Mosaik

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Mosaik ist eine schon im Altertum bekannte Gattung der Maltechnik (Wandmalerei), die zu den Maltechniken zählt, bei der durch Zusammenfügen von verschiedenfarbigen und/oder verschieden geformten Teilen (Stein- oder Glasstücken, auch Teilen von Papier oder Stoffen) Muster oder Bilder entstehen. Das Wort Mosaik leitet sich von dem arabischen Begriff musáuwak für „geschmückt“ oder „verziert“ ab. Die griechische Bezeichnungen mosaikon taucht erst später auf. Als Musivische Technik bezeichnet man das Zusammensetzen von verschiedenfarbigen flachen Plättchen (aus Stein, Metall, Holz, etc.) zu dekorativen Mustern.

Inhaltsverzeichnis

Anfänge

Erste Mosaiken fanden sich in Gordion, der Hauptstadt von Phrygien und datieren ins achte vorchristliche Jahrhundert. Sie bestehen aus Kieseln und zeigen in Rot, Weiß und Schwarz oder nur in Weiß und Schwarz geometrische Muster. Während die ältesten Beispiele in Anordnung der Muster eher ungeordnet wirken, zeigen Beispiele des 6. und 5. Jahrhunderts Mäander oder einfache Schachbrettmuster, meist wiederum in Schwarz und Weiß.

Griechenland

Die ersten Mosaiken in der griechischen Welt sind Kieselmosaiken. Wie der Name besagt, bestehen sie aus ausgewählten Kieselsteinen, wobei die Farben Schwarz und Weiß dominieren. Im Hellenismus wurden die Kiesel durch speziell zurecht geschnittene Steine ersetzt. Eine erste Blütezeit erlebte das antike Mosaik im zweiten vorchristlichen Jahrhundert. In dieser Zeit wurden große Bildmotive, die den Fußboden eines ganzen Raumes bedecken konnten, produziert. Das bekannteste Beispiel ist das Alexandermosaik in Pompeji, andere Beispiele fanden sich in Delos.

Römisches Reich

Besonders im römischen Reich waren Mosaiken weit verbreitet. Viele Fussböden, aber auch manchmal Wände in Wohnbauten einer gehobenen sozialen Schicht waren mit Mosaiken dekoriert. Im ersten nachchristlichen Jahrhundert waren vor allem schwarz-weiße Mosaike beliebt, wobei geometrische Motive dominieren. Figürliche Darstellungen sind eher selten und werden erst im zweiten Jahrhundert beliebter. Ab dem zweiten Jahrhundert kommen auch wieder mehrfarbige Mosaike vor, die vor allem in den afrikanischen Provinzen besonders beliebt waren und einen eigenen Stil zeigen. Im Osten des Reiches herrschen klassisch griechische Stilelemente und Traditionen vor.

Bild:Mosaik nancy.jpg
Art Deco-Mosaik an der Fassade einer Apotheke in Nancy, Frankreich

Die Mosaikkunst wurde vor allem im Byzantinischen Reich betrieben. Bekannte antike Mosaike befinden sich auch im italienischen Ravenna.

Auch in Deutschland befinden sich einige ältere Mosaiken, die aus der Zeit der römischen Besatzung stammen. Eines der bekanntesten Mosaiken ist das Dionysos-Mosaik in Köln, das 1941 bei Schachtarbeiten gefunden wurde und über dem das Römisch-Germanische Museum errichtet wurde. Im Maintower in Frankfurt am Main befindet sich das Wandmosaik Frankfurter Treppe.

Mosaik wird heute meist industriell gefertigt und auf Netz oder Papier vorgefertigt geliefert. Erhältlich sind diese vorgefertigten Mosaiktafeln als Glasmosaik, Keramikmosaik oder Natursteinmosaik. Das Deutsche Institut für Normung bezeichnet Materialflächen mit einer Seitenlänge unter 10 cm als Mosaik, bei mehr als 10 cm als Fliesen und ab 30 cm als Platten. Ministeck ist eine moderne Variante des Mosaiks.

Das Mosaik gewinnt im kunsthandwerklichen Bereich in neuerer Zeit wieder mehr an Bedeutung. Viele Bastelgeschäfte bieten zunehmend Vorlagen und Mosaiksteine aus Materialien wie Glas, Keramik, Ton, Marmor und mit verschiedenen Formen wie Perlen, Herzen oder Sternen an.

Berühmte Mosaiken

In Italien

In Spanien

Wichtige Mosaikkünstler

Siehe auch

Literatur

  • J. Wilpert: Die römischen Mosaiken und Malereien. 4 Bde. 1916
  • G. Bovini: Die Mosaiken von Ravenna. 1956
  • Klaus Parlasca: Die römischen Mosaiken in Deutschland. Berlin 1959. (Römisch-Germanische Forschungen ; 23). Teilw. zugl.: Göttingen, Univ. Diss. 1950 u.d.T.: Die Mosaiken des römischen Germanien
  • Gonzenbach: Die römischen Mosaiken der Schweiz. 1961
  • Bruneau, Philippe: Les mosaïstes antiques avaient-ils des cahiers de modèles? In: Revue Archéologique (1984), S. 241 ff.
  • Carlo Bertelli (Hrsg.): Die Mosaiken von der Antike bis zur Gegenwart. Augsburg 1988
  • Annamaria Giusti: Pietra Dura - Bilder aus Italien. München 2005, Hirmer Verlag, 263 S.
  • Albert Knoepfli: Wandmalerei, Mosaik. (Reclams Handbuch der künstlerischen Techniken ; 2). Stuttgart 1997. ISBN 3-15-030015-0
  • A.Tammisto: Birds in Mosaics. 1997
  • Orhan Bingöl: Malerei und Mosaik der Antike in der Türkei. Mainz 1997
  • Philippe Bruneau: Les mosaïstes antiques avaient-ils des cahiers de modèles? : Suite, probablement sans fin. In: Ktema 25 (2000), 191 ff.
  • R.Westgate: Pavimenta atque emblemata vermiculata: Regional Styles in Hellenistic Mosaic and the First Mosaics at Pompeii. In: American Journal of Archaeology 104 (2000), 255 ff.
  • Bernard Andreae: Antike Bildmosaiken. Mainz 2003
  • Petra C. Baum-vom Felde: Die geometrischen Mosaiken der Villa bei Piazza Armerina. Hamburg 2003, ISBN 3-8300-0940-2
  • Michael Donderer: Und es gab sie doch! Ein neuer Papyrus und das Zeugnis der Mosaiken belegen die Verwendung antiker „Musterbücher“. In: Antike Welt. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte 2 (2005), S. 59-68, ISDN 06131-28747-40 und -33

Weblinks

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