützung Griechenlands und der griechischen Seite von Zypern, die ihren Kampf gegen die expansionistische Politik der Türkei fortsetzen, wurde angenommen.
f. Der Antrag, dass dem Kongress die selbe Eigenschaft wie dem "palätinensischen Nationalrat im Exil" verliehen wird, wurde unter der Bedingung der Beobachtung der Entwicklungen angenommen.
Die beim Sevres Kongress gefassten Beschlüsse sind die folgenden:
a. Das vorbereitete "armenische Grundgesetz" wurde vom Kongress anerkannt.
b. Der Kongress nahm den Vorschlag der Einleitung einer vielseitigen Strategie zur Erreichung der Ziele an. Demnach wurde beschlossen:
- Zur Bekämpfung des türkischen Kolonialismus werden, wie bei armenischen und anderen Völkern auch, mit den in der Türkei existierenden fortschrittlichen und revolutionären Bewegungen Partnerschaften eingegangen. Ferner ist beschlossen worden, dass der Kampf des armenischen Volkes mit den Kämpfen anderer Völker in absoluter Verbindung steht.
- Während der armenische Weltkongress bekannt gibt, dass er keine Beziehung zu anderen Staaten und Mächten pflegt, werden Hilfen und Unterstützungen angenommen, die den Kampf der armenischen Völker würdigen.
c. Der Kongress hat beschlossen, den Staaten, die den Friedensvertrag von Lausanne unterzeichneten, also den Vereinten Nationen, der Sowjetunion, der armenischen Sowjetrepublik, der USA, dem Europarat, der Unabhängigen Blockbewegung mitzuteilen, dass "das armenisches Volk, das einziges Volk ist, das nicht von der Auflösung des Kolonialismus profitiert hat.” Dieser Entschluss wurde umgesetzt.
d. Ein weiterer Beschluss dieses Kongresses ist, die Türkei zur Anerkennung des (angeblichen) Völkermordes im Jahre 1915 zu zwingen. Im Falle der Anerkennung werde der Weg zur Befreiung der Territorien geebnet. In diesem Zusammenhang wurden den betreffenden Behörden Erklärungen geliefert und Anträge gestellt.
e. Der Kongress hat den Antrag einer Danksagungsbotschaft an die Sowjetunion, die sich für die Wahrung der armenischen Kultur im sowjetischen Armenien eingesetzt hat, beschlossen.
Während bei dem Kongress die Sowjetunion gelobt wurde, weil sie den Völkermord anerkannt und der Schriftsteller Zrtisan im Jahre 1985 in der Zeitung Prawda einen Artikel zu diesem Thema veröffentlichte, wurde die USA kritisiert, da sie den Gesetzesentwurf über den Völkermord nicht durchsetzen konnte.
QUELLE: Uras, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, s.CCVIII
Die armenische Verfassung
Die Vorstellungsrede des armenischen Grundgesetzes während des "Dritten Armenischen Weltkongresses", der auch als Sevres-Kongress (1985) bekannt ist, hielt der Kongressvorsitzende, Priester James Karnusijan. Er vermerkte, die Armenier würden aufgrund ihrer Trennung viele Schwierigkeiten haben. Für die Überwindung dieser Unruhen und zur Gewährleistung der armenischen Einheit gebe es keine andere Lösung als die "vereinigte Gruppe". Der "Grundgesetz" genannte Text beinhalte in diesem Zusammanhang alle Ansichten für dieses Ziel.
Neutrale Beobachter erklärten, im Falle der Einführung des armenischen Grundgesetzes würden sich "alle Institutionen und Organisationen, die sich für den armenischen Kampf einsetzten, unter einem Dach vereinen."
Im Grundgesetz wurden die Vorhaben und Ziele des "armenischen Kongresses" im allgemeinen mit den folgenden Artikeln dargestellt:
a. Vereinigung aller zerstreuten Armenier für den Aufbau einer Struktur.
b. Die Anerkennung des Kongresses von der ganzen Welt.
c. Ausnutzung aller diplomatischen und politischen Wege, um die von der Türkei besetzten Gebiete zu befreien.
d. Vorbereitungen für die Rückkehr der Armenier in ihr Vaterland einleiten.
e. Die Kongresszentrale wird in der Schweiz sein.
f. Der armenische Nationalkongress wird Institutionen wie das Plenum und den Verwaltungsrat bilden.
QUELLE: Uras, Eat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, s.CCIX.
Die Ziele der armenischen Versammlungen
Es ist bekannt, dass im historischen Prozess der Armenier-Frage verschiedene armenische Kongresse auf Forderung der armenischen Terrororganisationen, Kirchen und auf Einladung von einigen Staaten, veranstaltet wurden. Der Großteil dieser Kongresse wurde von den Terrororganisationen Taschnak und Hindschak veranstaltet. Bei diesen Kongressen, die die Mitglieder der Organisationen, betreffende Armenier und Kirchenvertreter zusammenkommen ließen, wurden unter den gegenwärtigen Umständen die Lage und Möglichkeiten der Organisationen sowie ihre Aktionen erörtert. Ferner wurden Beschlüsse gefasst, die praktisch nicht durchgeführt werden konnten.
Zwischen 1973 bis 1985, der Periode des neuen armenischen Terrors, wurden unter den Namen "Kongresse der Weltarmenier" bzw. "Kongresse der Organisationen der Weltarmenier" im Jahre 1979 in Paris, im Jahre 1983 in Lausanne und im Jahre 1985 in Sevres Kongresse veranstaltet. Durch diese Kongresse wurde versucht, Botschaften an die Weltöffentlichkeit, die armenischen Einheiten sowie den Mitgliedern der armenischen Terrororganisationen zu vermitteln. Unter der Führung des Priesters James Karnusijan wurde ein Kongress veranstaltet, bei dem der Text des "Armenisches Grundgesetzes" anerkannt wurde.
Die hauptsächlichen Ziele der Kongresse während der genannten Periode wurden als "Gewährleistung der Vereinigung und Einheit der Armenier", "Die Durchführung der politischen Wünsche und Forderungen von einer Zentrale aus" sowie "die Vereinigung der armenischen Terrororganisationen unter einem Dach und die Gewährleistung der Einheit der Kräfte" dargestellt. Mit der Durchführung von Propagandatätigkeiten und psychologischen Operationen sollte der Widerspiegelung dieser Aktivitäten in der Weltöffentlichkeit Priorität eingeräumt werden.
Ein weiteres Ziel dieser Kongresse war die Anpassung und Entwicklung der armenischen Terrororganisationen untereinander. Auf diese Weise könnten sämtliche Ereignisse und terroristische Aktivitäten mit der armenischen Weltgemeinde in Verbindung gestellt werden. Auch könnte so, wenn nötig, eine Kräfte- und eventuell eine Fronteinheit gewährleistet werden.
Die gemeinsamen Eigenschaften dieser Kongresse sind folgende:
a. In sämtlichen Kongressen wurden den bewaffneten Kämpfen Priorität eingeräumt. Unter den Organisationen, die diesen Kampf für günstig hielten und den anderen Organisationen, die diese Art und Weise des Kampfes nicht gut hießen, kam es später zu Auseinandersetzungen sowie Spaltungen. Die ASALA hat sich nach dem Kongress im Paris im Jahre 1979 an keinem der weiteren Kongressen beteiligt bzw. wurde der ASALA die Teilnahme untersagt.
b. Während der Kongresse wurden beschlossen, alle gefassten Entschlüsse an internationale Organisationen bzw. Institutionen zu schicken und die gefassten Entschlüsse auf internationalen Foren zu diskutieren. Diesbezügliche Möglichkeiten wurden gesucht.
c. Die Vereinigung der Armenier unter einem Dach und ihre Vertretung wurde zu einem der wichtigsten Themen. Doch konnte man keine Einmündigkeit über die Verwirklichung dieses Vorhabens erzielen. Der als "Grundgesetz" bezeichnete Text beinhaltet in diesem Sinne eine Vorbereitungszeit.
d. Die Teilnehmerzahl an den Kongressen nahm allmählich ab.
Es wurde beobachtet, dass während der Kongresse Meinungsverschiedenheiten aufkamen. Aber es wurden keine konkreten Maßnahmen zur Beseitigung dieser Meinungsverschiedenheiten ergriffen.
QUELLE: Uras, Eat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni Meselesi, Istanbul, 1987, s.CCV.
Propaganda
Um den sogenannten Völkermord auf der Tagesordung der Weltöffentlichkeit festzuhalten, sahen die Armenier während der ganzen Geschichte hindurch Aufstände und Terroraktionen als Propagandamittel. Um ihr Ziel eines “Großen Armeniens” zu verwirklichen, haben sie Absichten verfolgt, die man als sogenannten “Vier T-Plan” bezeichnen kann. Dieser Vier T-Plan stützt sich auf folgende Begriffe: Tanıtım (Bekanntmachung), Tanınma (Anerkennung), Tazminat (Entschädigung), Toprak (Boden). In anderen Worten, die Armenische Frage wird der Welt auf dem Weg des Terrors bekannt gemacht, der sogenannte Völkermord wird seitens der Weltöffentlichkeit akzeptiert und von der Türkei anerkannt, aufgrund des sogenannten Völkermordes werden von der Türkei Entschädigung und Boden zuerkannt werden!....
Diese Ansprüche werden hauptsächlich durch folgende Behauptungen begründet:
1. Die Türken haben Armenien besetzt und den Armeniern Boden weggenommen.
2. Türken haben seit dem Krieg von 1877-78 die Armenier dem systematischen Mord ausgesetzt.
3. Die Türken haben seit 1925 die Armenier einem geplanten Völkermord ausgesetzt.
4. Es sind geheime Befehle von Talat Paşa zur Ausübung des Völkermordes an den Armeniern vorhanden.
5. Die Anzahl der während des Völkermordes um ihr Leben gekommenen Armenier beträgt 1,5 Millionen.
Alle diese Behauptungen halten einer objektiven Untersuchung nicht stand:
- Es ist offensichtlich, dass kein armenischer Staat existierte, als die Türken zum ersten Mal Anatolien betraten, und damit kann von der Enteignung des Landes der Armenier nicht die Rede sein.
- Die durch die Armenier gestifteten Aufstände und durchgeführten Massenmorde nach dem osmanisch-russischen Krieg von 1877-78 wurden bereits oben erwähnt. Es ist nun auch aufgeklärt worden, dass diese Haltung der Armenier in der Absicht, sich für ihre Propaganda im Westen einen Boden zu schaffen, angenommen wurde.
- Ferner wurde darauf hingewiesen, dass die Ereignisse im Jahre 1915 eine reine Umsiedelungsaktion war, die die osmanische Regierung gegen jene Armenier durchführte, die ihnen in den Rücken fielen. Außerdem wird in diesem Zusammenhang gemäß der Definition des Begriffes "Völkermord" im Vertrag der Vereinigten Nationen für die Entstehung des Deliktes vorausgesetzt, dass eine Regierung beabsichtigt, ein Volk vollständig zu vernichten.
Indessen wurde die Existenz der Regierungserlasse zur vollständigen Gewährleistung der Sicherheit und Wohlbefinden der Armenier, die der Umsiedelung ausgesetzt waren, nachgewiesen. Andererseits ist ein wesentlicher Teil der osmanischen Archive zur Forschung den Historikern geöffnet worden, und wird auch nach und nach mit der Einordnung weiter geöffnet. Die Untersuchung dieser Unterlagen wird offenlegen, dass die Behauptungen der Armenier gegenstandslos sind.
- Letztendlich ist infolge der Untersuchungen von zwei türkischen Historikern zweifelsfrei dargelegt worden, dass die "Urkunden", die zum ersten Mal durch einen Armenier Namens Andonyan hinsichtlich der geheimen Befehlen von Talat Paşa, an den Armeniern Völkermord auszuüben, vorgebracht und jahrelang als der grundlegende Beweis für die Gültigkeit der armenischen Behauptungen anerkannt wurden, vollständiges Werk einer Fälschung sind.
- Diese Telegramme wurden im Jahre 1919 in England in der Zeitung Daily Telegraph veröffentlicht. Es wird geglaubt, dass die Osmanen, nachdem die Kräfte von General Allenby Aleppo und die Umgebung in einer kürzeren Zeit als vorgesehen besetzt hatten, nicht alle Urkunden vernichten konnten und dieses Telegramm in die Hände von Allenby geraten ist. Das englische Außenministerium hat aufgrund dieser Behauptung die Angelegenheit bei dem Kommando der Besatzungsmächte nachgefragt. Schließlich wurde erfahren, dass diese Urkunde nicht durch Allenby entdeckt, sondern durch eine armenische Gruppe in Paris vorgebracht wurde. Die diesbezügliche Unterlage ist im englischen Staatsarchiv vorhanden.
Diese Telegramme wurden in der Gerichtsverhandlung von Tehliryan, dem Mörder von Talat Paşa, in Berlin vorgebracht und fünf davon wurden durch den Expertenausschuss als echt anerkannt und in die Verhandlung eingezogen. Indessen zeigte die Art der Fassung der Telegramme und das Papier, dass sie keine osmanischen Urkunden waren, und es ist, wie es vorstehend erwähnt wurde, bewiesen worden, dass es sich um Fälschungen handelt.
Auch die Behauptung, es seien 1,5 Millionen Armenier ums Leben gekommen, hat keinen gültigen Bestand. Die Zahl der armenischen Gesamtbevölkerung betrug, wie durch viele Quellen dieser Periode bestätigt werden kann, etwa 1,3 Millionen. Also ist es nicht möglich, dass es bei einer Bevölkerung von 1,3 Millionen 1,5 Millionen Tote geben kann. Es sind keine Urkunden oder Methoden vorhanden, um die Zahl der ums Leben gekommenen Armenier festzustellen. Zum Beispiel teilte Bogos Nubar, der Führer der armenischen Delegation, die an der Friedenskonferenz in Lausanne teilnahm, mit, dass in der Türkei insgesamt 280.000 Armenier lebten und 700.000 Armenier in andere Länder ausgewandert seien. Wenn diese Angaben richtig sind, müsste sich der Verlust der Armenier auf 300.000 beschränken, da die Gesamtbevölkerung der Armenier 1,3 Millionen war. In dieser Zahl sind diejenigen, die in den Bandenbewegungen oder auf der Seite der Russen ums Leben gekommen sind, eingeschlossen. Außerdem ist nicht zu vergessen, dass in derselben Periode etwa 3 Millionen Muslimen, also das zehnfache dieser Verluste, um ihr Leben gekommen sind.
In der Auflage von 1918 der Encyclopedia Britannica wird die Zahl der getöteten Armenier mit 600.000 angegeben. Die Auflage des Jahres 1968 desselben Werkes gibt eine Zahl mit 1,5 Millionen an. Die Zahl die Getöteten steigt auf dem Papier.
Nach dem Krieg wurde in Istanbul das Mustafa Paşa Kriegsgericht, bekannt als Nemrut Mustafa Paşa, gegründet. Da die Paşas Enver, Talat und Cemal sowie Dr. Nazım geflüchtet waren, waren die zurückgebliebenen verhaftet worden. Die Liste der zu verhaftenden Personen wurde durch die Engländer vorgegeben. So wurden vier Personengruppen verhaftet.
1. Jene, die im Krieg unmenschliche Handlungen gegenüber Armenier und Griechen ausübten
2. Jene, die gegen die Kriegsregeln verstoßen haben
3. Jene, die gegen die Bedingungen des Waffenstillstandes verstoßen haben
4. Jene aus den kaukasischen Kräften, die gegen die Befehle der Alliierten verstoßen haben (diese waren die aserbaidschanischen Türken).
Es wurde vorerst beantragt, die Verhafteten in Istanbul vor Gericht zu stellen. Jedoch hatten die Besatzungsmächte, als ihr Begehren nicht entgegengenommen wurde, die Verhafteten nach Malta befördert. Ein Großteil dieser waren wegen eines armenischen Völkermordes Verurteilte. Die Engländer waren auf Beweissuche, was mehr als ein Jahr dauerte. Die Verhaftungen erfolgten auf Anzeige, auch die Anzeigebriefe sind in den Akten vorhanden. Die englische Regierung hatte bei der Königlichen Staatsanwaltschaft nachgefragt, ob gegen diese Personen Klage erhoben werden sollte. Die Staatsanwaltschaft entgegnete, es seien keine Beweise vorhanden, die deren Verurteilung ermöglichen könnte. England begnügte sich damit nicht und beauftragte ihre Botschaft in Washington, in den amerikanischen Archiven nach Beweisen zu suchen. Die Botschaft teilte per Telegramm mit, es sei keine einzige Unterlage gefunden worden.
Die Telegramme im Buch von Andonian, die heute als Beweis des Völkermordes vorgeführt werden, waren damals im Besitz der Engländer. Wenn diese echt gewesen wären, hätte man auf diese zurückgegriffen und die Verhafteten verurteilt. Wenn es eine türkeifeindliche Regierung, wie die Regierung von Lloyd George, die alles, was sie gegen die Türkei in der Hand hatte, benutzen würde, diese Verurteilung nicht durchgeführt hatte, dann tat sie es deswegen nicht, weil es nichts zu beweisen gab.
Während der Umsiedelung wurde der Armenien Relief Society erlaubt, ihre Tätigkeit auszuüben und die Zuwendungen aus Amerika zu verteilen. Die osmanische Regierung soll einerseits den Völkermord an den Armeniern beschlossen, und andererseits Fremde eingeladen um den Massenmord zu beobachten? Das ergibt keinen logischen Zusammenhang.
Deswegen ist es offensichtlich, dass von einem unbewiesenen Völkermord nicht die Rede sein kann.
Heute legen zahlreiche Urkunden nicht den sogenannten armenischen Völkermord, sondern die armenische Tyrannei auf die Anatolier dar. Die Tabelle im nächsten Abschnitt widerspiegelt die ausschlaggebenden Tatsachen in dieser Hinsicht.
Von armenischen Terroristen ermordete türkische Diplomaten
Die Armenier haben, um ihre Pseudo-Genozids-Behauptungen an der Tagesordnung halten zu können, stets an blutige Methoden gehalten. Die Armenier, die während des Ersten Weltkrieges ihre Pseudo-Genozid-Behauptungen durch Rebellionen und Massaker der Welt mitteilen wollten, wendeten sich nach den 70er Jahren Attentaten an ausländischen Repräsentanten der Türkei zu. Die erste Aktion in diesem Rahmen sind die Attentate auf den Los Angeles Großbotschafter Mehmet Baydar und den Konsul Bahadır Demir durch den Armenier Gurgen Yanikan 1973. Diese individuelle Aktion entwickelte sich ab 1975 zu organisiertem Armenier Terror. Nach dem Jahr 1979, in welchem die inneren Unruhen auf dem Hochpunkt gipfelten, konnte ein Anstieg in der Rate der armenischen Terroraktionen gegen Türkische Diplomaten beobachtet werden. Die armenischen Terroristen übten in 38 Städten von 21 Ländern, 39 bewaffnete Anschläge, 70 Bombenanschläge und ein Anschlag in Form einer Besetzung, insgesamt 110 Terroranschläge aus. Bei diesen Angriffen haben 42 unserer Diplomaten und 4 Ausländer ihr Leben verloren, 15 Türkische und 66 Ausländische Staatsangehörige wurden verletzt. Die armenischen Terror Organisationen haben auf die Reaktionen der Außenwelt hin in den 80er Jahren ihre Taktik geändert und schlossen sich mit der Terror Organisation PKK zusammen und gaben die Showbühne dieser Organisation ab.
VON ARMENISCHEN TERRORISTEN ERMORDETE TÜRKISCHE DIPLOMATEN
Wegen des angeblichen armenischen Völkermordes wurden viele Diplomaten und Beamten, die die türkische Republik im Ausland vertraten, durch armenische Terroristen ermordet. In der nachfolgenden Tabelle sind die türkischen Diplomaten und Beamten, die durch armenische Terroristen ermordet wurden, aufgeführt: Ermordete türkische Diplomaten, Beamten und Staatsbürger
Datum Stadt Titel Name
27.01.1973 Santa Barbara
Generalkonsul Mehmet BAYDAR Konsul BAHADIR DEMIR
22.10.1975 Wien Botschafter Daniş TUNALIGIL 24.10.1975 Paris Botschafter İsmail EREZ
Fahrer Talip YENER
16.02.1976 Beirut Erster Sekretär Oktar CİRİT 09.06.1977 Vatikan Botschafter Taha CARIM 02.06.1978 Madrid
Botschafter NECLA KUNERALP Pensionierter Botschafter Beşir BALCIOĞLU
12.10.1979 Den Haag Sohn des Botschafters
AHMET BENLER
22.12.1979 Paris Berater für Tourismus
Yılmaz ÇOLPAN
31.07.1980 Athen administrativer Attaché Galip ÖZMEN
Tochter des administrativen Attachés NESLIHAN ÖZMEN
26.09.1980 Paris Presseberater Selçuk BAKKALBAŞI 17.12.1980 Sydney Generalkonsul Şarık ARIYAK
Attaché für Sicherheit, Security Attache Engin SEVER
04.03.1981 Paris Attaché für Arbeitsangelegenheiten
Reşat MORALI Religionsberater, Counsellor for Religiotis Affairs Tecelli ARI
09.06.1981 Genf Sekretär M. SAVAŞ YERGÜZ 24.09.1981 Paris Attaché für Sicherheit Cemal ÖZEN 28.01.1982 Los Angeles Generalkonsul Kemal ARIKAN 08.04.1982 Ottawa Handelsberater Kani GÜNGÖR 04.05.1982 Boston Ehrengeneralkonsul Orhan GÜNDÜZ 07.06.1982 Lissabon administrativer Attaché Erkut AKBAY 27.08.1982 Ottawa Militärattaché Colonel Atilla ALTIKAT 09.09.1982 Burgaz administrativer Attaché Bora SÜELKAN 08.01.1983 Lissabon Ehefrau des administrativen Attaché
Nadide AKBAY
09.03.1983 Belgrad Botschafter Galip BALKAR 14.07.1983 Brüssel admnistrativer Attaché Dursun AKSOY 27.07.1983 Lissabon Ehefrau des Beraters Cahide MIHÇIOĞLU 28.04.1984 Teheran Ehefrau des Sekretärs Işık YÖNDER 20.06.1984 Wien Arbeitsattaché Erdoğan ÖZEN 19.11.1984 Wien internationaler Beamter Enver ERGUN 07.10.1991 Athen Presseattaché Çetin GÖRGÜ 11.12.1993 Bagdad admnistrativer Attaché Çağlar YÜCEL 04.07.1994 Athen Berater Haluk SIPAHIOĞLU
Quellen - Orly Saldırısı Davası - Terror Attack At Orly, SBF yayınlar - Ermeni Terörünün Tarilıçesi, Enver Yararbaş,1985 - Izmir Ermeni Ihtilal Komitesi ve Terörü, Hayri Mutluçağ - The Annenian Murders in Our Century, Anadolu Basın Birliği - Yedekteki Taşeron : Asala - Armenian Atrocities and Terrorism, Assembly of Turkish American Association - Ermenilik faaliyetleri ve Ermeni Terörizmi. MIT 1985 - Ermeni faaliyetlerinin nedenleri. görünümü ve Karşı Tedbir, MIT,1969 - Ermeni Faaliyetlerinin Görünümü (Kronolojik Etüd 1965-1970), MIT,1970 - Ermeni Terörü, Mehmet Ali Birand,1983 - Sözde Katliamın 55.Yıldönümünde Ermeni Faaliyetleri, MIT,1986 - Osmanlıdan Günümüze Kadar Vesikalarla Ermeni Terörünün Kaynağı. Alper Gazigiray, 1982 - Ermeni Kilisesi ve Terör, Erdal Ilter ,1996 - Dünyada Ermeni Faaliyetlerinin Görünüşü, Dışişleri Bakanlığı, 1970 - Dünyada Ermeni Faaliyetleri, Dışişleri Bakanlığı 1970
Wichtige Fragen und Antworten
Was bedeutet der Völkermord?
Dieser Begriff ist die Definition einer Straftat und wurde mit dem Entschluss der Plenarsitzung der Vereinten Nationen vom 9. Dezember 1948 ratifiziert und trat am 11. Januar 1951 mit dem internationalen Abkommen über Vorbeugung und Bestrafung von Völkermord in Kraft. Die Türkei hat diesen Vertrag unterschrieben und ratifiziert.
Dem genannten Vertrag zufolge müssen folgende drei Faktoren verwirklicht worden sein, um von einem Völkermord ausgehen zu können: 1) Vor allen Dingen muss eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe vorhanden sein. 2) Diese Gruppe muss von der Tätigkeit, die in dem Vertrag aufgezählten "Tötung der Gruppenmitglieder" bis zur "Die Kinder einer Gruppe gewaltsam in eine andere Gruppe verziehen" und auch "Die physische Existenz der Gruppe beendenden Lebensvoraussetzungen unterwerfen" Tätigkeit beinhaltenden Behandlungen unterworfen werden. 3) Bei dieser erwähnten Gruppe muss "Die Absicht teilweise oder vollkommen zu vernichten" vorhanden sein.
Dieser Schlüsselabschnitt unterscheidet den Völkermord von den anderen "Menschenmorden", die sich auf Kriege und Aufstände etc. stützen. Die Mordtat verwandelt sich erst dann in einen Völkermord, wenn sie beabsichtigt ist, weil die Opfer Mitglied einer bestimmten nationalen, ethnischen oder religiösen Gruppe sind. Die Zahl der Opfer gewinnt nur dann an Bedeutung, wenn eine Absicht gegenüber der Gruppe nachgewiesen werden kann. Wie Sartre bereits im Zusammenhang mit dem Russel Gericht über den Vietnam-Krieg sagte "für die Erbringung eines solchen Beweises muss man die Ereignisse objektiv untersuchen".
QUELLE: Soysal Mümtaz, Orly Angriffsprozess 19. Februar - 2. März 1985, Zeugen- und Anwaltserklärungen, Volkswirtschaftliche Fakultät der Universität Ankara, 1985, Seite 8.
Was geschah am 24. April 1915?
Der 24. April 1915 ist das Datum, an dem der osmanische Staat mit den Festnahmen im Zusammenhang mit dem armenischen Terror und der Terrorisierung begann, die in allen Winkeln Anatoliens anfingen und bis zu dem damaligen Staatspräsidenten in Istanbul gerichteten Attentats fortführten. Sowie die jeder Grundlage entbehrenden Behauptungen des Völkermordes, ist auch der 24. April, das Datum für die öffentliche Bekanntmachung eines Anfangs des angeblichen Völkermordes von der historischen Wahrheit entfernt.
Nach dieser Verbreitung wurden 2.345 Personen verhaftet, weil sie die öffentliche Ordnung in Istanbul störten. Wenn dies ein Völkermord wäre, dann wären von den 82.880 Armeniern nicht nur die 3 %, die den 2.345 Personen entsprechen, sondern noch mehr Armenier verhaftet worden.2
Der eigentliche Grund, warum die Armenier dauernd dieses Datum ausnutzen, ist die Verhaftung der führenden Persönlichkeiten, die Anführer bei den späteren Armenier- Ereignissen sein wollten. Mit diesen Verhaftungen wurde vielleicht die in der Geschichte gegen die Türken geplanten, größer Blutbäder, verhindert. Das ist eigentlich die Lage, die die Armenier nicht erdulden können.
Anmerkungen: 1) Ministerpräsidium Archiv, osmanische Regierung- Innendienst Überwachung- Direktionsposten der öffentlichen Sicherheit, Akte 52/96-98/ außerdem ATASE Archiv des großen Generalstabes, Nr. 1/2, Ordner 401, Akte 1580, Verzeichnis 9-3 2) Süslü, Azmi, Die Armenier in der Türkischen Geschichte, S. 223-226
Was bedeutet die Umsiedlung? Ist es ein Völkermord?
Es kommt häufig vor, dass in diese Wörter, die in der mündlichen und schriftlichen Sprache benutzt werden, eine andere Bedeutung hinzugefügt wird, als sie in der jeweiligen Sprache eigentlich haben und haben sollten. Dieses Thema kommt besonders bei demagogischen Diskussionen und bei Ausnutzungen von sensiblen Themen vor.
"Umsiedelung" ist ein Beispiel dieser Wörter. Dieses Wort ist von arabischer Abstammung, kommt vom Verb "hecera" und ist ein Infinitivname. Es trägt die Bedeutung "von einem Ort zum Anderen einwandern oder auswandern lassen" (Immigration, Emigration). Dieses Verb trägt nicht die Bedeutung einer Verbannung oder Deportation. Denn diese Bedeutung wird im Arabischen mit den Infinitiven wie "nefy, ib'ad itikal, ısikar" ausgedrückt. Ohnehin ist der eigentliche Name des Gesetzes, das als Umsiedelung bekannt ist, das "Zwangsumsiedlungsgesetz". Bei der Erzählung dieses Ereignisses ist auch häufig der Ausdruck "Entfernung/Verziehen" benutzt worden und wurde in westlichen Sprachen niemals als "Deportation, Verbannung und Ächtung", welche die Bedeutung von Verbannung tragen, benutzt.
Trotzdem wählten Armenier und manche westliche Schriftsteller, bewusst oder auch oftmals um das Ereignis zu dramatisieren, die Begriffe, die die Bedeutung von Verbannung haben. Dies wiederum ist sowohl von historischer Seite als auch von philologischer Seite ein absichtlich begangener Fehler.
QUELLE: Süslü, Azmi, Die Armenier und das Umsiedelungsereignis 1915, Veröffentlichung der Universität des 100 ten Jahres, Ankara, 1990.
Die Bevölkerungszahl der Armenier vor und nach der Umsiedlung?
Der Stand der armenischen Einwohnerzahl vor und nach der Umsiedlung ist das von den Mitgliedern der armenischen Komitees und deren gegenwärtigen Unterstützern am meisten ausgenutzte Thema. Trotz der während der Kriegszeit festgehaltenen Angaben, der offiziellen Zahlen, der Kirchenregistrierungen, den Informationen über die armenische Einwohnerzahl, die in den Berichten der ausländischen Mission festgehalten wurden und in anderen Dokumenten, wird die Einwohnerzahl der Armenier drei mal so hoch angegeben, als sie es war. Somit versucht man die Behauptungen nach einem Völkermord an Armeniern zu unterstützen. Manche der angegebenen Zahlen überschreiten sogar die gegenwärtige armenische Bevölkerungszahl auf der Welt um einiges. Aus diesem Grund wurden seriöse Quellen über Einwohnerzahlen vergleichend studiert und in den folgenden Punkten bewertet.
a. Die Einwohnerzahl der Armenier vor der Umsiedelung:
Über die Einwohnerzahl der Armenier, die im osmanischen Staat lebten, gibt es viele Spekulationen. Diese können wir wie folgend erklären;
Nach Angaben armenischer und ausländischer Quellen ist die Einwohnerzahl der Armenier im osmanischen Staat wie folgend:
- Dem britischen Jahresbericht von 1917 zufolge; 1.056.0001 - Dem Patriarchen Ormanyan zufolge; 1.579.0002 - Dem Werk "Armenien und Armenier" von Kevork Aslan zufolge lebten in Anatolien 920.000, in Kilikien (Adana, Sis, Maraş) 180.000, in anderen osmanischen Gebieten 700.000, also insogesamt 1.800.0003 - Dem deutschen Papst Johannes Lepsius zufolge; 1.600.0004 - Cuinet zufolge; 1.045.0185 - Dem französischen gelben Buch zufolge; 1.475.0116 - Basmaciyan zufolge; 2.280.0007 - Dem Patriarchen Nerses Varjabedyan zufolge; 1.150.0008
Den offiziellen Dokumenten des osmanischen Staates zufolge betrug die armenische Bevölkerungszahl wie unten aufgezählt:
Ausländer versuchen die osmanischen Dokumente zu übersehen. Doch die zuverlässigsten Zahlen zu diesem Thema sind selbstverständlich in offizielle Dokumente zu finden. Wie schon zuvor auch wurde die armenische Einwohnerzahl 4, sogar 5 mal größer gezeigt, als sie war. Auf dem Berliner Kongress in 1878 zum Beispiel haben die Armenier, die ein unabhängiges Armenien haben wollten, die Ansicht verteidigt, dass in den ostanatolischen Städten 3.000.000 Armenier lebten. Doch als im Berliner Abkommen von den Christen Steuern erhoben wurden, sank die armenische Einwohnerzahl sogar unter die von den Osmanen angegebene.
Das Generaldirektorat für Statistiken des osmanischen Staates wurde im Jahre 1892 gegründet. 1892 war Nuri Bey, von 1892-1897 ein Jude namens Fethi FRANCO, von 1897-1903 ein Armenier namens Migirdic SINABYAN, von 1903-1908 ein Amerikaner namens Robert und von 1908-1914 Mehmet BEHIC Bey Generaldirektor dieser Behörde.9
In einer Zeit, in der die Armenier-Frage auf die politische Bühne getragen wurde, leiteten Ausländer diese Behörde. Da bis heute keine Dokumente gefunden werden konnten, die das Gegenteil beweisen, sind die osmanischen Informationen über die Einwohnerzahlen vertrauenswürdig.
- Der Volkszählung von 1893 zufolge lag die armenische Bevölkerungszahl bei 1.001.465. - Der Volkszählung von 1906 zufolge lag die armenische Bevölkerungszahl bei 1.120.748. - Den Statistiken von 1914 zufolge betrug die armenische Bevölkerungszahl 1.221.850.10
Wenn man der Informationen der drei Gruppen bewertet, osmanische als auch armenische und ausländische Statistiken, stellt sich heraus, dass die armenische Bevölkerungszahl während des I. Weltkrieges etwa 1.250.000 betrug.
Während des Umsiedlung wurden die Zahlen der Armenier vor ihrem Aufbruch und nach ihrer Ankunft ständig kontrolliert. Die armenische Bevölkerungszahl vom 9. Juni 1915 bis zum 8. Februar 1916 ist laut osmanischen Dokumenten wie folgend:11
Zahl der umzusiedelnden Zahl der zurückgebliebenen
Adana12 14.000 15-16.000 Ankara (Zentrum)13 21.236 733 Aydın14 250 - Birecik15 1.200 - Diyarbakır16 20.000 - Dörtyol17 9.000 - Erzurum18 5.500 - Eskişehir19 7.000 - Giresun20 328 - Görele 250 - Halep21 26.064 - Haymana22 60 - Izmir23 256 - Izmit24 58.000 - Kal'acık25 257 - Karahisarı sahib26 5.769 2.222 Kayseri27 45.036 4.911 Keskin 1.169 - Kırşehir28 747 - Konya29 1.900 - Kütahya30 1.400 - Mamuretülaziz31 51.000 4.000 Maraş32 - 8.845 Nallıhan 479 - Ordu 36 - Perşembe 390 - Sivas33 136.084 6.055 Sungurlu 576 - Sürmene 290 - Tirebolu 45 - Trabzon34 3.400 - Ulubey 30 - Yozgat35 10.916 - Insgesamt 422.758 32.766
Andererseits erklärte Sükrü Bey, der Direktor der Siedlungsbehörde in einem Telegramm vom 18. Oktober 1915 an Aleppo, das etwa 100.000 Armenier nach Aleppo verlegt werden.36
Unterdessen wurden ab dem 18. September 1915 in Diyarbakir 120.000 und ab dem 28. September 1915 in Cizre 136.084 Armenier versammelt, um nach Mousul und Zor geschickt zu werden.37 In einem Chiffretelegramm von Sükrü Bey vom 3. November 1915 nach Nizip wird betont, dass der Transport sehr gut verlaufe.38
Die armenische Bevölkerung in Adana, die in der Liste erwähnt ist, wurde später in ihr neues Gebiet umgesiedelt.39 Demnach sind insgesamt 438.758 Armenier umgesiedelt worden. Zusammen mit den Armeniern in Aleppo beträgt die Zahl, der in den Ansiedlungsgebieten eingetroffenen 382.148.40 Wie man sieht, gibt es zwischen beiden Zahlen einen Unterschied von 56.610.
Der Unterschied von 56.610, der aus den osmanischen Dokumenten weiter hervorgeht, kam wie folgend zustande: 500 dieser Armenien wurden zwischen Erzurum und Erzincan, 2000 in Meskene zwischen Urfa und Aleppo, 2000 in der Umgebung von Mardin bei Überfällen der Räuberbanden und der arabischen Volkstämme massakriert. Ausserdem wurden rund 5.000 oder noch mehr bei Angriffen auf Armenier-Konvois im Gebiet Dersim getötet.41 Nach osmanischen Dokumenten, wurden insgesamt 9 bis 10.000 Menschen während der Umsiedlung ermordet. Ferner ist aus den Dokument zu entnehmen, das einige auch an Hunger starben.42 Etwa 25 bis 30.000 starben vermutlich an Infektonskrankheiten wie Typhus oder Dysenterie.43 Somit kamen rund 40 tausend Menschen auf dem Weg zu den Ansiedlungsgebieten ums Leben. Ein weiterer Teil von 10 bis 16.000 Armeniern, die schon unterwegs waren, aber die neuen Siedlungsgebiete noch nicht erreicht hatten, wurden in den Provinzen, wo sie sich gerade befanden, angesiedelt, weil die Umsiedlung eingestellt worden war. Zum Bespiel wurde am 26. April 1916 die Provinzverwaltung von Konya schriftlich angewiesen, die sich auf dem Weg zu ihren neuen Gebieten befindenden Armenier innerhalb der Provinz anzusiedeln.44 Ausserdem ist ein Teil der umzusiedelnden Armenier höchstwahrscheinlich nach Russland, in die westlichen Länder und nach Amerika geflüchtet.
Nach vorliegenden Dokumenten gingen 50.000 armenische Soldaten der osmanischen Armee zur Russischen über. Weitere 50 tausend Armenier wurden für 3 bis 4 Jahre von der US-Armee ausgebildet, um gegen die Türken zu kämpfen. Tatsächlich sind solche Informationen vorhanden, wie z. B. In einem Brief von einem in den USA lebenden Armenier an seinen Anwalt Mjurad Muradyan in Elazig.45 In dem Brief heißt es, das Armenier nach Russland und Amerika geflohen sind und die 50.000 in den USA ausgebildete Soldaten auf dem Weg nach Kaukasien sind. Aus all diesen Dokumenten geht hervor, das sich zahlreiche Armenier vor und nach dem Krieg in Russland und den USA verbreiteten. Der Armenier Artin Hotomyan, der aus geschäftlichen Gründen in den USA weilte, schrieb in einem Brief vom 19. Januar 1915 an das Polizeipräsidium, das tausender von Armenier auf verschiede Weisen nach Amerika flüchteten und dort in bedauernswerten Umständen lebten.46
All diese Dokumente legen dar, dass die Zahl der aus Anatolien und dem europäischen Teil der Türkei umgesiedelten Armenier mit der Zahl, der in den Ansiedlungsgebieten angekommenen Armenier übereinstimmen und dass es zu keinem Massaker während der Umsiedlung gekommen ist.
Die Zahl der von der Umsiedlung betroffenen Armenier beträgt also 500.000. Diese umfasst nicht die Katholiken und Protestanten sowie die Armenier in den Städten wie Istanbul, Bursa, Kütahya sowie in den damals von Russen besetzten Ost-Provinzen wie Kars und Van. Die armenische Gesamtbevölkerungszahl im osmanischen Reich betrug zwischen 600 und 800.000. In einem Bericht des Vorsitzenden der armenischen Delegation Boghas Nubar Pascha an den mit Sondervollmachten ausgestatteten Minister im französischen Aussenministerium Monsineur Gout von 1918 heißt es, aus Kaukasien seien 250.000, aus dem Iran 40.000, aus Syrien und Palästina 80.000, aus Mosul-Bagdad 20.000, also insgesamt seien 390.000 Personen aus der Türkei verbannt worden. Die Gesamtzahl die verbannten habe somit 600 bis 700.000 erreicht. Diese Zahlen umfassten nicht die in mehreren Teilen der Wüste Verteilten.47 Nach den von Boghos Nubar Pascha gegebenen Zahlen haben 290.000 Menschen die nicht umgesiedelt wurden das osmanische Territorium verlassen. Wenn wir 290.000 aus der als Zahl der Verbannten angegebenen 600 bis 700.000 abziehen, stellen wir fest, daß die Zahl der Umgesiedelten wie schon gesagt bei rund 400.000 liegt. Die vom armenischen Delegationsleiter im Jahre 1918 genannten Zahlen stimmen mit den Zahlen in den osmanischen Dokumenten zum grössten Teil überein. Und das legt wiederum dar, daß die Armenier entgegen der Behauptungen die Ansiedlung Orte heil erreicht haben und dass die Behauptungen über Völkermord jeder Grundlage entbehren.
Der damalige amerikanische Botschafter Morgenthau trug in sein Tagebuch ein, daß er sich über die Äusserungen des Vertreters der armenischen Protestanten Zenop Bezyican gewundert habe.48 Über sein Gespräch mit Bezciyan schrieb Morgenthau folgendes:
"Schmanvonian stellte mir den Vertreter der armenischen Protestanten Zenop Bezciyan vor. Sie waren Schulkameraden. Bezciyan erzählte mir vieles über die Bedingungen im Land. Ich habe mich sehr gewundert als er sagte, daß die Armenier in Zor mit ihrem Leben zufrieden sind. Sie arbeiteten selbstständig und verdienten schon ihren Lebensunterhalt. Diese waren offenbar die ersten Umgesiedelten und wurden auf dem Weg zu ihrem neuen Wohnort nicht massakriert. Er gab eine Liste über die Orte der Lager und sagte, er vermute, daß 500.000 Menschen in diese Lager transportiert worden sind. Er bestand darauf, diesen Menschen vor Wintereinbruch Hilfe zu leisten."
Wie gesagt der Botschafter war darüber sehr erstaunt, von einem Armenier zu hören, daß die Armenier mit ihrem Leben zufrieden waren.
Der armenische Übersetzer aus Istanbul des Schweden Hedin, der im Jahre 1917 nach Deyr-i Zor kam, erzählte, das am Ufer des Euphrat hunderter von weißen Zelten standen. Die Bewohner dieser Zelte sollten armenische Frauen und Kinder gewesen sein, die von der Kaukasus-Front oder Aleppo zurückkehrten.49
In diesem Thema kam es eine weitere Realität, die niemand wahrhaben wollte. Diese waren die Angaben über die Zahlen der gestorbenen Türken. Justin McCarthy schreibt folgendes dazu:
"Wenn wir uns die Zahlen über die toten Armenier vor Augen halten, so müßten wir auch die Zahlen der gestorbenen Moslems in Erwägung ziehen. Statistischen Angaben zufolge, seien 2,5 Millionen Moslem, unter ihnen die meisten Türken, ums Leben gekommen. In den von Armeniern bewohnten 6 Städten sind etwas eine Millionen Moslem gestorben... Die Stadt Sivas lag nicht innerhalb des Kriegsgebietes. Die russische Armee konnte soweit nicht vordringen. Doch starben in Sivas 180.000 Moslem. Das gleiche galt für ganz Anatolien."50
QUELLE: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Ermeni Tehcirine Dair Gerçekler (Tatsachen über über die armenische Umsiedlung) (1915), TTK Veröffentlichung, Ankara 2001.
FUSSNOTEN: 1. 1917 Britannica Jahrbuch 2. URAS, Esat, Tarihte Ermeniler ve Ermeni meselesi (Die Armenier in der Geschichte und die Armenier-Frage), Istanbul, 1987 3. ASLAN, Kevork, Ermenistan ve Ermeniler (Armenien und Armenier), Istanbul, 1914 4. URAS, Esat, o.g.W. 5. URAS, Esat, o.g.W. 6. 1893-1897 Ermeni işleri, (armenische Angelegenheiten von 1893-1897) Paris, 1897 Übersetzer URAS, Esat, o.g.W. 7. URAS, Esat, o.g.W. 8. URAS, Esat, o.g.W. 9. MAZICI, Nurşen, Belgelerle Uluslarası Rekabette Ermeni sorunu, (Dokumente über die Armenier-Frage in internationaler Konkurenz), Istanbul, 1987 10. Für umfangreichere Information s. KARPART, Kemal H. Ottoman Population 1830-1914 Demographic and Social Charsetisic, The University of Winsconcin Press, London, 1985, 11. Unterdessen wurden Armenier in Kastamonu, Balikesir, Antalya, Istanbul, Urfa sowie protestantische und katholische Armenier, Kranke, Lehrer, Waisenkinder und alleinstehende Frauen nicht umgesiedelt. 12. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/77 (Anhang-XXII). 13. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/77 (Anhang-XXII). 14. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 69/250. 15. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/101. 16. In den Dokumenten gibt es keine näheren Angaben über die Zahl der von Diyarbakir umgesiedelten Armenier. Zusammen mit den aus anderen Städten kommenden sind 120 tausend Armenier umgesiedelt wurden. Aus diesem Grund wird angenommmen, daß etwa 20 tausend Armenier aus dieser Stadt umgesiedelt wurden. 17. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/89. 18. Chiffre Nr. 54/162. Beide Dokumente belegen, das etwa 500 von den umgesiedelten Armeniern zwischen Erzurum und Erzincan von Kurden massakriert worden sind. Ein weiteres Dokument besagt, daß die aus dem Dersim Gebiet ausgesiedelten Armenier von Dersim Banden getötet wurden. Es gibt keine genauen Angaben über ihre Zahl, doch vermutet man sie auf 5 tausend. 19. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/72. 20. Giresun, Persembe, Ulubey, Sürmene, Tirebolu, Ordu und Görele wurden auf dem gleichen Dokument aufgeführt. (s. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/41). 21. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/76. 22. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/66. 23. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 69/260. 24. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/67 (Anhang-XXIV). 25. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/79. 26. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/73. 27. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/75 (Anhang-XXV). 28. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/66. 29. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 69/34. 30. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/93. 31. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/70 (Anhang-XXVII). 32. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/41. 33. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/84 (Anhang-XXVII). 34. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/41. 35. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/66. 36. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/80 (Anhang-XXVIII). 37. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/71 (Anhang-XXIX); 2. Abteilung, Nr. 68/84. 38. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/101. 39. Nach Angaben, wonach etwa 100 tausend nach Aleppo kommen (s. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/80) wurden sie als 100 tausend registriert. 40. Für die Zahlen gilt ein +/-von 10 Prozent. 41. In den chiffrierten Telegrammen, die am 26. Juli 1915 nach Trabzon, Erzurum, Sivas, Diyarbakır, Elazığ, Bitlis sowie die Sandschaks Maraş und Canik geschickt wurden, wurden Angaben über die seit Beginn des Krieges an Krankheiten und infolge von Demonstrationen gestorbenen Armenier gefordert. (Chiffre Nr. 54-A/112). Ausserdem ist bekannt, das unter den armenischen Siedlern die ansteckenden Krankheiten Typhus, Dysenterie, Malaria verbreitet aren. (Telegramm an Konya vom 8. Juli 1915, Chiffre Nr. 57/337; Zor Sandschak 3. Februar 1916, Chiffre Nr. 60/219). 42. Chiffre, Nr. 57/110. 43. S. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/81; Ferner s. Chiffre Nr. 57/51. 44. Chiffre, Nr. 63/119. 45. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 2F/14. 46. S. DH.EUM. 2. Abteilung, Nr. 2F/94. 47. Archives des Affaires Etrangéres de France, Série Levant, 1918-1928, Sous Série Arménie, Vol. 2, s. Folie 47 Bilal Simsir, Les Departén de Melte et les Allégations Armeniennes, Ankara 1998, p. 49. 48. S. Health W. Lowry, der Hintergrund über die Geschichte von Botschafter Morgenthau, Istanbul 1991, Seite 47-48. 49. Sven Hedin, Bagdat, Babylon, Ninive, Leipzig 1918, s. Seite 60-63 Übersetzer N. Göyünc, Seite 13. 50. McCarthy, Justin: "The anatolien Armeniens 1912-1922". Armenians in the ottoman Empire and modern Turkey (1912-1926), Bogazici Universität, Istanbul 1984, Seite 23-25.
Kamen 1.5 Millionen Armenier ums Leben?
Die armenische Propaganda behauptet heute, dass bei den von ihnen als Völkermord bezeichneten Ereignissen 1,5 Millionen Armenier ums Leben gekommen sind.
Die Armenier behaupteten, dass bei diesen Ereignissen zuerst 600.000, später 800.000 Armenier ums Leben kamen. Diese Zahl steigerte sich ständig und erreichte 1,5 Millionen erreicht. Man sollte sich auch nicht wundern, wenn die Armenier diese Zahl in Zukunft auf 2 oder sogar 3 Millionen steigern.
Aber leider beteiligen sich auch einige Medienorgane an dieser Steigerung, die als Seriös bekannt sind. Während zum Beispiel in der Auflage der Encyclopedia Britannica aus dem Jahre 1918 die Anzahl der Armenier mit 600.000 registriert ist, ist diese Anzahl in der Auflage von 1968 mit 1,5 Millionen angegeben.
Wie gross war tatsaechlich der Verlust der Armenier? Um das zu beantworten, muss man die Daten über die armenische Bevölkerungszahl im osmanischen Staat als Grundlage nehmen.
Nach Angaben in armenischen und ausländischen Quellen ist die Einwohnerzahl der Armenier im osmanischen Staat wie folgend:
- Dem britischen Jahresbericht von 1917 zufolge; 1.056.0001 - Dem Patriarchen Ormanyan zufolge; 1.579.0002 - Dem Werk "Armenien und Armenier" von Kevork Aslan zufolge lebten in Anatolien 920.000, in Kilikien (Adana, Sis, Maraş) 180.000, in anderen osmanischen Gebieten 700.000, also insgesamt 1.800.0003 - Dem deutschen Papst Johannes Lepsius zufolge; 1.600.0004 - Cuinet zufolge; 1.045.0185 - Dem französischen gelben Buch zufolge; 1.475.0116 - Basmaciyan zufolge; 2.280.0007 - Dem Patriarchen Nerses Varjabedyan zufolge; 1.150.0008
Den offiziellen Dokumenten des osmanischen Staates zufolge betrug die armenische Bevölkerungszahl wie unten aufgezählt:
Das Generaldirektorat für Statistiken des osmanischen Staates wurde im Jahre 1892 gegründet. 1892 war Nuri Bey, von 1892-1897 ein Jude namens Fethi FRANCO, von 1897-1903 ein Armenier namens Migirdic SINABYAN, von 1903-1908 ein Amerikaner namens Robert und von 1908-1914 Mehmet BEHIC Bey Generaldirektor dieser Behörde.9
In einer Zeit, in der die Armenier-Frage auf die politische Bühne getragen wurde, leiteten Ausländer diese Behörde. Da bis heute keine Dokumente gefunden werden konnten, die das Gegenteil beweisen, sind die osmanischen Informationen über die Einwohnerzahlen vertrauenswürdig.
- Der Volkszählung von 1893 zufolge lag die armenische Bevölkerungszahl bei 1.001.465. - Der Volkszählung von 1906 zufolge lag die armenische Bevölkerungszahl bei 1.120.748. - Den Statistiken von 1914 zufolge betrug die armenische Bevölkerungszahl 1.221.850.10
Wenn man die Informationen der drei Gruppen bewertet, osmanische als auch armenische und ausländische Statistiken, stellt sich heraus, dass die armenische Bevölkerungszahl während des I. Weltkrieges etwa 1.250.000 betrug.
Während der Umsiedlung wurden 438.758 Armenier in ihre neue Siedlungsgebiete verlegt. Von ihnen erreichten lediglich 382.14811 den Zielort. Daraus ist zu Erkennen, dass der Unterschied 56.610 Personen beträgt.
Der Unterschied von 56.610 ereignete sich unter Berufung auf Dokumente wie folgend: Wie aus den osmanischen Dokumenten weiter hervorgeht, wurden 500 dieser Armenier zwischen Erzurum und Erzincan, 2000 in Meskene zwischen Urfa und Aleppo, 2000 in der Umgebung von Mardin bei Überfällen der Räuberbanden und der arabischen Volkstämme massakriert. Ausserdem wurden rund 5.000 oder noch mehr bei Angriffen auf Armenier-Konvois im Gebiet Dersim getötet.12 Nach osmanischen Dokumenten, wurden insgesamt 9 bis 10 tausend Menschen während der Umsiedlung ermordet. Ferner ist aus dem Dokument zu entnehmen, dasseinige auch an Hunger starben.13 Etwa 25 bis 30 tausend starben vermutlich an Infektionskrankheiten wie Typhus oder Dysenterie.14 Somit kamen rund 40 tausend Menschen auf dem Weg zu den Ansiedlungsgebieten ums Leben.
Ein weiterer Teil von 10 bis 16.000 Armeniern, die schon unterwegs waren, aber die neuen Siedlungsgebiete noch nicht erreicht hatten, wurden in den Provinzen, wo sie sich gerade befanden, angesiedelt, weil die Umsiedlung eingestellt worden war. Zum Bespiel wurde am 26. April 1916 die Provinzverwaltung von Konya schriftlich angewiesen, die sich auf dem Weg zu ihren neuen Gebieten befindenden Armenier innerhalb der Provinz anzusiedeln.16 Ausserdem ist ein Teil der umzusiedelnden Armenier höchstwahrscheinlich nach Russland, in die westlichen Länder und nach Amerika geflüchtet. Nach vorliegenden Dokumenten, waren 50.000 armenische Soldaten, die in den USA ausgebildet wurden, auf dem Weg nach Kaukasien. Zahlreiche Armenier, die im osmanischen Staat lebten, verbreiteten sich vor und während des Krieges in Amerika und Russland. Der Armenier Artin Hotomyan, der sich aus kommerziellen Gründen in den USA aufhielt, schrieb in einem Brief vom 19. Januar 1915 an das Polizeipräsidium, das tausender von Armenier auf verschieden Weisen nach Amerika flüchteten und dort in bedauernswerten Umständen lebten.17
All diese Dokumente legen dar, dass die Zahl der aus Anatolien und dem europäischen Teil der Türkei umgesiedelten Armenier mit der Zahl, der die Ansiedlungsgebiete erreichten übereinstimmen und dass es zu keinem Massaker während der Umsiedlung gekommen ist.
Quellen: Halaçoğlu, Prof. Dr. Yusuf, Tatsachen über die armenische Umsiedlung (1915), Veröffentlichung der TTK, Ankara 2001
1) 1917 Britannica Jahrbuch 2) Uras, Esat, Armenier in der Geschichte und die Armenier-Frage, Istanbul 1987 3) Aslan, Kevork, Armenien und die Armenier, Istanbul 1914 4) Uras, Esat, o.g.W. 5) Uras, Esat, o.g.W. 6) 1893-1897 armenische Angelegenheiten, Paris 1897, Uras, Esat o.g.W. 7) Uras, Esat o.g.W. 8) Uras, Esat o.g.W. 9) Mazıcı, Nurşen, Dokumente über die Armenier-Frage, internationale Konkurzen, Istanbul 1987. 10) Für weitere Informationen siehe Karpat, Kemal, H. Ottoman Population 1830-1914 Demographic and Social Charsetistic, The University of Winsconcin Press, 1985 London. 11) Für die Zahlen gilt ein +/-von 10 Prozent. 12) In den chiffrierten Telegrammen, die am 26. Juli 1915 nach Trabzon, Erzurum, Sivas, Diyarbakır, Elazığ, Bitlis sowie die Sandschaks Maraş und Canik geschickt wurden, wurden Angaben über die seit Beginn des Krieges an Krankheiten und infolge von Demonstrationen gestorbenen Armenier gefordert. (Chiffre Nr. 54-A/112). Ausserdem ist bekannt, das unter den armenischen Siedlern die ansteckenden Krankheiten Typhus, Dysenterie, Malaria verbreitet aren. (Telegramm an Konya vom 8. Juli 1915, Chiffre Nr. 57/337; Zor Sandschak 3. Februar 1916, Chiffre Nr. 60/219). 13) Chiffre nr. 57/110. 14) Siehe DH. EUM. 2. Abteilung, Nr. 68/81; siehe Chiffre Nr. 57/51. 15) Chiffre Nr. 63/119. 16) DH. EUM. 2. Abteilung, Nr. 2F/14. 17) Siehe DH. EUM. 2. Abteilung, Nr. 2F/94.
Ist der osmanische Staat den Ermittlungen ausgewichen?
Der osmanische Staat hat am 26. März 1919 von Spanien, der Schweiz, Dänemark, Schweden und Norwegen, die im ersten Weltkrieg neutral waren, zwei Juristen verlangt. Dieser Vorstoss blieb aufgrund des britischen Eingriffs erfolglos. Somit wurde die Gründung einer Kommission und eine Ermittlung dieses Themas verhindert.1
Dieses Thema ist ein Zeichen dafür, dass der osmanische Staat mit seinen Handlungen im Rahmen der internationalen Justiz gehandelt und nichts zu verbergen hat. Es sah so aus, als wollten die eigentlichen Täter nicht aufgedeckt werden. Wenn diese Komission gegründet worden wäre, hätten diese gegen das türkische Volk gerichteten und jeder Grundlage entbehrenden Beschuldigungen, ihre eigentlichen Ansprechpartner gefunden. Außerdem wären diese unwahren Behauptungen, die gegen die türkische Republik gerichtet werden, an diesem Tag in der Geschichte begraben worden.
Die Vorstöße des osmanischen Staates waren nicht nur damit begrenzt. In einem Telegramm vom 7. März 19202 forderte die osmanische Regierung von de Ententestaaten und Admiral Bristol die Untersuchung dieses Themas sowie die Feststellung der Wahrheit und die Aufklärung der Weltöffentlichkeit und der Türken. In dieser Forderung heißt es "...die Behauptungen nach einem armenischen Blutbad sollten durch Gründung einer internationalen Kommission vor Ort sorgfältig und schnell untersucht werden. Die Propaganda, die ein Produkt der Gier ist, sollte aufgeklärt und das türkische Volk von den falschen Beschuldigungen befreit werden...". Diese Forderung wurde zur gleichen Zeit in allen Zeitungen veröffentlicht. Gegen Ende des II. Weltkrieges wurde ferner eine Gruppe von ausländischen Journalisten unter der Leitung von Ahmet Refik nach Ostanatolien geschickt, um dort Untersuchungen vor Ort einleiten zu können.3
Ist es möglich, dass ein Staat, der solch ein unmenschliches Verbrechen begangen haben soll, solche Vorstösse fordert? Wenn man sich diese hier aufgezählten Beispiele vor Augen hält, sieht man, in wie weit die türkische Nation und Geschichte zu Unrecht beschuldigt wird und dies eine Schande für die Menschheit ist.
Quellen:
1) Osmanisches Ministerpräsidium Archiv HR. MIJ. 43/17
2) ATASE Archiv, Schrank Nr. 169, Fach Nr. 3 Ord. Nr. 23 Akte Nr. 1336/13-1 Verzeichnis 32-1.2.3
3) Für umfangreichere Information s. Ahmet Refik, Auf dem Weg zu Kafkas, Öncü Buch, Ankara, 1992
Gibt es ein Telegramm von Talat Paşa, dass den Völkermord befahl?
Die Behauptung nach einem "Völkermord" ist eine armenische Propaganda, die versucht den Völkermord als eine von den Osmanen verfolgte Politik darzustellen und muss zugleich einen in dieser Richtung gefassten Entschluss beweisen. Auch dafür hatte man eine Formel gefunden. Sicherheitskräfte in Aleppo unter der Leitung von General Allenby sollen Telegramme ausfindig gemacht haben, die Talat Pascha gehörten. Diese Telegramme seien bei einem osmanischen Beamten namens Naim Bey gefunden worden. Da die britische Besetzung früher als erwartet durchgeführt wurde, seien diese Telegramme von den Osmanen vernichtet worden.
Ein armenischer Schriftsteller Namens Aram Andonian veröffentlichte 1920 Beispiele dieser Telegramme1. Ferner wurden diese Telegramme auch dem Gericht eingereicht, das Tehliran, den Mörder von Talat Pascha, verurteilte. Fünf der Telegramme wurden erwähnt, doch nicht als Beweismittel zugelassen. Ein Urteil darüber, ob sie authentisch sind oder nicht wurde auch nicht gefällt. So wie die anderen armenischen Behauptungen, hat auch diese Behauptung nichts mit der Wahrheit zu tun, wie aus den folgenden Punkten zu entnehmen ist:
a. Diese Telegramme wurden 1922 in England in der Daily Telegraph Zeitung veröffentlicht.2 Daraufhin hat das britische Außenministerium die Lage beim Besatzungskommando abgefragt. Zuletzt hat sich herausgestellt, dass diese Dokumente nicht von der Besatzung von Allenby gefunden, sondern von einer Gruppe Armenier in Paris erfunden wurden.
b. Die Art, wie die Telegramme geschrieben wurden und welches Papier benutzt wurde, zeigt offen, dass sie keine osmanischen Dokumente sind.
c. Nach der Besetzung von Istanbul haben die Briten und Franzosen mit dem Ziel die Verantwortlichen für das "armenische Blutbad" zu bestrafen, angefangen die Festnahmen zu verwirklichen. Wegen der feindlichen Haltung der osmanischen Unabhängigkeits- und Einigkeitsregierung gegenüber der Partei für Einheit und Fortschritt und ihre Verwalter unterstützte die osmanische Unabhängigkeits- und Einigkeitsregierung die Besatzungsmächte in jeder Hinsicht. Ein Teil der Verhafteten wurde in Istanbul verurteilt, ein Teil wurde nach Malta verbannt.
Das Gericht in Istanbul hat vier Führungskräfte der Partei für Einheit und Fortschritt, die auf der Flucht waren, in ihrer Abwesenheit zum Tode verurteilt. Außerdem hat dieses Gericht noch 3 weitere Personen zum Tode verurteilt. Später ist ans Tageslicht gekommen, dass die letzten Todesstrafen anhand von falschen Zeugenaussagen gefällt wurden.
Die Briten haben überall zu Ungunsten der nach Malta verbannten Angeklagten Dokumente und Zeugen gesucht. Trotz der Hilfen der osmanischen Unabhängigkeits- und Einigkeitsregierung konnte kein Dokument gefunden werden und man wendete sich an das Archiv der USA. Auch in diesem Archiv konnte man kein Dokument finden, dass die Behauptungen des Blutbads beweisen konnten.
Die britische Botschaft in Washington hat in diesem Thema die folgende Antwort an das britische Außenministerium geschickt:
"Es tut uns leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass zu Ungunsten der in Malta gefangenen Türken keine Beweismittel gefunden werden konnten. Es ist kein konkretes Ereignis vorhanden, um genügendes Beweismittel darlegen zu können. Die in Frage kommende Berichte könnten auf keinen Fall, nicht einmal als Anhang, zu den vorhandenen Kenntnissen ihrer majestätischen Regierung nützlicher Beweismittel hinzugefügt werden."3
Auf diese Antwort hat das britische Außenministerium die Staatsanwaltschaft des britischen Königreichs gefragt, was zu machen sei. Die Antwort der Staatanwaltschaft lautet wie folgend:
"Bis jetzt ist von keinem Zeugen eine Aussage erhalten worden, die die Beschuldigungen gegen die Verhafteten beweisen. An und für sich steht auch noch nicht fest, ob überhaupt ein Zeuge gefunden werden kann..."4
Als Ergebnis wurden die Verhafteten in Malta ohne jegliche Beschuldigung und eine Hauptverhandlung gegen Ende 1921 freigelassen. Während sich die Briten mit der Suche von Dokumenten beschäftigten, waren die Telegramme von Andonian bekannt. Das mangelnde Interesse der Briten gegenüber diesen Telegrammen, ist auf ihre Kenntnis über die Unechtheit dieser Telegramme zurückzuführen.
d. Beweise darüber, dass die Dokumente von Andonian gefälscht sind, kann man wie folgend aufzählen:
1. Andonian hat, um beweisen zu können, dass seine gefälschten Dokumente, "echte osmanische Dokumente" sind, die Unterschrift des Gouverneurs von Aleppo Mustafa Abdülhalik Bey unter den Dokumenten gezeigt. Aber wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Dokumente mit der Unterschrift von Mustafa Abdülhalik Bey darunter, im Archiv eingehend überprüft werden, stellt sich heraus, dass die Unterschrift gefälscht wurde.
2. Auf einem der von Andonian gefälschter Dokumente, mit der Unterschrift von Mustafa Abdülhalik Bey, befindet sich ein Datum. Aber wenn man den betreffenden Schriftverkehr zwischen dem derzeitigen Innenministerium und dem Aleppo Regierungsbezirk eingehend überprüft, stellt sich heraus, dass sich zu diesem Zeitpunkt der Gouverneur von Aleppo nicht Mustafa Abdülhalik Bey war, sondern Bekir Sami Bey war.
3. Dementsprechend beweisen die gefälschten Dokumente von Andonian, dass Andonian überhaupt keine Ahnung von dem Unterschied zwischen dem moslemisch-julianischen Kalender hatte oder aber den Unterschied, als er die Dokumente vorbereitete, übersah. Wegen seiner Unaufmerksamkeit beim Datum und der Referenznummer der Dokumente besteht kein Zweifel über die Unechtheit dieser Dokumente.
4. Wenn die Einträge der "Ausgangskennziffer" des derzeitigen Innenministeriums eingehend überprüft werden, stellt sich heraus, dass zwischen der Kennziffer des Eintragsdatums und der Nummer des Ministeriums und dem Datum und Nummerierungssystem von den von Andonian gefälschten Dokumenten überhaupt keine Ähnlichkeit besteht. Man sieht auch, das zwischen den sogenannten "Chiffretelegrammen" von Andonian und den wirklichen Chiffretelegrammen, die das derzeitige Innenministerium nach Aleppo geschickt hatte, keine Verbindung besteht.
5. Wenn man die türkischen "Originale" der "Chiffretelegramme" von Andonian mit den derzeitigen osmanischen Chiffre Botschaften vergleicht, sieht man, das auch hier überhaupt keine Verbindung zwischen der Anwendung der Chiffresysteme vorhanden ist. Um die Dokumente als echt zeigen zu können, hat Andonian eine neue unbrauchbare, nicht vorhandene Chiffriermethode benutzt. Die Daten auf den gefälschten Dokumenten zeigen, dass die Osmanen 6 Monate lang die gleiche Chiffriermethode benutzt haben, was unmöglich ist. Denn durch einen derzeitig veröffentlichten Erlaß wurde bewiesen, dass in den Kriegsjahren die angewendete Chiffriermethode alle 2 Monate geändert werden mußte und dies auch durchgeführt wurde.
6. Wenn die in zwei gefälschten Dokumenten von Andonian ungeübte Schreibweise der Bismillah-Formel mit der Wahren verglichen werden, beweisen sie die Fälschungen der Dokumente von Andonian. Weil die Osmanen, die - auch wenn sie osmanisch können - keine Moslems waren, bei ihrem Schriftverkehr niemals die Bismillah-Formel benutzten, kann dies der Ursprung dieser ungeübten Schreibweise sein.
7. Es ist schwer zu akzeptieren, dass die Satzstellung und Grammatikfehler, die in den gefälschten Dokumenten von Andonian vorkommen, von einem osmanischen Beauftragten verwirklicht wurden. Es ist sogar unmöglich, dass die vielen Redensarten und Ausdrücke, von denen behauptet wird, das sie wichtige osmanische Beauftragte benutzt haben, von irgendeinem osmanischen Türken verwendet wurden. Andonian hat in dem Eifer zu beweisen, dass die Türken ihre Straftat selber gestehen, auch diesen Punkt übersehen.
8. Die gefälschten Dokumente außer von zweien wurden auf weißes Papier geschrieben, auf dem kein einziges offizielles Symbol der osmanischen Bürokratie zu sehen war. Man sieht, dass eines der gefälschten Dokumente auf ein liniertes Papier geschrieben wurde, dass die Osmanen sogar in ihrem privaten Schriftverkehr nicht benutzen und die anderen zwei Dokumente sind auf ein leeres Telegrammformular geschrieben worden, das man bei irgendeiner osmanischen Post zu dieser Zeit bekam.
9. In einer Zeit, in der die Briten darum bemüht waren, Dokumente aufzutreiben, die die Osmanen für die armenischen Ereignisse beschuldigten, zeigt die Nicht-Benutzung der Dokumente von Andonian, von denen die englischen Editionen vorhanden waren, dass sich die britische Regierung bewußt darüber war, dass diese Dokumente gefälscht waren.
10. Wenn die von Andonian erfundener Dokumente existiert hätten, wären sie wegen ihres geheimen Ausdrucks nicht telegrafisch, sondern per Kurier geschickt worden und die Akten hätten statt drei Jahre aufgehoben zu werden, gleich nach dem Lesen vernichtet werden müssen.
11. Zwischen den englischen und französischen Exemplaren des Andonian Buches bestehen sehr wichtige Unterschiede, die von keinem Druck- oder Übersetzungsfehler verursacht sein können.
12. Als letztes bringen sogar manche Schriftsteller, die Sprecher der Armenier waren und in enger Beziehung zu den Armeniern standen, ihre Zweifel über die Echtheit der Andonian Akten zum Ausdruck.
Kurz gesagt, die berühmten "Talat Pascha Telegramme" sind nichts weiteres als ein von Andonian und seinem Umkreis erfundenes Täuschungsmanöver.
e. Es gibt andere geheime Telegramme, die Talat Pascha verschickt hat. Diese Telegramme beinhalten den Befehl über die Bestrafung von Beamten, die zur Zeit der Zwangsumsiedlung straffällig wurden. Es gibt keine Erklärung dafür, das auf der einen Seite der Tot der Armenier gefordert wird und andererseits die Beamten, die das Massaker begehen sollen, bestraft werden.
f. Während der Umsiedelung wurde von der osmanischen Regierung der amerikanischen Hilfsorganisation Neareast Relief Society erlaubt in Anatolien Dienst zu leisten und den Armeniern zu helfen. Nachdem die USA auf der Seite der Ententemächte gegen die Osmanen kämpfte, wurde dieser Organisation auch erlaubt in Anatolien zu bleiben. Dies ist auch ein Punkt, der in den Berichten des US-Botschafters Elkus ein Thema darstellt.
Wie konnte man also, wenn ein "Blutbadbefehl" gegeben wurde, der amerikanischen Organisation erlauben Dienst zu leisten und sie Zeugen des "Blutbades" werden lassen? Hieß es demnach also so "Wir veranstalten ein Blutbad gegen die Armenier, kommt und sieht uns zu"? Dies müsste man logisch erläutern können.
g. Die in Istanbul, Westanatolien und Thrazien wohnhaften Armenier wurden außerhalb der Umsiedelung gelassen. Sogar manche mittelanatolischen Armenier blieben an ihren Orten. Da nicht einmal von einer gesamten Umsiedelung die Rede ist, kann ein "Gesamtes Blutbad" erst gar nicht behauptet werden.
Wenn also die Regierung alle Armenier vernichten wollte, hätte sie es bestimmt nicht auf dem Weg von Monate langen Umsiedelung gemacht, indem sie die ganze Aufmerksamkeit der Staaten auf sich zog, sondern sie hätte es in den Gebieten, wo sich Armenier befanden und vor allen Dingen in der Nähe der Fronten sehr leicht erledigen können.
Wie man also sieht, sind die Behauptungen nach einem Völkermord, an denen die Armenier festhalten, nichts anderes als eine Lüge. Von einem Völkermord war niemals die Rede.
QUELLEN: 1) Andonian, Aram; Documents officels concernants les Massacres Armeniens, Paris, 1920, Imprimerie Turbian 2) Daily Telegraph, 29. Mai 1922 3) Britische Botschaft in Washington, von R.C. Craigie Lord Jurzona 13. Juli 1921, Archiv des britischen Außenministeriums, 371/6504/8519 4) 29. Juli 1921, Archiv des britischen Außenministeriums, 371/6504/E8745
Sind die osmanischen Archive geschlossen? Werden die Dokumente über die Umsiedlung geheim gehalten?
Originaldokumente im Thema der Umsiedlung sind zu erreichen. Diese Archive stehen seit 1925 allen Forschern zur Verfügung. Ab diesem Datum haben insgesamt 3.817 Wissenschaftler, d. h. 605 aus den USA, 203 aus Japan, 168 aus Deutschland, 150 aus Frankreich, 98 aus Saudi Arabien, 84 aus dem Iran, 74 aus Großbritannien, 74 aus Israel, 63 aus Libyen, 58 aus Ungarn, 52 aus Argentinien, 47 aus Bulgarien, 47 aus Ägypten, 36 aus den Niederlanden, 36 aus Rumänien, 35 aus Algerien, 35 aus Tunesien und 28 aus Kanada, die osmanische Archive erforscht.
Neben den Forschungen von tausender Ausländern, die persönlich die Dokumente einsahen, wurden diese Dokumente auch auf türkisch und englisch veröffentlicht und für die Nutzung der Forscher freigegeben. Die Dokumente, die sich im Archiv des Generalstab befinden, werden vom ATASE Präsidium in der Zeitschrift militärisch-historische Dokumente in der Originalfassung und dem heutigen türkisch veröffentlicht und verkauft.
Es gibt auch eine andere vorbereitete Veröffentlichung in diesem Thema. Bei diesem Werk profitierte man von den Dokumenten des Yildiz Archiv des Ministerpräsidiums. Es ist eine dreibändige Ausgabe in osmanisch und dem heutigen türkisch sowie englisch. Trotz mancher Realitäten sieht man, dass der türkischen Republik vorgeworfen wird, die Archive für Forschungen nicht freizugeben.
Sind die osmanischen Archive geschlossen? Werden die Dokumente über die Umsiedlung geheim gehalten?
Originaldokumente im Thema der Umsiedlung sind zu erreichen. Diese Archive stehen seit 1925 allen Forschern zur Verfügung. Ab diesem Datum haben insgesamt 3.817 Wissenschaftler, d. h. 605 aus den USA, 203 aus Japan, 168 aus Deutschland, 150 aus Frankreich, 98 aus Saudi Arabien, 84 aus dem Iran, 74 aus Großbritannien, 74 aus Israel, 63 aus Libyen, 58 aus Ungarn, 52 aus Argentinien, 47 aus Bulgarien, 47 aus Ägypten, 36 aus den Niederlanden, 36 aus Rumänien, 35 aus Algerien, 35 aus Tunesien und 28 aus Kanada, die osmanische Archive erforscht.
Neben den Forschungen von tausender Ausländern, die persönlich die Dokumente einsahen, wurden diese Dokumente auch auf türkisch und englisch veröffentlicht und für die Nutzung der Forscher freigegeben. Die Dokumente, die sich im Archiv des Generalstab befinden, werden vom ATASE Präsidium in der Zeitschrift militärisch-historische Dokumente in der Originalfassung und dem heutigen türkisch veröffentlicht und verkauft.
Es gibt auch eine andere vorbereitete Veröffentlichung in diesem Thema. Bei diesem Werk profitierte man von den Dokumenten des Yildiz Archiv des Ministerpräsidiums. Es ist eine dreibändige Ausgabe in osmanisch und dem heutigen türkisch sowie englisch. Trotz mancher Realitäten sieht man, dass der türkischen Republik vorgeworfen wird, die Archive für Forschungen nicht freizugeben.
Die Untersuchungen von Ausländern und ihre Ergebnisse?
Gleich nach dem ersten Weltkrieg, infolge der Besetzung von Istanbul und anderen Gebieten durch die Armeen der Ententestaaten wurden ein paar hundert osmanische politische und militärische Führer und Gebildete mit der Beschuldigung Kriegsverbrechen begangen zu haben, von den Briten auf die Insel Malta geschickt und verhaftet worden. Die Regierung in Istanbul hat um das Sultanat und die eigene Existenz wahren und die Partei für Einheit und Fortschritt, die in den letzten zehn Jahren das Imperium verwaltete und die Regierung beherrschte, ausschalten zu können, war in jedem Thema bereit mit den Besatzungsmaechten zu kollaborieren.
"Ich bedauere es, Ihnen mitzuteilen, dass es überhaupt kein Dokument gegen die auf Malta inhaftierten Türken gibt... Es ist kein konkreter Fall vorhanden, der als Beweismaterial dienen könnte... Die entsprechenden Berichte beinhalten keine Angaben die die Informationen der majestaetischen Regierung über Türken bestaetigen könnten..."
Letzten Endes wurden in den osmanischen Archiven umfangreiche Forschungen eingeleitet, um Beweise gegen die Partei für Fortschritt und Einheit oder die in Istanbul und auf Malta gefangen gehaltenen Personen zu finden. Doch konnten dem Gericht weder Beweise gegen die Regierung in Istanbul noch gegen die auf Malta verhaftete Personen eingereicht werden. Die britische Regierung hat in ihrer Hilflosigkeit in den eigenen Archiven und den US-Archiven in Washington Berichte untersucht, doch keinen Nachweis über die Behauptungen finden können.
In der Nachricht vom britischen Botschafter in den USA R. C Craigie vom 13. Juli 1921 an Lord Curzon steht folgendes:
"Ich bedauere Ihnen mitteilen zu müssen, dass es überhaupt kein Dokument gegen die auf Malta inhaftierten Türken gibt... Es ist kein konkreter Fall vorhanden, der als Beweismaterial dienen könnte... Die entsprechenden Berichte beinhalten keine Angaben, die die Informationen der majestaetischen Regierung über Türken bestaetigen könnten..."1
Am 29. Juli 1921 haben die Rechtsberater in London beschlossen, dass die Beschuldigungen gegen die auf der Liste im Außenministerium stehenden Personen zur Haelfte politische Bedeutung tragen und das sie aus diesem Grund wegen Gewalttaten gegenüber britischer Kriegsgefangenen waehrend des Kriegs auf den Antrag der britischen Rechtsberater unter anderen Umstaenden als die türkischen Kriegsverbrecher verurteilt werden sollen. Außerdem, erklaerten die Rechtsberater in London "Bisher gab kein Zeuge eine Aussage ab, die die Gefangenen belastet und die Beschuldigungen beweist. Ferner ist unklar, ob überhaupt ein Zeuge gefunden werden kann. Es ist auch unnötig zu erwaehnen, wie schwer es ist, nach solange Zeit einen Zeugen in Armenien zu finden, das sehr weit entfernt liegt und sehr schwer zu erreichen ist."2
Schliesslich wurden die auf Malta Inhaftierten Ende 1922 ohne irgend eine Anklage freigelassen.
Zu diesem Zeitpunkt wurde in der britischen Presse einige Dokumente veröffentlicht, die die osmanische Regierung des angeblichen Völkermordes beschuldigten und versuchten diese Beschuldigungen zu beweisen. Es wurde behauptet, dass die genannten Dokumente in den osmanischen Behörden in Syrien von den britischen Besatzungskräften unter der Leitung von General Allenby gefunden wurden. Doch stellte sich später bei den Ermittlungen des britischen Aussenministeriums heraus, dass diese Dokumente nicht von der britischen Armee gefunden wurden, sondern von der nationalistischen Armenier-Delegation in Paris an die alliierten Delegationen geschriebene und erfundene Dokumente waren.
QUELLEN: 1) PRO. FO. 13. Juli 1921, 371 / 6504 / E. 8519 2) Foreign Office, 29. Juli 1921, 371 / 6504 / E. 8745
Was bedeutet der vier T-Plan?
Ziel des armenischen Terrors ist es, Menschen zu morden und Behauptungen nach einem Völkermord an Armeniern sowie die armenischen Forderungen der Weltöffentlichkeit mitzuteilen. Ihr Traum ist das "grosses Armenien". Der wichtigste Schritt auf dem Weg zur Erfüllung dieses Traums ist es eine Öffentliche Meinung in diesem Thema zu bilden und die Plaene über die Türkei zu verwirklichen. Dafür wurde der "Vier T Plan" eingeführt. Dieser Plan stützt sich auf folgende vier Begriffe: Bekanntmachung, Anerkennung, Entschaedigung, Bodenanspruch.... Das heisst also, die Armenier-Frage soll mit Terror der ganzen Welt "bekannt" gemacht werden, die Behauptungen sollen von der Weltöffentlichkeit und der Türkei "anerkannt" werden, der Traum vom grossen Armenien soll verwirklicht werden und somit der Türkei "Boden" weggerissen werden!...
Der "vier T-Plan" stützt sich auf folgende armenische Behauptungen:
1. Türken haben Armenien besetzt und armenische Territorien an sich gerissen.
2. Türken haben nach dem Krieg von 1877-1878 Armenier systematisch massakriert.
3.Türken haben nach 1915 planmaessig einen Völkermord an Armeniern verübt.
4. Es gibt heimliche Anordnungen von Talat Pascha, die einen Völkermord an Armeniern befehlen.
5. Die Anzahl der beim Völkermord umgekommenen Armenier ist 1,5 Millionen.
Ist das Abkommen von Serves noch gültig?
Die armenische Propaganda behauptet, der Friedensvertrag von Sevres sei für sie noch gültig und die in diesem Friedensvertrag als "armenisches Territorium" vorgesehenen Gebiete müssten ihnen gegeben werden.
Die Unterzeichnerstaaten des Abkommens von Sevres erklärten, das Abkommen sei noch vor dem Inkrafttreten beseitigt worden. Das Abkommen von Sevres wurde niemals umgesetzt und durch den Lausanner Friedensvertrag ersetzt. Aber es gibt auch Abkommen, das die Armenier als Staat unterschrieben haben.
Das Erste davon ist das Batum Abkommen. Die Taschnaken haben am 28. Mai 1918 in Eriwan eine armenische Republik proklamiert. Der osmanische Staat hat mit den Armeniern am 4. Juni 1918 das Batum Abkommen unterzeichnet und somit diese Republik anerkannt. Das Außenministerium der armenischen Republik Hadisyan hat nach diesem Abkommen folgendes gesagt:
"Die türkischen Armenier denken nicht mehr daran, sich vom osmanischen Imperium zu trennen. Probleme der Armenier in der Türkei können zwischen dem osmanischen Imperium und der armenischen Republik nicht einmal als Unterredungsthema aufgefasst werden. Die Beziehungen zwischen dem osmanischen Imperium und der armenischen Republik sind wunderbar und sie sollten auch in Zukunft so sein. Alle armenischen Parteien sind der gleichen Meinung. Die Fortführung der guten Nachbarschaftsbeziehungen, ist einer der wesentlichsten Punkte der armenischen Republik, dessen Außenminister ich bin."1
Das Taschnak Presseorgan Hairenik schrieb in seiner Ausgabe vom 28. Juni 1918 folgendes:
"Die feindliche Politik Russlands gegen die Türkei ermutigte auch die kaukasischen- Armenier. Die Kaukasischen-Armenier sind an den Zusammenstößen diese beiden freundschaftliche Elemente schuld. Zum Glück hat diese Lage nicht lange angehalten. Nach der Russischen Revolution haben die Kaukasischen-Armenier eingesehen, dass sie nur in der Türkei Geborgenheit finden können und haben der Türkei ihre Hände gereicht. Auch die Türkei wollte die Vergangenheit vergessen und hat auf ritterliche Weise die ausgestreckte Hand gedrückt. Wir akzeptieren, dass die Armenier-Frage nun gelöst ist und der Vergangenheit angehört. Gegenseitige Gefühle der Misstrauens und der Feindlichkeit, die das Werk einiger abenteuerlustigen ausländischen Agenten sind, sollen weggeschafft werden."2
Aus diesen interessanten Erklärungen können wir folgende Ergebnisse schließen:
a) Die Armenier-Frage ist abgeschlossen.
b) Von den Ereignissen sind nicht die Türken, sondern die Russen und Armenier verantwortlich.
c) Wenn eine Ungerechtigkeit vorhanden ist, dann sind die leidtragenden die Türken.
Dass das, was wir heute sagen, richtig ist, wurde vor 64 Jahren von den Taschnaken im Jahre 1918 zugegeben, wie man sehen kann. Aber trotz dieser offenen Geständnisse wird die Angelegenheit seitens der Armenier nicht abgeschlossen sein und die armenischen Kreise werden bei der ersten Gelegenheit ihr Geständnis vergessen und ihren alten Träumen nachgehen. Schließlich haben die armenischen Bandenbewegungen trotz des Batum Abkommens angehalten.
Nach der Niederlage des osmanischen Staates im ersten Weltkrieg und der Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von Mudros am 30. Oktober 1918 traten die Armenier wieder in Aktion.
Die von Taschnag kontrollierte kaukasisch-armenische Republik teilte am 28. Mai 1919, dem ersten Jahrestag ihrer Gründung mit, dass die Türkei Armenien annektiert habe. Niemand auch die Ententestaaten nahmen diese Erklaerung ernst.
Die mit dem Vertrag von Sevres abgeschlossene Friedenskonferenz von Paris überliess die Angelegenheit über die Grenzen Armeniens der Schlichtung des US-Präsidenten Wilson. Wilson schickte im Herbst 1919 eine amerikanische Delegation unter General James G. Harbord zu Inspektionen in die Türkei. Nach Abschluss der Inspektionen im September und Oktober legte die Abordnung dem US-Kongress einen Bericht über die Ergebnisse ihrer Untersuchungen vor. In diesem Bericht, die Tatsachen enthielt, wurde betont, "die Türken und Armenier hätten seit Jahrhunderten friedlich zusammengelebt. Während der Umsiedlung hätten auch Türken wie Armenier Leiden tragen müssen. Türkische Dörfer seien verbrannt worden, lediglich 20 Prozent der Türken seien aus dem Krieg heimgekehrt. Zu Beginn des ersten Weltkrieges hätten die Armenier in keinem der als Türkei-Armenien genannten Gebieten über die Mehrheit verfügt. Es sei festgestellt worden, dass die Armenier auch bei einer Rückkehr der Umgesiedelten in keinem der Gebiete die Mehrheit bilden können. Die von Armeniern behaupteten traurigen und schrecklichen Ereignisse seien nicht richtig."3
Nach diesem Bericht lehnte der US-Kongress im April 1920 ab, dass die USA Mandater Armeniens wird.
Am 10. August 1920 wurde der Friedensvertrag von Sérves unterschrieben, von dem die Armenier wieder Hoffnung schöpften. Im Vertrag wurde beschlossen, dass der osmanische Staat Armenien als einen selbständigen und freien Staat akzeptiert, die Grenzbestimmungen wurden Wilson überlassen.
Wie man weiß, gab es in der Türkei am 10. August 1920 zwei Regierungen, eine in Istanbul, die osmanische Regierung und die andere in Ankara, die parlamentarische Regierung, Den Friedensvertrag von Sérves unterschrieb die osmanische Regierung. Die parlamentarische Regierung von Mustafa Kemal Atatürk wollte die "Armenier-Frage" selbst lösen.
Nach dem Waffenstillstand von Mudros haben die Franzosen die Stadt Adana, die Briten Urfa, Marasch und Antep besetzt. Danach haben die Briten ihre besetzten Gebiete den Franzosen überlassen. Die Armenier zogen die französischen Uniformen an und griffen die Türken an. Die Türken reagierten auf diese Grausamkeit und und organisierten gegen die französisch-armenische Besetzung einen türkischen Widerstand. Daraufhin wurde die Propaganda erneut aufgenommen. Doch glaubten diesmal niemand auch nicht die französische Kommandantur den Armeniern.
Nach dieser Entscheidung des US-Kongresses leiteten reguläre Truppen der kaukasisch-armenischen Republik und armenische Banden im Juni 1920 Angriffe gegen die Türkei ein. Im September startete die Ankaraer-Regierung eine Gegenoffensive. Die türkischen Streitkräfte fügten den Armeniern eine schwere Niederlage zu, retteten alle türkischen Territorien darunter Kars, überschritten die Grenze und marschierten in Gümrü ein. Nach der Niederlage forderte die armenische Regierung die Schliessung eines Friedens. So wurden am 3. Dezember 1920 das Abkommen von Gümrü (Alexandropol) unterzeichnet. Mit diesem Abkommen akzeptierten die Armenier die Ungültigkeit des Vertrags von Sevres und verzichteten offiziell auf Bodenforderungen von der Türkei.
Aber bevor diese Abkommen bestätigt wurde, ist die Rote Armee in Eriwan eingedrungen und hat die sowjetisch-armenische Regierung gegründet.
Mit dem Aufstandsversuch von Vratzian am 18. Februar 1921 ging die Verwaltung in Eriwan wieder zu den Taschnaks über. Die Vratzian Regierung schickte am 18. März eine Kommission zur Regierung nach Ankara und forderte Hilfe gegen die Bolschewisten. Was ist das für eine Anmut der Geschichte, noch vor zwei Jahren hatte die Taschnak Regierung veröffentlicht, dass sie sich den ostanatolischen Boden angeeignet und jetzt verlangte sie, um ihre Existenz fortführen zu können, Hilfe von Ankara. Die Taschnak Regierung konnte nicht lange anhalten und in Eriwan übernahm die Sowjetunion wieder die Macht.
Die Türkei unterzeichnete am 16. März 1921 mit der Sowjetunion das Abkommen von Moskau und somit wurde die heutige Türkei-Sowjetunion Grenze gezogen. Für die Vervollständigung dieses Abkommens wurde diesmal am 13. Oktober 1921 mit dem sowjetischen Armenien das Abkommen von Kars unterzeichnet. In beiden Dokumenten wurde festgeschrieben, dass der Vertrag von Sevres nicht anerkannt wird. Somit verzichtete nach der Taschnak-Regierung auch die sowjetisch-armenische Regierung auf jegliche Forderungen und somit wurde die Ungültigkeit des Vertrags von Sevres dokumentiert.
Während der Unterzeichnungszeremonie des Abkommens von Kars betonte der sowjetisch-armenische Justiz- und Arbeiter Kommissar Schahdof, "ab jetzt sei es nicht mehr möglich, diese zwei Nationen für den Vorteil anderer gegeneinander anzustiften".
Nachdem die Ostfront auf diese Weise geklärt wurde, wurde mit der Unterzeichnung des Ankara Abkommens mit den Franzosen am 20. Oktober 1921 auch die Südfront geklärt und die französischen Mächte zogen sich gemeinsam mit den armenischen Legionären und lokalen Komiteemitgliedern, die sie mitgebracht hatten, zurück. Einen großen Teil des lokalen armenischen Volkes haben sie quasi mit Gewalt mitgenommen und im Libanon angesiedelt. Das gleiche Ereignis trifft man auch bei der Anschließung von Hatay an das Vaterland.
In dem am 24 Juli 1923 unterzeichneten Friedensvertrag von Lausanne, der anstatt des Vertrags von Sevres umgesetzt wurde, gibt es keine einzige Bestimmung über Armenier.
Somit erfolgte in Lausanne die endgültige Lösung der entsprechenden Frage. Die Behauptungen der Armeiner, die sich auf den Vertrag von Sevres stützen, haben heute überhaupt keine Bedeutung. Bevor wir dieses Thema abschliessen, wollen wir daran erinnern, dass der Vertrag von Sevres von keinem der Teilnehmerstaaten ratifiziert worden ist.
QUELLEN:
1) SCHEMSI, Kara, op., cit., p. 31
2) SCHEMSI, Kara, op., cit., p. 31- 32
3) SCHEMSI, Kara, op., cit., p. 682- 683
Haben die Türken die Armenier im Verlauf der ganzen Geschichte tyrannisiert?
Mit dem Ziel die armenische "Völkermordpropaganda" auf eine geschichtliche Grundlage zu setzen, wurde die Ansicht verteidigt, dass die Türken im Verlauf der ganzen Geschichte die Nicht-Moslems und Armenier schlecht behandelt haben. Denn sie wissen genau, dass sie anderenfalls die Frage nicht beantworten können, wie sich die Türken auf einmal zur totalen Vernichtung der Armenier beschlossen hätten, obwohl sie seit 600 Jahren mit ihnen zusammenlebten. Ein anderer Faktor dafür ist es, dass die Armenier durch die Entstellung der Tatsachen die Angelegenheit zu einem Kampf zwischen Christen und Moslems verwandeln und somit die Unterstützung der Christenwelt erhalten wollten...
In ihrem eigenen geschichtlichen Überblick steht geschrieben, dass die Armenier den Einzug der Türken nach Anatolien wegen der Byzanz Tyrannisierung freudig empfangen haben. Zum Beispiel haben die Byzantiner versucht die Armenier Kirche zu überwältigen und zu vernichten und die Seldschuken haben angefangen, sie in Schutz zu nehmen. Sie haben die schweren Steuern, die die Byzantiner von den armenischen Kirchen, Kloster und der geistlichen Klasse gefordert haben abgeschafft und diese von der Steuer befreit. Sie hielten sich aus den armenischen Gottesdiensten, der Erziehung und den inneren Angelegenheiten zurück und übten keinen Druck aus, um sie zum moslemischen Glauben zu bekehren. Der geistliche Führer der Armenier besuchte wegen dieser toleranten Haltung den seldschukischen Sultan Melikschach und sprach seinen Dank aus. Zusammengefasst haben die Armenier zu diesem Zeitpunkt ihre wahre Existenz als Gemeinschaft, sowohl ihre Religion und Kirchen dank der Türken schützen können.
Diese Tatsache wird von den armenischen Historikern mit Stolz zur Sprache gebracht. Der armenische Historiker Mateos aus Urfa berichtet in seiner Chronik Nummer 129 über den seldschukischen Sultan Melikschach wie folgt: "Das Herz von Melikschach war voll mit Liebe und Güte gegenüber den Christen. Er hat die Kinder Jesu sehr gut behandelt. Er hat dem armenischen Volk Wohlstand, Frieden und Glück gebracht."1
Mateos hat nach dem Tode von Sultan Kilic Aslan dies geschrieben:
"Der Tod von Kilic Aslan hat die Christen in Trauer versetzt. Denn dieser Sultan war ein nächstenliebender Mensch mit gutem Charakter."
Wie gut die seldschukischen Türken gegenüber den Armeniern waren, sieht man auch daran, dass manche armenischen Herren, wie die Taschirk Familie, von selbst Moslem wurden und mit den Türken gegen die Byzantiner kämpften.
Worte darüber, dass die Türken die Nicht-Moslems gut behandelt haben, steht auch in der Islamisch-Türkischen Philosophie. Diese Philosophie kann man so zusammenfassen: Wenn die Türken das Gebiet, in dem das nicht-moslemische Volk lebt, an ihre eigene Heimat hinzufügten, schlossen sie mit der Bevölkerung dieses Gebietes ein Abkommen das Zimma genannt wurde ab. Das Recht und Rechtswesen der nicht-moslemischen Bevölkerung wurde mit diesem Abkommen in Schutz genommen und diese Bevölkerung wurde Zimmi genannt. Somit wurde den Menschen von einer anderen Religion eine solche Toleranz gezeigt, die bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorhanden war. Die Philosophie der derzeitigen großen Denker, wie Yunus Emre und Mevlana Celaleddin Rumi, die "Betrachte die 72 Nationen mit den gleichen Augen" und "Egal wer du auch bist, komm" sagten, müssen im Rahmen dieser Philosophie des Menschentums und Toleranz bewertet werden. Wenn man die Streitigkeiten zwischen den christlichen Glaubensrichtungen und vor allen Dingen die Grausamkeit der Byzantiner gegenüber den Armeniern betrachtet, sieht man ganz offen, wie menschlich diese Annährung ist.
Nach der Gründung und Entwicklung des osmanischen Staates und besonders nach der Eroberung Istanbuls und Zerstörung des byzantinischen Reichs begann für die Armenier eine neue Aera des Friedens, der Sicherheit, Ruhe und des Wohlstands. Zum ersten Mal in der Geschichte waren sie vom religiösen, politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Druck befreit...
Wie bekannt, ist das osmanische Reich türkischer Herkunft, hat eine islamische Struktur und ist ein Reich mit vielen Nationen. Diese mehrfach nationalisierte Struktur hat sowohl für die Türken, als auch für die anderen Nationen Platz. Damit sich die Armenier vor der Unterdrückung der Byzantiner schützen konnten, erlaubte der erste osmanische Padischah Osman Bey zum Beispiel, dass sich die Armenier in Anatolien als eine eigene Gesellschaft organisieren konnten und in Kütahya in Westanatolien wurde das erste Religionszentrum der Armenier gegründet. Als dann Bursa eingenommen und zur Hauptstadt erklärt wurde, wurde das Religionszentrum von Kütahya nach Bursa übertragen und nachdem Fatih Sultan Mehmet Istanbul eroberte, wurde das religiöse Oberhaupt der Armenier Hovakim 1461 von Bursa nach Istanbul gebracht und auf die Verordnung von Fatih wurde in Istanbul ein armenisches Patriarchat gegründet.2 Daraufhin haben von Han, Kaukasien, Ost- und Mittelanatolien, Balkan und Krim die armenischen Wanderungen nach Istanbul begonnen und das osmanische Reich wurde ein Anziehungszentrum für die Armenier. Wie man sieht, haben sich die armenische Gesellschaft und Kirchen parallel zur Entwicklung des osmanischen Reiches entwickelt.
Das osmanische Reich hat die gregorianischen Armenier unter dem Namen "Nation" organisiert und ihre Leitung dem eigenen religiösen Oberhaupt überlassen. In der Verordnung von Fatih Sultan Mehmet, die das armenische Patriarchart gründen ließ, ist die Bestimmung gefasst worden, dass der Patriarch das geistliche und weltliche Oberhaupt aller im Reich lebenden Armenier ist. Die Armenier konnten alle Rechte, wie die Moslems nutzen. Sie hatten sogar einige Vorteile, wie zum Beispiel, dass sie nicht zum Militärdienst einberufen wurden. Dies führte zur Fortsetzung ihrer Familien und somit zu einem Wohlstand.
Von dem Moslem und Nicht-Moslems wurden Tribut und Kopfsteuer verlangt, dagegen wurden sie von den Almosen- Zehntelsteuer, die die Moslems zahlen mussten, befreit. Die Festlegung, wie die Tribut- und Kopfsteuer auf die armenische Gesellschaft verteilt wird, wurde den religiösen Oberhäuptern überlassen.
Wenn die finanziellen Kräfte der Armenier nicht ausreichten, um ihre religiösen, kulturellen und wohltätigen Arbeiten zu leisten, half die osmanische Regierung. Sie ersetzte die Fehlbeträge des Patriarchats und leistete den armenischen Vereinigungen finanzielle Unterstützung. Dieses Stiftungssystem ist heute noch erhalten.
Hier möchten wir auch noch darauf aufmerksam machen: Da sich die Orthodoxen-Griechen vor den Armeniern organisiert haben, sind alle anderen christlichen Bevölkerungselemente, außer den Orthodoxen-Griechen, als Agents angfsehen. Unter diesen Bevölkerungselementen befanden sich die Paulikien und Jakobiner in Anatolien, die Bogomilen auf dem Balkan sowie die Christen, die in keinem Verhältnis zum Armeniertum standen. Diese Tatsache muss, vor allen Dingen bei Diskussionen über die armenischen Einwohner im osmanischen Reich, vor Augen gehalten werden.
Zur Zeit des osmanischen Weltstaates genoss die armenische Gesellschaft ihre Rechte und Privilegien vollkommen und lebte in Wohlstand...Ausserdem akzeptierte sie die türkisch-osmanische Kultur,Lebensart und Verwaltung ...Somit gewannen die Armenier das Vertrauen der Osmanen und wurden "Treue Nation" genannt. Die osmanischen Armenier sind Dank diesem Titel sowohl im beruflichen Bereich, als auch in öffentlichen Diensten an wichtige Stellen gekommen. Von den osmanischen Armeniern sind 29 Paschas, 22 Minister, 33 Abgeordnete, 7 Botschafter, 11 Generalkonsule und Konsule, 11 Mitglieder des Lehrkörpers an Universitäten und 41 hochrangige Beamten eingetragen. Unter den armenischen Ministern übten einige sehr wichtige Posten als Außen-, Finanz-, Handels- und Postminister aus.3
Die Armenier haben wichtige Beiträge zur osmanisch-türkischen Kunst, Kultur und Musik geleistet und berühmte Künstler hervorgebracht. Diese Künstler werden heute noch als Stolz der türkischen Armenier und Türken erwähnt.
Hier ist es auch angebracht zu erwähnen, dass die erste armenische Druckerei auf der Welt im XVI. Jahrhundert in Istanbul gegründet wurde.
Somit haben die Armenier, die Türken aber an erster Stelle, mit den ganzen Bevölkerungselementen bis zum Ende des XIX. Jahrhunderts in Frieden und Vertrauen gelebt, sie hatten überhaupt keine Beschwerden oder Probleme mit der osmanischen Verwaltung.
Neben dem ist es zeitweilig zu Meinungsverschiedenheiten untereinander gekommen. Zwischen den Armeniern, die vor und nach der Eroberung von Istanbul aus Anatolien und Krim in diese Stadt kamen und als "einheimisch" bezeichnet wurden und den aus dem Iran und Kaukasus kommenden Armeniern, die "Provinzler" genannt wurden, kam es wegen der Wahl des armenischen Patriarchen zu einem Wettstreit. Sie beschwerten sich bei den Osmanen und versuchten die Verwaltung für ihre Seiten zu gewinnen. Die Osmanen hingegen verhielten sich neutral. Nachdem die "Provinzler" diesen Wettstreit für sich entschieden, wurden auch nicht-geistliche zu diesem Amt ernannt. Der Kampf um Rang und Titel verwandelte sich von Zeit zu Zeit in blutige Auseinandersetzungen. In diesem Fall griffen die Osmanen ein und verhinderten eine gegenseitige Beschuldigung unter den Armeniern.
Konfessionsstreitereien waren ein anderer Punkt, warum die Armenier ineinander gerieten.
Wegen ausländischem Eingreifen verbreitete sich unter den Armeniern Katholizismus und Protestantismus. Dies erweckte bei den gregorianischen Armeniern eine große Empörung. Sie wendeten sich an die osmanische Regierung und forderten, dass dies verhindert. Da die osmanische Regierung diese Entwicklung als ein Innenstreit ansah und sich nicht einmischte, kam es wieder zu blutigen Kämpfen und die Armenier, die den Protestantismus akzeptiert hatten, wurden von den Patriarchen Çuhaciyan und Tahtaciyan mit dem Kirchenbann belegt.4 Später kam es unter den Katholiken zu Streitigkeiten, ob sie an den Vatikan gebunden sind oder nicht. Der Papst hat die Armenier, die nicht an den Vatikan gebunden waren, mit dem Kirchenbann belegt, die osmanische Verwaltung griff ein und versöhnte im Jahre 1888 diesen beiden katholischen Gruppen.
Die Grosse Toleranz der Osmanen gegenüber Nichtsmoslems machten das Imperium bis zu seinem Niedergang zu einem Zufluchtsort für alle wegen ihres Glaubens grausam verfolgten Menschen. Die von einer christlichen Konfession grausem unterdrückten und von Katholiken misshandelten Juden fanden Zuflucht bei den Osmanen. Ein wichtiges Bespiel dafür ist die Einwanderung der Juden im XV. Jahrhundert aus dem katholisch beherrschten Spanien ins osmanische Reich. In den darauffolgenden Jahrhunderten fanden auch Juden aus Frankreich, Mitteleuropa und Russland Zuflucht im osmanischen Reich.
Ja wenn die Tatsachen so sind, wie kann man dann die Behauptungen über Misshandlung der Nichtmoslems und Armenier durch Türken mit Logik, Gewissen, gesundem Menschenverstand und Gerechtigkeit in Einklang bringen? Man müsste entweder keine geschichtlichen Kenntnisse haben oder sich von Vorurteilen leiten lassen, um derartige Behauptungen aufzustellen. Die entsprechenden Behauptungen werden von auslaendischen Historikern und Schriftstellern widerlegt...
Von Asoghik und Matios bis Voltaire, Lamartine, Claude Farrare, Pierre Loti, Nogueres, Ilone Caetaini, Philip Marschall Brown, Michelet, Sir Charles Wilson, Politis, Arnold, Bronsart, Roux, Grousset, Edgar Granville, Garnier, Toynbee, Lewis, Price, Bombaci und Shaw geben viele Historiker und Schriftsteller den Türken recht, obwohl manche von diesen nicht besonders Türken-freundlich waren...
Dieses Thema wollen wir mit kurzen Zitaten abschliessen.
Voltaire:
"Die Türken verwalten 20 Nationen verschiedenen Glaubens in Frieden... Türken haben den Christen gelehrt im Krieg humanitaer und beim Sieg mild zu sein..."
Philip Marschall Brown:
"Trotz ihrer grossen Siege haben die Türken die Völker in den von ihnen eingenommenen Gebieten das Recht grosszügig anerkannt, sich gemaess ihrer Gesetze und Traditionen Selbst zu verwalten...
Politis,Aussenminister der Venizelos-Regierung:
"Die Interessen der Griechen in der Türkei konnten von keiner anderen Macht besser geschützt werden als von Türken..."
J.W.Arnold: "Es ist eine nicht zu leugnende historische Tatsache, dass die türkischen Armeen sich nicht in die religiösen und kulturellen Angelegenheiten in den von ihnen eroberten Gebieten eingemischt haben ..."
Der deutsche General Bronsart:
"Die Türken haben die toleranteste Einstellung gegenüber Menschen anderen Glaubens, falls man nicht gegen sie vorgeht..."
Ein letztes Beispiel:Nach der Niederlage von Akka wollte Napoleon Bonaparte die katholischen Armenier im osmanischen Reich zum Aufstand gegen die Verwaltung aufhetzen um Rache zu üben. Er fragte seinem Botschafter in Istanbul Sebastiani, ob das möglich waere. Die Antwort des Botschafters war eindeutig:
"Armenier sind so zufrieden mit ihrem Leben, dass dieser Plan nicht verwirklicht werden kann..."
Quellen: 1) MATEOS aus URFA, (Mathieu d'Edesse); Chronicles, Nummer 129 2) URAS, Esat; Die Armenier in der Geschichte und die Armenier-Frage; 2. Auflage, Istanbul, 1976, Seite 149 3) Die Realität von den türkischen Armeniern, Jamanak Ausgabe, Istanbul, 1980, Seite 4 und KOÇAŞ, Sadi; Die Armenier während der Geschichte und die türkisch-armenisch Beziehung , Ankara, 1967, Seite 92-115 4) SCHEMSI, Kara; Turcs et Armeniens devant I´Histoire, Genere. Imprimeric Nationale, 1919, Seite 19.
Haben die Türken ab 1890 begonnen die Armenier zu ermorden?
Wir sehen, dass in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts angefangen wurde über eine "Armenier-Frage" zu sprechen. Aber wenn man für die "Armenier-Frage" einen Anfangspunkt suchen sollte, findet man diesen in dem Reformerlaß von 1856 oder im osmanisch-russischen Krieg zwischen 1877- 1878 sowie dem darauffolgenden Abkommen von Ayastefanos und der Berliner Konferenz. Aber wir denken, dass wir noch weiter zurück bis 1820 gehen sollten, um die Angelegenheit besser verstehen zu können.
In dieser Phase taucht das zaristische Russland auf, dessen Macht auf der Welt immer mehr an Bedeutung gewann. Diese imperialistische Macht akzeptierte den osmanischen Staat als ein natürliches Entwicklungsgebiet und versuchte sich mit Hilfe der Osmanen nach Süden und Südosten auszubreiten. Die Unabhaengigkeit Griechenlands vom osmanischen Reich ist zum grössten Teil auf diese expansionistische Politik Russlands zurückzuführen. Eines der wichtigsten Elemente dieser Politik ist Russland zufolge, der Schutz gegenüber den Osmanischen-Christen. Dies wiederum hat die Russen dazu getrieben, sich neben den Orthodoxen-Griechen auch mit den gregorianischen Armeniern zu befassen.
Während Russland im Westen versuchte in den Balkan einzudringen, stieg er über den Osten in Kaukasien ein. Diese Entwicklung versetzte die armenische Ecmijazin Kirche in Kaukasien unter russischen Einfluss. Ecmijazin ist ein religiöses Zentrum, an das die gregorianischen Armenier gebunden sind.
Die Ecmijazin Kirche ging in kurzer Zeit zu den Russen über. Selbst Katolikos Nerses Aratarakes schloss sich an der Spitze einer armenischen 60.000 Mann Streitkraft beim 1827- 28 Russland-Irankrieg den Russen an.
Auch der Versuch der Russen, sich unter die osmanischen Armenier zu mischen, geschah durch die Ecmijazin Kirche und nach 1844 wurde das armenische Patriarchat in Istanbul bei Gottesdiensten Ecmijazin Katoliko genannt.
Nicht nur Russland hatte die Absicht der Schützer der osmanischen Christen zu sein. Auch Großbritannien und Frankreich hatten die Absicht die osmanischen Christen zu den Protestanten und Katholiken zu gewinnen. Nachdem sie damit Erfolg hatten, wurde 1830 in Istanbul eine armenisch-katholische und 1847 eine protestantische Kirche gegründet. Weder bei diesen Entwicklungen, noch bei der Veröffentlichung des Reformerlasses in 1856 war von einer "Armenier-Frage" die Rede.
Der Reformerlass, der die Bedeutung, die nationale Ordnung im westlichen Modell neu zu organisieren, trug, brachte die Moslems und Nicht-Moslem auf den gleichen Status und beendete somit die Vorteile und geistliche Befreiungen der nicht-Moslem. Nach diesem Erlass bereitete das armenische Patriarchat eine armenische Volksbestimmung vor und überreichte diese am 29. März 1862 der osmanischen Regierung. Somit wurde sie bestätigt und trat in Kraft. Mit der Bestimmung wurde ein Parlament mit 140 Mitgliedern gegründet, die die Innenangelegenheiten des Volkes besprachen. Es wurde vorgesehen, dass 20 dieser Mitglieder Kirchenangehörige von Istanbul, 80 Mitglieder der Kirchengemeinschaft in Istanbul und 40 Mitglieder von der Provinz waren.
Der Reformerlaß hat neben Russland auch Großbritannien und Frankreich dazu gebracht sich mehr mit den Armeniern zu befassen. Dies wiederum steigerte das Interesse Russlands an den Armeniern.
Hinter diesem Interesse lag nicht die Sympathie dieser Staaten, sondern ihre eigenen imperialistischen Vorteile. Um zu sehen, warum das so war, muss man die damaligen Machtbeziehungen und den Kampf um die Bewohner auf der Welt betrachten.
Eines der wichtigen Gebiete in diesen Einwohner und Vorteilkämpfe ist der osmanische Staat. Einer der Grundsteine dieser neuen Politik war die christlichen Elemente im osmanischen Staat und vor allem wurden die Armenier gegen die Osmanen ausgenutzt. Ihnen wurde ein Armenien in Ostanatolien versprochen, dabei glaubten sie selbst nicht an die Realisierung dieses Versprechens.
Als Ergebnis des osmanisch-russischen Krieges zwischen 1877- 78 und wegen der Kriegsniederlage der Osmanen kam es zu neuen Entwicklungen. Daraufhin kam die "Armenier-Frage" zum Vorschein.
Nach dem osmanisch-russischen Krieg forderte der armenische Patriarch von Istanbul, Nerses Varjabedyan, unter Vermittlung des Katholikos der Ecmiyazin-Kirche vom russischem Zaren, die von Russland besetzten osmanischen Gebiete in Ostanatolien nicht zurückzugeben. Darüber hinaus verlangte er im russischen Quartier in Ayastefanos vom russischen Grossfürsten Nikola die Annektierung Ostanatoliens durch Russland oder eine Autonomie wie in Bulgarien, wenn nicht, dann Reformen zu Gunsten der Armenier. Bis zur vollen Umsetzung der Reformen sollte sich die russische Armee nicht zurückziehen, so nach der Forderung des Patriarchs. Die letzte Forderung des Patriarchs wurde von Russen angenommen und als 16.Artikel in das Abkommen von Ayastefanos aufgenommen.1 Wir brauchen gewiss nicht zu sagen, dass der Patriarch Varjabedyan osmanischer Staatsbürger war. Die russische Besetzung in Ostanatolien hat Russland die Möglichkeit verschafft, den Einfluss auf die Osmanischen-Armeniern zu vergrößern. Die armenischen Offiziere in der russischen Armee haben versucht die Osmanischen-Armenier gegen den Staat aufzuhetzen und ihnen eingeprägt, "wie sich die Christen auf dem Balkan" von den "Osmanen zu trennen und ihren eigenen Staat zu gründen versuchen".
Grossbritannien erkannte die Absicht der Russen und lehnte das Abkommen von Ayastefanos ab. Denn ein unter der Obhut Russlands in Ostanatolien zu gründender armenischer Staat würde die Sicherheit der britischen (Handels) Wege zum Persischen Golf und nach Indien gefaehrden. Grossbritannien gelang es, dass das Abkommen von Ayastefanos gegen Zypern geaendert und auf der Berliner Konferenz der Abzug der Russen aus Kars, Ardahan und Batum beschlossen wurde. Nach dem russischen Abzug sollten unter Aufsicht der 5 Maechte, die armenische Reformen umgesetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt betrachtete Grossbritannien die "armenische Reform" als seine eigene Sache.
An der Berliner Konferenz hat auch eine Kommission des armenischen Patriarchats in Istanbul teilgenommen. Da diese Kommission ihren Willen nicht durchsetzen konnte, kamen sie mit dem Urteil "ohne einen Kampf und Aufstand kann man nichts erreichen" nach Istanbul zurück.2
Russland verlor mit der Berliner Konferenz eine große Gelegenheit, die sie mit dem Ayastefanos Abkommen bekommen hatte. Außerdem musste sie im Westen Griechenland und Bulgarien dem Einfluss von Großbritannien überlassen. Daraufhin verfolgte sie eine Politik, deren Ziel die direkte Vereinigung von Ostanatolien war. Bei dieser Politik hat Russland versucht die Armenier erneut auszunutzen.
Der französische Schriftsteller Rene Pinon, der als Türkenfeind bekannt ist, zeigt mit diesen Worten offen den Kampf von Großbritannien und Russland gegen die Armenier: "Der Briten und Russen haben ihren Krieg auf dem Rücken der Armenier ausgetragen. Armenien ist in den Händen von Großbritannien ein Wachposten zur Vorbeugung der russischen Ausbreitung geworden."
In Großbritannien trat 1880 die Gladstone Regierung an die Macht. Dies hat den Kampf intensiviert. Großbritannien gab die Politik, die territoriale Integrität des osmanischen Staates vor Russland zu schützen auf und verfolgte nun eine Politik, welche die Teilung des osmanischen Reiches vorsah. Davon versprach sich Großbritannien kleine befreundete Staaten, die es gegen Russland einsetzen konnte. Einer dieser Pufferstaaten sollte Armenien sein.
Als erste Resultate der neuen Politik wurden Ostanatolien in der britischen Presse als Armenien bezeichnet, in den abgelegensten Orten Ostanatoliens wurden britische Konsulate eröffnet, die Zahl der protestantischen Missionaere erhöhte sich und in London wurde das britisch-armenische Komitee gegründet. Für ihre eigenen Interessen nutzten Russland und Grossbritannien die Armenier aus. Viele armenische und auslaendische Quellen dokumentieren dies.
Der armenische Patriarch Horen Aschikyan hat in seinem Werk "Armenische Geschichte" folgendes geschrieben: "Die vielen protestantischen Missionare, die an verschiedenen Orten der Türkei verteilt sind, machen Propaganda zu Gunsten Großbritanniens. Sie behaupten, dass die Armenier dank Großbritannien ihre Unabhängigkeit erlangen werden. Die von ihnen gegründeten Schulen sind Nester ihrer heimlichen Pläne."
Nach den Worten des armenischen geistlichen Hrant Vartabed zeigt die Gründung von protestantischen Volksgruppen im osmanischen Reich und deren Schutz von Seiten Großbritanniens und der USA, dass die westlichen Mächte, die behaupten zivilisiert zu sein, sogar davor nicht zurückschrecken das Religionsgefühl, dass das heiligste Gefühl ist, rücksichtslos auszunutzen." Vartabed beschuldigt Ecmiyazin Katolikos und Kevork sich als Mittel des zaristischen Russlands ausnutzen zu lassen und die anatolischen Armenier zu betrügen.3
Eine weitere Feststellung kommt von dem französischen Botschafter in Istanbul Paul Cambon. Cambon schreibt 1894 in seinem Bericht an Paris folgendes:
"Gladstone hat die unzufriedenen Armenier organisiert, sie diszipliniert und ihnen Rückhalt versprochen. Danach hat sich das Propagandakomitee in London, wo es inspiriert wurde, niedergelassen."
Jean- Paul Ganier sagte:
"Die Armenier, die treue Nation genannt werden, wurden von den Russen und protestantischen Missionaren aufgehetzt und haben sich an die Berliner Konferenz gewendet, als ob sie ein gequältes Volk wären."
Edgar Granville, vermerkte, dass es vor Beginn der russischen Provokation überhaupt keine armenische Bewegung im osmanischen Reich gegeben habe. Unschuldige Menschen hätten durch den Traum nach einem Armenien unter Obhut des Zaren gelitten. Der eigentliche Verbrecher sei das russische Zarentum. Das Ziel der armenischen Bewegung sei die Annektierung Ostanatoliens an Russland.
Der armenische Schriftsteller Kaprielian bemerkte in seinem Buch "Armenierkrise und Auferstehung" mit Stolz, dass sie "die Revolutionsversprechungen und Einreden den Russen zu verdanken haben".
Das Presseorgan des Taschnak-Komitees "Hairenik" gibt in seiner Ausgabe vom 28. Juni 1918 zu, die revolutionaere Gesinnung bei den Armeniern in der Türkei sei im Folge der russischen Provokationen erregt worden...Russland ermutigte alle Grenzvölker zur Zentrifugalkraft.
Vor diesen Realitäten wird es nicht schwer sein, zu sagen, dass hinter der Armenier-Frage der Imperialismus und die Politik, das omanische Reich zu teilen und aufzuteilen, liegt.
Im Rahmen dieser Politik wurden in Ostanatolien ab 1880 einige armenische Komitees gegründet. In Van wurden die Komitees unter den Namen "Das schwarze Kreuz" und "Armenakar", in Erzurum "Die Patrioten" zusammengesetzt. Diese Aktivitäten dieser Komitees blieben regional. Da sich ein großer Teil der Armenier nicht über die osmanische Verwaltung beklagte und in Wohlstand und Frieden weiterlebte sowie den Tätigkeiten dieser Komitees kein Interesse zeigten, konnten sie nicht wirksam sein und mit der Zeit ging ihre Existenz zu Ende.
Da die osmanischen Armenier mit den von ihnen gegründeten Komitees nicht zur Bewegung gegen den Staat getrieben werden konnten, wurde diesmal ein anderer Weg eingeschlagen. Es wurde verlanat, dass die russischen Armenier außerhalb der osmanischen Territorien Komitees gründeten. Somit trat 1887 in Genf das Hincak, 1890 in Tiflis das Taschnak Komitee vor. Diesen Komitees wurden als Ziel die anatolischen Länder und die "Rettung" der osmanischen Armenier vorgezeigt.
Louise Nalbandian, ein Vorreiter der armenischen Propaganda unserer Zeit, äussert sich zum "Hınçak Komitee" wie folgende:
"Um die Gefühle des armenischen Volks in Aktion zu setzen, benötigte man Provokation und Terror. Das Volk sollte gegen seinen Feind provoziert werden. Dann würde man von Vergeltungsaktionen des Feindes profitieren. Terror sollte als ein Mittel eingesetzt werden, um das Vertrauen des Volkes an das Hınçak-Programm zu erwecken. Das Komitee hatte das Ziel, die osmanische Regierung zu terrorisieren. Somit sollte das Regime an Ansehen verlieren und zerstört werden. Der einzige Brennpunkt der terroristischen Taktiken sollte nicht die Regierung sein. Das Hinçak-Komitee wollte die für die Regierung arbeitenden Armenier und Türken töten und versuchte alle Spione und Spitzel zu beseitigen. Um die Terrorakte zu verwirklichen, würde die Partei, also das Komitee, eine sich eigene Organisation gründen.4
K. S. Papazian schreibt über das Taschnak Komitee:
"Nach dem Programm dieses Komitees sollte das Türkei-Armenien durch Aufstand politische und wirtschaftliche Freiheit erringen. Das 1892 bei der Vollversammlung des Komitees beschlossenes Programm sah als 8. Methode die Terrorisierung der Regierungsfunktionaere sowie der Verraeter und als 11. Methode die Vernichtung und Plünderung der Regierungsanstalten vor."5
Der Mitbegründer und Ideologe des Taschnak-Komitees Dr.Jean Loris Melikoff gibt zu, dass die Interessen des Komitees Vorrang hatten und das Komitee durch Terror von reichen Armeniern Geld erpresste, um seine Plaene umzusetzen.6
Wieder einer der Taschnak Ideologen Varandian, gestand in seinem Buch "History of the Dahnagizoutune" (Paris, 1932) dasselbe.
So wie die armenischen Schriftsteller auch offen angeben, war es ein Ziel in Anatolien Aufstände einzuleiten. Die Methode hierfür war der Terror. Die armenischen Komitees haben keine Zeit verloren, um dieses Programm umzusetzen und leiteten verschiedene Versuche für Aufstände ein.
Die Aufstandsversuche wurden zuerst von den Hincak eingeleitet und später folgten die Taschnaks dem gleichen Weg. Die gemeinsame Eigenschaft dieser Aufstandsversuche war, das sie alle von Komiteemitgliedern außerhalb des osmanischen Territoriums geplant und verwirklicht wurden.
Der erste Aufstand war der Aufstand von Erzurum im Jahre 1890. Danach folgte im gleichen Jahr die Kumkapi Demonstration und anschließend folgten 1892-93, die Ereignisse von Kayseri, Yozgat, Corum und Merzifon, 1894 der Sasun Aufstand, 1895 die Babiali Demonstration und der Zeytun Aufstand, 1896 der Van Aufstand und die Besetzung der osmanischen Bank, 1903 der zweite Sasun Aufstand, 1905 der versuchte Anschlag auf Sultan Abdülhamid und 1909 der Adana Aufstand.
Diese ganzen Aufstände und Ereignisse wurden von den armenischen Komitees dargestellt, als wurden die Armenier von den "Türken ermordet". Dies wurde auch an die westlichen Länder und die christliche öffentliche Meinung in dieser Form weitergegeben und somit einen großen Lärm verursacht. Mit dieser Absicht wurde keine Lüge ausgelassen. Die Ereignisse wurden alle entstellt bekannt gemacht. Die bis in den abgelegensten Ecken von Anatolien verbreiteten christlichen Missionare und Konsulate der mächtigen Länder und Botschaften in Istanbul haben bei der Verbreitung und Zustimmung dieser Propaganda an die westlichen öffentliche Meinungen eine große Rolle gespielt. Nachdem sich dieser Propaganda auch die Veröffentlichungen der westlichen Presse anschloss, haben die Christen diese Behauptungen, die jeder Grundlage entbehrten, als Richtig angenommen. Ihre eigene Staatspolitik erforderte auch die Übernahme dieser Behauptungen. Dem Westen nach war dies ein Krieg zwischen Christen und Moslem und brutale Moslem massakrierten unschuldigen Christen. In diesem Fall war der einzige Ausweg die Unerstützung und der Schutz der christlichen Armenier gegen die Moslems, was auch wirklich umgesetzt wurde.
Doch dass die Angelegenheit dem nicht entsprach und die armenischen Komitees mit dieser Propaganda versuchten die mächtigen Staaten zu einem Eingriff gegen die Osmanen zu verleiten, steht in Dokumenten fest.
Der armenische Patriarch in Istanbul hat am 6. Dezember 1876 zum britischen Botschafter Elliot gesagt, "wenn eine Revolution nötig ist, um das Eingreifen von Europa einzuleiten und ihre Aufmerksamkeit auf dieses Thema zu lenken, ist dies sehr leicht."7
Der britische Botschafter Currie in Istanbul hat am 28. März 1894 den folgenden Bericht geschickt:
"Das Ziel der Aufständischen in Erzurum ist es Unruhen auszulösen, damit sie den Widerstand der Osmanen einleiten und somit das Eingreifen der ausländischen Länder ermöglichen können."8
Der britische Konsol in Erzurum Graves hat am 28. Januar 1895 in seiner Botschaft an die britische Botschaft in Istanbul erklärt "die Absicht der Komitees ist es eine generelle Unzufriedenheit hervorzurufen und die türkische Regierung und das Volk dazu zu veranlassen, die unwahren Qualen zu verbessern."9
Auf die Frage des Korrespondenten der Zeitung New York Herald, Sydney Whitman, ob es zu Auseinandersetzungen gekommen wäre, wenn kein armenischen Komiteemitglied in dieses Land gekommen und die Armenier zum Aufstand provoziert hätte, antwortete Graves:
"Natürlich nicht; ich glaube nicht, dass dann auch nur ein Armenier ermordet worden wäre."10
Der stellvertretende britische Konsol in Van, Williams erklärte in seinem Schreiben vom 4. März 1896 folgendes" Die Taschnak und Hincak haben ihre eigenen Landsleute terrorisiert. Mit ihrem Übermaß und ihrer Raserei haben sie das moslemische Volk aufgehetzt, alle Bemühungen zur Anwendung der Reformen gelähmt. Für alle Ereignisse in Anatolien sind die Morde der armenischen Komitees verantwortlich."11
Der britische Botschafter in Adana Doughty Wily schrieb in seinem Bericht 1909 "die Armenier versuchen die Ausländer zum Eingreifen zu veranlassen."
General Mayewski, der in Bitlis und Van als russischer Botschafter tätig war, hat 1912 in seinem Bericht folgendes vermerkt:
"In den Jahren 1895 und 1896 haben die armenischen Komitees bei den Armeniern und dem einheimischen Volk solch eine Unsicherheit verbreitet, dass in diesen Gebieten die Realisierung irgendeiner Reform unmöglich war. Die armenischen Geistlichen bemühten sich um fast keine religiöse Ausübung. Dagegen haben sie zur Verbreitung des Nationalismus beigetragen. Solche Gedanken sind hinter den Mauern des geheimnisvollen Klosters zustande gekommen. Die Stelle von geistlichen Lehren nahm die Feindlichkeit gegenüber Moslems ein. Die Gründe für die Aufstände in den Jahren 1895 und 1896 in vielen Städten der asiatischen Türkei sind weder die große Armut der armenischen Bauern, noch der Druck, dem sie ausgesetzt waren. Diese Bauern waren viel reicher und wohlhabender als ihre Nachbarn. Die Armenier haben aus diesen drei Gründen revoltiert:
1. Die bekannten politischen Entwicklungen
2. Bei der armenischen Öffentlichkeit haben sich die Ansichten wie Nationalismus, Befreiung und Selbständigkeit entwickelt
3. Diese Ansichten wurden von den westlichen Regierungen unterstützt und mit Bemühungen und Suggestionen von armenischen Geistlichen verbreitet."13
Mayewski betonte in einem anderen Bericht von Dezember 1912: "Das Taschnak Komitee versucht durch Hass die Moslems und Armeniern gegeneinander aufzuhetzen und somit ein Chaos zu verursachen. Dadurch wird dem russischen Eingriff eine Grundlage vorbereitet."14
Zum Schluss hat der Taschnak Ideologe Varandian zugegeben, dass sie "den Eingriff von Europa veranlassen" möchten15. Papazian schrieb "die Absicht der Aufstände ist, zu veranlassen, dass sich die europäischen Staaten in die Innenangelegenheit des osmanischen Staates einmischen."16
Jeder Aufstand der armenischen Komitees wurde jedes Mal unter dem Vorwand, dass die Europäer eingreifen werden, eingeleitet. An diese Propaganda haben auch einige Komiteemitgliedern geglaubt. Bei der Besetzung der osmanischen Bank hat das Komiteemitglied Armen Aknomi stundenlang auf das Kommen der britischen Flotte gewartet und danach seinem Schicksal gefolgt und Selbstmord begannen.
Sowohl in den Aussagen der armenischen Schriftsteller und Komitees, als auch der britischen und russischen Diplomaten, die die Armenier unterstützen, sieht man offen, dass die Gründe für den armenischen Aufstand weder die Armut und Reformen, noch die Behauptung nach einer Unterdrückung sind. Der Grund des Aufstandes ist der Wunsch Russlands und der westlichen Mächte, die zusammen mit der Kirche das osmanische Imperium teilen wollten.
Die Osmanen haben in Anbetracht dieser Aufstände, das gemacht, was alle Staaten machen würden und haben, um die Aufstände niederzuschlagen, Streitkräfte geschickt. Die Aufstände konnten in kurzer Zeit niedergeschlagen werden, weil die meisten des armenischen Volkes die Aktivitäten des Komitees nicht übernehmen konnten. Aber wie oben schon erwähnt, wurde jeder Niederschlag eines Aufstandes als "Blutbad" dargestellt.
Die gefassten terroristischer Komiteemitglieder wurden mit Hilfe der mächtigen Staaten wieder freigelassen. Die Anführer des Zeytun-Aufstandes, die Besetzung der osmanischen Bank und des Attentatsversuches auf Padischah Abdülhamid konnten mit dem Eingreifen der mächtigen Staaten unbekümmert die osmanischen Böden verlassen, obendrein konnten sie mit gefälschten Pässen zurückkommen, um neue Morde zu begehen.
Aber sowohl die Armenier als auch die mächtigen Staaten hatten ein Grundelement außer Betracht gelassen: auf den im Namen der Armenier geforderten Territorien waren Armeniern nur eine Minderheit.
Die 6 östliche Städte, auf denen die Armenier ein unabhängiges Armenien gründen wollten, sind Erzurum, Bitlis, Elazig, Diyarbakir und Sivas. Die Bodenwünsche der Armenier sollten sich mit der Zeit vergrößern und Adana, Aleppo und Trbzon mit einziehen. Jetzt wollen wir die östlichen Städte anhand der westlichen Quellen, vor allem aber dem französischen gelbe Buch, dass die armenische Einwohnerzahl am höchsten angibt, als Grundlage nehmen und die Einwohnerzahlen in diesen Städten sowie die armenische Einwohnerzahlen betrachten:
Gesamte Einwohnerzahl Armenisch gregorianische Einwohner Armenische Quote (%)
Erzurum 645,702 134,967 20,90 Bitlis 398,625 131,390 32,96 Van 430,000 80,798 18,79 Elazig 578,814 69,718 12,04 Diyarbakir 471,462 79,129 16,78 Sivas 1,086,015 170,433 15,68 Adana 403,539 97,450 24,14 Aleppo 995,758 37,999 3,81 Trabzon 1,047,700 47,200 4,50
Wir finden es hier nützlich, kurz zu erwähnen, wie Russland die Armenier mit dem Versprechen nach einem Armenien gegen den osmanischen Staat aufhetzte und wie es die Armenier in seinem eigenen Land behandelte und was seine eigentlichen Absichten waren.
Als Russland in Kaukasien einmarschierte, wurde die Umsetzung einer Politik versucht, die die Kaukasischen-Armenier zu Russen und Orthodoxen machen wollte. Mit dieser Absicht wurde im Jahre 1836 das Polijenia Gesetz verabschiedet. Die Befugnisse der Ecmiyazin Katolikos wurden eingeschränkt, die Versetzung von Katolikos ging in das Dienstgebiet des Zaren über. 1882 wurden die armenischen Zeitungen und Schulen geschlossen und 1903 hat diese armenische Kirche den Besitztum der Gesellschaften und Schulen beschlagnahmt. Kurz gesagt, wie den berühmten Spruch des russischen Außenministers Lebonof Rostowski besagt, war ein "Armenien ohne Armenier" beabsichtigt. Man sieht, dass einige armenische Schriftsteller versuchten, diesen Spruch der osmanischen Regierung zuzuschreiben. Dieser Punkt gibt uns über den Charakter der armenischen Propaganda einen deutlichen Anhaltspunkt.
Die russische Unterdrückung und Gewalt gegenüber den Armeniern wurde sowohl von den armenischen, als auch von ausländischen Schriftstellern ausführlich erzählt. Wir geben uns mit den folgenden zwei Beispielen zufrieden: Der armenische Historiker Vartanyan schreibt in seinem Buch mit dem Titel "Die Geschichte der armenischen Bewegung" folgendes:
"Die osmanischen Armenier waren im Vergleich gegenüber den Armeniern im zaristischen Russland in ihren Bräuchen, Religion, Literatur und Sprache unabhängig."
Edgar Granville sagte: "Gegen die Grausamkeiten der Russen war der einzige Unterschlupf der Armenier das osmanische Reich."
Die eigentliche Absicht von Russland war es nicht einen armenischen Staat in Ostanatolien zu gründen, sondern diese Territorien seinem eigenen Land anzuschließen. In den Abkommen, die während de 1. Weltkrieges über die Aufteilung des osmanischen Reiches ausgearbeitet wurden, wurden die Territorien, die den Armeniern für die Gründung eines selbständigen Staates zugesichert wurden, zwischen Russland und Frankreich aufgeteilt. Der russische Zar sagte Eçmiyazin Katolika "In Russland herrsche keine Armenier-Frage".
Der armenische Schriftsteller Boryan hat in diesem Punkt mit den folgenden Worten eine treffende Erkennung gemacht:
"Das zaristische Russland wollte niemals einen armenischen, selbständigen Staat gründen. Deshalb waren die Armenier, die für die armenische Selbständigkeit arbeiteten, eigentlich nur als Spione des Zarentums aktiv, damit Russland Ostanatolien erobern konnten."
QUELLEN: 1) URAS, Esat; o.g.W., Seite 212 - 215 2) URAS, Esat; o.g.W., Seite 250 - 251 3) SCHEMSI, Kara; o.g.W., pp. 20 - 21 4) NALBANDIAN, Luase; Armenian Revolutionary Movement University of California Press, 1963, Seite 110 - 110 5) PAPAZIAN K.S., Patriotism Perverted, Boston, Baiker Press, 1934, Seite 14 - 15 6) Loris- Melikoff, Dr. Jean; La Revolution Russe et les Nouvelles Repobliques Transcaucasiennes, Paris 1920, Seite 81 7) Englisches Außenministerium Archiv, F.O. 424/46, Seite 205 - 206, Nr. 336 8) Englisches Blaues Buch, Nr. 6 (1894), Seite 57 9) Englisches Blaues Buch, Nr. 6 (1894), Seite 222 - 223 10) URAS, Esat; o.g.W., Seite 426 11) Englisches Blaues Buch, Nr. 8 (1896), Seite 108 12) SCHEMSI, Kara; o.g.W., Seite 11 13) General MAYEWSKI; Statistigue des Provinces de Van et de Bitlis, Seite 11 - 13 14) SCHEMSI, Kara; o.g.W., Seite 11 15) VARANDIAN, Mikayel; History of the Dashnagtzoutune, Paris, 1932, Seite 302, Papazian, K.S. o.g.W., Seite 19 16) PAPAZIAN, K.S., o.g.W., Seite 19
Haben die Türken 1915 die Armenier systematisch einem Völkermord unterworfen?
Der Ausbruch des ersten Weltkriegs und die Teilnahme des osmanischen Staates ab dem 1. November 1914 auf der Seite Deutschlands gegen die Entente-Staaten wurde von Armeniern als eine grosse Gelegenheit betrachtet. Wie Louse Nalbandian betonte, war für die armenischen Komitees die Teilnahme der Osmanen am Weltkrieg die günstigste Zeit um einen totalen Aufstand zu starten. 1
Wegen der Befürchtung, die Komitees könnten während des Kriegs mit Aktionen beginnen, verwirklichte die osmanische Regierung im August 1914 ein Treffen mit Funktionären des Taschnak Komitees. Dabei versprachen die Taschnak Funktionäre bei einer Teilnahme der Osmanen am Krieg als treue Bürger auf der Seite der osmanischen Armeen zu sein. Doch sie hielten ihr Versprechen nicht ein. Denn vor dieser Versammlung wurde im Juni auf dem Taschnak Kongress in Erzurum vereinbart, dass der Kampf gegen den osmanischen Staat fortgeführt wird. 2
Die russischen Armenier haben Vorbereitungen getroffen, um mit der russischen Armee den osmanischen Staat anzugreifen. Zwischen dem Ecmiyazin Katoliko und kaukasischen Generalgouverneur Vranzof- Daschkof kam es zu einer Übereinstimmung, "wenn Russland den Osmanen die Reform für die Armenier umsetzen lässt, werden die russischen Armenier Russland bedingungslos unterstützen. 3
Später wurde der Katolikos vom Zaren empfangen und teilte dem Zaren mit, dass die Rettung der Armenier nur dann möglich ist, wenn sie sich der türkischen Herrschaft entziehen und ein unabhängiges Armenien bilden und von den Russen geschützt werden.4 Die Absicht von Russland war, Ostanatolien einzugliedern und dazu die Armenier ausnutzen.
Als die Russen den Osmanen den Krieg erklärten, hat das Taschnak Komitee im Presseorgan Horizon die folgende Bekanntmachung veröffentlicht:
"Die Armenier haben ohne zu zögern auf der Seite der Entente-Staaten ihren Platz eingenommen. Sie haben ihre ganzen Mächte Russland zur Verfügung gestellt; Außerdem haben sie die freiwilligen Regimente gebildet." 5
Das Taschnak Komitee hat seiner Organisation die folgende Anordnung gegeben:
"Wenn die Russen die Grenze überschritten und die osmanischen Armeen anfangen haben sich zurückzuziehen, sollen überall Aufstände eingeleitet werden. Somit sollen die osmanischen Armeen ins Kreuzfeuer genommen werden. Falls die Osmanen vorrücken, sollen die armenischen Soldaten mit ihren Waffen ihre Truppen verlassen und Partisanengruppen bilden und sich mit den Russen vereinigen." 6
Das Hincak Komitee teilte in seinen Anordnungen an seine Organisation mit, dass das Komitee mit all seinen Mächten an de Auseinandersetzungen teilnehmen und als Verbündeter der Entente-Staaten, vor allem von Russland, alles tun wird, um in Armenien, Zilizien, Kaukasien und Aserbeidschan zu siegen und dafür mit allen Mitteln den Entente-Staaten helfen wird." 7
Papazyan, der im osmanischen Parlament als Van Abgeordneter tätig war, hat in einer Deklaration gefordert, dass in Kaukasien freiwillige armenische Regimente bereit gestellt werden. Diese sollten als die Führer der russischen Armee die wichtigen Punkte in Gebieten, die von Armeniern bewohnt werden, erobern und sich den auf anatolischen Territorien vorarbeitenden armenischen Regimenten anschließen."8
All diese Anweisungen wurden befolgt. Mit Beginn des russischen Einmarsches mit Vortrupps aus freiwilligen russischen und osmanischen Armeniern aus dem Osten ins osmanische Territorium desertierten die armenischen Soldaten der osmanischen Armee und schlossen sich mit ihren Waffen den russischen Truppen an oder bildeten Banden. Die Armenier rüsteten sich mit den seit Jahren in armenischen Schulen, bei Missionären und in Kirchen versteckten Waffen auf. An dieser Stelle wollen wir daran erinnern, dass der Wehrdienst für Armenier erst durch ein in der zweiten konstitutionellen Periode erlassenes Gesetzt gebilligt worden ist. Die bewaffneten armenischen Banden folgten dem folgenden Befehl der Komitees: "wenn du dich befreien willst, dann ermorde erst deinen Nachbar." So begannen die bewaffneten Armenier mit Massakern in den türkischen Städten, Kreisstädten und Dörfern, in denen alle Männer an der Front waren. So fielen sie den osmanischen Kräften in den Rücken, verhinderten sie an ihrer Offensive, sperrten ihre Nachschubwege, lockten Konvois mit Verletzten in den Hinderhalt, zerstörten Brücken und Strassen und ermöglichten durch ihre Aufstände in den Städten die russische Besetzung.
Die Grausamkeit der armenischen freiwilligen Regimente auf der Seite der russischen Kräfte war so übertrieben, dass die russische Kommandantur den Drang verspürte, einige armenische Einheiten von der Front zu ziehen und an die hinteren Linien zu versetzen. Die Memoiren einiger Offiziere, die zur damaligen Zeit bei der russischen Armee waren, sind Zeugen dieser Grausamkeit.9
Von armenischen Massakern waren nicht nur Türken betroffen. Auch Griechen um Trabzon und Juden in Hakkari wurden von armenischen Banden massakriert.10 Die armenischen Komitees hatten das Ziel alle anderen Menschen ausser Armeniern in den genannten Gebieten zu vernichten oder sie zur Migration zwingen. Sie wollten dadurch erreichen, dass in dem ersehnten armenischen Staat die Armenier die Mehrheit bildeten.
An der Spitze der ersten armenischen Einheiten die zusammen mit russischen Streitkräften die Grenze überschritten hatten, stand der mit dem Spitznamen "Armen Garo" bekannte ehemalige osmanische Abgeordnete Karekin Pastırmacıyan. Wiederum der frühere osmanische Abgeordnete Hamparsum Boyaciyan mit dem Spitznamen "Murad" griff mit armenischen Banden unter seiner Führung türkische Städte und Dörfer an und befahl sogar die Ermordung von türkischen Kindern, die für die armenische Nation eine Gefahr darstellten. Die Russen leisteten den Armeniern volle Unterstützung. Wieder ein alter Abgeordneter Papazyan hat mit seiner Bande die Gegend von Van, Bitlis und Musch tyrannisiert.
Im März 1915 leiteten die russischen Kräfte eine Offensive in Richtung Van ein. Daraufhin begann am 21. April ein großer Aufstand in Van. Resultat war, das Van in die Hände der Russen geriet. Der russische Zar Nikola II. hat am 21. April 1915 dem armenischen Komitee in Van ein Telegramm geschickt und Russland wegen seinen Diensten gedankt. In der armenischen Zeitung Gocnak, die in den USA veröffentlicht wird, steht in der Ausgabe vom 24. Mai 1915 mit Stolz "in Van gibt es nur noch 1.500 Türken".
Die Worte des Taschnak-Vertreters auf dem armenischen Nationalkongress im Februar 1915, dass Russland für die Bewaffnung der Armenier sowie für die Vorbereitung und Durchführung der Aufstände den osmanischen Armeniern 142.900 Rubel gewährt habe,11 legt die russisch-armenische Allianz und die Vorbereitungen der armenischen Komitees vor Kriegbeginn offen dar.
Die Armenier haben die Gewohnheit, diese Bewegungen und Aufstände, nach der Umsiedelungsentscheidung der Osmanen, als Selbstverteidigung darzustellen. Dabei war noch kein Beschluß über Umsiedelung getroffen. Die Aufstände waren kein Ergebnis der Umsiedelung, sondern die Umsiedelung war ein Ergebnis der Aufstände.
Parallel zu diesen Ereignessen drangen britische und französische Marineeinheiten bis zu den Dardanellen vor. Osmanische Armeen kämpften von Galizien bis Ostanatolien und dem Irak an verschiedenen Fronten gegen den Feind.
Die osmanische Regierung unterrichtete erst den armenischen Patriarch, armenische Abgeordnete und führende Armenier darüber, dass bei einer Fortsetzung der Massakrierung von Moslem Massnahmen ergriffen werden. Als dies zu keinem Ergebnis führte, wurden am 24. April 1915 die armenischen Komitees geschlossen und 235 Funktionäre dieser Komitees wurden wegen staatsfeindlicher Tätigkeiten verhaftet.
Aus diesem Grund begehen die armenischen Gesellschaften im Ausland den 24. April als Jahrestag des angeblichen "Völkermords", an dem 235 Armenier festgenommen wurden.
Wegen der grossen Gefahren im In- und Ausland ergriff die osmanische Regierung Massnahmen, wie es jeder bedrohte Staat tun würde. So wurden Armenier aus den Regionen unweit der Kriegsgebiete in die südlichen osmanischen Regionen, nach Syrien und in die irakischen Provinzen umgesiedelt. Die Notverordnung, also das vorübergehende Gesetz über Umsiedlung der Armenier wurde am 27.Mai 1915 erlassen.
So wie auch der armenische Historiker Leo betont hatte, hat die osmanische Regierung ihr Recht auf Wahrung der eigenen Existenz, gegen die armenischen Komitees genutzt, die sich von den Russen provozieren ließen und mit Vertrauen auf die russischen Waffen Aufstände eingeleitet haben.
Außerdem ist eine Umsiedelung keine Strafe, sondern der Zwang eine bestimmte Gruppe aus Sicherheitsgründen von einem Ort zum anderen umzusiedeln. Um schädliche Aktivitäten von Gemeinschaften zu verhindern, deren Kollaboration mit dem Feind während eines Kriegs bewiesen ist und die sich damit rühmen, werden sie zu einer Zwangsumsiedlung gezwungen. Dies ist kein Grund für einen Einspruch. Diese Maßnahme trafen alle am II. Weltkrieg teilnehmenden Staaten.
Noch dazu hat die osmanische Regierung konkrete Bemühungen gezeigt, um die Armenier während der Umsiedelung vor Gefahren zu schützen. Die diesbezüglich veröffentlichten Befehle sind ein klarer Beweis dafür:
"Die Reise der in den erwähnten Kreisstädten und Dörfern lebenden Armenier in ihre neuen Wohngebiete, soll bequem verlaufen. Ihr Leben und ihre Eigentürmer sollen geschützt werden. Angefangen von ihrer Ankunft bis zur ihrer endgültigen Ansiedlung sollen ihre Verpflegungskosten vom Flüchtlingsfond getragen werden. Ihnen sollen je nach ihrer finanziellen Lage vor ihrer Umsiedlung und ihren gegenwärtigen Bedürfnissen Grundstücke und Güter gegeben werden. Für die Notdürftigen soll die Regierung Häuser bauen und für die Handwerker, Bauer, Samen, Geräte und Ausrüstung zur Verfügung stellen."12
"Da dieser Befehl nur eine Maßname zur Vorbeugung der Verbreitung der armenischen Aufstandkomitees war, soll diese Maßnahmen so umgesetzt werden, das sie zu keinen gegenseitigen Massakerversuchen zwischen moslemischen und armenischen Gruppen führt."
"Für die Bereitsellung von Spezialbeauftragten, die die armenischen Gruppen bei ihrer Umsiedlung begleiten sollen, werden Regelungen getroffen. Die Nahrungsmittelbedürfnisse und andere werden gedeckt. In diesem Rahmen werden die erforderlichen Ausgaben vom Regierungsfond getragen."13
"Während die Reise sollen die armenischen Gruppen verpflegt werden. Für die Ansiedlung der armen unter ihnen sollen Kreditegewährt werden. Die für die Reisenden aufgeschlagenen Lager sollen regelmäßig kontrolliert werden. Für den Wohlstand dieser Menschen sollen die notwendigen Maßnahmen getroffen werden. Außerdem soll ihre Ruhe und Sicherheit gesichert werden. Den armen unter ihnen soll genügend zu Essen gegeben und ihr gesundheitlicher Zustand jeden Tag von einem Arzt kontrolliert werden. Die Kranken, Frauen und Kinder sollen mit dem Zug, die anderen, je nach gesundheitlichem Zustand zu Pferd, dem Auto oder zu Fuß geschickt werden. Jeder Geleitzug soll von einer Schutztruppe begleitet werden. Die Nahrungsmittel von jedem Geleitzug sollen bis zur Ankunft beschützt werden. Wenn während der Reise die Lager oder die armenischen Gruppen angegriffen werden, sollen diese Angriffe sofort abgewehrt werden."14
Dass die Armenier während den ostanatolischen Kämpfen und der Umsiedelung Verluste erlitten, ist richtig. Im Grunde streitet das niemand ab. Es ist die Rede von einem Weltkrieg, einer Rebellion und Aufstand und die daraus resultierende Umsiedlung. Die allgemeine unruhige Atmosphäre, die auf den Krieg zurückzuführen ist, persönlicher Hass und Rachegefühle, waren Gründe dafür, dass die Umsiedler angegriffen wurden. Der Staat hat so gut wie nur möglich versucht, dies zu verhindern und die Verantwortlichen bestraft.
Auf der anderen Seit muss man auch die schwierigen Umstände während der Kriegszeit, den Mangel an Fahrzeugen, Brennstoff, Nahrungsmittel und anderen Möglichkeiten, die klimatischen Bedingungen und ansteckende Krankheiten wie Typhus, die zur Vernichtung führten vor Augen halten. Man darf das 90.000 Mann starke osmanische Armeekorps, das an der Ostfront wegen Kälte und Krankheit umgekommen ist, nicht vergessen. Sogar in den von der Front entfernten Gebieten, selbst in der Hauptstadt Istanbul musste schlimmes durchgemacht werden. Diese Umstände und Notsituationen waren nicht nur für die Armenier gültig, sondern für alle Osmanen. Jeder teilte das erlebte Leid.
Die Basis der Brennpunkte der armenischen Propaganda und des Terrors, der heute als "Der erste Völkermord des XX. Jahrhunderts" bekanntgemacht wird, ist darauf zurückzuführen.
QUELLEN: 1) NALBANDIAN, Louise, o.g.W., Seite 111 2) Die Handlung- und Rebellionsbewegungen des Armenier Komitee, Istanbul, 1917, Seite 144- 146 3) TCHALKOUCHIAN, Gr., Le Livre Rouge, Paris, 1919, Seite 12 4) TCHALKOUCHIAN, Gr., o.g.W 5) URAS, Esat, o.g.W., Seite 594 6) HOCAOĞLU, Mehmet, Grausamkeit der Armenier und die Armenier, Istanbul, 1976, S. 570- 571 7) Die Handlung- und Rebellionsbewegungen des Armenier Komitee, Seite 151- 153 8) URAS, Esat, o.g.W., Seite 596- 600 9) Beispiel "Journal de Guerre du Deuxieme Regiment d´Artillerie de Forteresse Russe d´Erzoroum, 1919" 10) Schemsi, Kara, o.g.W., Seite 41- 49 11) URAS, Esat, o.g.W., Seite 604 12) Ministerrat Bestimmungen vom Mai 1915, Archiv des Ministerpräsident, Istanbul Ministersitzungsprotokolle, Band 198, Entscheidung Nr. 1331/163 13) Englisches Außenministerium Archiv, 371/9158/ E 5523 14) Englisches Außenministerium Archiv, 371/9158/ E 5523
Ist Ostanatolien das Vaterland der Armenier?
Die Antwort auf diese Frage muss man in der anatolischen Geschichte suchen. Sogar die armenischen Historiker sind sich über die Abstammung der Armenier nicht einig. Und dies gibt die Frage, wo das Vaterland ist, zur Diskussion frei. Auf dieses Thema bezogen kann man die entgegengesetzten und widersprüchlichen Meinungen der armenischen Historiker wie unten in die Reihe setzen:
a) Die Meinung, die die Armenier an den Propheten Noah stützt: Diesem Gedanken zufolge sind die Armenier der Abstammung von Hayk, dem Enkel von Noah. Weil das Schiff von Noah auf dem Berg Ararat strandet, ist das Vaterland der Armenier Ostanatolien. Noch dazu hat Hayk 400 Jahre gelebt und sein Land bis nach Babylon erweitert. Diese Meinung beruht auf eine Sage und hat nichts mit der Wissenschaft zu tun. Somit kann man sich mit dieser Meinung nicht befassen. Der Historiker Auguste Carriére betont diesen Punkt und sagt "den Erkenntnissen der alten armenischen Historiker zu glauben, wäre eine Gedankenlosigkeit, denn die meisten Erkenntnisse sind erfunden."
b) Die Meinung, die die Armenier an die Urartäer stützt: Die Urartäer sind eines der ostanatolischen Volksstämme. Sie reichen bis 3.000 Jahre vor Christus. Es ist bekannt, dass sie im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus zuerst von den Szythen, später von dem Meder angegriffen und vernichtet worden sind, dass das Gebiet auf dem sie lebten, als Schlachtfeld der Szythen und Meder diente und sie am Ende in die Herrschaft der Meder gerieten. Zu diesem Zeitpunkt begegnet man in Anatolien dem Namen Armenier überhaupt nicht. Außerdem sind sich die armenischen und urartäischen Sprachen in keiner Hinsicht ähnlich. Die urartäische Sprache ist eine asiatische Sprache und zeigt Ähnlichkeiten mit den ural-altaiischen Sprachen. Zwischen den urartäischen und ural- altaiischen Kulturen sind die gleichen Ähnlichkeiten vorhanden. Die archäologischen Entdeckungen im Erzurum-Gebiet zeigen das offenkundig vor. Die armenische Sprache hingegen akzeptiert, dass die indisch-europäischen Sprachen in die Satem Gruppe gehört. Wenn das so ist, kann man keine Ähnlichkeit zwischen den Urartäern und Armeniern vorweisen. Um dies zu bestätigen, ist keine konkrete Entdeckung vorhanden.
c) Die Meinung, die die Armenier an den Stamm der Trak-Frig Stamm, die das urartäische Gebiet besetzten, stützt: Nach den armenischen Historikern wird diese Theorie am meisten übernommen. Demnach ist der Ursprung der Armenier der Balkan und sie stammen von den Trak- rig ab. Wegen dem Druck der Illyria sind sie im 6. Jahrhundert vor Christus nach Ostanatolien ausgewandert und haben sich dort festgesetzt. Auf den Namen Armenier trifft man zum ersten mal im Jahr 521 vor Christus in der Inschrift von dem Med (Perser) Herrscher Darius Behistun an. Es wird behauptet, dass die Aussage von Darius "ich habe die Armenier besiegt", die Wirklichkeit beweist. Diese Meinung vernichtet von selbst die Noah und urartäischen Theorien.
d) Die Meinung, die die Armenier an den Südkaukasusstamm stützt: Demnach ist das Vaterland der Armenier Südkaukasus. Ihre Nähe an die Kaukasus-Stämme und Kulturverwandtschaft werden als Grund für diese Theorie gezeigt. Ein anderer Grund ist, Darius, der die Armenier zum erstenmal erwähnte. Mit der Aussage "ich habe die Armenier besiegt" meinte er den Ort Kaukasus. Aber leider haben die Armenier mit den anderen kaukasischen Stämmen nichts gemeinsam.
e) Die Meinung, die die Armenier an den Turan Stamm stützt: Diese Theorie stützt sich an den Ähnlichkeiten zwischen einigen türkischen und aserbeidschanischen Stämmen angesichts der Kultur und dem verwandten Brauch gestützt.
Wie man sieht, wird die Abstammung und das Vaterland der Armenier sogar untereinander diskutiert. Unter solchen zweifelhaften Aussagen, kann nicht gesagt werden, dass die Armenier seit 3.000-4.000 Jahren in Ostanatolien existierten.
Der eigentliche Gedanke, der unter diesen Behauptungen vom armenischen Kreis liegt, ist, die armenische Existenz in Ostanatolien so weit wie möglich, in die Vergangenheit hinauszustrecken, Ostanatolien als ein Vaterland aufzuspielen und der Wunsch, noch dazu dies als eine alte Kulturexistenz zu zeigen. Somit wird vorgeschoben, dass die Türken das Land, das seit tausender von Jahren Eigentum der Armenier ist, besetzt haben.
Diese Behauptung ist überflüssig. Hinsichtlich der Geschichte waren die Armenier in Ostanatolien keine bodenständigen Einwohner, sondern haben sich hier später niedergelassen und können ihre Existenz auf diesem Gebiet nur bis 521 vor Christus vorweisen. Dabei weiß man, dass Anatolien seit mindestens 15.000 Jahren bewohnt ist. Das seit 15.000 Jahren bewohnte Anatolien ist für ansässige oder nomadische Volksstämme und sehr reiche Zivilisationen zur Heimat geworden. Es kann nicht die Rede davon sein, dass die Armenier, die in dieses Gebiet aus anderen Gebieten kamen und einer der späten Volksstämme in diesem Gebiet waren, Ostanatolien für sich alleine und als Heimat in Anspruch nehmen.
QUELLE:
CARRIERE, Auguste; Moise de Khoren et la Généalogie Patriarcale, Paris, 1896
Haben Türken beginnend von den Seldschuken und Osmanen, armenische Territorien gewaltsam an sich gerissen und besetzt?
Das Gebiet, auf dem die Armenier einst lebten, war im Verlauf der Geschichte von 521-344 vor Christus eine persische Stadt, von 344-215 vor Christus ein Teil des mazedonischen Reichs, von 215- 190 vor Christus einer Stadt der Selefkits, von 190 vor Christus bis 220 nach Christus ein Kriegsgebiet, das dauernd vom römischem Reich zu den Parthern überwechselte, von 220 bis Anfang des V. Jahrhunderts eine Stadt der Sasaniden, vom V. Jahrhundert bis zum VII. Jahrhundert eine byzantinische Stadt, ab dem VII. Jahrhundert ein unter arabischer Herrschaft stehendes Gebiet, im X. Jahrhundert wurde es wieder zu einer byzantinischen Stadt und ab dem XI. Jahrhundert kamen die Türken in dieses Gebiet.
Die Armenier, die unter so verschiedenen Herrschaften lebten, verfügten niemals in der Geschichte über einen unabhaengigen und vereinten Staat, ausser einiger Feudalherrschaften, die damals die politische und gesellschaftlichen Ordnung darstellten.
Die armenischen Herrschaftsgebiete, die die armenischen Historiker als ihr "Königtum" bezeichnen, haben immer als "Vasallen", die an "Suzerain" angeschlossen waren, gelebt und eine Pufferzone für ausländische Staaten dargestellt. Die meisten armenischen Herrschaftsgebiete oder Fürstentümer wurden von den ausländischen Staaten gegründet. Die dieses Gebiet beherrschenden ausländischen Staaten gaben den nahe stehenden armenischen Familien, um die Armenier auf ihre Seite zu ziehen oder sie gegen eine andere Macht auszunutzen, die Verwaltung dieser Herrschaftsgebiete oder Fürstentümer. Zum Beispiel ernannten die arabischen Kalifen Asot von der Bagrat Familie und Hacik Gaik von der Ardruzuni Familie zu Prinzen. Man muss betonen, dass einige von den armenischen Familien, die den Titel des Prinzen oder Beys nicht erhielten, nicht armenischer Abstammung waren, sondern persischer Abstammung.
Dieser Betreff wird von dem armenischen Historiker Kevork Aslan mit diesen Worten bestätigt:
"Die Armenier haben in Fürstentümern gelebt. Sie fühlten keine heimatliche Verbindung zueinander und waren auch politisch nicht verbunden. Sie waren lediglich an die Fürstentümer gebunden. Deshalb war die Vaterlandsliebe nur örtlich. Ihre Bindung zueinander kam nicht von der Politik, sondern aus Religion und Sprache."1
Die Armenier haben während der Geschichte unter dem Einfluss der mächtigen Imperien und Staaten gelebt. Die armenischen Fürstentümer waren Kriegsgebiete zwischen ihnen. Damit sie zusätzliche Vorteile erlangen konnten, haben sie oft zwischen diesen Mächten die Seite gewechselt. Dies wiederum führte dazu, dass das armenische Volk große Qualen leiden musste. Der römische Historiker Tacitus schrieb in seinem Werk "Annalium Liber": "Die Armenier haben gegenüber den römischen und persischen Imperien ihre Haltung geändert, mal waren sie auf der Seite der Römer, dann wieder auf der Seite Perser", aus diesem Grund nannte er das armenische Volk "ein ungewöhnliches Volk". Sowohl aus diesen Haltungen, als auch dass sie unter der Herrschaft mächtiger Imperien lebten, war oft der Grund für die armenische Zwangsumsiedlung oder sie wanderten von alleine aus.
Sie flüchteten vor den Persern und ließen sich in Mittelanatolien, in die Gegend von Kayseri nieder. Sie wurden von den Sasaniden in innere Teile Irans, von den Arabern nach Syrien, von den Byzantinern nach Mittelanatolien, Thrazien, Mazedonien, Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Siebenbürgen und Krim, während der Kreuzzüge nach Zypern, Kreta und Italien, bei der mongolischen Besetzung nach Kasan und Astrahahn, von den Russen aus Krim und Kaukasien ins Innere von Russland umgesiedelt. Die Verbreitung der Armenier von Sizilien bis Indien, von Krim bis Arabien, ist das Resultat dieser Umsiedelungen. Dies zeigt, dass die armenische Umsiedelung von den Osmanen in 1915 nicht ihre erste Umsiedelung ist und dass die armenische Diaspora nicht in Folge der Umsiedlung in 1915 entstanden ist. Ganz besonders die Ansiedlung der Armenier im Gebiet von Sivas, ereignete sich kurz vor dem Einmarsch der Seldschuken in Anatolien.
Die Annahme des Christentums und die Trennung von der byzantinischen Kirche im Jahre 451 führte bis zur Ansiedlung der Türken in Anatolien zu byzantinisch-armenischen Auseinandersetzungen, der Unterdrückung und Vernichtung der Armenier von Byzanz und der Auflösung der armenischen Fürstentümer, die von Byzanz verwaltet wurden. Die Vertreibung der Armenier in unterschiedliche Gebiete und die Ausspielung der Armenier an fremde Mächte ist auf das eben genannte zurückzuführen. Die Grausamkeit von Byzanz ist in der armenischen Geschichte bis auf das kleinste Detail aufgeführt worden.
Die seldschukischen Türken haben zu solch einem Zeitpunkt, in der zweiten Hälfte des XI. Jahrhunderts, angefangen, gemeinsam nach Anatolien zu kommen. Auf den anatolischen Territorien war zu der Zeit, als die Seldschuken diese Territorien eroberten, kein einziges armenisches Fürstentum unter Herrschaft einer anderen Macht vorhanden. Vor den Seldschuken stand Byzanz als die einzige Macht..
Der seldschukische Herrscher Alpaslan hat zwar 1064 die Territorien des alten armenischen Fürstentums Ani erobert, doch wurde die Existenz dieses Fürstentums eigentlich schon 1045, also 19 Jahre, bevor die Türken kamen, von Byzanz beendet. Die Territorien, auf denen sich die Seldschuken vorgearbeitet haben, waren byzantinische Territorien, auf denen neben den Armeniern auch andere Volksstämme gelebt haben. Also können Behauptungen, wonach die Seldschuken einen armenischen Staat oder ein Fürstentum besetzt und angegriffen haben, nicht als wahr angesehen und von geschichtlichen Seite bestätigt werden.
Noch dazu beweist die Geschichte das Gegenteil. Sie zeigt, dass die Armenier den Seldschuken halfen die anatolischen Territorien zu erobern, um den jahrhunderter anhaltenden Gewalttätigen von Byzanz ein Ende zu setzen.
Die Äusserungen des armenischen Historikers Asoghik, Armenier hätten sich, wegen ihrer Feindschaft gegenüber Byzanz, auf die Einwanderung der Türken nach Anatolien gefreut und sogar den Türken geholfen, dokumentieren dieses Faktum. Auch der aus Urfa stammende armenische Historiker Mateos vermerkte, die Armenier hätten die Eroberung Urfas durch die Türken gefeiert.
Hier sollte man ein armenisches Fürstentum erwähnen, das mit dem anatolische-seldschukischen Staat zeitgenössisch war. Dieses Fürstentum ist das armenisches Fürstentum in Zilizien. Die Existenz der Armenier in Zilizien ist das Ergebnis der Umsiedelungspolitik von Byzanz. Das letzte armenische Fürstentum in Ostanatolien wurde von Byzanz gestürzt. Daraufhin erfolgte eine neue Auswanderung der Armenier nach Zilizien. Diese letzte Auswanderung war Anlass in 1080 das armenische Fürstentum in Zilizien zu gründen. Dieses Fürstentum, das während der Kreuzzüge den Kreuzrittern behilflich war und in dem Byzanz an Macht verlor seine Existenz wahren konnte, doch trotzdem an Byzanz und später an die Kreuzritter und Mongolen und zum Schluss an die Katholiken gebunden war, befand sich in guten Beziehungen mit den Türken und setzte sich in Zypern fest und geriet hier unter die Herrschaft der katholischen Familie Lusignan. Von dieser Lage waren die gregorianischen Armenier nicht zufrieden. Diese Unzufriedenheit spielte eine große Rolle beim Übergang des Fürstentums in 1375 zu den Mamelucken.
Es ist von Nutzen zu erwähnen, dass die letzte Auswanderung der Armenier nach Zilizien, zur Gründung einer anderen Kirche als Ecmiyazin führte und diese Trennung heute noch andauert. In der osmanischen Zeit war die Lage viel klarer. Ostanatolien wurde während der Herrschaftszeit von Fatih Sultan Mehmet und Yavuz Sultan Selim von der Akkoyunlu-Dynastie und von Safaviden, sowie Südanatolien während der Yavuz Sultan Selim Ära von den ägyptischen Mamelucken eingenommen.
Diese historischen Tatsachen widerlegen die Behauptung, dass die Osmanen die Territorien eines armenischen Staates oder Fürstentums erobert hätten.
QUELLE: 1) ASLAN, Kevork; L'Arménie et les Arméniens, Istanbul, 1914
Werden Armenier in der Türkei noch heute von Türken unterdrückt?
Die Behauptung, dass die Armenier in der Türkei auch heute noch unterdrückt werden, kommt zeitweise an die Tagesordnung. Die armenischen Propagandakreise weisen diese Behauptungen wegen den unten angegebenen Gründen vor:
a) Das Image "Türken quälen die Armenier" ununterbrochen in der Geschichte bis in die Gegenwart tragen
b) Den jungen armenischen Gruppen ein Ziel zeigen, wofür sie kämpfen sollen
c) Der Propaganda eine aktive Eigenschaft verleihen
d) Den ausländischen Ländern Eingriffsmöglichkeiten in die Innenangelegenheiten zu verschaffen. Auch diese Behauptung beruht, wie die anderen auf keiner Basis
Unsere in der Türkei lebenden 40.000 bis 50.000 armenischen Landleute sind heute keinen Unterschieden unterworfen. Sie besitzen alle die gleichen Rechte wie auch die türkischen Staatsangehörige und können von den Freiheiten den gleichen Nutzen ziehen und leben in Vertrauen, Ruhe und Wohlstand.
Sie können frei in ihren Kirchen Gottesdienste abhalten, haben ihre eigenen Schulen, in denen sie in ihrer eigenen Sprache unterrichten, ferner geben sie Veröffentlichungen in ihrer eigenen Sprache heraus und können in ihren eigenen Vereinen ihre sozialen und kulturellen Aktivitäten verwirklichen. Die armenische Gesellschaft in der Türkei besitzt 30 Schulen, 17 Wohltat- und Kulturvereine, 2 Tageszeitungen unter den Namen Jamanak und Marmara und außerdem Zeitschriften, zwei Sportvereine mit dem Namen Schischli und Taksim, verschiedenen Stiftungen und Gesundheitsorganisationen.
Die Mehrheit der türkischen Armenier ist gregorianisch. Ihr geistlicher Führer trägt den Titel armenischer Patriarch in der Türkei. Neben der gregorianischen Mehrheit gibt es auch katholische und protestantische Armenier. Diese haben auch ihre eigenen Kirchen. Ein sehr großer Teil unserer armenischen Landsleute leben in Istanbul. Deshalb befinden sich die meisten Vereinigungen auch wieder in Istanbul.
Unserer armenischen Landsleute erwähnen bei jeder Gelegenheit, dass sie keinem Druck ausgesetzt sind. Ferner sind sie zufrieden damit in der Türkei zu leben und stolz darauf die türkische Staatsangehörigkeit zu haben. Die Armenier und ihnen voran der Patriarch, verurteilten bei jeder Gelegenheit Anschläge armenischer Terrororganisationen auf die türkischen Diplomaten im Ausland. Unter den Qualen dieses Terrors leiden sie zusammen mit den Türken und antworten die wirksamstengegen die armenische propaganda und Terrorbrennpunkte selbstpersönlich.
Am 1. November 1981 wurde zu Gedenken der in Ehre gefallenen türkischer Diplomaten im armenischen Patriarchat in Istanbul ein Gottesdienst unter der Führung der Patriarchen veranstaltet. Dies zeigte, wie sehr die türkischen Armenier gegen den armenischen Terror sind.
Auf den Beschluß des Europarates, dass die Minderheiten in der Türkei unterdrückt werden, erklärte im Februar 1982 das armenische Patriarchat "Die türkischen Armenier leben als türkische Staatsangehörige in Ruhe und können ihrem Glauben frei nachgehen und ihre Gottesdienste veranstalten." Als unser Generalkonsul von Los Angeles am 28. Januar 1982 von armenischen Terroristen ermordet wurde, sagte der Patriarch "Die türkischen Armenier haben diesen Mord, so wie jeder türkische Landsmann, mit großem Kummer aufgenommen" und forderte "die im Ausland lebenden Armenier auf gegen alle illegalen Tätigkeiten und Ermordungen vorzugehen" auf.
Somit erhielten die Behauptungen der armenischen Propaganda ihre Antwort von den türkischen Armeniern.
Wie konnten die armenischen Behauptungen in bezug auf die UN-Konventionen von 1948 bewertet werden?
Der Begriff Völkermord wurde mit der UN-Konvention von 1948 über die Vorbeugung und Bestrafung des Völkermordes definiert. Dem 2. Artikel der Konvention zufolge ist der entscheidende Faktor dieses Verbrechens die Zerstörung und Beseitigung einer national, rassisch oder religiös bestimmten Volksgruppe. In der Völkermord Konvention der Vereinten Nationen von 1948 bedeutet Völkermord eine der folgenden Handlungen: Die Tötung von Mitgliedern der Gruppe, Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe, vorsaetzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen, Verhaengung von Massnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind, gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe.
Wenn man das Thema hinsichtlich der Völkermord-Konvention aufgreift, muss man einige Ereignisse in der Geschichte erwaehnen. Für die Ausübung eines Völkermordes ist eine Neigung des Volkes zum Völkermord in seiner Vergangenheit erforderlich. Die Eigenschaft zur Neigung einer Person zu einer Tat, ist auch für Gesellschaften gültig. Bei Erforschung der türkischen Geschichte trifft man auf keinen Völkermord oder Assimilation. Nach einer kurzen Reise durch die Geschichte werden sie sich bestimmt an das von den Osmanen beherrschte Gebiet erinnern. Die Osmanen kamen in Europa bis vor Wien, erreichten Afrika, herrschten in ganz Nordafrika an den Mittelmeerküsten, im ganzen Nahen Osten und auf der arabischen Halbinsel etwa 200 bis 400 Jahre. Ist irgendein ein in dieser Geographie lebendes Volk vernichtet worden? In der Periode, in der Anatolien scheriatrechtlich (nach religiösen Gesetzen) verwaltet wurde, Konfessionen wie die christlichen älteste (alt)syrische, Feuer- und Pfauenanbeter und Jesidi lebten, wurden in 1800 trotz der Scheriatsgesetze Kirchen in Anatolien eröffnet. Waehrend einer von zwei Brüdern der osmanische Grosswesir Sokullu Mehmet Pascha war, wurde der andere, Markarije zum Patriarchen der serbischen Kirche ernannt und liess das serbische Volk aufleben. Völkermorde zur Zeit der Konfessionskaempfe in Europa, Völker im Fernen Osten, deren Sprachen sich aenderten (Hindus-Peschtum), Afrika, das Religion und Sprache aenderte und Südafrika, ist all das was zu sehen ist.
Die türkische Regierung ist es gewöhnt in ihren Herrschaftsgebieten mit Völkern anderer Kulturen und Staemme zusammenzuleben. Vielleicht ist dies eine Eigenschaft, die sie erlangten, nachdem sie in ihrer Geschichte lange Zeit mit verschiedenen Kulturen zusammenlebt.
In der türkischen Staattradition gibt es eine Justiz sowie die Erhaltung der Kulturen. Doch es gibt keine Massaker und Völkermorde. Dieses Thema wird in dem Buch "Tot und Verbannung" von Justin McCarthy offen dargestellt. In diesem Buch wird beschrieben, wie die Völker vom Balkan und Kaukasus zu den Osmanen fliehen, um vor dem Tod gerettet zu werden. Wir sollten hier diejenigen noch einmal fragen, wohin flüchteten die Moslem und Juden aus Spanien und Portugal im Jahre 1496, Tökeli Imre und seine Anhaenger aus Ungarn im Jahre 1680, Rakoczi Ferench und seine Anhaenger im Jahre 1711, Layos Kosuth und eine ungarische 2000 Mann Gruppe im Jahre 1849, der schwedische König Karl und seine 1500- 2000 Mann, der polnische Prinz Chartorski in 1841 und 1856, der russische Kommandant Vrangel mit seiner 135.000 Mann starken Armee im Oktober 1917 und sogar Trocki? Natürlich in das osmanische Land. Wissen diejenigen, die die Behauptungen nach einem angeblichen Völkermord an Armeniern in 1915 aufstellen nicht, das nach 1930 jüdisch-staemmige Polen und Deutsche in der Türkei Zuflucht gefunden haben? Warum flüchteten 25 bis 30 Jahre nach dem angeblichen Völkermord die Menschen in die Türkei?
Wir wollen uns an den Völkermord und die Assimilation auf dem Balkan 550 Jahre nach dem osmanischen Padischah Fatih erinnern, der im Jahre 1478 den Reformerlass (Ferman) über Menschenrechte veröffentlichte und somit den Menschen die Möglichkeit gab, all ihre Werte leben zu lassen und an die kommenden Generationen weitergeben zu können. Mit diesem Erlass wurden die Sprache, Religion, Kirche, Schule etc. der Nationen auf dem Balkan in Schutz genommen. Denn Anfang des XXI. Jahrhunderts wurden Bosnier, albanisch-staemmige Moslem, Mazedonier und bulgarische Türken für die Schaffung homogener Gesellschaften aus ihrer Heimat gerissen. Diejenigen, die uns heute mit Völkermord beschuldigen, haben monatelang dauernde Grausamkeiten übersehen, die Schreie der vergewaltigten Frauen, egal in welchem Alter, überhört. Das irakische Volk, das vor dem Völkermordversuch von Saddam mit Senfgas, das er von Balkan-Völkern und den westlichen chemischen Waffenherstellern bezogen hatte, floh, fand auch wieder Zuflucht in der Türkei. Trotz der begrenzten Möglichkeiten des türkischen Volkes, teilte es sein Brot und reicht den unschuldigen Völkern zu jeder Zeit in der Geschichte die helfende Hand. Das ist die beispielhafte Haltung des türkischen Menschen, der Osmanen gegenüber anderen Nationen.
Professor Justin McCarthy brachte in seiner Rede über Informationen zur Verteidıgung zur Sprache, dass auch die Türken im I. Weltkrieg viel erleiden mussten. Dies brachte er wie folgend zur Sprache:
"... In Menschen, die waehrend des Krieges ihr Hab und Gut verloren haben, sind Rachegefühle wach geworden. Wenn die neue türkische Republik von diesen Gefühlen getrieben worden wäre, hätte es noch mehr Tote gegeben. Deshalb verfolgte die Regierung von Mustafa Kemal Atatürk eine Politik, die die Verluste der Vergangenheit übersah und mit den ehemaligen Feinden Frieden schloss. Die türkische Regierung hat gespürt, dass eine Druckausübung im türkischen Prozess gegen Armenier und Andere den alten Hass erwecken und einen neuen Krieg mit sich bringen würde. Deshalb brachten die Türken ihre Sorgen nicht zum Ausdruck. Dies war der zu diesem Zeitpunkt geeignetste Entschluss. Doch da sich niemand für die Türken einsetzte, ist man am gegenwaertigen Punkt angelangt. Was sollten Türken denken, die für etwas kritisiert werden, von dem sie der Überzeugung sind, es nicht begangenen zu haben..."
Wie betrachten armenische Geistliche die Behauptungen über den Völkermord?
DIKRAN KEVORKAN (Vorsitzender der armenischen Kirche in Kandilli) Der Vorsitzende der armenischen Kirche in Kandilli, Dikran Kevorkan hat an dem TV Programm "Ceviz Kabugu (Nussschale)" teilgenommen und folgendes gesagt:
"Völkermord und Umsiedelung (von einem Ort zum anderen bringen) haben verschiedene Bedeutungen. Die Spiele der Imperialisten, die apolitischen Traumführer der armenischen Leiter (Medien, Kirchen, Geistliche) sind schuld an diesen Ereignissen. Der Patriarch ist ein geistlicher Führer. Es wird ein Fehler begannen, indem man in politischen Angelegenheiten die Ansichten eines Patriarchen erfragt. Was hätten ASALA und PKK unternehmen können, wenn die imperialistischen Mächte nicht hinter ihnen gestanden wären?
Bei der Umsiedelungsangelegenheit hat Deutschland Druck auf Istanbul ausgeübt. Ziel war es, die ansässige Ordnung in Deutschland zu erschüttern und im Thema der Eisenbahn von Bagdad sich wirtschaftliche Vorteile zu sichern. Warum kam die Armenier-Frage zu Lebzeiten von Atatürk nicht an die Tagesordnung? Denn damals war die die nationale Seele vorhanden, es wurde zusammengehalten. Meiner Meinung nach kann man im gegenwaertigen Staatssystem von Vernachlässigung reden.
Zum Thema Assimilation kann ich sagen: Armenier können heute auf der Welt ihre eigene Idenität am besten in der Türkei ausleben. Der Armenier in der Diaspora im Ausland führt seinen Kampf fort, in dem er seinen Namen ändert. Denn dort wird mit einer Kulturlast die Kultur dieser Menschen aufgelöst.
Die Armenier der Diaspora, die sich gegen die Türkei aussprechen, wissen genau, dass in bestimmten Kirchen in Amerika der Opfergottesdienst Sonntags und auf englisch abgehalten wird. Die Armenier verlieren ihre Muttersprache. Doch wenn du das zur Sprache bringst, missfaellst du jedem. Wir als armenische Staatsbürger in der Türkei bringen deshalb unser Bedauern zum Ausdruck. Warum? Es wird gegenüber der von Atatürk anvertrauten Seele der Nationalen Streitkräfte ein Unrecht verübt. Sie sind die Spiele der Auslaender. PKK, ASALA, diese Verordnungen, all diese sind Spiele der Auslaender. Wir als Staatsangehörige in der Türkei sind der Ansicht, das ein Unrecht begangen wurde. Armenier sollten so klug sein und sich nicht ausnutzen lassen."
MESROB II.
(Armenischer Patriarch)
Im Oktober 2000 nahm der armenische Patriarch Mesrob II. an einem Programm des Fernsehsenders CNN-Türk teil. Ein Zuschauer Namens Henika Kiremitci stellte ihm die Frage: "Ich frage mich, was aus uns in der Türkei lebenden Armenier, also aus der Minderheit werden soll. Wir sind beunruhigt." Daraufhin antwortete er:
MESROB II. - Ehrlich gesagt, wenn ich den Puls der Kirchenmitglieder in Istanbul fühle, merke ich eine Beunruhigung. Aber wenn Sie erlauben, möchte ich von hier allen Armeniern und Kirchenmitgliedern in der Türkei mitteilen, es gibt überhaupt keinen Grund zur Beunruhigung. Bitte vertraut dem gesunden Menschenverstand unserer Landsleute in der Türkei und vor allen Dingen unserer Regierung. Es gibt keinen Grund für eine Beunruhigung. Denn Sie haben mit diesen Entwürfen und Tätigkeiten von nah und fern nichts zu tun.
MESROB II. (Armenischer Patriarch)
Waehrend des Gottesdienstes vom 22. August in der Surp Krikor Lusavoric Kirche in Proti, bei dem auch der armenische Patriarch Mesrob II. als Vorsitzender anwesend war, predigte Hayr Sahak Apega von Surp Badarak zusammengefasst folgendes:
DER ERSTE TEIL DER PREDIGT
In Jerusalem gab es einen heiligen Brunnen, der Siloam genannt wurde. Zur Zeit von Rab Hisus sagten die Stadtbewohner, dass das Wasser des Brunnens manchmal plötzlich wellen trieb. Der Glaube war, dass derjenige, der in diesem Moment ins Wasser springt, von seinen Krankheiten geheilt wird. Hunderte von Kranken warteten am Rande des Brunnens und beteten. Einmal kippte eine der großen Säule am Rande des Brunnen um. 18 Menschen, die am Rande des Brunnen standen, kamen ums Leben, sie wurden unter der Saeule erdrückt. Dieses Ereignis ist im 13 Kapitel des Lukas Bibel registriert.
Rab Hisus hat seine Schüler an dieses Unglück erinnert und gefragt, ob die 18 Opfer noch sündiger seien als die anderen Mitglieder der Gemeinde. Als er keine Antwort bekam, sagte er "Nein!". Denn die Menschen sterben nicht nur in Folge ihren eigenen Fehlern oder Sünden, sondern auch aus anderen Gründen. Das eigentliche Thema ist: Naturkatastrophen oder auch andere Gründe, der Mensch muss immer auf den kritischen Moment zwischen Leben und Tod vorbereitet sein und soweit es in seinen Händen liegt nicht, unvorbereitet erwischt werden. Die größte Katastrophe im geistlichen Leben ist die Möglichkeit das Königsreich Gottes nicht sehen zu können. Wenn wir die Nähe Gottes und seine Liebe und Güte als Vater spüren wollen, müssen wir uns mit Gott versöhnen, indem wir ein Bußversprechen ablegen. Dies bildet den Brennpunkt in der Predigt von Pater Yahya (Surp Hovhannes Migirdic) und auch von der Bibel von Rab Hisusdar: "Beichtet, denn das Königsreich Gottes ist sehr nah."
Seit sechs Tagen beeinflusst uns das verheerende Erdbeben von Izmit. Neben den materiellen und geistlichen Werten ist auch die Belastung der 20.000 Opfer des Erdbebens kam auszuhalten. Dabei war bekannt, das sich das Erdbeben ereignen wird. Das ist eben die Natur des Menschen. Bis zum entscheidenden Zeitpunkt wollen wir Menschen nicht verstehen, dass die Maßnahmen viel zu Spaet getroffen wurden. Ob die Bauunternehmer, die den Tod von vielen Menschen verschulden, ein schlechtes Gewissen haben? Und die Verwalter, die in Zeitlupentempo handeln, was ist mit ihnen? Auf der anderen Seite die Griechen, die nicht nur Geld, sondern auch ihr Blut geschickt haben. Die israelischen Zuständigen, die ihren Menschen und Landsleuten sogar in einem andern Land würdigen, sind sie kein Beispiel der verdienten Hochachtung?
Vor der Fromm sein, muss man erst Mensch sein können. Derjenige, der den Menschen nicht liebt, kann auch den aus Geist bestehenden Gott nicht lieben, sagt Surp Hagop. Diejenigen, die bei solchen Naturkatastrophen Unterschiede in Religion, Sprache und Rassen machen, sind bedauernswerte Schöpfungen. So wie Rab Hisus in der Iyi Samiriyeli Geschichte lehrt, Menschen, die aus verschiedenen religiösen und ethnischen Gruppen kommen, sind sie die Kinder Gottes und Geschwister. Der Mensch sollte so tugendhaft sein, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, seinem Naechsten zu helfen. Menschen, die bei dem Erdbeben in Marmara gestorben sind, die leidenden Hinterbliebenen, deren Haus und Heim nicht mehr bewohnbar sind, sind unsere Geschwister. Jede Gläubige sollte soviel helfen wie in seiner Macht steht. Bei solch einer Qual Zuschauer zu bleiben, ist eine Schande und Sünde.
In den heutigen Tagen haben die Herbstregen angefangen. Die Erdbebenopfer, die auf den Straßen schlafen, erkranken. Während wir zu Hause in Sicherheit leben, dreimal am Tag essen, sollten die Katastrophenopfer unsere Geschwister nicht vergessen werden. Ihre Anteile von unseren Gaben, die uns Gott gegeben hat, sollten sie erreichen. Dies ist unsere erste Aufgabe.
Unsere zweite Aufgabe ist es, den Schaden an den Schulen, Kirchen und Patriarchats-Gebäuden unserer Gesellschaft in kürzester Zeit gemeinsam zu reparieren, wieder aufzubauen und die Gebaeude gegen weitere mögliche Erschütterungen zu staerken.
Doch während wir dies tun, dürfen wir eines nicht unbeachtet lassen. Und zwar: dieses Erdbeben sollte unbedingt ein Anlass dafür sein, sich Selbst zu fragen, unsere Bußversprechen zu erneuern und uns in sozialer, administrativer und moralischer Hinsicht zu reorganisieren.
DER ZWEITE TEIL DER PREDIGT
Jetzt wo sich das neue Lehrjahr nähert, möchte ich im zweiten Teil meiner Rede ein wichtiges Thema erwähnen. Unser geistliches und kulturelles Leben sind eine große Ruine. Der einzige Grund dafür ist Snobismus und Angeberei. Die Entfremdung von den Gemeindeschulen und vor allem die Anmeldung von Kindern der Neueichen in teure Schulen ist unverständlich. Um ihr Handeln zu rechtfertigen, beanstanden sie die Qualität unserer Gemeindeschulen. In diesem Jahr haben 8 Schüler von unserer Gemeindegrundschule die Aufnahmeprüfungen des Robert College mit hohen Punkten bestanden. Die Übergangsquote von unseren Gymnasien zur Universität liegt auch ziemlich hoch. Unsere Gymnasien stehen auf Platz 150 unter den erfolgreichen Gymnasien.
Sind das keine Erfolgsanzeichen? Diejenigen, die zweihundert Millionen für unsere Schulen zu teuer finden, schicken ihre Kinder auf Schulen, deren Kosten sich auf mindesten 2- 3 Milliarden belaufen. Sie tun ihren Kindern keinen Gefallen. Sie berauben ihre Kinder der eigenen Kultur, Sprache und des seelischen Reichtums. Wenn die Kinder morgen, übermorgen erwachsen geworden sind, werden sie mit Sicherheit ihre eigenen Eltern beschuldigen. Es gibt Automobilmarken. "Der Nachbar hat ein Auto dieser Marke, wir sollten auch eins haben", solche Gedanken können zum Vorschein kommen. Es gibt viele Alternativen bei Autos. Doch gibt es keine Alternativen für unsere Gemeindeschulen. In unseren Schulen werden die Kinder als bewusste türkische Staatsbürger erzogen und sie lernen die armenische Sprache und Literatur, beherrschen die Grundelemente der christlichen Religion.
Es gibt selbstverstaendlich Maengel an unseren Schulen. Doch sind die anderen Schulen perfekt? Natürlich nicht. So müssen wir also die leeren Kritiken zur Seite legen und zur Lösung der Probleme in den Verwaltungen, Schulkommissionen und im Elternbeirat aktiv teilnehmen. Die Erfolglosen, die sich nicht erneuernden Verwalter werden auf demokratische Art und Weise aus dem Amt entlassen. An ihre Stelle werden bessere gebracht. Dies kann nur der aktiven und wachsamen Teilnahme der Gemeinde möglich sein. Die Entfremdung von unseren Schulen bedeutet, dass unsere Familienordnung beeintraechtigt wird. Waehrend es früher so gut wie gar keine Scheidungen gab, ist die Scheidungsquote in unserer Gemeinde in den letzten zehn Jahren dramatisch gestiegen. Ehen, die keine heilige Zusage haben und die Zahl der ohne Trauschein Zusammenlebenden liegt bei etwa 60 Prozent. Es gibt zum Glück Nächstenliebende, die sowohl finanzielle Unterstützung leisten, als sich auch mit den Problemen der Gemeinde befassen und Auswege suchen. Dann gibt es aber wieder Eingebildete, die weder eine finanzielle Unterstützung leisten, noch Anteil an diesen Problemen haben. Doch wenn sie nicht am Haupttisch sitzen können oder auf den Fotos nicht zu sehen sind, werden sie wütend.
Was ist, wenn sich die führenden Persönlichkeiten des Volkes, die Gelehrten und Nächstliebenden nicht mit diesen Problemen befassen, wer dann? Ich habe außer meiner geistlichen und seelischen Berechtigungen keine Macht. Als Euer Patriarch sage ich euch: von Personen und Familien, die ihre Kinder von der eigenen Gemeinde, der Religion und den eigenen Schulen fern halten, nehme ich meinen Segen zurück. Wehe dem, der von der Segnung der Resuli Kirche und den kirchliche Würdenträger entbehrt ist. Was für ein Segen für diejenigen, die unter der Obhut der Familienliebe und Einheit leben.
Was für ein Segen für diejenigen, die durch unsere gnadenvolle und gütevolle Kirche, die mit den Sitten und Bräuchen unserer Vorfahren ausgerüstet ist, das Wasser der Unsterblichkeit von der Hauptquelle trinken können! Ich möchte kurz sagen: es sind nur noch ein paar Wochen, bis die der Unterricht an den Schulen wieder beginnt. Unterstützt unsere Schulen, entfernt eure Kinder nicht von euren eignen Schulen, ermutigt die Schulen und die lieben Lehrer, vertraut auf eure Schulen und Kirchen. Auch wenn eure Kinder seit 1-2 Jahren andere Schulen besuchen, bringt die Kinder in ihre eigene Lehrnester zurück!
MESROB II. (Armenischer Patriarch)
Das Interview vom Berichterstatter der Milliyet Zeitung mit dem armenischen Patriarchen Mesrob II., am 22. Mai 1999.
Frage - Bis zur Fatih Periode hatten die Armenier in Konstantinopel keinen Patriarchen. Warum?
Mesrob II. - Die Geschichte der armenischen Gesellschaft in Konstantinopel führt bis in das 4. Jahrhundert n. Chr. Wir wissen, dass es im 6. Jahrhundert im Inneren der Festungsmauern eine armenische Kirche gab. Später hat Byzanz den Christen außer der orthodoxen Konfession keine Toleranz gezeigt und somit haben die Armenier ihre Gottesdienste in den Gebäuden außerhalb der Festmauern abgehalten. In allen Gebieten Westanatoliens, Thrazien und sogar bis nach Lvov war der osteuropäische geistliche Führer der armenischen Gesellschaft in Bursa. Für die westlichen Armenier in Byzanz war ein Patriarch nicht erforderlich.
Frage - Wie war die Lage der Armenier in Anatolien bis zur Eroberung Istanbuls?
Mesrob II. - Die Geschichte der christlichen Armenier in Anatolien fängt mit den zwei Aposteln von Jesus Christus, dem heilige Tadeos und dem heiligen Bartolomeos an, die in östlichen Gebieten als Missionar tätig waren. Im Jahre 301 hat das armenische Königreich das Christentum als offizielle Religion angenommen. Den 1700. Jahrestag dieses Ereignisses werden wir 2001 feiern. Somit wurde im Jahre 301 das Ecmiyadzin Patriarchat gegründet, das als Hauptpatriarchat der Armenier angesehen wird. Ab dem 6. Jahrhundert haben sich die Armenier in Jerusalem von der griechischen Kirche getrennt und ein armenisches Patriarchat gegründet. Das Patriarchat auf der Insel Aktamar der Provinz Van war der dritte Aktamar Patriarchat im 10. Jahrhundert. Das Zilizien Patriarchat in Kozan nahm seine Arbeiten im Jahre 1441 auf. Auf allen anderen Gebieten gab es den armenischen Episkop oder Hauptepiskop, die in der osmanischen Sprache "marhasa" genannt wurden.
Frage - Warum gab Fatih der armenischen Gemeinde in Istanbul die Patriarchat Befugnis?
Mesrob II. - Nachdem Fatih Istanbul erobert hatte, ließ er aus verschiedenen Gebieten Anatoliens Armenier nach Istanbul bringen, um sie in der Stadt anzusiedeln. Die Anerkennungen von Gennadios als griechischer Patriarch vom Hauptepiskop Hovagim aus Bursa als armenischer Patriarch kann darauf zurückgeführt werden, daß er ein Gleichgewicht zwischen den christlichen Staatsangehörigen herstellen wollte.
Man darf nicht vergessen, dass es innerhalb des Imperiums eine große Schar gab, die die byzantisch-orthodoxe Doktrin nicht anerkannte. Außerdem musste die Steuer, die an den Staat abgeführt wurde, von den armenischen Staatsangehörigen eingesammelt werden.
Frage - Während der osmanischen Ära sehen wir die Armenier als Handwerker und Kaufleute und als ein Volk, das die Probleme nicht all zu sehr erlebte. Nach der Periode von Mahmut II. nähern sie sich dem osmanischen Palast. Nach der Tanzimat Periode festigt die Gemeinde mit der Verordnung der armenischen Nation eine laizistische Autonomie und verfügt nun auch über eigene Abgeordnete und Minister. Unterdessen intensiviert sich die Auflösung auf osmanischen Territorien. Manche armenischen politischen Parteien leisten Widerstand gegen die zentrale Autorität. 1915 eskalieren die Ereignisse. Was denken Sie über die anhaltenden Diskussionen?
Mesrob II. - Ich glaube nicht, dass die Armenier zu dem Zeitpunkt auf der Suche nach Souveränität waren. Das Patriarchat und ein großer Teil der Gemeinde waren für die Osmanen. Ein Teil fühlte sich wegen der Plünderungen und dem politischen Durcheinander gestört und wollten eine vertrauensvolle Atmosphäre. Nur ein kleiner Teil, nämlich die Taschnaks, war hinter der Souveränität her.
In dieser Panik begingen die Verwalter den Fehler die Tendenzen dieser kleinen Minderheit, eigentliche der ganzer Minderheit zuzuschreiben. Meiner Meinung nach war das eigentliche Problem, der Anfang vom Ende der Osmanen. Viele Länder hatten ihre Unabhängigkeit erklärt. Natürlich haben auch einige westlichen Mächte bei diesem Durcheinander eine Rolle gespielt. Wegen dieser Gründe gerieten die türkisch-armenischen Beziehungen in eine unsichere Atmosphäre. Somit trat das Umsiedelungsgesetz in Kraft, was die Armenier als "große Katastrophe" ihrer Geschichte bezeichnen.
Es ist falsch anhand der letzten Phase der türkisch-armenischen Beziehungen bis zur Gründung der türkischen Republik die ganze Geschichte zu erläutern.
Man sollte die Geschichte ab dem fünften Jahrhundert betrachten. Man muss auch sehen, dass die erste armenische Druckerei in Istanbul gegründet, die ersten armenischen Bücher in dieser Druckerei gedruckt und das armenische Theater zu dieser Zeit in Istanbul gegründet wurde. Für mich ist das Wichtigste, dass Menschen von so vielen verschiedenen Gruppen, Kulturen und Religionen 600 Jahre lang in einem Reich unter dem gleichen Dach zusammen gelebt haben. Ich finde, das ist etwas zum Feiern.
Frage - Ist der Übergang zur Republik aus der Seite ihrer Kirche schmerzhaft gewesen?
Mesrob II. - Natürlich. Der erste Weltkrieg und die Umsiedelung waren geschehen. Eine Zerstörung hatte das ganze Volk beeinträchtigt. In den ersten fünf Jahren der Republik hatte die Gemeinde keinen Patriarchen. Nach der Wahl von Mesrob I. aus Mus im Jahre 1927 hatte die Normalisierung angefangen.
Frage - Was sind die heutigen Probleme ihrer Kirche und Gemeinde?
Mesrob II. - Von der religiösen und geistlichen Seite besteht kein Problem. Wir können wann und wo wir wollen unseren religiösen Verpflichtungen nachgehen. Das größte Defizit liegt in Priester und Pater. Eine Theologieschule ist erforderlich. Doch möchten wir dies mit dem Rat für Hochschulausbildung innerhalb des Universitätssystems lösen.
Die Gemeinschaft hat soziale Probleme. Die Deklaration von 1936 hatte unseren Stiftungen einige unzeitgemäße Festlegungen gebracht und müßte der gegenwärtigen Situation angepasst werden. So wie jemand für eine Moschee spenden kann, so sollte es auch bei der Kirche sein. Die nach 1936 an die Stiftung gespendeten Grundstücke sollen mit dem Urteil von 1970, obwohl Grundbuchauszüge vorhanden sind, an ihre Eigentümern zurückgegeben werden. Wenn die alten Besitzer verstorben waren, wurden die Grundstücke beschlagnahmt. Ich wünsche, dass diese Durchführungen so schnell wie möglich aufgehoben werden.
Frage - Wie sehen sie heute, an der Schwelle des Jahres 2000, das türkische Volk?
Mesrob II. - Auch wenn die Tagesordnung der Türkei, deren 75. Jahrestag wir gemeinsam feiern, durcheinander aussieht, sehe ich, wenn ich aus dieser Atmosphäre raustrete, dass die Lage eigentlich gar nicht so schlimm ist. Ich bin hoffnungsvoll gegenüber der Zukunft. Ich bin optimistisch in bezug auf die regionale Situation als auch über die zukünftigen Bemühungen unseres Landes. Mit der zeitgemäßen Anpassung des Systems wird die Türkei jedes Problem bewältigen, denke ich.
Frage - Was denken Sie über die gegenwärtigen Laizismusdiskussionen?
Mesrob II. - Dieses Prinzip ist auch in unserer Gemeinde vertreten. Das Dokument von 1863 bestätigt das. Diese Auffassung hält auch immer noch an. Ich, als der armenische Patriarch der Türkei, bin nicht daran interessiert, den Vorsitz von geistlichen Gerichten zu führen, die Ehen schließen und scheiden und Verfahren in Themen der Grundbesitze behandeln.
Ich, als Republikmensch, bin der Ansicht, dass eine Rückkehr unmöglich ist. Während wir uns Schritt für Schritt dem Jahr 2000 nähern, finde ich jede Bemühung das Leben mit religiösen Gesetzen zu leiten, was heißt, in das Mittelalter zurückkehren, albern.
Frage - Die Feiern anläßlich des Jahres 2000 interessieren alle Menschen. Aber für die Christen trägt es eine andere Bedeutung. Was sind ihre Beiträge für das "Millennium" Feierlichkeiten? Sind diese Feierlichkeiten nicht eine große Gelegenheit für die Türkei? Meinen Sie die Türkei mißt diesem Thema ausreichendes Interesse zu?
Mesrob II. - Wir messen dem große Bedeutung bei. Doch weiß ich immer noch nicht, für wie wichtig die zuständigen staatlichen Einheiten dies halten. Schauen Sie, in der Türkei gibt es die drei Hauptkirchen von Anatolien, nämlich die armenische, griechische und Syrische Kirche. Soweit ich weiß, ist mit keiner dieser Kirchen Verbindung aufgenommen worden. Wir sind bereit alles mögliche zu leisten. Doch wenn das im letzten Augenblick geschieht, habe ich Bedenken darüber, dass große Hindernisse auftauchen. Ich habe es immer gesagt:
Wenn von christlichen Seite gesehen Palästina und der Vatikan die Heiligsten Länder des Christentums sind, kommt Anatolien, also die Türkei gleich nach diesen. Denken Sie doch, die Hälfte der Apostel von Jesu sind hier begraben. Das ist hinsichtlich des Tourismus, der Kultur und der religiösen Beziehungen sehr wichtig. Im Jahr 2000 wird eine große Zahl von Menschen nach Israel reisen. Wie viele werden zu uns kommen? Wenn wir auf die Tourismus-Frage eine Antwort suchen, dann sollten wir dies beachten. Die kulturelle, folkloristische und religiöse Struktur der Türkei muß bis auf das letzte ausgenutz und bekannt gemacht werden. Ich denke, dass das nicht gemacht wird. Diese große Gelegenheit sollte ausgeschöpft werden.
MESROB II. (Armenischer Patriarch)
Am 22 Mai 1999 wurde im Hilton Hotel ein Empfang veranstaltet, bei dem auch der armenische Patriarch Mesrob. II eine Rede hielt:
"Wir befinden uns an der Schwelle des 3. Jahrtausends. Wir bereiten uns darauf vor, in der menschlichen Geschichte eine neue Ära zu feiern. Ich denke, dass das eine Gelegenheit für uns alle ist. Unsere Zukunft, mit dem Traum der Zusammenkommen der Kontinente, Kulturen und der Völker... Unser aller Wunsch ist eine Welt, die das Menschenleben, persönliche Rechte und Freiheiten würdigt, gerecht ist und fern von jeder Gewalt ist.
Dieser Wendepunkt ist nicht nur eineinzigartige Gelegenheit, sondern auch eine schwierige Prüfung. Die zwei Jahrtausende, die wir zurücklegen werden, sind voll von tragischen Ereignissen.
Trotzdem sind darin auch Ereignisse enthalten, an die wir uns immer mit Respekt erinnern werden und in den nächsten Jahrtausenden mit Freude feiern werden.
So wie wir den heutigen Tag feiern...
Die Gründung des armenischen Patriarchats ist ein einzigartiges Ereignis in der Geschichte.
Acht Jahre, nachdem Fatih Sultan Mehmet Istanbul eroberte, hat er im Jahre 1461 mit einer Verordnung das armenische Episkop in Westanatolien zu dem Patriarchat in Istanbul umfunktioniert. Dies ist ein sehr großes Beispiel der Toleranz von Fatih und den osmanischen Sultanen.
Dass ein Herrscher, der einer anderen Religion für Gläubige einer anderen Religion eine geistliche Stätte bauen lässt, wurde weder vor noch nach Fatih erlebt.
Während wir in ein neues Millennium übergehen und die Spannungen auf der Welt betrachten, vor allem die Kriegsatmosphären gleich in unserer Nähe, dann denke ich, dass wir den Vorfall vor 538 Jahren besser verstehen, den Wert besser schätzen können, den Wert, der Toleranz zwischen Religionen und Kulturen.
Wir möchten hier an Fatih Sultan Mehmet, der innerhalb der Grenzen des Imperiums eine Ordnung schuf, die der armenischen Gesellschaft ein Leben ermöglichte, in dem sie ihre Sitten und Bräuche leben konnten, an die Staatmänner, die auf seinem Weg dem Staat dienten und an den armenischen Patriarchen Hovagim aus Bursa, der im Jahre 1461 der erste in diesem Amt war und die ihm folgenden 83 Patriarchen, die treu ihre Dienste leisteten in Liebe gedenken.
Wir türkischen Armenier, die wir in unserem Land als die zahlreichste christliche Gemeinde leben, möchten das 75. Bestehungsjahr der türkischen Republik mit Freude begehen und schauen der Zukunft der türkischen Republik hoffnungsvoll entgegen."
Chronologie
1022
Nachdem das Land der Armenier von dem Kaiser Basileios dem II. an das Byzantinisches Reich übergeben wurde, wurden 40.000 Armenier zur Deportation gezwungen.
1046
Armenische Herrscher wurden von dem Byzantinischen Kaiser Konstantin den IX. ermordet.
1054
Der Sultan Tugrul Bey gab den Armenier die Unabhängigkeit.
1098
Die Zusammenarbeit der Armenier mit den Kreuzzügen.
1461
Sultan Mehmed der Eroberer ruft Hovakim (Ovakim), den armenischen Patriarchen von Bursa, nach Istanbul, übergibt ihm den Titel des Patriarchen von Istanbul und erkennt viele Rechte der Armenier an.
1790
Die erste offizielle armenische Schule wird von Amira Miricanyan und Schnork Mıgırdıç in der "Fıçıcı"- Strasse im Distrikt Kumkapı in Istanbul gegründet.
1823
Ein Armenier namens Artin Bezciyan gründet die Bezciyan- Schule in Kumkapı
1824
Der Patriarch Karabet nimmt die Schule in Kumkapı, wo armenisch Grammatik unterrichtet wird, unter den Schutz des Patriarchats.
1853
Der armenische Bildungsausschuss wurde am 22. Oktober gegründet.
1876
Der erste armenische Abgeordnete im Parlament.
1877
Das nationale armenische Parlament beschliesst (7. Dezember) die Einschreibung des armenischen Volkes in den Militäregisträtur und die Beteiligung am Krieg.
1878
Nerses, der armenische Patriarch von Istanbul, teilt dem englischen Aussenminister (am 13. April) in einem Schreiben mit, das die Armenier nicht mehr mit den Türken zusammenleben, können.
Das Abkommen von Berlin (am 13. Juli) unterschrieben. Der Zusammenhang mit den Armeniern stehende Artikel 61 wird erscheint im Abkommen.
Lord Salisbury, der englische Aussenminister, teilt (3. August) über den Botschafter Layard in Istanbul mit, dass die osmanische Regierung die Reformen im Osten beginnen muss.
1890
Der Aufstand von Erzurum (20. Juni)
Demonstration In Kumkapı (Juli).
Der erste Aufstand von Sason.
1892 - 1893
Aufstände in Merzifon, Kayseri und Yozgat.
1895
Der Vorfall an der "Grossen Pforte" (30. September)
Der Aufstandsversuch der Armenier in Maraş,
1896
Aktionen der Armenier am 30. Oktober in Istanbul.
Der erste Van Aufstand.
Vorfall in der Bank am 26. August.
1902
Der armenische Sprachwissenschaftler H.Acaryan schreibt ein Buch mir dem Titel " Der Einfluss der türkischen Sprache auf die armenische Sprache und die türkischen Lehnwörter im Armenischen.
1904
Der zweite Aufstand von Sason
1905
Attentatsversuch auf den osmanischen Sultan Abdülhamid II. am 21 Juli in der Yıldız- Moschee.
1908
Beginn der Herausgabe der armenischen Zeitung "Jamanak".
Eröffnung des zweiten Parlaments mit einigen armenischen Komitee- Mitgliedern als Abgeordnete.
1909
Armenischer Aufstand am 14. April in Adana.
1915
Der zweite Van Aufstand am 15. April
Armenischer Massenmord in Van am 3. Mai.
Schliessung der armenischen Komitees am 24. April, die gegen den osmanischen Staat gearbeitet haben. 2345 Mitglieder werden verhaftet.
Erlass des Gesetzes der Umsiedlung am 27. Juni.
1918
Morde des armenischen Komitee- Mitglieds Arschak in Bayburt am 1. Februar.
Die Ermordung von 750 Moslems durch armenische Komitee- Mitglieder im Dorf Subathan östlich von Van am 25. April.
Ermordung von 60 Moslems ( darunter Kinder ) in Kars am 1. Mai durch armenische Komitee- Mitglieder.
1919
Am 20. November unterschrieben die Beamten Bogos Nubar und Şerif Paşa das Unabhängigkeitsdokument der Armenier und Kurden.
1920
Der Friedensvertrag von Gümrü am 2. Dezember.
Folterung der 450 islamischen Bewohner des Dorfes Arapdar in der Provinz Antep durch einen armenischen Reitertrupp am 12. Januar.
1921
Der Friedensvertrag von Kars,(13.Oktober)
Der Friedensvertrag von Moskau, (16. März)
Talat Pascha wird in Berlin von den Armeniern ermordet. Ermordung von Sait Halim Pascha am 22. Juli in Rom.
Der Armenier Misak Torlakyan ermordet den aserbeidschanischen Innenminister Cevanschir Han vor dem Pera Palast Hotel in Istanbul am 18. März.
1922
Ermordung von Cemal Pascha am 22. Juli in Tiflis.
1923
Der Friedensvertrag von Lausanne (24. Juli)
Der Armenier Münib Boya kommt als Abgeordneter von Van in das türkische Parlament.
1934
Franz Werfels Roman "Vierzig Tage auf dem Moses- Berg" erscheint in englischer Übersetzung in den USA.
1935
Eine Gruppe Armenier, die sich in der armenischen Kirche versammeln, verbrennen am 15. Dezember öffentlich Franz Wefels Buch " Vierzig Tage auf dem Moses- Berg ", weil es " voll ist mit Verleumdungen das türkische Volk.
1936
Nach dem das Buch von Franz Werfel " Vierzig Tage auf dem Moses- Berg" auch in Frankreich veröffentlich wurde, gab die türkische Medien ein Gegenreaktion ab.
1937
Cevat Rifat Atilhan veröffentlichte sein Buch " Moses- Berg" als Gegenreaktion zu dem Roman von Franz Wefel.
Die Verfilmung des Romans " Vierzig Tage auf dem Moses- Berg " wurde gehindert.
1943
Der Armenier Türker Keresteci kommt als Abgeordneter von Afyonkarahisar in das türkische Parlament.
1957
Migirdiç Şellefyan von der "Demokratischen Partei" wird bei den Wahlen am 27. Oktober als Abgeordneter von Istanbul ins Parlament gewählt.
1964
Der zypriotische Außenminister Kipriyanus versucht beim Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in Zusammenhang mit dem "armenischen Problem" einen Beschluss gegen die Türkei zu erreichen.
1965
Demonstration von Armeniern am 24. April gegen die Türkei in Sao Paulo.
1969
Demonstration von Armeniern am 24. April vor der türkischen Botschaft in London.
1973
Ermordung des türkischen Grosskonsuls und seines Stellvertreters Mehmet Baydar am 27. Januar in Los Angeles durch den 70-jährigen Armenier Migirdiç Yanikyan.
1975
Gründung der armenischen Terrororganisation ASALA am 20. Januar.
Ermordung des türkischen Botschafters Danış Tunalıgil am 22. Oktober in Wien.
Ermordung des türkischen Botschafters Ismail Erez und des Sicherheitsbeamten Talip Yener am 24. Oktober in Paris.
1976
Ermordung des türkischen ersten Sekretaers Oktay Cerit am 16. Februar in Beirut.
Am 28. Mai wurde das Büro von Attache im Zürich angegriffen. Der Täter, ein Armenier Namens Noubar Soufoyan , wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt.
1977
Ermordung des türkischen Botschafters Taha Carim am 9. Juni im Vatikan.
1978
Attentat auf die türkische Botschaft in Brüssel am 3. Januar. Die Terrororganisation " Armenischer Wiederstand" bekannte sich für diese Tat.
Attentat auf die türkische Bank in London am 3. Januar. Die Terrororganisation " Armenischer Wiederstand" bekannte sich für diese Tat
Ermordung des türkischen Botschafters Zeki Kunaralp und seiner Frau am 2. Juni in Madrid. Auch der pensionierte Botschafter Beşir Balcioglu kam dabei ums Leben.
Attentat auf die türkische Botschaft in Paris und auf das Gebäude vom Fremdenverkehrsamt am 8. Juli .
Attentat auf die türkische Botschaft in Genf am 6. Dezember . Die Terrororganisation " Armenischer Wiederstand" bekannte sich für diese Tat.
Attentat auf das Büro vom türkisch Airlines in Genf am 17. Dezember. Die Terrororganisation " ASALA " bekannte sich für diese Tat.
1979
In Marseille wird das "Armenische Monument des Hasses" errichtet. Der französische Minister nimmt an der Eröffnungszeremonie teil.
Die griechische Regierung erlaubt es am 15. April, dass am Nea-Simirna-Platz ein "Monument der armenischen Rache" errichtet wird.
Attentat auf die türkische Botschaft in Genf am 22 August. Bei diesem Attentat wurden 3 Menschen verletzt. Die Terrororganisation " ASALA " bekannte sich für diese Tat.
Attentat auf das Büro der Türkisch Airlines in Frankfurt am 27. August. Die Terrororganisation " ASALA " bekannte sich für diese Tat.
Attentat auf das Büro der Türkisch Airlines in Kopenhagen am 4. Oktober. Die Terrororganisation " ASALA " bekannte sich für diese Tat.
Ermordung von Ahmet Benler, der Sohn des in Amsterdam Beauftragten des türkischen Botschafters Özdemir Benler am 12. Oktober in Den Haag.
Ermordung des Vertreters des türkischen Tourismusministeriums Yılmaz Çopan am 22. Dezember in Paris.
1980
Bombenangriff der Terrororganisation ASALA , auf das Büro der türkisch Airlines in Teheran am 10. Januar.
Bei dem Attentat am 6 Februar in Bern, wurde der türkische Botschafter Doğan Türkmen verletzt.
Bombenangriff der Terrororganisation ASALA, auf das Büro der türkisch Airlines in Italien. Bei diesem Angriff kamen zwei Italiener ums Leben.
ASALA, die armenische Terrororganisation, deklariert während der Versammlung am 8. April in Sayda die Blutbrüderschaft zwischen Kurden und Armeniern.
Angriff der Terrororganisation ASALA mit einem Raketenwerfer auf das türkische Konsulat am 19. April in Marseille.
Ermordung des türkischen Verwaltungsattaches Galip Özmen und seiner Tochter Neslihan Özmen am 31. Juli in Athen.
Angfiff auf das türkische Konsulat am 5. August in Lyon, wobei die türkischen Staatsbürger Kadir Atılgan, Ramazan Sefer, Kavas Bozdağ und Hüseyin Toprak verletzt werden.
Attentatsversuch auf den türkischen Presseattachee Selçuk Bakkalbaşı am 26. September in Paris.
Angriff der Terrororganisation ASALA auf das türkische Konsulat am 10. November in Strasburg.
Ermordung des türkischen Großkonsuls Şarık Arıkyan und des Sicherheitsbeamten Engin Sever am 17. Dezember in Sydney.
1981
Ermordung des Vertreters des türkischen Ministeriums für Arbeit Resat Moralı und des Beauftragten für Religionsangelegenheiten Tecelli Arı am 4. März.
Attentatsversuch auf den Vertreter des türkischen Ministeriums für Arbeit Cavit Demir am 3. April in Kopenhagen.
Ermordung des in der türkischen Botschaft beschäftigten sekretärs Mehmet S.Yergüz durch die Terrororganisation ASALA am 9 Juni in Genf.
Angriff auf das türkische Konsulat in Paris am 24. September durch die Terrororganisation ASALA, wobei der Sicherheitsbeamte Cemal Özen ums Leben kam.
Attentatsversuch auf den zweiten Sekretär der türkischen Botschaft Gökberk Ergenekon am 3. Oktober in Rom.
Veröffentlichung einer gemeinsamen Mitteilung der " Union der armenischen Studenten" und des "Vereins der kurdischen Studenten" am 27. November in London..
1982
Ermordung des türkischen Großkonsuls Kemal Arıkan durch Harry Sasunyan und Kirkor Saliba am 28. Januar in Los Angeles.
Attentatsversuch auf den türkischen Handelsattachee Kemalettin Güngör am 8. April in Ottawa.
Ermordung des türkischen Honorarkonsuls Okan Gündüz am 5. Mai in Ottawa.
Ermordung des Verwaltungsrats der türkischen Botschaft Erkut Akbay am 7. Juni in Lissabon. Gleichzeitig erfolgen Attentatsversuche auf den türkischen Militärattachee Atilla Altıkat in Ottawa, auf den türkischen Verwaltungsrat Bora Süelkan in der Stadt Burgaz in Bulgarien und auf den türkischen Gesandten Yurtsev Mıhçıoğlu und seine Frau Cahide Mıhçıoğlu in Lissabon. Auf den türkischen Botschafter in Kanada wird ebenfalls ein Attentatssversuch unternommen, der allerdings er kann unverletzt flüchten kann.
Am 7. August verübten drei Terroristen auf den Flughafen Esenboga einen Attentat. Dabei kamen 9 Menschen ums Leben und 78 Menschen wurden verletzt. Anlässlich der Terroraktion am Flughafen Esenboga in Ankara verbrennt sich ein Armenier namens Artin Penik am 10. August öffentlich und verdammt den armenischen Terror.
1983
Levon Ekmekçiyan, der Verantwortliche für den Angriff auf dem Flughafen Esenboga, wird dafür am 29. Januar hingerichtet.
Während eines Attentatversuchs auf die türkische Botschaft in Belgrad durch die beiden Armenier Harut Levonyan und Rafi Elbekyan kam ein jugoslawischer Passant ums Leben.
Mitglieder der Terrororganisation ASALA verüben am 15. Juli einen Bombenangriff im Fughafengebäude von Orly, wobei 7 Personen (darunter 3 Türken) ihr Leben verloren und 60 Personen verletzt wurden.
Fünft armenische Terroristen, die verantwortlich für den Angriff auf die türkische Botschaft in Lissabon sind, werden am 27. Juli bei der Gefangennahme von den Sicherheitskräften erschossen.
1985
Die Botschaft in Ottawa wurde am 12. März von drei Terroristen angegriffen. Bei diese Angriff kam Leibwächter ums Leben. Der Botschafter Coşkun Kırca wurde verletzt.
1991
Armenischer Bombenangriff auf die Stadt Hacilar am 21. Januar. Drei Sowjet- Soldaten und zwei Aserbeidschaner kamen dabei ums Leben. Außerdem ermordeten die Armenier Savatin Askerova, Journalistin für der " Stimme Aserbeidschans."
Die Auseiandersetzung zwischen den Armenier und Aserbeidschaner in Karabag am 13. April.
1991 die Dörfer des Distrikt von Suscha geraten am 23. April unter Kanonen- und Maschinengewehrbeschuss aus den armenischen Dörfern in der Umgebung. Dabei werden 3 Aserbeidschaner getötet, 3 Häuser zerstört und 3 Häuser unbewohnbar gemacht.
Vier aserbeidschanische Sicherheitskräfte werden am 26. April in der Region Karabag getötet. Die verantwortung dafür übernimmt eine Organisation Namens " Karabag- Krieger ".
Am 23. September 1991 ruft Armenien die Unabhängigkeit aus.
Der Zerfall der Sowjet- Union am 26. Dezember 1991. Armenien, das am 23. September seine Unabhängigkeit ausgerufen hatte, wird dadurch Real und Völkerrechtlich unabhängig.
1996
Levon Ter- Petrosyan wird zum zweiten Mal zum Präsidenten von Armenien gewählt.
1997
Robert Kocaryan wird am 20. März zum Ministerpräsident Armeniens gewählt.
Am 20. Dezember feierten die Armenier den 160. Jubiläumsfeier von dem Surp Agop Krankenhaus mit den Silvesterfeiern zusammen.
Die armenische Gemeinde verliert im August Mardiros Balikciyan, der im Aufsichtrat der Karagözyan- Stiftung tätig war. Balıkçıyan beschäftigte sich vor allem mit kulturellen Angelegenheiten.
1998
Anläßlich des 90. Jahrestages der Gründung der Zeitung Jamanak empfängt der türkische Präsident Süleyman Demirel den Chefredakteur Ara Koçunyan im seinen Palais.
Levon Ter Petrosyan, der armenische Präsident, geht im Februar in den Ruhestand. Auf diese Weise wird Robert Kocaryan der Weg für die Präsidentschaft geöffnet. Petrosyan, der für einen Frieden in Karabag war, hatte deshalb Gegner im Lande.
Elçibey, der Führer der aserbeidschanischen Volksfront, lässt bei einer Bewertung des Rücktritts von Petrosyan im Februar verlauten, dass Koçaryan in der Vergangenheit sich mit den Russen verbündet und gegen Aserbeidschan rebelliert hat. Koçaryan wird am 30. März zum armenischen Präsidenten gewählt.
Abdullah Öcalan, der Führer der separatistischen Terrororganisation PKK, verlangt am 30. Juli von der armenischen Regierung die Bereitstellung eines Dorfes für seine Organisation.
Mesrob Mutafyan wird am 14. Oktober zum 84. armenischen Patriarchen der Türkei gewählt.
Albun
Archivdokumente
Der Reform-Ferman von Fatih Sultan Mehmet (Erlass des Sultans)
Der Beschluss des Ministerrats
Das Umsiedlungsgesetz
Die Gründe für die Umsiedlung der Armenier Seite: 1 - 2 - 3 - 4 - 5- - 6 - 7- 8 - 9- 10 - 11 - 12
Übernahme der Verpflegungs- und Unterkunftskosten der Armenier die umgesiedelt wurden
Beschützung der Armenier während der Umsiedlung und Bestrafung derjenigen, die die Armenier angreifen oder gefährden
Die Umsiedlung der armenischen Protestanten
Die Vorkehrungen die getroffen wurden, während der Umsiedlung der Armenier
Überweisung der sich ungassemd benghmender Gendarmerie ans Kriegsrat
Aufhebung der Umsiedlung der Armenier
Das Recht zur Rückkehr
Die Vorkehrungen für die zurückgekehrten Armenier
Gründung einers unparteiischen Untersuchungsausschuß von Juristen Seite: 1 - 2 - 3 - 4 -
Gewährleistung der Ausgaben
Rückgabe von persönlichen Gegenstände der Armenier und Griechen
Ermittlung der jenigen die während der Umsiedlung die Armenier gefährdeten
Der Bericht vom Rechtsberater Mehmet Münir über die armenischen Aktivitäten und über die Gründe für die Umsiedlung Seite: 1 - 2
Die Unterlagen die beweisen daß die armenischen Organisationen und die Russen die Moslems ermordet haben Seite: 1 - 2 - 3 - 4
Die Massaker das die Armenier und die Russen verwirklicht haben Seite: 1 - 2
Die Massaker die die Armenier mit den französischen Soldaten in der nähe von Maras und Adana an die Moslems verwirklicht haben Seite: 1 - 2 -3
Die Massaker das die Armenier in der nahe von Kars, Sarıkamış und Karakurt an die Moslems verwirklicht hat Seite: 1 - 2 - 3
Die 64 Dörfer bei Tortum die die Armenier verbrannt haben und die Unterbringung der Überlebenden
Die Massaker die die armenischen Soldaten in Zeytun, Demirkapu, Pilümür verwirklicht haben
Die Grausamkeiten die die Armenier in dem Gebiet Eriwan verwirklichten
Seite: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7
Die Verzeichnisse der Dörfer die verbrannt und die zahlem der Moslems die durch die Armenier ermordetet wurden
Seite: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6 - 7 - 8
Das Schreiben an den Patriarchen über die armenischen Aktivitäten
Seite:1 - 2
Die Angriffe der Dersim Banditen auf die Karawane der Armenier
Die Begleichung der Schulden der umgesiedelten Armenier
Die Umsiedlung der Komitee Mitgliedern. Kaufleute und Kleinhändler wurden nicht umgesiedelt
Die Feststellungen der Schulden und die Beschützung von persönlichen Gegenstände der Armenier die umgesiedelt sind
Die Beshützumg der transportierten persönliche Gegenstände
Das Schreiben vom amerikanischen Konsulat an die amerikanische Botschaft in Istanbul
Die Armenier schmuggelten in großen Mengen Geld in die Schweiz
Die Unterkunft und die Verpflegung der armenischen Familien
Die Unterkunft und die Verpflegung der Waisen
Die Unterbringung der Waisen in die Waisenhäuser
Die Erleichterungen bei der Rückkehr der Armenier und die Deckung der Bedürfnisse
Die Umstände, die bei der Rückkehr der Armenier beachtet werden mußten
Die Umsiedlung der Frauen, Kinder und Kranke erfolgte mit Kutschen
Die Freistellung der Armenier von Steuerabgaben
Die Armenier die sich mit dem Handeln beschäftigten, wurden nicht umgesiedelt
Die Angriffe auf die Armenier während der Umsiedlung aus Erzurum und die Vorkehrungen gegen diese Angriffe
Die Unterbringung der armenischen Kinder in die Waisenhäuser
Hohe Sicherheitsmaßnahmen während der Umsiedlung der Armenier
Die Umsiedlung von armenischen Abgeordneten und dessen Familien
Die Gebiete in denen die Armenier umgesiedelt werden sollen
Erzieher und Kinder wurden nicht umgesiedelt
Die Auseinandersetzungen in Mamuretülaziz zwischen den armenischen Banditen und der Gendarmerie
Die Vorkehrungen in den islamischen Dörfern gegen die armenischen Banditen
Kranke und Alte wurden nicht umgesiedelt
Vorsichtsmaßnahmen gegen Vergewaltigungen während der Umsiedlung
Vorbeugungen gegen den Mißbrauch, während der Umsiedlung der Armenier
Die Armenier die keinen Verrat begangen und keine Beziehungen zu den Komitees hatten, wurden nicht umgesiedelt
Überweisung der jenigen ans Kriegsgericht die sich während der Umsiedlung Strafbar gemacht haben
Die Übernahme der Unterhalts und Verpflegungskosten der Armenier und Griechen, die zurück gekehrt sind
Das Dokument das beweist daß die Gründung einer UntersuchungsKommission abgelehent wird:
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Die Bestrafung der jenigen die während der Umsiedlung sich strafbar gemacht haben
Das Schreiben das Beweist, daß die Behauptungen der Griechen und Armenier unwahr sind
Der Brief vom Bischof Kendifyan über die Aktivitäten der Armenier in Diyarbakir
Seite: 1 - 2 - 3 - 4
Das Geständnis, den Albert Jean Amateau in California beim Notar abgegeben hat
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Das Dokument an Talat Pascha
Seite: 1 - 2 - 3
Die Unterlagen im Bezug für die Gründung einer Untersuchungskommission
Seite: 1 - 2 - 3 - 4 - 5 -6 - 7
Der Bericht, den die 68 Wissenschaftler an das Parlament darlegten
Die in Eriwan gedruckte und in verschiedenen europäische Staaten gesendete Landkarte von den Armenien, mit dieser gefälschten Karte versuchten die Armenier zuzeigen, daß die Türkei sich nicht an das Abkommen der Grenzen hält. (20.03.2001 Türkiye Zeitung)
Die Titelseite von der Time Zeitschrift am 29. Oktober 1986. Auf der Titelseite ist ein Foto von der Terrororganisation ASALA
Die fünf Gesichter des Terrors. - Herald American Newspaper
Die Titelseite von dem Buch "Das Massaker an die Armenier". Der Verfasser ist ein armenischer Gebildeter Namens Aran Andonian
Das Telegramm das vom armenischen National-Büro in Tiflis, an das armenische revolutionäre Taschnakzution-Komitee der Vereinigten Staaten von Amerika in Boston gesendet wurde
Der Brief den Boghos Nubar an den französischen Aussenministerium geschrieben hat am 3. Dezember 1918
Eine Kopie von dem Abkommen von Gümrü, auf den die Grenzen zwischen Türkei und der Sowjetunion bestimmt sind
Die Hincak Zeitung die 1914 in Paris gedruckt und veröffentlicht wurde
